Harry Potter - Foren-RPG
 
StartseiteFür NeulingeNeulingsportalMitgliederAnmeldenLogin
Gryffindor

24 Punkte

Slytherin

77 Punkte

Ravenclaw

76 Punkte

Hufflepuff

113 Punkte
____________

Orden

0 Punkte

Professoren

2 Punkte

Todesser

0 Punkte

Ministerium

6 Punkte
Hauptplotevents:

Event:

Infos:


Gesucht:


Unterricht (Gruppe 2):



Zu Starten:

Zu Beenden:

Wichtige Eilmeldungen
des Tagespropheten:


Umloggen
Benutzername:

Passwort:


Teilen | 
 

 Die Karte der verborgenen Stadt

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten 
Gehe zu Seite : Zurück  1, 2
AutorNachricht
Celina Recshire
Auszubildende Aurorin || Animagus
avatar

Anzahl der Beiträge : 55
Anmeldedatum : 13.04.18

Charakterbogen
EP:
4200/4400  (4200/4400)

BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   Do 17 Mai 2018 - 0:28

Ich musste zugeben, dass ich selbst nicht wirklich daran geglaubt hatte, dass es funktionieren könnte, weswegen ich eher verblüfft als stolz auf Ryans Kommentar mit einem raschen Lächeln antwortete, ohne den Blick von der Stadt zu nehmen, die sich vor uns auftat. In wenigen Minuten würden wir endlich erfahren, was die Stadt vor der Außenwelt all die Jahre geheim gehalten hatte. Vielleicht finden wir eine Bibliothek mit Zaubern, die nicht mehr bekannt sind sprach ich den ersten Gedanken aus, der mir beim Anblick der Dächer in den Sinn kam. Es gab mit Sicherheit  einige alte Zauber, die im Laufe der Jahre in Vergessenheit geraten waren und da Kaschandra dafür bekannt war, dass einige alte und starke Zauberer die Stadt bewohnt hatten, rechnete ich schon beinahe damit, dass es irgendwo noch Schriftrollen gab, die unser Wissen erweitern könnten. Vielleicht könnten sie auch gegen Pruecilla nützlich sein Fast schon sehnsüchtig starrte ich die Stadtmauer an und konnte kaum erwarten, das Land unter meinen Füßen zu spüren und dieses Mal ausnahmsweise nicht wegen meiner Seekrankheit, die ich für einen Augenblick ignorieren konnte. Ich wollte das Wissen in mir aufsaugen, welches sich in den Gemäuern der Häuser befand, ich wollte wissen, wie die Leute gelebt hatten und ich wollte wissen, was die Insel noch so für uns bereit hielt.

Ich warf mir meine Jacke über die Schultern, bevor ich vom Boot aus auf das Festland sprang. Kaum zu glauben, wie froh ich darüber war, endlich wieder Erde unter den Füßen zu spüren. Wenn überhaupt nur aus Büchern Ich kam gar nicht mehr aus dem Staunen heraus, während ich Ryan folgte und immer wieder nach links und nach rechts sah, um möglichst viel von meiner Umgebung in mir aufzunehmen, während sich meine Hand um den Zauberstab ballte, den ich mit einer gewissen Alarmbereitschaft gezückt hielt. Ich rechnete bei jedem Schritt damit, dass mir irgendjemand entgegen sprang und mich angriff. Meinst du, hier herrscht noch Leben? Irgendwie konnte ich mir nicht vorstellen, dass irgendetwas außer ein paar Vögel hier überlebt hatte. Andererseits konnten Zauberer steinalt werden und konnten sich auch sonst fortpflanzen. Einen Weg an Nahrung zu kommen, gab es immer. Aber wenn die Stadt völlig leer stehen würde - was war aus den letzten Einwohnern geworden?
Ryans nächste Frage ließ mich umsehen, bevor ich auch das Glänzen zwischen den Pflanzen hindurch erkennen konnte. Leicht kniff ich meine Augen zusammen und lief an ihm vorbei. Naja, es ist Kaschandra. Ich glaube, hier ist alles magisch. Ich verwies bei meiner Antwort auf den Weg, wie wir die Stadt überhaupt gefunden hatten. Hier musste man um die Ecke denken und selbst das Unmöglichste für möglich halten. Aber es ist hier wunderschön Fast schon andächtig näherte ich mich dem Wasser und hob einen kleinen Ast vom Boden auf, um dessen Ende vorsichtig in das flüssige Gold zu tauchen, denn so ganz wollte ich dem hier doch nicht trauen. Ich würde gerne etwas davon mitnehmen murmelte ich und ärgerte mich zeitgleich darüber, dass ich keine Phiole oder ähnliches bei mir trug, um das besondere Wasser als Andenken mitnehmen zu können. Schweigsam stand ich wieder auf, nachdem ich mich kurz hingekniet hatte und betrachtete die Umgebung genauer. Irgendetwas an diesem Ort hatte eine Beruhigende Wirkung auf mich, weswegen ich für einen Moment den Zauberstab sinken ließ und das Wasser dabei beobachtete, wie es aus einer Quelle im Fels entsprang.

Warte mal... Ich wär beinahe dran vorbeigelaufen, als ich hinter dem Wasserfall sah, dass es dort wesentlich dunkler war als normal. Es war wie ein kleiner Raum hinter der Wand aus Wasser, den ich jedoch nicht genau erkennen konnte, ohne näher an das Wasser heranzutreten. Hinter dem Wasserfall ist eine Höhle Ich hatte mich auf den kleinen Felsvorsprung gestellt um einen kurzen Blick hinter den Wasserfall erhaschen zu können, weswegen ich zurück trat um Ryan vorzulassen, falls er ebenfalls nachschauen wollte. Vielleicht konnte er ja auch durch Tieraugen mehr erkennen als ich mit meinen normalen, menschlichen. An dem ganzen hier ist etwas faul. Die Stadt kann doch nicht vollkommen leer stehen und warum ist dieses Wasser ausgerechnet gold? Für mich ergab sich daraus keinen Sinn aber vielleicht würden wir Antworten auf unsere duzenden Fragen finden, wenn wir in die Stadt gehen würden.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Ryan Goodwill
Auszubildender Auror || Metamorphmagus
avatar

Anzahl der Beiträge : 577
Anmeldedatum : 01.11.14

Charakterbogen
EP:
5496/5600  (5496/5600)

BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   Fr 18 Mai 2018 - 20:59

Es gibt Pflanzen. Würde das ohne Tiere überhaupt funktionieren?“ Ryan war, wie bereits erwähnt, kein Experte, was solche Dinge anging. Aber er schloss es aus, dass eine derartige Vegetation vollkommen ohne eine entsprechende Fauna überleben konnte. Zumindest Insekten sollten vorhanden sein. Eine alternative Erklärung wäre natürlich wieder die Magie. Aber Ryan sah nur wenig Sinn darin, dass jemand sich die Mühe machte, um die Flora magisch zu erhalten, ohne dabei Rücksicht auf den Erhalt der Fauna zu geben. Beantworten konnte er Celinas Frage aber dennoch nicht. Ob menschliches Leben existierte, war wieder eine andere Frage. „Ob es noch Einwohner gibt, werden wir nur in der Stadt erfahren. Ich frage mich eher, ob es wirklich Menschen waren, die Kaschandra errichtet haben.“ Es gab viele intelligente Wesen in der magischen Welt und es gab auch Arten, die schon lange ausgestorben waren. Es wäre arrogant dieses Wunderwerk, ohne die passenden Beweise, als Werk aus Menschenhand einzuordnen.
Die beiden traten durch eine letzte Reihe von Bäumen, bevor sie schließlich vor einem Fluss standen, welcher von einem großen Wasserfall genährt wurde. Das wohl atemberaubendste war aber das Wasser, welches flüssigem Gold glich. Es war Ryan ein Rätsel woher diese unwirklich scheinende Farbgebung stammte. Geschmolzenes Metall konnte es nicht sein, denn einige Bäume und Sträucher befanden sich nahe dem Wasserfall. Das goldene Wasser floss jedoch in einzelnen Tropfen über die Blätter der Pflanzen, ohne diesen Schaden zuzufügen. „Ja, das ist es“, entgegnete Ryan mit leiser Stimme, ohne den faszinierten Blick von dem einmaligen Naturschauspiel abzuwenden. Ryan entging dabei nicht, dass Celina gerne etwas von dem Wasser mitnehmen würde. Auch er trug kein Gefäß bei sich. Doch der Weg würde sie bestimmt noch einmal zu dem Wasser führen, weshalb er sich vornahm in der Stadt eine Phiole oder ähnliches aufzutreiben.
Der Metamorphmagus dachte gerade darüber nach, auf welchem Weg die beiden Auroren wohl am besten zur Stadt gelangen würde, als Celina eine weitere Entdeckung machte. Hinter dem Wasserfall schien es eine Höhle zu geben, welche der ehemalige Ravenclaw nun auch betrachten wollte. Er begab sich auf den Felsvorsprung, den die Begleiterin extra freigegeben hatte, um ihre Entdeckung zu begutachten. Der Eingang war dunkel und auch ein kurzer Blick durch die Tigeraugen brachte keine besonderen Erkenntnisse. „Es scheint weit in den Berg hinein zu führen. Wir sollten hierher zurückkehren.“ Es würde Ryan keine Ruhe lassen, wenn die beiden die Höhle unerkundet lassen würden, weshalb er sich fest vornahm diesen Ort auf dem Rückweg erneut zu besuchen. Ohnehin hatte er ja schon geplant das goldene Wasser auf dem Rückweg in eine Phiole zu füllen.
Wir sollten die Antworten innerhalb der Stadtmauern suchen“, entgegnete Ryan, während er von dem Felsvorsprung zurücktrat. „Wenn wir Glück haben, gibt es dort sogar jemanden, der uns die Fragen beantwortet.“ Ein Grinsen legte sich auf Ryans Lippen, bevor er sich erneut an die ehemalige Slytherin wendete: „Hoffentlich ist das nicht eine dieser Kannibaleninseln.“ Ein solcher Umstand hätte in den Mythen bestimmt Erwähnung gefunden. Hier bestand die größte Gefahr vermutlich darin, dass man aus Versehen mit einem Speer getötet werden könnte.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Celina Recshire
Auszubildende Aurorin || Animagus
avatar

Anzahl der Beiträge : 55
Anmeldedatum : 13.04.18

Charakterbogen
EP:
4200/4400  (4200/4400)

BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   Sa 19 Mai 2018 - 1:31

Ich zuckte mit den Schultern und strich gedankenverloren über ein Pflanzenblatt. Kräuterkunde war nie mein bestes Fach gewesen, ich hatte es lediglich mit einem "Annehmbar" geschafft. Es sind sicher auch einige Pflanzen, die durch andere...Dinge am Leben gehalten werden Ich legte meinen Kopf in den Nacken, als ich den einsamen Schrei einer Möwe vernahm, die jedoch auch außerhalb von Kaschandra gelebt haben könnte, weswegen ich mir da keine Hoffnungen machte, irgendein Tier oder einen Menschen zu treffen - auch wenn es wesentlich spannender wäre, einen Einwohner der mysteriösen Stadt höchstpersönlich antreffen zu können, weswegen ich zu Ryan hinüber sah als er die Einwohner Kaschandras erwähnte und auch seine Meinung äußerte. Meinst du, es könnten auch Kobolde oder ähnliches gewesen sein? fragte ich mit dem Hintergedanken, dass es vielleicht auch Wesen gewesen sein könnten, die uns nicht bekannt waren. Ich weiß nicht. Ich kenn mich damit nicht aus aber ich denke Kobolde haben ihre Eigenarten, ihre Merkmale - schau dir nur Gringotts an Ich war mir zwar nicht sicher ob die Zaubererbank von Kobolden erbaut wurde aber da sie von einem gegründet wurde, ging ich stark davon aus, dass der Koboldstolz auch dafür gesorgt hatte, dass die Bank von Kobolden erbaut wurde. Vielleicht gibt es hier Tiere oder Kreaturen, die man bei uns gar nicht mehr kennt spann ich begeistert meine Gedanken weiter und ließ Ryan daran teilhaben, bevor ich von dem Felsvorsprung zurück auf den Boden sprang, als der ehemalige Ravenclaw sich an den Rand stellte um einen Blick hinter den Wasserfall werfen zu können.

Währenddessen sah ich mich in der Umgebung um, um vielleicht ein paar ungewöhnliche Dinge zu entdecken, die mein Misstrauen oder mein Interesse wecken könnten. Ich war mir noch nicht sicher, mit welcher Haltung ich die Stadt betreten sollte: Vielleicht erwarteten uns hinter dieser Mauer Kreauturen, die sich in den letzten Jahrhunderten soweit entwickelt hatten, dass es unmöglich war, gegen sie anzukommen? Ich hatte nicht vor, gegen irgendjemanden zu kämpfen aber ich wusste auch nicht, auf was wir treffen würden.
Ich bin zu zäh - die würden vermutlich dich auswählen und dich überm offenen Feuer rösten. erwiderte ich und warf ihm ein leichtes, provokantes Grinsen zu. Vielleicht geben sie mir ja was ab Den Kommentar konnte ich mir nicht verkneifen, bevor ich mir einen Weg durch die Pflanzenwelt in Richtung Stadtmauer bahnte. Wir wussten zwar nicht wo sich genau der Eingang befand und ob wir überhaupt reinkommen würden aber was wären wir, wenn wir nicht die Magie nutzen würden? Homenum Revelio Den Zauberstab gezückt wartete ich darauf, ob uns angezeigt wurde, ob sich eventuell andere Menschen in der Nähe befanden doch abgesehen von Ryan wurde mir keine Menschenseele offenbart, die in diesem Moment anwesend war, weswegen ich mich augenblicklich einwenig entspannte. Doch das musste nicht heißen, dass hier absolut niemand war. Okay, es würde viel zu lange dauern, wenn wir jetzt noch nach dem Eingang suchen Ich biss mir nachdenklich auf die Unterlippe, denn Kaschandra befand sich zwar auf einer Insel, war aber nicht gerade klein. Wie viele Zauberer hatten zu ihren Lebzeiten dort gelebt? Ich wollte mir nicht vorstellen, wie es gewesen war, als Hexe dort zu leben - vollkommen abgeschottet von jeglicher Zivilisation abgesehen von den Bürgern Kaschandras. Ein Blick zur Stadtmauer hinauf sagte mir, dass es unmöglich war sie ohne Zauberkraft zu überwinden. Ryan hätte mit seiner Metamorphmagusgestalt keinerlei Probleme aber ich besaß solch derartige Fähigkeiten nicht. Es gab lediglich einen Zauber, der eine schwebende Platte hervorbeschwören konnte. Aber ich musste zugeben, dass ich diesen nie wirklich angewendet hatte.

Doch bevor ich mir überhaupt irgendwelche anderen Gedanken diesbezüglich machen konnte, tat sich vor uns ein kleines Tor in der Stadtmauer auf, dessen Anblick mich zufrieden lächeln ließ. Also musste ich mir schon mal keine Gedanken machen, wie wir sonst in die Stadt kommen würden, es sei denn das Tor war überhaupt nicht aufzukriegen. Doch überraschenderweise konnte ich es problemlos aufdrücken um hinter dem schweren Holz die geheimnisvolle Stadt zu finden, die Jahre lang verschollen geglaubt wurde. Mir blieb regelrecht der Mund offen stehen als ich die fürstlichen, alten Gebäude sah, die in voller Pracht zwischen den Türmen errichtet und mit Magie vor dem Zerfall geschützt worden waren. Vor dem inneren Auge konnte ich mir vorstellen, wie es gewesen sein musste, hier aufzuwachsen, weswegen mir der Anblick für einen Moment die Sprache verschlug. Es war keine gewöhnliche Stadt, denn allein die Atmosphäre war anders, abgesehen davon, dass sich keine Seele uns zeigte - sie lag vollkommen verlassen da und wartete schon beinahe darauf, von uns erkundet zu werden. Okay, Ryan Es war ungewohnt, meine Stimme in dieser völlig leer stehenden Stadt zu hören ohne zu wissen, wer uns gerade zuhören konnte. Wo fangen wir an?
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Ryan Goodwill
Auszubildender Auror || Metamorphmagus
avatar

Anzahl der Beiträge : 577
Anmeldedatum : 01.11.14

Charakterbogen
EP:
5496/5600  (5496/5600)

BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   So 20 Mai 2018 - 13:49

Kobolde, Menschen, Zentauren, irgendwas Unbekanntes. Ich habe absolut keine Ahnung“, entgegnete Ryan schulterzuckend. Die Antwort könnte nur die Stadt selbst beantworten und alles andere wäre nicht mehr als reine Spekulation. Kaschandra warf momentan noch mehr Frage auf, als es beantwortete. Die Auroren waren aber bereit dem alten Ort alle Geheimnisse zu entlocken. Es gab also eine ganze Stadt zu entdecken.
Celina und Ryan kämpften sich weiter durch den naturbelassenen Teil der Insel, um auf diesem Weg die Stadtmauer zu erreichen, welche bereits vom Meer aus sichtbar gewesen war. „Ihr solltet mich aber heimlich erlegen. Ich habe gehört, dass Adrenalin schrecklich schmecken soll“, brachte Ryan so trocken hervor, dass man wohl an seinem Verstand zweifeln würde, wenn man mit seiner Art nicht vertraut war. Ein Zauber offenbarte, dass sich im näheren Umkreis zumindest keine Menschen aufhielten. Doch das bedeutete noch lange nicht, dass es keine Lebewesen innerhalb der Mauern gab. Ohne weitere Worte erreichten die beiden die Mauer, welche den Zweck eines unüberwindbaren Hindernisses zweifelsohne erfüllte. Zumindest, wenn man nicht den Segen der wandelbaren Gestalt genoss. Doch auch abseits der Gestaltwandlung gab es Wege, um die Mauer zu erklimmen. Wege, welche allerdings nicht weiter durchdacht werden mussten, da Fortuna wohl auf der Seite der beiden Auszubildenden war. Ein Tor machte jede Anstrengung die Mauer zu überwinden unnötig.
Nach Celina trat Ryan durch das Tor, welches kurz zuvor noch durch eine schwere hölzerne Tür verschlossen gehalten wurde. Den Zauberstab trug er kampfbereit in seiner rechten Hand. Sein Blick war gewillt die Umgebung zunächst systematisch abzusuchen. Die Faszination über das Bild, dass sich ihm bot, erlaubte jedoch für einige Augenblicke keinen klaren und taktisch wertvollen Gedanken. Die Architektur der einzelnen Gebäude war überwältigend und definitiv das Werk eines Meisters. Offensichtlich wurde diese Stadt durch Magie geformt und das vor Ewigkeiten. Die magische Gesellschaft schien gerade im Vergleich mit den Muggel immer ein wenig mittelalterlich, aber dieser Ort war wirklich alt. Es war keine Illusion, sondern ein lang verschollenes Artefakt einer längst vergangenen Zeit. Die Straßen, welche aus einem metallisch glänzenden Stein geformt worden waren, waren frei von allen Lebewesen. Auch wenn sich etwas im Verborgenen aufhalten konnte, verließ Ryan die Hoffnung, dass diese Stadt noch über eine Bevölkerung verfügte. Es waren Ruinen, welche dem Zahn der Zeit durch ihre Magie getrotzt haben. Celina und er waren vermutlich die einzigen, die diesen Ort seit langer Zeit betraten und es lag nun an ihnen die Geheimnisse der mysteriösen Stadt aufzudecken.
Im größten und spektakulärsten Gebäude vielleicht?“, entgegnete Ryan aus Mangel an besseren Vorschlägen. Dabei deutete er auf ein Bauwerk, welches die anderen überragte und das Zentrum eines großen Platzes bildete. Große Säulen waren vor dem großen Eingangstor aufgereiht und es war kaum einzuschätzen, wie groß der Innenraum des Gebäudes ausfiel. In großen Schriftzeichen wurde darauf hingewiesen, um was für ein Gebäude es sich handelte. Zumindest glaubte Ryan das, denn die Schriftzeichen waren ihm völlig unbekannt. „Hatten die Einwohner eine eigene Sprache?“, hüllte er seine Gedanken in Worte. Rein optisch konnte das Gebäude alles von einem Palast, über ein Rathaus, bis zu einem Glaubenshaus sein. Letzteres war in der magischen Welt jedoch eher unwahrscheinlich.
Als die beiden ich dem Eingang des Bauwerks näherten, hallten ihre Schritte über den leeren Platz. Es war furchterregend ruhig. Sogar der Wind schien der Stadt fernzubleiben. Die Atmosphäre war trotz des überwältigenden Anblicks angespannt und auch wenn Ryan sich fast sicher war, dass Celina und er alleine waren, hielt er das Zauberholz weiterhin in seiner rechten Hand. „Da wären mir die Kannibalen fast lieber gewesen“, durchbrach er die Stimme mit einem Grinsen. Einen menschlichen Angreifer konnte man wenigsten Bekämpfen. Die Stille kehrte jedoch immer zurück, sobald die Stimmen der beiden Auroren verstummten.
Sie erklommen die Stufen, die zum Eingang führte, bevor Ryan die hölzerne Tür öffnete. Auf dieser gab es Prägungen aus dunklem Metall. Ebenfalls Schriftzeichen, welche ohne das nötige Wissen keine Interpretation zuließen. Ebenfalls ruhig und ohne jedes Knarren öffnete sich die Tür und offenbarte einen ersten Raum, der bereits Aufschluss über die Art des Gebäudes gab und zudem eine weitere glückliche Fügung des Schicksals darstellte. In einem großen mehrstöckigen Saal offenbarten sich mehrere Tischreihen, hohe Regale und viele Schaukäste. Die Schaukästen waren gefüllt mit diversen Gegenständen, während die Regale unzählige Bücher in sich trugen. Außerdem schienen eine Menge Türen in weitere Räumlichkeiten zu führen. Was zunächst einem Museum ähnelte, schien der Ort zu sein, an welchem Kaschandra sein Wissen gesammelt hatte. „Schon wieder eine Bibliothek“, spottete Ryan, obwohl dieser zum wiederholten Male wirklich überwältigt war. Der Raum verfügte über kein einziges Fenster, war jedoch trotzdem taghell. An den Wänden waren metallische Fassungen angebracht, welche unbehandelte Steine in sich trugen. Die Steine schienen bis auf eine leichte Trübung transparent zu sein und ragten in spitzen unregelmäßigen Formen aus den metallischen Fassungen. Aus dem Inneren der Steine schien ein helles Licht, welches über die Jahre und Jahrhunderte geleuchtet haben musste. Zusätzlich zu den Fassungen an den Wänden, hing im Zentrum des hohen Raumes eine Vorrichtung, welche einem Kronenleuchter ähnelte. Auch hier waren die mysteriösen Steine in metallische Fassungen eingelassen worden. Zudem trug der Leuchter einen metallischen Käfig im Zentrum, welcher mit eben jenen Lichtquellen gefüllt war und den Raum somit mehr als ausreichend ausleuchtete.
Was auch immer die Energiequelle der offenbar magischen Steine war, musste über eine unglaubliche Macht verfügen. Von der Neugier getrieben, nährte sich Ryan einer der metallischen Fassungen an den Wänden. Eine erste Annäherung machte keine Hitze oder ähnliches spürbar, weshalb Ryan seine linke Hand an den leuchtenden Stein legte und dafür sofort bestraft wurde. Ein starker stechender Schmerz fuhr ihm durch Hand und Arm. Reflexartig und unter einem laut des Schmerzes, wurde die Hand zurückgezogen. Es war keine Hitze, oder Elektrizität. Ryan konnte die Art des Schmerzes nicht einordnen, wodurch die magischen Steine nur noch interessanter wurde. „Was kann das sein?“ Die Bücher würden nicht weglaufen, weshalb sich Ryan zunächst den Stein widmen wollte. Auch wenn die Bücher möglicherweise über die Steine aufklären würden, wollte er ein solches Exemplar für eigene Untersuchungen mit sich nehmen. Der schwächste Punkt schien die metallische Halterung zu sein, welche Ryan nun mit dem Zauberstab berührte und dadurch langsam erhitzte. Das Metall begann zu glühen und tropfte langsam zu Boden, so dass die Halterung sehr dünn wurde. Ein Wasserzauber bändigte die Hitze und mit geringem Kraftaufwand ließ sich die Halterung samt Stein von der Wand brechen. Nun musste er nur etwas finden, um den magischen Stein zu verstauen.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Celina Recshire
Auszubildende Aurorin || Animagus
avatar

