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 "Schwesterherz"

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Ryan Goodwill
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BeitragThema: "Schwesterherz"   Mo 8 Dez 2014 - 15:27

"Schwesterherz"
Septima Swan (geb. Cartwright) und Loreena Goodwill (geb. Cartwright)
gepostet von Evanora Swan (Septima) und Ryan Goodwill (Loreena)
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Evanora Violet Swan
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BeitragThema: Re: "Schwesterherz"   Mo 8 Dez 2014 - 19:30

05.02.1973

Es war nicht einfach, immer die zweite Geige spielen zu müssen.
Septima hatte es es einfach satt, im Schatten ihrer jüngeren Schwester zu stehen. Loreena und sie waren wie Goldmarie und Pechmarie, und es war offensichtlich, wer letztere war. Das Leben der damals 10-Jährigen war einfach unfair, wie sie fand, und es sollte nicht besser werden, an diesem einen Tag im Jahr, den sie mehr als alles andere hasste: Loreenas Geburtstag. Sie war es zwar gewohnt, immer an zweiter Stelle zu stehen, aber immer wenn Loreena Geburtstag hatte, war Septima wie Luft für die große Familie. Alle waren so stolz auf das hübsche Mädchen mit dem blonden Haar, welches auch noch die Besonderheit, ein Metamorphmagus zu sein, genoss. Sie war etwas besonderes -ohne Frage - und der Hass, denn Septima auf ihre Schwester hegte, war dementsprechend besonders groß.
Sie selbst war nicht blond, sondern besaß das Cartwright-typische, dunkelbraune Haar und blaue Augen. Sie war zwar hübsch, stach in der generell sehr schönen Familie jedoch kaum hervor, und das störte sie. Sie wollte als Älteste im Mittelpunkt stehen. Aber diesen Platz hatte Loreena ihr weggenommen.
Es waren Momente wie diese, in denen sich das junge Mädchen alleine für die Geburtstagsfeier fertig machen musste, während alle ihre zwei Jahre jüngere Schwester von vorne bis hinten bedienten. Wie eine Prinzessin, nein, wie eine Königin wurde Loreena behandelt, und das nicht nur an ihrem Geburtstag, sondern eigentlich immer.
Auch störte es Septima, dass sie das Kleid von ihrem 10. Geburtstag noch einmal tragen musste, während Loreena ein wunderschönes, neues Kleid bekommen hatte. Der Groll wuchs und wuchs, und er würde nicht aufhören zu wachsen, schließlich hatte die Feier noch nicht einmal begonnen.

Geburtstage bei den Cartwrigthts waren immer was besonders. Normalerweise wurden solche Feierlichkeiten auf der trockene Art und Weise bei öffentlichen Anlässen, zum Beispiel Bällen, zelebriert. Aber Kindergeburtstage waren anders. Die ganze Familie kam zum Anwesen der Familie und brachten zahlreich große Geschenke für das Kind mit. Es gab nur das zu Essen, was das Kind wollte, und man spielte nur die Spiele, die das Kind wollte – vorausgesetzt, man hieß Loreena.
Septima war mit dem Rücken zum Spiegel in ihrem Zimmer gedreht und versuchte, die Schleife an ihrem hellgrünen Kleid hinter ihrem Rücken zu verbinden, schließlich war keiner da, der ihr helfen wollte. Sie scheiterte und verzweifelte fast an dieser Aufgabe, bis sie schließlich aufgab, denn man verlangte nach ihr.
„Septima!“, rief Gwendolyn, die Mutter der Familie, vom Flur aus. Septima hatte verblüffende Ähnlichkeit mit ihrer Mutter, als würden die Cartwrights immer dieselben schönen Gene weitergeben, und die junge Hexe hatte gehofft, dass sie dadurch irgendeinen Vorteil bei ihrer Mutter haben könnte, schließlich ließ die Ähnlichkeit zu Loreena zu Wünschen übrig, aber nein, dieser Aspekt schien völlig egal zu sein.
„Was?!“, rief das Mädchen genervt. Es war offensichtlich, dass sie keine Lust auf diesen Tag hatte, und sich am liebsten ihren Pflichten als Familienmitglied entziehen würde. Aber sie hatte keine Lust auf Hausarrest, weshalb sie alles über sich ergehen ließ.
