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 My case. My rules. Fuck Off.

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Ryan Goodwill
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BeitragThema: My case. My rules. Fuck Off.   So 19 Aug 2018 - 19:12

My case. My rules. Fuck Off.
Benjamin & Ryan | 29.09.15 | privat | Schicksal: ja


Es waren bereits Wochen vergangen, seitdem der auszubildende Auror das Ministerium während seiner Arbeitszeit verlassen durfte. Dort draußen braute sich etwas Finsteres zusammen und für seine Ausbilderin, die Leiterin der Aurorenzentrale, bedeutete das nicht etwas mehr Außeneinsätze, sondern vor allem eine große Menge an organisatorischer Verwaltungsarbeit. Arbeit, die der ehemalige Ravenclaw dadurch unterstützen musste, dass er förmlich zu Romanovas Sekretär wurde. Spannend war die Arbeit nicht, aber sie bot doch eine mehr oder weniger entspannende Abwechslung zu den nächtlichen Ausflügen in privater Sache. Die Jagd nach Cartwright musste nämlich nach der Arbeit im Ministerium stattfinden. Schließlich lag Ryan viel daran, dass sich die Auroren keinesfalls in diese Sache einmischten.
Doch mittlerweile hatte auch die Russin bemerkt, dass ihr Schützling wieder mehr praktische Erfahrungen machen sollte. Eine Aurorenausbildung ausschließlich am Schreibtisch zu verbringen, war nämlich zweifelsfrei wenig zielführend. Als die Ausbilderin ihm eine Akte auf den Tisch gelegt hatte, wartete Ryan bereits auf die Anweisung einen Botengang zum Empfänger der Akte machen zu müssen. Doch stattdessen hieß es, dass er diesen Fall nicht nur jemandem überreichen sollte, sondern zudem an der Arbeit mitwirken. Definitiv eine willkommene Abwechslung. Die einzige Ernüchterung war der Auror, mit dem er die Ermittlungen durchführen sollte. Benjamin Burke war einer der jüngeren Mitglieder der Aurorenzentrale und Goodwill gegenüber immer eher unsympathisch aufgefallen. Anrechnen musste man ihm jedoch, dass er nicht zu den Leuten gehörte, die einen mit uninteressanten und unwichtigen Themen behelligten. Die beiden gingen stets schweigend aneinander vorbei, was für einen Einzelgänger wie Goodwill durchaus einen angenehmen Umgang mit Arbeitskollegen darstellte. Doch nun war eben dieses Anschweigen nicht mehr möglich. Alles was Ryan von einem Rückzieher abhielt, war die Alternative, welche aus weiterer Schreibtischarbeit bestand.
Kurz darauf klopfte er also an Burkes Büro, welches er ohne eine Reaktion des Aurors sofort betrat. Für Höflichkeiten war zwischen den beiden noch nie viel Platz gewesen. Auch auf geheuchelte Grußformeln oder sonstiges wurde verzichtet. Die geringe Sympathie in Kombination mit Ryans angespannter privater Situation, ließen den jungen Zauberer alles andere als zuvorkommend und freundlich auftreten. „Arbeit von Miss Romanova. Wir sollen uns zusammen darum kümmern.“ Ryan zog einen leeren Stuhl aus Burkes Büro näher an den Schreibtisch und nahm gegenüber des Aurors Platz, wobei er auch die Akte auf den Tisch legte. „Felias Jackson, ein Ausreißer, wenn man so will. Ex-Auror, der sein Geld mittlerweile mit Mord verdient. Kontakte zu Todessern wurden nachgewiesen.“ Ryan hatte die Akte schon gelesen und gab dem anderen einen knappen Überblick. Er wollte sofort zur Sache kommen und sich nicht mit sinnlosem Smalltalk aufhalten. Außerdem konnte er es kaum erwarten einen Kopfgeldjäger festzunehmen, oder notfalls auch auszuschalten. Diese kamen ihn nämlich aufgrund der Steckbriefe in der Nokturngasse ohnehin früher oder später besuchen. Es konnte nicht schaden ihre Reihen etwas auszudünnen, bevor wieder einer anzugreifen versuchte.


Zuletzt von Ryan Goodwill am So 2 Sep 2018 - 12:44 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Benjamin Burke
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BeitragThema: Re: My case. My rules. Fuck Off.   So 19 Aug 2018 - 19:55

Seufzend fuhr sich der Undercover-Auror übers Gesicht und durch die braunen Haare. Das alles hatte er sich wirklich ein wenig einfacher vorgestellt. Also nein, nicht einfacher, denn er hatte von vorn herein gewusst, dass es nicht einfach sein würde, doch trotzdem war er es wohl nicht gewohnt, dermaßen viel Geduld für einen Fall aufbringen zu können. Zacharys Vorgaben, sich an Saphira Valentine zu hängen, hatten sich allerdings deutlich einfacher angehört, beziehungweise hatte er wohl gedacht, dass er bei der Leiterin der Aurorenzentrale bereits höher im Kurs stand. Vor einem Monat schon hatte die ehemalige Geißel Jones' Hochzeit gefeiert und es wäre einfach zu passend gewesen, wenn Benjamin an jenem Tag hätte anwesend sein können. Miss Romanova war immerhin unter den Gästen gewesen - das hatte sie ihn wissen lassen, was bedeutete, dass ihr Vertrauen zu ihm durchaus gewachsen war - doch leider schien sie es nicht für angebracht zu halten, dass einer ihrer Kollegen sie auf jene Festivität begleiten hätte sollen. Oder womöglich lag es eher daran, dass ihr persönlicher Azubi, Ryan Goodwill auch unter den Gästen war, nein sogar der Trauzeuge höchst persönlich. Es war ärgerlich, dass dieser Jüngling so eine wichtige Position unter den Auroren eingenommen hatte, eine Position, die eigentlich Benjamin in die Karten spielen würde, wenn er nur die Möglichkeit hätte, jene zu überbieten. Doch es half nichts, er durfte keine voreiligen Schlüsse ziehen, er musste sich eben in Geduld üben, das konnte er. Er wusste, was sein Ziel war und solange Romanova mit Miss Valentine irgendeine Form von Kontakt hatte, würde er dies früher oder später nutzen können. Er jedenfalls würde sich nicht hinter Greengrass einreihen, der so töricht gewesen war, Zachary zu enttäuschen und wegen dem eigentlich hauptsächlich alles aus dem Ruder gelufen war. Oh nein, das würde dem Burke nicht passieren!
Seine Gedanken wurden unterbrochen, als es an der Tür klopfte, doch noch ehe er eine Antwort hätte formulieren können, wurde jene auch schin geöffnet und kein geringerer als Goodwill stand mitten in seinem Büro. Ben hatte zwar ein Talent darin, sich mit so ziemlich jedem gut stellen zu können, doch hatte er wohl zu Anfang Ryan keine so wichtige Rolle beigemessen und mittlerweile wäre es nicht mehr angebracht, plötzlich auf ein Schauspiel der Sympathie zurück zu greifen, dafür war es bereits von beiden Seiten zu spürbar gewesen, dass sie sich nicht wirklich in der Nähe haben wollten, auch wenn sie sich weniger feindselig gegenübertraten, als sich schlichtweg ignorierten. Natürlich, denn Feindseligkeit wäre für den „netten-Kerl-aus-dem-Büro-nebenan“ - Burke auch nicht angebracht. Dennoch lupfte Benjamin nun fragend eine seiner Augenbrauen, musste sich jedoch nicht verbal danach erkundigen, was der Jüngere von ihm wollte. „Nicht dein Ernst... Sie will wohl, dass du mal was lernst, hm?“, erwiderte Ben dann schließlich belustigt, ehe er die Fallakte genauer unter die Lupe nahm. Allerdings klingelte bereits etwas in seinem Kopf, als Goodwill ihm die wichtigsten Details zusammenfasste. Jackson... Die Antwort, was ihm dieser Name sagte, folgte auf dem Fuße, denn die Verbindungen zu ehemaligen Todessern ließ auch eine Verbindung zu den Burkes vermuten, was soviel hieß wie, dass Benjamin nun einen "seinesgleichen" dingfest machen musste, ohne dabei sich selbst zu verraten. Einerseits war es ihm kein großer Dorn im Auge, denn das Minsiterium wusste schließlich, dass seine Familie eine wahre Todesser-Falle war, doch er hatte sich vor Miss Romanova als der heldenhafte Außenseiter präsentiert. Allerdings könnte es doch verhehrend werden, wenn dieser Felias unbedachte Kommentare über ihn aussprach, die zwar nicht ins Gewicht fallen mussten, doch gerade Goodwill würde sich sowas wohl merken. Für ein paar Augenblicke waren seine blauen Augen also nachdenklich auf der Akte gelegen, scheinbar so, als wolle er sich alle Details genau einprägen, ehe er dann mit seinem gewohnt charmanten, aber gegenüber Ryan doch etwas arroganten, Lächeln aufsah. „Nun, worauf warten wir dann noch? Durchsuchungsbefehl stattgegegeben, Schwester in Schottland, wie viele Hinweise brauchst du noch?“, spöttelte er, ehe er sich schwungvoll von seinem Stuhl erhob und darauf wartete, dass Ryan es ihm gleich tat.
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Ryan Goodwill
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BeitragThema: Re: My case. My rules. Fuck Off.   So 19 Aug 2018 - 21:10