Anzahl der Beiträge : 55
Anmeldedatum : 13.04.18

Charakterbogen
EP:
4200/4400  (4200/4400)

BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   Mo 21 Mai 2018 - 0:04

Pfeffer und Salz machen selbst das unappetitlichste Fleisch schmackhaft. Selbst, wenn du einen Adrenalinschub hast kommentierte ich seine Worte, ohne den Blick auf ihn zu richten. Viel eher konzentrierte ich mich darauf, auf meine Umgebung zu achten - denn auch wenn alles so friedlich wirkte, konnte ich der Fassade der Stadt noch immer nicht so recht trauen. Irgendwo und irgendwann gab es immer einen Haken, der uns vielleicht das Leben kosten könnte. Kaum hatten wir die Stadt betreten, drehte ich mich immer wieder um, um zu überprüfen, ob uns tatsächlich auch niemand von hinten überraschen wollte, während Ryan vorne die Augen aufhielt. Als er einen Vorschlag brachte, warf ich einen raschen Blick über die Schulter um sehen zu können, wovon er genau sprach und musste beeindruckt nicken, als ich das majestätische Gebäude vor uns erblickte. Da er jedoch vor mir stand und mein Nicken nicht sehen konnte, brachte ich die Bestätigung in Form eines knappen Gut noch einmal zum Ausdruck, bevor ich ihm etwas langsamer folgte.
Wir liefen an mehreren Häusern vorbei, die den Anschein machten, als hätte man sie vor wenigen Stunden erst zuende gebaut. Keinerlei Risse waren in den Wänden zu sehen, noch nicht einmal ein Spinnennetz wurde zwischen den Balken, die die Häuser aufrecht erhielten, gesponnen. Sehr merkwürdig. Gut möglich Ich kniff die Augen zusammen, um gegen die Sonne die Schriftzeichen sehen zu können, die in Stein gemeißelt waren. Runen waren es zumindest nicht, sonst hätte ich sie entziffern können aber da Kaschandra mehrere hundert Jahre alt war, war es auch gut möglich, dass es eine ausgestorbene Sprache war. Wir werden nur rausfinden, was die Schriftzeichen bedeuten, wenn wir reingehen fügte ich hinzu und senkte dabei automatisch die Stimme, je näher wir dem Gebäude kamen. Die Stille, die in dieser Stadt herrschte, war erdrückend laut, sodass ich beinahe schon das Bedürfnis hatte, Geräusche zu erzeugen, auch wenn mir klar war, dass es eher kontraproduktiv wäre. Es sind vielleicht Vorurteile aber ich glaube kaum, dass die Stadt so perfekt aussähe, wenn Kannibalen sie besiedeln würden.

Vor der Tür drehte ich dieser noch einmal den Rücken zu, um einen letzten Blick nach hinten erhaschen zu können, bevor ich Ryan folgte und rasch an ihm vorbei huschte, als ich die Bücherregale sehen konnte. Staunend blieb ich stehen und ließ die ersten Augenblicke in dieser Bibliothek auf mich einwirken, bevor ich schmunzelnd Ryan ansah: Neidisch? Gegen die hier ist deine ja ein Witz zog ich hin auf, wobei ich das keinesfalls ernst meinte. Diese Bibliothek, in der wir uns aktuell befanden und die in dem Anwesen, in dem Ryan hauste, waren nicht miteinander zu vergleichen - die eine war eine Stadtbibliothek, die andere der private Besitz einer Familie. Während Ryan sich für die Fassungen an den Wänden interessierte, spazierte ich ziellos durch die Bibliothek und blieb immer wieder an einer der Vitrinen stehen um mir die Bücher und Gegenstände darunter anzuschauen. Teilweise waren es uralte Bücher, die aufgeschlagen im Schutz des Glases lagen oder auch Pergamentrollen und Federn. Ich wirbelte herum, als Ryan einen Schmerzenston von sich gab und hob den Zauberstab alarmierend hoch, bevor ich merkte, dass es nichts weiter war als Ryan selbst, der sich den Schmerz zugefügt hatte. Langsam entspannte ich mich wieder und verfluchte innerlich meine leichte Paranoia, die ich noch immer nicht hatte ablegen können. Seine Frage jedoch beantwortete ich nicht, sondern drehte mich wieder zu der Vitrine vor mir um, in der sich ein mysteriöses Kästchen befand. Wenn er eine Antwort erwartete, konnte ich ihm diese nicht geben - denn dafür stand ich zuweit entfernt, um mir diese Fassungen genauer anzuschauen.
Das Kästchen aus Holz war geschlossen und offensichtlich von einem geschnitzt, der das Handwerk der Schnitzerei noch nicht so ganz verstanden hatte. Denn die Ecken waren grob, an einigen Stellen gab es deutliche Einkerbungen im Holz und doch hatte man es mit ein paar kleinen Steinchen und Runen verziehrt. Gedankenverloren drehte ich an meinem eigenen Runenring herum, bevor ich meinen Zauberstab auf das Glas richtete: Reducto Ich rechnete bereits damit, dass der Zauber auf eine magisch geschützte Vitrine traf, doch als das Glas zu pulverisieren begann, musste ich zufrieden lächeln. Entweder war der Zauber mit dem Tod des Zauberers verschwunden oder es hatte nie einen Schutzzauber gegeben. Manches war einfach so leicht. Neugierig griff ich nach dem Holzkästchen und besah mir die Runen von nahem. Auch wenn sie nicht ganz den Runen entsprachen, die wir in der Schule kennengelernt hatten, konnte ich sinngemäß die Worte zusammenwürfeln: Glück findet der, der danach sucht Nachdenklich drehte ich das Kästchen in meiner Hand herum, schüttelte es leicht und achtete auf jedes kleinste Geräusch, welches der Gegenstand in meiner Hand geben könnte. Doch außer ein leises Schaben erregte nichts mein Misstrauen, weswegen ich das Kästchen kurzerhand öffnete. Einige flache Steine kamen zum Vorschein, die vermutlich durch Meerwasser geschliffen wurden. Es waren fünf Stück, die etwa so groß waren wie mein Daumen und auf deren Vorderseite jeweils ein Symbol zu sehen war: Vier der Fünf Symbole bestanden aus einem Dreieck, wobei bei zwei Dreiecken die Spitze nach oben zeigte, bei den anderen nach unten. Jeweils eines der beiden Dreiecks-Arten hatte zusätzlich noch einen Strich in der Mitte. Das vierte Symbol war ein Kreis, welcher in 8 Felder aufteilt wurde. Schweigend betrachtete ich die Symbole, konnte jedoch nicht sagen, was sie bedeuten sollten, weswegen ich das Kästchen kurzerhand einsteckte und die Vitrine hinter mir ließ, um mich einem der Bücherregale zu nähern.
Die Bücherregale reichten bis hoch zur Decke, wobei vor allem die Bücher in den obersten Reihen durch ihre zerfledderten Einbände am interessantesten aussahen. Motus Disc! Es störte mich einwenig, dass es hier keinen Besen gab, den ich einfach hätte nutzen können, weswegen ich auf die waagrechte, hervorbeschworene Scheibe zurückgreifen musste, die mit mir nach oben schwebte, damit ich mir die obersten Bücher näher ansehen konnte. Einige Bücher waren tatsächlich auf Englisch geschrieben worden, andere mit Runen und viele Bücher konnte ich aufgrund der fremden Schriftzeichen überhaupt nicht entziffern.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Ryan Goodwill
Auszubildender Auror || Metamorphmagus
avatar

Anzahl der Beiträge : 577
Anmeldedatum : 01.11.14

Charakterbogen
EP:
5496/5600  (5496/5600)

BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   Mo 21 Mai 2018 - 23:24

Ryan wickelte den mysteriösen Stein in ein Tuch, in welches kurz zuvor noch ein Buch eingewickelt gewesen war. As Buch selbst hatte er unbeachtet zur Seite gelegt, da der Einband ihm verraten hatte, dass es um die Aufzucht magischer Kräutergewächse ging. Kräuterkunde und Botanik wurde für ihn auch auf einer geheimnisvollen Insel nicht interessanter, weshalb er die Lektüre nicht weiter beachtete. Den eingepackten Stein verstaute Ryan in seiner Tasche, bevor er Celina ein Grinsen zuwarf. „Ich baue die Bibliothek einfach hier ab und bei mir wieder auf.“ Zuvor hatte er sich noch nicht zu dem Spruch bezüglich der Cartwright-Bibliothek geäußert und auch dieser Spruch war natürlich nur Spaß. Den Stein wollte er genauer untersuchen und keinesfalls einfach als Lichtquelle verwenden.
Celina betrachtete unterdessen die unteren Regale und auch Ryan widmete sich nun den Büchern. Ein erster Blick auf die Buchrücken offenbarte wenige englische Bücher und auch einige in anderen bekannten Sprachen. Die meisten waren allerdings in jenen Schriftzeichen verfasst, welche auch an der Außenseite des Gebäudes zu sehen gewesen waren. Es erschien dem Metamorphmagus also sinnvoll, zunächst ein Buch zu suchen, welches die Schriftzeichen mit einer bekannten Sprache in Verbindung brachte. Am liebsten wäre ihm natürlich Englisch, wobei im Notfall auch Französisch genügen würde. Zwar beherrschte er auch fragmetweise Russisch, war darin aber nicht ausgebildet genug, um sich vernünftig zu verständigen, oder Bücher lesen zu können. Seine Grundkenntnisse stammten von kurzen freiwilligen Unterrichtseinheiten bei Mrs. Romanova.
Doch wie sollte er gezielt nach einem solchen Buch suchen? Die meisten Bücher waren schließlich auf einer Sprache verfasst, die ihm vollkommen unbekannt war. Zudem war er sich noch nicht einmal sicher, ob die Bibliothek auch Literatur über die Sprache Kaschandras enthielt. Aus Mangel an Möglichkeiten begann Ryan also die Regale nacheinander zu untersuchen und nahm dabei vor allem die Bücher in bekannten Sprachen unter die Lupe. Es fanden sich viele interessante Themen, welche er aber zunächst ignorierte. Er war sich nämlich ziemlich sicher, dass die wirklich spannenden Sachen hinter den unbekannten Schriftzeichen verborgen lagen.
Es war einige Zeit vergangen, als Ryan ein englischsprachiges Buch vorfand, welches sich mit dem Erlernen der englischen Sprache beschäftigte. Es wirkte fast wie ein sehr altes Schulbuch. Ein Blick ins Innere des Buches offenbarte, dass der Großteil auf sehr leichtem, wenn auch altmodischem Englisch verfasst worden war. Zwischendurch gab es immer wieder Textblöcke auf der unbekannten Sprache. Sofern die Bücher also thematisch sortiert waren, befand Ryan sich vor dem richtigen Regal. Zudem hatte er auf seiner Suche auch eine Phiole auftreiben können, welche später dazu dienen sollte das Flusswasser für Celina abzufüllen. Diese wurde aber vorerst verstaut.
In der nächsten Stunde untersuchte er also mehrere Bücher dieses Regals. Darunter fand er Bücher, welche tatsächlich dem Erlernen der unbekannten Sprache zu dienen schienen. Ein weiteres fasste sogar Grundlagen auf und lehrte die anderen Zeichen. Zudem ließen sich aus den Lehrbüchern für die englische Sprache genügend Rückschlüsse ziehen, um die Aussprache der einzelnen unbekannten Symbole erschließen zu können. Die Sprache auf dieser Grundlage zu rekonstruieren, würde jedoch mehrere Stunden oder sogar Tage in Anspruch nehmen. Deshalb fasste Ryan den Entschluss eine ausgewählte Sammlung von Büchern, welche eben diese Rekonstruktion erlauben sollten, zu schrumpfen und in seiner Tasche zu verstauen. Damit würde die Arbeit am Abenteuer Kaschandra also auch nach der Erforschung der Insel weitergehen.
Um aus dieser Sprache einen Nutzen zu ziehen, sollten Celina und Ryan aber auf jeden Fall auch weitere Schriftstücke mit sich nehmen. Es wäre unheimlich aufwändig für einige Bücher erneut zurückzukehren. Außerdem war es nach der Enthüllung der Insel nur eine Frage der Zeit, bis andere auf sie stoßen würden. Ryan wollte der alten Stadt gerne ihre Geheimnisse entlocken, bevor Regierungen der Muggel und auch der Zauberer die Insel auf den Kopf stellten.
Nakaschao!“, rief der ehemalige Ravenclaw Celina entgegen. „So heißt die Sprache, der die Schriftzeichen entstammen. Es war tatsächlich etwas Einheimisches.“ Das waren die ersten Erkenntnisse, die Ryan den Büchern entnehmen konnte. Für alles Weitere hatten die beiden nicht genug Zeit. „Wir sollten die vielversprechendsten Bücher verkleinern und mitnehmen. Wir können sie nicht alle hier übersetzen“, teilte er seine Gedanken mit, während er die Regale erneut untersuchte, in welchen er bereits auf interessante Themen gestoßen war. Die Auswahl der Bücher, welche er in seiner Tasche verstaute, verlief nach Gefühl und folgte daher keinem genauen System. Ryan hatte einen Gang gefunden, dessen englischsprachige Bücher verrieten, dass es sich um Bücher über verschieden Zauber und auch Duellzauber handelte. Am Ende dieses Ganges befand sich eine Tür, welche Ryan aufgrund von Neugier nicht unbeachtet ließ.
Seine Hand legte sich auf den metallischen Türknauf, doch das Schloss war verriegelt. „Alohomora.“ Magie des ersten Jahrgangs genügte, um das scheinbar mechanische Schloss zu entriegeln. Fast geräuschlos ließ sich die Tür öffnen und die Kammer dahinter war, angesichts der großen Bibliothek, unerwartet klein. Dort drin befand sich ein weiterer Schaukasten, welcher eine Schriftrolle in sich trug. Außerdem befand sich am Ende des länglichen Raumes eine menschengroße Figur, welche an die Trainingspuppen aus dem Duellierclub erinnerten. Abgesehen vom Schaukasten und der Figur war der Raum leer. Lediglich einige der magischen Steine waren noch vorhanden, um den fensterlosen Raum mit Licht zu versorgen.
Ryan öffnete die Vitrine auf dem selben Weg, wie Celina es zuvor getan hatte. Interessiert betrachtete er die Schriftrolle. Es war ein Nakaschao-Schriftzug zu sehen, unter welchem allerdings in lesbaren Buchstaben ‚Sathi Aga‘ geschrieben stand. Offensichtlich die Aussprache der fremden Schriftsprache. Darunter waren Skizzen zu sehen. Es fielen drei menschliche Gestalten auf. Zwei von ihnen standen beieinander. Beide hielten einen Zauberstab. Zumindest interpretierte Ryan die Zeichnung auf diese Weise. Die Stäbe wurden über eine fortgeführte Linie verlängert und auf halbem Weg zu der dritten Gestalt, verbanden die Linien sich zu einer, welche zur dritten Figur führte. Diese trug ein Symbol auf der Brust, in welchem Ryan eine Flamme zu erkennen glaubte. Handelte es sich etwa um einen Zauber?
Als er Celina auf seinen Fund aufmerksam machen wollte, betrat diese bereits die Kammer. „Schau dir das mal an. Es könnte ein Zauber sein.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Celina Recshire
Auszubildende Aurorin || Animagus
avatar

Anzahl der Beiträge : 55
Anmeldedatum : 13.04.18

Charakterbogen
EP:
4200/4400  (4200/4400)

BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   Di 22 Mai 2018 - 22:34

Die nächsten Momente in der Bibliothek von Kaschandra erinnerten mich daran, wie es vor zwei Tagen mit der Suche nach der verborgenen Stadt begonnen hatte: Ich saß erneut auf dem Boden zwischen all den Regalen - um mich herum die verschiedensten Bücher, die alle so alt waren, dass ich die Seiten mit einem Zauber zusammenhalten musste, damit sie sich nicht auf dem kalten Fußboden verstreuten. Neugierig steckte ich meine Nase in Bücher über die Stadt, über die Kultur und über ihre Einwohner und saugte regelrecht die Informationen in mich auf.
Wenn ich den Schriften glauben konnte, die auf Englisch niedergeschrieben wurden, dann war Kaschandra vor mehr als 3000 Jahren von einer kleinen Gruppe an Menschen errichtet worden, die der Magie fähig waren. Zu der Zeit war es nicht üblich gewesen, die Fähigkeiten offen zu legen, weswegen sie ihre eigene Welt voller Magie erschaffen wollten. So wurde diese Insel erbaut, die als Heimat und als Trainingsort der Magier dienen sollte, damit sie ungestört von all den Muggeln, die damals einfach noch "Nichtmagische" genannt wurden, ihre Fähigkeiten ausbauen konnten. Jahrzehnte, vielleicht sogar Jahrhunderte lang lebten sie in ihrer eigenen Stadt, entwickelten sich und die Stadt weiter und erforschten die Magie bis ins kleinste Detail, dass selbst Neugieride, die die kleine Insel als Fremde betraten, von einer energiereichen Atmosphäre berichteten - wenn sie überhaupt den Weg zurück von der Insel herunter fanden.
In einem der Bücher fand ich sogar mehrere Aufschriebe aus dem Alltag eines jungen Mannes namens Toivo, der tagtäglich vor Sonnenaufgang aufstand, um sich die Zauber zu eigen machte, die in den verbotenen Schriften für die Stadtältesten aufgeschrieben wurden: "Ich spüre, wie die Erschöpfung meinen Körper langsam überkommt, je öfter ich mich noch vor der Arbeit aufs Feld hinausbegebe um die Magie der Schwarzbändiger zu erlernen. Meister Kodrán sagte eins zu uns Schülern: "Wenn der Körper, der Geist, die Gedanken und Seele in Einheit sind kann man Großes vollbringen." Doch er selbst lehrte uns nur die weiße Magie und die Fähigkeit, sich zu verteidigen. Die Schriftrolle, die ich unter dem losen Fußbodenbrett im Zimmer meines Vaters gefunden hatte, verbirgt in sich dunkle Magie, die es mir möglich macht, mich nicht nur zu verteidigen. Neugierde und Wissen macht wahnsinnig, das lernte ich bereits. Doch allein das Wissen, diese lehrreiche, einzigartige Schriftrolle in meinen Händen halten zu können, während nur wenige aus Kaschandra von der Existenz wissen und die Magie auch beherrschen, ist unfassbar befriedigend.
Die Kunst der schwarzen Magie ist atemberaubend, faszinierend aber auch angsteinflößend und anstrengend. Nicht zum ersten Mal werde ich nach ein paar Übungen bewusstlos, bis mich Svea im Feld vorfindet. Schweißnass, zitternd und vor allem paranoid. Auch wenn sie schweigt, bin ich mir sicher, dass sie es nicht gut heißt, was ich tue, obwohl ich weiß, dass ich eines Tages so gut sein werde, dass ich die Stadt mit meinem Fähigkeiten schützen kann. Kaschandra ist dafür bekannt, von mächtigen Zauberern besiedelt zu sein und doch lehren sie nicht das, was ein mächtiger Zauberer können sollte. Macht ist etwas, was zu Greifen nah ist und doch sehen alle bescheiden vorbei. Starke, alte und vor allem unbekannte Zauber, Geheimnisse und eine Menge an Willenskraft gibt es in dieser Stadt genug. Aber jedes Mal, wenn ich nach meinem Einzeltraining im Feld zu Meister Kodrán zurückkehre, wird mir klar, dass nichts mehr so ist, wie es einst war. Die Macht stirbt in dieser Stadt aus."

