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 My Enemy's Enemy

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Ryan Goodwill
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BeitragThema: My Enemy's Enemy   Fr 29 Jun 2018 - 21:23

My Enemy's Enemy
Bella und Ryan | 24.09.15 | privat | Schicksal: ja

Unter der dunklen Lederjacke trug der Metamorphmagus einen Pullover mit einer Kapuze, welche er sich tief ins Gesicht gezogen hatte. Die aktuellen Umstände erforderten ein solches Vorgehen. Überall in der Nokturngasse musste Ryan in sein eigenes Gesicht blicken (klick). Pruecilla hatte auf seinen Kopf eine hohe Summe ausgesetzt und ungeschützt durch die düstere Gasse zu streifen wäre noch törichter, als seine getarnte Anwesenheit es ohnehin schon war. Auch seine Metamorphmagusfähigkeit war keine große Hilfe. Die einzige menschliche Gestalt, welche er neben seiner eigenen problemlos halten konnte, war die von Elija Cartwright. Doch dieser war nun wieder auf freiem Fuß und Goodwill war sich nicht sicher, ob es besonders klug wäre, wenn er das Gesicht seines Urahnen als Maskierung tragen würde. Vermutlich hatte dieser noch mehr Feinde als Ryan selbst.
Der junge Auror war nicht in die Nokturngasse gekommen, um sein Schicksal herauszufordern, sondern um einen Gegenstand in seinen Besitz zu bringen, welcher sich an diesem Ort befinden sollte. Der vermummte junge Mann schaute auf einen Kompass, welchen er in der rechten Hand hielt. Die Nadel des magischen Wegweisers zeigte ihm sein Ziel und dieses schien in diesem Fall ein Artefaktladen zu sein. Die Fenster des dunkeln Geschäfts waren trüb und dahinter schienen nur schwache Lichter zu brennen. Der Laden entsprach genau dem, was man in der Nokturngasse erwartete und zweifelsohne trieben sich dort mehr als genug Gestalten rum, die nur zu gerne das Kopfgeld kassieren würde, das auch Ryan ausgesetzt war.
Die Kapuze etwas tiefer ins Gesicht ziehend drückte Ryan die knarrende Holztür des alten Gebäudes auf und schlüpfte durch diese in den Laden. Der Kompass war in der Jacke verstaut worden, während der Blick des ehemaligen Ravenclaws das innere des Geschäfts unter die Lupe nahm. Die wenigen Kunden, welche sich im Laden herumtrieben waren zum großen Teil ebenfalls verhüllt. Die meisten an diesem Ort trugen ihre dunklen Geheimnisse mit sich herum und niemand wollte seine Identität leichtfertig offenbaren. Der Laden selbst war nur schwach beleuchtet und lediglich mit schweren Holzregalen und Tischen eingerichtet. Der Geruch eines staubigen alten Kellers lag in der Luft und vermutlich größtenteils wertlose Dinge wurden zu hohen Preisen als angebliche Schätze verkauft. Hinter der Verkaufstheke stand ein Mann mittleren Alters. Er wirkte ungepflegt und sein Gesicht wurde von strähnigen und ungewaschen wirkenden Haaren umrahmt. Ryan trat an die Gestalt heran und wurde von einem fast zahnlosen Lächeln empfangen. „Wie kann ich dir helfen, Jungchen? Darf es vielleicht dieser äußerst wertvolle antike Spiegel sein?“ Der Mann deutete dabei auf einen Standspiegel, welcher primär durch einen rostigen Rahmen und eine gesprungene Spiegelfläche auffiel. „Er hat ein paar Schönheitsfehler. Nichts, was du nicht beheben könntest!
Ryan zog die Kapuze ein wenig zurück, um dem Verkäufer besser anschauen zu können. Eine Aktion, welche ihn an diesem Tag noch in eine unangenehme Lage bringen sollte. „Ich suche eine Schachfigur.“ Der ungepflegte Mann nickte und bat den Auror mit einem gehobenen Zeigefinger um Geduld, bevor er sich zu einem der Regal begab und eine Holzschatulle hervorholte. „Die Arbeit eines Meisters. Handgemachte Kunst“, versprach dieser und präsentierte durch das öffnen der kleinen Box ein vollständiges Set hölzerner Schachfiguren. Diese wirkten tatsächlich handgemacht. Der Erschaffer schien aber alles andere als ein begabter Handwerker gewesen zu sein. Keine Figur glich der anderen und es war kaum zu erkennen, ob es sich nun um Turm, Bauer oder sonst etwas handeln sollte. „Zwei Galleonen und der Schatz gehört dir.“ Das unverschämte Angebot ignorierend, schloss Ryan die Box mit den Holzfiguren. „Ich suche eine einzelne Figur. Aus Metall. Nicht aus Holz.“ Erneut wurde der Zeigefinger gehoben und der dubiose Mann zog unter seiner Verkaufstheke eine einzelne Schachfigur hervor. Offensichtlich einen Bauern. Ryan erkannte die Figur des magischen Schachspiels sofort und legte zwei Galleonen auf den Ladentisch. „Ich nehme sie.“ Zufrieden betrachtete der Verkäufer das Geld, von welchem er überzeugt war, dass es zu viel für die einzelne Figur sein musste. Ryan wusste, dass es weitaus weniger war, als er für den Bauern hätte verlangen können. Die Figur wurde beim Kompass in der Innentasche verstaut, bevor Ryan die Kapuze wieder tiefer ins Gesicht zog und den Laden ohne zu zögern verließ.
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Bella Rosier
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BeitragThema: Re: My Enemy's Enemy   Sa 30 Jun 2018 - 23:51

Ich stand im Schatten eines Hauseinganges, welcher direkt gegenüber des Ladens lag in welchem der Mann verschwunden war, den ich seit Monaten suchte. Ich hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben. Wochenlang gab es keinerlei Spuren von ihm und dann war mir eines der Flugblätter in die Hände gefallen, welches mir innerhalb von Sekunden alle nötigen Informationen liefern konnte. Ich zog das Papier aus den Tiefen meines Mantels. Das Gesicht, welches ich so sehr hasste, prangte mittig. Und nun kannte ich auch den Namen dazu. Ryan Goodwill. Ich schmunzelte. Goodwill. Sollte es am Ende so einfach sein? Immer wieder sah ich hinüber zur Tür des Ladens, er war noch nicht herausgekommen. Ein hübsches Sümmchen war auf seinen Kopf ausgesetzt. Aber es war nicht das Geld, das mich dazu verleitete Ryan Goodwill zu verfolgen.

Einige Monate waren vergangen seit dem Mord an meiner gesamten Familie. Immer noch schreckte ich nachts aus wirren Alpträumen auf und musste mit Schrecken feststellen, dass sie mich allein gelassen hatten in einer Welt die kein Glück, keine Hoffnung und keine Liebe für mich bereit hielt. Mein Herz war erkaltet und in Stein gemeißelt seit dem Tag an dem ich meinen kleinen Bruder und meine Eltern beerdigen musste. Das Haus war seitdem verlassen. Keinen Tag länger hatte ich es dort aushalten können. Einzig der Gedanken an ihn hatte mich aufrecht gehalten. Der Gedanke an blutige, unversöhnliche Rache. Und nun sollte es wohl soweit sein. Ich hatte mich gut vorbereitet. Die wenigen Stunden, die ich nicht mit der Recherche verbracht hatte, hatte ich genutzt um besser zu werden. Besser zu werden im Duellieren, besser zu werden im Nutzen der dunklen Magie. Doch war ich auch gut im Töten?

Mir graute davor ihm gegenüber zu stehen. Ob er mich wiedererkennen würde? Wenn nicht, dann war mein Gesicht zumindest das Letzte, welches er auf dieser Welt sehen würde. Vor mir im Laden tat sich etwas, eine Person verließ das Haus und ich zerdrückte Ryans Bild in meiner Hand. Er hatte sich seine Kapuze tief in das Gesicht gezogen, doch ich erkannte seine Gestalt sofort. Langsam trat ich aus dem Schatten des Hauseinganges heraus und heftete mich an seine Fersen. Er hatte mich nicht bemerkt. Im Abstand von einigen Metern hielt ich mit ihm Schritt. Wenn er sich umdrehte wandte ich mich ab, wenn er anhielt verschwand ich in einer Nische der Gasse. Ich war sein Schatten und er hatte keinen blassen Schimmer was ihn erwartete. Ich hatte nichts zu verlieren, er dafür schon: sein Leben.