Burke war genau das, was man von einem Mitglied seiner nicht ganz unbekannten Reinblutfamilie erwartete. Die Burkes waren bekannt für ihren großen Einfluss und es gab mehr als nur Gerüchte darüber, dass viele Familienmitglieder einen dunklen Pfad gewählt hatten. Ryan wollte dem Auror nicht unterstellen, dass er ein Todesser sei, aber das änderte auch nicht daran, dass Ryan Benjamin für ein arrogantes Arschloch hielt. „Wenn dem so wäre, würde ich ganz sicher in einem anderen Büro sitzen.“ Die Zusammenarbeit würde anstrengend werden, da war sich der Metamorphmagus bereits sicher. Er war nicht darauf aus sich mit Burke anzulegen, oder in Streit zu geraten, aber der Auror verhinderte mit seinem Auftreten auch sehr gezielt, dass Ryan ihn in irgendeiner Form mögen könnte. Im besten Fall erledigten sie also schnell ihre Aufgabe, um die Zusammenarbeit schon bald beenden zu können. Es verlangte schließlich keiner, dass hier Freundschaften entstehen sollten.
Skeptisch beobachtete Ryan den dunkelhaarigen Zauberer, während dieser die Akte überflog und dann ein Grinsen aufsetzte, dass Goodwill nur noch mehr von der Überheblichkeit des anderen überzeugte. Ryan war ohnehin schon angespannt und konnte auf die Sprüche und Grimassen Benjamins getrost verzichten. Denn diese machten es ihm nicht unbedingt leichter eine neutrale Atmosphäre zu bewahren. „Ich? Ich erkläre dir das kurz: Ich bin der Auszubildende, du der Auror. Da du offensichtlich in der Lage warst unsere beiden Anhaltspunkte aus der Akte herauszulesen, solltest du auch entscheiden, wo wir beginnen.“ Der ehemalige Ravenclaw wahrte einen neutralen Gesichtsausdruck, denn auch wenn seine Worte provokant waren, wollte er auf eine arrogante Entgleisung, wie sie bei Burke zu beobachten war, verzichten.
Ich gebe gerne einen Tipp. Wir sollten mit dem Haus beginnen. Die Schwester könnte ihn warnen.“ Es wäre ärgerlich, wenn im Haus wichtige Hinweise verloren gehen würde, weil der Gesuchte aufgrund einer Warnung genug Zeit erhalten würde, um diese verschwinden zu lassen. Verwandte waren immer eine gute Möglichkeit, wenn man Leute ausfindig machen wollte, aber je nach Verhältnis konnte eine solche Befragung eben auch nach hinten losgehen. Da Ryan den anderen aber keinesfalls für einen schlechten Auror hielt – dafür wusste er einfach zu wenig über Benjamins Arbeit – war er sich sicher, dass dieser auf seinen Vorschlag eingehen würde. Die Schwester konnten die beiden schließlich später immer noch aufsuchen, wenn die Dursuchung keine Ergebnisse liefern würde.
Goodwill erhob sich schließlich ebenfalls von seinem Stuhl und beförderte diesen an seinen Ursprungsort, bevor er einen ungeduldigen Blick an Benjamin richtete, welcher nun das Ziel vorgeben musste. Zumindest bis zu den Kaminen hätte er aber noch Zeit, um eine Antwort auf die eigentlich einfache Frage zu finden.
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Benjamin Burke
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BeitragThema: Re: My case. My rules. Fuck Off.   So 19 Aug 2018 - 21:42

Wenn man Benjamin normalerweise unter recht ungezwungenen Verhältnissen kennenlernte, zeigte er sich selten arrogant oder herablassend, zweifellos Züge, die sich in seinem Charakter befanden, doch er wusste jene geschickt zu kaschieren, wusste, wie man sich charmant und übermäßig freundlich gab, sodass niemand auf die Idee käme, ihm irgendwelche schlechten Abscihten zu unterstellen. Doch bei Goodwin machte er sich die Mühe nicht. Vielleicht sollte er gerade bei ihm versuchen, in ein positives Licht zu rücken, wo der Auszubildende doch Miss Romanova beruflich so nahe stand, doch Benjamin betrachtete den Jüngeren als deutlich zu unwichtig. Es war ein glücklicher Zufall, dass er es geschafft hatte, unter Nataschas Fittiche zu kommen, nicht mehr und nicht weniger und es würde sich erst zeigen, ob er seinem Status wirklich gerecht werden konnte, wenn seine Ausbildung erst einmal abgeschlossen war. Denn ganz gleichgültig bei wem er ausgebildet wurde, wenn es erst einmal nur auf seine Fähigkeiten ankam, würde sich schon herauskristallisieren, wo er stand. Und dann würde man immer noch sehen, ob er Benjamin weiterhin gleichgültig sein könnte oder ob es vielleicht notwendig wäre, sich mit ihm gut zu stellen. Fürs Erste jedoch, mussten sie sich wohl oder übel um diesen Fall kümmern und Ryans erste Erwiderung ließ wohl darauf schließen, dass er seine Hausaufgaben nicht gemacht hatte. „Sei froh, dass du nirgendwo anders sitzt, sonst hättest du dir gleich mal den Kopf darüber zerbrechen können, ob Miss Romanova dich vielleicht taktvoll loswerden wollte.“ Er wollte nicht direkt implizieren, dass seine Kollegen alle schlecht in deren Job waren, doch Benjamin wusste sehr wohl über seine eigenen Fähigkeiten Bescheid. Er war ausgezeichnet in seinem Fach, wobei er allerdings die Meinung vertrat, dass dem wohl nicht so wäre, wenn er immer nur auf der "guten" Seite verblieben wäre. Ja, er war der Ansicht, dass ein guter Auror auch wie ein Schwarzmagier denken können musste, denn sonst würden jene ihm immer einen Schritt voraus sein. Umgekehrt musste auch ein Todesser wissen, wie ein Auror tickte, was exakt der Grund war, weshalb Zachary Jones so großes Vertrauen in ihn hatte. Er wusste die Stärken von beiden Seiten zu vereinen.
Fast amüsiert blickte Benjamin auf den Jüngeren herab, als jener meinte, ihm erklären zu müssen, wie der Hase lief. Schön, wenn er ihm die Verantwortung übergeben wollte, der Burke würde sich dagegen nicht wehren. Und obwohl er über die Provokanz des Azubis gerne die Augen verdreht hätte, fiel von außen nicht einmal der Ansatz eines Schattens über sein Lächeln. „Sieh' mal an, da kann ja einer kombinieren.“, sagte er wenig überzeugt, während sie nun beide das Büro verließen und den Weg in Richtung der Kamine anstrebten. „Natürlich hätten wir uns auch aufteilen können, aber vermutlich würde es sich nicht bezahlt machen, einen Auszubildenden ganz alleine in einem Haus rumschnüffeln zu lassen. Wer weiß, was da unter dem Bett lauern könnte, was?“, fuhr er spöttisch fort. Für ihn wäre es natürlich durchaus praktisch gewesen, denn so hätte er etwaige wichtige Informationen, die eventuell eine Kurve zu ihm zurückschlagen könnten schlichtweg vernichten oder für sich behalten können, doch andererseits würde er damit auch das Risiko eingehen, dass Goodwill am jeweils anderem Ort etwas verhängnisvolles fand. So war es also vermutlich doch sicherer, zu zweit zu gehen. „Also, nächster Halt: London- Süd, nach dir!“, kam nun also die Bestätigung dafür, dass sie sich als erstes dem Haus des Gesuchten widmen würden und nachdem Ryan in einem der Kamine verschwunden war, tat Benjamin es ihm gleich.
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Ryan Goodwill
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BeitragThema: Re: My case. My rules. Fuck Off.   Mo 20 Aug 2018 - 18:56