Als ich die letzten Worte des Schülers Toivo in mich aufgesogen hatte, starrte ich für einen Moment auf die Handschrift des Mannes, der offensichtlich in den Jahrhunderten gelebt hatte, bevor Kaschandra so leer gefegt wurde, wie sie jetzt dastand. Ich konnte aus seinen Worten entnehmen, dass zu seiner Zeit weniger Wert auf das gelegt wurde, was er für vernünftig gehalten hatte. Und das war in seinen Augen die dunkle Magie - aber wie war es früher? Was hatten die Schüler während der Blütezeit der Stadt gelehrt bekommen? Nachdenklich rollte ich die Aufschriebe zusammen und steckte sie ebenfalls in meine Tasche. Es waren zwar lediglich Aufschriebe und Gedanken eines - wie alt war dieser Toivo - Schülers aber es war allein schon ein Stück eines Menschens, zu dem man durch das Geschriebene eine Verbindung hatte.

Ich rappelte mich auf und ließ die am Boden liegende Bücher hinter mir, um mich auf die Suche nach Ryan und nach weiteren interessanteren Büchern zu machen. Ryan fand ich relativ schnell, als er sich mit dem Namen der Sprache bemerkbar machte und ich wenig später an seinem Regal vorbeilief, vor dem er über den Büchern brütete. Zustimmend nickte ich und wedelte mit den Aufschrieben des jungen Mannes. Offensichtlich haben die Lehrmethoden in den letzten Jahren hier nachgelassen. Ich hab Texte eines Schülers gefunden, der sich heimlich die schwarze Magie beigebracht hat. Ich bin mir nicht sicher, ob er noch zu jung war, um die dunkleren Zauber von seinem Mentor zu lernen oder ob sie tatsächlich keinem Schüler mehr beigebracht wurden. teilte ich ihm die neuesten Informationen mit, bevor ich mich abwandte und mir ein neues Regal aussuchte, welches mir durch die Bücher, die bereits ihren Ledereinband verloren, direkt ins Auge sprang. Die meisten handelten von der Geschichte der Schutzzauber, die mich jedoch nicht sonderlich interessierten. Die Theorie benötigte man auch - schön und gut. Aber die Bücher, die uns zeigten, wie man die Zauber in der Praxis anwenden konnten, würden uns viel eher weiterbringen. In anderen Büchern jedoch ging es tatsächlich um Feuerwände, Bannkreise oder anderweitige Schutzzauber, weswegen ich kurzerhand zwei Bücher auf eine geeignete, transportable Größe schrumpfte und diese in meine Tasche steckte.
Ryan? Ich sah mich um, doch erhielt keine Antwort. Auch in dem Gang, in dem er das letzte Mal gestanden hatte, war er nicht zu sehen, weswegen ich alle Gänge abging, bis mir eine Tür auffiel, die offen stand. Offensichtlich hatte es Ryan dort hinein verschlagen. Misstrauisch, da ich mir nicht sicher war, was mich dort erwarten konnte, trat ich ein und musste fast schon enttäuscht feststellen, dass ich mehr erwartet hatte. Ryan stand über eine Vitrine und über eine Schriftrolle gebeugt, während der Boden durch pulverisiertes Glas verziehrt wurde.
Auf Ryans Frage hin näherte ich mich ihm und warf einen Blick auf die Skizzen, die fast schon eindeutig darauf hinwiesen, dass es ein Kampfzauber war. Gut möglich Die Figur am Ende des Raumes erregte meine Aufmerksamkeit, der ich mich langsam näherte. Dann würde auch erklären, warum diese "Puppe" hier steht Nachdenlich drehte ich mich zu meinem Begleiter um und zückte meinen Zauberstab. Wir werden es wohl nur erfahren, wenn wir es ausprobieren. Ich positionierte mich am anderen Ende des Raumes und betrachtete Ryan erwartungsvoll. Was stand noch einmal drunter? Und steht irgendwas dabei, wie man den Zauberstab - falls sie zu der Zeit Zauberstäbe hatten - bewegt?
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Ryan Goodwill
Auszubildender Auror || Metamorphmagus
avatar

Anzahl der Beiträge : 577
Anmeldedatum : 01.11.14

Charakterbogen
EP:
5496/5600  (5496/5600)

BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   Mi 23 Mai 2018 - 23:31

Ryan nickte, als Celina vorschlug, dass sie den Zauber sofort ausprobieren sollten. Es handelte sich vermutlich um einen Kampfzauber und dieser schien ebenso alt wie Kaschandra zu sein. Es konnte nur ein Vorteil sein, wenn die beiden über einen Angriff verfügten, den kein Gegner kannte. Ryan war sich aber momentan selbst nicht darüber im Klaren, was der Zauber überhaupt bewirkte. Die Flamme auf der Zeichnung gab einen ersten Hinweis, doch inwiefern das Feuer involviert sein würde, konnte nur ein Test zeigen.  „Nein, hier steht nichts. Es gibt nur die Zeichnung.“ Der besagten Zeichnung war zu entnehmen, dass ein Zauberstab zur Anwendung nötig war. Eine bestimmte Bewegung war aber nicht dargestellt. Der ehemalige Ravenclaw ging daher von einer unbewegten Haltung des Stabes aus. Der Trick schien bei diesem Zauber anders gelagert zu sein. „Es scheint nur zu zweit zu funktionieren. Wir müssen ihn gleichzeitig anwenden. Sathi aga ist die Formel.
Ryan richtete den hell gefärbten Stab aus dem Holz eines Apfelbaumes auf die Übungsfigur, während Celina es ihm gleichtat. Gleichzeitig sprachen sie die Formel und bewiesen somit, dass der alte Zauber aus Kaschandra wirklich eine Wirkung hatte. Der Zauber offenbarte sich in Form dunkler Blitze. Diese schimmerten in schwachem Lila, würden aber in dunklerer Umgebung vermutlich schwarz wirken. Sie entsprangen den Zauberstäben und näherten sich einander an, so als würden sich die Zauber der beiden Auroren suchen. Auf halber Strecke vereinten sich die anhaltenden Energieblitze zu einem massiveren Blitz, welcher die hölzerne Figur traf. Zunächst war keine Wirkung zu sehen, doch die beiden Zaubernden gaben nicht auf. Der Zauber hielt an und tatsächlich offenbarte sich kurz darauf seine Wirkung. Die Figur begann zu qualmen und erste Löcher bildeten sich an ihrer Oberfläche. Durch diese offenbarte sich, dass die Figur von innen bereits vollkommen ausgebrannt war. Doch Celina und Ryan dachten nicht daran den Zauber zu beenden. Flammen schlugen aus den Löchern und entzündeten die hölzerne Gestalt auch von außen. Langsam zerfiel sie zu Asche und erst als sie gänzlich vernichtet war, senkten sich die Zauberstäbe.
Wow. Wirkt brauchbar“, stellte Ryan fest, während er das Pergament faltete und in seiner Tasche verstaute. Damit sollten wir einige Leute überraschen können. Die Gedanken des Metamorphmagus waren dabei vor allem bei Pruecillla und ihren Handlangern. Zu gerne würde er diese verbrennen sehen. Doch natürlich gab er sich nicht der Illusion hin, dass das so einfach wie mit der Trainingspuppe werden würde.
Wir sollten alles noch einmal absuchen und uns dann den Rest der Stadt ansehen.“ So gingen die beiden dann auch vor. Es wurden alle Bücher eingepackt, die den Eindruck machen, als wären sie es wert mitgenommen zu werden. In den nächsten Stunden untersuchten die Auroren den Rest der Stadt. Doch das spektakulärste blieb die Bibliothek. Sie untersuchten Wohnhäuser, Schulen, ein Rathaus und weitere Gebäude. Es wurde viel über die Lebensweise des alten Volks offenbart. Zeichnungen, wie auch die des Feuerzaubers, verrieten, dass die Bewohner tatsächlich menschlich waren. Das Volk Kaschandras schien seine Erfüllung im Studieren und Entwickeln von Magie gefunden zu haben. Es war ein Volk gelehrter Zauberer und Hexen, die sich vom Rest der Welt abgeschottet hatten, um sich voll und ganz auf die Erforschung der Magie zu konzentrieren. Was letztlich zum Aussterben des Volkes geführt hatte, war bisher unklar. Aber Ryan erhoffte sich einige Hinweise in den Büchern aus der Bibliothek. Zudem gab es eine mysteriöse Höhle, welche noch erforscht werden musste. Am späten Nachmittag wurde diese zum Ziel auserkoren. In der Stadt gab es nun nichts mehr zu erforschen.


Einige Stunden später:

Celina und Ryan hatten den Wasserfall erreicht, welcher das goldene Wasser in den Fluss leitete. Natürlich hatte der Metamorphmagus nicht vergessen, dass seine Begleiterin gerne etwas von der goldenen Flüssigkeit als Andenken mitnehmen wollte. Er zog zwei Phiolen aus seiner Tasche und befüllte diese am Fluss. Eine wanderte zurück in die Tasche. Er benötigte das goldene Wasser um eine Idee umzusetzen. Die zweite Phiole reichte er Celina. „Damit du das alles morgen nicht für einen Traum hältst.“ Denn noch immer wirkte Kaschandra vollkommen unwirklich. Dieser Ort war auch für jene, die mit der Magie vertraut waren, märchenhaft und magisch. Magischer, als es eine Hexe oder ein Zauberer erwarten würden.
Ohne auf eine Reaktion zu warten, betrat Ryan erneut den Felsvorsprung, welcher zum Höhleneingang hinter dem Wasserfall führte. Nun wagte er nicht nur einen Blick in die Höhle, sondern setzte einen ersten Schritt hinein. „Dann wollen wir mal sehen, was hier verborgen liegt.“ Ein Lichtzauber entzündete einen hellen Schein an der Zauberstabspitze, um die dunkle Höhle auszuleuchten.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Celina Recshire
Auszubildende Aurorin || Animagus
avatar

Anzahl der Beiträge : 55
Anmeldedatum : 13.04.18

Charakterbogen
EP:
4200/4400  (4200/4400)

BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   Do 24 Mai 2018 - 16:56

Sathi aga Gebannt verfolgte ich mit meinem Blick die lilafarbenen Strahlen, die sich in der Mitte miteinander verflochten und anschließend mit einer gewaltigen Intensität auf die Puppe trafen. Ich hatte zwar damit gerechnet, dass dieser Zauber irgendetwas mit Feuer zu tun hatte aber es war dennoch etwas anderes, wenn man den Zauber mit eigenen Augen verfolgen konnte. Je mehr unser Ziel rauchte und qualmte, desto mehr Gefallen fand ich an diesem unbekannten Zauber, bis die Puppe vor uns zu einem Häufchen Asche zusammenfiel. Auf jeden Fall. Allerdings wäre es sehr zum Vorteil, wenn man ihn stumm aussprechen könnte Nachdenklich drehte ich meinen Zauberstab zwischen Daumen und Zeigefinger hin und her, bevor ich ihn sinken ließ. Nach Unserer Expedition hatten wir genug Zeit um uns damit auseinanderzusetzen, denn ich würde mit Sicherheit nicht zulassen, dass unsere Gegner diesen Uralten Zauber in die Hände kriegten, nur weil wir ihn während eines Kampfes laut aussprachen. Stumm sah ich zu, wie Ryan das Pergament in seiner Tasche verschwinden ließ und nickte als Zeichen, dass ich mit seinem Vorschlag einverstanden war. Vielleicht fanden wir in einem der Bücher noch so einen Schatz wie der Zauber, den wir gerade ausprobiert hatten.

Als wir uns auf den Weg zurück zum Wasserfall machten, hatte sich noch ein weiteres Buch zu den anderen in meiner Tasche gesellt, welches ich in der Schule entdeckt hatte. Das Buch handelte von den nordischen Verteidigungskünsten aus dem 10. Jahrhundert, die auf den ersten Blick sehr interessant ausgesehen hatten. Auch wenn ich zugeben musste, dass mich die Offensiven Zauber viel eher interessieren würden.
Der Wasserfall und seinem Umgebung nahmen mich erneut von der Schönheit des Ortes ein, sodass ich mir die Zeit nahm, um mich wieder umzusehen, während Ryan sich am Fluss zu schaffen machte, bevor dieser mit einer Phiole, die gefüllt mir der goldenen Flüssigkeit war, auf mich zu kam. Etwas überrascht nahm ich sie entgegen und schenkte meinem Kollegen ein dankbares Lächeln, dafür, dass er sich die Mühe gemacht hatte, etwas zu finden, damit ich das Wasser mitnehmen konnte. Danke Ich hätte fast schon vergessen, dass ich den Wunsch das letzte Mal am Wasserfall laut geäußert hatte. Die Phiole verstaute ich behutsam mit einem Schutzzauber versehen in meiner Jackentasche, bevor ich Ryan hinter den Wasserfall folgte, wo uns eine tiefe Finsternis erwartete. Lumos Wieder einmal beneidete ich Ryan für seine Fähigkeiten als Metamorphmagus, mit denen er nicht nur im Dunkeln einen riesigen Vorteil hatte. Das Licht unserer Zauberstäbe erhellte die Höhle, sodass ich auch die spitzen Steine an der Decke problemlos erkennen konnte. Lautlos schlich ich unter diesen entlang, wobei ich leicht gebückt laufen musste, damit ich mir nicht den Kopf anstieß. Ich wagte kaum daran zu denken, was passierte, wenn sich einer der Steine von der Decke lösen sollte. Stumm gingen wir nebeneinander her, knapp eineinhalb Stunden waren wir unterwegs, wobei mir nichts auffiel, was mein Misstrauen erwecken könnte. Es lag alles verlassen, still und trostlos da - man hörte nur unsere Schritte auf dem rauen Untergrund. Hat das überhaupt irgendein Ende?

Ich traute mich kaum zu atmen, als sich vor uns ein langer Korridor auftat und ich kurz mit dem hoch erhobenen Zauberstab in der Hand stehen blieb. Lumos Maxima Meine Stimme prallte an de Wänden ab und vermischte sich mit dem Echo, bis es irgendwann verstummte. Eine Gänsehaut machte sich auf meinen Unterarmen breit, je länger ich nach irgendwelchen Geräuschen lauschte, die darauf hinwiesen, dass es vielleicht doch noch Leben in diesen Gemäuern und auf Kaschandra gab. Doch als wieder alles ruhig blieb, ging ich los und leuchtete neugierig die Rechte Wand an - vielleicht war irgendetwas in diese geritzt worden. Doch bevor ich an der ersten Säule vorbeigehen und überhaupt noch irgendwas tun konnte, verlor ich urplötzlich den Boden unter den Füßen. Ich konnte ein lautes Aufschreien vor Schreck nicht unterdrücken und wäre beinahe in die Tiefe gestürzt, hätte ich mich nicht noch rechtzeitig am Rand des Abgrundes festgehalten, der sich auf einmal unter mir aufgetan hatte. Ryan! Panik machte sich in mir breit, während ich geschockt nach Luft schnappte. Mein Zauberstab war unerreichbar von mir auf dem Boden weggerollt, als ich gefallen war. Einige Steine lösten sich neben meinen Händen vom Rand und fielen an mir vorbei in die lichtverschlingende Dunkelheit, bis man sie irgendwann ganz leise und dumpf am Ende aufkommen hörte. Ich wagte es, einen kurzen Blick hinabzuwerfen doch ich sah rein gar nichts unter mir, weswegen ich panisch die Augen schloss und versuchte, mich krampfhaft am Rand festzuhalten. Es gab keinerlei Möglichkeit von selbst wieder hochzukommen, da ich mich an den Wänden des Abgrundes nicht mit den Füßen nach oben stemmen konnte und mittlerweile war das Halten auch so anstrengend, dass ich auch nicht mehr die Kraft aufbrachte, mich hochzuziehen. Ich war nicht scharf darauf, jetzt an einer dummen Falle zu sterben, nachdem ich selbst Pruecilla überlebt hatte.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Ryan Goodwill
Auszubildender Auror || Metamorphmagus
avatar

Anzahl der Beiträge : 577
Anmeldedatum : 01.11.14

Charakterbogen
EP:
5496/5600  (5496/5600)

BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   Do 24 Mai 2018 - 20:57

Ryan ging voraus und der Höhleneingang führte die beiden Auroren in einen schmalen Gang. Die Decke wirkte aufgrund von großen Stalaktiten mehr als beunruhigend. Es blieb nur zu hoffen, dass die steinernen Speere sich nicht lösten. Sie zu berühren war daher nur wenig empfehlenswert, was dafür sorgte, dass Celina und Ryan den gesamten Weg in leicht geduckter Haltung durchqueren mussten. Da die Wanderung durch den Gang mehr als eine Stunde dauerte, begann der Rücken des Metamorphmagus zu schmerzen. Das Bedürfnis sich aufzurichten wuchs und auch die Temperatur schien rapide abgenommen zu haben. Mit einem gemütlichen Spaziergang hatte das ganze nicht mehr viel zu tun, aber damit hatte Ryan auch nicht gerechnet, als er eine Höhle hinter einem Wasserfall betreten hatte. „Das hoffe ich doch“, entgegnete Ryan auf die Frage seiner Begleiterin. Wenn in Kaschandra nicht Beweise dafür aufgetaucht wären, dass die Insel von Menschen bevölkert gewesen war, würde der Metamorphmagus diesen Tunnel vermutlich als Beweis dafür ansehen, dass es kleinere Lebewesen gewesen sein müssen, die hier gehaust haben.
Doch der viel zu niedrige Schacht endete schließlich in einem knapp zwei Meter breiten Korridor, der grob geschätzt vier bis fünf Meter hoch war. Erleichtert richtete der Metamorphmagus sich auf und zog die Schultern für einen Moment nach hinten, so als würde das die geduckte Haltung der letzten eineinhalb Stunden ausgleichen. Erst danach widmete der Metamorphmagus sich dem Korridor. Säulen waren an den Seiten aufgestellt und mit bloßem Auge war in der Dunkelheit kein Ende zu erblicken. Auch die Tigeraugen offenbarten kein Ende des Korridors, weshalb Ryan diese nicht dauerhaft bemühen wollte. Die Verwandlung, auch wenn es nur die der Augen war, kostete Energie und es war offensichtlich, dass er bei dieser Expedition nicht verschwenderisch mit seiner Kraft umgehen sollte.
Es war Celina, die in diesem Fall vorausging. Die beiden hätten problemlos nebeneinander laufen können, doch der Metamorphmagus bemerkte zu spät, dass sich seine Begleiterin bereits in Bewegung gesetzt hatte. Somit fiel er einige Schritte zurück, was sich kurz darauf als glücklicher Zufall herausstellte. Der Boden war aus großen steinernen Platten geformt, von denen unter Celina eine zerbrach. Darunter schien sich nichts zu befinden, weshalb die junge Hexe herabstürzte und sich nur mit einer schnellen Reaktion vor dem vollständigen Absturz retten konnte. Ryan stürmte der Aurorin entgegen, ohne dabei auf die Instabilität der anderen Platten zu achten. Ein Fehler, welcher glücklicherweise nicht bestraft wurde. Ohne viel nachzudenken, nahm er den Zauberstab, welcher Licht spendete, quer zwischen seine Zähne, um mit zwei freien Händen nach Celinas Unterarmen zu greifen und sie hinaufzuziehen. Um mehr Kraft aufbringen zu können, ließ er sich nach hinten sinken, so dass die beiden kurz darauf nebeneinander auf dem Boden saßen. Er griff nach dem Zauberstab und schaute Celina erleichtert an. „Erinnerst du dich noch, dass ich dich gestern gebeten habe auf dich aufzupassen“, grinste er schließlich und richtete sich auf, wobei er auch Celinas Stab aufhob und ihr schließlich die Hand entgegenstreckte. „Ist bei dir alles in Ordnung?
Nachdem auch die Aurorin wieder auf den Beinen war, übergab er ihr den Zauberstab. „Wir sollten hier vorsichtiger sein. Wer weiß, was hier noch auf uns wartet.“ Dieser Ort schien über Sicherheitsvorkehrungen zu verfügen. Er verbarg also etwas, was niemand in die Finger kriegen sollte. Obwohl die erste Falle durchaus eine abschreckende Wirkung hatte, war Ryan sehr neugierig, was dieser Ort vor der Menschheit verbergen wollte. Er dachte gar nicht daran umzukehren.
Nun deutlich langsamer und mit prüfenden Schritten gingen die beiden weiter voran. Es gab keine weiteren instabilen Bodenplatten. Jedoch offenbarte sich ihnen immer mal wieder ein Loch auf dem Boden. Der ehemalige Ravenclaw schätzte, dass die Fallen an diesen Stellen dem Druck der Zeit nachgegeben hatten. Außerdem befanden sich die zerstörten Bodenplatten ausnahmslos auf dem rechten Teil des Korridors, weshalb die Auroren nur noch auf der linken Seite voranschritten.
Ryan!“ Eine weibliche Stimme hallte über den Korridor und ließ den Metamorphmagus zusammenzucken. „Ryan, ihr müsst umkehren! Dieser Ort ist nicht sicher!“ Suchend bewegte der junge Zauberer das magische Licht in verschiedene Richtungen. „Das kann nicht sein.“ Er kannte die Stimme und er wusste, dass sie nicht wirklich an diesem Ort sein konnte. „Ich bitte dich! Nimm deine Freundin mit dir und kehre um!“ Celina und Ryan waren mittlerweile stehen geblieben, um sich mit bereiten Zauberstäben umzusehen. „Das ist die Stimme meiner Mutter. Das muss eine Illusion sein“, sprach er seine Gedanken aus, um Celina aufzuklären. Er war sich sicher, dass irgendetwas in sein Unterbewusstsein eingedrungen war. Hinter einer der Säulen zeigte sich nun eine geisterhafte Gestalt. Sie hatte die Gestalt einer jungen Frau mit blonden Haaren. Der Geist sah auf wie Loreena Goodwill und obwohl die Illusion nahezu perfekt war, war Ryan nicht dazu bereit sich auf den Schwindel einzulassen. „Was bist du und warum wagst du es ihr Gesicht zu tragen!“ Der Metamorphmagus war dem Geist einige Schritte entgegen gegangen und streckte ihm drohend den Zauberstab entgegen. „Erkennst du mich denn nicht, mein Sohn? Ich bin hier, um dich zu beschützen. Verlasse diesen Ort, oder es werden schreckliche Dinge passieren.“ Ryan hielt seine drohende Haltung aufrecht. Er wollte sich der Illusion nicht hingeben. „Was bist du? Zeig mir deine Gestalt!“ Ein trauriger und kapitulierender Blick legte sich auf die Züge des Geistes. „Ich kann es spüren. Ich kann dich nicht aufhalten.“ Es sah so aus, als würde das Wesen weinen. Tränen flossen über Loreenas Gesicht, fielen von ihren Wangen und lösten sich im freien Fall in Nebel auf. Die Gestalt von Ryans Mutter veränderte sich und kurz darauf stand eine junge Frau mit langen schwarzen Haaren vor ihm. Ihre Augen waren gerötet und voller Tränen. Ihre Gestalt wirkte noch immer geisterhaft und die langen Haare schienen leicht zu schweben. Es brauchte einige Momente, bis Ryan realisiert, was er dort vor sich hatte. Bisher kannte er diese Wesen nur aus Schulbüchern und war sich nie sicher gewesen, ob sie wirklich existierten. Erst als die schöne und zugleich unheimliche Gestalt ihre Lippen zu einem Klagelied öffnete, fiel bei Ryan der Groschen. „Banshee, eine Todesfee!“ Er wich zurück und richtete den Zauberstab auf Celina: „Muffliato!“ Der Zauber sollte ein Störgeräusch in ihrem Gehör erzeugen, welches das Lied der Banshee unhörbar machen sollte. Ryan selbst nutzte seine Wandlungsfähigkeit, um sein Gehör von seiner Fähigkeit zu befreien. Über Todesfeen gab es nur Mythen. Die einen besagten, dass ihr Lied einen Tod ankündigte und andere behaupteten, dass das Lied selbst den Tod bringen würde. Was nun der Wahrheit entsprach war unklar, aber der junge Zauberer wollte kein Risiko eingehen. Der einzige Nachteil war nun, dass die verbale Kommunikation nicht mehr möglich war. Ryan wusste nicht, wie man ein solches Wesen vernichten konnte. Er hatte sich nie besonders für Mythen interessiert und für einen solchen hatte er Todesfeen gehalten. „Expecto Patronum!“ Ein blauer Schein brach aus seinem Zauberstab hervor und nahm die Form eines Falken an. Der Vogel öffnete die Flügel und drängte das singende Wesen zurück. Es löste sich auf und erschien kurz darauf etwas weiter hinten im Korridor. Die Lippen der Banshee schienen noch immer ein Lied zu formen, doch sie bewegte sein kein bisschen. Lediglich die Lippen waren in Bewegung und aus ihren Augen flossen Tränen. Der Blick des Metamorphmagus lag auf Celina, nachdem er den Patronus zurückgerufen hatte. Er zuckte verzweifelt mit den Schultern. Das Lied der Gestalt war vermutlich in der Lage zu töten und er hatte keine Ahnung, wie man das Wesen vernichten konnte.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Celina Recshire
Auszubildende Aurorin || Animagus
avatar