Er verließ die Nockturngasse und bog in eine Nebenstraße ein, die nur durch eine Straßenlaterne am Ende erleuchtet wurde. Meine Schritte wurden schneller und lauter. Meine Zeit war gekommen. Im Gehen zog ich meinen Zauberstab und richtete ihn auf seinen Rücken, der nun näher gekommen war. „Stupor!“ Ein roter Blitz brach aus der Spitze meines Zauberstabes. Ich sprang in den nächsten Hauseingang, einen Gegenangriff erwartend.
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Ryan Goodwill
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BeitragThema: Re: My Enemy's Enemy   So 1 Jul 2018 - 12:32

Ryans Blick war zum Boden gerichtet und er vermied es die Gestalten der Nokturngasse direkt anzuschauen. Dass er längst entdeckt wurde, war ihm nicht bewusst und er war sich sicher, dass er an diesem Tag ohne weitere Zwischenfälle aus der dubiosen Gegend entkommen würde. Es war wirklich keine Seltenheit, dass der junge Auror angegriffen wurde. Die hohe Belohnung, welche die Plakate versprachen, zwang viele Menschen zu Verzweiflungstaten. Der schnelle Reichtum war verlockend und die Menschen waren bereit ihr Leben für diesen zu riskieren. Bisher hatte aber keine dieser verzweifelten Seelen eine ernsthafte Gefahr für den jungen Zauberer dargestellt. Er genoss durch die Aurorenzentrale eine Kampfausbildung und diese hatte sich in jeder Situation, in der wieder ein Verzweifelter den Reichtum jagte, bezahlt gemacht.
Doch die Verfolgerin, welche sich an diesem Tag an Ryans Fersen geheftet hatte und von der er noch nichts wusste, war keine die dem Reichtum hinterherjagte. Sie wollte eine Rechnung begleichen und Ryan war der, der den Preis bezahlen sollte. Der Metamorphmagus bog in eine dunkle Nebengasse ein, welche über Umwege in die Winkelgasse führte. Zwar wirkten die Nebengassen noch unheimlicher, als die Nokturngasse selbst, jedoch gab es weniger neugierige Hexen und Zauberer, die ihn erkennen könnten. Da Ryan sich sicher war, dass er nicht verfolgt wurde, erschien dieser Weg also als der klügere. Dass er seinem Schatten damit einen großen Gefallen tat, musste er kurz darauf feststellen. Eine weibliche Stimme zerbrach die Stille der kaum beleuchteten Gasse. Die Zauberformel war keine unbekannte. Ryan griff nach seinem Zauberstab und zog diesen hervor. Doch die Angreiferin war zu nah gewesen, um dem Schockzauber noch entgehen zu können. Noch während Ryan sich herumdrehte, ergriff ihn ein stechender Schmerz und er kämpfte entschlossen dagegen an, auf den Beinen zu bleiben. Er biss die Zähne aufeinander und erlaubte sich keinen Laut des Schmerzes. Noch niemand hatte es geschafft sich unbemerkt derart nah an den Metamorphmagus zu begeben. Es war ihrer schlechten Zauberauswahl zu verdanken, dass dieser Moment nicht Ryans letzter gewesen war. Mit einem Todesfluch hätte sie ihn sofort niederstrecken können, ohne dass der ehemalige Ravenclaw überhaupt die Chance gehabt hätte, um sich zu wehren.
Ein Schockzauber?“, fragte der junge Zauberer, nachdem der Schmerz sich gelegt hatte. Die Gegnerin hatte sich schon wieder in den Schatten verborgen. Sie war gut darin Umgebung und Dunkelheit zu ihrem Vorteil zu nutzen. Doch Ryan war in der Dunkelheit keinesfalls ungewappnet. Ein bloßes zwinkern ließ seine Augen den Katzenaugen seiner Tigergestalt weichen. So ließen sich auch die dunkleren Hauseingänge problemlos einsehen und es dauerte nicht lange, bis er anhand eines Schattens erkannte, wo die Angreiferin sich versteckte. „Glaubst du, dass auf dem Plakat 3000 Galleonen stehen würde, wenn du mich mit einem Schockzauber besiegen könntet?“ Ryan war sich nicht sicher, mit welcher Sorte von Angreifer er es zu tun hatte. Er hatte die Hexe noch nicht betrachten können, aber ihre Stimme hatte den Eindruck gemacht, als wäre sie kaum älter als er. Wenn er sich nicht irrte, dann verfehlte sie vollkommen das Profil jener Zauberer und Hexen, die ihn sonst angriffen. Er konnte das Gefühl nicht ablegen, dass etwas nicht stimmte.
Bist du sicher, dass du wirklich töten kannst? Eine Todesfluch hätte dich reich machen können und du wählst einen Schulzauber. Wenn du entschlossen bist das zu Ende zu führen, dann hör auf dich zu verstecken. Ansonsten verschwinde einfach. Das Geld ist es nicht wert dafür zu sterben.“ Ryan hatte kein Interesse daran verzweifelte Menschen umzubringen, die einfach nur versuchten über die Runden zu kommen. Vielen verfolgten die Plakate, weil sie über die Runden kommen mussten. Pruecilla wusste schon, warum sie sie ausgerechnet in der Nokturngasse verteilt hatte.
Es war einem Zauber zu verdanken gewesen, dass Ryans Stimme offensichtlich noch immer von dem Ort zu kommen schien, an welchem ihn der Schockzauber getroffen hatte. Stattdessen hatte sich der Zauberer mit den Tigeraugen mit leisen Schritten dem Hauseingang genährt, in welchem sich die Hexe zu verstecken schien. Er atmete tief ein und stürzte dann in den Hauseingang. Seine linke Hand fixierte die Zauberstabführende Hand der jungen Frau gegen die geschlossene Tür, während sein rechter Unterarm ihren Oberkörper knapp unter dem Hals gegen eben jene drückte. Es hatte sich also doch bezahlt gemacht, dass Gwendolyn ihn im Nahkampf unterrichtet hatte. Die Augen des Metamorphmagus normalisierten sich, als er in die dunkeln Augen der jungen Hexe schaute. „Willst du diesen Kampf wirklich? Hier muss heute niemand sterben.“ Ryan wollte die junge Frau nicht töten. Sie sah nicht aus wie eine der verzweifelten Gestalten, mit denen er es sonst zu tun hatte.
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Bella Rosier
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BeitragThema: Re: My Enemy's Enemy   So 1 Jul 2018 - 13:13

Der Schockzauber traf aber verfehlte seine Wirkung. Was war geschehen? Ich konnte ein unterdrücktes Keuchen vernehmen. Ohne einen Atem zu riskieren drückte ich mich in die Nische, in der ich Schutz gesucht hatte. Verzweifelt schloss ich die Augen als ich Worte aus seiner Richtung vernahm. Es schien nicht so als hätte ihm mein Angriff etwas ausgemacht. Ich hatte mich so lange auf diesen Moment hin vorbereitet und musste nun schmerzlich feststellen, dass ich ihm immer noch nicht gewachsen war. Ich erwiderte nichts, sondern versuchte seine Gestalt in der Dunkelheit auszumachen ohne selber entdeckt zu werden. Irgendetwas ließ mich stutzen. Ich kannte seine Stimme aber die Art wie er die Worte auswählte passte nicht zu dem Bild, das ich immer vor Augen gehabt hatte. Obwohl ich ihn angegriffen hatte, hatte ich das Gefühl, dass er gerade die Situation im Griff hatte und nicht ich. Mein Atem ging schnell, ich blickte schon fast panisch hin und her. Die Richtung aus der die Stimme kam hatte sich nicht verändert. Sollte ich es wagen ihn noch einmal anzugreifen? Das würde ihm aber sicherlich meine Position verraten.

Weiter konnte ich nicht denken, denn urplötzlich hielt eine fremde Hand meinen Arm gepackt und im nächsten Moment wurde ich gegen die Haustür gedrückt, die sich in meinem Rücken befunden hatte. Ich schrie kurz auf und biss mir auf die Lippen. Ich hatte versagt. Diese Erkenntnis ließ Tränen der Wut und der Verzweiflung meine Wangen herablaufen. Goodwill hatte mich nicht erkannt. Wahrscheinlich hatte er mich und meine Familie mittlerweile komplett vergessen. Aber ich würde alles tun, damit er uns nach dieser Nacht niemals wieder vergessen würde. „Warum musste dann mein kleiner Bruder sterben?“ Ich trat um mich und versuchte mich aus meiner ausweglosen Situation zu befreien. „Lass mich los, du Bastard. Ich habe es verdient dem Mörder meiner Familie in die Augen zu sehen. Wenn du nur einen Funken Anstand besitzt, dann lässt du mir die Chance auf ein faires Duell.
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Ryan Goodwill
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BeitragThema: Re: My Enemy's Enemy   So 1 Jul 2018 - 20:51

Ryans Blick wich nicht von der jungen Hexe ab. Doch obwohl er nun eine Form der Gegenwehr erwartet hatte, reagierte die dunkelhaarige Frau mit Tränen. Der Metamorphmagus war sich nicht sicher, ob das ein Trick sein sollte. Wieso sollte eine Attentäterin beginnen zu weinen? Er entschloss sich dazu sie nicht loszulassen, bis sie ihm geantwortet hatte. Er konnte seine Angreiferin nicht einschätzen und würde nicht riskieren auf irgendwelche Tricks hereinzufallen.
Noch bevor er eine Antwort erhielt, überkam ihn jedoch das Gefühl, dass er das Gesicht der jungen Frau schon einmal gesehen hatte. Es kam ihm bekannt vor, auch wenn er es nicht einordnen konnte. War sie vielleicht eine Mitschülerin gewesen? An diese hatte Ryan aber für gewöhnlich bessere Erinnerungen. Irgendetwas stimmte nicht, doch dem Metamorphmagus war nicht klar, wie tragisch die gemeinsame Geschichte tatsächlich gewesen war. Schließlich war er selbst nicht am Steuer gewesen. Es waren lediglich Elijas Erinnerungen, die hin und wieder in seinem Kopf auftauchten.
Doch die Worte der Unbekannten offenbarten, dass ihre Erinnerungen an Ryan alles andere als harmlos sein mussten. Zudem schien sie nicht dem Geld nachzujagen. Zumindest vermutete der ehemalige Ravenclaw das. Das Ganze war eine Racheaktion und kein bezahltes Attentat. Er soll ihre Familie auf dem Gewissen haben. Eine Information, welche Ryan den Griff lockern ließ.
Er hatte durchaus getötet. In seiner Vergangenheit waren ihm einige Todesser zum Opfer gefallen. Prüfen zog er den Ärmel der jungen Hexe zurück, um festzustellen, dass auch sie dem dunklen Orden angehörte. Ein abwertender Blick lag auf der jungen Frau. Ryan verabscheute die Todesser nach wie vor, aber er war der Aurorenzentrale beigetreten, weil er nicht länger mordend durch London ziehen wollte. Außerdem war er sich sicher, dass er keine Schuld am Tod ihrer Familie trug. Die Rede war von einem jüngeren Bruder und eine derart junge Person war nie durch Ryans Hände gestorben.
Ryan löste seinen Griff vollständig, als ihm blitzartig weitere Bilder in den Kopf schossen. Er sah die Todesserin, eine leblose Frau, die einen Jungen im Arm hielt und den offenbar ebenfalls toten Vater. Die Bilder waren undeutlich und dennoch genügten sie, um Ryan zu offenbaren, was geschehen war. Er kannte diese Art von Erinnerungen. Sie ereilten ihn in den verschiedensten Situationen und er wusste auf wer sie verschuldet hatte. „Elija…“, murmelte er leise zu sich selbst, während er einige Schritte von der Angreiferin zurücktrat. „Ich habe deine Familie nicht getötet.
Ryan wusste, dass die Wahrheit vermutlich mehr als nur unglaubwürdig klingen würde. Die junge Frau hatte durch Cartwright ihre gesamte Familie verloren und Elija war mit seinem Gesicht aufgetreten. Für die junge Hexe musste die Sache eindeutig sein. „Die Sache ist kompliziert. Wir können diesen Ort beide lebendig verlassen.“ Sie hatte keinen Grund ihm zu vertrauen und auch wenn Ryan sie nicht töten wollte, würde er nicht zögern es zu tun, wenn sie es erzwingen würde. „Du kannst dein Duell bekommen. Ich werde nicht zögern die Welt von einer Todesserin zu befreien. Es liegt bei dir.“ In einer Hand hielt Ryan seinen Zauberstab. Er sah keine Möglichkeit, um die junge Frau zu beruhigen. Er wusste wie das Verlangen nach Rache einen vergiften konnte. Er selbst war diesem Verlangen schon häufig verfallen. Doch möglicherweise konnte die Unbekannte Vernunft walten lassen, wo er selbst nicht dazu in der Lage gewesen wäre.
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Bella Rosier
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BeitragThema: Re: My Enemy's Enemy   So 1 Jul 2018 - 22:42