An Benjamins Seite legte Goodwill den Weg zu den Kaminen zurück, während er versuchte die Sprüche des älteren so gut es ging zu ignorieren. Der Auror ging ihm jetzt schon gehörig auf die Nerven und wenn der Schlagabtausch während der gesamten Ermittlungen nicht abbrechen würde, wäre das Ganze für beide Beteiligten mehr als nur anstrengend. Dabei handelte es sich um Stress, den sich der jüngere Zauberer keinesfalls antun wollte. Schon alleine, weil ihm Burke diesen Stress gar nicht wert war. Der beste Weg wäre es wohl, wenn sie die Kommunikation auf den Fall beschränkten. Ob das ohne Sarkasmus und Zynismus umzusetzen war, war bei dem Duo fraglich. „Wenn du nur ein halb so guter Auror wie Sprücheklopfer bist, dann könnte das heute tatsächlich lehrreich werden“, entgegnete Goodwill trocken, bevor er in den Kamin trat, ohne Burke eines Blickes zu würdigen.
Das Ziel war ein Haus in einem Wohnviertel im Süden Londons. Die Gegend war hauptsächlich durch Hexen und Zauberer bewohnt, was auch durch teilweise sonderbare, nicht der Muggelwelt entstammende, Gewänder auffiel, die vor allem von älteren Anwohnern getragen wurden. In derartigen Wohnvierteln waren die Gesetze zur Geheimhaltung oft sehr gelockert worden. Das Ministerium sah derartiges Verhalten eher kritisch, aber oft mangelte es einfach an Personal, um Senioren in auffälliger Kleidung zu belangen. Die magische Gesellschaft hatte zweifelsohne größere Probleme. Die gesuchte Wohnung stach bereits ins Auge, da sie die einzige im Zielhaus war, deren Fenster am helllichten Tag mit dunklen Vorhängen verhangen waren. Laut Akte hatte Jackson den Wohnort aufgegeben und war an anderer Stelle untergetaucht. Das bedeutete jedoch nicht, dass es in der Wohnung keine wichtigen Hinweise mehr geben könnte.
Ohne große Mühe gelangten die Zauberer in das Haus, als eine Anwohnerin die Tür öffnete, um dieses zu verlassen. Die Wohnung lag im zweiten Stockwerk und die Tür war nicht besonders gut verriegelt gewesen. Ein simpler Zauber hatte das Schloss gelöst und den Auroren Zugang verschafft. Natürlich traten die beiden mit gezogenem Zauberstab in die Wohnung hinein. Es gab keine Gewissheit darüber, ob Jackson nicht doch zurückgekehrt war. Bereits im Flur der Wohnung trat der Geruch von Feuchtigkeit in die Nase des Metamorphmagus. Der Schimmel unter den Tapeten ließ sich schon am Geruch der Wohnung erkennen, was dafürsprach, dass hier schon länger kein Fenster mehr geöffnet worden war. Die Räume waren vollkommen abgedunkelt und eine erste Überprüfung ergab, dass sich außer den Auroren niemand in der Wohnung befand. Um möglichst unauffällig zu bleiben, blieben die Vorhänge verschlossen. Stattdessen wurden die wenigen vorgefundenen Kerzen entzündet, um die Dunkelheit zu durchbrechen.
Es offenbarte sich eine chaotische Wohnung, die offensichtlich überstürzt verlassen worden war. Ein wenig Vorstellungskraft ermöglichte zu erkennen, dass die Wohnung in einem früheren Zustand wirklich schön gewesen sein musste. Doch nun glich sie dem Schauplatz eines Einbruchs. Viele Schränke waren durchsucht worden. Jackson hatte diese Wohnung endgültig aufgegeben, einen anderen Rückschluss ließ das sich bietende Bild nicht zu.
Bisher herrschte noch immer Schweigen zwischen den Auroren, während sie unabhängig voneinander durch die Wohnung schritten. Goodwill hatte das Wohnzimmer betreten, in welchem er den konzentrierten Blick über das Chaos gleiten ließ. Er griff nach einem Bilderrahmen, in welchem ein schwarzweißes Bild eingerahmt war. Abgebildet war eine kleine Familie. Offenbar die Eltern, mit einem Sohn und einer noch jüngeren Tochter. Ryan vermutete hinter dem männlichen Kind Jackson, entschied jedoch, dass das Foto nicht von Relevanz war, weshalb es an seinen Standort zurückgestellt wurde. Interessant wären Dinge, die einen Hinweis auf Jacksons Aufenthaltsort geben konnten, oder aber das Verhältnis zwischen ihm und seiner Schwester beschrieben. Es konnte nicht schaden zu erfahren, ob besagte Schwester die Auroren beschützen, oder eher bei ihrer Arbeit behindern würde. Das Wissen darüber wäre wichtig, um eine potentielle Befragung richtig anzugehen.
Es fiel schnell auf, dass viele Gegenstände uninteressant oder schlichtweg Müll waren. Doch die interessantesten Dinge wurden einem selten auf dem Silbertablett serviert. Es blieb also nichts anderes übrig, als die Wohnung genauer unter die Lupe zu nehmen.
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Benjamin Burke
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BeitragThema: Re: My case. My rules. Fuck Off.   Fr 24 Aug 2018 - 17:40

„Lass dich doch überraschen!“, war der letzte Kommentar, welcher über Benjamins Lippen glitt, ehe der Jüngere in einen der Kamine stieg und kurz darauf von den grünen Flammen des Flohpulvers verschluckt wurde. Der Burke tat es ihm gleich und so waren sie in den nächsten Sekunden bereits an ihrem ausgesuchten Zielort. Es dauerte auch nicht lange, bis sie die ehemalige Wohnung Jacksons fanden, schließlich sprachen geschlossene Vorhänge doch sehr dafür, dass man sich vor fremden Blicken schützen wollte und wer wusste schon, was der Kerl mit dem angeblich tauben Arm in seiner ehemaligen Wohnstätte zurückgelassen hatte. Wenn er klug war, wohl nicht allzu viel, doch in vielen Fällen führten einen lediglich unwichtig erscheinende Details zum Ziel, weswegen die beiden Auroren sich wohl recht gründlich umzusehen hatten. Vorausgesetzt sie stießen in der Wohnung auf niemanden, schließlich wäre es genauso möglich, dass sich bereits jemand anderes hier eingenistet hatte, oder aber Jackson hatte es nur so aussehen lassen, als ob er wirklich untergetaucht war.
Nachdem die Männer sich Zugang ins Haus verschafft hatten, führten sie ihren Weg ins zweite Stockwerk fort, wo sich die Wohnungstüre fast schon verdächtig einfach öffnen ließ. Wenn so wenig Wert darauf gelegt wurde, dass man hier nicht einfach einbrach, dann war die Wohnung wohl doch verlassen. Mit erhobenen Zauberstäben betraten Benjamin und Ryan die Wohnung und der muffig feuchte Gestank des Schimmels zog ihnen in die Nase. Nein, hier schien niemand mehr zu leben... Wortlos gaben die Auroren sich ein Zeichen und Goodwill setzte seinen Weg ins Wohnzimmer fort, während Benjamin den Flur entlang schlich, bis er scheinbar das Schlafzimmer des Gesuchten erreichte. Eine dicke Staubschicht lag auf dem Bett, doch die Kommode auf der gegenüberliegenden Seite des Raumes war geöffnet und fast zur Gänze ausgeräumt worden. Als hätte jemand in Eile etwas gesucht. Benjamin lenkte seine Schritte dorthin, darauf achtend, nicht auf irgendwelche umherliegenden Papiere zu treten und ging schließlich in die Hocke, um das ausgeräumte Pergament genauer in Augenschein zu nehmen. Das meiste davon schienen irgendwelche Dokumente zu sein, manche von vergangenen Arbeitsverhältnissen und wieder andere sogar von Heilern, die er wohl bezüglich seines Arms zurate gezogen hatte. Alles nicht wirklich aktuell und deshalb kaum von großartiger Bedeutung für die Auroren. Ben öffnete schließlich alle Schubladen der Kommode, um jene ebenfalls zu durchsuchen, als ihm bei der mittleren das lose Bodenbrett auffiel. Vorsichtig zog er die Lade heraus, entleerte den Inhalt und entfernte jenes Brett, wodurch ein Zwischenfach auftauchte, in welchem sich einige Briefe fanden. Auf einem von ihnen erkannte er die Handschrift seiner Tante Loraine und der Inhalt der Zeilen ließ darauf schließen, dass sie Jackson einmal Unterschlupf gewährt hatte. Nun fiel Benjamin auch ein, weshalb ihm jener Name so vertraut vorgekommen war. Er hatte damals mit ungefähr dreizehn Jahren einmal eine Auseinandersetzung seiner Eltern mit seiner Tante angehört, wo Felias Jackson genannt wurde. Scheinbar hatten Mr. und Mrs. Burke es nicht begrüßt, dass Loraine mit Jackson Kontakt gepflegt hatte, doch Ben konnte sich nicht mehr genau erinnern, weshalb... Allerdings bezweifelte er auch, dass dies jetzt noch relevant sein könnte, schließlich saßen seine Eltern und seine Tante seit über zehn Jahren in Askaban, da würden sie Felias kaum viel helfen können. Was allerdings sehr wohl hilfreich sein könnte, waren jene Briefe, die scheinbar von seiner Schwester geschickt worden waren. Es waren einige an der Zahl und mit hoher Wahrscheinlichkeit könnten die Auroren daraus zumindest einen Verdacht auf die Beziehung der Geschwister entnehmen. Rasch erhob er sich mit den Briefen in den Händen und kehrte zu Ryan ins Wohnzimmer zurück, um ihm seinen Fund unter die Nase zu halten. „Ich weiß nicht ob es Jackson war oder jemand anderes, aber irgendjemand dürfte im Schlafzimmer irgendetwas in aller Hektik gesucht haben... Keine Ahnung ob auch gefunden, aber hier dürften wir zumindest auf einen Hinweis stoßen, wie die Beziehung zwischen ihm und seiner Schwester aussieht. Oder früher ausgesehen hat.“, ließ er den Jüngeren wissen und reichte ihm die Hälfte des Briefstapels. Wenn sie sie beide durchsuchten, würden sie wohl schneller fündig werden.
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Ryan Goodwill
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BeitragThema: Re: My case. My rules. Fuck Off.   Fr 24 Aug 2018 - 20:29