Anzahl der Beiträge : 55
Anmeldedatum : 13.04.18

Charakterbogen
EP:
4200/4400  (4200/4400)

BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   Do 24 Mai 2018 - 22:58

Ryan ließ sich nicht viel Zeit, bis er direkt vor mir auftauchte und meinem Unterarme packte. Erleichtert, dass ich mehr Fläche hatte, um mich festzuhalten, krallte ich mich kurzerhand an seinen Unterarmen fest und stützte mich mit dem Oberkörper ab, als er mich soweit hochgezogen hatte, dass sich mehr als die Hälfte meines Körpers wieder in Sicherheit befand. Danke... Für einen Moment blieb ich auf dem Boden sitzen um mich und meinen Atem zu beruhigen, bevor ich den Blickkontakt mit Ryan aufnahm und sein Grinsen schief erwiderte. Ach ja, da war ja was. Bei der nächsten Gelegenheit pass ich auf mich auf Ich nahm schwach lächelnd seine Hand entgegen und stand mit seiner Hilfe auf, wobei ich die zitternden Finger nicht verbergen konnte. Mir geht es überraschend gut. Ich glaube, ich hab den kurzen Adrenalinkick gebracht. erwiderte ich und nahm meinen Zauberstab dankbar entgegen, wobei das Gesagte noch nicht einmal eine Lüge war.  Dieser Ort hatte das Überraschungsmoment auf seiner Seite. Aber wenn ich schon Pruecilla überlebt hab, sterbe ich doch nicht an so einer dummen Falle Nun stand ich wohl zweimal in seiner Schuld, denn auch Pruecillas Geiselnahme wurde durch Ryan und den anderen Auroren beendet.
Den Zauberstab fest umklammert, nutzte ich die Gelegenheit um mich nun einwenig umzusehen - ich war wirklich nicht scharf darauf, noch einmal so unvorsichtig in eine Falle zu tappen, wie gerade eben. Auch wenn wir nun wussten, dass wir wirklich bei jedem Schritt darauf achten mussten, wo wir hintraten, was nun auch Ryan aussprach. Ich malte mir in Gedanken bereits die skurrilsten Fallen aus, die uns auf dem Weg bis zu unserem Ziel noch begegnen könnten und rechnete auch damit, dass bei jedem unserer Schritte plötzlich Feuer aus den Wänden und Böden hervorbrechen konnte. Doch alles blieb ruhig. Unangenehm ruhig. Sofort hob ich meinen Zauberstab einwenig höher und verfestigte den Griff um das Holz, als plötzlich eine Stimme erklang, die nach meinem Begleiter rufte. Mit dem Wissen, dass Ryan seine Augen vorne hatte, drehte ich mich einmal um 180 Grad, um uns damit abzusichern, dass niemand von hinten kam und uns angriff, während wir dem Gegner den Rücken zugewandt hatten. Doch hinter uns erwartete mich nur eine finstere Leere, weswegen ich mich kurzerhand wieder zurückdrehte. Gerade rechtzeitig, als Ryan mir erklärte wer die Quelle der Stimme war. Seine Mutter? Ich kannte nur aus Erzählungen im Ministerium, wer sie gewesen war. Loreena Goodwill, eine angesehene Aurorin, die während der Schlacht von Hogwarts ums Leben gekommen war.
Stumm verfolgte ich die Konversation zwischen dem jungen Auror und der Gestalt seiner Mutter und versuchte nebenher zu begreifen, warum sie uns erscheinen konnte, obwohl sie bereits tot war. Dass es eine Illusion war, war klar, sonst wäre uns wohl jemand anderes erschienen und keine verstorbene Persönlichkeit. Aber wenn die Illusion zu den Fallen zählte, mussten wir genau wissen, was es für eine Kreatur war, um sie zu besiegen. Ein Irrwicht war es mit Sicherheit nicht, denn ich bezweifelte stark, dass Ryan Angst vor seiner eigenen Mutter hatte - außerdem konnten Irrwichtgestalt bekanntlich nicht sprechen. Doch als die Kreatur ihre Gestalt änderte, wusste ich, was genau da vor uns stand und auch Ryan schien im selben Augenblick erkannt zu haben, welches Problem sich gerade anbahnte. Noch bevor ich überhaupt reagieren konnte, hat er mir ein unangenehmes Summen im Ohr verpasst, sodass ich keinen Laut hören konnte, den die Todesfee von sich gab. Wie besiegte man eine Todesfee? Banshees waren irgendwann Thema des Unterrichts in Hogwarts gewesen aber viel war nicht hängen geblieben, weswegen ich das Ganze logisch angehen musste. Ryans Patronus in Form eines Falkens sorgte zwar dafür, dass sich die Fee kurz auflöste aber dies war nur für kurze Zeit, bis sie an einem anderen Fleck im Korridor erneut auftauchte. Was machen Todesfeen aus? Fieberhaft ging ich all die Informationen im Kopf durch, die mir über das Wesen bekannt waren. Sie sagen den Tod hervor, sie können einen mit dem Gesang umbringen...und sind Kreaturen der Dunkelheit Licht? Ich war mir zwar nicht sicher, ob es funktionierte aber ein Versuch war es wert. Ich trat näher an Ryan heran und holte in kürzester Zeit den in ein Tuch eingewickelten Stein hervor, den mein Begleiter in der Bibliothek von der Wand abmontiert hatte. Vorsichtig, dass ich ihn nicht mit bloßer Hand berührte, legte ich den kräftig leuchtenden Stein frei, um ihn in Richtung der Todesfee zu halten, die in der Zwischenzeit wieder näher gekommen war. Das Licht, welches von dem Stein ausging, erleuchtete den kompletten Korridor und sorgte dafür, dass unsere Gegnerin erneut zurückgedrängt wurde. Doch es war noch immer nicht das Ergebnis, was ich sehen wollte, weswegen ich zusätzlich mit der freien Hand den Zauberstab anhob und mit Lumos Solem! zusätzlich zu dem Stein einen Sonnenstrahl erzeugte, der selbst für Vampire gefährlich werden konnte. Und auch bei der Todesfee sorgte es dafür, dass sie schmerzerfüllt den Mund zu einem Schrei öffnete, den wir selbstverständlich nicht hören konnten, ehe sie sich langsam aufzulösen begann.
Noch immer wachsam blieb ich mit gezücktem Zauberstab stehen und rührte mich erst, als wirklich nichts mehr von der Todesfee zu sehen war, ehe ich Ryan den Stein reichte, den ich zuvor wieder vollends im Tuch eingewickelt hatte. Tonlos formte ich mit den Lippen eine Dankesformel, bevor ich mir den Zauberstab an den Kopf hielt und mit einem stummen Finite dem Summen ein Ende setzte. Ich musste zugeben, dass es erleichternd war, endlich wieder normale Geräusche vernehmen zu können. Diese Kreaturen und Fallen werden mich nicht davon abhalten, herauszufinden, wohin dieser Gang führt Ich war fast schon besessen davon, das Ziel vor meinen Augen zu sehen und mir mehr Wissen anzueignen, falls uns dieser Weg zu einem Ort führen sollte, an dem man noch mehr lernen konnte. Und ich bezweifelte stark, dass Ryan da anderer Meinung war, weswegen ich mich langsam aber sicher in Bewegung setzte.

Lange Zeit stießen wir auf keine Fallen oder Geschöpfe, die sich uns in den Weg stellen wollten und doch ließ ich es nicht zu, dass meine Konzentration und Aufmerksamkeit nachließ. Wachsam wie ich war leuchtete ich alles ab, jeden kleinsten Winkel, damit wir nicht von irgendeiner Seite überrascht werden konnten. Auch jede lose oder kaputte Bodenplatte umrundete ich, um potenzielle Fallen umgehen zu können. Doch nach einer weiteren halben Stunde, die wir weiterhin durch den Korridor wanderten, stieg aus dem Boden ein dichter, schwarzer Nebel hervor, der uns beide nicht nur daran hinderte, sehen zu können, auch unsere Ohren betäubte er. Ich konnte weder sehen, noch hören, weswegen jegliche Worte keinen Nutzen hatten, da ich vermutete, dass es Ryan nicht anders erging, selbst wenn er die Katzenaugen nutzte. Reflexartig tastete ich nach meinem Begleiter und legte meine Hand auf seiner Schulter ab, um ihn beim nötigen Zaubern nicht zu belästigen und um ihn in diesem dichten Nebel nicht zu verlieren. Jegliche Arten des Lumos-Zaubers waren in diesem Moment nutzlos.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Ryan Goodwill
Auszubildender Auror || Metamorphmagus
avatar

Anzahl der Beiträge : 577
Anmeldedatum : 01.11.14

Charakterbogen
EP:
5496/5600  (5496/5600)

BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   Mo 28 Mai 2018 - 20:40

Der Blick des Metamorphmagus lag so lange auf der näherkommenden Banshee, bis Celina nach der Umhängetasche Ryans griff und etwas aus dieser hervorholte. Der ehemalige Ravenclaw mischte sich nicht ein. Sie waren in einer Notsituation und die junge Aurorin wusste schon, was sie tat. Das offenbarte sich Ryan in dem Moment, als er erkannte, dass Celina den magischen Stein aus der Bibliothek Kaschandras hervorgeholt hatte. Licht könnte durchaus ein effektives Mittel gegen die Todesfee sein. Tatsächlich ließ der Stein das magische Wesen zurückweichen. Sie reagierte auf die Helligkeit und schien diese zu fürchten. Zufrieden beobachtete Ryan, wie Celina die Banshee mit einem Tageslichtzauber vernichtete und somit eine weitere Gefahr bannte.
Die Gehörgänge wurden wieder freigegeben, während Ryan den magischen Stein entgegennahm und wieder in seiner Tasche verstaute. Er wusste nicht, ob ihm der Einfall mit dem Licht gekommen wäre, bevor es zu spät gewesen wäre. Nun war es also Celina gewesen, die das eben der beiden beschützt hatte. Bisher hatten sich die Auszubildenden als Team sehr gut ergänzt. Doch Ryan war sich mittlerweile fast sicher, dass noch einige Hindernisse auf sie warten würden. Ob sie diese mit ähnlicher Leichtigkeit überwinden würden, blieb abzuwarten.
Ja, das sieht man“, grinste Ryan auf die Bemerkung, dass keine Kreatur oder Falle Celina aufhalten würde. Auch er war entschlossen das Geheimnis dieser alten Mauern zu lüften. Doch es sollte nicht lange dauern, bis eine weitere Falle dieses Vorhaben aufhalten wollte.
„Hat dieser Korridor auch mal irgendwann ein En…“ Ryan unterbrach seinen Satz, als plötzlich ein ungewöhnlich dichter Nebel auf dem Boden hervortrat. Dieser füllte den Korridor in wenigen Sekunden und ließ ihn die Hand vor Augen nicht sehen. Was auch immer es mit diesem Nebel auf sich hatte, musste wieder magischen Ursprungs sein. Denn auch das Gehör wurde beeinflusst. Und zwar so sehr, dass er genauso wenig hörte, wie kurz zuvor im Kampf gegen die Banshee.
Um einander nicht zu verlieren, griff Celina nach der Schulter des Metamorphmagus. Dieser verharrte für einen Augenblick. Mit keinem Lichtzauber war es gelungen für klarere sich zu sorgen. Auch ein magisch erzeugter Windstoß sorgte nicht dafür, dass der Nebel sich verflüchtigte. Es wirkte fast so, als würden sich die beiden Auroren in einem überschaubar kleinen Raum aufhalten und nicht in einem endlos langen Korridor. Denn auf letzterem wäre es vermutlich einfach gewesen den Nebel zu vertreiben. Auch als die beiden Auroren sich in Bewegung setzten, war keine Besserung in Sicht. Der Nebel kratzte bei jedem Atemzug und bei Ryan kam der Verdacht auf, dass die magische Wolke den Sauerstoff aus dem Korridor drängte. Ein leichter Schwindel machte sich ebenfalls bemerkbar. Der ehemalige Ravenclaw war sich aber nicht sicher, ob die Orientierungslosigkeit, oder der Sauerstoffmangel der Grund dafür war. Doch fiel ihm durchaus auf, dass die Atmung ihm immer schwerer fiel. Es gab also keine Zeit zu verlieren. Die beiden konnten sich nicht in Ruhe umsehen.
Zu sehen war nur, was sich unmittelbar vor den Augen befand. Die Augen waren also nutzlos. Zumindest bis zu jenem Moment, in welchem der Auror aufgrund der entstandenen Eile und verlorener Orientierung gegen eine der Säulen stieß. Ein rötlicher Kratzer war auf dieser zu sehen und Ryan war sich sicher, dass er diesen nicht zum ersten Mal sah. Schon als er Celina aus dem Loch der ersten Falle gezogen hatte, war ihm ein solches Zeichen aufgefallen.
Der Auszubildende griff Celinas Hand, um sie besser festhalten zu können. Er befürchtete, dass sie ihn sonst bei schnelleren Bewegungen verlieren würde. Und genau solche waren nun nötig. Es galt eine Theorie zu überprüfen, die Ryan aufgrund seiner Beobachtung entworfen hatte. Celina musste ihm in diesem Moment vertrauen. Ob sich dieses Vertrauen auszahlen würde, konnte der Metamorphmagus selbst nicht sagen.
Bisher waren die beiden auf der linken Seite des Korridors gegangen. Die Fallgruben waren schließlich nur auf der rechten Seite zu finden gewesen. Was aber, wenn es sich nicht um mehrere, sondern immer um die selbe handelte. Von dem Zeichen an der Säule ausgehend, tastete sich Ryan mit vorsichtigen Schritten auf die andere Seite des Korridors, bis sein Fuß die Kante des Abgrundes ertastete. Bisher passte alles zusammen. Eine Illusion würde auch erklären, warum der Nebel sich nicht vertreiben ließ. „Revelio!“ Seine Stimme war für keinen der beiden zu hören und der Nebel verbarg zunächst auch, ob der Zauber etwas enthüllt hatte.
Erst als Ryan und Celina den Weg gingen, welcher zuvor noch den Korridor entlanggeführt hatte, stießen sie plötzlich auf eine Wand. Der Gang war an dieser Stelle beendet und eine Tür lag vor ihnen. Die Luft wurde immer dünner und die beiden tasteten die scheinbar verschlossene Tür in hektischer Verzweiflung ab. Auch Zauber öffneten die Pforte nicht. Die Rettung war so nahe gewesen zu sein und nun schien der Nebel sie doch zu richten. Verzweifelt rammte der junge Auror seine Schulter wiederholt gegen die Tür, doch diese wollte nicht nachgeben. Erst als er dabei eine Gravur im Stein ertastete, gab er die verzweifelten Versuche auf und kam der Tür derart nahe, dass er Zahlen auf der steinernen Pforte entdecken konnte.
Nach Luft ringend suchte er weiter und stieß schließlich auf eine Steintafel neben der Tür. Die ersten Wörter konnte er noch lesen, bevor die Buchstaben vor seinen Augen zu tanzen begannen und Ryan darum Kämpfen musste das Bewusstsein nicht zu verlieren. Es schien sich um ein Rätsel zu handeln, doch dem Metamorphmagus fehlte die Kraft. Seine gewaltsamen Versuche die Tür zu öffnen, hatten ihn zu viel Kraft und auch Sauerstoff, von welchem immer weniger in der Luft zu sein schien, gekostet. Er sank auf die Knie und ergriff dabei erneut Celinas, Hand, welche er beim Fund der Tür losgelassen hatte. Er führte ihre Hand zu der Steintafel, um sie auf das Rätsel hinzuweisen. Ein starker Schwindel ergriff den jungen Auror, bevor dieser den Kampf verlor und das Bewusstsein verlor.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Celina Recshire
Auszubildende Aurorin || Animagus
avatar

Anzahl der Beiträge : 55
Anmeldedatum : 13.04.18

Charakterbogen
EP:
4200/4400  (4200/4400)

BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   Di 29 Mai 2018 - 23:09

Jemanden zu vertrauen war die eine Sache. Jemanden zu vertrauen, der in der selben Lage war wie man selbst und weder sehen noch hören konnte - das war eine ganz andere Sache. Aber die Luft wurde dünner und dünner und wir mussten handeln, weswegen ich für einen Moment froh war, dass Ryan meine Hand ergriff und mich zu führen begann, obwohl er selbst nichts sehen konnte. Die Stille, die uns umgab, war so erdrückend, dass sie mich wahnsinnig machte - ich hörte noch nicht einmal meine eigenen Schritte. Ich versuchte so wenig Sauerstoff in Anspruch zu nehmen, wie es nur möglich war, bevor Ryan irgendwann meine Hand los ließ und offensichtlich etwas gefunden hatte, auch wenn ich nicht sehen konnte, was genau. Doch ich würde auch nicht ohne den ehemaligen Ravenclaw an meiner Seite weitergehen.
Ich stützte mich an der Wand ab, als sich der Nebel einwenig zurück zog. Nun konnte ich viel besser sehen, wovor Ryan stand und was genau er versuchte zu öffnen. Doch obwohl der Nebel nicht mehr ganz so dicht war und wir zumindest etwas sehen konnten, war die Luft genauso dünn wie am Anfang, weswegen wir beide gegen das aufkommende Gefühl des Schwindels ankämpfen mussten. Erst als Ryan mich auf die Steintafel der Tür aufmerksam machte, kam ich etwas näher um den jungen Mann abzulösen, der durch seine Versuche, die Tür zu öffnen, wesentlich geschwächter war als ich. Ich fuhr testend mit den Finger über die Worte und trat anschließend näher, um die Sätze lesen zu können. Eine Bewegung im Augenwinkel erweckte jedoch meine Aufmerksamkeit - Ryan war offensichtlich bewusstlos geworden und führte mir somit noch einmal vor Augen, dass wir wirklich unter Zeitdruck standen.