„Hilf den Hauselfen beim Schmücken!“ Ein deutlicher Befehl. Septima seufzte genervt und rannte mit immer noch offener Schleife aus ihrem Zimmer und die pompöse Steintreppe hinunter, unachtsam vor Ärger, sodass sie über das lange Schleifenband stolperte und die letzten drei Stufen runterstürzte. Schmerzhaft schlug sie sich das Knie auf und blutete; der Schmerz war so groß, dass das eigentlich 'große' Mädchen nicht anders konnte, als in Tränen auszubrechen. Auch mochte sie es nicht, Blut zu sehen, und sie war erschrocken, was sie zusätzlich aufwühlte.
„Was weinst du denn?!“ Gwendolyn kam aus Loreenas Zimmer und sah die Treppe hinab, um ihre älteste Tochter dabei zu entdecken, wie sie mit Blut auf dem Kleid und einem offenen Knie auf dem Marmorboden saß und weinte. Ihr Ton war ein scharfer, kalter gewesen, und sie starrte ihre Tochter nur an, machte nicht einmal den Hauch einer Anstalt, mal zu ihr zu gehen, und sie zu trösten.
„Steh auf, du Heulsuse“, zischte sie, „Und zieh dich gefälligst um. Du siehst unmöglich aus.“
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Ryan Goodwill
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BeitragThema: Re: "Schwesterherz"   Mo 8 Dez 2014 - 20:50

Es war der Tag ihres 8 Geburtstages, aber Loreena wusste nicht, ob sie sich darüber freuen sollte, oder nicht. Einerseits gab es Geschenke und Kuchen und ein Festessen, aber andererseits würden wieder alle Verwandte zu ihr kommen und ihr in die Wange kneifen, oder ihr Haar berühren. Das Mädchen mochte diesen Überfluss an Aufmerksamkeit, aber es wurde unangenehm, wenn sie ihn nicht beenden konnte, wenn sie wollte. Schon jetzt, als die Verwandten noch weit entfernt waren, hatte das Mädchen keine Ruhe mehr. Mrs. Wilson war schon ewig damit beschäftigt Loreenas blonden Haare zu kämmen und ihre Frisur zu richten. Danach hatte sie ihr das neue Kleid gezeigt. Es war dunkelgrün und mit eine Menge Rüschen verziert. Das blonde Mädchen wollte leiber ein blaues oder ein rotes Kleid haben, aber Gwendolyn sagte ihr, dass sie sich an das grün gewöhnen sollte. Sie würde es nämlich auch später in der Schule auf ihrem Umhang tragen, so wie alle Cartwrights vor ihr. Sie würde dann eine Schlange sein hatte ihre Mutter gesagt. Loreena mochte Schlangen nicht. Sie waren irgendwie ekelig und hatten eine böse Ausstrahlung. Das Mädchen war von dieser Zukunft also nicht wirklich angetan.
Endlich war die Nanny fertig und hatte ihr das Kleid richtig angezogen und zurecht gerückt. Endlich durfte sie ihr Zimmer verlassen. Natürlich nur, um sich den Verwandten zu präsentieren, welche bereits auf das blonde Mädchen warteten. An der Treppe kam ihr ihre Schwester Septima entgegen. Ihr Kleid war voller Blutflecken und ihr Knie schien zu bluten. Außerdem hatte ihre große Schwester Tränen in den Augen. "Septima?"
Ihre Schwester reagierte nicht, sondern lief einfach an ihr vorbei. Sie war oft so abwesend und Loreena wusste einfach nicht warum. Sie hatte ihrer Schwester nie etwas getan. Sie bewunderte sie sogar. Man könnte sogar sagen, dass das blonde Mädchen manchmal sogar Eifersucht verspürte, weil Septima nie von den Verwandten in die Wange gekniffen wurde und auch nicht ständig alle ihre Haare berührten. Wie schaffte sie das nur? Loreena tat es weh, dass ihre Schwester ohne jeden Grund so abweisend war, aber dennoch wollte sie nicht ohne sie hinunter gehen. Zwischen all den alten Leuten wollte sie ihre Schwester an der Seite haben, weswegen sie dem dunkelhaarigen Mädchen nachlief und ohne zu klopfen ihr Zimmer betrat.