Er schob meinen Ärmel hoch unter dem das Todessermal zum Vorschein kam. Ich konnte sein Gesicht nicht sehen, es war immer noch unter der Kapuze verborgen, doch ich konnte seinen verächtlichen, abfälligen Blick fast förmlich spüren. Es war offensichtlich, dass er niemand von der dunklen Seite war. Warum hatte er sonst Todesserfamilien ermordet? „Was soll das…“ zischte ich angestrengt. Ich spürte wie der Griff um mich herum gelockert wurde und versuchte mich selbst aus der Umklammerung zu befreien. Ryan kam mir zuvor, denn er stolperte einige Meter weit von mir weg, so als hätte ich ihm eine Art Stromschlag versetzt. Das verblüffte mich im ersten Moment, doch mir war vollkommen egal warum er von mir abgelassen hatte. Sofort begab ich mich in die Verteidigungshaltung. Ich erwartete jeden Moment einen Angriff. Ich hob meinen Zauberstab und schrie. „Natürlich hast du meine Familie getötet. Ich war dabei und ich werde sicherlich nicht das Gesicht des Mörders verwechseln, geschweige denn vergessen.“ Hielt er mich für dumm? Doch diese Situation jetzt in dieser Gasse wollte so gar nicht zu meinen Erinnerungen an ihn passen. Damals war er so selbstsicher gewesen, fast schon übermächtig. Seine Sätze waren scharf und wohl gewählt gewesen, jedes Wort hatte wie ein Dolchstoß gewirkt. Jetzt wirkte er fahrig, verletzlich, einfach als wäre der Mann hier vor mir nicht der gleiche Mann wie damals. Störte mich das? Nein. Dies hier war Ryan Goodwill. Es war der gleiche Mann. Dies war der Mörder meiner Familie und ich würde alles daran setzen ihn auszuschalten. „Nein. Nur einer von uns wird diesen Ort lebendig verlassen und damit du diese Person bist musst du mich schon töten.“ Meinen Zauberstab mit der Rechten umklammernd bewegte ich mich ein Stück die Gasse hinauf, den Blick auf Ryans Silhouette gerichtet. Ich musste mir etwas Besseres einfallen lassen, wenn ich ihm ernsthaft schaden wollte. Er hatte in einem Recht, mit Schulzaubern kam ich hier nicht weiter. Aber die einfachsten Sprüche waren auch meistens die, die am meisten unterschätzt wurden. Ich hob meinen Zauberstab ein Stück höher und rief: „Expelliarmus!“ Der Zauber fand sein Ziel, kurz nachdem ich ihn ausgesprochen hatte. Der Gegner war entwaffnet. Ich erinnerte mich an einige schwarzmagische Zauber, die mir mein Vater beigebracht hatte. Ryan Goodwill schien schwarze Magie zu verachten, wie wäre es wenn er durch sie niedergestreckt werden würde? „Venenum suo stimulus.“ Ich kannte die Wirkung dieses Zaubers. Er war schon immer einer meiner liebsten Zaubersprüche gewesen. Sofort entstiegen der Spitze meines Stabes kleine Insekten, die in einem Schwarm auf Ryan zuflogen. Ihre Stiche waren hochgiftig und würden ihn beschäftigen, während ich meinen nächsten Angriff plante.
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Ryan Goodwill
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BeitragThema: Re: My Enemy's Enemy   So 1 Jul 2018 - 23:33

Natürlich glaubte die junge Frau ihm nicht. Ryan wusste, wie versessen man nach Rache suchte, wenn einem die Familie genommen wurde. Er konnte Jamie Hayes Gesicht nicht vergessen, nachdem dieser seinen Vater ermordet hatte. Zwar war Ryan bei dem Mord nicht anwesend gewesen, doch das hatte keinesfalls das Bedürfnis nach Vergeltung geschmälert. Es war jene Suche nach Rache gewesen, welche den jungen Metamorphmagus in Elijas Fänge getrieben hatte und obwohl er seine Rache bekommen hatte, hatte diese Suche sein Leben zerstört. Er konnte sich nicht ausmalen was seine Gegnerin durchgemacht hatte. Die Erinnerungen, welche Elija ihm hinterlassen hatte, waren nur schwach und lückenhaft. Doch er wusste welche Gefühle in ihr tobten. Unabhängig davon, dass sie eine Todesserin war, wollte er ihr Leben nicht beenden, weil Elija sie auf den Weg der Rache geführt hatte. Aber gerade, weil sie Todesserin war, konnte er vor sich selbst rechtfertigen, dass ihr Tod nun doch notwendig war. Das Mädchen, das Rache suchte, würde zu Unrecht sterben, aber das Mädchen, das entschieden hatte dem dunklen Pfad der Todesser zu folgen, würde seine gerechte Strafe erhalten.
Ryan nickte, als seine Gegnerin entschied, dass dieser Ort nur von einem der beiden lebendig verlassen werden würde. „Ganz wie du willst.“ Der ehemalige Ravenclaw blickte in das verzweifelte Antlitz der Todesserin und obwohl er führ ihre Gesinnung keinerlei Verständnis aufbringen konnte, kam er nie darum herum einen Teil von sich selbst in ihrer Rachsucht zu erkennen. Auch wenn der Auszubildende Auror stets kühl und distanziert auftrat, existierten Emotionen hinter der Fassade und in diesem Moment war es Mitleid, das er empfand. Genug, um unaufmerksam genug zu sein, um sich von einem simplen Entwaffnungszauber treffen zu lassen. Sein Stab ging zu Boden und sofort betrachtete er die Gasse wieder durch die Tigeraugen. Sein Zauberstab lag zwischen ihm und der Gegnerin. Würde er stehen bleiben, wäre das sein Ende. Würde er dem Stab entgegenlaufen, wäre das vermutlich auch sein Ende. Doch hier endeten die Probleme nicht. Die Todesserin schickte ihm einen Schwarm giftiger Insekten entgegen. Es galt nun den Stab zurück zu gewinnen. Er hatte sich entwaffnen lassen und hatte nun nur die Möglichkeit den Weg des geringsten Risikos zu gehen. Seinen Einschätzungen zu folge, war dieses aber noch immer unheimlich groß.
Er lief dem Stab zwei Schritte entgegen und setzte zu einem Sprung an. Er landete und rollte sich so ab, wie Gwendolyn es ihm im Kampftraining beigebracht hatte. Dabei hatte er nach dem Zauberstab gegriffen, den er nun aus kniender Position den Insekten entgegenhielt, um diese in einer Flammenwolke sterben zu lassen. Dabei schloss er die Augen, um von den Flammen nicht geblendet zu werden. Dass eines der beschworenen Insekten die Flammen überlebt hatte, entging dem Metamorphmagus jedoch im Eifer des Gefechts. Auch den Stich des einzelnen Tieres spürte er kaum. Das Gift drang dabei jedoch in seinen Körper. Für den Moment blieb aber auch dieses unbemerkt.
Crucio!“, stieß Ryan aus, als er sich wiederaufrichtete. Obwohl der Hinterhalt seiner Gegnerin halbherzig gewesen war, schien sie nun keine halben Sachen machen zu wollen. Wenn Ryan diesen Ort lebendig verlassen wollte, dann musste er der Todesserin das Leben nehmen. Einen Preis, den er für sein eigenes Leben bereit war zu bezahlen. Dennoch spürte er auch die Sinnlosigkeit dieses Kampfes, weshalb er noch einmal das Wort erhob: „Wir haben einen gemeinsamen Feind. Er hat mein Leben zerstört und er hat deine Familie getötet. Es würde ihn amüsieren, wenn er sehen könnte, wie wir uns in blinder Wut bekämpfen.
Doch Ryan wollte nicht erneut den Fehler machen und auf die Einsicht der rachsüchtigen Todesserin hoffen. Diesen Kampf durfte er nicht verlieren. Doch vielleicht konnte er dieser Einsicht mithilfe des Kampfes nachhelfen. Es waren Schmerzen und Wut, die sie blind handeln ließen. Es könnte also auch Schmerz sein, der sie zur Vernunft treiben könnte. Unerträgliche Folter erschien als einziger Ausweg und Ryan war entschlossen diesen Weg zu gehen. „Effusus Sanguinis!“ Der schwarzmagische Fluch würde das Blut in den Adern der jungen Hexe langsam zum Kochen bringen. Zunächst bereitete der Fluch nur Schmerzen, doch mit anhaltender Wirkung konnte er tödlich sein und genau diesen Zeitraum sollte seine Gegnerin haben, um zur Vernunft zu kommen. Sofern sie den Zauber nicht abwehrte, würde Ryan ihn also erst abbrechen, wenn sie Einsicht zeigte, oder den Tod gefunden hatte.
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BeitragThema: Re: My Enemy's Enemy   Mo 2 Jul 2018 - 21:14

Mit leichtem Wohlwollen hörte ich wie Ryans Zauberstab unweit von ihm auf dem Boden aufkam. Der Entwaffnungszauber war ein trivialer Zauber, der seine Wirkung aber nur selten verfehlte und von den meisten Zauberern im Duell unterschätzt wurde. Ich wollte vereiteln, dass er an seinen Zauberstab herankam, doch er kam mir zuvor und sprang bevor ich einen weiteren Zauber sprechen konnte.

Kurze Zeit später stiegen flammende Schwaden auf und umgaben Ryan und ich wusste, dass es ein leichtes für ihn gewesen war meinem Angriffszauber zu entkommen. Einen Augenblick lang war alles um ihn herum hell erleuchtet und ich hatte sein Gesicht genau erkennen können. Seine Mimik war eine vollkommen andere gewesen als damals in meinem Elternhaus. Ryan wirkte jünger, nicht so tonangebend. Das verwirrte mich auf eine Weise, die ich eigentlich nicht wahrhaben wollte.
Ich wappnete mich für seinen nächsten Angriff. Ich war verblüfft, es war einer der Unverzeihlichen Flüche. Ich hatte von einem Todessermörder keine schwarze Magie erwartet. „Protego!“ schrie ich und wehrte den Cruciatus Fluch mithilfe eines unsichtbaren Schutzschildes ab, der ansonsten elende Folter für mich bedeutet hätte.

Es kamen keine weiteren Angriffe. Anscheinend gönnte er uns eine Verschnaufpause. Doch stattdessen bombardierte er mich mit Worten. Ich schüttelte verwirrte den Kopf. Seine Worte machten überhaupt keinen Sinn. Der Goodwill den ich kannte hätte einen Mord wohl nicht verleugnet. Damals war er regelrecht stolz darauf gewesen meinen Vater umgebracht zu haben. Ich konnte sein süffisantes Lachen noch immer hören. Der jetzige Ryan wirkte komplett anders. Das nahm mir den Wind aus den Segeln. „Wovon redest du? Woher soll ich wissen, dass du die Wahrheit sagst?“ schrie ich außer Atem. Das konnte alles nicht wahr sein. Dieser Mann hier vor mir war der Mörder meiner Familie, nichts anderes. Doch irgendetwas in mir sagte mir, dass etwas faul an der Sache war.

Ryans Worte verwirrten mich und ich musste meinen Kopf abwenden, weil mir die Tränen wieder zu Kopf stiegen. Ich musste das Durcheinander in mir drin sortieren, sonst konnte ich keinen klaren Gedanken fassen. Ein Lichtblitz erglomm und ich schreckte auf. Ich hob meinen Arm zum Schutz, doch es war zu spät um sich zu verteidigen. Sein Fluch traf mich mit einer unerwarteten Härte. Im letzten Augenblick bevor er zu wirken begann wurde mir klar, dass er wohl nur mit mir gespielt hatte und alles eine Lüge gewesen war. Danach war da nur noch Schmerz. Ein alles verzehrender Schmerz, der sich aus meiner Körpermitte heraus ausbreitete und bis in meine Fingerspitzen hinaus ausstrahlte. Ich fiel auf die Knie und konnte mich nicht rühren.

Doch es war noch nicht vorbei. Ich lag zitternd am Boden. Ryan Goodwill musste in der Nähe sein, denn ich spürte seine Anwesenheit. Ich war wohl doch noch nicht tot. „Du hast sie getötet…“ flüsterte ich. „Nur mich hast du am Leben gelassen, so als würde ich irgendwann noch eine Rolle für dich spielen. Bring es doch bitte jetzt einfach zu Ende.“
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Ryan Goodwill
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BeitragThema: Re: My Enemy's Enemy   Mo 2 Jul 2018 - 22:00

Ryan war entschlossen den Zauber so lange zu wirken, bis er die Todesserin niederstrecken würde, sofern diese sich durch die Folter nicht zu einem Gespräch zwingen lassen würde. Der Fluch erforderte jedoch Ryans uneingeschränkte Aufmerksamkeit und Konzentration. Es war ein Schwindelgefühl, welches diese störte und somit den Zauber abbrach. Der Metamorphmagus fasste sich an den Kopf, um den Schwindel, welchen er nicht zuzuordnen wusste, zu vertreiben. Letztendlich entschied er sich dafür ihn zunächst zu ignorieren. Vermutlich war er einfach übermüdet, worunter nun seine Konzentration litt. Dass eigentlich das Gift des Insektes die Ursache war, vermutete der ehemalige Ravenclaw nicht.
Er trat an die Angreiferin heran. Diese war zu Boden gegangen und bezichtigte ihn nun erneut ihre Familie auf dem Gewissen zu haben. Es wäre nun ein leichtes sie zu töten. Doch es wiederstrebte dem Metamorphmagus die Arbeit seines Urahnen zu beenden. Die Todesserin war offensichtlich eine letzte Absicherung Elijas gewesen, falls Ryan ihn aus seinem Körper verbannen sollte, so wie es auch geschehen war. „Das hier ist die Rolle. Du lebst, weil du mich töten sollst!“ Die Theorie hatte sich der Auror aus den Erinnerungsstücken und seiner Kenntnis von Elijas Spielarten zusammengereimt. Es ergab alles Sinn und Ryan war nicht gewillt sich den Spielchen Elijas hinzugeben. Möglicherweise hatte die Todesserin den Tod verdient. Er war sich sicher, dass sie kein guter Mensch war. Aber sie hatte es nicht verdient zu Elijas Marionette zu werden und als solche wollte Ryan sie auch nicht töten. „Du wurdest manipuliert. Wenn einer von uns heute stirbt, dann verliert der Mörder deiner Familie einen Feind. So oder so wäre es ein Sieg für ihn.“ Ryan zog seine Kapuze zurück, um der Brünetten Hexe nicht weiter maskiert gegenüber zu treten. Sie hatte ihn ohnehin erkannt und die Maskerade erfüllte keinen Zweck mehr.
Ryan rieb sich die Augen. Der Schwindel breitete sich in seinem Kopf auf und war nun stärker, als reine Übermüdung es hätte bewirken können. Der Blick verschwamm immer wieder vor seinen Augen und er hatte das Gefühl, dass sein Stand zunehmend instabiler wurde. Dennoch wollte er sich diese Beeinträchtigung, die er sich nicht erklären konnte, keinesfalls anmerken lassen. Er wusste nicht, ob seine Worte die junge Frau erreicht hatten. Wenn nicht, dann würde sie jede erkennbare Schwäche ausnutzen. Soweit sollte es nicht kommen. „Du kannst dir sicher sein, dass die Ideale deines Ordens mich zutiefst anwidern. Aber ich gebe dir mein Wort, dass ich deiner Familie nichts getan habe. Ob du meinem Wort vertraust, liegt alleine bei dir.
Der ehemalige Ravenclaw hatte das dringende Bedürfnis an einer der Hauswände Halt zu suchen, doch er zwang sich diesem Drang zu wiederstehen. Aufrecht stehen, keine Schwäche zeigen! „Ich kenne das Verlangen nach Rache. Es macht einen blind. Bitte versuch es loszulassen und für einen Augenblick die Augen zu öffnen. In dieser Angelegenheit müssen wir keine Feinde sein.“ Trotz des zunehmenden Schwindels, streckte er der am Boden liegenden Todesserin eine Hand entgegen. Würde sie sich für den Kampf entscheiden, wäre dies wohl Ryans letzter Tag. Was auch immer seinen Körper derart schwächte, es würde ihn im Duell zur Niederlage führen.
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Bella Rosier
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BeitragThema: Re: My Enemy's Enemy   Mo 2 Jul 2018 - 22:56

Mit schmerzverzerrtem Gesicht sah ich zu Goodwill hinauf, der näher an mich herangetreten war. Ich keuchte auf und wand mich am Boden. Ruckartig wand ich meinen Kopf ab und suchte in meiner Umgebung nach meinem Zauberstab, der wohl irgendwo neben mir liegen musste. Doch mir wurde schwarz vor Augen und ich kämpfte um mein Bewusstsein. Der Schmerz nahm mir den Atem und alles in mir schrie nach Erlösung. Lange konnte ich das nicht mehr aushalten. Aber was sollte da noch kommen? Ich ging nicht davon aus, dass der Fluch mich töten würde.

Deshalb war ich überrascht als der Schmerz plötzlich abebbte. Ich war davon ausgegangen, dass er den Zauber so lange halten würde bis ich mich ergab. Ich seufzte auf, das Brennen in meinen Venen war nur noch ein Hintergrundrauschen, und schloss kurz die Augen um mich wieder zu sammeln. Ryan stand direkt über mir. Ich blieb ruhig liegen. War ihm aufgefallen, dass der Fluch nicht mehr wirkte? „Jeder soll dich töten.“ erwiderte ich, doch meine Stimme klang nicht mehr so entschieden wie am Anfang. Ryans Fluch hatte mich Kraft gekostet. Ich würde wohl einen weiteren Angriff nicht mehr unbeschadet überstehen. Er hatte mich aber nicht getötet. Ein Umstand den ich mehr als bedenklich fand. „Du meinst, dass der Mörder meiner Familie noch irgendwo da draußen ist?“ murmelte ich und sah ihn unverwandt an. Er zog seine Kapuze zurück und ich hielt kurz den Atem an. Im ersten Moment sah ich nur das Gesicht des Mannes, den ich am meisten auf Welt hasste. Doch als ich seine Gesichtszüge näher betrachtete bemerkte ich kleine Veränderungen. Ich erkannte Verletzlichkeit und eine Art Empfindlichkeit, die dem Goodwill aus meiner Erinnerung fehlte.

Goodwill trat ein paar Schritte zurück. Langsam setzte ich mich auf und tastete mich vorwärts, meinen Zauberstab suchend. Das dunkle Kopfsteinpflaster verschluckte die letzten Lichtstrahlen der Laterne. Erleichtert atmete ich auf als ich ihn dann doch in der Dunkelheit fand. Goodwill hatte sich abgewandt. „Ich vertraue dir nicht.“ murmelte ich. „Aber irgendetwas sagt mir, dass  in deinen Worten zumindest ein Fünkchen Wahrheit stecken könnte. Am Ende überwiegt die Furcht davor den Falschen zu töten und dem Richtigen eine Chance zu geben daraus Stärke zu beziehen. Ich will nicht, dass sich Geschehenes wiederholt.“ Zu viele Unschuldige waren schon gestorben. Angefangen mit meinem Bruder.

Goodwill streckte mir eine Hand entgegen. Meine Augen verzogen sich skeptisch zu Schlitzen. Doch ich entschied mich ihm eine Chance zu geben und ließ mir aufhelfen. Wir standen uns gegenüber. Ryan hatte seinen Stab verteidigungsbereit erhoben. Ich stützte mich noch einen Moment auf meinen Knien auf. „Waffenstillstand. Damit du dich erklären kannst. Ich werde dann entscheiden ob wir Feinde bleiben müssen. Aber Freunde werden wir niemals.“ Die Gestalt vor mir schwankte plötzlich bedrohlich. Erschrocken erhob ich meinen Zauberstab. Doch es war kein Angriff. Ich spürte ein Gewicht an meiner Schulter und streckte instinktiv meine Arme aus. Goodwill brach neben mir zusammen und zog mich kurz mit sich bis ich meinen Stand wiedererlangt hatte und ihn festhalten konnte. Langsam ließ ich ihn zu Boden sinken. Völlig perplex strich ich mir durch die Haare und kniete mich neben seinen Körper. Sein Atem ging schneller als gewöhnlich. Kurz dachte ich daran, dass dies nun der perfekte Moment war ihn zu töten. Aber ich konnte keinen unbewaffneten Mann  töten, der sich nicht verteidigen konnte. Ich war zwar eine ehemalige Todesserin aber das hieß noch lange nicht, dass ich keinen Anstand hatte. Das hätte er wohl von mir erwartet. Ich musste süffisant grinsen. „Ist das dein Ernst? Glaubst du ich habe jetzt Mitleid mit dir?“ Er gab keinen Laut von sich. Er war wirklich außer Gefecht gesetzt. „Du weißt, dass du keine Chance hast, wenn dich hier jemand so findet. Schade um das Geld.“ Ohne weiter darüber nachzudenken nahm ich seine Hand und zog seinen Körper an mich heran. Ich nahm ein wenig Schwung und versuchte seinen Körper mit meinem zu stützen während ich ihm auf half. „Von einer Todesserin gerettet. Das ist wohl dein schwärzester Tag.
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Ryan Goodwill
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BeitragThema: Re: My Enemy's Enemy   Di 3 Jul 2018 - 17:21

Obwohl die erste Antwort der jungen Hexe wieder aggressiv und abweisend war, schien sie doch einen Moment der Ruhe gefunden zu haben. Sie ging auf Ryans Friedensangebot ein. Ob sie damit nur verhindern wollte, dass er ihren entwaffneten Zustand ausnutzte, oder ob sie ihm tatsächlich die Möglichkeit geben wollte, um sich zu erklären, sollte sich noch zeigen. Trotz des zunehmenden Schwindels, half er der Todesserin auf die Beine, während er noch immer seinen Zustand zu verschleiern versuchte. Es wäre nicht klug zu offenbaren, dass er so gut wie kampfunfähig war. Todesser waren schließlich nicht für ihre Loyalität bekannt. Sonst würden sie nicht alle einen Schwur ablegen müssen, der sie bei Illoyalität hinrichtete. Eine vermutlich effektive und dennoch fragwürdige Methode, wie Ryan fand. Andererseits gab es nichts, was an dem dunklen Orden nicht fragwürdig war. Der einzige Grund für seine Kooperation war, dass es momentan Probleme gab, die jedes Problem überschatteten, dass er mit den fanatischen Reinblütern hatte. Elija schaffte es die dunklen Machenschaften des gesamten Todesserordens unbedeutend erscheinen zu lassen und das war nur einer von vielen Hinweisen darauf, dass der Urahne ein überaus mächtiger Gegner war.
Da bin ich mir sicher“, entgegnete Ryan trocken, als die Brünette ihn darauf hinwies, dass die beiden niemals Freunde werden würden. Er kannte noch nicht einmal ihren Namen, aber er wusste genug über sie und die Ideale, welche sie vertreten musste, um sich sicher zu sein, dass der Mensch hinter der hübschen Fassade seine Abscheu verdient hatte.
Wir sollten…“ Ryans Stimme versagte und ein leichter Ausfallschritt sollte das kurzzeitig verlorene Gleichgewicht zurückbringen. Doch kurz darauf gaben seine Beine vollständig nach und der Metamorphmagus sank zu Boden. Sein Blick verschwamm vor den Augen und er verlor das Gefühl in Armen und Beinen langsam. War er vergiftet worden? Auch die Worte, die die Todesserin sprach erreichten ihn nur noch leise und unverständlich, bevor ihm schließlich schwarz vor Augen wurde und er sein Bewusstsein vollständig verlor.


Einige Stunden später:

Die Augen des Metamorphmagus waren noch geschlossen, als dieser sein Bewusstsein langsam zurückerlangte. Ein dumpfer Schmerz hatte sich in seinem Kopf eingenistet und Ryan war sich sicher, dass das öffnen der Augen diesen verschlimmern würde. Doch das bedeutete zumindest, dass er noch lebte. Der Tod würde sich entweder friedlicher, oder schmerzhafter anfühlen. So genau wollte sich der ehemalige Ravenclaw da nicht festlegen. Erst dann fiel ihm auf, dass er auf einem warmen und weichen Untergrund lag. Er war nicht mehr in der Gasse, in der er zusammengebrochen war. Diese Erkenntnis ließ ihn die Augen aufschlagen und das eintretende Licht bestrafte ihn sofort mit einem stechenden Schmerz, der durch seinen Schädel fuhr.
Sofort richtete sich Ryan sich auf, um seine Umgebung unter die Lupe zu nehmen. Er war an diesem Ort noch nicht gewesen. Er lag auf dem Bett eines Zimmers, das an ein billiges Motelzimmer erinnerte und um genau so eins handelte es sich auch. Die Einrichtung des Raumes war gewöhnungsbedürftigt und das Zimmer war trotz brennenden Lichtes ungewöhnlich dunkel. Ein Umstand, der nicht gerade zur Schönheit des Raumes beitrug, aber dem schmerzenden Kopf des Metamorphmagus entgegenkam und eine schonende Wirkung auf seine Augen ausübte.
Ryans Blick fiel auf seinen linken Arm, da von diesem ein juckender Schmerz ausging. Der Unterarm war von einer Entzündung gezeichnet, die an einen überdimensionalen Mückenstich erinnerte. Erst jetzt wurde ihm klar, was für die Vergiftung verantwortlich gewesen war. Es war ihm offenbar nicht gelungen den Insektenangriff seiner Gegnerin vollständig abzuwehren. Schleierhaft war jedoch, wie etwas, was einen derartigen Stich hinterließ, unbemerkt zustechen konnte.
Deine Bude sieht echt scheiße aus“, machte Ryan auf sich aufmerksam. Seine Retterin war scheinbar jene junge Hexe, welche ihn erst in den Zustand der Vergiftung versetzt hatte. Sie war ebenfalls in dem Zimmer und war wohl dafür verantwortlich, dass das Gift nicht sein Leben eingefordert hatte. Ein Dankeschön hatte er dennoch nicht für sie übrig. Ohne sie wäre diese Rettungsaktion schließlich gar nicht notwendig gewesen. Dankbar war er nicht, aber dafür umso überraschter. „Ich war überzeugt, dass du mich sterben lässt.“ Ryan saß mittlerweile am Rand des Bettes und schaute zu der noch immer namenlosen Frau hinüber. „Ryan Goodwill, aber das weißt du vermutlich“, stellte er sich knapp vor. „Und du?
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Bella Rosier
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BeitragThema: Re: My Enemy's Enemy   Mi 4 Jul 2018 - 10:50

Nur mit größten Mühen schaffte ich es den leblosen Ryan Goodwill hinauf auf mein Zimmer zu schleppen ohne dass uns jemand sah. Er wäre in diesem Zustand ein gefundenes Fressen für den Abschaum gewesen, der in der Nokturngasse zu dieser Tageszeit verkehrte. Sein Glück war, dass das Motel in dem ich zurzeit untergekommen war nur ein paar Katzensprünge von uns entfernt war. Ächzend stieß ich die Tür zu meinem Zimmer mit der Fußspitze auf. An meinen Zauberstab kam ich gerade nicht heran. Dann durchquerten wir den Raum und ich ließ Ryan auf mein Bett fallen. Fast wäre er dabei wieder herunter gerollt aber ich schaffte es im letzten Moment ihn wieder hinauf zu heben. „Danke, Bella. Nichts zu danken, Arschloch. Das mache ich doch gerne.“ murmelte ich vor mich hin, er konnte mich sowieso nicht hören. Wahrscheinlich lag sein Gehirn immer noch im Dämmerzustand. Trotzdem schob ich den Ärmel seiner Jacke hoch um seinen Puls zu prüfen. „Stirb mir bloß nicht, bevor ich dich nicht selber zur Strecke bringen konnte.“ Sein Puls ging wieder ruhiger und ich atmete erleichtert aus. Ich schob seinen Ärmel ein wenig weiter hoch, denn darunter kam eine rötliche Stelle zum Vorschein. Alarmiert hob ich seinen Oberkörper an um seine Lederjacke ausziehen zu können und um so besser an die Wunde herankommen zu können.  Ich krempelte den Ärmel seines Pullovers hoch und entdeckte eine rote Entzündung, die vermutlich durch einen Stich hervorgerufen wurde. Der Fluch hatte also doch gewirkt. Es musste eines der Insekten gewesen sein, die ich ihm auf den Hals gehetzt hatte. Das hatte er verdient. Ich wusste aus, dass ein einzelner Stich keine großartigen Probleme hervorrufen würde. In der Masse waren sie tödlich. Doch Ryan würde wohl nur für ein paar Stunden außer Gefecht gesetzt sein. Ich entschied mich ihn genauso wie er war auf dem Bett liegen zu lassen und abzuwarten. Plötzlich klopfte es energisch an der Zimmertür. „Scheiße.“  fluchte ich und sprang auf. Es war keine Zeit um Ryan irgendwie zu verstecken. Ich rannte zur Tür und öffnete sie einen Spalt breit. Vor mir stand der herrschsüchtige Hauself des Motelbesitzers. Neugierig versuchte er an mir vorbei ins Zimmer zu spähen. „Sind sie allein da?“ fragte er. „Ich wüsste nicht was dich das angehen sollte.“ raunte ich ihm zu und versuchte die Tür wieder zu schließen, doch der Hauself schob seine knochige Hand in den Türspalt. „Sie wissen, dass sie doppelt zahlen müssen, sollten sie das Zimmer zu zweit bewohnen.“ Ich seufzte. „Ja, das weiß ich. Und jetzt hau ab.“ Ich knallte die Tür zu, sodass er gezwungen war seine Hand herauszunehmen. Er würde aber sicherlich nicht klein beigeben. Ich konnte Ryan nicht als zweiten Reisenden anmelden. Niemand durfte erfahren, dass er hier war. Das Haus wimmelte nur so von Dieben und Scharlatanen, die sich die Hände reiben würden, wenn sie wüssten, dass 3000 Galleonen unter dem Dach leblos herumlagen. Angespannt ging ich wieder zurück zum Bett und setzte mich in den Sessel, der in der Ecke stand. Ryan musste so schnell wie möglich aufwachen.

Einige Stunden später:

Ich war kurz eingeschlafen und wachte erschreckt auf. Ich musste mich kurz sammeln um die Situation zu begreifen. Schon lange hatte kein Mann mehr in meinem Bett gelegen. Ein merkwürdiges Bild, da er auch noch angezogen war. Ryan schlief immer noch und ich fuhr mir kurz mit der Hand durch das Gesicht um endlich richtig wach zu werden. Ein kleiner Abstecher ins Bad und ein Blick in den vergilbten Spiegel zeigten mir, dass es eine lange Nacht für mich gewesen war. Ich drehte den Wasserhahn auf und ließ Wasser über meine Arme, den Nacken und das Gesicht laufen. Ich trug ein dunkles Top, welches den Wal, der mir über den Rücken tätowiert war, nicht gänzlich verdecken konnte. Ein Geräusch aus dem Schlafzimmer ließ mich aufschrecken. Ich ging zurück und fand Ryan, aufrecht sitzend, vor. Ich atmete erleichtert aus. Er inspizierte die Entzündung. Ich musste grinsen, als er die ersten Worte sprach. Humor hatte er schon mal. „Danke für das Kompliment. Aber diese Bude hat dir wahrscheinlich das Leben gerettet. Ich hätte dich auch in der Gasse liegen lassen können.“ Ich grinste und setzte mich wieder ihm gegenüber in den Sessel. „Ich war auch eigentlich davon überzeugt dich sterben zu lassen. Aber dann dachte ich, was es doch für ein mieser Tod gewesen wäre und dass du dann quasi nicht mehr durch meine Hand dein Ende gefunden hättest. Davon abgesehen wird dich der Stich nicht töten. Du hast das Schlimmste schon hinter dir.“ Ich zeigte auf die rote Stelle, welche langsam abheilte. Ryan hatte sich an den Rand des Bettes gesetzt. „Ja. Ich weiß wie du heißt. Einer der Flyer fiel mir in die Hände. Sonst hätte ich dich niemals gefunden. Dein… Körper… hat seinen Namen nicht verraten, als er meine Familie umbrachte. Es war also eine Art Zufall, dass ich auf dich gestoßen bin. Ich heiße Bella. Bella Rosier.“ Er musste wohl schon wissen, dass ich eine Todesserin war. Spätestens jetzt musste es ihm aber klar werden. "Warum ist ein Kopfgeld auf dich ausgesetzt?"
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Ryan Goodwill
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BeitragThema: Re: My Enemy's Enemy   Do 5 Jul 2018 - 13:11

Die junge Hexe überraschte den Metamorphmagus erneut, als sie bezüglich seines Kommentares zu ihrer Bleibe zu grinsen begann. Er hatte nicht erwartet, dass sie seine Worte mit Humor nehmen müsste. Vielmehr hatte er sich darauf vorbereite, sich möglicherweise wieder verteidigen zu müssen. Doch die Rettungsaktion sollte vermutlich ausreichen, um zu beweisen, dass ein Funke Vernunft in der Todesserin steckte. „Im Vergleich mit der Gasse, ist das hier natürlich ein Palast. Alles eine Frage der Perspektive“, entgegnete Ryan trocken und zuckte dabei mit den Schultern. Wenn der einzige Standard war, dass man nicht auf der Straße leben wollte, war die Absteige der jungen Frau natürlich vollkommen ausreichend. Doch darüber wollte er sich nicht weiter auslassen. Er war zwar durch reines Glück in den Besitz eines wirklich großen Anwesens gekommen, bewohnte allerdings nur wenige Zimmer des Hauses und verbachte die Zeit, die er Zuhause war zum Großteil in dem kleinen Laborraum im Keller des Gebäudes. Celina und Gwendolyn hatten seine Art zu wohnen als sehr trostlos beschrieben. Ryan führte aber ohnehin ein Leben, welches nicht beinhaltete am Abend nach Hause zu kommen, um sich dort wohlzufühlen und zu entspannen. Dafür hatte er weder Zeit, noch erfüllte er die Voraussetzungen, um wirklich entspannt und glücklich sein zu können.
Natürlich kannte die Hexe, welche sich als Bella Rosier vorstellte, seinen Namen bereits von Pruecillas Kopfgeld-Plakaten. Das war das Problem mit diesen Flyern. Jeder kannte seinen Namen und sein Gesicht und nicht wenige von den Leuten waren bereit ihr Leben zu riskieren, um Ryans zu beenden. Die wenigsten Fragten sich, warum der Betrag so hoch war. Der potentielle Reichtum ließ die Menschen blind werden und genau das hatte Pruecilla vermutlich beabsichtigt. Ryan war sich sicher, dass jemand, der Ryans Kopf zu der alten Hexe bringen würde, selber nicht mehr lange leben würde. Das Geld würde diese Person bestimmt nicht erhalten. Zudem bevorzugte der Metamorphmagus seinen Kopf dort, wo er sich momentan befand.
Eine Rosier, hm? Dann ist das Mal an deinem Arm ja fast obligatorisch.“ Die Stimme des jungen Zauberers war kühl. Er verabscheute die Todesser und er verabscheute Bella trotz ihres tragischen Schicksal dafür, dass sie diesem Orden angehörte. „Du hättest es bei dem Tattoo auf dem Rücken belassen sollen“, fügte Ryan abschätzig hinzu und wollte das Thema dann auf sich beruhen lassen. Er war nicht hier um irgendjemanden zu bekehren, oder Freunde zu finden. Er war primär hier, weil die Rosier ihn vergiftet hatte und zudem, weil sie eine mögliche Verbündete gegen Elija darstellte.
Weil ich dazu neige den falschen Leuten auf die Füße zu treten“, antwortete der ehemalige Ravenclaw mit wenig aussagekräftigen Worten auf die Frage, warum man Kopfgeld auf ihn ausgesetzt hatte. „Wenn du dich immer so aufführst wie heute, dann sollte die Frage eher lauten, warum auf dich keins ausgesetzt ist.“ Ryan schätzte Bella auf jeden Fall so ein, dass sie zu der provokanten und unnachgiebigen Sorte gehörte. Ihr Glück bestand vermutlich darin, dass sie bisher nie auf Pruecilla getroffen war. Die alte Hexe gehörte nämlich zu den wenigen, die auch den dunklen Orden ungefährlich erscheinen ließen. Sie und Elija Cartwright.
Ok, genug sinnloser Smalltalk.“ Ryan erhob sich vom Bett und griff sich seine Lederjacke, die ihm wohl zur Behandlung des Insektenstichs ausgezogen worden war. Die Jacke wurde angezogen, bevor der Metamorphmagus sich wieder an Bella Rosier wandte, die noch immer auf ihrem Sessel saß. „Ich sollte dir zeigen, wer wirklich das Ziel deiner Jagt sein sollte.“ Der junge Mann bot ihr seine Hand an. Mit Ryan zu apparieren wäre für die Todesserin der einzige Weg, um das Anwesen direkt zu erreichen. Nur ausgewählte Personen konnten die Schutzzauber durchtreten. „Du wirst dir danach wünschen, dass du nur mich hättest töten müssen.“ Ryan war kein leichter Gegner, aber seine Kräfte waren ein Witz, wenn man sie mit denen von Elija Cartwright verglich. Cartwright gehörte definitiv nicht zu jenen Zauberern, die man in einer Gasse mit einem Schockzauber angreifen sollte.
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Bella Rosier
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BeitragThema: Re: My Enemy's Enemy   Sa 7 Jul 2018 - 10:05

Mir liegt nicht viel an Komfort – wie die Sternanzahl eines Hotels. Hier interessiert es keinen wer du bist oder was du machst, wenn du dein Zimmer bezahlen kannst. Außer du heißt Ryan Goodwill und bist 3000 Galleonen wert. Der Hauself ist auf uns aufmerksam geworden. Du hast nicht mehr viel Zeit, bis eine Horde der schlimmsten Verbrecher des Landes dieses Zimmer stürmt.“ Ich ging hinüber zur Tür und zog sie einen Spalt auf. Auf dem Gang davor war niemand, ich hörte auch keine Stimmen. „Scheint noch alles ruhig zu sein.“ Lange würde es aber nicht mehr dauern.

Ja. Ich bin eine Rosier.“ Stolz schwang in meiner Stimme mit. Meine Familie war verwandt mit den größten Reinblutfamilien Englands und gehörte zu den Unantastbaren Achtundzwanzig. Mit diesem Titel rühmten sich die Familien Englands, die bis dato immer noch reinblütig waren und nicht durch Muggelblut in ihren Reihen verwässert waren. Ich strich gedankenverloren über meinen Nacken. „Es geht dich nichts an was ich mir wo tätowieren lasse. Wir sind nur hier zusammen in diesem Raum weil du mir noch einiges zu erklären hast. Unsere Gesinnungen bleiben dabei außen vor.“

Ich harkte nicht nach, sondern nickte nur wissend. Er wollte nicht darüber sprechen und wenn ich ehrlich war, dann interessierte es mich auch nicht sonderlich. Er steckte wohl in einigen Schwierigkeiten. „Kein Wunder, wenn anscheinend jemand mit deinem Gesicht herumrennt und Leute tötet.“ Ich konnte diese Geschichte noch immer nicht wirklich glauben aber solange ich nicht sicher war, dass Ryan der Mörder meiner Familie war konnte ich nichts gegen ihn unternehmen. Irgendetwas sagte mir, dass ich ihm in dieser Sache vertrauen konnte, sonst hätte er mich wohl schon längst getötet. „Niemand interessiert sich für mich. Deswegen bleibe ich unbemerkt. Mein einziges Streben gilt der Beseitigung dieses Mannes, den du anscheinend kennst. Ich werde alles daran setzen ihn zu finden und ich hoffe, dass du mir die nötigen Informationen liefern kannst. Aber vorher müssen wir von hier verschwinden. In der Stadt ist es nicht mehr sicher.“ Ich sah durch das dreckige Fenster hinaus auf die Gasse. In jedem Winkel lauerte eine dunkle Gestalt. „Kannst du aufstehen?“ fragte ich ihn, da er immer noch auf dem Rand des Bettes saß. „Noch einmal trage ich dich bestimmt nicht.
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Ryan Goodwill
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BeitragThema: Re: My Enemy's Enemy   Sa 7 Jul 2018 - 19:28

Machst du dir etwa sorgen?“, grinste Ryan provokant. Er war schon lange nicht mehr sicher, aber er hatte gelernt damit zu leben und er hatte sich sogar ein Stück weit daran gewöhnt, dass jeder auf den Straßen Londons ein potentieller Feind sein könnte. Er kam vermutlich so gut mit dieser Situation zurecht, weil der Tod ihm keine Angst machte. Sein Leben hatte sich in den vergangenen Monaten verändert. Er erfüllte nur noch Aufgaben, die er sich selbst auferlegt hatte. Er versuchte jene zu schützen, die ihm wichtig waren und jene zur Strecke zu bringen, die es verdient hatten. Doch er wusste auch, dass er vermutlich bei niemandem eine große Lücke hinterlassen würde, wenn er eines Tages einen Kampf endgültig verlieren würde. Celina, Gwendolyn und Hector würden vermutlich am meisten trauern. Doch sie würden darüber hinwegkommen. Vanessa hatte sich ohnehin von ihm distanziert und Farine hatte keine Zeit, um zu trauern. Die neusten Geschehnisse hatten sie stark eingespannt. Ryan fand merkwürdigerweise Trost in dem Gedanken, dass ihn niemand lange vermissen oder betrauern würde. Er würde weiter seinen Idealen folgen und den Tod herausfordern, bis dieser ihn eines Tages bezwingen würde. Doch Ryan war auch entschlossen nie kampflos aufzugeben. Der Tod konnte ihn haben, aber er sollte es nicht leicht haben. „Ich kann auf mich aufpassen. Die Frage ist, ob du das kannst.“ Bella war entschlossen den Mörder ihrer Familie zu stellen und Ryan wusste was es bedeutete, sich Elija Cartwright zum Feind zu machen. Die Erfolgschancen standen schlecht und sie würden sich voraussichtlich nicht stark steigern lassen. Bei dieser Mission war neben einer Menge Können auch eine gehörige Menge Glück von Nöten.
Die Frage, ob er aufstehen konnte, beantwortete der Metamorphmagus, indem er es tat. Der Kopfschmerz war fast verschwunden und auch der Schwindel hatte ihn verlassen. Die paar Stunden der Ohnmacht hatte sein Körper scheinbar für eine erfolgreiche Regeneration verwendet. „Jetzt bin ich für den Transport zuständig.“ Goodwill griff nach dem Unterarm der Todesserin und im nächsten Moment waren die beiden aus Bellas Zimmer verschwunden.

Einen Herzschlag später fanden sich Todesserin und Auror vor dem Haupteingang des Cartwright-Anwesens wieder. Skeptisch betrachtete Ryan seine Begleiterin und zog dann die Augenbrauen hoch. „Du hast es schadlos überstanden. Das hat noch nie funktioniert.“ Natürlich entsprach das nicht der Wahrheit, aber da Bella derartige Sprüche fast pausenlos von sich gab, begann Ryan diese verbalen Seitenhiebe zu erwidern. „Hier kann uns niemand finden.“ Viele Schutzzauber verhinderten, dass unbefugte Personen das Anwesen betreten, oder überhaupt finden konnten. Eine der wenigen hilfreichen Dinge, die die Cartwrights zustanden gebracht hatten.
Ryan deutete mit einer Handbewegung an, dass Bella ihm folgen sollte. Er griff nach dem Türgriff, wodurch das Schloss der Tür sich öffnete und die beiden eintreten konnten. Das Licht in der Eingangshalle war schwach und dennoch wirkte sie einladende, wenn auch altmodisch. „Der Mann, den du suchst, ist ein Vorfahre von mir. Er ist ein Psychopath und vollkommen unberechenbar. Das wird keine einfache Sache“ Jedes Zögern und jeder Zweifel wären genug, um dem ohnehin schon überlegenen Elija den Entscheidenden Vorteil geben würde. Goodwill öffnete eine der hölzernen Türen in der Eingangshalle. Diese offenbarte eine Treppe, die in das Kellergeschoss führte. Die Katakomben unter dem Anwesen ähnelten einem Labyrinth. Wer sich hier nicht auskannte, konnte sich leicht verirren. Auch Ryan kannte nicht alle Gänge. Glücklicherweise hatte er im Anwesen eine Karte gefunden. Den Weg zu seinem momentanen Ziel kannte er jedoch in- und auswendig. Schließlich verbachte er in keinem Raum mehr Zeit, als dort. „Du musst entschlossen sein zu töten. Ein Überraschungsmoment an einen Schockzauber zu verschwenden ist ein Zeichen mangelnder Entschlossenheit und zudem ziemlich dumm.“ Ryans Stimme schwang in einem neutralen Ton und wirkte somit vollkommen emotionslos. „Rachegefühle zu hegen ist eine Sache. Sich wirklich zu Rächen eine andere. Lerne zu töten, oder du wirst selbst sterben.“ Nachdem Ryan die Todesserin um einige Abbiegungen der Kellergänge geführt hatte, legte er seine Hand auf eine steinerne Tür und murmelte unverständlich einige Worte. Die Tür öffnete sich und offenbarte einen geräumigen Raum, der von magischen Lichtern beleuchtet wurde. Der Blickfang des Raumes war zweifelsfrei das alte steinerne Becken, welches in einer Ecke platziert worden war. Es handelte sich um ein altes Denkarium, dass Ryan hier vorgefunden hatte. Über dessen Ursprung hatte er in den Aufzeichnungen der Cartwrights nicht gefunden. Neben dem Becken waren zwei alte Holzschränke mit schweren Schubladen platziert worden. In diesen befanden sich sämtliche Erinnerungen Elijas, die Ryan seinem Unterbewusstsein bereits entnehmen konnte. Cartwright hatte diese vermutlich unfreiwillig in Ryans Kopf zurückgelassen, als er aus dem Körper der ehemaligen Ravenclaws verbannt worden war. Die Erinnerungsfragmente tauchten häufig in Form von Albträumen auf und wurden dann von Ryan extrahiert und in diesem Raum aufbewahrt.
Doch das Denkarium war nicht alles in diesem Raum. Zwei große Bücherregale waren teilweise von Ryan gefüllt worden. Darin befanden sich die Bücher aus Kaschandra, Aufzeichnungen der Cartwrights und auch die Notizen von Ryans Mutter, welche diese über Elija gesammelt hatte. Neben den Regalen waren einige Tische aufgestellt, auf denen verschiedene Gegenstände lagen. Viele von diesen wollte Ryan noch untersuchen, kam jedoch nicht dazu. Darunter waren unteranderem der fluoreszierende Stein und die Phiole mit dem goldenen Wasser aus Kaschandra. Beides hatte der Metamorphmagus noch nicht genauer unter die Lupe genommen. Unter einem der Tische stand zudem ein alter und nicht weiter auffälliger Safe.
Fass hier nichts an!“ Es war das erste Mal, dass Ryan jemanden mit in diesen Raum genommen hatte. Hier erforschte er Elija und sein Leben. Bisher hatte er es nicht gewagt jemanden mit dem Wissen dieses Raumes zu belasten. Wer über Elija bescheid wusste, wurde automatisch zu einem seiner Ziele. Keinem seiner Freunde wollte er das antun. Doch die junge Frau, welche Ryan niemals als Freundin ansehen könnte und die zudem Idealen folgte, die Goodwill zutiefst verabscheute, war in dieser Angelegenheit vermutlich die beste Verbündete. Ihr größter Vorteil war, dass ihr Tod verkraftbar. Ihr Schutz war daher nichts, was ihn von den wichtigen Zielen ablenken konnte.
Ryan zog gezielt ein Pergament aus dem Regal hervor und breitete dieses auf dem einzig leeren Tisch aus, welcher sich in der Raummitte befand. An diesem waren zudem einige Stühle platziert, von denen der Metamorphmagus allerdings keinen gebrauch machte. Er entfaltete das Pergament und offenbarte der Todesserin einen Ausschnitt aus einem Stammbaum der Cartwrights.

Stammbaum:
 

Elija Cartwright. Der Ursprung und der Fluch dieser Familie und der Mörder deiner Familie.“ Erneut zog Ryan etwas aus dem Bücherregal. Dieses Mal handelte es sich um ein altes Buch, welches die Frage beantworten sollte, welche nun zwangsläufig aufkommen würde. Goodwill schlug eine Seite des Buches auf und deutete auf einen Abschnitt. „Er ist über 200 Jahre alt. Du kannst dir sicher vorstellen, wie mächtig er sein muss.

Buchausschnitt:
 
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Bella Rosier
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BeitragThema: Re: My Enemy's Enemy   Fr 13 Jul 2018 - 22:44

Wäre unschön wenn die Anderen dich umlegen bevor ich es tun kann.“ antwortete ich ihm kühl und riskierte einen weiteren Blick hinaus auf die Gasse. Es blieb still, doch ich spürte dass sich etwas da unten zusammenbraute. Ich zog eine Augenbraue hoch als Reaktion auf seine Worte, die mehr als lächerlich waren. „Ich passe schon seit Jahren auf mich selber auf.“ sagte ich nüchtern. „Man kann sich nicht gerade in Sicherheit wiegen wenn man Mitglied des Todesseordens ist. Die Liste der Feinde ist lang.“ Er musste nicht wissen, dass ich seit dem Tod meiner Familie dem Orden den Rücken zugekehrt hatte. Ich hatte nicht vor in seiner Gunst aufzusteigen. Ich verachtete Ryan Goodwill und hielt es für das Beste wenn er die gleichen Gefühle für mich hatte. Deshalb wich ich ihm auch aus als er plötzlich auf mich zu ging und die Hand nach mir ausstreckte. Was hatte er vor? Bevor ich irgendetwas sagen konnte oder hinterfragen konnte hatte er dennoch meinen Arm gepackt und alles um mich herum verschwamm auf eine Art, die ich schon kannte. Warum apparierte er jetzt mit mir? Er hätte auch ohne mich verschwinden können, doch aus einem mir noch nicht ersichtlichen Grund wollte er mir die Wahrheit sagen und mich zu einer Art Mitwisserin machen. Er kannte mich nicht und wir standen in keinerlei Schuldverhältnis zueinander. Was wollte er?

Ich spürte einen Windhauch und dann standen wir auf einem mir unbekannten Gelände, vor einem alten, dunkel wirkenden Herrenhaus. „Was zum Teufel.“ sprach ich aus und rückte ein Stück von Ryan ab, der immer noch meinen Arm fest hielt. Ich riss mich los. „Wer hat dir erlaubt mir derart auf die Pelle zu rücken?“ Ich betrachtete Ryan von der Seite, der hinauf zum Haus starrte. „Du meinst, dass den meisten Leuten mit denen du apparierst, die Gliedmaßen um die Ohren fliegen?“ Ich lachte kurz auf. „Tut mir leid dich enttäuschen zu müssen aber ich bin noch ganz.“ Zur Verdeutlichung meiner Worte zeigte ich mit der Hand auf meine Beine. Ich atmete erleichtert aus als er mir klar machte, dass dieser Ort sicher war. „Wo sind wir?“ fragte ich und folgte ihm ins Haus. Es roch ein wenig nach altem Holz und die Einrichtung war alles andere als modern, doch ich fühlte mich eigenartigerweise wohl. Ich spitzte die Ohren als Ryan anfing seine Geschichte zu erzählen. „Dass der Mörder meiner Familie ein Psychopath ist, war mir schon klar.“ bemerkte ich an. „Er hat meinen kleinen Bruder getötet. Er war zehn Jahre alt.“ Ein Schauder lief mir über den Rücken und mein Mund wurde ganz trocken, doch Tränen hatte ich deswegen schon lange nicht mehr geweint. „Ich habe nicht erwartet, dass es einfach wird. Ich war schon überrascht, dass ich dich so schnell gefunden habe. Spätestens da hätte ich wissen müssen, dass du es nicht sein kannst. Tut mir leid aber dein zweites Ich ist ein wenig mächtiger als du.“ Das wusste er sicherlich bereits. Aber es tat gut ihm das unter die Nase zu reiben. Ryan öffnete eine Tür zu einer Art Treppe, die hinunter in den Keller des Hauses führte. Doch dies war nicht nur ein Keller, es war eine geheimnisvolle Landschaft aus weiteren, verzweigten Gängen und Zimmern. „Wow. Bist du sicher, dass wir hier irgendwann auch wieder heraus finden werden? Ich würde ungern in dieser Bude sterben weil ich mich in deinem Keller verirrt habe.“ Dennoch hielt ich mit ihm Schritt, es schien als würde er sich hier wie in seiner Westentasche auskennen. So langsam dämmerte mir wo wir uns befanden. „Ist dies dein Elternhaus?“ fragte ich ihn. Die Goodwills schienen wohlhabend zu sein. Warum nur kannte ich seine Familie dann nicht? „Unterschätz die einfachsten Zauber nicht. Du hast ihn zumindest nicht kommen sehen. Sei froh, dass es nicht der Todesfluch war. Der hätte dich auf der Stelle kalt gemacht bevor du auf mich aufmerksam geworden wärst.“ Ich schwieg nach seinen nächsten Worten. Er hatte Recht. Mir war klar, dass ich alles andere als eine eiskalte Mörderin war, die ich unbedingt werden musste, wenn ich den Mörder meiner Familie entgültig zur Strecke bringen wollte. „Danke für den Tipp. Hast du Erfahrung im Töten?“ Skeptisch betrachtete ich ihn. Er war jung – hatte vielleicht er erst vor kurzem seinen Abschluss gemacht. Woher wusste er so viel? Was war mit diesem Typen los? Irgendwas stimmte doch nicht mit dem.

Wir gelangten zu einer steinernen Tür und Ryan faselte einige Worte, die keinen Sinn zu haben schienen. Dahinter kam ein weiterer Raum zum Vorschein, der heller erleuchtet war als der Gang aus dem wir eintraten. „Und hier vollziehen du und dein Psychopathenonkel-Schrägstrich-Zwilling ihre Opferrituale?“ murmelte ich als ich mich in die Mitte des Raumes stellte. Ich deutete auf das Becken, welches in der Ecke stand.

Doch es war kein Opferbrunnen – es war eine Art Denkarium. Ein steinaltes Denkarium. Ich hob die Hände als er mir befahl nichts der Sachen anzufassen, die in den Schränken an der Wand standen. „Keine Panik.“ Es schien ihm wichtig zu sein. Das respektierte ich. Er zog ein Stück Pergament hervor und breitete es auf dem Tisch aus. Ich stellte mich daneben und versuchte zu lesen was darauf geschrieben stand. Es war ein weit verzweigter Stammbaum, der viele Jahrzehnte zurückreichte. Ich kannte diese Art der Ahnenforschung. Der Stammbaum der Rosiers sah fast genauso aus, wenn er auch nicht so weit zurück reichte. Ich erkannte schnell, dass die Cartwrights mit einigen der angesehensten Familien der Zaubererwelt verwandt waren. Wie fast alle Reinblutfamilien. Ich pfiff anerkennend. „Es muss dir ziemlich unangenehm sein mit uns verwandt zu sein oder? In dir fließt Todesserblut.“ Ryans Name stand in der letzten Reihe des Stammbaums. Sein Nachname war angeheiratet. Er war ein Schlammblut. Das hatte ich schon geahnt aber dennoch verblüffte es mich kurz. Ich sah auf als er den Namen des Mörders nannte. Elija Cartwright. Der Namensgeber der Familie, der Patron.“ Ryan ging wieder hinüber zu dem Regal und zog ein Buch hervor, welches er neben das Pergament legte und eine Seite aufschlug. „200 Jahre?“ Ich nickte wissend. „Er muss wirklich sehr mächtig sein." Ich las den Abschnitt weiter. „Er ist ein Metamorphmagus? Wie soll ich ihn da bloß finden?“ Verzweifelt schlug ich mit der Hand gegen meine Stirn. „Wie bekommt man ihn zu fassen? Du musst es mir sagen!“ Es schien nicht so als würde Ryan in tiefe Trauer verfallen wenn sein Urahne getötet werden würde.
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My Enemy's Enemy
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