Eine Hexe wanderte durch Feld und Tal, um den goldenen Fluss zu erreichen. Auf ihrem Weg begegnete sie drei Wanderern mit sieben schweren Kisten. Jede Kiste hat sieben vierbeinige Muttertiere.-Warte was? Mit zusammengekniffenen Augen begann ich erneut, den Text zu lesen, da ich den Anfang des Satzes bereits wieder zur Hälfte vergessen hatte. Konzentrier dich! Eine Hexe wanderte durch Feld und Tal, um den goldenen Fluss zu erreichen. Auf ihrem Weg begegnete sie drei Wanderern mit sieben schweren Kisten. Jede Kiste hat sieben vierbeinige Muttertiere. Jedes Muttertier hat sieben weitere Jungtiere bei sich. Wie viele Füße waren auf dem Weg zum goldenen Fluss? Einen Moment lang gab für mich dieses Rätsel überhaupt keinen Sinn, versuchte jedoch unter Atemnot, Zeitdruck und Panik, dass Ryan bleibende Schäden davon tragen könnte, wenn er weiterhin keinen neuen Sauerstoff bekam, die Sätze vernpnftig und sinnvoll aneinanderzureihen, damit ich es lösen konnte. Wenn es sieben Muttertiere waren mit jeweils sieben weiteren Jungtieren, wären es insgesamt 49 Tiere mit jeweils 4 Beinen...also...also...Mein Kopf fühlte sich furchtbar leer an - so konnte ich weder rechnen noch anderweitig nachdenken. Ich presste Zeigefinger und Mittelfinger an meine Schläfen und trat noch etwas näher heran, um das Rätsel noch einmal lösen zu können. Ich sollte mich beeilen, wenn ich nicht wie Ryan das Bewusstsein verlieren wollte. Denn langsam wurde es wirklich knapp. Eine Hexe wanderte durch Feld und Tal, um den goldenen Fluss zu erreichen. Auf ihrem Weg- Es war wohl unter diesen Einflüssen eher Glück als Verstand, dass mir der erste Satz noch einmal ins Auge sprang. Es war nur eine Hexe, die über den Fluss wollte! Stark gegen das aufkommende Schwindelgefühl ankämpfend, drückte ich den Stein, auf dem die Zahl "2" zu sehen war und konnte mich noch nicht einmal richtig freuen, als sich die große Tür öffnete. Ich konnte mich kaum auf den Beinen halten, als ich nach dem am Boden liegenden Körper meines Begleiters tastete. Als ich etwas von seinem Stoff zwischen die Finger bekam, hätten meine Beine beinahe unter mir nachgegeben, doch ich stützte mich am Boden ab und zog den jungen Auror unter den Armen mehr schlecht als recht in den Raum hinein - gerade noch rechtzeitig, bevor sich die Tür wieder hinter uns verschloss. Als sich diese mit einem dumpfen Geräusch ins Schloss fiel, kehrte auch allmählich mein Hörsinn wieder zurück, dieser magische Nebel war uns nicht mit in diesen Raum gefolgt. Ich sog die "frische" Luft regelrecht ein, während ich mich vergewisserte, dass uns hinter der Tür keine neue Gefahr erwartete, bevor ich mich um den Auroren kümmerte. Ryan... Ich räusperte mich, um das unangenehme Kratzen aus meiner Stimme herauszubekommen und ließ mich nebenher neben Ryan auf den Boden sinken. Ich klopfte ihm kurz gegen die Wange, bevor meine Stimme energischer wurde. Ryan. Durch die Umstände, dass mein Verstand noch immer etwas benebelt war, kam ich erst jetzt auf den Gedanken, den Zauberstab zu nutzen und richtete diesen mit zitternden Fingern auf seinen Brustkorb, um seinem Körper neue Kraft zu verleihen. Rennervate
Schwer atmend legte ich mich kurzerhand neben ihm auf den Rücken, um ebenfalls zu Kräften zu kommen. Das alles hätte auch ganz anders enden können, weswegen ich froh war, dass Ryan diese Tür entdeckt hatte. Mit schweren Lidern rieb ich mir die Stirn und richtete mich erst wieder auf, als ich nicht mehr die Befürchtung haben musste, dass mein Körper vor Anstrengung zusammenklappte. Ryan war mittlerweile wieder bei Bewusstsein, weswegen ich mich ihm zuwandte und ihn musterte. Das war knapp. stellte ich fest und schloss für einen Moment die Augen. Wir mussten weiter und sollten möglich keine Zeit verlieren. Wer wusste schon, was uns noch alles erwartete? Erst jetzt nahm ich mir die Zeit, um mich überhaupt in dieser Höhle umzuschauen, in der einige Häuschen, zwei Türme und vor allem ein großes Tempelgebäude zu sehen waren. Wie hatte ich das zuvor nicht bemerken können? Etwas unelegant und unsicher auf den Beinen rappelte ich mich auf, zückte den Zauberstab und konnte den Blick nicht von dem Tempel in der Mitte lassen. Gehörte das noch zu Kaschandra?
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Ryan Goodwill
Auszubildender Auror || Metamorphmagus
avatar

Anzahl der Beiträge : 577
Anmeldedatum : 01.11.14

Charakterbogen
EP:
5496/5600  (5496/5600)

BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   Do 31 Mai 2018 - 23:57

Das erste Blinzeln zeigte nur ein verschwommenes Bild einer Höhlendecke. Ryan lag auf harten Untergrund und die Luft an diesem Ort war kalt und trocken. Einige Herzschläge später stützte er sich auf den Handflächen ab, um sich in eine sitzende Position aufzurichten. Celina hatte es geschafft. Sie hatte die Tür geöffnet und den Metamorphmagus, welchem dies nicht gelungen war, in Sicherheit gebracht. Die Tür schien sich hinter ihnen geschlossen und den Nebel somit ausgesperrt zu haben. Für den Moment eine erfreuliche Nachricht, doch für den Rückweg würde es vermutlich ein Problem darstellen. „Danke“, formte Ryan mit kratziger Stimme, bevor er sich das erste Mal richtig umsah. Celina lag neben ihm und schien nicht weniger entkräftet zu sein, als es bei ihm der Fall war. Die beiden Auroren befanden sich in einer großen Höhle, welche natürlichen Ursprungs zu sein schien. Im Gegensatz zu allem anderen in Kaschandra wirkte sie nämlich unstrukturiert und systemlos. Das änderte allerdings nichts daran, dass es sich um einen atemberaubenden Anblick handelte. Aber auch dieser Ort war offensichtlich von der damaligen Bevölkerung Kaschandras erschlossen worden. In der Höhle hatte man nämlich eine kleine Stadt errichtet. Von Ryans Position aus waren einige kleine Gebäude zu erkennen, welche alle um ein deutlich größeres Gebäude aufgestellt worden waren. Bei dem tempelartigen Bauwerk handelte es sich um das Zentrum der Stadt und es war naheliegend, dass Celina und Ryan dort auf das stoßen werden, was die hohe Anzahl an Fallen zu schützen versuchte. „Das alles ist unglaublich faszinierend, dafür dass es uns umbringen möchte.“ Denn obwohl der Ort sich als sehr gefährlich erwiesen hatte, dachte Ryan nicht daran aufzugeben. Das Ziel schien zum greifen nahe und der Weg zurück wurde ohnehin von tödlichem Nebel versperrt.
Der Auszubildende richtete sich schließlich ganz auf, um einen besseren Überblick zu erhalten. Erst jetzt fiel ihm auf, dass er den Zauberstab in der Hand gehalten hatte, als er auf der anderen Seite der Tür zusammengebrochen war. Panisch schaute er sich um, um dann festzustellen, dass er in dieser Angelegenheit unheimliches Glück gehabt hatte. Der Stab lag auf dem Boden neben der geschlossenen Tür. Er musste irgendwie mit auf die andere Seite gelangt sein. Erleichtert nahm er den weißen Stab an sich.
Die beiden beschlossen den Weg zum Tempel anzutreten und meisterten diesen auch unerwarteterweise ohne größere Zwischenfälle. Auch die unterirdische Stadt schien verlassen zu sein. Die Idee, dass sich das Volk Kaschandras hierher zurückgezogen hatte, erwies sich somit auch als falsch. Auf dieser Insel lebte kein Mensch mehr und den beiden blieb nur noch die Ergründung der Geheimnisse jener Menschen, die einst in Kaschandra gelebt hatten. Die kleinen Gebäude hatten sich bei einigen Stichproben als alte Wohnquartiere offenbart, enthielten aber keine interessanten Gegenstände, weshalb die Auroren nicht jedes einzelne unter die Lupe nahmen.
Das Interesse galt dem Tempelgebäude im Zentrum der kleinen Stadt, welches sie nach einem kleinen Fußmarsch erreichten. Das Gebäude wirkte noch viel größer und faszinierender, wenn man direkt davorstand. Ryan blickte an dem alten Mauerwerk hoch und hielt für einen Moment inne. Sein Blick lag auf der großen Tempeltür, die ins Innere des Bauwerks führte. „Sie haben diesen Ort sehr gut geschützt. Das wird hier nicht aufhören.“ Seine Hand schloss sich fest um das Zauberholz, während der Blick auf Celina lag. Es war aufgefallen, dass die Fallen immer gefährlicher und aggressiver geworden waren. Wenn der Tempel selbst also über Schutzmechanismen verfügte, dann würden diese den Nebel vermutlich in den Schatten stellen. Was auch immer das Volk von Kaschandra zum Schutz dieses Tempels entworfen hatte. Es würde Konzentration und unbedingte Aufmerksamkeit erfordern ihm zu entkommen. „Was ich damit sagen möchte: Lass uns versuchen darin nicht zu sterben.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Celina Recshire
Auszubildende Aurorin || Animagus
avatar

Anzahl der Beiträge : 55
Anmeldedatum : 13.04.18

Charakterbogen
EP:
4200/4400  (4200/4400)

BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   So 3 Jun 2018 - 23:50

Ich stand jetzt oft genug in deiner Schuld - irgendwann muss ich mich doch dafür revangieren antwortete ich mit einer leichten Müdigkeit in der Stimme. Wie viele Fallen würden uns noch in den Weg stellen, um uns daran zu hindern, Kaschandra näher kennenzulernen? Ich hatte jegliches Zeitgefühl verloren und dieser Nebel tat den Rest um meinen Körper zu schwächen. Stumm führte ich den Rennervate-Zauber auch auf mich an, bevor ich mit einem leichten Schmunzeln auf seine Worte antwortete.
Die Wohnungen, die wir uns angesehen hatten, verrierten uns nichts über ihre ehemaligen Bewohner, weswegen der Tempel immer weiter in den Vordergrund rückte. Wenn es auch dort Fallen gab, die auf uns warteten - was würde uns dort erwarten? Der Geist eines Geistlichen vielleicht? An Ryans Seite näherte ich mich dem protzigen Gebäude, welches majestätisch in Mitten der kleineren Häuschen thronte, wobei ich vorsichtig jeden Fuß mit Bedacht vor den anderen setzte. Ich hatte nicht vor, noch einmal in einen Nebel zu geraten, der uns die Atemwege zuschnürte.
Aber eines war sicher - egal was uns dort drinnen erwartete, es war wichtig mit Ryan gut zusammenarbeiten zu können. Denn ohne Teamarbeit und Vertrauen konnten wir scheitern und selbst der kleinste Fehltritt oder ein kurzes Zögern könnte uns umbringen. Ich hab nicht Pruecillas Hölle überlebt, nur um bei so einem Klassenausflug zu sterben Nachdenklich drehte ich meinen Zauberstab zwischen Daumen und Zeigefinger hin und her, bevor ich dessen Spitze direkt auf den Eingang richtete. Bereit?

Ich war mir nicht sicher, ob wir uns problemlos der Tür nähern konnten, immerhin könnte sie mit mächtiger Magie belegt worden sein. Schließlich gab es tatsächlich Gegenstände, die in der Lage waren, die Seelen aus dem Menschenkörper herauszusaugen und bis in alle Ewigkeiten zu bewahren. Mit angehaltenem Atem machte ich mich daran, die Treppen vor dem EIngang empor zu steigen. Doch gerade als ich die erste Stufe betreten hatte, vernahm ich ein leises Summen in meinem Ohr, was mich alarmiert umschauen ließ. Als ich mich zur Seite drehte, war es bereits zu spät um zu reagieren, als sich ein Pfeil mit weißen Federn und einer schwarzen Spitze direkt in meine Schulter bohrte.
Ich konnte mir einen Schmerzenslaut nicht verkneifen, bevor ich kurz nach hinten taumelte, wobei mir der Zauberstab aus der Hand glitt und auf den Boden rollte und ich feststellen musste, dass nun sämtliche Pfeile mit grünlich schimmernden Federn auf uns zugeflogen kamen - bereit Ryan und mich zur Strecke zu bringen. Achtung! Doch ich konnte mich nicht rühren, ich konnte den Pfeil noch nicht mal aus meiner Schulter ziehen, da meine Arme langsam aber sicher starr wurden. Offensichtlich hatte sich etwas an der Spitze des Pfeiles befunden, welches sämtliche Glieder lähmen konnte, sodass ich noch nicht mal in der Lage war, meinen Zauberstab aufzuheben - diese Falle war gar nicht mal so taktisch unklug von den Bewohnern Kaschandras gewesen, auch wenn man sich durch den ersten einzelnen Pfeil, der einen gar nicht töten sollte, auf die nächste Welle an Pfeilen vorbereiten könnte. So konnte ich mich schließlich nicht wehren und musste zusehen, wie Ryan sich den Pfeilen stellen musste. All das passierte binnen weniger Sekunden, während ich versuchte meine Finger irgendwie bewegen zu können. Doch ich konnte meine Arme und Beine weder berühren noch spüren - nur mein Gesicht schien dieser Lähmung nicht ausgesetzt worden zu sein.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Ryan Goodwill
Auszubildender Auror || Metamorphmagus
avatar

Anzahl der Beiträge : 577
Anmeldedatum : 01.11.14

Charakterbogen
EP:
5496/5600  (5496/5600)

BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   Di 5 Jun 2018 - 21:22

Dafür, dass das Ganze als eine spontane und lustige Unternehmung in einem staubigen Antiquitätenladen begonnen hatte, war es zu einem unerwartet gefährlichen Ausflug geworden, den Ryan nicht mehr als Klassenausflug bezeichnen würde. Wobei der Vergleich in Relation zu Celinas Erlebnissen bei Pruecilla vermutlich durchaus angebracht war. Doch die Aurorin schien weiterhin entschlossen zu sein, das Geheimnis der Stadt zu lüften und dem ehemaligen Ravenclaw ging er da nicht anders. „Bereit“, bestätigte er knapp und schaute sich noch einmal um. Die Fallen hatten ihn vorsichtig werden lassen und es konnte nicht schaden noch einmal zu überprüfen, ob ihnen jemand oder etwas gefolgt war. Celina hatte unterdessen nur einen Schritt in Richtung der Tür gemacht und damit die nächste Falle ausgelöst.
Ryan fuhr herum, als die Begleiterin einen Schmerzenslaut von sich gab. Schnell versuchte er die Situation zu verstehen und zu analysieren. Ein Pfeil steckte in ihrer Schulter und der Zauberstab der Aurorin war zu Boden gefallen. Ihre Warnung offenbarte Ryan die Pfeile, welche im Begriff waren die beiden auszuschalten. Geistesgegenwärtig riss er den Zauberstab in die Höhe. „Protego!“ Die Pfeile prallten gegen den magischen Schild und fielen zu Boden.
Dann hielt er die Aurorin fest, welche offensichtlich die Kontrolle über ihren Körper zu verlieren schien. Er führte sie hinter eine Säule und setzte Celina vorsichtig auf den Boden, bevor er den Pfeil in ihrer Schulter genauer betrachtete. „Klassenausflug, hm?“, fragte er skeptisch, während er den Pfeil ohne Vorwarnung entfernte. „Bist du in Ordnung?“ Der Metamorphmagus vermutete, dass die Betäubung lediglich bewirken sollte, dass die anderen Pfeile ihr Ziel fanden. Das wäre auch gelungen, wenn Celina alleine gewesen wäre. Doch das bedeutete auch, dass die Lähmung nur vorübergehend wären und nicht zur Gefahr werden würden. „Lass dir Zeit. Wenn wir da rein gehen, musst du voll einsatzfähig sein.“ Ryan war sich nicht sicher, ob der Wirkstoff so schnell nachlassen würde, weshalb er der ehemaligen Mitschülerin genug Zeit zur Erholung geben wollte.
Unterdessen griff er nach einem der Pfeile, die er kurz zuvor abgewehrt hatte. Dem Pfeil war seine Wirkung nicht anzusehen und er hatte auch keine Möglichkeit den Wirkstoff an der Spitze dieser Pfeile zu analysieren, weshalb er ihn wieder ablegte und sich stattdessen nach einem Auslöser umsah. Zunächst schien nichts erkennbar zu sein. Die deutlich schärferen Augen des Falken ließen jedoch dünne Fäden sichtbar werden, welche vor dem Eingang des Tempels gespannt worden waren. Ryan war sich nicht sicher, ob die Falle überhaupt magisch war, oder ob ihr ein rein mechanischer Mechanismus zugrunde lag. „Bleib hinter der Säule“, beugte er einem plötzlichen Auftauchen der Begleiterin vor, bevor er den Zauberstab auf die dünnen Fäden richtete und alle mit einem Feuerzauber zertrennte. Im nächsten Moment musste er mehrere Slaven von Pfeilen mit mehreren Schutzzaubern abwehren, konnte sich dann aber sicher sein, dass diese Falle keine Probleme mehr machen würde.
Erst dann begab er sich wieder zu Celina hinter die schützende Säule. „Wir können auch in einem der Gebäude Unterschlupf suchen, damit du dich erholen kannst.“ Es wäre leichtsinnig, Celina in angeschlagenem Zustand mit in den Tempel zu nehmen. Außerdem hatten die beiden keinen Grund zur Eile. Wichtig war nur, dass sie im Inneren des Tempels bei vollem Bewusstsein waren. Der Metamorphmagus war sich sicher, dass die gefährlichsten Fallen noch vor ihnen lagen und diese würden keinen Fehler verzeihen.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Celina Recshire
Auszubildende Aurorin || Animagus
avatar

Anzahl der Beiträge : 55
Anmeldedatum : 13.04.18

Charakterbogen
EP:
4200/4400  (4200/4400)

BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   So 10 Jun 2018 - 2:11

Das taube Gefühl in Fingern, Armen und Beinen hatte sich mittlerweile so weit ausgebreitet, dass ich bereits vergessen hatte, wie es war, fühlen zu können. Allein die Taubheit in einem einzigen Finger hatte mich unruhig werden lassen, weswegen es nicht besser wurde, als Ryan mich in den Schutz einer Säule brachte. Na gut, der Begriff Klassenausflug war vielleicht etwas- Mit zusammengebissenen Zähnen sog ich die Luft scharf ein, als der junge Mann den Pfeil kommentarlos aus meiner Schulter zog. Ich warf lediglich einen kurzen Blick auf die offene Wunde, bevor ich meinen Kopf an der Säule anlehnte, da ich mich immer noch nicht richtig bewegen konnte. Das Taubheitsgefühl war immer noch da und meine Glieder ließen sich noch immer nicht bewegen. Die aufkommende Panik konnte ich nicht ignorieren - was passierte, wenn das Gift nicht aus meinem Körper kam und auch durch Tränke oder Zauber nicht entfernt werden konnte? Mh war meine erste geistreiche Antwort auf die Frage, ob ich in Ordnung war. Ich spüre weder meine Arme noch meine Beine aber wenn man bedenkt, dass wir auch hätten durchbohrt werden können, gehts mir wunderbar.
Während Ryan sich die Pfeile näher ansah und anschließend irgendwas betrachtete, was aus meiner Sicht nicht zu sehen war, versuchte ich immer wieder meine Finger zu bewegen, was sich als äußerst schwierig herausstellte, wenn man nichts fühlte. Der Befehl des ehemaligen Ravenclaws ließ mich ironisch auflachen. Witzig Ich sollte hinter der Säule bleiben? Mit Vergnügen. Ich konnte schließlich nichts anderes tun, wenn ich meine Beine nicht nutzen konnte. Mit einem lauten, entnervten aber auch nervösen Seufzen ließ ich meinen Blick in der Umgebung herumschweifen, bis ich ganz leise einige Stichflammen und das bekannte Summen vernehmen konnte, welches die Pfeile angekündigt hatte. Ich hielt automatisch die Luft an und versuchte um die Säule herumzuschauen um zu sehen, was Ryan gerade anstellte. Doch offensichtlich befand sich dieser direkt hinter der Säule, sodass ich keinerlei Sicht auf ihn und das Spektakel hatte. Mach bitte keinen Mist murmelte ich und atmete erleichtert auf, als sich ein unangenehmes Prickeln durch meine Finger zog und auch Ryan wenig später unversehrt wieder auftauchte. Vorsichtig begann ich meine Finger zu bewegen und stellte fest, dass ich auch allmählich wieder meine anderen Körperteile spüren und bewegen konnte. Ich hab nur noch ein leichtes Taubheitsgefühl aber ich denke es wäre keine dumme Idee. Was hast du dort hinten gemacht? Gerade als ich mich so positioniert hatte, dass ich die Treppe vor dem Tempel sehen konnte, erkannte ich eine Bewegung im Augenwinkel. Alarmiert flog mein Blick in die Richtung. Ryan, schau mal da Ich kniff die Augen einen Spalt breit zusammen um erkennen zu können, was sich da näherte. Es waren auf jeden Fall zwei Menschen, die direkt auf uns zu kamen.