"Hast du dir sehr weh getan?", fragte Loreena besorgte und betrachtete das blutende Knie ihrer Schwester. Das blonde Mädchen hatte sich schon oft beim Spielen weh getan und wusste, wie sich das anfühlte. Ihre Mutter sagte immer, dass eine Lady nicht  so wild und übermütig sein sollte. Immer wieder schlug sie ihr vor doch lieber mit ihren Puppen und dem Teeservice zu spielen, was Gwendolyn extra für sie hat anfertigen lassen, aber Loreena fand das langweilig. Sie lief lieber über das Anwesen, kletterte auf Bäume und kämpfte gegen Monster aus ihrer Fantasie. Ob Septima wohl von einem Baum gefallen war?
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BeitragThema: Re: "Schwesterherz"   Di 9 Dez 2014 - 21:06

Aus verweinten, roten Augen sah Septima ihre jüngere Schwester an, welche ihr bis in ihr Zimmer gefolgt war, um, ganz der unschuldige Engel, nach ihr zu sehen. Schlecht wurde der Älteren von dieser Niedlichkeit, besonders, weil Loreena in ihrem Kleid auch noch so süß aussah, so süß, wie sie es gern gewesen wäre.
Und gewiss tat es sehr weh, dass es allen egal war, wie es der Dunkelhaarigen ging. Die Kälte in den Augen ihrer Mutter hatte ihr einen Schauer über den Rücken gejagt, und als sie auf dem Marmorboden gesessen hatte und Gwendolyn sie mit scharfen Worten in die Realität zurückholte, hatte sie das Gefühl, als würden ihr die Tränen gefrieren. Mutterliebe war nichts, was Septima erfahren durfte, zumindest nicht bewusst, denn die Zeit, die sie ohne Loreena verleben durfte, war in ihren Augen zu kurz gewesen. Sie konnte sich nicht daran erinnern, jemals so behandelt worden zu sein wie Loreena. Vielleicht, als es sie noch nicht gab, aber damals war Septima selbst gerade zwei Jahre alt gewesen.

Ihre hellen Augen musterten die Jüngere. In ihrem Blick lag etwas, das sich nicht direkt definieren ließ; eine Mischung aus Hass, Hohn, Verbitterung und Verletztheit. Und zugleich fühlte sie sich so fragil, wie noch nie. Am größten war von all diesen Gefühlen jedoch der Neid.
Zu gern hätte sie so ein Kleid bekommen, und es in Ehre getragen. Loreena stand es jedoch besser, als Septima verkraften konnte.
"Du siehst hässlich aus in dem Kleid", zischte sie, wobei sie ihrer Schwester eiskalt in die Augen sah, als wäre es keine Lüge, mit der sie sich selbst davon zu überzeugen versuchte, dass Loreena gar nicht so perfekt war, wie alle dachten. "Du bist zu dick dafür - und sowieso, es passt nicht zu deinen Haaren!"
Kindisch war es, so zu reagieren, aber das konnte die Zehnjährige nicht einschätzen. Sie dachte, es wäre die verdiente Strafe für ihre Schwester, wenn sie diese fertig machte. Tatsächlich wollte sie sie einfach nur loswerden, indem sie sie psychisch fertig machte.
Dann stand sie auf, unter Schmerzen, denn das Knie brannte. Sie hatte nichts, womit sie es verbinden konnte, weshalb sie einfach wartete, bis das Blut trocknete. In der Zwischenzeit humpelte sie an Loreena vorbei zu ihrem Schrank, um sich ein neues, sauberes Kleid zu suchen.
"Geh weg, Loreena, ich muss mich umziehen!", knurrte sie mies gelaunt, als sie ein paar Kleider über ihre Schulter hinter sich warf, auf der Suche nach etwas festlichem, das ihr noch passte. Gar nicht so einfach, in dieser Wachstumsphase...