Auch bei genauerer Betrachtung schien es im Wohnzimmer keine wichtigen Hinweise zu geben. Der überall verstreute ehemalige Inhalt der Schränke beschränkte sich auch Gläser, Geschirr und ähnliche Alltagsgegenstände. Es waren keine interessanten Dokumente zu finden und abgesehen von dem Familienfoto, mangelte es auffallend an persönlichen Gegenständen. Jackson war also darauf bedacht gewesen seine Spuren möglichst genau zu verwischen. Überbleibsel wie das besagte Foto waren möglicherweise ein Hinweis für einen schnellen und unorganisierten Aufbruch. Sollte Burke ebenfalls nichts gefunden haben, war der Besuch der Wohnung bloße Zeitverschwendung gewesen. Um Jackson bestanden weiterhin viele ungelöste Fragen. Es galt zwar primär ihn zu finden und einzufangen, die Frage nach seinen Beweggründen war dafür aber eine durchaus wichtige. Warum hatte er die Auroren verlassen? Warum tötete er für Geld und warum hatte er sich so schnell aus seiner Wohnung zurückziehen müssen?
Gerade als Ryan den verwüsteten Wohnraum verlassen wollte, betrat Benjamin eben diesen, um dem Auszubildenden einen Stapel Pergamente vor die Nase zu halten. Der Auror war offenbar fündig geworden und in Ryan wuchs neue Hoffnung, dass die Durchsuchung der Wohnung doch nicht reine Zeitverschwendung war. „Das ist doch besser als nichts“, zuckte Ryan mit den Schultern, während er die Hälfte der Briefe an sich nahm. „Einige sind erst wenige Monate alt“, stellte Ryan beim durchblättern der Pergamente fest. Sie waren alle mit Daten versehen und in einer sauberen und feminin anmutenden Schrift verfasst worden. Unterschrieben waren sie alle mit dem Vornamen Lucia. Doch der Inhalt ließ zweifelsfrei darauf schließen, dass es sich bei der Dame um die Schwester des gesuchten Felias handelte.
Goodwills Augen widmeten sich einem Brief, der im Juli 2015 angefertigt worden war. Das Datum beschrieb einen Tag, der wenige Wochen nach Felias Kündigung in der Aurorenzentrale gelegen war. Konzentriert las Ryan die handschriftlichen Zeilen:

Felias,
ich bin dir dankbar für deinen Entschluss, aber mir ist nicht wohl bei der Sache. Es bedeutet mir so viel, dass du dich für Samuel einsetzt, aber ich weiß auch, dass du mir etwas verschweigst. Woher stammt das Geld, dass du uns überlassen hast? Wieso willst du nicht mit mir persönlich sprechen? Ich mache mir Sorgen um dich. Bitte komm mich besuchen, wir müssen…


Ein Knall ließ den Metamorphmagus aufblicken. Noch bevor er seinen Zauberstab zücken konnte, stürmte eine Gestalt mit dunkler Kapuze in den Wohnraum und griff nach den Pergamenten. Mit der Beute machte die unbekannte Person kehrt und ließ durch eine stumme Geste mit dem Zauberstab sämtliche Schränke im Flur umkippen, so dass der Weg aus der Wohnung blockiert war. „Scheiße“, bemerkte Goodwill und riss dann mithilfe eines Zaubers die Vorhänge zur Seite, bevor er eines der Fenster öffnete und einen Blick auf die Straße warf. Der Flüchtige hatte das Haus mittlerweile verlassen und rannte in einen kleinen Fußgängerweg zwischen zwei Häuser auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Ohne Benjamin weiter zu informieren, sprang der Metamorphmagus aus dem Fenster, breitete die Arme aus und nahm die Gestalt des Falken an. Der Raubvogel segelte auf den gefiederten Schwingen über die Straße und nahm so die Verfolgung des Unbekannten auf. Knapp hinter dem Mann – zumindest ließ die Statur erahnen, dass es sich um einen solchen handelte – ging der Falke in den Sinkflug, um sich dann zurück zu verwandeln und dem Flüchtingen hinterher zu sprinten. Ryan zog seinen Zauberstab und rief eine Verwarnung aus. Doch in diesem Moment hatte der Mann bereits einen kleinen Marktplatz erreicht, auf welchem er einen jungen Mann ergriff und ihm mit der anderen Hand den Zauberstab an die Schläfe hielt. „Keinen Schritt mehr!“ Goodwill stoppte und hob die Hände, um zu versichern, dass er nicht angreifen würde. Dabei schaute er sich unauffällig um. Es waren nicht viele Leute auf dem kleinen Platz, weshalb sich die Anzahl der Zeugen im Rahmen hielt. Ob es sich um Muggel handelte, wusste Ryan nicht. Sie befanden sich in einem Bereich, an dem die Bezirke der Muggel begannen, weshalb die wenigen Augenzeugen auf jeden Fall überprüft werden mussten. Der vermummte Mann zerrte seine Geisel unterdessen zu einem U-Bahn-Eingang, stieß diese dann von sich und verschwand im Untergrund. Ryan stürmte im selben Moment der Geisel entgegen, um den Zustand zu überprüfen.
Als der Metamorphmagus den anwesenden Muggeln, zu denen auch die Geisel gehört hatte, die Erinnerung genommen hatte, trat auch Benjamin auf den kleinen Platz, der mittlerweile menschenleer war. „Er ist entkommen. Es war aber nicht Jackson. Seine Arme waren beide in Ordnung. Bitte sag mir, dass du den Briefen etwas entnehmen konntest.
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Benjamin Burke
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BeitragThema: Re: My case. My rules. Fuck Off.   Fr 24 Aug 2018 - 21:15