Sofort rappelte ich mich etwas unbeholfen auf um mich direkt neben Ryan zu stellen. Es wurde wohl nichts aus der Ruhepause, die wir uns gerade erst nehmen wollten. Als die beiden Gestalten nah genug waren, dass ich näheres erkennen konnte, hielt ich die Luft an und musste aufpassen, dass mir mein Zauberstab bei meinen zitternden Fingern nicht aus der Hand fiel. Das ist Prason Ich könnte dieses Gesicht, diese Augen, dieses Grinsen und vor allem die Statur wohl überall erkennen. Denn allein sein Auftreten jagte mir Bilder in den Kopf, die ich eigentlich verbannt hatte. Offensichtlich nicht gut genug. Die Bilder von den schreienden Kindern, Organmassen und die Stimme von Pruecilla - all das rufte er in mir hervor, sodass ich für einen Moment nicht handlungsfähig war.
Den zweiten Mann, der an seiner Seite lief, konnte ich nicht zuordnen. Er hatte dunkle Haare und einen Bart und doch war mir klar, dass er nicht gerade freundlich gesinnt sein konnte, wenn er mit Prason auftauchte. Aber warum war Prason hier? Durch die Tatsache, dass keiner Kaschandra finden konnte, wenn man die Karte nicht besaß, vermutete ich stark, dass es nicht der echte Prason sein konnte, der sich uns gerade näherte. War es vielleicht ein Irrwicht? Doch bevor ich überhaupt an irgendetwas Witziges in Kombination mit Prason denken konnte, war Prason mit einem breiten Grinsen und verschränkten Armen stehen geblieben: "Zeit wieder ins Rudel zurückzukehren" Seine Stimme, die zu 100 Prozent der echten Stimme ähnelte, ließ mich inne halten. Konnten Irrwichte überhaupt sprechen? Es war mir zumindest neu.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Ryan Goodwill
Auszubildender Auror || Metamorphmagus
avatar

Anzahl der Beiträge : 577
Anmeldedatum : 01.11.14

Charakterbogen
EP:
5496/5600  (5496/5600)

BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   So 10 Jun 2018 - 19:00

Der ehemalige Ravenclaw hatte natürlich bemerkt, dass die Aurorin weitestgehend die Kontrolle über ihren Körper verloren hatte. Das war auch der Grund dafür gewesen, dass er den Pfeil ziemlich schnell und schon fast rücksichtslos entfernt hatte. Ein Schmerzender Arm war das geringere Übel, wenn die Alternative bedeutete, dass sie dem Gift noch länger ausgesetzt wäre. Die Falle war so konzipiert, dass die große Salve an Pfeilen tödlich sein sollte, weshalb Ryan überzeugt war, dass der lähmende Wirkstoff eine vorübergehende Erscheinung hervorrief, welche sich wieder abbauen würde. Diese Vermutung stellte sich als richtig heraus, nachdem der Metamorphmagus die restlichen Auslöser für die Pfeil-Falle entschärft hatte. Die Begleiterin schien sich von der Wirkung der Betäubung zu erholen und dennoch stimmte sie einer Pause zu. Es war vermutlich das Beste, wenn sie den Tempel in einem wachen und aufmerksamen Zustand betreten konnten. Auch der junge Zauberer merkte nämlich, dass seine Energiereserven erschöpft waren.
Es gab weitere Auslöser. Habe mich drum gekü…“ Sein Bericht wurde unterbrochen, als Celina ihn darauf hinwies, dass sie nicht länger alleine in der Höhle waren. Misstrauisch umklammerte Ryan den Zauberstab, welchen er seit dem Betreten der Insel nicht aus der Hand gelegt hatte. Die Augen des Falken hatte ihm die Gesichter der heranschreitenden Männer schon auf größere Entfernung verraten. Die Identität des kahlköpfigen Mannes war Ryan unbekannt. Kurz darauf brachte Celina diese Person jedoch mit einem Namen in Verbindung, den der Metamorphmagus bereits sehr gut kannte. Die zweite Gestalt trug ein bekanntes Gesicht, welches sich nicht an diesem Ort befinden durfte. Es war Elija Cartwright, oder besser gesagt etwas, das sich als eben dieser ausgab. Ryan wusste, dass der wahre Urahne eingesperrt war und unmöglich frei sein konnte. Darüber hinaus wäre eine Kooperation mit Pruecilla und somit mit Prason kein Vorgehen, welches Goodwill seinem Vorfahren zutrauen würde. Außerdem konnten die beiden unmöglich nach Kaschandra gefunden haben, selbst wenn Elija nicht eingesperrt gewesen wäre.
Riddikulus!“ Irrwichte waren naheliegend und sie waren glücklicherweise nicht besonders schwierig zu bestimmen. Die Herausforderung bestand lediglich darin, in einem Moment der Angst an etwas Amüsantes zu denken. Doch Ryan war mittlerweile abgestumpft genug, um sich nicht durch eine bloße Nachahmung seines Albtraums verunsichern zu lassen. Das Bild, welches er in seinem Kopf hatte, als er den Zauber sprach, sprach wiederum Bände über den jungen Auror. Es gab die Klassiker, wie lächerliche Kleidung, oder vollkommen absurde Gestalten, aber Ryan empfand in Verbindung mit Elija vor allem bei einem Bild etwas, was dem, was allgemein als Freude bekannt war, am nächsten kam. Vor seinem inneren Auge hatte sich Elijas Aussehen nicht großartig verändert. Lediglich das Grinsen war von seinem Gesicht verschwunden und seine Augen wirkten leer. Der Irrwicht sollte durch den Zauber dazu gezwungen werden das Abbild eines hingerichteten Elija Cartwrights anzunehmen, welcher regungslos und blutverschmiert im Dreck lag. Doch der Zauber zeigte keine Wirkung und das lag nicht an der makabren Szene, welche Ryan durchaus Befriedigung verschafft hätte. Es handelte sich bei den Gestalten nicht um Irrwichte, was sich dadurch untermauern ließ, dass der falsche Prason nun zu sprechen begann. Nun galt es einen Weg zu finden, um die unbekannten Wesen unschädlich zu machen. Ryan ging einige Schritte vor, um so auch zwischen dem Kahlköpfigen und Celina zu stehen. Diese wirkte durch dessen Anblick nämlich deutlich verunsichert.
Wir sollten das abkürzen. Was seid ihr? Ich habe langsam echt die Schnauze voll davon, dass sich irgendwelche magischen Wesen an meinen Erinnerungen bedienen.“ Die Banshee hatte sich bereits an Ryans Vergangenheit zu schaffen gemacht, um in Form seiner Mutter zu erscheinen. Auch diese Gestaltwandler waren durch ihr Vorgehen einen Schritt zu weit gegangen. „Ryan, du enttäuschst mich. Wir haben doch genug Zeit miteinander verbracht. Wie kannst du mich nicht erkennen?“, sprach der falsche Elija nun. „Erinnerst du dich an all die Toten? Du hast nur zugeschaut und doch hast du ihr Blut an den Händen! Sowas verbindet! Du solltest dich nicht gegen mich stellen. Wir sind doch eine Familie!“ Ryan funkelte die dunkelhaarige Gestalt mit wütendem Blick an. Er erinnerte sich an viele der unschuldigen Opfer, welche Elija umgebracht hatte, nachdem er die Kontrolle über Ryans Körper übernommen hatte. Und obwohl Ryan stets kühl wirkte, schaffte er es nicht, sich von jener Mitschuld zu befreien, welche er sich seitdem einredete. Doch das alles war in diesem Moment nicht von Bedeutung. Dieses Wesen wollte ihn manipulieren und dazu sollte es nicht kommen.
Die Faust heben überbrückte Ryan die letzten Schritte zu dem falschen Elija. Als er gerade zuschlagen wollte, veränderte dieser sein Aussehen, so dass Ryan nun in die Augen von Vanessa blickte, welche ihn flehend ansah. „Hast du mir nicht schon genug wehgetan? Willst du mich jetzt auch noch körperlich verletzen?“ Dieses Wesen verstand sich darauf Salz in weit offene Wunden zu streuen und obwohl Ryan beim Anblick der jungen Ravenclaw kurz zögerte, führte er den Schlag dann doch aus, woraufhin das Wesen in Vanessas Gestalt zurücktaumelte. Eine grünliche Flüssigkeit entlief der Nase des Wesens, auf welche Ryan geschlagen hatte. „Wenn es blutet, kann man es töten“, stellte er zufrieden fest, bevor er die falsche Vanessa mit einem Schockzauber attackierte. Das Wesen taumelte erneut zurück und betrachtete Ryan dann mit einem Zorn, welchen er auf Vanessas Gesicht nie zuvor gesehen hatte. Nun zeigte das Wesen seine wahre Abscheulichkeit und nun sollte es sterben. Doch bevor Ryan erneut angreifen konnte, beförderte der falsche Prason, den er unbeachtet gelassen hatte, ihn mit einem Fausthieb zu Boden. Nun war es Ryans Nase, welche zu Bluten begann. Ein Umstand, der von dem Wesen mit Vanessas Aussehen mit einem Grinsen kommentiert wurde: „Wenn es blutet, kann man es töten.
Der Metamorphmagus rappelte sich auf, wischte das Blut mit dem Ärmel weg und stand nun wieder direkt neben Celina. Sie wussten noch immer nicht was die Wesen konnten. Ein Kampf war jedoch unumgänglich.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Celina Recshire
Auszubildende Aurorin || Animagus
avatar

Anzahl der Beiträge : 55
Anmeldedatum : 13.04.18

Charakterbogen
EP:
4200/4400  (4200/4400)

BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   So 10 Jun 2018 - 21:58

Ryans Versuch, den einen Eindringling mit einem Riddikulus-Zauber zu vertreiben, scheiterte kläglich, gab mir jedoch etwas Zeit um mich mit der Situation auseinanderzusetzen. Natürlich war ich Aurorin aus voller Überzeugung geworden und hatte wochenlang gegen meine Paranoia und meine Angst ankämpfen müssen, dass mein Albtraum erneut eintreffen könnte. Aber offensichtlich war es dann doch etwas ganz anderes, wenn der Albtraum einem wieder direkt gegenüberstand. Ich versuchte meine Atmung unter Kontrolle zu bringen, während ich der Konversation zwischen Ryan und...seinem Verwandten folgte. Er war mit diesem Kerl verwandt? Warum erschien er ihm dann, während Prason ebenfalls auftauchte. Für mich ergab das keinen Sinn und auch die Unterhaltung brachte nicht unbedingt Licht ins Dunkle.
Mit einem fest entschlossenen Gesichtsausdruck packte ich meinen Zauberstab fester und zielte mit diesem auf Prason, während Ryan auf den anderen zu ging - die Faust zum Schlag erhoben. Ich war bereit, mich meiner Angst in Form dieses glatzköpfigen Mannes zu stellen, komme was wolle. Doch die Regung im Augenwinkel ließ mich zu Ryan hinüberblicken. Er stand nun nicht mehr diesem Mann gegenüber sondern einer hübschen, jungen Blondine. Tatsächlich kam sie mir bekannt vor - war sie nicht ebenfalls eine Schülerin aus dem Hause Ravenclaw gewesen? So wirklich hatte ich mich nie für Schüler aus den niedrigeren Klassenstufen interessiert aber sie hatte zumindest ein einprägsames Gesicht. Allerdings fehlte mir zu dem Gesicht ein Name.
Es wirkte für den Bruchteil einer Sekunde so, als würde Ryan sein Vorhaben abbrechen, doch ich zuckte noch nicht einmal mit der Wimper als die blonde Gestalt nach hinten taumelte und zu bluten begann, wenn man die grünliche Flüssigkeit als Blut bezeichnen konnte. Jetzt wurde es interessant. Instinktiv vollführte ich eine Bewegung mit dem Zauberstab, als Prason es wagte, seine Pranken gegen Ryan zu richten: Ignis Spiritus In Terra Der heiße Dampfstrahl, der aus dem Boden empor stieg, ließ Prason brüllend nach hinten stolpern, um diesem zu entkommen, während auf seiner Haut etliche blutrote Brandblasen entstanden. Zeitgleich zog er jedoch einen schmalen aber langen Stock hervor, den ich durch den Dampf nur schwer ausmachen konnte. Ich konnte erkennen, wie er irgendeine bestimmte Bewegung mit dem Stock in seinen Händen ausführte - kurz darauf riss mich eine starke Windböe von den Füßen, die auch den Dampfstrahl zunichte machte. Geschickt rollte ich mich ab um mich nicht unnötig zu verletzen und um schnell wieder auf die Füße zu kommen. Still sandte ich einen kurzen Dank an Gwen und ihren Kampfsport aus. Prason war mir in der Zwischenzeit mit seinem Stock gefolgt, während die Blondine mittlerweile auch einen Stock in der Hand hatte und sich um Ryan kümmerte.

Aus naher Entfernung konnte ich grobe Schnitzereien in dem Stab meines Gegners erkennen, doch um mich genauer damit zu befassen, fehlte mir die Zeit. Stupor! Mit einem kurzen Schlenker des Stabes konnte er meinen gut gezielten Schockzauber problemlos abwehren, doch ich würde ihm mit Sicherheit nicht die Möglichkeit geben, anzugreifen. Ignis tempestas Erneut konterte er mit einem Windstoß seinerseits - kein Wunder, dass ein Feuerball dagegen keine Chance hatte - doch dieses Mal war ich dagegen gewappnet und beschwor mit Rupes! eine Felswand zwischen uns beiden hervor, die langsam aber sicher auf Prason zuglitt. Nun hatte ich allerdings das Problem, dass ich zwar vor der Windböe geschützt aber nicht in der Lage war, ihn zu sehen. Mit erhobenem Zauberstab ging ich ein paar Schritte zurück und hielt den Blick auf die Felswand gerichtet. Prason blieb still. Ich konnte noch nicht einmal Schritte vernehmen, während die Felswand weiter auf dem Boden entlang schwebte. Sie stellte damit momentan eher ein Schutzschild dar, denn ich bezweifelte stark, dass Prason sich von ihr erdrücken ließ.
Doch gerade als ich mich auf den Weg machte, die Felswand zu umrunden, explodierte diese, sodass sämtliche Steinbrocken in alle erdenklichen Richtungen flogen - ich schützte mich mit einem Schutzschild und entfernte diesen wieder, als Prason geradewegs auf mich zukam. Von der Felswand war nichts mehr übrig außer ein paar am Boden liegende Steine. Sie wartet auf dich und freut sich darauf, wenn du wieder für sie kämpfen wirst Mit seinem finsteren Blick ging er gemächlichen Schrittes auf mich zu, den Stab hoch erhoben. Egal wie weit du rennst, egal wie viele Menschen du um dich hast - Pruecilla wird dich immer- Ictus flagri! schnitt ich ihm mit lauter Stimme den Satz ab, wobei sich mein Zauberstab zu einer Peitsche verlängerte. Diesen Zauber hatte man zwar nie in der Schule gelernt aber ich hatte mehr als ein Jahr lang Zeit gehabt um ihn mir selbst beizubringen und auch während meines Aurorendaseins hatte ich ihn immer wieder ausprobieren können. Ich holte flink mit dieser aus und sorgte dafür, dass sie sich um seinen Stab wickelte, sodass ich ihn aus seinen Händen reißen konnte, noch bevor er überhaupt reagieren konnte.
Triumphierend nahm ich den Stab in meine freie Hand und richtete meinen eigenen, der nun wieder zu einem normalen Zauberstab geworden war, auf meinen Gegner. Noch irgendwelche Worte? Er war schutzlos - sofern er nicht auch ohne Stab zaubern konnte.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Ryan Goodwill
Auszubildender Auror || Metamorphmagus
avatar

Anzahl der Beiträge : 577
Anmeldedatum : 01.11.14

Charakterbogen
EP:
5496/5600  (5496/5600)

BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   So 10 Jun 2018 - 22:55

Der erste Angriff, nachdem Ryan sich wieder aufgerichtete hatte, ging von Celina aus. Sie schien den ersten Schock überwunden zu haben und nun machte sie nicht den Eindruck, als würde sie halbe Sachen machen wollen. Der falsche Prason würde es schon sehr bald bereuen, dass er ausgerechnet diese Form gewählt hatte. Sowohl der Kahlköpfige, als auch das Bell-Double bewaffneten sich nun mit Zauberstäben, welche in ihrer Form deutlich unhandlicher und größer wirkten, als die üblichen, welche Ryan bekannt waren. Die Stäbe erinnerten stärker an Gehstöcke, als an handelsübliche Zauberstäbe. Ihr Zweck schien jedoch denen von Zauberstäben zu entsprechen. Ob es sich dabei um die Zauberhölzer Kaschandras handelte, oder sie mit den Gestaltwandlern in Verbindung standen, war unklar. Außerdem galt es nun zunächst den Kampf zu überstehen, bevor derartige Fragen geklärt werden konnten.
Ryan deckte seine Gegnerin mit Salven aus Schockzaubern ein und musste feststellen, dass das Wesen diese ohne große Mühe abwehren konnte. Auch andere direkte Angriffe wusste die falsche Vanessa zu vereiteln. Auf diese Weise würde Ryan also nicht gegen das mächtige Wesen ankommen. Es blieb nun die Möglichkeit eines Überraschungsangriffes, oder eine Entwaffnung der Gegnerin. Letzteres würde sich als äußerst schwierig herausstellen, weshalb Ryan bemüht war einen weniger vorhersehbaren Angriff zu starten.
Doch noch bevor er erneut angreifen konnte, erfüllte ihn das gehässige Grinsen auf Vanessas Lippen mit einer bösen Vorahnung. Er machte sich bereit, um zunächst in die Defensive zu gehen. Doch dem Gestaltenwandler genügte eine bloße Geste mit dem Zauberholz, um Goodwill von den Beinen zu reißen und unsanft auf dem Boden aufschlagen zu lassen. „Ihr hättet nicht herkommen sollen!“  Entschlossen und nicht gewillt aufzugeben, wollte der Metamorphmagus sich wieder auf die Beine stemmen, als eine weitere Geste mit dem Stab dafür sorgte, dass er urplötzlich gegen eine Außenwand von einer der kleinen Hütten geschleudert wurde und schließlich vor dieser erneut zu Boden ging. „Irgendwelche letzten Worte, Goodwill?
Ein metallischer Geschmack breitete sich in Ryans Mund aus und ein prüfender Griff an die eigenen Lippen, hüllte die eignen Finger in Blut. Verzweifelt spuckte der Auror auf den felsigen Boden, bevor er zu einem Sprint ansetzte, um sich hinter der Hütte in Sicherheit zu bringen. Doch das Wesen schien bereits zu reagieren, bevor der Metamorphmagus sich überhaupt in Bewegung gesetzt hatte. Erneut schlug ihn ein magischer Stoß gegen die Wand und ließ ihn auf die Knie sinken. Das Wesen war in seinem Kopf. Es sah was er dachte und war ihm offenbar immer einen Schritt voraus.
Das Wesen in Vanessas Gestalt kam weiter auf Ryan zu und sein Blick fiel auf Celina, welche sich scheinbar besser gegen den Kahlkopf schlug. In seinen Gedanken formte er nun ein Bild seiner Begleiterin, die ihm zur Hilfe eilen wollte. Die Realität sah anders aus, aber das zählte in diesem Moment nicht. Ryan besiegelte seinen Plan mit einem Grinsen und tatsächlich fuhr seine Gegnerin urplötzlich herum, um die Aurorin, welche laut Ryans Gedanken angriff, abzuwehren. Im selben Moment sprang der Metamorphmagus auf und überbrückte die letzte Entfernung zu der falschen Vanessa. Er schlug ihr den Stab aus der Hand und stand ihr nun Auge in Auge gegenüber. Sie hatte die Finte durschaut und war bereit zu reagieren. Ryans Hand wandelte sich in die kräftige Pranke eines Tigers und durchschlug die Brust der Gegnerin. Vanessas Augen schauten ihn starr vor Schock an und das Gesicht verlor jeglichen Ausdruck. Der Kampf schien gewonnen, bis sich erneut ein Lächeln auf Vanessas Lippen legte. Das Wesen lief zwei Schritte zurück, so dass Ryans Pranke nicht weiter in dessen Brust steckte. Aus dem klaffenden Loch tropfte das grüne Blut der Kreatur, bevor sich die Wunde langsam von selbst verschloss. „Dein Herz sitzt woanders“, stellte Ryan verzweifelt fest. Er kämpfte nicht gegen ein menschliches Wesen und hätte soweit denken müssen.
Das genügt jetzt!“ Die Kreatur in der Form Vanessas streckte die Hand aus und im Augenwinkel bemerkte der Auror, dass der Stab am Boden sich langsam bewegte. Auf keinen Fall durfte das Wesen erneut an die Waffe gelangen. Sollte es soweit kommen, wäre er so gut wie erledigt. Die Waffe erhob sich vom Boden, im selben Moment setzte der Metamorphmagus zum Sprung an, verwandelte sich in seine Falkenform und griff mit den Klauen den heranfliegenden Stab. Das Gewicht des Zauberholzes ließ die Waffe samt Vogel zu Boden gehen, wo Ryan sich sofort zurückverwandelte, seinen Stab auf die Gegnerin richtete und mit letzter Kraft „Avada Kedavra!“ brüllte. Ein grüner Blitz schoss der falschen Bell entgegen, ließ sie zusammenzucken und leblos zu Boden gehen. Das Wesen, welches kurz zuvor noch die Gestalt der hübschen Ravenclaw gehabt hatte, lag nun leblos und in seiner offensichtlich wirklichen Gestalt am Boden. Das Wesen hatte nichts Menschliches an sich. Seine Haut wirkte grünlich und der Kopf hatte etwas undefinierbar Dämonisches an sich. Vielleicht würden die Bücher aus der Bibliothek später Aufschluss über die unbekannten Wesen geben. Der Blick des entkräfteten Metamorphmagus richtete sich nun zu Celina, während er sich mit mühe aufrichtete und mit der freien Hand den Stab des Monsters an sich nahm. Er hatte das Kampfgeschehen zwischen Celina und Prason aus den Augen verloren und wollte nun überprüfen, ob er möglicherweise gebraucht wurde.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Celina Recshire
Auszubildende Aurorin || Animagus
avatar

Anzahl der Beiträge : 55
Anmeldedatum : 13.04.18

Charakterbogen
EP:
4200/4400  (4200/4400)

BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   Mo 11 Jun 2018 - 1:14

Das sollte ich dich fragen Gerade als er ebenfalls die Hand ausstreckte um sich den Stab mit magischer Kraft zurückzuholen, rief ich Distrahere! aus und zielte dabei direkt auf seinen Arm. Ich konnte die Knochen laut zersplittern hören, während Prason vor mir erstarrte - den Mund zu einem stummen Schmerzensschrei geöffnet. Ich kannte keine Gnade - der Kerl sollte büßen, weswegen ich mir keine Zeit ließ. Ich tat das erste, was mir einfiel: Avada Kedavra! Der grüne Strahl traf Prason mitten in der Brust - Seine Augen wurden leer und sein Gesicht ausdruckslos, bis er endgültig auf den Boden sank und dort für immer liegen blieb. Stumm starrte ich auf den Körper vor meinen Füßen hinunter. Es wäre schön, wenn es der echte Prason gewesen wäre, dann hätte ich meinen Albtraum besiegt und für immer aus der Welt geschafft. Und ich hätte Pruecilla vermutlich zu meiner Erzfeindin gemacht.
Ich hatte für einen Augenblick damit gerechnet, dass er in der Gestalt blieb, in der er gestorben war, weswegen ich überrascht drein blickte, als sich Prason allmählich eine leicht grünliche Gestalt verwandelte, die leblos am Boden lag. In den sieben Jahren Hogwarts war mir so ein Vieh noch nie unter gekommen. Weder im Unterricht noch in irgendwelchen Büchern über die magischen Kreaturen in der Zaubererwelt.