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BeitragThema: Re: "Schwesterherz"   Mi 10 Dez 2014 - 12:23

Eigentlich wollte das blonde Mädchen nur ihrer Schwester helfen. Sie trösten und vielleicht dabei helfen ein sauberes Kleid auszusuchen. Aber Septima schien wütend auf sie zu sein. Schon ihr Blick verriet Loreena, dass ihre große Schwester wütend war. Dann folgten Beleidigungen. Septima zog über ihr neues Kleid her und scheuchte sie dann weg. Wäre sie wirklich die kleine Prinzessin gewesen, welche die Eltern immer in ihr sahen, dann wäre sie jetzt wohl in Tränen ausgebrochen. Allerdings gehörte Loreena zu den Mädchen, die lieber mit einem Stock in der Hand Zauberduelle nachspielten, als mit einem Krönchen Prinzessin zu spielen. Deshalb blieben ihre Augen trocken. Lediglich ihr besorgter Blick wurde zu einem trotzigen. Das Mitleid für die Schwester war verflogen und das kleine Mädchen konterte bockig: "Hoffentlich fällst du auf dem Weg nach unten sofort wieder hin!" Mit diesen Worten verließ sie das Zimmer ihrer großen Schwester, denn sie hatte sich fest vorgenommen den ganzen Kuchen aufzuessen, damit ihre Schwester kein Stück mehr abbekam.
Als Loreena den Festsaal erreichte, welcher auch für Bälle und ähnliche Veranstaltungen genutzt wurde, stand sie sofort vor einer Horde von Menschen. Es waren ihre Eltern, Tante Florence und Onkel Edward, dazu kamen ihre Großeltern und noch viele andere Verwandte, welche sie nicht einmal zuzuordnen wusste. Alle richteten den Blick auf das blonde Mädchen und lächelten sie herzlichst an. Wie sollte sie jetzt reagieren? Was wurde von ihr erwartet? Sollte sie jetzt einen Salto machen, oder einen Tanz vorführen, um das Publikum zufrieden zu stellen?
Loreena entschied sich für ein zaghaftes : "Hallo."
Das war der Startschuss für Tante Florence. Sofort löste sie sich aus der Menge und bewegte sich auf das Mädchen zu. Florence war keine groß gewachsene Frau, aber Loreena hatte immer die Vermutung, dass das was bei ihr an Höhe fehlte durch ihre überdimensionale breite wieder ausgeglichen wurde. Wobei Ausgleichen der falsche begriff war. Wenn man sie mit einer Form vergleichen sollte, dann würde ein Quadrat wohl am besten zu ihr passen. Die Tante hatte immer etwas zu viele Schmicke aufgetragen und wirkte dadurch immer leicht errötet. Ihre hellbraunen Haare fielen in großen Locken auf ihre Schultern. Das ganze Bild wurde noch abgerundet von ihrem beigen Kleid, welches so unpassend gewählt war, dass es die quadratische Form der Dame wunderbar betonte. Als die Schwester von Loreenas Vater nun direkt vor dem blonden Mädchen stand vertönte sie mit ihrer viel zu lauten und viel zu schrillen Stimme: "Da bist du ja endlich mein blonder Engel. Lass dich drücken." Es folgte eine Umarmung, welche dem Mädchen die Luft abschnürte. Loreena hatte das Gefühl, dass ihre Augäpfel durch den Druck ein Stück aus ihrem Kopf hervortraten, so wie in einer Zeichentrickserie.
"Na los Edward, begrüß deine Nichte!", befahl sie dann in einem deutlich rauerem Ton. Edward war Florence' Mann und stellte einen riesigen Kontrast zu ihr da. Er war zwar ebenfalls nicht hoch gewachsen, aber wirkte mit seiner hageren Figur eher schwächlich. Dazu kam sein kahler Kopf und die stets herabhängenden Schultern. Er tat Loreena irgendwie leid, denn bei Florence musste er sich wohl fühlen wie ein Hauself. Sie gab ein Kommando und er folgte ihr. Aber er war auch irgendwie selber Schuld. Aufgrund des Befehls kam nun auch Edward zu seiner Nichte hinüber und wuschelte ihr zur Begrüßung durchs Haar. Loreena hasste es, wenn jemand das tat, aber ihr bockiger Blick wurde von allen Anwesenden ignoriert. Es folgte die Begrüßung durch alle anderen Verwandten, bevor Loreena endlich wieder etwas Luft zum atmen hatte.
Wo Septima wohl blieb? Hoffentlich brauchte sie noch ein bisschen, denn Loreena wollte ja den Kuchen aufessen bevor sie kam. Tante Florence würde sicherlich gerne dabei helfen.
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BeitragThema: Re: "Schwesterherz"   Mi 10 Dez 2014 - 21:38

Es war ihr nur Recht, dass ihre Schwester sich endlich aus dem Staub machte. Sie konnte ihre Visage nicht mehr ab, denn jedes Mal, wenn sie sie ansah, wurde ihr bewusst, dass sie eigentlich die Prinzessin der Familie hätte sein sollen. Aber man hatte sie vom Thron gestoßen. Eine Tatsache, die aus der 10-Jährigen einen erstaunlich verbitterten Menschen machte.
Es dauerte nicht lang, bis sie ein Kleid fand, das noch passte. Es war von Ostern gewesen, in einem hellen Pastellgelb, zum Glück jedoch ohne Schleife und knielang. Nachdem sie sich den Schorf, des herunterlaufenden Bluts abgekratzt hatte, den auf der Wunde jedoch beließ, damit die Wunde heilen kann, und sie ihre Beine gründlich abgewaschen hatte, hatte sie sich umgezogen und konnte nun auch den Festivitäten beiwohnen. Sie freute sich nicht sonderlich drauf, und man sah ihr das an, denn das Lächeln all derer, die Loreena eben noch herzhaft in die Wange gekniffen hatten, verblasste, als sie Septima sahen. Wie sollte es auch anders sein? Sie war nun mal nicht der strahlende Engel in der Familie.
"Septima", meinte Tante Florence kühl, und Septima nickte nur als Antwort. Immerhin musste sie sich von ihren fetten Schwabbelarmen nicht erdrücken lassen - ein Trost, der es allemal Wert war, die ungeliebte Nichte zu sein. Es war nur blöd, wenn man von allen Onkels und Tanten die ungeliebte Nichte war. Septima war nicht dumm und wusste um diesen Umstand, würde jedoch nicht offen zeigen, wie sehr sie das störte.
"Nächstes Jahr geht es in die Schule, was?", meinte Onkel Edward ebenfalls kühl. Er sah so mickrig aus, dass Septima ihn heimlich immer als 'Mister Streichholz' betitelte. Hätte sie gewusst, wie diese Insekten heißen, die aussehen wie Äste, hätte sie sich wohl dafür entschieden, aber dies überstieg leider den Wissenshorizont der 10-Jährigen.
"Ja", antwortete Septima und imitierte dabei die Stimmfarbe der beiden Älteren, welche davon ziemlich überrascht zu sein schienen. Sie drehte sich von den beiden weg, ohne etwas zu sagen, obwohl es üblich war, sich zu entschuldigen, besonders vor Älteren Familienmitgliedern. Sie hatte einfach nur die Nase voll von dieser ganzen Show und wollte weg von ihren Verwandten, weshalb sie ging. Nicht weit weg, lediglich zu den jüngeren Gästen, mit denen sie sich eindeutig besser verstand.
"Romeo", lächelte sie, als sie den Sohn ihrer ältesten Cousine erkannte. Er war in ihrem Alter und etwas kleiner als sie. Seine dunklen Augen harmonierten mit den dunklen Haaren, die er vom italienischen Vater geerbt hatte. Umso heller strahlten dann seine weißen Zähne, als er zurücklächelte.
Er war wohl der einzige, der Septima verstand.
"Na, Septima?", fragte er gut gelaunt, worauf er auf ihr Knie zeigte, "Huch, was ist passiert?" Er sah besorgt aus.
"Ach, Loreenas Schuld. Die dumme Gans...", zischte die Dunkelhaarige abfällig, worauf Romeo verständnisvoll nickte. Er war als Einzelkind auch jemand, der gern im Mittelpunkt stand, weshalb er die Geburtstage von Loreena, oder eigentlich jedem anderen Kind, hasste. Er wäre bestimmt eine gute Hilfe bei dem Plan, der sich in Septimas Kopf entwickelte... "Wir sollten die Party manipulieren. Was meinst du?"
"Oh ja, das klingt witzig!", grinste er, wobei er sich aufgeregt die Hände rieb, als könne er damit ein Feuer machen. Feuer... ja, das wäre doch eine gute Idee. Oder? Das Mädchen überlegte. Nein, es wäre zu gefährlich, die Villa in Brand zu stecken. Aber sie konnte ja die Speisen ein bisschen aufpeppen...
"Ich habe eine Idee...", grinste sie, worauf sie mit Romeo in die Küche schlich, um eine Vielzahl extrem scharfer Gewürze aus dem Orient zu klauen, die ihr Vater mal mitgebracht hatte. Das einige davon bei zu hoher Dosierung für ernsthafte Gesundheitsschäden sorgen konnte, konnte sie nicht ahnen, weshalb sie kurze Zeit später, als der Trubel um Loreena seinen bisherigen Höhepunkt erreichte, alles in die Suppen, Salate und den Kuchen schüttete; natürlich so, dass niemand es sah und es auch niemandem auffiel, dass die Speisen nicht mehr ganz das waren, wonach sie aussahen. Nun musste sie sich nur noch bei ihrer Schwester entschuldigen, damit der Verdacht nicht gleich auf sie fiel. Vorsichtig trat sie an die Jüngere heran und tippte ihr auf die Schulter.
"Loreena....", meinte sie kleinlaut und mit Tränen in den Augen, natürlich alles nur gespielt, "Es tut mir leid, was ich gesagt habe... ich glaube, ich war einfach sauer auf Mutter, weil sie mich so angemotzt hat. Ich hätte das nicht an dir auslassen sollen.... du siehst toll aus, in dem Kleid."
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BeitragThema: Re: "Schwesterherz"   Do 11 Dez 2014 - 13:22

Es war beschämend, dass der Kuchen noch nicht einmal angeschnitten war, als Septima im Festsaal erschien. Die ältere Schwester hatte mal wieder das Glück, dass keiner durch ihre Haare wuschelte, oder ihr in die Wangen kniff. Wie machte sie das nur? Vielleicht sollte Loreena sie mal nach ihrem Trick fragen, sobald Septima nicht mehr sauer auf sie war.
Die Aufregung klang langsam wieder ab und die Erwachsenen unterhielten sich wieder untereinander. Das sorgte zwar dafür, dass Loreena nicht mehr bedrängt wurde, aber nun stand das blonde Mädchen alleine und etwas verloren im Raum und wusste nicht so genau, wohin sie als nächstes gehen sollte. Diese Entscheidung wurde ihr allerdings von ihrer Schwester abgenommen, als diese auf sie zukam und sich für ihre Worte entschuldigte.
"Ist schon wieder vergessen...", begann die blonde lächelnd. "...dein Kleid steht dir auch prima. Die Farbe passt zu deinen Haaren." Sie machte ihr das Kompliment nicht nur aus Höflichkeit, sondern weil sie wirklich so empfand. Manchmal fragte die zukünftige Ravenclaw sich, warum sie als einzige  blond war. Natürlich hatte auch ihr Vater hellere Haare, aber alle Frauen in der Familie hatten dunkle Haare. Am liebsten würde sie auch dazu gehören. Nicht die einzige sein, die anders ist.
"Loreena, mein Engel! Es ist Zeit für deine Geschenke!", verkündete Gwendolyn schließlich und präsentierte einen Tisch mit größeren und kleineren Päckchen, welche alle bunt verpackt waren und nur darauf wartete vom Geburtstagskind ausgepackt zu werden. Loreena freute sich schon darauf die einzelnen Päckchen zu öffnen und die tollen Überraschungen zu sehen.
"Komm mit. Du kannst mir bei dem großen da helfen", sagte die blonde zu Septima und nahm ihre Schwester an der Hand, um sie mit zu dem Geschenk zu ziehen. Es war ein großer Gegenstand, der nicht in Geschenkpapier verpackt war, sondern mit einer goldenen Decke verhüllt war. Sie wollte, dass Septima ihr dabei half das Tuch zu entfernen, weil sie es alleine nicht schaffen würde.
Die Familie hatte sich um sie versammelt und jeder wartete nur darauf, dass das kleine Mädchen die Geschenke öffnete. Die meisten von ihnen wollten wahrscheinlich nur beweisen, dass sie das beste und teuerste Geschenk gekauft hatten, aber das wusste das blonde Mädchen natürlich nicht.
Bevor die Schwestern allerdings das Tuch entfernen konnten, ließ ein schriller und schmerzerfüllter Schrei alle anwesenden Personen zusammenzucken. Ein Blick zum Buffet zeigte, dass Tante Florence sich bereits an diesem bedient hatte, auch wenn es noch gar nicht eröffnet war. Auf ihrem Teller befand sich ein riesiges Stück Braten. Loreena hätte schwören können, dass es genug Fleisch war, um darauf wieder ein neues Rind zu formen. Allerdings schien mit dem Essen etwas nicht zu stimmen, denn das breite Leckermaul schrie wie am Spieß und Tränen zogen tiefe Furchen in ihre viel zu dicke Schminke. Florence war schon immer unheimlich, aber das Bild was sie jetzt abgab wollte Loreena sich auf jeden Fall merken, falls sie mal wieder im Garten gegen Monster aus ihrer Fantasie kämpfen würde.
Nun begannen die ersten Leute einzugreifen. Ganz vor mit dabei war Onkel Edward, welcher hilflos vor seinem Ehemonster stand und verzweifelt versuchte herauszufinden, was ihr fehlte. "Scharf! Wasser! WASSER!", waren dann die ersten Worte, welche man ihrem Geschrei entnehmen konnte. Edward griff in der Hektik nach einer der Blumenvasen vom Buffet und hielt sie seiner Frau hin. Unter normalen Umständen hätte sie ihn wohl zusammengefaltet, aber jetzt griff sie wirklich nach der Vase und trank diese leer. In Loreenas Augen ein Fehler, denn sie hatte die Erfahrung gemacht, dass Wasser bei Schärfe alles noch schlimmer machte.
Florence geriet mittlerweile ins Schwanken und der kleine Edward versuchte sie zu stützen. Es sah ein bissche so aus, als würde ein kahlköpfiges Erdmännchen ein Walross umarmen, weshalb Loreena sich ein Kichern nicht verkneifen konnte. Wie bereits vermutet gelang es dem Erdmännchen nicht das Walross zu stützen, was zur Folge hatte, dass Florence hinfiel und ihren Ehemann unter sich begrub. Der Teller zerschellte am Boden und der Braten landete zwischen den Scherben. Sofort eilten ein paar Erwachsene zur Hilfe. Die Frage war nur, wer jetzt in größerer Gefahr schwebte.
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BeitragThema: Re: "Schwesterherz"   Mo 22 Dez 2014 - 20:34

Mit einer niedlichen Naivität hatte Loreena ihrer Älteren Schwester die geheuchelte Entschuldigung abgekauft, und innerlich rieb sich das hinterhältige Mädchen schadenfroh die Hände. Sie war sich sicher, dass sie es schaffen würde, diese Party zum Albtraum zu machen. Romeo hatte ihr hervorragend geholfen, die Speisen derart zu würzen, dass sie nicht nur ungenießbar, sondern fast sogar schon gefährlich waren. Von dem tatsächlichen Ausmaß ihres kleinen Streiches ahnte die Dunkelhaarige jedoch zunächst nichts...
"Danke", lächelte sie, obwohl sie ihrer Schwester das Kompliment nicht wirklich abnahm. Sie fühlte sich nicht wohl, da sie davon überzeugt war, dass die Farbe ihr nicht stand. Aber ihr war egal, wie fürchterlich sie aussah, wenn ihre Schwester am Abend nach dieser Party vor lauter Tränen noch schlimmer aussehen würde. Rote, geschwollene Augen und ein fleckiges Gesicht wollte Septima im Gesicht ihrer verhassten Schwester sehen, sie wollte sie leiden sehen. Unmenschlich war dieser Hass, erst recht, da er von einem so jungen Wesen ausging, aber die ungerechte Verteilung elterlicher Liebe konnte aus einem unschuldigen Mädchen schon mal ein Monster machen.
Die Versuchung, genervt die Augen zu verdrehen, als Loreena vorschlug, dass sie ihr bei den Geschenken helfen sollte, war groß. Aber sie riss sich zusammen und behielt das Lächeln bei, wobei sie einen kurzen Blick zu Romeo warf, welcher kichernd immer wieder zum Buffet sah. Septima verstand nicht, wieso er das tat, schließlich war jenes noch nicht einmal eröffnet, aber sie würde es wohl noch herausfinden. Erst mal musste sie es über sich ergehen lassen, all die schönen Geschenke ihre Schwester auszupacken, und dabei musste sie auch noch so tun, als würde sie sich für sie freuen. Allein den Gedanken fand sie anstrengend, aber sie spielte mit.
Bei dem großen Geschenk machte die Ältere große Augen und öffnete leicht den Mund vor Staunen. Nie hatte sie so ein großes Geschenk bekommen - und sie würde es wohl auch nie kriegen. Obwohl der Neid riesig war, war die Neugier in dem Moment größer, und sie konnte es nicht abwarten, herauszufinden, was sich unter dem Tuch befand. Ein Schrei verhinderte jedoch, dass sie es herausfinden würde, und alles konzentrierte sich nun auf die eine Person, die die Finger nicht vom Buffet lassen konnte.
Ein Grinsen huschte über Septimas Gesicht, als sie ihre Tante verzweifelt keuchen und kreischen sah. Sie musste sogar ein bisschen lachen, als sie die Blumenvase austrank, hielt sich jedoch geheimnisvoll die Hand vor den Mund, und ohnehin schien keiner zu bemerken, wie amüsiert sie doch war beim Anblick der fetten Qualle.
Romeo brach in schallendes Gelächter aus, als der schmächtige Edward unter seiner Herzdame um Hilfe schrie, und nun konnte auch Septima sich nicht mehr zurückhalten.
"Nehmt sie runter! Hilfe!", schrie der Onkel verzweifelt, worauf 4 ausgewachsene Männer an der dicken Frau zerrten, um sie von ihrem Mann runter zu ziehen; vergeblich. Zwei weitere mussten dazu kommen, um den wabbeligen, und inzwischen ohnmächtigen Körper wegzurollen. Wieso sie ohnmächtig war, wusste Septima nicht. Sie ahnte aber auch nicht, dass es sich bei der Ohnmacht nicht nur um eben jene handelte...

Zwanzig Minuten später hatte man es geschafft, Florence aus dem Raum zu schaffen. Zwar waren alle noch etwas betreten, versuchten aber, sich nichts anmerken zu lassen, um Loreena die Feier nicht zu verderben. Die Bemühungen fand Septima natürlich ätzend, aber wirklich etwas dagegen tun konnte sie nicht. Sie fand es sogar doof, das alle Loreena zuliebe so taten, als wäre nichts passiert.
"Oh man, die fette Kuh kann ihre Finger aber auch nie vom Essen lassen", knurrte Septima neben ihrer kleinen Schwester, "Nun, wollen wir endlich herausfinden, was unter dem Tuch ist?" Sie sah sich um, suchte nach ihren Eltern um zu fragen, ob sie nun endlich die Geschenke weiter öffnen könnten. Und bald schon sah sie sie; sie kamen gerade wieder in den Saal, da sie Florence mit nach draußen gebracht hatten, ehe sie von Medi-Magiern abgeholt wurde. Beide waren ganz blass, ihre Münder waren nichts weiter als schmale Schlitze. Septima verstand diese Signale nicht so ganz, bis ihre Mutter ihrer Schwägerin eine Handbewegung andeutete, sie ließ einen Finger über ihren Hals fahren...
Nun verstand sie es, und Septima wurde nun so blass wie der Marmorboden, an dem sie sich das Knie aufgeschlagen hatte. Ihr dummer Streich hatte seinen Zweck mehr als verfehlt.
... Er hatte ihre Tante umgebracht.
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