Ein knappes Nicken folgte, als Ryan bestätigte, dass die Briefe wohl besser waren als gar nichts. Sie hatten wohl ohnehin Glück gehabt, denn irgendetwas sagte Benjamin, dass dies genau die geheimen Botschaften waren, die irgendjemand hier gesucht hatte. Er konnte sich nicht vorstellen, dass Jackson seine Wohnung selbst so verwüstet hatte, selbst wenn er noch so eilig aufgebrochen war. Jemand hatte hier etwas gesucht und Ben wurde das Gefühl nicht los, dass sie nahe dran waren, herauszufinden, was. Und auch, dass Felias Jackson vielleicht etwas komplexer war, als ein einfacher Killer... Nunja, besser er preschte mit seinen Theorien nicht zu weit vor, denn noch wussten sie nichts mit Sicherheit. Nachdem Ryan die Hälfte von Lucias Briefen ansich genommen hatte, blätterte Ben durch das restliche Pergament, auf der Suche nach möglichst aktuellen Briefen. Es mochte zwar auch ein paar Aufschlüsselungen beinhalten, sich die gemeinsame Vergangenheit der Geschwister genauer anzusehen, doch sie hatten nicht endlos Zeit und in erster Linie war es das Wichtigste, erst einmal herauszufinden wie sie Lucia gegenübertreten sollten und ob es überhaupt eine Chance gab, dass sie ihnen weiterhalf.
Schließlich war auch der Burke an einem Schriftstück hängen geblieben, in welchem Felias' Schwester ihn wohl noch davon abhalten wollte, die Aurorenzentrale zu verlassen. Den Brief hatte er kurz vor seiner Kündigung erhalten und mit gebannten blaugrauen Augen las Benjamin die Zeilen, sodass auch ihn die folgenden Geschehnisse komplett überraschten. Zuerst war da nur der Knall, doch noch ehe die Auroren sich orientieren konnten, wurden ihnen beiden die Briefe aus den Händen gerissen und eine vermummte Gestalt rannte eilig aus der Wohnung, edoch nicht, ohne ihnen den Weg für eine Verfolgung zu versperren. „So ein Dreck!“, schimpfte Benjamin und trat neben Ryan ans Fenster, um ungefähr die Richtung zu erkennen, in welche der Vermummte floh. Allerdings hatte der Goodwill bereits eine andere Idee, denn er sprang kurzerhand einfach aus dem Fenster... „Sag' mal spinnst du?!“, konnte Ben dem Jüngeren nur hinterher rufen, ehe er erkennen musste, wie Ryan sich plötzlich in die Gestalt eines Falken verwandelte, der hinter dem Dieb herflog. Für die Frage, ob der Azubi gar ein Animagus war, blieb dem Burke kaum Zeit und mit einem Schwung seines Zauberstabs hatte er den Weg aus der Wohnung raus wieder frei gemacht und rannte so schnell er konnte in die Richtung, in welcher er den Falken noch am Horizont sehen konnte.

Nach ein paar Minuten erreichte der Burke atemlos einen kleinen Marktplatz, wo Ryan bereits auf ihn wartete. Dass die Gestalt entkommen war, brauchte ihm wohl nicht extra erklärt werden, doch durchaus interessant war die Tatsache, dass es sich scheinbar nicht um Jackson gehandelt hatte. Da sie jedoch keine Gelegenheit mehr hatten, ihn wiederzufinden, konnten sich die Auroren nur darauf stützen, was sie in der kurzen Zeit aus Lucias Briefen entnommen hatten und nachdem Benjamin wieder ein wenig zu Atem gekommen war und sich mit dem Handrücken den Schweiß von der Stirn gewischt hatte, teilte er dem Jüngeren die Informationen mit, die er hatte ergattern können: „Jackson hat seinen Job bei den Auroren hingeschmissen, weil er nicht genug Geld verdient hat. Es ging ihm darum, seinem Neffen zu helfen, scheinbar braucht der eine spezielle Medizin. Wie es scheint, weiß seine Schwester nicht, wie er nach seiner Kündigung gedachte an das Geld zu kommen, aber da wir wissen, dass er für Geld tötet, bleiben da nicht viele Möglichkeiten offen.“, fing Benjamin an, die Hypothesen, die er sich zuvor beim Lesen schon in seinem Kopf zurechtgelegt hatte, nun auszuformulieren. „Ich vermute, dass er durch seine Todesserkontakte irgendwie zu den Kopfgeldjägern gekommen ist, aber entweder hat er sich dabei nicht besonders bedeckt gehalten oder er hat einen anderweitigen Widersacher... Der Kerl, der uns gerade entwischt ist, war wahrscheinlich derjenige, der die Wohnung schon zuvor so verwüstet hat. Die Frage ist nur, was er mit den Briefen anfangen will, denn es hat so gewirkt, als hätte er es genau darauf abgesehen... Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich hab das Gefühl, wir sollten uns schleunigst auf den Weg zu Jacksons Schwester machen.“, endete er schließlich und ahnte dabei nicht unbedingt etwas Gutes. Wer auch immer der Typ war, der ihnen das Pergament entrissen hatte, keiner konnte ihnen versprechen, dass er nicht durch seinen Hass auf Jackson dessen Schwester etwas antun würde... Nachdem Ryan ihm zugestimmt hatte, griff Ben nach dem Arm des Jüngeren und mit einem Plopp disapparierten die Beiden nach Schottland.
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Ryan Goodwill
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BeitragThema: Re: My case. My rules. Fuck Off.   Fr 24 Aug 2018 - 22:14

Glücklicherweise waren Burke einige wichtige Details aufgefallen, bevor die Briefe entwendet worden waren. Die Worte des Aurors veränderten das Bild von Jackson. Man bekam einen anderen Blickwinkel eröffnet, wenn man die Motive hinter schrecklichen Taten aufdeckte. Der Ex-Auror hatte offensichtlich nicht aus reiner Geldgier getötet, sondern um seinem Neffen, der ihm scheinbar sehr am Herzen lag, das Leben zu retten. Es änderte nichts daran, dass Jackson ein Mörder war, aber es verlieh dem Gesamteindruck des gesuchten Mannes eine gewisse Tragik. Der oft kühl erscheinende Goodwill konnte die Verzweiflung des Ex-Aurors einerseits sogar nachvollziehen. Er selbst befand sich in einer Situation, in der er viele Grenzen überschreiten musste, um einer geliebten Person zu helfen. Doch Jackson hatte eine Grenze eingerissen, die für den Metamorphmagus immer ein Tabu bleiben würde. Felias hatte unbeteiligten und unschuldigen das Leben genommen. Er hat versucht das Unrecht, welches seiner Familie wiederfahren war auszugleichen, idem er anderen Unrecht und Unheil gebracht hatte. Dieser Mann musste also zweifelsohne hinter Gitter, vollkommen egal, wie edel seine Motive gewesen sein mochten.
Der Gedanke, dass Lucia Jackson, oder wie auch immer ihr Nachname lautete, nun in Gefahr sein könnte, kam in Ryan ebenfalls auf, als er den Dieb der Briefe in den Sachverhalt einzuordnen versuchte. „Er weiß, dass wir den Inhalt der Briefe kennen. Er wird keine Zeit verlieren.“ Kaum hatte Ryan den Satz beendet, beförderte Burke ihn nach Schottland, vor das Haus, in welchem Lucia laut den Akten des Ministeriums lebte. Zwar hätte Ryan auch selbst apparieren können, aber das war in diesem Augenblick nur wenig relevant. Sie hatten keine Zeit zu verlieren und eine unnötige Diskussion wäre nun vollkommen fehl am Platze.
Der erste Blick auf das Gebäude offenbarte, dass etwas nicht stimmte. Die Tür stand nicht nur offen, sondern war offensichtlich aus den Angeln gerissen, so als hätte sich jemand mit einem Sprengzauber Zutritt verschafft. Leise begaben sich die Auroren an eines der Fenster, um einen vorsichtigen Blick in das Innere des einzigen Zimmers zu werfen, in dem Licht brannte. Es entpuppte sich als Wohnzimmer, in dem folgende Situation zu beobachten war. Eine Frau, mit Sicherheit Lucia, kniete etwas abseits von der eigentlichen Szene und hielt ein kleines Mädchen in den Armen. Ungefähr in der Mitte des Raumes stand ein dunkelhaariger Mann mittleren Alters. Er wirkte etwas ungepflegt und fiel durch seine breite Statur auf. Er hielt ein weiteres Kind, einen Jungen, an der Schulter fest und deutete mit einem Zauberstab auf das Kind. Ryan war sich fast sicher, dass es sich bei dem breitgebauten Mann um den Dieb der Briefe handelte. In der Tür des Zimmers stand ein weiterer Mann. Er war von hagerer Statur und trug blondes ordentlich gekämmtes Haar auf seinem Kopf. In seiner rechten Hand hielt er ebenfalls einen Zauberstab, den er jedoch gen Boden gerichtet hatte. Der linke Arm hing unnatürlich herab und identifizierte den dünnen Herrn als Felias Jackson. Zudem fiel Ryan auf, dass er das Familienbild in Jacksons Wohnzimmer falsch interpretiert hatte. Es hatte keinesfalls Felias, Lucia und die gemeinsamen Eltern gezeigt, sondern Lucia, ihre Kinder und Felias, den Onkel der Kinder.
Was sich in dem Zimmer abspielte war einfach zu interpretieren. Umso schwerer war es ein geeignetes Vorgehen zu finden. Das primäre Ziel musste es sein die Kinder und Lucia vor Schaden zu bewahren. Ideal wäre es, wenn auch die beiden Männer ohne große Zwischenfälle festgenommen werden könnten. Mit mehreren Auroren wäre die Situation deutlich einfacher zu lösen gewesen, aber es blieb keine Zeit um Verstärkung anzufordern. „Irgendwelche Vorschläge?
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Benjamin Burke
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BeitragThema: Re: My case. My rules. Fuck Off.   Fr 24 Aug 2018 - 22:42

Ja, es änderte die Perspektive durchaus, wenn man bedachte, dass Felias lediglich aus Sorge um eine ihm nahe stehende Person gehandelt hatte. Es mochte seine Taten vielleicht nicht entschuldigen, doch er würde wohl kaum nach Vergebung fragen, solange er seinen Neffen in Sicherheit wusste. Und dies würde auch nicht notwendig sein, denn es stand außer Frage, dass die beiden Auroren ihn hinter Gitter bringen mussten, egal, wie nobel seine Motive auch sein mochten. Er würde höchstwahrscheinlich im Gefängnis verrotten und was am Ende mit dem Sohn Lucias passierte... Tja, nicht dass sich das Ministerium da großartig darum kümmern würde. Nur einer der vielen Schwachpunkte, des angeblich so gerechten Systems. Wenn es nicht in manchen Situationen notwendig wäre, unehrenhaft zu handeln, um Hilfe zu erhalten, die man sonst nie bekommen hätte, würden Menschen wie Jackson wohl nie auf den schiefen Pfad gelangen. Aber das wurde natürlich in seiner Akte nicht vermerkt. Es widerte Benjamin geradezu an, doch selbstredend ließ er davon nichts nach außen durchringen. Immerhin durfte ja auch niemand erfahren, was er unter der Hand so trieb - wohl bemerkt aus ganz anderen Motiven als Jackson, doch durchaus aus eigener Überzeugung.
Jedenfalls erkannte auch Ryan die potentielle Gefahr der Sachlage richtig und keine zwei Sekunden später tauchten die beiden Zauberer unweit von Lucias Haus in Schottland wieder auf. Doch leider wie es schien, ein wenig zu spät, denn die Türe war bereits aufgesprengt worden und als sie sich leise an die Fenster schlichen, um ins Innere zu spähen, mussten sie auch schon eine Geißelnahme mitansehen. Ben konnte sich noch immer keinen richtigen Reim darauf machen, was der Breitschultrige für einen Groll gegen Jackson hegte, doch am naheliegendsten war wohl, dass jener vielleicht jemanden durch Felias Taten verloren hatte - oder so ähnlich. Viel Zeit zum Spekulieren blieb den Auroren jedenfalls nicht und auch sollten sie kaum trödeln, eine Entscheidung über ihre nächsten Schritte zu treffen, doch leider war die Situation nicht einfach zu entschärfen. Höchste Priorität hatten natürlich die beiden Kinder, wobei zumindest das Mädchen scheinbar bei ihrer Mutter ein wenig sicherer war. Samuel mussten sie aus den Fängen des Mannes bekommen, dann wäre der Rest ein wenig einfacher - also zumindest wären die etwaigen Kollateralschäden weniger gravierend. Grübelnd drückte Ben seine Lippen aufeinander, während er sich die Szene einprägte und als Ryans Frage neben ihm ertönte, wandte er kurz seinen Blick zu dem Jüngeren. „Schon, aber keine, die nicht eine gehörige Portion Glück und Timing beinhalten...“, gab er zu, doch wahrscheinlich würden sie es ohnehin nur mit diesen beiden Hilfsmitteln schaffen. Sie waren immerhin nur zu zweit und bevor sie noch mehr wertvolle Zeit verloren, mussten sie handeln. Der Burke atmete einmal tief durch und wandte sich ein weiteres Mal an Ryan: „Also gut, wir müssen genauso das Überraschungsmoment nutzen, wie der Dieb es vorhin mit uns gemacht hat. Ich schleich mich ins Haus und wenn ich dir durch das Fenster im Flur ein Zeichen gebe, schickst du von hier aus durchs Fenster einen Lähmzauber auf den breiten Kerl. Ihn müssen wir ausschalten, denn so wie es aussieht, wird Jackson nicht riskieren, dass seinem Neffen etwas passiert. In weiterer Folge kann ich mich auf Jackson stürzen und ihn in Schach halten, dann hast du genug Zeit, um Lucia und die Kinder aus der Schusslinie zu bringen. Die Akte sagt zwar, er ist extrem gefährlich, aber immerhin kennen wir seinen Schwachpunkt. Wenn die Familie in Sicherheit ist, nehmen wir beide gemeinsam fest, alles klar?“, brachte er den Plan dar, der ihm noch am wenigsten risikoreich erschien und hoffte, dass Goodwill da nun keine Diskussion lostrat, wobei der Auszubildende eigentlich selbst erkennen musste, dass dafür keine Zeit war. Und wenn ihm kein besserer Plan einschoss, mussten sie es einfach riskieren.
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Ryan Goodwill
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BeitragThema: Re: My case. My rules. Fuck Off.   Fr 24 Aug 2018 - 23:24

Ohne werden wir nicht auskommen.“ Die Situation war zu kompliziert, um sie mit zwei Auroren sicher und gefahrlos lösen zu können. Ohne Glück und richtiges Timing würde kein Plan zum Ziel führen, weshalb es sich dabei um kein Ausschlusskriterium handelte. Konzentriert und auf alle Details achtend hörte Ryan sich den Plan von Burke an. Das beschriebene Vorgehen war risikoreich und schwierig umzusetzen, aber dennoch der beste Plan, der in der knappen Zeit erarbeitet werden konnte. „Alles klar“, bestätigte Ryan knapp. Das wichtigste war nun, dass die Auroren keine weitere Zeit mehr verloren. Die Situation im Inneren des Hauses konnte jederzeit eskalieren und dann wäre jeder Plan vergebens.
Ohne weitere Worte zu verlieren starteten die Auroren ihren Plan. Ryan wartete darauf, dass Benjamin das Haus betreten hatte. Sein Blick fiel auf das Wohzimmerfenster. Er müsste es zerbrechen, wenn er den Geiselnehmer attackieren wollte. Doch die Geräusche könnten genügen, um die Situation eskalieren zu lassen, bevor der Mann außer Gefecht gesetzt werden konnte. Spontan entschied Ryan sich für ein anderes Vorgehen. Er warf erneut einen Blick in das Innere des Raumes, insbesondere auf Lucia und ihre Tochter. Die beiden waren sichtlich geschockt und dennoch die beste Chance, die Ryan in dem Moment hatte. Die Mutter war stets bemüht den Blick der Tochter von Geschehen abzuhalten, was dafür sorgte, dass das junge Mädchen als einzige im Raum nicht auf die Geiselnahme fixiert war. Dann ergab sich der Moment, in dem Blickkontakt zwischen Ryan und dem Kind entstand. Sofort legte der Auror seinen Zeigefinger auf seine Lippen, um dann auf Lucia zu deuten. Es dauerte einen Moment, aber dann zerrte das Mädchen vorsichtig am Ärmel ihrer Mutter und brachte diese tatsächlich dazu in Ryans Richtung zu schauen. Auch Lucia wurde mit einer Geste befohlen ruhig zu sein. Aufregung tobte im Inneren des jungen Aurors und sein Herz schlug in stark erhöhtem Tempo. Jeder Fehler konnte nun Leben kosten und dessen war sich der ehemalige Ravenclaw durchaus bewusst. Er deutete auf den Fenstergriff, der dazu diente dieses zu entriegeln. Lucia nickte und Goodwill verbarg sich zunächst wieder im Schutz der Hauswand. Sein Blick lag nun auf dem Flurfenster, von welchem aus Benjamin das Zeichen geben wollte. Die wenigen Augenblicke fühlten sich an wie eine Ewigkeit und dann ging auf einmal alles ganz schnell. Ein kaum hörbares Klicken offenbarte, dass das Fenster entriegelt worden war, Benjamin erschien am Fenster und gab das Startzeichen und Ryan erhob sich, ohne weiter darüber nachzudenken. Lucia und ihre Tochter standen nun deutlich näher am Fenster, waren aber zum Glück nicht im Weg. Goodwill richtete den Zauberstab auf den Geiselnehmer und belegte ihn mit einem nonverbalen Klammerfluch. Einen Herzschlag später sprang die Mutter ihrem Sohn entgegen, während die Tochter fast im selben Moment an Ryan übergeben wurde. Von außen hob der Auror das Mädchen durch das Fenster, setzte sie ab und nahm dann den etwas jüngeren Jungen an, den die Mutter bereits angehoben hatte. Als die Kinder in Sicherheit waren, half der ehemalige Ravenclaw auch Lucia durch das Fenster. Im Wohnzimmer war inzwischen einiges passiert, aber noch konnte der Auszubildende nicht nach Burkes Zustand schauen. Gemeinsam mit den Kindern deren Mutter entfernte sich der Auror vom Haus. „Bringen Sie sich in Sicherheit und mischen Sie sich auf keinen Fall ein!“ Ein Befehl, keine Bitte. „Felias. Er ist ein guter Mensch.“ Die Stimme der jungen Frau klang verzweifelt und geschockt. Ryan erwiderte nichts auf ihre Aussage. Er verstand ihren Schmerz und doch hatte er seinen Auftrag. Der Ex-Auror hatte schlimme Dinge getan und der Zweck heiligte nicht immer die Mittel. Schon gar nicht vor dem Gesetz.Eilig stürmte der junge Auror erneut dem Haus entgegen, um sich dort um die Festnahme zu kümmern, sofern Benjamin mit seinem Teil des Plans erfolgreich war.
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Benjamin Burke
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BeitragThema: Re: My case. My rules. Fuck Off.   Di 28 Aug 2018 - 16:28

Dies war wohl ein Moment, in welchem der Auszubildende sich bei Ben doch den einen oder anderen Sympathiepunkt holte, denn anstatt auf den diversen Risiken herum zu reiten, die der dargelegte Plan möglicherweise bergen könnte, willigte er ohne zu zögern ein und sie konnten direkt damit starten. Der Burke wusste, dass einiges schief gehen könnte, doch sie waren nun einmal nur zu zweit und mussten irgendetwas tun, denn jede Sekunde, die sie noch tatenlos rumsaßen, würde vielleicht über ein Leben entscheiden. Nachdem sich die Auroren also nochmals zugenickt hatten, schlich sich Benjamin durch die offene Türe ins Haus. So leise er konnte trat er über das Holz und hoffte darauf, dass ihn nicht irgendwelche losen Dielen verraten würden, wenn sie beim Drauftreten knarzten. Er tastete sich an der Wand entlang in Richtung des Wohnraumes, wo die Geißelnahme gerade stattfand und noch während er schlich, konnte er die beiden Stimmen der Männer hören: „Na, wie fühlt sich das an, Jackson?! Hättest dir wohl früher überlegen sollen, mich am Leben zu lassen!“ Die Stimme des Mannes, der Ben und Ryan die Briefe gestohlen hatte, klang genauso wie seine Statur aussah. Tief, breit, bedrohlich. Und nun konnte der Auror auch eine genauere Vermutung darüber anstellen, weshalb er solchen Wert darauf legte, Jackson zu schaden. Scheinbar hatte er nicht jemanden durch die Hand des Kopfgeldjägers verloren, sondern war selbst nur mit Ach und Krach vor jenem davon gekommen. „Was zwischen uns passiert ist, geht niemanden etwas an, Craven. Lass den Jungen los und wir regeln die Sache unter uns.“ Felias Jackson gab sich wohl größte Mühe damit, gefestigt zu klingen, doch die Angst um seine Familie war ihm deutlich anzuhören. Ben drückte seine Lippen aufeinander, er hatte es mittlerweile fast bis zu jenem Fenster geschafft, von welchem aus er Ryan das Zeichen geben würde. Wenn das geschah, musste alles schnell gehen und viel wichtiger, es musste einfach klappen. Selbst wenn die Auroren nun in erster Linie darauf achteten, Jacksons Familie in Sicherheit zu wissen, würde jener sich nicht kampflos festnehmen lassen.
Ein letztes Mal atmete der Burke also unhörbar durch, ehe er seinen Schritt nun beschleunigte und sowie er durch das Fensterglas Ryans Blick begegnete und ihm mit einem kurzen Nicken das Zeichen für den Lähmzauber gab, dachte er nicht weiter über die Konsequenzen seines Handelns nach, beziehungsweise darüber, was möglicherweise die Folgen des Scheiterns sein könnten. Goodwills Zauber zischte durch den Raum und der breite Kerl, der eben noch seinen Zauberstab bedrohlich nahe an Samuels Gesicht gehalten hatte, erstarrte plötzlich und fiel wie ein Sack Kartoffeln nach hinten um. Fast zur selben Zeit stürzte Benjamin sich mit seinem ganzen Gewicht auf Jackson, welcher nicht damit gerechnet hatte und somit zusammen mit dem Auror zu Boden ging. „SAMUEL!“, ächzte er lediglich, doch hatte er kaum die Möglichkeit zu überprüfen, was mit seiner Familie geschah, denn kaum hatte er realisiert, dass ihn jemand zu Boden gerissen hatte, wollte er Ben mit ganzer Kraft von sich schütteln, was ihm auch zunächst gelang, sodass sich beide Männer prompt wieder auf die Beine hievten. Auch Jackson hielt nun seinen Zauberstab erhoben und von seiner Sorge um die Familie war in seinem Gesicht nichts mehr zu sehen. Es war fast eine Spur des Wahns, die in seinen Augen aufblitzte, doch Ben überraschte dieses Detail kaum. Wenn man sich überlegte, was er in der Vergangenheit alles getan hatte, dann wäre es doch naiv zu denken, dass in seinem Kopf noch ein "normaler" Geist wohnte. „Felias Jackson, Sie sind auf Grund des Mordes an zwei Auroren des Ministeriums und sämtlicher anderer Opfer verhaftet!“, rief Ben ihm nun entgegen und blickte aus den Augenwinkeln kurz zum Fenster, aus welchem Lucia gerade ihre beiden Kinder in Ryans Arme gehoben hatte. Soweit hatten sie also Erfolg gehabt. „PAH! Als könntest du Wurm etwas gegen mich ausrichten! Das Ministerium wird in Kürze noch einen weiteren verstorbenen Auror auf meine Liste setzen können!“, polterte Jackson und keine Sekunde später schwang er seinen Zauberstab und ein grüner Blitz durchzuckte den Raum, welchem Ben nur ausweichen konnte, indem er sich mit einer Hechtrolle zu Boden warf. Doch kaum war er wieder halbwegs auf den Beinen, stand Felias plötzlich vor ihm und rammte ihm den Ellenbogen seines Zauberstabarms ins Gesicht. Schmerzvoll knurrte der Auror auf und schmeckte sogleich den metallischen Geschmack von Blut im Mund. „Na schön, ich wollte es dir leicht machen...“, murmelte Ben und spuckte ein bisschen Blut aus, ehe er sich nun wieder auf Jackson stürzte und dessen rechten Arm am Gelenk umfasste, um jenen nach hinten umzudrehen und auf Felias' Rücken zu drücken. Dieser schrie nun unter Schmerzen auf und Benjamin drückte den hageren Mann auf die Knie. „Zauberstab fallen lassen, sonst ist dein zweiter Arm auch nutzlos!! Sofort!!!“, befahl er und achtete gar nicht darauf, ob Ryans Klammerfluch noch wirkte oder ob der Azubi mit seiner Aufgabe bereits erfolgreich gewesen war.    
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Ryan Goodwill
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BeitragThema: Re: My case. My rules. Fuck Off.   Di 28 Aug 2018 - 17:08

Schnelle Schritte trugen den Auszubildenden in das Haus, wo ihm bereits ein Schmerzensschrei entgegen hallte. Die Stimme schien nicht Burke zu gehören, was für einen Erfolg der Festnahme sprach. Um in dieser Sache Gewissheit zu erlangen, betrat Goodwill das Wohnzimmer, in welchem der hochgewachsene Geiselnehmer noch immer regungslos am Boden lag. Näher an der Tür drückte Benjamin den gesuchten Ex-Auror zu Boden, während er seinen Arm in eine unnatürlich aussehende Position brachte. Die Ursache des Schreis war damit also ebenfalls geklärt. Erst auf den zweiten Blick fiel dem Metamorphmagus auf, dass die Festnahme wohl doch nicht so reibungslos abgelaufen war, wie es erst den Anschein gemacht hatte. Kurz betrachtete Ryan die blutigen Rückstände im Gesicht des Kollegen, bevor er auf die selbe Stelle in seinem eigenen Gesicht deutete und ein leichtes Grinsen auflegte: „Du hast da was. Sieht scheiße aus.
Ohne auf eine Reaktion zu warten, widmete der jüngere sich nun dem betäubten Riesen, der noch immer regungslos im Raum lag. Scheinbar hatte er es nicht geschafft den Lähmungszauber zu überwinden. „Wir sollten den beiden ein hübsches Plätzchen in Askaban verschaffen.“ Es war nur den Auroren möglich das Zaubereigefängnis zu erreichen. Eine Sicherheitsvorkehrung, die zweifelsfrei sinnvoll war. Die beiden konnten also problemlos mit den Straftätern nach Askaban apparieren, um diese bis zu ihrem Prozess dort einzusperren. Für diesen Zweck wollte Ryan nach dem Handgelenk des scheinbar ohnmächtigen Mannes greifen, was ihm jedoch nicht gelang, da dieser in diesem Moment nach Goodwills Arm griff und den Auror mit großer Kraft zu Boden schleuderte. Benommen und dennoch schnell richtete Ryan sich wieder auf, nur um sich dann vor dem ebenfalls stehenden und deutlich größeren Geiselnehmer wiederzufinden. Ohne Ryan eine Möglichkeit zur Reaktion zu lassen, preschte der muskulöse Berg ihm entgegen, rammte ihn mit der Schulter und stoppte den Angriff erst, als er den jungen Auror mit seinem Gewicht in einen hölzernen Schrank gerammt hatte. Das Möbelstück war dabei zerstört worden, so dass Goodwill nun mit Schmerzen am ganzen Leib in einem Haufen aus zerbrochenen Holzbrettern und zerstörtem Geschirr lag. Der ehemalige Ravenclaw benötigte einige Momente, um wieder richtig Atmen zu können. Ein stumpfer Schmerz erfüllte seinen Körper und für einen Moment fühlte es sich so an, als hätte der Aufschlag sämtliche Luft aus seinen Lungen vertrieben.
Ein verschwommener Blick, der langsam wieder klarer wurde, offenbarte, dass der Riese irgendwie Felias aus Burkes Griff befreit hatte. Ohne die Auroren weiter zu beachten, drückte Craven den Ex-Auror mit einer Hand gegen eine Wand und umgriff dabei so fest den Kragen des dünnen Mannes, dass der Druck sämtliches Blut aus der riesigen Hand zu vertreiben schien. Die zweite Hand hatte der Kollos zu einer Faust geballt, mit welcher er Felias wiederholt ins Gesicht schlug. Die Schreie des gesuchten Auftragsmörders hallten durch den ganzen Raum, während Faust und Gesicht sich blutrot färbten.
Ryans suchte Burkes Blick. Jackson war zwar kein guter Mensch, aber es wäre nicht richtig, wenn sie ihm seinem Schicksal überlassen würden. Craven würde nämlich sicher nicht zurückweichen, bis Felias Leben beendet worden war. Unter Schmerzen erhob sich Ryan aus den Trümmern des Schrankes, um dann den Zauberstab aufzuheben, welcher bei seinem Sturz heruntergefallen war. Es wäre sinnlos den muskulösen Mann mit reiner Körperkraft aufhalten zu wollen, weshalb Ryan das Zauberholz auf Craven richtete und darauf wartete, dass Benjamin es ihm gleichtat. Zusammen konnten sie den Kollos möglicherweise besser außer Gefecht setzen.
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Benjamin Burke
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BeitragThema: Re: My case. My rules. Fuck Off.   Mi 29 Aug 2018 - 15:01

Benjamin wusste nicht genau, ob das Blut aus seiner Nase oder seinem Mundwinkel tropfte, doch es benetzte in jedem Fall den Boden unter seinen Füßen, was den Auror jedoch kaum störte. Jetzt war noch nicht die Zeit, um sich um die eigenen Wunden zu kümmern, zuerst mussten sie sicher sein, dass die beiden Täter in Haft saßen und als plötzlich Ryans Stimme an sein Gehör drang, sah Ben zu ihm auf und brachte sogar noch ein wie üblich leicht arrogantes Lächeln zustande. „Sehe bestimmt immer noch besser aus als du.“, konterte er locker und drückte die Hand Jacksons noch ein wenig fester an seinen Rücken, während er darauf wartete, dass Goodwill nach dem immer noch bewusstlos erscheinenden Kollos griff, damit sie beide schnellstmöglich nach Askaban apparieren konnten. Doch entweder der muskulöse Kerl hatte nur auf den richtigen Moment gewartet oder er erholte sich in just diesem Moment aus dem Klammerfluch, denn plötzlich wurde Ryan zu Boden geschleudert und kaum war er wieder auf den Füßen, rammte der Größere ihn mit voller Wucht gegen einen Schrank, welcher daraufhin zusammenbrach und Goodwill unter seinen Trümmern und dem ehemaligen Inhalt begrub. „Scheiße!”, zischte Benjamin, als der Hüne nun ohne zu zögern auf ihn und Jackson zusteuerte. Der Auror hatte seinen Zauberstab kaum erhoben, da rammte der Größere ihm seine Faust mit voller Wucht in die Rippengegend, sodass Ben es dort nicht nur bedrohlich knacksen spürte, sondern auch von den Füßen gerissen würde. Dadurch war er selbstredend auch gezwungen, Jackson loszulassen. Vor Schmerzen aufstöhnend hielt er sich die Rippen, während ihm nun der Schweiß auf die Stirn trat, doch Jacksons Widersacher ließ ihnen keine Zeit, sich zu erholen, denn er hob den dünneren und kleineren Felias an seinem Kragen nach oben, mit dem Rücken gegen die Wand, und schlug mit seiner freien Hand wieder und wieder auf dessen Gesicht ein, sodass Ben nur beim Zuschauen schon übel wurde.
Mit zusammen gebissenen Zähnen richtete der Auror sich wieder auf und warf einen Blick zu Ryan, welcher es ebenfalls wieder geschafft hatte, sich aufzurichten. Wieder nickten die Beiden sich wortlos zu und richteten beide ihre Zauberstäbe auf den prügelnden Riesen, welcher nun zum Glück keine Aufmerksamkeit mehr für die Auroren zu haben schien. Wieder eine Gelegenheit, die sie möglichst schnell nutzen mussten, denn so mächtig der Kerl auch war, gegen zwei Zauber würde er sich nicht so einfach zur Wehr setzen können. „JETZT!“, schrie Benjamin schließlich, damit sowohl er, als auch Ryan ihre Flüche gleichzeitig losschicken konnten und kaum war seine Stimme durch den Raum gehallt, zischten die Flüche auch schon aus ihren Stäben. In Bens Fall war es ein Schockzauber, der hoffentlich seine Wirkung nicht verfehlen würde und sowie der riesige Kerl getroffen wurde, schleuderte ihn die Wucht der Zauber von den Füßen, sodass er Jackson notgedrungen loslassen musste, welcher mit blutigem Gesicht auf den Boden sank. Der Hüne knallte gegen die Hauswand und fiel ebenfalls ohne Bewusstsein auf die Erde. Kurz trat eine fast unheimliche Stille durch das Wohnhaus, in der man nur die röchelnden und schmerzvollen Geräusche Jacksons hören konnte und nachdem die Auroren sich sicher sein konnten, dieses Mal tatsächlich die Überhand zu haben, hastete Ben zu Felias. „Los, schnell nach Askaban, bevor der Kerl wieder zu sich kommt!“ Glücklicherweise ließ Ryan sich auch jetzt nicht zweimal bitten und keine zwei Sekunden waren die Auroren mitsamt den Gefangenen aus dem Haus verschwunden. 


ENDE
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