Den Zauberstab in der einen und der mit Schnitzereien verziehrte Stab der fremden Kreatur in der anderen sah ich mich um. Ryan war offensichtlich ebenfalls seine Gegnerin losgeworden und kam mir etwas langsamer auf den Beinen entgegen. Alles klar? Ich verschnellerte meine Schritte und war wenig später bei ihm angekommen, sodass ich ihn prüfend mustern konnte. Lass uns in eines der Häuser gehen, sofern uns nicht noch jemand überraschen möchte Ich konnte jetzt wirklich erstmal etwas Ruhe gebrauchen und Ryan sah auch nicht gerade so aus, als könnte er sich noch lange auf den Beinen halten.
Ich lief neben meinem Kollegen her, um ihn notfalls zu stützen, falls ihm die Kraft ausgehen sollte, doch er hatte ja mittlerweile auch diesen gehstockähnlichen Stab, den ich mir wohl in Ruhe noch anschauen würde. Ich stieß die rustikale Eichentür einer Hütte in der Nähe auf und befand mich sofort im Wohnbereich. Auch wenn sie Jahrhundertelang leer standen, war die komplette Hütte staubfrei und unversehrt. In der Mitte standen einige Stühle um einen Tisch herum, während in der hinteren Ecke eine Art Hängematte hing. Hast du nicht ein Buch aus der Bibliothek mitgenommen, mit dem man die einheimische Sprache lernen kann? Ich hatte bereits wieder vergessen, wie man die Sprache nannte aber die Schnitzereien in diesem Stab konnten vielleicht auch die Schriftzeichen sein, die uns verrieten, wie man ihn benutzte. Ich legte meinen Stab, der mir bis zur Schulter reichte, da die Prason-Gestalt wesentlich größer gewesen war, auf den Tisch ab. Wenn es die Magie nicht beeinträchtigte, könnte ich ihn vielleicht noch einwenig schrumpfen, damit er handlicher wurde. Denn so einen Stab mit sich herumzuschleppen konnte uns auch ziemlich behindern.

Ich hielt Ryan bestimmt die Wasserflasche, die ich immer noch mit mir herumschleppte, unter die Nase. Trink was. Gerade jetzt, als sich mein Körper die Ruhe gönnen konnte und ich mich auf einem der Stühle mit dem Kopf auf der Tischplatte niederließ, kamen die Bedürfnisse wieder zum Vorschein, die durch das ganze Adrenalin verdrängt worden waren. Ich hatte sowohl Hunger als auch Durst. Wasser hatte ich noch aber die beiden letzten Brötchen hatten wir in der Bibliothek verputzt. Ich brauch jetzt etwas Ruhe... murmelte ich, während ich mich bereits dazu zwingen musste, die Augen aufzuhalten. Doch wenig später überfiel mich die Müdigkeit und ich schlief kurzerhand in einer völlig ungemütlichen Position am Tisch ein, was mir in diesem Moment einfach total egal war.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Ryan Goodwill
Auszubildender Auror || Metamorphmagus
avatar

Anzahl der Beiträge : 577
Anmeldedatum : 01.11.14

Charakterbogen
EP:
5496/5600  (5496/5600)

BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   Mo 11 Jun 2018 - 20:50

Der hölzerne Stab des Monsters diente Ryan als Stütze, als er beobachtete, wie auch Prason leblos zusammensackte und die Gestalt ihr wahres Äußeres offenbarte. Der Metamorphmagus zog beeindruckt die Augenbrauen nach oben. Es war alles andere als üblich, dass sich Hexen und Zauberer des Todesfluches bedienten. Dieser war schließlich verboten und dieses Verbot machte auch in Notsituationen keine Ausnahmen. Darüber hinaus waren die wenigsten überhaupt mit diesem Fluch vertraut, so dass sie ihn im Kampf problemlos verwenden könnten. Mit Magie zu töten erforderte Übung und diese schien Celina hinter sich gebracht zu haben.
Goodwill wusste was es bedeutete, wenn man sich bewusst dafür entschied das töten zu erlernen. Es war ein großer Schritt. Niemand erlernte diesen Fluch einfach so. Es stand stets eine bewusste Entscheidung dahinter und diese war nicht selten mit einem traumatischen Erlebnis, oder sogar einem konkreten Ziel gekoppelt. Der Auslöser für Celinas Entscheidung war für Ryan offensichtlich. Schließlich hatte er selbst beobachtet, was Pruecilla aus ihr gemacht hatte und die Stunden davor waren vermutlich noch viel schlimmer gewesen.
Ich bin okay“, entgegnete er knapp und betrachtete seine Begleiterin, die offensichtlich besser davongekommen war, genauer. „Und bei dir?“ Ein stummes Nicken bestätigte, dass Ryan nach wie vor die Idee einer kurzen Pause unterstützte. Er war in einem Zustand, in welchem sein Körper dringend Ruhe benötigte und es sollte schon etwas bedeute, wenn Ryan Goodwill Müdigkeit verspürte. Weiterhin wortlos, folgte er der Aurorin in eine der Hütten, wobei der erbeutete Zauberstock noch immer als Stütze diente.
Ja, ich habe einige Bücher eingepackt.“ Ryan ließ sich auf einem der Stühle nieder, nachdem er die Tasche einfach fallengelassen hatte. Ihm fehlte die Energie, um sich jetzt noch mit den erbeuteten Gegenständen beschäftigen zu können, weshalb er auf die Stäbe auf dem Tisch deutete. „Die sollten wir uns in Ruhe ansehen, wenn wir wieder in London sind.“ Celina schien mit seinem Vorschlag einverstanden zu sein, denn nachdem sie ihm etwas zu trinken überreicht hatte, fiel die Aurorin bereits in einen tiefen Schlaf. Zwar hätte Ryan ihr auch die Hängematte überlassen, ärgerte sich jedoch keinesfalls darüber, dass diese nun ihm zur Verfügung stand. Mit letzter Kraft stemmte er sich wieder hoch, klemmte den Stuhl zur Sicherheit unter den Griff der Eingangstür und ließ sich dann in besagter Hängematte nieder.



Einige Stunden später:

Es war nicht viel Zeit vergangen, seitdem Ryan die Augen geschlossen hatte. Zwar konnte er in der unterirdischen Stadt kaum eine Aussage über die aktuelle Uhr- oder Tageszeit machen, war sich jedoch ziemlich sicher, dass er maximal drei oder vier Stunden geschlafen hatte. Er war es einfach gewohnt derart kurz zu schlafen und auch ein anstrengender Tag war nicht in der Lage diese Gewohnheit abzuschalten. Mehr oder weniger erholt stieg der Auszubildende aus der Hängematte. Er fühlte sich besser als noch einige Stunden zuvor. Seine Kraft war zurückgekehrt und es war keine Herausforderung mehr, auf beiden Beinen zu stehen. Ein Blick zu dem hölzernen Tisch offenbarte, dass Celina noch immer schlief und das konnte Ryan ihr auch nicht verübeln. Schließlich war nicht jedermanns Schlafrhythmus derart gestört, wie es bei ihm der Fall war.
Leise schritt er durch die Hütte, um einen Blick in einen abgetrennten Bereich zu werfen, welcher an ein Badezimmer erinnerte. Eine große hölzerne Badewanne stand dort und ein Spiegel, in welchem der Metamorphmagus sich kurz betrachtete. Seine Kleidung war fleckig von dem grünen Blut der Gestaltwandler und auch von seinem eigenen. Auch in seinem Gesicht zeugte geronnenes Blut von dem Schlag, welchen ihm der falsche Prason verpasst hatte. Er sah übler aus als er sich fühlte, weshalb der Blick erneut auf die hölzerne Wanne fiel. Natürlich gab es in dieser sehr alten Stadt kein fließendes Wasser, aber das sollte kein Problem darstellen. Der Metamorphmagus verschloss die Tür, um kurze Zeit später sauber und gewaschen wieder aus dem Raum heraus zu treten. Ein Regenzauber hatte genügte, um zu duschen und ein weiterer Alltagszauber hatte die Kleidung repariert und gereinigt. In Kaschandra war es aber vermutlich nur eine Frage der Zeit, bis die Klamotten wieder in Fetzen hingen.
Ohne zu laut zu sein, suchte er einige der Bücher aus seinem Rucksack, um die Zeit zu überbrücken, bis auch Celina erwachen würde. Natürlich beschränkte er sich auf einige der englischen Exemplare, welche er in der Hängematte liegend durchblätterte. Interessant war dabei vor allem ein Buch, dass sich mit der Geschichte Kaschandras beschäftigte. In den Zeilen des Buchs war immer wieder von ‚den Dreien‘ die Sprache. Diese wurde in einem großen Tempel aufbewahrt und beschützt. Das Buch beschrieb verschiedene magische Wächter. Unter anderem zwei Gargoyle, bei welchen es sich um Wesen handelte, welche vor dem Tempel auf Podesten standen und zum Leben erwachen sollten, wenn ein unbefugter sich ‚den Dreien‘ unerlaubt näherte. Diese beiden Wesen sollten die Macht besitzen, in die Köpfe und Gedanken ihrer Ziele einzudringen. Zudem konnten sie ihre äußere Erscheinung anpassen und so in verschiedenen Formen auftreten. Das Buch beschrieb sie als harmlos, soweit man keine bösen Absichten hatte. „Geradezu Engel“, murmelte Ryan zu sich selbst, als er bemerkte, dass Celina die Augen geöffnet hatte. „Guten Morgen. Oder Mittag, oder was auch immer.
Ryan stand aus der Hängematte auf und ließ das Buch wieder in seiner Tasche verschwinden. „Du solltest es nicht zur Gewohnheit werden lassen, auf Tischen zu schlafen“, grinste er die Begleiterin an und war sich dabei sicher, dass sich die unbequeme Unterlage bemerkbar machte.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Celina Recshire
Auszubildende Aurorin || Animagus
avatar

Anzahl der Beiträge : 55
Anmeldedatum : 13.04.18

Charakterbogen
EP:
4200/4400  (4200/4400)

BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   Di 12 Jun 2018 - 0:18

Schlaftrunken hob ich blinzelnd den Kopf von der Tischplatte auf und sah mich um, um mich einwenig zu orientieren. Erst als ich Ryan entdeckte und die Stäbe auf den Tischen liegen sah, fiel mir wieder ein, was vor wenigen Stunden noch passiert war. Hinzu kamen die Schmerzen im Rücken und vor allem im Nacken, die ich mir aufgrund meiner eher unangenehmen Schlafposition zugezogen hatte. Morgen nuschelte ich und rieb mir die Augen, bevor ich zu ihm aufsah, als er mir entgegen kam. Ganz im Gegenteil, ich werde von nun an immer auf Tischen schlafen Ich massierte mir die rechte Schulter, bis mir der Schweißgeruch in die Nase stieg, der von mir ausging. Kein Wunder, ich hatte das letzte Mal vor Beginn unserer Exkursion geduscht und das gestern? Das war nicht unbedingt ein Spaziergang gewesen. Ich stink wie die Pest stellte ich murmelnd fest und richtete mich auf, wobei ich mir eine Hand in den Rücken stemmte. Vielleicht wäre der Boden oder die Hängematte eine bessere Schlaffläche gewesen aber zumindest hatte ich durch meinen ausgiebigen Schlaf meine Kraft zurückerlangt, die ich für den Rest unserer Reise dringend benötigt. Denn wer wusste schon, was uns noch erwartete?

Ich hatte mich kurzerhand ebenfalls zurückgezogen um mich rasch zu waschen, denn lange konnte ich es mit diesem Gestank nicht aushalten. Haben wir eigentlich noch etwas Essbares? fragte ich, als ich wieder ins "Wohnzimmer" kam, in dem sich Ryan befand. In meiner Tasche gab es zumindest nichts mehr. Auch die Wasserflasche, die ich Ryan gegeben hatte, war meine letzte. Allmählich wurde es knapp, wenn wir noch länger laufen und öfter kämpfen mussten, denn Essen gehörte zu den Dingen, die man nicht einfach hervorbeschwören konnte. Nachdenklich nahm ich den Stab des Prason-Doubles in die Hand und drehte ihn in meinen Händen hin und her. Die Schriftzeichen auf meinem waren identisch mit denen von Ryans Stab - wie funktionierten diese Teile? Doch auch wenn es mich brennend interessierte, würde ich im Moment nicht das Risiko eingehen. Eine falsche Bewegung und es könnte alles schief gehen und das konnten wir uns aktuell einfach nicht leisten. Also meinetwegen können wir weiter Keines der Häuser, die wir durchforstet hatten, hatte etwas Interessantes offenbart - also, warum sollte es ausgerechnet dieses tun? Außerdem schien Ryan ebenfalls nicht so darauf fixiert zu sein, die Räume zu durchkämmen, weswegen ich meine Tasche wieder packte. Ich war fit - zumindest fitter als gestern - und bereit, es gegen alle Fallen aufzunehmen, die uns noch begegnen sollten. Was meinst du, wie viele Fallen wird es noch geben? Bei der Menge an Hindernissen muss uns am Ende doch irgendwas Wertvolles erwarten.
Bereits von weitem sah ich noch die Leichen der beiden Kreaturen auf dem Boden liegen und wurde allmählich wieder vorsichtiger, als wir uns der Treppe näherten. Da fiel mir gerade erst wieder die Frage ein, die mich bereits gestern brennend interessiert hatte. Wären wir in einer anderen Situation, hätte ich jetzt von dir wissen wollen, warum erst dein Verwandter und anschließend diese ehemalige Ravenclaw erschienen ist. Aber ich denke, das ist aktuell nicht der perfekte Zeitpunkt dafür Ich zielte direkt auf den Eingang des Tempels und auch wenn Ryan die Pfeilfallen auf der Treppe alle ausgelöst hatte, achtete ich vor jedem Schritt darauf, wo ich hintrat, um uns keine unnötigen Wunden zuzufügen. Bis zur Türe erwartete uns keine böse Überraschung mehr und auch als wir das Tor aufdrückten schien für einen Augenblick alles ruhig. Erst als Ryan und ich beide Füße in den Tempel setzten und die Tür laut ins Schloss fiel, begann die Erde zu erzittern. Alarmiert versuchte ich herauszufinden, was die Quelle dieser kleinen Erdbeben waren, bis zwei gigantische Steinritter mit Schwertern, die mindestens doppelt so groß waren wie ich, um die Ecke kamen. Mit schweren Schritten, die die Erde erbeben ließen, kamen sie direkt auf uns zu. Bei Merlins Bart... Ich hatte mit vielem gerechnet aber nicht mit fünf Meter großen Rittern aus reinem Stein. Mir blieb ein Alarmruf im Hals stecken, als der rechte Ritter mit seinem Schwert ausholte und dieses gut gezielt nach uns warf. Ich hechtete sofort auf die Seite und fluchte gedanklich, als ich Ryan auf der anderen Seite sah. Trennen war keine gute Idee gewesen und den Fehler nutzten die beiden gnadenlos aus. Der rechte Ritter, der uns mit seinem Schwert getrennt hatte, holte sich dieses wieder, in dem er es grob aus dem Holz der Eingangstür zog, in welchem es gesteckt hatte, bevor er sich mir zuwandte. Der andere Ritter kümmerte sich mittlerweile um Ryan und hielt ihn damit auf Trapp, in dem er immer wieder mit dem Schwert nach ihm ausschlug.
Reducto! Mit dem Glauben, dass der Zauber eine Wirkung auf den Steinritter hatte, duckte ich´mich unter einem Schwerthieb hindurch um ihm direkt in die Brust zu treffen. Doch der Zauber prallte kurzerhand einfach am Gestein ab und flog haarscharf an mir vorbei, sodass ich kurz nach Luft schnappen musste. So war das nicht geplant. Wie viele Zauber funktionierten und wie viele nicht? Ich sorgte für etwas Distanz zwischen mir und dem Ritter, wobei ich immer wieder Ausschau nach Ryan hielt. Durch die lauten Schritte des anderen Ritters war es nicht wirklich schwer, ihn zu orten und war dankbar dafür, dass die Wächter zwar stark aber nicht sonderlich schnell und wendig waren. Die Kunst lag darin zu erkennen, wie man sie besiegte. Immer wieder versuchte ich ein paar Zauber auf ihn anzuwenden, doch jedes Mal musste ich ihnen selbst ausweichen, wenn sie zurückprallten. Also musste ich wohl einen anderen Weg wählen: Uncto slip Wenn ich nicht meinen Gegner angreifen konnte, konnte ich zumindest die Umgebung zu meinen Gunsten etwas verändern. Doch auch der rutschige Untergrund brachte nicht viel - er geriet für einen Moment ins Wanken, doch mit einem weiteren Schritt stand er bereits wieder auf festem Boden. Laut fluchend drehte ich mich um und rannte, während der Verfolger etwas schneller die Verfolgung aufnahm. Immer wieder warf ich einen Blick nach hinten und brachte mich hinter einer der Säulen vor einem weiteren fliegenden Schwert in Sicherheit, als ich nur wenige Meter von Ryan entfernt war. Nichts funktioniert - lacerare gelu! Auch die Eisböe, die ich erschuf, und die jeden anderen vermutlich erstarren ließ, hielt die Ritter nicht auf. Es war fast schon unmöglich.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Ryan Goodwill
Auszubildender Auror || Metamorphmagus
avatar

Anzahl der Beiträge : 577
Anmeldedatum : 01.11.14

Charakterbogen
EP:
5496/5600  (5496/5600)

BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   Di 12 Jun 2018 - 21:24

Ich werde dem nicht widersprechen“, grinste Ryan provokativ, als Celina anmerkte, dass sie ebenfalls ein Bad gebrauchen könnte. Er deutete dabei auf das kleine Nebenzimmer, dass seinen Zweck durchaus erfüllte, bevor er auch den erbeuteten Stab in der Tasche mit dem magisch erweiterten Innenraum verstaute und auch Celina wartete. „Wir haben gar nichts mehr, wenn du nicht noch irgendwo etwas versteckt hast“, entgegnete der Metamorphmagus schulterzuckend auf die Frage nach etwas Essbarem. Das war auch der Grund dafür, dass die beiden Auszubildenden sich sehr schnell einig waren, dass sie ihr Abenteuer fortsetzen sollten. Denn auch wenn Ryan es nicht ausschloss, dass es an diesem Ort irgendwo verzehrbare Pflanzen geben könnte, wäre es ihm deutlich lieber, wenn er sich in London etwas Ungesundes und fettiges kaufen könnte, bevor er in Kaschandra verhungerte. Außerdem hatte seine Morgenlektüre bereits angedeutet, dass es nicht mehr weit sein konnte, bis sie ‚die Drei‘ erreichen würden.

Es wird noch weitere Gegner geben“, teilte Ryan sein neues Wissen mit, nachdem Celina nach den Fallen gefragt hatte. „Ich habe vorhin ein interessantes Buch über diesen Ort gefunden. Im Tempel wird etwas aufbewahrt, was als ‚die Drei‘ bezeichnet wurde. Diese werden von Fallen, Rätseln und Wächtern beschützt.“ Ryan blickte im vorbeigehen auf die toten Gestaltwandler hinab. „Die Einwohner nannten diese Wesen Gargoyle. Siehst du die beiden Podeste?“ Ryan deutete auf steinerne Sockel, welche auf dem Vorplatz des Tempels positioniert waren. „Dort standen gestern noch Statuen, oder besser gesagt inaktive Gargoyle. Die Einwohner haben sie als Wächter erschaffen.“ Die Persönlichkeit der Gestaltwandler hatte allerdings wenig von ehrenhaften Beschützern aufgewiesen. Vielmehr hatten sie zornig und gehässig gewirkt. Doch das konnte auch damit zusammengehangen haben, dass sie Celina und Ryan als Eindringlinge und Diebe betrachtete hatten. Wenn man den Inhalt ihrer Taschen prüfte, war das möglicherweise sogar eine Annahme, die nicht vollkommen die Wahrheit verfehlte. Dennoch hätte Ryan sich einen Tempelwächter anders vorgestellt.
Im Tempel soll es weitere Beschützer geben. Das Buch verlor an Präzision, als es um das Tempelinnere ging. Möglicherweise war der Autor nie dort gewesen. Wir werden uns weiterhin überraschen lassen müssen.“ Ryan hatte neue Kraft geschöpft und das äußerte sich in schnellen Schritten, welche ihn zuversichtlich in Richtung des Tempels trugen. Sein Tatendrang wurde nur für einen Moment unterdrückt, als Celina auf die Gestalten zu sprechen kam, welche der Gargoyl angenommen hatte. „Vergangenheit. Es wird keinen derartigen Zeitpunkt geben“, blockierte er mit kalter Stimme. Diese Worte trugen jene Kälte in sich, welche Ryans Aussagen häufig begleitete. Seitdem die Suche nach Kaschandra begonnen hatte, war diese Eigenart in den Hintergrund getreten. Doch bereits die Andeutung, seine Vergangenheit zu erfragen, ließ ihn wieder in ein distanziertes und defensives Muster verfallen.
Gemeinsam öffneten die Auroren die große Tür des Tempes, nachdem sie diese mit vorsichtigem Vorgehen erreicht hatten. Das Innere des Tempels war ebenfalls mit den mysteriösen Steinen, welche auch im restlichen Kaschandra als Lichtquelle dienten, ausgeleuchtet. So war auch kein Lichtzauber nötig, als die Tür des Tempels sich eigenmächtig wieder verschloss. Diese versuchte Ryan auch vergeblich wieder zu öffnen, als sich zwei weitere Wächter des Tempels zeigten. Doch die Tür wollte sich nicht mehr bewegen lassen. Wie so oft auf dieser Reise, führte der einzige Weg also nach vorne und somit an den Wächtern vorbei.
Auch Ryan versuchte den riesigen Gegnern mit verschiedenen Angriffen beizukommen und musste dabei immer wieder den Schlägen und Würfen der magischen Ritter ausweichen. Die beiden Auszubildenden führten einen Aussichtlosen Kampf. Nach einigen erfolglosen Angriffen gelang es ihnen glücklicherweise wieder nebeneinander zu stehen. „Wir können sie nicht verletzen. Aber sie selbst vielleicht“, sprach der Metamorphmagus seine Gedanken aus, bevor er auf einen Ritter zu rannte und so seine Aufmerksamkeit gewann. Ryan sprang, verwandelte sich in den Falken und zog einige Kreise um den steinernen Kopf des Ritters. Dieser war nicht schnell genug, um dem Falken gefährlich werden zu können. Der Falke löste sich nun von dem ersten Ritter und zog seine Kreise nun um den Kopf des zweiten Riesen, was ihn in die Schlagreichweite vom ersten brachte. Wie erhofft, versuchte dieser tatsächlich den Falken mit einem Schwerthieb zu erwischen. Eine schnelle Reaktion des Raubvogels sorgte dafür, dass das Schwert mit dem Kopf des anderen Ritters kollidierte. Bis hierher lief also alles nach Plan. Enttäuschend war allerdings, dass weder das Schwert, noch der Kopf des zweiten Ritters, Schaden genommen hatte.
Der Metamorphmagus landete neben Celina und nahm zeitgleich seine ursprüngliche Gestalt an. „Nicht mal ein Kratzer.“ Es dauerte nicht lange, bis die Ritter ihre Ziele wieder lokalisiert hatten. „Achtung!“ Ein Schwerthieb ging an jener Stelle zu Boden, an welcher die beiden Auszubildenden gestanden hatten. Es war beiden gelungen rechtzeitig auszuweichen und der großen Waffe zu entgehen. Der verzauberte Stein machte ihre Rüstung unzerstörbar. Wenn dieser Zauber die Statuen bis in den Kern schützte, dann gab es vermutlich keine Möglichkeit, um sie zu vernichten. Der Zauber, welcher sie am Leben hielt, war den Auroren unbekannt und sie konnten ihn somit keinesfalls beenden. Es bestand jedoch auch die Möglichkeit, dass der Zauber nur einen Schutz der äußeren Schicht bot. Schließlich war die Annahme, dass ein solcher Zauber genügte nicht vollkommen abwegig. In diesem Fall gab es aber durchaus die Möglichkeit die Ritter zu zerstören. Soweit zumindest Ryans Gedanken. „Sathi aga! Der linke Ritter!“ Der Zauber aus der Bibliothek zerstörte das Ziel von innen und könnte in diesem Fall durchaus hilfreich sein.
Ohne eine Reaktion der Begleiterin abzuwarten, richtete Ryans einen Zauberstab auf den linken Ritter, welcher vor dem rechten Exemplar stand und diesen somit lang genug blockieren würde, um ungestört den Fluch anwenden zu können. „Sathi aga!
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Celina Recshire
Auszubildende Aurorin || Animagus
avatar

Anzahl der Beiträge : 55
Anmeldedatum : 13.04.18

Charakterbogen
EP:
4200/4400  (4200/4400)

BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   Mi 13 Jun 2018 - 0:33

Gebannt legte ich meinen Kopf in den Nacken um den Falken, der um die Köpfe der Ritter kreiste und somit die Aufmerksamkeit derer auf sich zog, im Visier zu behalten. So gab Ryan mir auch zusätzlich Zeit um zu Atem zu kommen, denn der Steinritter, der hinter mir her gewesen war, hatte mich schließlich durch den halben Tempel gejagt. Doch auch wenn ich sein Vorhaben als gute Idee ansah, hatte sie offenbar nicht sonderlich viel Nutzen - bis auf ein kurzes Kopfschütteln des Steinritters, der den Schwerthieb abbekommen hatte, konnte ich nichts erkennen, was uns im Kampf einen Vorteil verschaffen könnte. Wurden diese beiden Wächter von etwas gesteuert oder hatten sie tatsächlich einen eigenen Willen? Ich hechtete zur Seite, als das Schwert des Ritters auf uns hinabsauste und durchforstete mein Wissen nach irgendeinem brauchbaren Zauber, der uns in dieser Situation weiter helfen könnte. Doch die meisten waren aktive Zauber, die an ihrem Steinpanzer abprallen würden. Das ganze war aussichtslos, sofern Ryan nicht doch noch einen Geistesblitz hatte. Und das hatte er - Natürlich, der Zauber den wir in der Bibliothek aufgeschnappt und erlernt hatten. Als Ryan das Kommando gab, richtete ich meinen Zauberstab auf den linken Ritter und sprach gemeinsam mit ihm synchron: Sathi aga! Ich merkte sofort, dass dies nicht zu vergleichen war mit der Trainingspuppe in der Bibliothek - es dauerte wesentlich länger, bis man überhaupt irgendwas von der Wirkung des Zaubers merkte und es wurde auch schwieriger, den Zauberstab fest auf den Ritter gerichtet zu halten, bis dieser leicht zurücktaumelte. Es wurde unerträglich warm, wobei mir der Schweiß bereits auf die Stirn trat.
Allmählich begann der Körper des Steinritters zu glühen, wobei dieser das Schwert fallen ließ und zu nichts mehr fähig war. Es funktionierte doch tatsächlich. Mit einem leichten, triumphierenden Grinsen sah ich zu, wie das Gestein immer heller erleuchtete, bis mir schlagartig auffiel, dass wir uns momentan in einer ganz üblen Position befanden. Wir müssen hier weg, wenn er anfängt zu schmelzen Ohne den Zauberstab sinken zu lassen, lief ich einige Schritte zurück, um die nächstbeste Säule zu erreichen, auf deren Sockel ich mich kurzerhand stellte - in der Hoffnung, dass mir Ryan folgte oder sich ebenfalls irgendwo in Sicherheit brachte.
Es dauerte tatsächlich nicht mehr lange, nachdem ich mich auf den Sockel gestellt hatte, bis der glühende Panzer plötzlich aufbrach. Flüssiges Gestein quoll aus diesem hinaus, bevor der Ritter allmählich als eine flüssige Masse in sich zusammenfiel. In diesem Moment war es wirklich von Vorteil gewesen, dass wir uns auf einer Erhöhung befanden, denn die Lava floss bis hinüber zur Eingangstür, durch die wir überhaupt den Tempel betreten hatten. Doch auch wenn wir nun einen Ritter besiegt hatten, hatten wir den anderen noch immer nicht aufgehalten, der nun mit strammen Schritten auf uns zu kam, die Hitze machte ihm und seinem verzauberten Schutzpanzer aus Stein überhaupt nichts aus. Ich wechselte einen kurzen Blick mit Ryan und verlor keinerlei Zeit um Worte auszutauschen: Sathi aga!

Der Schweiß tropfte mir bereits von der Nase, als ich den Zauberstab wieder sinken ließ und den zweiten Steinritter dabei beobachtete, wie er in sich zusammenfiel. Kaum zu glauben, dass der Zauber, den wir erst in Kaschandra gelernt hatten, uns hatte dabei helfen können. Ich brauchte dringend Wasser. Dringend. Ich angelte nach meiner Wasserflasche, die nur noch zwei Schlücke für mich übrig hatte. Mit einem kurzen Zauber sorgte ich dafür, dass sie sich neu auffüllte und trank kurzerhand die komplette Flasche wieder leer, um bei Kräften zu bleiben. Im Nachhinein hatte es herzlich wenig gebracht, heute zu duschen, wenn man bedachte, wie schweißbedeckt ich mittlerweile wieder war. Ich hab dort hinten eine Tür gesehen Teilte ich Ryan meine Entdeckung mit, die ich bei meiner Flucht vor dem Ritter gemacht hatte.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Ryan Goodwill
Auszubildender Auror || Metamorphmagus
avatar

Anzahl der Beiträge : 577
Anmeldedatum : 01.11.14

Charakterbogen
EP:
5496/5600  (5496/5600)

BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   Di 19 Jun 2018 - 22:32

Ein triumphierender, fast finsterer, Ausdruck legte sich auf Ryans Gesicht, als sich offenbarte, dass der Zauber aus Kaschandras Bibliothek dem steinernen Wächter zusetzte. Ryan war derart auf den Zauber konzentriert, dass ihm gar nicht auffiel, dass die beiden Auroren sich gerade ihr eigenes Grab schaufelten. Der Zauber schien den Ritter innerlich zu schmelzen und es war nur eine Frage der Zeit, bis flüssiges Gestein aus dem Kollos ausbrechen würde. Den Kontakt mit der Lava würden Celina und Ryan nicht überstehen. Doch die Begleiterin schien auf eben jene Problematik aufmerksam geworden zu sein und sprach ein Wort der Warnung aus, welches der Metamorphmagus mit einem Nicken beantwortete. Dann tat er es ihr gleich und stieg ebenfalls auf den Sockel einer großen Säule. Im letzten Moment, wie sich kurz darauf zeigte. Der Ritter erlag dem Zauber und flüssiges Gestein flutete die untere Ebene des Raumes. Ein Gegner war besiegt. Blieb noch der zweite. Ein kurzer Blickwechsel genügte, um das weitere Vorgehen abzustimmen. Auch der zweite Ritter verflüssigte sich durch Anwendung des neu gelernten Zaubers.
Die Hitze, die vom flüssigen Gestein ausging, war unerträglich und zudem saßen die beiden auf den Säulen fest, da diese nun von der glühenden Masse umgeben waren. Kurzerhand bewegte Ryan noch einmal den Zauberstab um einen Zauber anzuwenden, welcher eigentlich benutzt wurde, um Wasser einzufrieren. Er zeigte Wirkung und die flüssige Lava verfestigte sich zu massivem Gestein und stellte somit kein Hindernis mehr dar.
Mit dem Unterarm wischte Ryan sich den Schweiß von der Stirn, bevor er vom Sockel der Säule sprang und zu Celina blickte. Erneut reagierte er nur mit einem Nicken, bevor die beiden gemeinsam nach der Tür Ausschau hielten, welche die Aurorin kurz zuvor entdeckt hatte. Doch bis zu dieser Tür kamen die beiden gar nicht, als sich eine schemenhafte Gestalt vor ihnen erhob. Das Wesen hatte noch weniger Substanz, als Ryan es von Geistern gewöhnt war. Es handelte sich viel mehr um einen hauchdünnen Umriss, welcher sich auf sonderbare Weise an die beiden Auszubildenden wendete. „Es reicht langsam mit den Spielereien“, murmelte Ryan vor sich hin, als eine Stimme in seinem Kopf ertönte. Er nahm diese Stimme nicht über seine Ohren wahr. Es war viel mehr so, als würden der unnatürliche Klang der Stimme in seinem Schädel entstehen. „Wenn ihr nicht sterben wollt, so vervollständigt den Satz so, dass es zu einer Weisheit wird. Wer seine eigenen Grenzen nicht erweitert der...“ Ryan blickte kurz zu Celina, um sich zu versichern, dass auch sie die Stimme vernommen hatte. Die Lösung schien nicht eindeutig und der Metamorphmagus war sich nicht sicher, was die Gestalt hören wollte.
Der ehemalige Ravenclaw gehörte nicht zu den Menschen, die sich häufig derartiger Sinnsprüche bedienten. Er war auch nicht sonderlich gut darin derartige Sätze zu vervollständigen und ihnen dabei den weisen Klang zu verleihen, den der mysteriöse Geist möglicherweise verlangte. Ryan gehörte zu jenen, die die Dinge so betrachtete, wie sie nun einmal waren. Man musste die Welt nicht in schöne Worte verpacken. Direktheit konnte wehtun und plump klingen, aber sie war ehrlich und sie war der einzig richtige Weg, um sein Ziel zu erreichen. „Wer seine Grenzen nicht erweitert, der müsste diese Frage gar nicht beantworten, weil er bereits gestorben wäre.“ Entschlossen blickte er dem Geist entgegen. „Oder allgemeiner: Wer seine Grenzen nicht erweitert, der stirbt!“ Worte, die plump klangen, die aber durchaus Wahrheit in sich trugen. Hätten Celina und Ryan ihr Wissen nicht in der Bibliothek Kaschandras erweitert, wären sie den Ritter vermutlich zum Opfer gefallen. Und dabei handelte es sich nur um eines von vielen Beispielen. Schon in Lewis Carrolls Kinderbuch Alice hinter den Spiegeln hieß es schließlich: „Hierzulande musst du so schnell rennen, wie du kannst, wenn du am gleichen Fleck bleiben willst“
Der Geist blieb stumm, doch sofern die Umrisse des Wesens es erahnen ließen, schien dieser sich von Ryan abzuwenden. Die Aufmerksamkeit lag nun offenbar auf Celina. Das Wesen schien von beiden eine Antwort zu erwarten. Es gab an dieser Stelle also offenbar mehrere Lösungen und von beiden Auroren wurde eine erwartet. Ryans Blick lag auf der Begleiterin. Er war sich sicher, dass sie genügend Kreativität in sich trug, um eine passende Antwort zu geben.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Celina Recshire
Auszubildende Aurorin || Animagus
avatar

Anzahl der Beiträge : 55
Anmeldedatum : 13.04.18

Charakterbogen
EP:
4200/4400  (4200/4400)

BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   Gestern um 0:06

Die Hitze in diesem Tempel war unerträglicher als der wärmste Hochsommer, den ich je erleben musste - ich war allgemein kein Fan von Wärme, weswegen die hohen Temperaturen nicht dafür sorgten, dass ich gute Laune bekam. Ich wollte hier einfach nur raus und vor der Hitzewelle flüchten, vielleicht gab es danach eine Falle, die etwas mit kaltem Wasser zu tun hatte - das würde ich sehr begrüßen. Ich beobachte, wie Ryan das flüssige Gestein zu einem ungefährlichen Untergrund machte, sodass ich gemeinsam mit ihm von der Säule auf den Boden springen konnte. Die Hitze ging dabei einwenig zurück, allerdings spürte ich immer noch, wie sich weiterhin einige Schweißperlen auf meiner Stirn bildeten. Ich hätte gar nicht duschen müssen - es war ohnehin alles für die Katz‘. Etwas langsamer folgte ich Ryan und hätte für einen Augenblick die Gestalt nicht bemerkt, wäre Mein Begleiter nicht plötzlich stehen geblieben. Ruckartig hob ich den Kopf und schloss sofort zu ihm auf, als ich bemerkte, dass es doch noch Dinge gab, die sich uns in den Weg stellen wollten. Ryans Worte waren genau die, die auch mir im Kopf herumspukten. Auch wenn es mal eine gute Abwechslung war, die meine Adrenalinsucht befriedigte, hatte ich auch kein Problem damit, wenn der Spaziergang endlich mal endete, denn seit wir die Steinritter besiegt hatten, meldete sich auch mein Magen immer wieder - mal leiser und mal lauter.

Achtsam starrte ich die Gestalt an und rechnete damit, dass sie und sofort angreifen würde. Doch niemals hätte ich gedacht, dass sie mit uns sprechen und uns eine Aufgabe geben würde. Eine Weisheit? Ich war schon immer eine Schlange und kein Adler gewesen, mit diesen elendigen Weisheiten, die einem sowieso nicht auf dem Weg weiterbrachten und nur leeres Geschwätz waren, hatte ich nichts zu tun. Skeptisch blickte ich zu Ryan hinüber, in der Hoffnung, dass er mit seiner Ravenclaw-Vergangenheit die ultimative Antwort geben würde. “Wer seine Grenzen nicht erweitert, der stirbt“ Unwillkürlich musste ich bei seiner Antwort schmunzeln - sein Gedankengang gefiel mir, doch der Geist ließ mir nicht die Gelegenheit, mich weiter über die Weisheit zu amüsieren, indem er sich direkt an mich wandte. Überrascht starrte ich die Gestalt an und wagte es nicht, mich zu bewegen. Hatte eine Weisheit denn nicht schon gereicht? Wer seine Grenzen nicht erweitert... Ich hielt kurz inne. Ich hatte doch keine Ahnung ab wann eine Weisheit als Weisheit galt. der schafft sich sein eigenes Gefängnis Nicht sonderlich kreativ aber eventuell ausreichend genug, um es als Weisheit durchgehen zu lassen. Ich war mir nicht sicher, wie weit wir noch vom Ziel entfernt waren aber ich wollte jetzt auch nicht unbedingt nach so vielen Fallen, bei denen wir unser Leben hätte lassen können, an einer Weisheit scheitern.
Für einen Augenblick herrschte elendige Stille, in der ich selbst meinen eigenen Herzschlag hören konnte, bis sich die Geistergestalt zu rühren begann. Ich konnte nur vermuten, dass sie ihre Hände erhob und wollte bereits als Verteidigungsmaßnahme meinen Zauberstab erheben um instinktiv irgendeinen Zauberspruch gegen diese Kreatur anzuwenden. Doch bevor ich einen Finger rühren konnte, erhellte sich der Raum schlagartig und ich konnte nur noch sehen, wie sie mehrere Blitze auf mich und Ryan zuschleuderte, bevor ich die Augen zusammenkniff und darauf wartete, dass ich on diesen Blitzen getroffen und vor Schmerzen zu Boden sacken werde. Doch nichts passierte. Ich hatte mich leicht geduckt und richtete mich dementsprechend wieder auf, als nichts von dem eintrat, was ich befürchtet hatte. Vorsichtig öffnete ich erst ein Auge, dann das zweite. Die Gestalt schwebte immer noch völlig seelenruhig vor uns her, so als sei nichts passiert. Die Blitze waren verschwunden und der Tempel lag genauso da, wie vor wenigen Augenblicken. Prüfend sah ich an mir herunter und tastete meinen Körper ab, um irgendwelche Wunden zu ertasten, die ich vielleicht nicht spüren konnte. Doch nichts von alledem erwartete mich - auch Ryan sah unversehrt aus. Was war das? beeindruckt starrte ich den Geist an, der jedoch kein Wort darüber verlor und sich allmählich von uns entfernte.

Ich wechselte einen kurzen Blick mit meinem Begleiter, bevor ich mich aufmachte um ihm zu folgen. Er war scheinbar nicht ganz so feindselig gesinnt wie die anderen - wenn man von den Blitzen absah, die ich mir ganz sicher nicht eingebildet hatte. Ich hatte schließlich auch das Geräusch der Energie vernommen, warum sollte es eine Einbildung gewesen sein, nur weil wir ausnahmsweise mal keinen Schaden davon getragen hatten? Der Geist führte uns durch einen schmalen Korridor, in dem ich automatisch vorsichtiger ging - immerhin hatten sowohl Ryan als auch ich schlechte Erfahrungen mit Korridoren gemacht - bis eine Tür zum Vorschein kam. Sofort blieb ich stehen. Das könnte das Ende sein Natürlich waren meine Hoffnungen enorm, auch wenn mir klar war, dass dem nicht so sein musste. Das ganze Spiel könnte jetzt noch mehrere Stunden, Tage, Wochen lang gehen. Vielleicht war es auch der Sinn dieses Weges, dass es kein Ende gab? Vielleicht wurde Kaschandra auch schon von so vielen Leuten entdeckt, die allerdings nie wieder kamen, weil sie immer noch durch diese Gänge irrten, sofern sie davor noch nicht ermordet wurden? Stumm beobachtete ich, wie der fremde Begleiter auf die Tür zuschwebte und anschließend in dieser verschwand. Als nichts mehr von ihm zu sehen war, öffnete sich die Steintüre geräuschlos, so als wäre der Geist der Schlüssel gewesen.
Neugierig ging ich vorsichtig mit dem Zauberstab in der Hand auf die Türe zu und sah mich gründlich um, bevor ich den Raum, der hinter der Tür gelegen hatte, betrat. Eine große Steintafel befand sich in der Mitte des Raumes, in der einige alte Runenzeichen eingemeißelt waren. Darauf bedacht, nicht zu nah an diese heranzutreten, begann ich damit, die Runen zu entziffern. Ich hatte Alte Runen belegt und war gar nicht mal so schlecht in dem Fach gewesen aber andererseits waren es nun auch schon knapp eineinhalb Jahre her, seit ich im Unterricht gesessen hatte. Vielleicht sollte ich meine Kenntnisse wieder auffrischen, damit mir die Sprache bei solchen Missionen weiterhelfen konnte. Okay...so grob gesagt: Wenn wir eine dieser drei Skulpturen berühren, werden wir Ich hob Mittelfinger und Zeigefinger und knickte diese ab, um das nächste Wort in Anführungszeichen zu setzen: “belohnt“. Wir dürfen nur eine gemeinsam wählen, also müssen wir uns entscheiden. Mein Blick flog hinüber zu den drei Skulpturen, die völlig unscheinbar dort standen und darauf warteten, dass jemand sie berührte. Die rechte ist die Skulptur der Neugierde. Sie könnte uns einen Einblick in das alte Leben der Einwohner von Kaschandra geben. Wie sie gelebt, gelehrt und gelernt haben. Die Skulptur in der Mitte ist die der Zeit. Ich brauchte immer wieder einen Moment, in dem ich die Buchstaben sortierte und übersetzte. Mit dieser erhalten wir einen Einblick in unsere eigene Zukunft. Ich war mir nicht sicher, ob ich irgendwas aus meiner Zukunft wissen wollte - immerhin war es nie so prickelnd, wenn jemand wusste, ob man nun für den Rest des Lebens in Pruecillas Fängen leben musste oder nicht. Die linke ist die Skulptur der Eröeuchtung. Bei dieser Skulptur dürfen wir ihr jeweils eine Frage stellen, die ehrlich beantwortet wird
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
 
Die Karte der verborgenen Stadt
Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben 
Seite 2 von 2Gehe zu Seite : Zurück  1, 2
 Ähnliche Themen
-
» grußkarte aus nürnberg
» Verlassen worden.. Neue Stadt, neuer Typ
» Die Karte der Warrior Cats
» Großstadt Gedicht ich bitte um Hilfe !
» Eine Karte von dem Reich der Eulen (Für das RPG)

Befugnisse in diesem ForumSie können in diesem Forum nicht antworten
Hogwarts - Dark Ages :: Inplay :: London :: Die Winkelgasse-
Gehe zu: