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 Die Karte der verborgenen Stadt

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Celina Recshire
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BeitragThema: Die Karte der verborgenen Stadt   Fr 20 Apr 2018 - 21:47

Als die Tür hinter mir ins Schloss fiel, hatte ich mir gerade meine Jacke über die Schultern geworfen. Es war in den letzten Tagen doch kühler geworden als erwartet, weswegen ich mich über die letzten Sonnenstrahlen des Tages freuen konnte, die vereinzelte Flecken auf dem Bürgersteig vom Schatten befreiten. Ich bin soweit Ich blieb neben Ryan stehen, den ich ein paar Minuten hatte warten lassen, damit ich mich in aller Ruhe den letzten Notizen hatte zuwenden können. Kaum zu glauben aber wahr, ich war tatsächlich ein vollwertiges Mitglied der Aurorenzentrale geworden, seitdem ich meine Ausbildung dort begonnen hatte. Ob es nun die Befreiung aus Pruecillas Fängen durch die Auroren war oder doch die Befragung von Ryan, die mich dazu veranlasst hatten, diesen Berufsweg einzuschlagen, konnte ich nicht wirklich sagen. Aber ich wusste bereits jetzt nach knapp anderthalb Monaten als angehende Aurorin, dass mich dieser Job täglich vor neue Herausforderungen stellte, die ich mir im vergangenen Jahr so sehnlichst gewünscht hatte.

In den letzten Wochen hatte ich auch mit Ryan viel zu tun gehabt, wenn mein Ausbilder Aidan Thatcher mit verschiedenen Kollegen kooperierte und mich mitnahm. Oftmals traf ich bei solchen Angelegenheiten auf den ehemaligen Ravenclaw, dem ich allerdings auch auf den Fluren über den Weg lief. So kam es schließlich auch dazu, dass wir uns hin und wieder auf ein Getränk nach der Arbeit trafen - so wie wir es auch heute wieder taten. Entschlossen setzte ich mich in Bewegung und schlug die bekannte Richtung ein, die ich immer nahm, wenn ich vorhatte etwas trinken zu gehen. Die Bars in der Nähe waren alle erwähnenswert, auch wenn ich natürlich eine hatte, in der ich am liebsten vorbeischaute.
Auf der Straße kamen uns einige Familien, Geschäftsleute und gestresste Hexen und Zauberer entgegen, die sich ihren Weg durch die Mengen bahnten und nur selten Rücksicht nahmen, ob sie nun jemanden anrempelten oder nicht. Um den Menschen aus dem Weg zu gehen lief ich ganz am Rand des Bürgersteiges an den verschiedensten Läden vorbei, in deren Schaufenster nicht nur Schmuck und Klamotten ausgestellt wurden sondern auch diverse Puppen, die mich mit ihren leeren Augen anglotzten. Ich konnte nicht leugnen, dass mich diese Puppen an die Kinder erinnerten, die an meiner Entführung beteiligt waren, doch ich übte mich mittlerweile schon so lange in Kontrolle, dass ich mein Blick einfach umwandte und auf das nächste Schaufenster richtete: Ein Antiquitätenladen. Der Laden war mir schon oft ins Auge gesprungen, dadurch, dass der Laden wie ausgestorben wirkte. Das Schaufenster war staubig und beherbergte hinter dem Glas einige Bücher, die zwar alt und ramponiert aussahen aber ganz sicher noch in Takt waren.

Halt, da will ich kurz rein merkte ich eben an, als ich hinter der Spiegelung einen älteren, knorrigen Mann erkennen konnte. Ich warf Ryan einen kurzen Seitenblick zu, bevor ich auf die Tür zusteuerte und sie aufstieß. Dass ich sofort niesen musste, als ich die Staubpartikel in die Nase bekam, damit hatte ich nicht gerechnet, grüßte jedoch den älteren Mann knapp und näherte mich anschließend einem alten in Leder gebundenen Wälzer, den ich vorsichtig aus dem Regal hob. Suchen Sie etwas? Der ältere Mann kam auf langsam auf uns zu und beäugte mich und Ryan, der mir in den Laden gefolgt war. Nein, eigentlich nicht. Mit meinem kurzen Kopfschütteln unterstrich ich meine Worte noch, doch unser Gesprächspartner zog skeptisch seine Nase hoch, bevor er auf einen Sekretär neben sich deutete, auf dem mehrere Pergamentrollen und Karten zu sehen waren. Wenn ich Ihnen etwas empfehlen kann, dann die Sachen hier vielleicht. Oder dort drüben in der Ecke. Vielleicht finden Sie Gefallen an Sagen Ich schwieg für einen Moment und stellte den Wälzer zurück in das Regal, bevor ich eine der Karten in die Hand nahm.
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Ryan Goodwill
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BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   Fr 20 Apr 2018 - 23:14

Ryan war durchaus überrascht gewesen, als ihm Celina Recshire als neue Kollegin vorgestellt wurde. Zwar hatte er schon bei der Befragung der ehemaligen Mitschülerin ein gewisses Interesse für die Ausbildung bemerkt, hätte jedoch nicht damit gerechnet, dass sie dieses Interesse wirklich ins Ministerium führen würde. Nur wenige reagierten auf Erlebnisse, wie Celina sie hinter sich hatte, indem sie den Kampf aufnahmen. Die Auszubildende Aurorin hatte sich nicht zurückgezogen, sondern beschlossen andere zu beschützen, so wie sie beschützt wurde und diese Einstellung hatte ihr schnell die Bewunderung Ryans eingebracht. Die Hexe hatte Mut bewiesen und Arbeiten, welche die beiden Auszubildenden gemeinsam erledigten, wurden in fast allen Fällen zu einem Erfolg. Sie waren ein gutes Team und verstanden sich auch über den beruflichen Aspekt hinaus sehr gut. Und was Ryan wohl am meisten an der Kollegin zu schätzen wusste, war die Tatsache, dass sie ihn trotz seiner zunehmend verschlossenen Art akzeptierte und sogar immer wieder ein wenig aus der Reserve lockte. Ähnlich wie William, Saphira und Farine, gab die die junge Aurorin ihm das Gefühl, dass er die kühle Fassade in ihrer Gegenwart lockern konnte, auch wenn er sie nie vollständig ablegte.
Ryan genoss die Abende, an welchen er mit Celina gemeinsam das Ministerium verließ, um noch gemeinsam etwas trinken zu gehen. Seitdem Vanessa ihn verlassen hatte, stürzte der Metamorphmagus sich auch nach Feierabend noch in Arbeit an verschiedenen Projekten. Darunter die Untersuchung von Elijas Erinnerungen, welche der Urahne in Ryans Kopf hinterlassen hatte, die Zusammenarbeit mit Farine und ihren Verbündeten, so wie die Suche nach den Steinen. All das lenkte ihn davon ab, dass so etwas wie ein Privatleben kaum noch existent war und obwohl er diese Ablenkung willkommen hieß, merkte er doch zunehmend, dass es ihm nicht guttat, wenn er pausenlos unter Strom stand. Die Abende mit Celina gaben Ryan die Möglichkeit zur Entspannung. Er verbrachte seine Freizeit dann so, wie ein normaler Mensch es tun würde und hatte tatsächlich für einige Momente das Gefühl, dass es mehr gab, als Pflichten und Aufgaben, die er zu erfülle hatte.
Ryan war ein wenig in Gedanken versunken, als die beiden an den Schaufenstern vorbeizogen. Die gruseligen Puppen blieben daher unbemerkt, da erst Celinas Stimme seine Aufmerksamkeit weckte. Doch reagieren konnte er auf die Worte der brünetten Begleiterin nicht, da diese bereits auf dem Weg in den Antiquitätenladen war. Schweigend folgte Ryan der jungen Frau und wurde ebenfalls von der stauberfüllten Luft innerhalb des Ladens empfangen. „Gesundheit“, grinste er. Das war vermutlich die Strafe dafür, wenn man derartige Läden unbedingt betreten wollte. Der Metamorphmagus war überzeugt, dass der größte Teil der Antiquitätenhändler nichts anderes als Halsabschneider waren. Es war doch auffällig, dass es so viele Antiquitätenläden gab, dass es auf dieser Welt kaum genug Antiquitäten geben konnte, um diese angemessen mit Ware auszustatten. Stattdessen handelte es sich nicht selten um staubige Kammern mit einem Haufen Schrott, welcher für Unmengen von Geld zum Verkauf stand.
Doch all diese Vorurteile hielten Ryan nicht davon ab das Sortiment, welches der alte Mann anbot, genauer in Augenschein zu nehmen. Schließlich war er nun ohnehin in dem Laden. Seine Aufmerksamkeit galt einem alten Regal, auf welchem verschiedenste Figürchen und andere kleine Gegenstände abgestellt waren. Eine Staubschicht auf den Objekten ließ ungefähr erahnen, wie lange diese schon dort standen. Zwischen einem gelblichen Objekt, welches vermutlich ein Zahn eines Trolls darstellte und einer Voodoopuppe, der ein Arm fehlte, stand eine einzelne silber-weiße Schachfigur in der Form eines Turmes. Und obwohl die Geschichte hinter der offensichtlich mutwillig zerstörten Voodoopupe und das Schicksal der Person, welche diese darstellen sollte, bestimmt spannend gewesen wären, galt Ryans Interesse der Schachfigur. Einerseits, weil diese fast vollkommen vom Staub frei war und andererseits, weil in das obere Drittel ein feines Loch gebohrt worden war, welches wohl der Befestigung an einer Kette diente. Ryan griff nach der Figur, welche ihm bekannt war und von welcher er überzeugt gewesen war, dass sie nicht mehr existierte. „Wo haben Sie die her?“, richtete er das Wort an den alten Verkäufer, ohne dabei sonderlich auf einen freundlichen Ton zu achten. „Die wurde mit kürzlich von einem kleinen Mädchen gebracht. Sie wollte sie gegen ein Buch eintauschen. Ein schlechter Tausch. Das Buch war mehr wert. Aber haben Sie schonmal versucht bettelnden Kindern mit Tränen in den Augen einen Wunsch abzuschlagen?“ Die Figur war also erst kürzlich abgegeben worden. Das genügte Ryan, um seine Theorie überprüfen zu wollen. „Mhm. Sollte so passen“, kam es uninteressiert von dem Metamorphmagus, während dieser zwei Galleonen auf den Tisch legte. Er hatte kein Interesse daran zu handeln, weshalb er erst gar nicht nach Wechselgeld fragte. Stattdessen wendete er sich seiner Begleiterin zu, welche der Empfehlung des alten Mannes gefolgt war und ein scheinbar sehr altes Pergament betrachtete. „Ist das ein handgeschriebenes Rezept von Helga Hufflepuff?“, fragte er schließlich mit sarkastischem Unterton.
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Celina Recshire
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BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   Sa 21 Apr 2018 - 3:15

Sacht pustete ich die dünne Staubschicht von der Karte, die ich einwenig anhob, und beobachtete wie die Staubpatikel in der Luft herumgewirbelt wurden. Während Ryan sich von mir entfernte und sich in einer anderen Ecke des Ladens umsah, legte ich die Karte auf dem Sekretär ab um mich interessiert darüber zu beugen. Das vergilbte Papier ließ die Überschrift einwenig verblassen, weswegen ich ans Fenster herantrat, damit ich sie im hellen Licht besser sehen konnte. "Kaschan" Die ersten Buchstaben konnte man halbwegs gut lesen, doch egal wie sehr ich meine Augen anstrengte, die nächsten Buchstaben waren einfach nicht mehr erkennbar. Beim allerletzten Buchstabe konnte man nur erahnen, dass es ein "a" sein sollte.
Ich hörte im Hintergrund, wie sich Ryan mit dem Mann unterhielt, machte mir aber nicht die Mühe auf die Worte zu achten, die gewechselt wurden. Stattdessen durchforstete ich die anderen Pergamentrollen nach irgendwelchen Stücken, die vielleicht dazu gehören könnten. Aber keine der Pergamentrollen sahen so vergilbt und alt aus wie die, die ich in der Hand hatte. Sir? Ich drehte mich zu dem Verkäufer um und hielt die Karte in die Höhe. Wäre sie nicht so ausgeblichen und würde mir der Name "Kaschandra" nichts sagen, den ich aus den übrig gebliebenen Buchstaben hatte herauslesen können, hätte ich die Karte relativ schnell wieder auf die Seite gelegt. Der Verkäufer drehte sich zu mir um, hielt zwei Galleonen in der Hand und musterte mich abschätzend. Was können Sie mir dazu sagen? Schnellen Schrittes hatte er den Laden durchquert und riss mir die Karte aus der Hand um sie sich näher anzuschauen.

Ryans Kommentar ließ meine Mundwinkel hochzucken, bevor ich genauso sarkastisch erwiderte: Klar. Es wartet nur darauf, dass du es für die nächste Mittagspause nachkochst. Ich verschränkte meine Arme vor der Brust und beobachtete wie die heraustretenden Augen des Mannes über die Karte huschten und alles inspizierten, bevor er mir die Karte wieder zurück gab. Dadurch dass er immer wieder die Augen zusammen gekniffen hatte, war ich mir nicht ganz sicher, ob er überhaupt hatte lesen können, was in verblassenden Buchstaben am Rande der Karte aufgeschrieben wurde. Die Karte des Mythos. Schon mal von dem Namen "Kaschandra" gehört? Sein Blick flog hoch in unsere Gesichter, bis dieser auf Ryan liegen blieb. Nur flüchtig Ich wusste nur, dass es eine Stadt war, die niemand betreten konnte aber alle anderen Informationen darüber waren in meinem Gedächtnis so weit verblasst, dass ich nichts mehr dem hinzufügen konnte. Kaschandra war eine uralte Stadt, in der großartige Magier gelebt haben, so sagen es die Gerüchte. Sie befand sich früher auf einer Insel mitten im Meer, wo die Hexen und Zauberer in ihrer eigenen kleinen Welt lebten. Doch diese Insel verschwand eines Tages auf einmal und ward nicht mehr gesehen. Seit dem an ranken sich die Gerüchte, Geschichten und Sagen um die alten Stadtmauern von Kaschandra. Viele Abenteurer die in die weite Welt hinaus und als gefeierte Helden zurückkehren wollten, versuchten sich mit ihrem Glück daran, die verschwundene Stadt wieder zu finden. Es wurden unzählige Karten angefertigt mit Theorien, wo sie liegen könnte. Manche waren sogar felsenfest davon überzeugt, dass sie immer noch da war aber durch mächtige Magie nicht mehr sichtbar für Schaulustige gemacht wurde.
Er deutete mit seinem knorrigen Finger auf die Karte in der Hand, die ich während seiner Erzählung immer wieder betrachtet hatte. Sie war von Hand gezeichnet worden und zeigte uns eine grobe Abbildung von Europa. Viele von den Abenteurern wurden mit solchen Karten hinters Licht geführt. Meistens waren sie gefälscht, enthielten falsche Informationen oder einfach nur Blödsinn und scheiterten schnell daran, Kaschandra zu finden. Aber es gibt auch einige Dinge, die darauf hinweisen, dass die Stadt wirklich einmal existiert haben könnte. Alte Schriften vor allem. Aber richtige Beweisstücke sind es nicht fügte er noch hinzu, bevor ich mich zu Ryan umdrehte und ihm die Karte in die Hand drückte, damit ich mich noch einmal den anderen Pergamenten widmen konnte. Das Thema Kaschandra interessierte mich viel zu brennend - eine Sage über eine verschwundene Stadt, die niemand finden konnte. Was gab es besseres? Erstens hat man zur Zeit des Verschwindens noch gedacht, die Welt sähe wesentlich anders aus. Wäre es eine Fälschung und wäre sie somit jünger, so würde man die Länder sicher nicht so zeichnen wie sie auf der Karte zu sehen sind spann ich die Worte des Mannes in meinen Gedanken weiter, wurde aber nicht weiter fündig im Haufen der Pergamente. Auf den meisten anderen Pergamenten waren Gedichte aufgeschrieben, Liedverse oder diverse Skizzen waren darauf zu sehen. Aber nichts ließ mich erkennen, dass es sich dabei um weitere Informationen über Kaschandra handelte.
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Ryan Goodwill
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BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   Sa 21 Apr 2018 - 10:17

Der Konter der Aurorin zwang Ryan tatsächlich zum Lächeln. Wer ihn in den letzten Wochen beobachtet hatte, wusste dass das nicht häufig vorkam. Er hatte wenige Gründe um glücklich zu sein, aber an kleinen Wortgefechten mit Celina fand er durchaus gefallen. Der Metamorphmagus verzichtete jedoch auf einen weiteren Konter, da sich der Verkäufer auf Celinas Nachfrage zu den beiden Auroren gesellt hatte, um die staubige und verblichene Karte anzupreisen, die Celina vor sich ausgebreitet hatte. Natürlich konnte der alte Mann zu dem wertlos anmutenden Stück Pergament eine wunderbare Geschichte erzählen. Ryan schob das vor allem darauf, dass er eine Chance witterte, um dieses alte Pergament zu Geld zu machen, bevor dieses auseinanderfiel. Ohnehin konnte der Auszubildende nicht nachvollziehen, was seine Begleiterin an der ausgeblichenen Karte so interessant fand. „Kaschandra, hm?“, fragte Ryan ungläubig, wurde jedoch ignoriert. Der Verkäufer hatte durchaus verstanden, wem er die Karte andrehen konnte und wer kein Interesse daran hatte.
Auch Ryan kannte die Geschichte von Kaschandra in ihren Grundzügen, hatte sie aber immer für ein Märchen gehalten. Es war eine Geschichte, die man Kindern erzählte und Ryan war überzeugt, dass diese von einem kreativen Kopf entwickelt wurde, aber keinesfalls einer wahren Begebenheit entsprang. Deshalb widmete er sich unbeeindruckt dem Tisch mit den anderen Pergamenten, um dann ganz nebensächlich zu fragen: „Haben Sie auch eine Karte zu Hänsel und Gretels Knusperhäuschen?“ Der Ausdruck auf Ryans Gesicht blieb ernst und seine Augen lagen auf den anderen Pergamenten, unter welchen sich zu Ryans Überraschung tatsächlich eines befand, welches ein Rezept von Helga Hufflepuff auf sich trug. Aber auch das war vermutlich eine Fälschung oder Kopie.
Der Verkäufer strafte Ryan mit einem abfälligen Blick. Der Auror war ihm anscheinend nicht mal mehr ein Wort wert. Doch die nächsten Worte des Mannes sorgten dafür, dass sich Ryan seiner Sache noch sicherer wurde. „Viele von den Abenteurern wurden mit solchen Karten hinters Licht geführt. Meistens waren sie gefälscht, enthielten falsche Informationen oder einfach nur Blödsinn und scheiterten schnell daran, Kaschandra zu finden. Aber es gibt auch einige Dinge, die darauf hinweisen, dass die Stadt wirklich einmal existiert haben könnte. Alte Schriften vor allem. Aber richtige Beweisstücke sind es nicht.“ Ebenso unbeeindruckt wie bisher, erhob Ryan wieder das Wort: „Und Sie haben hier natürlich eine Karte, die keine Fälschung ist, nicht wahr?“ Doch im Gegensatz zu dem zynischen Metamorphmagus schien Celina durchaus Interesse an den Erzählungen des Mannes zu haben. Ryan hoffte jedoch inständig, dass sie für das verblichene Altpapier kein Geld auf den Tisch legen wollte. Aus reinem Interesse und um sich darüber beschweren zu können, fragte Ryan aber schließlich doch nach dem Preis. „Und was soll das Ding kosten?“ Für einen Moment machte es den Eindruck, als würde der alte Mann einen inneren Kampf gegen sich selbst führen. Im nächsten Moment offenbarte sich, das er wohl mit sich selbst darum gerungen hatte, ob er sich bereichern, oder Ryan bloßstellen sollte. Es war offensichtlich, dass der junge Zauberer den Verkäufer für einen Lügner und Halsabschneider hielt. Das schien der Mann nicht auf sich sitzen lassen zu wollen, weshalb er mit einem fast freundlichen Lächeln verkündete: „Sie haben viel zu viel für die Schachfigur bezahlt. Nehmen sie die Karte doch einfach mit.“ Somit hatte Celina tatsächlich kein Geld für den Müll ausgegeben, sondern Ryan selbst. „Zu freundlich“, entgegnete er kühl, bevor er den Blick zu Celina richtete. „Ich habe einen wackligen Tisch Zuhause. Wir könnten sie falten und unter das zu kurze Tischbein stecken“, grinste Ryan, der noch immer überzeugt war, dass die Karte keinen Wert besaß.
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Celina Recshire
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BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   Sa 21 Apr 2018 - 23:49

Dass Ryan das ganze als absoluten Schwachsinn abtat, war mir klar, weswegen ich auf sein Knusperhäuschen-Kommentar nur mit einem Schmunzeln reagierte. Auch wenn ich selbst nicht ganz davon überzeugt war, dass der Verkäufer die Wahrheit sagte, gab ich ihm immerhin die Chance. Und vielleicht hatten die Erzählungen ja doch einen wahren Kern. Der Verkäufer betrachtete Ryan missbilligend bei seiner Frage, entschied sich jedoch dafür, ihm tatsächlich zu antworten. Es gibt einige Karten, die auf keinerlei Magie reagieren, andere jedoch schon... Was für eine präzise Antwort meldete sich meine ironietriefende Stimme in meinem Kopf, doch ich hielt lieber die Klappe. Der Herr war mir sowieso suspekt.
Als Ryan schließlich nach dem Preis fragte, hob ich den Kopf und war mir erstmal nicht sicher, ob er nun auch Interesse daran zeigte. Doch kaum lag mein Blick auf seinem Gesicht, warf ich diesen Gedanken wieder über Bord. Ich konnte mir gut vorstellen, dass der Händler den Preis in die Höhe treiben würde, nachdem ich begonnen hatte mich dafür zu interessieren. Sollte das der Fall sein, hatte ich keine Lust darauf mich über den Tisch ziehen zu lassen und würde mit Sicherheit nicht den Geldbeutel zücken. Die Antwort des Händlers überraschte mich deswegen sehr, weswegen ich mir ein leises Auflachen verkneifen musste. Ryans Skepsis gegenüber der Geschichte, der Karte und dem alten Mann machte die Situation nur umso besser, dass er gerade die Karte geschenkt bekam, die er eigentlich gar nicht haben wollte.

Danke Ryan, das wäre nicht nötig gewesen. stichelte ich grinsend und faltete die Karte zweimal, damit ich sie nehmen konnte. Ich denke, das ist der Moment, in dem du dir wünschst, es wäre wirklich ein Rezept gewesen Doch ich dachte nicht daran, ihm die Karte auszuhändigen. Erst recht nicht, nachdem er seinen wackeligen Tisch erwähnte, der mir herzlichst egal war. Ein wackeliger Tisch hat wenigstens Stil, beklag dich nicht. Ich erwiderte sein Grinsen leicht bevor ich die Karte im Inneren meiner Jacke verschwinden ließ.
Danke dafür - auf Wiedersehen Mit bester Laune darüber, dass ich keinen einzigen Knut dafür hatte ausgeben müssen, wandte ich mich zum Gehen. Der einzige, der in diesem Laden Geld ausgegeben hatte, war Ryan, der ironischerweise derjenige war, der mit hoher Wahrscheinlichkeit nie den Laden betreten hätte, wenn er alleine unterwegs gewesen wäre. Demnach hatte ich mit diesem kurzen Stopp eigentlich nur Gewinn gemacht - selbst wenn es eine von vielen Fälschungen war. Und auch wenn es eine Fälschung war, dann war es zumindest eine gute. Denn ich hatte schon ein, zwei Mal von meinem Vater, welcher als Fluchbrecher arbeitete, Fälschungen von Hinweisen und Karten gezeigt bekommen. Immerhin musste dieser regelmäßig gemeinsam mit seinen Kollegen durch das Land reisen, um Schätze und andere wertvolle Dinge aufzuspüren.

Immer noch mit einem leicht belustigten Lächeln auf den Lippen drehte ich mich zu Ryan um. Wir können weiter. Oder willst du noch in anderen Läden dein Geld ausgeben? Wir ließen den Laden hinter uns, wobei ich immer noch die anderen Schaufenster im Blick behielt. Doch es gab keines mehr, was mich dazu verleitete, noch einmal anzuhalten um mir die Gegenstände hinter dem Glas näher anzuschauen, weswegen wir relativ zügig an der Bar ankamen, auf die wir zugesteuert hatten.
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Ryan Goodwill
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BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   So 22 Apr 2018 - 0:44

Der Hohn der Aurorin war für Ryan kaum zu übersehen. Sie war amüsiert darüber, dass nun ausgerechnet er für die Karte bezahlt hatte und obwohl der Metamorphmagus noch immer keine hohe Meinung von dem alten Verkäufer hatte, musste er die Genialität hinter seiner Entscheidung anerkennen. Dennoch verzichtete Ryan darauf mehr als ein angedeutetes Nicken an den Mann zu richten, als die beiden Auroren das Geschäft verließen. Die Schachfigur war unterdessen in seiner Hosentasche verstaut worden. Dieser würde der junge Zauberer sich zu einem späteren Zeitpunkt widmen.
Es war verwunderlich, wie sauber die Luft Londons wirkte, wenn man zehn Minuten in einem Raum verbracht hatte, welcher vermutlich genug Staub enthielt, um die Lunge in der kurzen Zeit stärker zu schädigen, als eine Schachtel Zigaretten es vermocht hatte. Wenn man diesen Gedanken weiterspann, grenzte es fast an ein Wunder, dass der Besitzer ein derart hohes Alter erreicht hatte. Doch für derart nebensächliche Gedanken fehlte dem Metamorphmagus die Zeit. Schließlich musste er sich, kaum waren die beiden an der frischen Luft, zu dem Spott der brünetten Hexe äußern. „Es ist mir im Grunde egal, ob ein Rezept, oder eine Karte meinen Tisch stützt“, erklärte er unbeeindruckt. Es folgte jedoch lediglich die Frage, ob Ryan die unfreiwillige Shoppingtour gerne fortsetzen würde. „Wenn du nicht noch ein staubiges magisches Häkeldeckchen, oder vielleicht eine Vase, die schon zu Dumbledores Geburt altmodisch war, benötigst, würde ich mein Geld lieber in einer Bar loswerden.“ Das war ungefähr die Kategorie, in welche Ryan auch das verblichene Pergament einordnete, welches nun in Celinas Tasche ruhte.

Es dauerte nicht lange, bis die beiden die Bar endlich erreicht und einen Tisch in Beschlag genommen hatten. Die Bar bot sowohl einen Innenraum, als auch ein Außengelände, auf welchem man sich niederlassen konnte. Es war eine helle und einladende Bar, welche sich keinesfalls mit Absteigen wie dem tropfenden Kessel oder ähnlichem vergleichen ließ. Der Altersdurchschnitt der Gäste schien das Alter der beiden Auszubildenden nicht weit zu überschreiten, weshalb die beiden kaum aus der Menge herausstachen. Es war Freitagabend und dementsprechend schwierig hatte es sich gestaltet einen Tisch zu bekommen. Die Tatsache, dass sie nur zu zweit waren und ein junges Pärchen einen Tisch im Außenbereich freigegeben hatte, führte jedoch zur Lösung dieses Problems. Kurz darauf wurden Getränke bestellt und wiederum einige Momente später, erreichten diese den Tisch. Ryans Wahl war auf einen doppelten Feuerwhisky gefallen. Ihm war selbst aufgefallen, dass sein Alkoholkonsum in den vergangenen Tagen und Wochen zugenommen hatte. Zuvor hatte er Alkohol vollkommen vermieden. Er war überzeugt, dass das Gift, den das war es im Grunde genommen, seine Sinne betäubte und ihn seiner Aufmerksamkeit beraubte. Doch die Umstände hatten dafür gesorgt, dass er eben jenen Zustand zu schätzen gelernt hatte und daher begrüßte.
Du solltest deine mysteriöse Karte mal genauer betrachten. Wenn sie sich als Fälschung herausstellt – und wir wissen beide, dass das der Fall sein wird – nutzen wir sie einfach als Untersetzer“, grinste Ryan, während er sich im Stuhl zurücklehnte und erwartungsvoll seine Begleiterin betrachtete. Er versprach sich nicht viel von der Karte, wollte aber dennoch wissen, wofür er sein Geld herausgeschmissen hatte.
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Celina Recshire
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BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   So 22 Apr 2018 - 3:02

Wenn du schon so fragst hätte ich nichts gegen ein orientalisches Puppenhäuschen Ich konnte es einfach nicht lassen, sarkastische Kommentare fallen zu lassen. Vor allem wenn ich Ryan höchstpersönlich vor mir stehen hatte, der auf solche Worte eigentlich immer ziemlich gut reagierte.

In der Bar angekommen und nach einer kurzen Phase des Wartens, bis ein Tisch für uns frei wurde, ließ ich mich auf einem der Stühle nieder, die um den freien Tisch herum standen. Es war nicht nötig, einen Blick in die Menükarte zu werfen, die direkt vor meiner Nase stand und darum bettelte, von mir gelesen zu werden. Ich nahm jeden Tag aufs Neue einmal ein Gläschen Eggnog und dazu einen Feuerwhiskey - Ja, ich hatte einen sehr speziellen Geschmack, den man nicht unbedingt mit mir teilen musste. Als unsere Bestellungen am Tisch ankamen, griff ich zu allererst zum Eggnog und trank diesen in einem Zug leer, da dieser sowieso nur in einem Schnapsglas serviert wurde. Falls. Falls es eine Fälschung sein sollte, dann kannst du mit der Karte machen was du möchtest. Du kannst sie auch meinetwegen als Serviette benutzen. Dadurch, dass Ryan es einfach nicht lassen konnte und nicht aufhörte so pessimistisch zu denken, zog ich die Karte hervor, faltete sie auf und breitete sie vor uns auf dem Tisch aus, um mich aufmerksam drüber zu beugen. Auf den ersten Blick wirkte nichts von dieser Karte weder besonders noch magisch: Die Skizzen der Ländereien waren mit einem Kohlestift aufs Papier gebracht worden und waren an manchen Stellen so stark verblasst, dass man die Linien nur noch erahnen konnte.
Prüfend ließ ich meinen Blick über die Karte gleiten, suchte nach Auffälligkeiten oder Stellen, an denen irgendwas aufgeschrieben wurde. Ich drehte die Karte sogar auch einmal um, um mir die Rückseite anzuschauen. Doch ich fand nichts, weswegen ich kurzerhand meinen Zauberstab aus der Tasche zog und ihn sachte über das Papier fahren ließ. Offenbare Ich hielt automatisch die Luft an und starrte wie gebannt auf das leicht gelbliche Pergament, auf dem nun auch unsere Getränke standen, da sonst kein Platz mehr auf diesem war. Doch nichts passierte. Fast schon enttäuscht atmete ich geräuschvoll wieder aus und nahm einen kräftigen Schluck meines Feuerwhiskeys, der so in meinem Rachen zu brennen begann, dass ich für einen Moment kurz husten musste, auch wenn ich an das Getränk gewöhnt war.

Specialis revelio Wieder nichts. Nachdenklich fuhr ich mit der Spitze meines Zauberstabes die Inschriften "Kaschandra" nach, die am oberen Ende der Karte erwähnt wurde. Ich beugte mich über die Karte, um das Symbol am oberen Rand näher betrachten zu können, welches den runden Ausschnitt eines Stadtumrisses zeigte. Soll das Kaschandra sein? Ich tippte das Symbol leicht an, um Ryan darauf aufmerksam zu machen, hätte aber niemals damit gerechnet, dass dadurch tatsächlich etwas in Gang gesetzt wurde. Ich nahm die Finger sofort zu mir und sah fasziniert, beeindruckt und triumphierend zugleich zu, wie sich Zahlen in blutroter Schrift auf dem Pergament bildeten, gefolgt von gezeichneten Abbildungen von irgendwelchen zwergenhaften Kreaturen. Bevor ich mich näher damit befassen konnte, gab es noch eines was ich tun musste: Ich sah hoch in Ryans Gesicht und grinste ihn an. Was sagst du jetzt? Untersetzer - dass ich nicht lache.
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Ryan Goodwill
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BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   So 22 Apr 2018 - 12:06

Auch wenn der Ausdruck auf Ryans Gesicht sich kaum veränderte, amüsierte es ihn, dass Celina die Karte aufgrund von Platzmangel in eine Tischdecke umfunktionierte. Das Ausfalten des großen Pergaments zog auch durchaus einige Blicke anderer Gäste der Bar auf sich. Diese Aufmerksamkeit war jedoch in keinem der Fälle von langer Dauer. Ryan schenkte keinem der neugierigen Blicke auch nur die geringste Aufmerksamkeit. Stattdessen lehnte er sich in seinem Stuhl zurück, schwenkte das Whiskyglas in einer Hand und beobachtete unbeeindruckt die kläglichen Versuche, die die Magie der Karte erwecken sollten. Keiner führte zu einem nennenswerten Ergebnis, was den Metamorphmagus in seiner Einstellung zu der Karte bestärkte. Allein der Umstand, dass es sein Geld gewesen war, von welchem das Pergament gekauft worden war, hielt ihn davon ab einen spottenden Spruch zu präsentieren. Das Whiskyglas wurde von einem Schluck befreit, während die brünette Hexe die kaum lesbaren Buchstaben auf der Karte entlangfuhr und so weiter versuchte eine Magie zu erwecken, deren Existenz Ryan stark bezweifelte.
Skeptisch betrachtete Ryan das Gebilde, welches seine Begleiterin für einen Umriss der Insel zu halten schien. „Könnte auch ein Kaffeefle…“ Die Stimme des dunkelblonden Mannes verstummte, als Celina die besage Stelle mit dem Zauberstab berührte und damit tatsächlich etwas auslöste, was Ryans Skepsis vollends zu einem Fehler erklärte. In blutroter Schrift ordneten sich Zahlen auf dem alten Pergament an, die in kleinen Paketen von schwer definierbaren Fantasiegestalten begleitet wurden. Doch der nun durchaus interessierte Blick des Metamorphmagus wendete sich von der Karte ab, als er den wohl verdienten Spott für seinen Pessimismus empfing. „Wohl eher eine Tischdecke mit Special effects“, entgegnete er mit einem anerkennenden Nicken, bevor er die Lippen aufeinanderpresste und sie kurz darauf für einen weiteren Schluck Whisky erneut öffnete. Sein Blick fiel erneut auf die nun sichtbaren Zahlen, welche in vier Pakete mit je zwei Zeilen angeordnet waren. Jedes Paket wurde von einer der besagten Fantasiegestalten begleitet. Es handelte sich offensichtlich um ein Rätsel. Denn auch wenn es naheliegend war, dass die Zahlen vermutlich Koordinaten darstellen sollten – schließlich handelte es sich um eine Karte – war Ryan die Bedeutung der kaum definierbaren Gestalten vollkommen unklar. Die beiden Auroren waren wohl an einen Punkt gelangt, an welchem zufälliges Berühren scheinbarer Kaffeeflecken nicht mehr zum Ziel führen würde. Wenn die Karte wirklich echt war – und davon war mittlerweile sogar Ryan überzeugt – würde nur eine Lösung des Rätsels weiteren Aufschluss bringen. „Interesse an einer Schatzsuche?“, ein motiviertes Lächeln lag auf den Lippen des ehemaligen Adlers. Er war bereits überzeugt gewesen, dass er sein Wochenende in gewohnter Einsamkeit verbringen würde. Einem alten Geheimnis auf die Spur zu gehen, schien in dem Falle die bessere Lösung zu sein.
Die Cartwrights haben eine große Sammlung interessanter Bücher angehäuft. Wir könnten das hier also in die Villa verlagern. Die öffentlichen Bibliotheken sind sowieso geschlossen.“ Ryans Pessimismus ist in Motivation umgeschlagen und er kannte Celina mittlerweile gut genug, um zu wissen, dass auch sie ein solches Rätsel nicht einfach ruhen lassen konnte. Wo das ganze hinführte, war vollkommen unbekannt, aber allein die Lösung des Rätsels würde darüber Aufschluss bringen.
Ryans Zuhause war das alte Anwesen der Cartwrights, seiner Vorfahren. Er hatte das leerstehende Gebäude vor einigen Monaten übernommen, nachdem es von seinem Fluch befreit worden war. Das Gebäude war so groß, dass der Metamorphmagus gerade mal einen Bruchteil der Räume aktiv nutzte. Mehrere Schlafzimmer, Badezimmer, ein Ballsaal und vieles mehr blieben vollkommen ungenutzt. Die alte Bibliothek der Cartwrights hatte Ryan schon des Öfteren als Besucher empfangen und sollte auch an diesem Abend noch wichtig werden.
Die meisten beschrieben die Wohnsituation des jungen Aurors als unheimlich. Ryan wusste jedoch die Vorzüge des großen Anwesens zu genießen. Zudem war er bemüht die Räume nach und nach zu erschließen und für sich nutzbar zu machen. Dabei war es hilfreich, dass ein alter Zauber die Inneneinrichtung staub- und schadenfrei gehalten hatte. Momentan nutzte er allerdings lediglich sein Schlafzimmer, ein Kaminzimmer, welches mit einigem Muggelequipment zu einem recht modernen Wohnzimmer aufgewertet worden war, und eine sehr geräumige Küche, welche ebenfalls mithilfe von Muggeltechnologie modernisiert worden war. Zu der Modernisierung des letzten Raumes zählte in erster Linie eine Kaffeemaschine, die den Schlafmangel ausglich. Weitere genutzte Räume waren die besagte Bibliothek und ein geräumiger und gut verborgener Raum in den Katakomben des Hauses, welcher als Laboratorium zu Ryans geheimer Arbeit an Elija Cartwrights Erinnerungen diente.
Wir sollten uns auf dem Weg dorthin allerdings mit etwas Essbarem eindecken.“ Denn davon hatte der junge Auror kaum etwas im Haus. Kochen konnte er ohnehin nicht, weshalb er sich häufig wenig gesunde Dinge kaufte, wenn er vom Ministerium nach Hause ging.


Zuletzt von Ryan Goodwill am Mo 23 Apr 2018 - 0:37 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Celina Recshire
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BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   So 22 Apr 2018 - 21:26

Ich machte mir nicht die Mühe, auf seinen Kommentar zu antworten, geschweige denn überhaupt darauf zu reagieren. Mir ging es in dem Fall nur darum, dass Ryan ausnahmsweise mal im Unrecht war - vielleicht war ihm das hier eine Lehre, damit er für die nächsten Male keine voreiligen Schlüsse zog. Andere hätte er vielleicht mit seinen Kommentaren verunsichert, dann wäre es gar nicht dazu gekommen, dass man die Karte mitgenommen hätte. Mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen begann ich die Karte einwenig zu studieren, versuchte den Grund herauszufinden, warum nicht nur Zahlen sondern auch gezeichnete Zwerge erschienen waren, über deren Köpfe jeweils ein Wort geschrieben war: Norðri, Vestri, Austri und Suori Auch wenn ich diese nordische Sprache nicht beherrschte, konnte ich mir durchaus ableiten, was die Namen bedeuten sollten. In Kombination mit dieser Karte und den Zahlen konnten es sich eigentlich nur um die Himmelsrichtungen handeln.
Ryans Frage ließ mich den Kopf heben, wobei ich ihn mit einem leichten Schmunzeln musterte. Das musst du noch fragen? Ich wäre ja schön langweilig, wenn ich zu so einer Gelegenheit "Nein" sagen würde - dann wäre das Leben als Aurorin wirklich nichts für mich, wenn mich ein Ausflug ins Ungewisse nicht reizen würde. Dass Ryan sich da mitreißen ließ, war mir klar gewesen, vor allem dadurch dass ich das Gefühl hatte, er ziehe die Abenteuer beinahe magisch an. Einwenig neidisch darüber war ich schon - er war schon wesentlich länger als Auror tätig und so wie man es in der Schule mitbekommen hatte, hatte er bereits dort einige spannende Ereignisse erleben dürfen.
Ich hob mein Glas Feuerwhiskey hoch, um die Karte darunter vorsichtig wegzuziehen, damit Goodwills eigenes Glas nicht umkippte. Die Frage ist nur, wie viel Schwachsinn in den Büchern steht, wenn die Stadt schon vor einem Jahrtausend verschwunden ist. Das meiste wird vermutlich aus Gerüchten und Theorien bestehen und nicht aus irgendwelchen Hinweisen, wenn es offensichtlich noch kein Mensch hinbekommen hat, Kaschandra zu finden Ich faltete die Karte feinsäuberlich wieder zusammen, nachdem ich sie mehrmals wieder auseinander falten musste, bis sie wieder so in die Jackentaschen passte wie am Anfang, denn auch wenn Ryan nun wesentlich mehr Interesse an seiner selbst bezahlten Karte zeigte, hatte ich mich indirekt zur Kartenträgerin ernannt.

Nach einem weiteren großen Schluck von meinem Gesöff und einem wesentlich angenehmeren Brennen im Rachen nickte ich als Zustimmung auf seinen Vorschlag. Essen klang in meinen Ohren immer gut, vor allem dann, wenn ich etwas Alkoholisches zu mir genommen hatte, was schon früher oftmals zu einer Fressorgie meinerseits geführt hatte. Ich hätte jetzt nichts gegen etwas Fetthaltiges gab ich offen und ehrlich zu, während ein Bild eines saftigen Steaks vor meinen Augen auftauchte. Eine käsereiche Pizza oder geräucherter Lachs wäre natürlich auch nicht schlecht. Bei dem Gedanken daran lief mir das Wasser im Mund zusammen, weswegen ich den letzten Schluck aus meinem Glas nahm und anschließend darauf wartete, dass auch Ryan sein Glas geleert hatte. Dadurch, dass die Bar bis zum letzten Stuhl belegt war, legte ich kurzerhand vier Galleonen auf den Tisch, denn die Bedienung würde mit Sicherheit ewig brauchen, bis sie uns die Rechnung bringen würde. Und warten wollte ich an so einem besonderen Tag nicht, wenn ich kurz danach noch mit Ryan einem Mythos auf die Spur gehen wollte.

Wenig später war ich um einige Galleonen ärmer, dafür aber um drei Pizzen reicher, die ich in einem eher abgelegenen Laden bestellt und gekauft hatte. Der aufsteigende Duft aus den Kartons ließen meinen Magen knurren, während ich Ryan zwei der Kartons in die Hand drückte. Nehmen wir mal an, diese Karte könnte uns tatsächlich helfen, Kaschandra zu entdecken, wenn wir uns nicht allzu blöd anstellen. Egal wo sie liegt - meinst du, es besteht die Chance dass dort immer noch Menschen leben? Abgeschottet? Seit ungefähr tausend Jahren? Ich konnte mir einerseits nicht vorstellen, dass die Menschen es schafften so lange unentdeckt zu bleiben - andererseits war es laut den Geschichten eine komplette Stadt aus mächtigen Hexen und Zauberern, welche vielleicht genauso psychisch krank waren wie einige von denen, die unter uns lebten. Ihnen war alles zuzutrauen.
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Ryan Goodwill
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BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   Mo 23 Apr 2018 - 22:44

Celina zweifelte die Aussagekraft der Bücher an, wenn es um Kaschandra ging. Natürlich konnte niemand ein stichhaltiges Buch über etwas entworfen haben, das vollkommen unerforscht war und lediglich einer Legende entsprang. Doch wenn die Karte kein mieser Scherz war, dann gab es Kaschandra wirklich und es bestand zumindest eine geringe Chance hilfreiche Informationen zu ergattern. „Du hast heute aus einem Kaffeefleck eine Schatzkarte erschaffen. Ich denke wir können unser Glück heute durchaus herausfordern.“ Ryan leerte sein Glas und betrachtete erneut die vier Zwerge und die Zahlenpakete: „Außerdem erhoffe ich mir Informationen über die merkwürdigen Gnome.
Die beiden Auszubildenden ließen die Bezahlung für die Getränke auf dem Tisch zurück, um sich an einem entsprechenden Laden in der Nähe mit Pizza einzudecken. Es gab ein Rätsel zu lösen und diese Nacht konnte daher ziemlich lang werden. Wenn die Karte wirklich zu der mysteriösen verschollenen Insel führte, dann würde der Metamorphmagus kein Auge schließen können, bevor das Rätsel nicht gelöst war. Die Frage, welche bezüglich der Menschen in Kaschandra an ihn gerichtet wurde, konnte Ryan so spontan nicht beantworten. Er war sich nicht mal sicher, welche Spekulation für ihn die logischste war. „Ich weiß es nicht. Wieso eigentlich nicht? Irgendjemand muss ja dafür gesorgt haben, dass der Ort nicht mehr gefunden wurde. Ich denke wir sollten es einfach herausfinden.


Anwesen der Cartwrights, 19.09.2015:

Celina und Ryan apparierten zum alten Anwesen der Cartwrights, in welchem sie direkt hinter der Eingangstür landeten. „Willkommen in meiner ganz persönlichen Gruselvilla“, sprach der ehemalige Ravenclaw schon ein wenig selbstironisch, weil das Haus von fast allen Besuchern als eine solche beschrieben wurde. Auf dem Weg zur Bibliothek der Cartwrights, machte der Metamorphmagus einen Zwischenstopp in der Küche des Anwesens, um aus dem Kühlschrank – Muggeltechnologie, die er in die Villa gebracht hatte – ein Sixpack Bier und zwei Flaschen Wasser hervorzuholen, damit es nicht an Verpflegung fehlte. Ryan hatte bei einem Unfall mit einem Glas Whisky bereits festgestellt, dass der Schutzzauber des Hauses die Bücher vor derartiger Beschädigung schützte, weshalb es kein Problem war die Lebensmittel mit in die Bibliothek zu nehmen.
Weitere Gänge führten dann schließlich zur Bibliothek. Die Gänge selbst entsprachen ein wenig dem Bild, welches man bereits aus Hogwarts kannte. Gemälde der Cartwrights und auch andere Sammlerstücke schmückten die sonst kargen Steinmauern. Einige der Bilder waren, ähnlich denen im Schulschloss, sogar bewohnt und erfüllten die herrschende Stille hin und wieder mit einem Husten oder Räuspern. Die Bibliothek selbst wirkte keinesfalls moderner als die Gänge und der Rest des Hauses. Über zwei Etagen waren unzählige Werke der Literatur in alten dunkelbraunen Holzregalen einsortiert. Die Bücher wiesen allesamt einen sehr guten Zustand vor und Schutzzauber schützten sie vor Staub und Zeit. Ein großer Kronenleuchter erfüllte den Raum mit ausreichend Licht, während der Schein des Mondes, welcher durch das große Frontfenster fiel, kaum einen nennenswerten Effekt auf die Lichtverhältnisse ausübte. Ryan platzierte Pizza und Getränke auf einem großen Tisch in der Mitte des doppelstöckigen Raumes. Dort gab es zudem genügend Platz, um die Karte auszubreiten und einige Bücher zu studieren. „Die gute Nachricht: Die Cartwrights haben die Bücher fein säuberlich sortiert. Die schlechte: Ich hatte noch keine Zeit, um herauszufinden, welche Themen wo zu finden sind.“ Der Metamorphmagus zuckte mit den Schultern. Es blieb ihnen nichts anders übrig, als die Regale zu durchsuchen, um jene mit der richtigen Thematik ausfindig machen zu können.
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BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   Di 24 Apr 2018 - 0:09

Beeindruckt legte ich meinen Kopf in den Nacken, um bis zum Dach des Anwesens hinaufschauen zu können. Bei dem Wort „Villa“ hatte ich zwar ein Bild vor Augen gehabt, hätte aber nicht mit so etwas gerechnet. Deine Familie hatte ein bisschen zu viel Geld oder was? fragte ich, erwartete aber keine Antwort. Kein normaler Mensch, der mit beiden Beinen fest auf dem Boden stand, würde sich so ein Haus anschaffen, weswegen ich mir gut vorstellen konnte, dass damals noch sehr viele Leute darin gelebt hatten. Doch so schweigend wie das Haus da lag bezweifelte ich stark, das dem nun auch noch so war. Ich ließ mir die Zeit um mir das Haus von außen etwas gründlicher anzusehen und ließ meinen Blick über die Dachfürsten gleiten bis hin zu den Fenstern, hinter denen mit Sicherheit riesige Zimmer im Verborgenen lagen. Ich konnte nur erahnen wie es war, in so einem Haus zu leben. Mit meinen 7 Brüdern und meinen beiden Eltern hatten wir nur wenig Geld gehabt, haben in einem recht schlichten Haus nahe Galway gelebt. Viel Platz und Privatsphäre hatte keiner gehabt - selbst mit zwei Duschen im Haus hatte es auch oftmals zu Streitereien geführt, bis einer nach dem anderen nach Hogwarts gekommen war. So wurde das Haus immer leerer und in den Ferien umso lauter, wenn alle am Tisch saßen und sich quer über diesen miteinander unterhalten hatten. Ich würde nicht behaupten, dass ich diesen fehlenden Platz zwischen all meinen Brüdern in Galway vermisste und auch meine Wohnung in London war nicht sonderlich prunkvoll - lediglich mit einem Toaster konnte ich angeben - aber so ein riesiges, prunkvolles Anwesen, welches man normalerweise nur Snobs andichtete, wär mir viel zu groß für mich alleine. Und hier verbringst du deinen Feierabend, wenn du ausnahmsweise mal nicht in einer Bar sitzt?
Skeptisch sah ich Ryan von der Seite her an, konnte mir ein Schmunzeln jedoch nicht verkneifen als mir der nächste Kommentar auf der Zunge lag. Ein Wunder, dass du noch nicht verrückt geworden bist Ich hätte sicher irgendwann angefangen mir Katzen anzuschaffen, um das perfekte Klischee einer Verrückten Hexe zu erfüllen, die mit sich selbst und ihren Tieren sprach.
Als ich einige Schritte um das Haus herumging, stahl sich etwas ganz anderes in meinen Augenwinkel und erregte meine Aufmerksamkeit. Ich blieb in der Bewegung stehen und sah noch einmal genauer hin. Und dann hat er einfach noch einen persönlichen Friedhof Ich schüttelte grinsend den Kopf, bevor ich mich wieder umdrehte. Ich frag lieber nicht nach Immerhin hatte Ryan so die Gelegenheit, wortwörtlich auf einigen Gräbern seiner eher unbeliebteren Vorfahren zu tanzen, ohne dass jemand ihn daran hinderte.

Als ich nach Ryan das Anwesen betrat konnte ich es nicht lassen, mich ununterbrochen umzusehen. Wie konnte er in diesen Gemäuern leben, ohne in seiner Einsamkeit zu ersticken. Mit dem Gedanken bei der Karte riss ich meinen Blick von einem der Gemälde ab, bevor ich Ryan folgte - da ich bereits im Eingangsbereich die Befürchtung hatte, ich könnte mich bei jedem Schritt, den ich machte, verlaufen.
Kaum kehrte der junge Goodwill mit Bier und Wasser aus der Küche zurück musste ich sofort anfangen zu schmunzeln. Kein Essen zuhause haben aber Bier. Du hast immerhin Prioritäten gesetzt Ich würde irgendwann zugrunde gehen, wenn ich mich jedes Mal aufs Neue um Essensnachschub kümmern müsste, einmal in der Woche einkaufen reichte vollkommen. Ich zog meine Karte aus der Jacke hervor, während ich Ryan durch die Flure folgte, welcher mich direkt in die Bibliothek des Hauses führte. Auf der Türschwelle blieb ich erstmal wie angewurzelt stehen und zog die Augenbrauen hoch. Wenn ich ehrlich war, hatte ich im Anbetracht dessen, dass das Anwesen bereits so prunkvoll und riesig war, bereits damit gerechnet, dass die Bibliothek ebenfalls gigantisch sein würde. Aber den Raum dann noch live und in Farbe zu sehen war ein komplett anderer Schinken. Nicht schlecht murmelte ich und legte den Pizzakarton, den ich getragen hatte, oben auf die anderen.
Ryans Kommentar ließ mich schmunzelnd meine Arme in die Hüften stemmen. Das würde ja noch was werden, wenn wir stundenlang nach dem passenden Thema suchten. Und wo sollten wir anfangen? Könnte man eher was unter dem Thema "Sagen und Mythen" oder unter "Geschichte" etwas zu Kaschandra, der verschollenen Stadt, finden? Nachdenklich faltete ich die Karte auf dem Tisch auseinander, bevor ich mir kurzerhand das erste Stück Pizza aus dem Karton nahm und herzhaft hineinbiss, während ich mit meinen Augen den Raum absuchte.

Zielstrebig ging ich auf das erste Regal zu und zog eines der Bücher hervor, welches wohl eines der neueren war. Es ging mir lediglich darum, das Thema herauszufinden, um welches sich die Bücher in der Umgebung drehten. Ein kurzer Blick auf den Titel genügte um mir zu sagen, dass ich mich am völlig falschen Regal befand: "Sommerliche Blumen und ihre Heilkräfte Ich stellte das Buch kommentarlos zurück zwischen die anderen und näherte mich dem nächsten Regal.
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Ryan Goodwill
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BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   Di 24 Apr 2018 - 13:59

"Die Cartwrights haben sich ein Vermögen durch die Investition in alte Schatzkarten aufgebaut." Natürlich klang Ryans Stimme bei diesen Worten vollkommen ernst, während er die Tür des Anwesens öffnete. "Wenn du wüsstest", konnte er sich nicht verkneifen, als Celina bewunderte, dass er noch nicht verrückt geworden sei. Tatsächlich war es sogar so, dass seine Entgleisungen zum Zeitpunkt des Erhalts des Hauses aufgehört hatten. Das hatte allerdings weniger mit dem Haus zu tun, sondern mehr mit der Gefangennahme Elijas. Der Urahne hatte ihn nämlich tatsächlich ein Stck weit verrückt gemacht. Doch nun war dessen Seele in einem Amulett an einem geheimen Ort eingesperrt. Davon war Ryan zumindest überzeugt. Doch das war nicht der richtige Zeitpunkt, um über die dunklen Kapitel seiner Vergangenheit nachzudenken. Ohnehin lag Celinas Aufmerksamkeit mittlerweile auf dem Friedhof, welchen man zumindest teilweise vom Eingang der Villa erkennen konnte. „Zugegeben, den hätte ich auch nicht wirklich gebraucht. Es ist einfach unheimlich schwierig eine Firma zu finden, die einem ein Friedhofsgelände aushebt, um dort einen Pool zu bauen.“ Mit diesen Worten trat Ryan durch die Tür, um die Aurorin in die Bibliothek zu führen. Die nächste Äußerung der brünetten Hexe konfrontierte Ryan mit einem Laster, welches erst in naher Vergangenheit zu einem Teil von ihm geworden ist. Ihr scherzhaft gemeinter Spruch war nämlich nicht weit von der Wahrheit entfernt. Dass der junge Auror nicht jeden Abend etwas aß, aber fast jeden Abend etwas trank, war vermutlich alles, was man zu diesem Thema sagen musste. Das war auch der Grund, weshalb Ryan bloß mit einem Lächeln auf die Worte der Kollegin reagierte.

Dort angekommen standen die beiden Auroren zunächst vor einer großen Suche, denn die Ordnung der Bibliothek hatte Ryan noch nicht erfasst. Der Metamorphmagus tat es Celina gleich und schnappte sich ein Stück Pizza, welches beim betrachten der Karte und insbesondere der rätselhaften Gnome gegessen wurde. Dann sollte die Suche beginnen. Ryan ging in eine andere Richtung und zog ebenfalls ein Buch aus einem der Regale ‚Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind‘. Eine Ausgabe eines Werks von Newt Scamander, das Ryan noch sehr gut aus seiner Schulzeit kannte. Auch Professor Melbourne hatte es als Grundlage für den Unterricht in Pflege magischer Geschöpfe genutzt. Momentan war es allerdings vollkommen nutzlos, weshalb es wieder zurück ins Regal gestellt wurde. Es folgten mehrere Stichproben an verschiedenen Regalen.
Irgendwann hielt Ryan ein Buch mit dem Titel ‚Ägyptische Mythologie – Welt- und Götterbilder im alten Ägypten‘ in den Händen. Nicht das was er suchte, aber durchaus eine Thematik, die relevant für die Recherche sein könnte. „Hier gibt es etwas zu Mythologie“, informierte er Celina, ohne sich vom Regal abzuwenden. Stattdessen betrachtete er die einzelnen Buchtitel auf den Buchrücken der verschiedenen Bücher. Tatsächlich ließ sich eine Ordnung erkennen. Sämtlichen Werken lag ein mythologisches Thema zugrunde. Dabei waren sowohl Mythen der magischen Welt, als auch Mythen aus der Welt der Muggel zu finden. Es hatte unter den Cartwrights also scheinbar jemanden gegeben, der auch die Literatur der nicht-magischen Welt zu schätzen wusste. Eine Seltenheit in alten Reinblutclans.
Sie die Götter nahmen auch seinen Ymirs Schädel,
machten daraus den Himmel und setzten ihn an
vier Ecken auf die Erde. Und in jede dieser Ecken stellten
sie einen Zwerg; sie heißen so: Austri, Westri, Norðri und Suori.

So lautete die Inschrift auf der alten Karte. Ryan war auf dem Gebiet der Mythologie kein Experte. Sein Wissen über Sagen und Legenden der Muggel war kaum vorhanden, weshalb er nur grob schätzen konnte, in welchen Geschichten die Namen Ymir, Austri, Westri, Norðri und Suori ihren Ursprung haben könnten.
Es dauerte nicht lange, bis dem Metamorphmagus ein Buch über die nordische Mythologie in die Hände fiel. Ein Buch der Muggel, welches Ryan zunächst nicht mit Kaschandra in Verbindung brachte. Doch die Namen der Gnome würde er durchaus in dieser Mythologie vermuten, weshalb er sich entschied das Buch zumindest einmal aufzuschlagen. Dafür hatte er es auf dem Tisch platziert, auf welchem er es genauer unter die Lupe nahm, nachdem er noch ein Stück Pizza zu sich genommen hatte.
Zitat :
Der Riese Ymir (altnord. Ýmir „Zwilling, Zwitter“), ist in der nordischen Mythologie das älteste Lebewesen und entspricht dem Adam Kadmon der hebräischen Überlieferung, dem Pangu der chinesischen Mythologie, dem Gayomart der Persische Mythologie oder dem Purusha der indischen Veden. Sein Name gilt als sehr alt und ist sprachlich mit dem altindischen Yama und dem altpersischen Yima verwandt.[1] Ein anderer Riese der nordischen Urzeit namens Aurgelmir (oder Urgelmer beziehungsweise Örgelmir) wird oft mit Ymir gleichgesetzt.
Er war ein zweigeschlechtlicher Urzeitriese mit sechs Köpfen. Er entstand aus der Vermischung des Gletschereises von Niflheim und aus dem Feuer von Muspelheim. Er ernährte sich von der Milch der Urkuh Audhumla.
Dieser Textteil offenbarte, dass er mit der Wahl des Buches richtig gelegen hatte. Doch zur Lösung des Rätsels trug dieser Ausschnitt noch nicht besonders viel bei. Es waren die vier Zwerge, die von großer Relevanz zu sein schienen. Die Lösung befand sich auf einer weiteren Seite des alten Buches.
Zitat :
Norðri, Suðri, Austri und Vestri sind die vier Zwerge in der nordischen Mythologie, die den Himmel stützen.
Sie werden in der Völuspá im Dvergatal als Erdzwerge genannt.[1] Ihre Namen stammen aus dem Altnordischen und werden von den Bezeichnungen für die Himmelsrichtungen abgeleitet: Norðri von norðr ‚Norden‘, Suðri von suðr ‚Süden‘, Austri von austr ‚Osten‘ und Vestri von vestr ‚Westen‘. Die Zwerge stellen offenbar Personifikationen der vier Himmelsrichtungen dar.
Die Bedeutung der vier Namen war also tatsächlich so simpel, wie sie schon zu Beginn erschienen war. Doch nun gab es Gewissheit. Doch maßgeblich für die Lösung des Rätsels war nun die Lokalisierung des Ortes anhand der Koordinaten. „Ich habe hier etwas. Die Zwerge sind tatsächlich die Himmelsrichtungen.“ Ryan deutete auf das Buch, bevor er zwei der Bierflaschen öffnete und eine Celina reichte. „Kannst du mit Koordinaten umgehen?“ Ryan realisierte in diesem Moment, dass die Arbeit zur Lösung des Rätsels mit der Erkenntnis aus dem Buch erst begonnen hatte. „Sonst brauchen wir neben einer Karte des entsprechenden Gebiets – wir sollten ein Buch über Kaschandra suchen, um eine ungefähre Ahnung vom Standort zu bekommen – auch noch ein Buch, dass uns sagt, wie man Koordinaten auf Karten abliest.“ Der Metamorphmagus zuckte mit den Schultern. „Na wenn das nicht nach Abenteuer klingt.“ Ein großer Schluck wurde aus der Bierflasche genommen, bevor er die Reaktion der ehemaligen Mitschülerin abwartete. Möglicherweise kannte sie sich ja doch mit Koordinaten aus.
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BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   Mi 25 Apr 2018 - 2:03

Ein Pool wäre nicht schlecht pflichtete ich ihm bei, konnte mir aber auch gut vorstellen, was die Beweggründe einer Firma waren, warum man aus einem Friedhof nicht schnell einen Swimmingpool machte. Wenn ich ehrlich war, würde ich dem auch nicht einfach so zustimmen, egal wie genial ich den Gedanken fände, einen eigenen Pool im Garten stehen zu haben. Zumindest im Sommer wäre es in der unangenehmen Hitze und unter der prallen Sonne sehr vom Vorteil, wenn man zeitgleich draußen sein und sich abkühlen konnte.

Der Ratgeber für Schüchterne, Der Grimm und andere böse Omen, Die Märchen von Beedle dem Barden... Ich hatte gefühlt Duzende von Büchern in der Hand gehabt, musste teilweise auch Verse aus den Büchern herauslesen um zu erkennen, zu welchem Thema sie gehörten, da sie bereits so alt waren, dass man die Schrift auf dem Einband nicht mehr hatte entziffern können. Gerade stellte ich das Buch "Kochen wie im alten Rom zurück ins Regal, als Ryan sich aus einer anderen Ecke der Bibliothek meldete. Mit federnden Schritten ging ich den Flur entlang und bog dann ab, als ich Ryan vor einem der vielen Regelreihen entdeckte. Während dieser das Buch gründlich studierte, was er in der Hand hielt, glitt mein Blick automatisch hoch zu den Büchern, die sich im Regal über uns auftürmten. Also gut, die Suche begann.
Wenig später trug ich drei Bücher zum Tisch zurück, wo sich Ryan bereits über eines der Bücher, welches er aus dem Regal gezogen hatte, gebeugt hatte. Gibts was Neues? fragte ich, hielt meinen Blick jedoch weiterhin auf mein aufgeschlagenes Buch gesenkt. Erst als er mich auf eine neue Erkenntnis aus seinem Buch aufmerksam machte, stand ich auf und umrundete den Tisch, um ebenfalls einen Blick in das Buch werden zu können, wobei ich zeitgleich dankend das Bier entgegen nahm und einen Schluck daraus nahm. Nur leider stand nicht sonderlich mehr drin als die Informationen über die Zwerge, weswegen noch viele Fragen offen blieben. Sagen wirs mal so...ich würd mich nicht auf meine Kenntnisse in dem Bereich verlassen gab ich zu - Kaum zu glauben, dass man tatsächlich so ein Wissen irgendwann noch brauchte. Ich hatte es lediglich irgendwann im Unterricht gelernt aber mal ehrlich? Das war in der 4. Klasse gewesen und schon Jahre her. Aber ich kann mich noch daran erinnern, dass die Zahlen mit einem Strich... - ich glaube sie hießen Prime - die Minuten sind, mit zwei Strichen also Doppelprime die Sekunden. Und dann gibts natürlich die Grade. Nachdenklich bließ ich beide Wangen auf und ließ die Luft geräuschlos wieder heraus, während ich in meinem Hinterkämmerchen nach dem Wissen kramte, was ich in der 4. Klasse noch als unnötig empfunden hatte. Kein Wunder, dass ich mich nicht so gut daran erinnern konnte als an andere Dinge. Da muss ich leider passen.

Ich griff missmutig nach meinem Bier und nahm einen kräftigen Schluck daraus, bevor ich mich wieder von dem Regal entfernte um mich erneut auf die Suche zu begeben - dieses Mal auf die Suche nach einem Buch entweder über Kaschandra oder über Geographie und die Darstellung von Koordinaten. Währenddessen versuchte ich mich immer noch daran zu erinnern, was mein Professor mir damals beigebracht hatte, musste jedoch feststellen, dass es einfach schon zu lange her war, dass ich mich damit auseinander gesetzt hatte.
Ich hab hier zumindest mal ein Buch gefunden, in dem Mythen über die verschiedensten Städte aufgeführt werden. Vielleicht ist ja Kaschandra dabei. Ich hob ein Buch mit einem rot-goldenen Ledereinband hoch, welches ich noch an Ort und Stelle aufschlug und durchblätterte. Es war ein Buch, welches nur die nötigsten Informationen über die Mythen auflistete, weswegen ich schnell enttäuscht wurde. Zwar wurde Kaschandra erwähnt aber mehr als "Sie galt als eine bekannte Heimatstadt von vielen mächtigen Zauberern" und "Seit vielen Jahrzehnten ist sie unauffindbar" konnte mir das Buch nicht sagen, weswegen ich es enttäuscht zuklappte und es zurück zu den anderen Büchern stellte. Fehlanzeige
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BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   Fr 27 Apr 2018 - 21:23

Leider war die Befürchtung, dass auch Celina wenig mit den Koordinaten anfangen konnte, berechtigt gewesen und somit fiel auch in dieser Hinsicht Arbeit an. Allerdings musste man der Fairness halber bemerken, dass die Hexe auf diesem Gebiet, im Gegensatz zu Ryan, nicht vollkommen unwissend war. Dennoch war entsprechende Literatur nötig, um mit den Koordinaten tatsächlich etwas anfangen zu können. Saphira wäre nun wahrscheinlich eine Hilfe gewesen. Die Luftschiffkapitänin hätte bestimmt über das nötige Wissen verfügt. Doch die Suche wäre wohl schneller und stressfreier, als ein Besuch bei der werdenden Mutter. Sie und Elion hatte ohnehin genug um die Ohren, zumal sie dazu neigten sich Sorgen zu machen, wenn Ryan wieder irgendwelchen Legenden nachjagte.
Während Celina also versuchte einen Hinweis darauf zu finden, wo sich Kaschandra ungefähr befand, machte sich Ryan auf eine erfolgversprechendere Suche und durchforstete einige Regale nach Büchern, die sich mit Navigation und ähnlichem beschäftigte. Es war wenig überraschend, dass eine solche Suche wesentlich schneller zu einem Ergebnis führte, als die Suche nach einem alten Mythos, welcher von den meisten – Ryan bis vor einigen Stunden nicht ausgenommen – für einen Mythos gehalten wurde. Auch jetzt war die Existenz Kaschandras noch nicht bewiesen und doch weckte die Karte die Hoffnung, dass die verschollene Zivilisation mehr als nur ein Märchen war.
Einige Bücher zur Navigation sammelten sich mit der Zeit auf dem Tisch, während sich die Pizzakartons auf eben diesem leerten und auch das Bier zur Neige ging. Die Suche nach aufschlussreichen Schriften über Kaschandra blieb allerdings erfolglos, weshalb es auf diese Weise nicht gelang den Standort von der mysteriösen Insel auf ein gewisses Gebiet einzugrenzen. Die erfolglose Suche veranlasste den Metamorphmagus schließlich sämtliches Kartenmaterial zusammenzusuchen, welches sich in der Bibliothek finden ließ. Darunter war auch eine Weltkarte, welche in Kombination mit den Koordinaten auch zu einer groben Standortbestimmung ausreichen sollte. „Geographische Koordinaten – Navigation mithilfe räumlicher Polarkoordinaten. Ich wiederhole: Das klingt nach Abenteuer“, kommentierte Goodwill das erste Buch, welches er vom Tisch nahm mit neutralem Ton. Er war Büchern grundsätzlich nicht abgeneigt, aber die Fähigkeiten Koordinaten zu lesen und zu verwenden, klang für ihn nur wenig verlockend.
Die beiden Auroren machten sich also ans Werk und glichen die Inhalte der Bücher mit den Koordinaten auf der Karte ab. Die richtigen Abschnitte in den Büchern waren schnell gefunden. Schwieriger gestaltete sich die Handhabung der Koordinaten und die Übertragung auf die Karte. Zu dieser späten Stunde war es daher nur wenig verwunderlich, dass sowohl Celina als auch Ryan irgendwann den Kopf auf dem Buch ablegten, weil die Müdigkeit das Buch zu einem akzeptablen Kissen werden ließ. Aus einer kurzen Pause wurde jedoch eine deutlich längere.



20.09.2015

Es war warmes und helles Licht, welches Ryan am nächsten Tag aus dem Schlaf weckte. Das Licht der morgendlichen Sonne fiel durch eines der Fenster und beleuchtete sehr zielsicher den Tisch in der Bibliothek. Obwohl ein altes Buch am Vorabend noch gut genug war, um es als Kissen zu nutzen, rächte sich diese Entscheidung nun durch stechende Nackenschmerzen, die sich jedoch durch einige Dehnungen der Nackenmuskulatur lindern ließen. Leise schob Ryan den Stuhl zurück, um sich von diesem zu erheben. Celina hatte noch nicht auf das eintretende Licht reagiert und auch die eher ungemütliche Unterlage schien sie noch nicht aus dem Schlaf geholt zu haben. Der Metamorphmagus wollte sie nicht wecken, weshalb er sich entschied eine Sucht zu befriedigen, welche sich mit Beginn der Ausbildung manifestiert hatte: Kaffee.
Dafür verließ er die Bibliothek und ließ die Pizzakartons und Bierflaschen auf schwebende Weise folgen, um in die Küche zu gehen. Dort wurde die Kaffeemaschine angeschmissen. Ein weiteres der Muggelgeräte, welche der Auszubildende angeschafft hatte. Ein kleines Frühstück, dass aus normalen Brötchen und wenigen Aufstrichen bestand, die Ryan noch vorrätig hatte, wurde mit einem simplen Schwung des Zauberstabs angerichtet. Die volle Kaffekanne, Tassen und alles andere was zum Frühstück gehörte schwebten dem Metamorphmagus nach, während dieser in die Bibliothek zurückkehrte, in welcher auch Celina mittlerweile erwacht war. Das Frühstück platzierte sich zwischen Büchern und Karten auf dem Tisch, so dass das Ganze etwas unordentlich wirkte. „Guten Morgen“, grinste Ryan die Kollegin an, während die noch schwebende Kanne die Tassen mit Kaffee füllte. „Gut geschlafen?“, kam es eher ironisch, während der ehemalige Ravenclaw erneut seinen Nacken dehnte.
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BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   Sa 28 Apr 2018 - 1:33

Nach und nach verschwand ich hinter einem Berg an Büchern, die ich langsam aber sicher abarbeitete um nach Informationen über Kaschandra zu suchen. Immer wieder laß ich etwas leise vor mich hin um mir relevantere Infos besser einprägen zu können, bevor ich die Bücher wieder zuklappte und sie auf einen anderen Bücherstapel legte. Ich hatte die Stapel nach Lehrstufen geordnet: links stapelten sich sämtliche Bücher, die mich kein Stückchen weiter gebracht hatten, direkt daneben hatte ich den weniger lehrreichen Stapel eröffnet und ganz rechts lagen die wenigen Bücher, die recht viel über Kaschandra erzählten. Also laut der Sagen bestand Kaschandra aus mehreren Stadtteilen, die umgeben von einer alten Stadtmauer waren. In der Mitte stand ein Tempel mit einem Götzenbild. Geräuschvoll und mit müden Augen klappte ich eines der Bücher zu, legte es auf den rechten Stapel und zog ein noch unerforschtes Buch zu mir heran. Ich war so müde, dass ich jeden Zweiten Satz noch einmal lesen musste, bis ich den Sinn dahinter verstanden hatte. Dadurch dass ich all das nur überflog, blätterte ich auch manchmal mit einem leeren Blick einfach weiter ohne mich auf den Inhalt zu konzentrieren. Ich hab aber keine Ahnung, was davon wahr ist und was nicht Mit müder Stimme rieb ich mir die Augen um mich von meiner Müdigkeit zu befreien. Fehlanzeige. Mein Blick wanderte hinüber zu Ryan, der ebenfalls über Einem Buch hing und mindestens genauso müde aussah wie ich. Vielleicht sollte ich für fünf Minuten meine Augen ausruhen, damit ich danach weiter arbeiten konnte?
Langsam bettete ich meinen Kopf auf einem Wälzer ab, welcher über Mythen und ihre Widerprüche berichtete und schloss die Augen. Nur kurz die Augen schließen...Nur kurz Doch es dauerte nicht lange, da driftete ich bereits ab und wachte in den nächsten Stunden nicht mehr auf.

20.09.2015

Die Sonne kitzelte mich an der Nase und sorgte dafür, dass ich mir etwas mürrisch an dieser kratzen musste. Schlaftrunken blinzelte ich langsam und öffnete schließlich völlig die Augen, als ich merkte dass ich nicht in meinem Bett lag. Ruckartig richtete ich mich auf, bis mir wieder einfiel wo ich mich befand. Ich saß noch immer auf dem Stuhl in Ryans Bibliothek, vor mir lagen sämtliche Bücher, bei denen ich mir nicht mehr sicher war, welche ich noch im wachen Zustand überflogen hatte und welche nicht. Ich sah mich nach dem Besitzer des Raumes um, während meine Lider auf Halbmast standen. Doch der junge Goodwill war nirgendwo zu sehen. Gähnend stützte ich mich mit beiden Ellenbogen auf dem Tisch ab und wühlte mit meinen Händen durch die Braunen Haare, bevor ich mir mit diesen durch das Gesicht fuhr.
Ryans Stimme ließ mich umdrehen und kurz lächeln - zumindest schaffte ich es, ihn müde anzulächeln. Vor dem morgendlichen Kaffee funktionierte bei mir sowieso nicht viel. Morgen... murmelte ich und begann, ihn argwöhnisch zu mustern, bevor mein Blick zu der schwebenden Kaffeekanne und den beiden Tassen flog. Der Anblick von Kaffee und der Geruch in der Nase ließ mich automatisch etwas wacher wirken und aufrechter sitzen. Ich hatte bereits in den Schulferien damals veranlasst, dass sich meine Familie eine Kaffeemaschine zulegen sollten. Die einzigen die sie benutzten waren mein Vater und ich und das in übergroßen Menschen, wenn wir zuhause in Galway waren. Nur hatte ich in London darauf verzichten müssen, da ich mir nie eine Kaffeemaschine hatte leisten können. Lediglich ein Toaster stand in meiner kleinen Küche, doch den hatte ich zum Einzug von meinem damaligen Chef aus der Eisdiele geschenkt bekommen. So hatte ich meinen Kaffeekonsum stark zurückschrauben müssen. Es gibt wesentlich bequemere Unterlagen und ich hab ehrlich gesagt nur von Kaschandra und ihren Einwohnern geträumt Mein Kopf fühlte sich unglaublich schwer an, weswegen ich sofort nach der Tasse griff, die mit Kaffee gefüllt war und nahm einen großen Schluck. Hast du noch lange weitergelesen? So weit ich mich noch erinnern konnte war Ryan noch am Lesen gewesen, als ich die Augen geschlossen hatte. Hatte er überhaupt geschlafen? Prüfend musterte ich ihn und schob meine vier Bücherstapel einwenig zur Seite um auf dem vollgestellten Tisch Platz zu machen. Hast du überhaupt geschlafen? Ich traute es ihm zu, dass er trotz Müdigkeit wach geblieben war um die nötigsten Informationen für unsere Kaschandraexpedition zusammen zu suchen.

Ich senkte meinen Blick auf das Buch vor mir hinab, nachdem ich wortlos nach einem der gestrichenen Brötchen gegriffen hatte. Warum Ryan jetzt doch noch was Essbares im Haus hatte, was erwähnenswert war, darum kümmerte ich mich nicht. Viel eher schob ich auch das Aufgeschlagene Buch von mir weg und lehnte mich im Stuhl zurück, während ich herzhaft in das Brötchen biss. Ich konnte gestern fast schon neidisch werden wegen den vielen Büchern aber momentan kann ich keine mehr sehen. gab ich zu. Bevor ich eingeschlafen war hatten die Buchstaben angefangen zu verschwimmen, weswegen ich immer das Bedürfnis hatte unentwegt zu blinzeln, damit die Worte vor meinen Augen wieder scharf wurden. Wenn ich jetzt nur an Bücher dachte, kam mir sofort ein Haufen an Werken in den Sinn, die mir durch ihr fehlendes Wissen über Kaschandra oder andere informative Mythen, die Zeit geraubt hatten. Außerdem Ich kaute erstmal zuende, bevor ich weitersprach. Selbst dem, was in den Büchern steht, kann man natürlich nicht zu 100 Prozent glauben, sie widersprechen sich viel zu oft. Aber in einigen stand, dass die Einwohner von Kaschandra versucht haben ihre Kultur zu schützen. Selbstverständlich waren sie als diejenigen, die die mächtigste Magie praktizieren konnten, zu stolz darauf um sich und ihre Stadt ungeschützt zu lassen. Ich habe auch einige Theorien gefunden, wo sie sich befinden könnte. Einige behaupten einfach, sie sei nur unsichtbar. Die Karte von Kaschandra kam offensichtlich durch eine Frau an die Oberfläche, welche ausversehen von einem Jäger getötet wurde, der zu der Zeit auf der Jagd gewesen war. Dabei ist die Karte offensichtlich verloren gegangen. Aber ehrlich...ich muss mir das nochmal durchlesen. Missmutig schüttelte ich den Kopf und nahm einen Schluck meines Kaffees. Am Schluss hatte ich mich nicht mehr wirklich auf die Texte hier konzentrieren können
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Ryan Goodwill
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BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   Sa 28 Apr 2018 - 19:33

Ryan griff nach der Kaffetasse, um diese an seine Lippen zu setzen und davon zu trinken. Sein Blick lag auf Celina, welche noch ziemlich müde und für einen Augenblick auch etwas desorientiert wirkte. Die Umstände der letzten Nacht machten ihren Zustand aber nicht weiter verwunderlich. Ryans spürte die Nacht nur noch in Form von Nackenschmerzen. Die wenigen Stunden des Schlafes beeinträchtigten ihn kaum, da er selten viel länger schlief als vier bis fünf Stunden. Die Gründe dafür waren verschieden, aber das Mittel dagegen immer dasselbe: Kaffee in deutlich zu hohen Mengen. So dauerte es auch nicht lange, bis die erste Tasse leer war, noch bevor sich der Metamorphmagus dem Essen gewidmet hatte. Dieses war aber ohnehin nicht spektakulär, da es lediglich aus ein paar Brötchen bestand, die der Metamorphmagus noch im Haus gehabt hatte. Mit der zweiten Tasse Kaffee ließ Ryan sich auf seinem Stuhl nieder und lauschte den Worten der verschlafenen Aurorin. Sie war ohne Umschweifen wieder bei jenem Thema, welches die beiden am Vortag in die Bibliothek geführt hatte.
Wie bereits vermutet, gab es nur wage Informationen und Spekulationen über Kaschandra, so dass die letzte Hoffnung die Koordinaten waren. Und tatsächlich war Ryan in der entsprechenden Fachliteratur fündig geworden. „Die Koordinaten sollten uns hinführen. Ich muss mir das gleich noch einmal genauer ansehen“, fasste der Auszubildende seine Erkenntnisse knapp zusammen, während er ein Marmeladenglas aussortierte, dass schon seit einigen Tagen abgelaufen war. Es gab durchaus Zauber, um derartige Lebensmittel zu konservieren, aber daran hatte der ehemalige Ravenclaw natürlich nicht gedacht.
Die Geschichte der Karte von Kaschandra interessierte den Metamorphmagus dann aber doch. Denn die Karte schien echt zu sein und dieser Mythos hatte somit auch das Potential echt zu sein. „Diese Frau, war sie eine von Kaschandras Volk? Und wer war dieser Jäger? Glaubst du die Erzählung entspricht der Wahrheit?“ Ryan war nicht entgangen, dass Celina sich kaum noch erinnern konnte, aber da sie angedeutet hatte, dass sie es noch einmal nachlesen wollte, hatte er seiner Neugier freien Lauf gelassen.
Goodwill rührte das Essen nicht an stattdessen trank er mittlerweile die dritte Tasse Kaffee und las dabei noch einmal in einem der Navigationsbücher. Als er eine Kurzanleitung zur Handhabung von Koordianten, die ihm schon in der letzten Nacht aufgefallen war, wiedergefunden hatte, stellte er den Kaffee zur Seite, erhob sich und widmete sich der Weltkarte, die am Vortag auf einem Teil des Tisches ausgebreitet worden war. Mit dem Buch und den Zahlen von der magischen Karte untersuchte der ehemalige Ravenclaw nun die Weltkarte und kam nach einigen Korrekturen zu einem ungefähren Zielpunkt. „Entweder habe ich das alles vollkommen falsch verstanden, oder die Karte führt uns mehrere Kilometer vor die Nordküste Irlands.“ Ryan betrachtete skeptisch die kleine Markierung, die er auf der Karte hinterlassen hatte. Sofort kamen wieder Zweifel am Wahrheitsgehalt der ganzen Geschichte auf. „Wahrscheinlich sitzt der alte Kauz gerade in seinem staubigen Laden und stellt sich vor, wie wir ziellos auf dem Atlantik umherirren.“ Doch andererseits war dort eine Neugier in Ryan, die ihn nicht losließ und welche ihm sagte, dass er diesen Ort aufsuchen sollte. Ob das eine kluge Idee war, war eine andere Frage. Es war zudem eine Frage, die der junge Zauberer sich bei den wenigsten belangen stellte, auch wenn es eigentlich angebracht wäre.
Ein zögernder Blick lag auf Celina, bevor Ryan seine Gedanken aussprach: „Bist du seefest?
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Celina Recshire
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BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   Mi 2 Mai 2018 - 21:03

Ich stützte meinen Kopf auf meinen Händen ab und hoffte inständig, dass das Koffein demnächst zu wirken begann. Eine Exkursion mit totaler Müdigkeit zu überwältigen war normalerweise Keine gute Idee, weswegen ich sogleich noch einmal nach meiner Tasse griff und sie an meine Lippen setzte. Es war nur eine Frage der Zeit, wann wir endlich auf ein Buch stießen, welches uns alle Fragen beantworteten konnten. Fast alle Fragen. Eher demotiviert als total wach beobachtete ich, wie Ryan auf dem Tisch ausmistete und eines der Marmeladengläser entsorgte. Die Koordinaten. Ich rieb mir die Augen und linste anschließend auf die Karte, um mir noch einmal die Zahlen neben den Zwergen anzusehen. Gibt es nicht irgendein Zauber, der uns dabei helfen könnte? überlegte ich laut und musste augenblicklich an den Vier-Punkte-Zauber denken, doch bei diesem Zauber zeigte der Stab lediglich nach Norden und nicht in die Richtung, wo das liegen sollte, was man suchte. Aber vielleicht gab es einen Zauber, den ich noch nicht kannte und der auch bei nicht sichtbaren Städten funktionierte?
Mit einem leisen Seufzen klappte ich ein Buch auf, welches ich gestern bereits durchgelesen hatte aber mich nur an einzelne Fetzen erinnern konnte. Mmh. Die Frau hat zu Kaschandra gehört. Man sagte ihr offensichtlich nach, dass sie so schön war wie die schönste Göttin der Mythologie von Kaschandra. Zu dem Jäger hab ich nicht viel gefunden. In dem einen Buch wurde nur erwähnt, dass er sie ausversehen mit dem Speer ermordet hat. Mein Finger fuhr über die Wörter, die schwarz auf weiß auf Pergament geschrieben worden waren und mir das nötige Wissen über Kaschandra vermitteln wollten.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich glauben soll und was nicht. Einerseits...dadurch, dass die Karte keine Kopie zu sein scheint, kann alles möglich sein. Diese ganzen Erzählungen könnten wahr sein oder auch totaler Schwachsinn, ich weiß es nicht. Andererseits wirkt manches so ziemlich unlogisch und von weit hergeholt. antwortete ich auf Ryans Frage und legte meine Stirn in Falten, als ich eine Seite aufschlug, auf der ein altes Gemäuer zu sehen war, in dem die Worte "Vertrau der Magie, vertrau dem Wind und er wird dich führen auf richtige Wege ganz geschwind" eingemeißelt waren. Hier steht: Vertrau der Magie, vertrau dem Wind und er wird dich führen auf richtige Wege ganz geschwind las ich laut vor und überprüfte noch einmal, ob das tatsächlich noch zu dem Text über Kaschandra gehörte, bevor ich zu allererst meine Tasse erneut mit Kaffee füllte. Ich mochte dieses Muggelgesöff. Es war neben dem Toaster die einzige Erfindung der Muggel, die ich verstand und schätzte. Ich war mir nicht sicher, wie ich die Inschriften deuten sollte - war es ein Tipp, der uns weiterhelfen konnte oder war es wieder eines dieser dazu gedichteten Weisheiten, die man in Büchern viel zu oft fand?

Ich hob den Kopf, als Ryan sich meldete und offensichtlich in seinen Nachforschungen bezüglich der Koordinaten weitergekommen war. Vor die Nordküste Irlands? Das heißt also, wenn es stimmen sollte was du da fabriziert hast, ist sie unter Wasser? Ist das eine schlechte Nachahmung von Atlantis? Auch ich war mir nun nicht mehr sicher, ob ich dem Ganzen trauen sollte, weswegen ich stumm nickte als Ryan seine Zweifel aussprach. Seefest? Ich biss mir unbemerkt auf die Zunge. Ich hatte noch nie ein Schiff oder ein Boot betreten - warum sollte ich auch? Ich lebte in der Zaubererwelt und im Gegensatz zu Ryan war ich nie in der Muggelwelt gewesen. Ich wusste also nicht, ob ich seefest war oder nicht. Keine Ahnung. Werden wir herausfinden. Herausfordernd erwiderte ich den Blick, als ich merkte, wie zögernd er mich ansah. Sieh mich nicht so an. Keine Sorge, ich werd dir nicht auf die Hose oder auf den Umhang kotzen Ich stemmte meine Arme in die Hüften und stand anschließend auf. Ob ich auf dem Meer klarkam, würden wir dann sehen, wenn es soweit war und dadurch dass die Koordinaten uns vor die Nordküste brachten, kam ich ohnehin nicht drum herum.
Ich denke, ich habe das meiste aus den Büchern herausgeholt. murmelte ich, griff jedoch nochmal nach dem Buch, was mir nun bislang mit Abstand die meisten Informationen geliefert hatte und schlug es noch ein letztes Mal auf. Vertrau der Magie, vertrau dem Wind und er wird dich führen auf richtige Wege ganz geschwind
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Ryan Goodwill
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BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   Fr 4 Mai 2018 - 22:32

Vertraue der Magie, vertrau dem Wind und er wird dich führen auf richtige Wege ganz geschwind. Ryan wiederholte diese Worte in Gedanken und zog eine Augenbraue hoch. Das Ganze klang für ihn wenig aufschlussreich und wenig brauchbar. Es klang eher nach einem Hirngespinst des Autors, mit welchem er dem Mythos über Kaschandra ein wenig mehr Magie und Rätselhaftigkeit einhauchen wollte. Der Metamorphmagus maß diesem Satz keine große Bedeutung bei. „Gehört das noch zu Kaschandra, oder bist du im Kapitel mit schlechten Kalendersprüchen gelandet?“ Mehr hatte er dazu nicht zu sagen. Auch seine Miene zeigte keine Regung, da direkt im nächsten Augenblick eine neu befüllte Tasse Kaffee an die Lippen geführt wurde.
Kaschandra blieb also weiterhin ein rätselhafter Mythos. Alles was sie hatten, waren die Koordinaten eines Ortes, welcher mitten im Atlantik lag. Das Ganze wirkte so irreal, dass es an Wahnsinn grenzte, diesen Ort aufzusuchen und dennoch war genau das der Plan. Viele Fragen waren ungeklärt. Doch zumindest einige sollten in den kommenden Stunden beantwortet werden. Gab es Kaschandra überhaupt noch? Hatte es Kaschandra jemals gegeben? Lag es unter Wasser und war daher nur mit entsprechender Magie zu erreichen? War Celina seefest? Und wie zur Hölle tötete man jemanden aus Versehen mit einem Speer?


Zwei Stunden später | Kilrush, Irland

Nachdem die Recherchen in der Bibliothek abgeschlossen waren, hatten die beiden Auroren sich darauf geeinigt, dass sie beide ein wenig Zeit benötigten, um zu duschen, die Kleidung zu wechseln und sich auf die Reise vorzubereiten. Sie einigten sich darauf sich zwei Stunden später an der Hafenanlage von Kilrush an der Westküste Irlands zu treffen. Da Ryan nach dem Verzehr der Brötchen wirklich kein bisschen Essen mehr im Haus hatte, bestand sein Vorrat ausschließlich aus Wasser. Er hoffte, dass Celina genug für beide eingepackt hatte, denn einen Zwischenstopp wollte er auf keinen Fall mehr einlegen. Die Reise würde länger dauern und Verpflegung war dringend nötig. Nachdem der Metamorphmagus sich also geduscht und in Jeans, T-Shirt und Lederjacke gekleidet hatte und besagtes Wasser in eine Umhängetasche verfrachtet hatte, apparierte er zu dem vereinbarten Treffpunkt, an welchem auch kurz darauf Celina eintraf.
So, wo steht dein Boot?“ Ohne auf eine Antwort zu warten, näherte sich Ryan dem Hafen. Kilrush verfügte über einen mittelgroßen Hafen, in welchem hauptsächlich private Schiffe lagen. Es handelte sich dabei vor allem um Segelboote, Motorboote und Kombinationen aus beidem. Der Anblick der Boote und auch die Hafenanlage mit Reparaturwerkstatt und eigenem Sicherheitspersonal ließen vermuten, dass hier lediglich sehr wohlhabende Muggel zur Kundschaft gehörten. Vor allem das Sicherheitspersonal stellte allerdings ein Problem dar, da man offensichtlich kontrolliert wurde, bevor man die gut ausgebauten Stege betreten durfte, an welchen die Boote angelegt waren. Es blieb dem Metamorphmagus nichts anderes übrig, als jene Tricks anzuwenden, welche er von Saphira erlernt hatte. Es handelte sich nicht um Talente, auf welche man in moralischer Hinsicht stolz sein sollte, aber sie waren zweifelsfrei hilfreich. Außerdem benötigten die beiden ein Boot und waren finanziell wohl nicht in der Lage ein solches zu kaufen, oder zu mieten.
Scheinbar versehentlich stieß Ryan mit einem Muggel mittleren Alters zusammen, so dass diesem eine kleine Ledertasche herunterfiel. Der Mann hatte dunkles Haar, durch welches sich erstes grau zog und trag eine derart große Armbanduhr, dass man sich zurecht fragen konnte, ob er den linken Arm überhaupt noch problemlos heben konnte. „Das tut mir leid. Entschuldigen Sie bitte“, versicherte Ryan dem älteren Muggel, bevor er sich nach der Tasche bückte um diese dem Mann wieder in die Hand zu geben. „Guck gefälligst wo du hingehst. Leute wie ihr beide haben hier sowieso nichts verloren. Seht zu, dass ihr Land gewinnt.“ Und mit diesen Worten waren sämtliche Gewissensbisse des jungen Aurors verschwunden. „Das Gegenteil ist der Plan. Ihnen auch noch einen schönen Tag.“ Mit diesen Worten wendete sich Ryan von dem älteren Herrn ab und ging mit Celina zusammen der Sicherheitskontrolle entgegen. „Wir nehmen einfach mein Boot.“ Grinsend präsentierte er der Aurorin einen Schlüssel, welcher für eines der Boote gemacht war. Dass es sich nicht wirklich um Ryans Boot handelte, musste dabei wohl nicht erwähnt werden.
Sich versichernd, dass kein Muggel ihn beobachtete, wechselte der Metamorphmagus seine Gestalt, um im nächsten Moment eine perfekte Kopie des Bootsbesitzers abzugeben, welchem er kurz zuvor den Schlüssel abgenommen hatte. „Greg, schon wieder zurück?“, nuschelte ihm ein Mann in Securityuniform entgegen. Der Wachmann saß in einer kleinen Hütte mit einem Fenster, durch welches er die eintretenden Personen kontrollieren konnte. Der Mann war ebenfalls mittleren Alters, hatte aber im Gegensatz zu dem Bootsbesitzer kaum noch Haare auf dem Kopf. Seine Statur wirkte leicht übergewichtig und die Quelle seines Nuschelns schien ein belegtes Brötchen zu sein, in welches er nun ein weiteres Mal hineinbiss.  „Die Lady möchte das Boot begutachten“, entgegnete Ryan mit einem Grinsen, welches er dem ersten Eindruck des Bootsbesitzers entsprechend für passend hielt. Dabei deutete er auf Celina. Der Wachmann unterbrach den Kauvorgang, um ungeachtet des vollen Mundes zu fragen: „Weiß deine Frau…?“ Ryan unterbrach ihn jedoch, indem er sich den Finger vor den Mund hielt und ein „Pscht“ von sich gab, bevor er erneut grinste und dann ohne weitere Worte den Zugang zu den Anlegestellen betrat, um dann wieder seine wirkliche Gestalt anzunehmen. Nun mussten die beiden nur das richtige Boot ausfindig machen.
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Celina Recshire
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BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   Sa 5 Mai 2018 - 17:10

Wohl eher chinesische Glückskekse kommentierte ich den Vers, den ich aus dem Buch herausgelesen hatte. Ryan hatte schon Recht, es klang einwenig überspitzt und brachte uns im Moment überhaupt nicht weiter. Vielleicht hat der Autor einfach nur weise klingen wollen. fügte ich hinzu, während ich mich daran machte, die Karte feinsäuberlich wieder zusammenzufalten, damit ich sie in meiner Jackentasche verstauen konnte. Ich würde mich noch einmal nach Hause begeben um mich auf den kleinen Ausflug vorzubereiten. Vor allem da Ryan absolut kein Essen mehr hatte, würde ich mich zumindest um die Verpflegung kümmern - mit einem knurrenden Magen konnte man normalerweise nicht ordentlich denken. Ich hoffe, du hast nichts dagegen wenn ich das Buch hier mitnehme. Vielleicht hilft es uns ja noch weiter Ohne auf eine Antwort zu warten, ließ ich das Buch schrumpfen, welches ich separat neben den Stapeln auf den Tisch gelegt hatte, damit ich es zu der Karte in die Jackentasche stopfen konnte. Sofern nichts passierte, was dazu führen konnte, dass das Buch beschädigt wurde, bekam er es selbstverständlich am Ende der Exkursion zurück.
Nachdem wir uns einen geeigneten Hafen ausgesucht und uns auf einen Zeitpunkt geeinigt hatten, ließ ich sein Anwesen hinter mir, nicht ohne einen letzten Blick auf diesen Friedhof zu werfen, der völlig ruhig und geheimnisvoll da lag.

Zwei Stunden später

Ich hatte ein paar belegte Brote und ausreichend Trinken eingepackt und mich nach einer ausgedehnten Dusche für praktische Klamotten entschieden. Mit meinem Zauberstab bewaffnet, apparierte ich in die Nähe des Hafens, wo ich Ryan treffen sollte, damit wir den nächsten Schritt gehen konnten. Auf seine Frage reagierte ich nicht, sondern lief schnurstracks gerade aus auf die Sicherheitskontrolle zu, doch Ryan hatte offensichtlich andere Pläne, als dieser „unabsichtlich“ mit einem Mann zusammenstieß, der uns entgegen gekommen war. Mit hochgezogenen Augenbrauen beobachtete ich still, wie Ryan auf ihn reagierte und seinen Plan durchzog. Guten Tag verabschiedete ich möglichst höflich den älteren Mann, der uns jedoch keines Blickes mehr würdigte. Ein leichtes Grinsen schlich sich auf meine Lippen, als Ryan mir den Schlüssel zeigte, den er dem Muggel abgenommen hatte. Als Antwort erhielt er nur ein triumphierendes Grinsen meinerseits, wobei ich aber nicht damit rechnete, dass Ryan noch etwas drauf setzte, in dem er sich in den Muggel verwandelte, zu dem der Schlüssel gehörte. Ich wollte gerade noch etwas erwähnen, als wir in Hörweite der Sicherheitskontrolleure kamen, die den Mann offensichtlich kannten. Doch souverän wie Ryan war, konnte er auch die Männer hinters Licht führen, wobei ich die beiden nur anlächelte und dem älteren Mann, in dessen Körper sich Der Auror befand, folgte. Seit er mir in Falkenform begegnet war, als er mich zusammen mit den anderen Auroren befreit hatte, beneidete ich ihn um seine Fähigkeiten, sich als Metamorphmagus in jede erdenkliche Gestalt verändern zu können. Wer wollte das denn bitte nicht können?

Mit einem kurzen Blick über die Schulter überprüfte ich, ob die Männer sich tatsächlich für den nächsten Ankömmling interessierten, bevor ich ein rasches Das war genial raunte. So. Nächstes Problem. Welches Boot gehörte nun zu diesem Schlüssel? Wenn wir nun jedes Boot ausprobierten, würden wir mit Sicherheit die Aufmerksamkeit der anderen auf uns lenkten. Ich blieb stehen und tat so, als würde ich die anderen Boote bestaunen. In einem Boot hantierte ein junger Mann herum, auf einem anderen war nur ein angeleinter Hund zu sehen. Hätte der Muggel einen Hund gehabt, hätte er ihn ganz sicher nicht da gelassen, weswegen die beiden Boote zumindest schon mal wegfielen. Steht irgendwas auf dem Schlüssel? Irgendein Name? fragte ich leise und lächelte einer Familie zu, die an uns vorbei liefen. Ich hatte zwar absolut keine Ahnung von Booten aber mir war schon von Weitem aufgefallen, dass jedes Boot einen Namen hatte - zum größten Teil waren es weibliche Namen: „Alexandra, Reigna, Aurora, Milan, Fayette, Exotic“ und einige andere. Ich steckte meine Hände in die Hosentaschen und schlenderte an jedem Boot entlang, bevor ich an dem Boot „Florida Lady“ anhielt, auf dessen Deck der junge Mann das Seil ordentlich aufwickelte.

Entschuldigen Sie? Er blickte auf und sah zu mir hinüber, wobei er sich wegen der Sonne eine Hand an die Stirn legte. Ja? Ich trat einwenig näher und versuchte einzuschätzen, ob man ihn ebenso leicht hinters Licht führen konnte wie die Männer von der Sicherheitskontrolle. Sie kennen Greg oder? Mein Gesprächspartner legte seine Stirn in Falten Greg Hughes? Auf gut Glück, dass es der gleiche Greg war, von dem wir sprachen, nickte ich und versuchte mir es nicht anmerken zu lassen, dass ich vollkommen unter Spannung war. Klar kenn ich ihn. - Wissen Sie wo er ist? Ich hatte mich mit ihm verabredet, er wollte mich eigentlich hier auf dem Platz treffen. Ich sah mich noch einmal um, während der Mann, den ich auf Mitte 20 schätzte, sein Seil an der Reling befestigte und anschließend über den Rand zurück auf den Steg sprang. Wer sind Sie, wenn ich fragen darf? Ich hatte gehofft, dass er nicht fragte. Mein Name ist Emma. Freut mich Sie kennenzulernen Ich hielt ihm die Hand hin, die er zögernd ergriff, bevor er sich ein Lächeln abrang. Cole
Greg ist Der Vater meiner besten Freundin. Er hat mir versprochen, dass er mich mal mitnimmt, wenn er das nächste Mal rausnimmt. Aber offensichtlich hat er es vergessen, dass wir verabredet waren. Cole musterte mich schweigend, bevor er sich abwandte und auf eines der Schiffe am Rand deutete. Vielleicht ist er drüben auf seinem Schiff. Das da hinten. Ansonsten kann ich Ihnen nicht weiterhelfen Ich lächelte ihn dankbar an - ich hatte nicht Gedacht, dass er mir helfen konnte oder wollte. Vielen Dank. Einen schönen Tag noch Mit diesen Worten wandte ich mich von ihm ab und signalisierte Ryan mit einem kurzen Blick, dass er mir einfach so normal wie möglich folgen sollte, damit Cole nicht doch noch misstrauisch wurde. In einem Privathafen wie diesem hier konnte man ja nie wissen. Doch der Mann hatte sich mittlerweile wieder an seinem Boot zu schaffen gemacht und würdigte uns keines Blickes mehr, weswegen wir unbeachtet und unauffällig auf das zweitletzte Boot in der Reihe zulaufen konnten.

Shonda las ich murmelnd vor, als wir das Boot samt Aufschrift zu Gesicht bekamen. Kannst du Boote fahren? fragte ich meinen Gefährten, der wesentlich mehr Ahnung hatte als ich wenn es um die Muggeltechnik ging. Ich hatte noch nichtmal ein Auto von innen gesehen.
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Ryan Goodwill
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BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   Mo 7 Mai 2018 - 19:07

Verneinend schüttelte der Metamorphmagus den Kopf, als Celina fragte, ob ein Bootsname auf dem geklauten Schlüssel stand. So leicht hatte Greg ihnen die Suche scheinbar nicht machen wollen und Ryan war ratlos, wie sie das richtige Boot ausfindig machen sollten. Den Schlüssel auszuprobieren wäre natürlich eine Option gewesen, aber mit so auffälligem Vorgehen wären sie vermutlich nicht weit gekommen, wenn nicht eines der ersten Boote das richtige gewesen wäre. Doch die brünette Aurorin hatte bereits eine andere Idee, um das richtige Boot ausfindig zu machen. Als Ryan erahnen konnte, was seine Kollegin vorhatte, ging er einige Schritte weiter, um Celinas Geschichte durch seine Anwesenheit nicht unglaubwürdig erscheinen zu lassen. Der Plan ging auf und Celina erfuhr von dem Muggel namens Cole, dass sich das gesuchte Boot am Ende der Stellplätze befand.
Er folgte Celina und hielt dabei ein wenig Abstand, um den eigentlich unaufmerksamen Cole nicht doch noch misstrauisch werden zu lassen. Erst als die beiden Auroren sich der Shonda näherten, schloss Ryan zu der ehemaligen Mitschülerin auf und betrat mit ihr gemeinsam das Boot, welches an einem der Stellplätze vertäut worden war. „Ich fürchte, dass Mister Hughes spätestens jetzt Eheprobleme bekommen wird“, stellte Goodwill amüsiert fest. Der Mann war ihm nicht sonderlich sympathisch gewesen, weshalb er für ihn kein Mitleid aufbringen konnte. Bei seiner Frau gab es zwei Fälle. Entweder sie war genau wie er und hatte einen solchen Streit somit genauso verdient, oder sie war eine nette Person und hatte etwas Besseres als Greg verdient. Es gab in diesem Szenario also keinen Fall, welcher Ryan nur im Entferntesten zu Mitleid gezwungen hätte. Darüber hinaus gingen ihm momentan wirklich relevantere Dinge durch den Kopf, als das Eheleben von Greg Hughes.
Die Shonda war ein motorisiertes Boot, das zusätzlich über einen Mast mit Segeln verfügte. Letzteres war vermutlich auch nötig, da Ryan – auch wenn er sich mit Autos, Booten usw. nicht wirklich gut auskannte – vermutete, dass die Tankfüllung des Bootes nicht bis zum gewünschten Ziel ausreichen würde. Außerdem besaß das mittelgroße Boot neben dem Deck, von welchem aus es gesteuert wurde, auch eine untere Etage, in welcher Ryan neben Lagerraum auch Bett und Bad vermutete. Greg Hughes nagte also keinesfalls am Hungertuch. Es wäre für ihn vermutlich auch kein großer finanzieller Verlust, wenn es die Shonda nicht zurück in den Hafen schaffen würde.
Nein, weder Boote noch Autos, oder sonst etwas“, stellte Ryan fest, während er die Steuervorrichtung des Bootes begutachtete. Ein simples Lenkrad dominierte die Steuereinheit. Zusätzlich war eine Amatur mit einigen Knöpfen und vielen Anzeigen vorzufinden, welche dem Metamorphmagus nur wenig Informationen lieferten. Nur eine Anzeige schien offensichtlich für die Ortung des Bootes zuständig zu sein. Als der Zauberer den Motor und somit auch die Stromzufuhr der Steuereinheit aktivierte, leuchteten auf der besagten Anzeige Zahlen auf. Die Koordinaten des aktuellen Ortes. Diese Anzeige würde die Suche um einiges erleichtern. Zusätzlich gab es auf der Amatur noch einen schwarzen Hebel, welchen Ryan als das Element identifizierte, mit welchem sich die Geschwindigkeit des Bootes regulieren ließ.
Kann ja nicht so schwierig sein.“ Ein Schwung des Zauberstabs löste die Taue, welche der Metamorphmagus fast vergessen hätte, bevor er den schwarzen Hebel vorsichtig zurückzog und das Boot auf diese Weise tatsächlich in Bewegung brachte. Rückwärts glitt es aus dem Stellplatz, bevor Ryan es in eine annähernd richtige Position brachte, um es vorwärts aus dem Hafen steuern zu können. Der Hebel wurde zurück in die Ausgangslage gebracht, bevor der Metamorphmagus ihn scheinbar zu ruckartig nach vorne drückte, da das Boot sich plötzlich mit einem starken ruck nach vorne bewegte, so dass der junge Auror fast aus dem Sitz gerutscht wäre, auf welchem er sich niedergelassen hatte. „Sorry, alles gut bei dir?“, versicherte sich Ryan bei Celina, ohne dabei den Blick von dem Hafengewässer abzuwenden, durch welches er vermutlich sehr amateurhaft hindurch manövrierte. „Auf dem offenen Meer wird es sicher einfacher.“ Das hoffte der Auszubildende zumindest, denn den Bewegungen des Bootes war anzumerken, dass der junge Mann noch nie ein solches gesteuert hatte. Es grenzte an ein Wunder, dass er das Boot nicht bereits am Steg versenkt hatte.
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Celina Recshire
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BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   Di 8 Mai 2018 - 21:16

Würde dich das etwa stören? So wie er auf den ersten Blick gewirkt hat... erwiderte ich mit einem schwachen Schmunzeln auf den Lippen. Selbst wenn er Eheprobleme kriegen würde - es war nicht mehr unser Problem, denn diesen Mann hatte ich bereits als Unwichtig abgestempelt. Er hatte uns das gegeben, was wir benötigten und das zählte in diesem Moment.
Neugierig, da ich zuvor noch nie ein Boot betreten hatte, blieb ich auf dem Steg stehen um mir das Boot erstmal näher anzuschauen, bevor ich Ryan schweigend folgte und ihm über die Schulter blickte, als dieser sich an dem Steuer zu schaffen machte. Fahr uns nicht in den Tod. Ich würde noch gerne weiterleben Ich versuchte noch nicht einmal, meine Zweifel an Ryans Fahrkünsten zu verbergen. Natürlich kannte er sich wesentlich besser aus als ich aber ich konnte mir nicht vorstellen, dass es leicht war, so ein Boot zu steuern. Dadurch, dass ich mit den vielen Knöpfen herzlich wenig anfangen konnte, begab ich mich lieber auf Erkundungstour: Ich hob die Falltüre an, unter der sich eine Treppe in den Bauch des kleinen Bootes befand und musste bereits ab den ersten Stufen gebückt weiterlaufen, damit ich meinen Kopf nicht anschlug. Auf Dauer machte es sicher keinen Spaß, hier zu wohnen.
Im Bauch des Bootes erwartete mich ein Miniherd, ein schmales Bett, sowie Toilette und sogar eine kleine Dusche, wobei alles an die Größe des Schiffes angepasst war. Quietschend öffneten sich die Schränke oberhalb des Herdes und offenbarten mir teures Porzellangeschirr, welches ordentlich in den Schränken aufgestapelt worden war. Das Aufheulen des Motors ließ mich herumfahren, wobei ich alarmiert nach der Quelle des Geräusches suchte, doch da Ryan sich nicht vom Deck meldete, zwang ich mich, meine Schultern wieder fallen zu lassen und eine weniger angespannte Körperhaltung einzunehmen. Merlin... murmelte ich nur, bevor sich das Boot urplötzlich ruckartig bewegte, dass ich mich an der gestickten Blumengardine festhalten musste, um nicht umzukippen. Auch wenn ich mich davor bewahren konnte, mein Gleichgewicht zu verlieren und auf dem Boden aufzukommen, hatte ich für einen kurzen Moment das Geschirr in den noch offen stehenden Schränken vergessen, die bei der plötzlichen Bewegung des Bootes allesamt auf mich zugeflogen kamen. Mit einem schnell gemurmelten Schutzzauber konnte ich verhindern, dass ich Besteck und Geschirr an den Kopf bekam, allerdings fühlte ich mich nicht dafür verantwortlich, auch das Porzellan zu retten, welches mit einem lauten Klirren auf dem Boden in mehrere Einzelteile zersprang.
Ryans Frage, ob es mir gut ging, konnte ich mit einem knappen Ja beantworten, bevor mein Blick auf den Boden wanderte. Unzählige Scherben lagen verstreut um mich herum, doch ich dachte noch nicht einmal daran, sie mit einem einfachen "Reparo" zu reparieren. Stattdessen schüttelte ich vereinzelte Porzellanteilchen von meinem Schuh und kletterte wieder zurück aufs Deck, wo ich Ryan einen kurzen, skeptischen Blick zu warf. Ich hoffte, dass er uns halbwegs unversehrt vor die Westküste Irlands brachte, wo laut seinen Angaben Kaschandra versteht sei.

Tatsächlich wurden Ryans Fahrkünste wesentlich besser, als wir uns auf offener See befanden. Doch dafür ging es mir umso schlechter. Anfangs hatte ich immer wieder neben dem ehemaligen Ravenclaw gestanden, hatte mich mit ihm über belanglose Themen aber auch über Kaschandra unterhalten und mich immer wieder über die Karte gebeugt, die uns nichts darüber verriet, wie wir Kaschandra finden konnten, wenn wir an dem Punkt ankamen, an den uns Ryan brachte. Doch nun saß ich neben der Reling, die Karte auf den Knien, die bereits ausgetrunkene Wasserflasche neben mir und den Blick starr geradeaus gerichtet. Dass es mir nicht gut ging, würde ich wohl niemals offen zugeben aber im jetzigen Zustand und durch die Tatsache, dass ich seit geraumer Zeit nicht mehr sprach, war es kaum zu übersehen, dass das wankende Schiff nie zu meinen Lieblingsfortbewegungsmitteln zählen würde, auch wenn der Auror sich mittlerweile wacker schlug und uns immer näher an die Koordinaten brachte. Ich lehnte mich leicht gegen das Geländer und starrte auf das Wasser hinab. Wären diese Wellen nicht, hätte ich kein Problem mit dieser Fahrt ins Ungewisse.
Und was machen wir, wenn wir da sind? Mühselig zwang ich mich zum Reden und zog mich eher schlecht als recht an dem Geländer hoch, wobei ich auf wackeligen Beinen näher an den Steuermann herantrat. In den Büchern stand nichts davon, wie man Kaschandra genau findet. Wenn es nur die Koordinaten sind, die einen zu Kaschandra bringen, kann die Stadt nie und nimmer so viele Jahre unentdeckt bleiben.
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Ryan Goodwill
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BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   Mi 9 Mai 2018 - 22:33

Ryan zuckte leicht zusammen, als er das Klirren unter Deck hörte. Da Celina aber die Rückmeldung gab, dass bei ihr alle in Ordnung sei, konnte höchstens der Besitz von Greg Hughes Schaden genommen haben und auf diesen legte der Metamorphmagus nun wirklich keinen Wert. Er bezweifelte sogar, dass der Muggel sein Boot jemals wiedersehen würde. Denn auch wenn Ryan für die gute Sache kämpfte, war er bestimmt weit davon entfernt ein moralischer und guter Mensch zu sein. Moral war ein Hindernis bei vielerlei Dingen und auch wenn er für Gerechtigkeit kämpfte, gab es Prioritäten, welche hin und wieder einen Preis forderten. So lange sich dieser Preis auf das Boot eines arroganten alten Mannes beschränkte, konnte er also gut damit leben. Dass ihm diese Reise noch einen viel höheren Preis offenbaren würde, den die Zukunft einfordern würde, vermutete der junge Auror nicht.
Die beiden waren mittlerweile so weit vom Festland entfernt, dass dieses nicht mehr zu erkennen war. Alleine die Tatsache, dass sie apparieren konnten, ließ Ryan nicht befürchten, dass die beiden auf dem Meer verloren gingen. Zur Orientierung diente ihm alleine die GPS-Einheit des Bootes, welche die Koordinaten des aktuellen Aufenthaltsortes abzeichnete. Celina hatte sich an die Reeling gesetzt und war ungewöhnlich schweigsam geworden. Der ehemalige Ravenclaw sah darin die Antwort auf die Frage nach ihrer Seetauglichkeit. Auch der blasse Farbton ihres Gesichts unterstützte diese Annahme. Der Metamorphmagus hatte sich zwar mittlerweile an die Steuerung des Bootes gewöhnt, konnte das Schwanken durch die vorhandenen Wellen jedoch nicht verhindern. Er hatte vermutlich einfach nur Glück, dass er selbst keine Übelkeit empfand. Denn auch Ryan hatte – abgesehen von den Holzschalen im ersten Schuljahr und Saphiras Luftschiff – noch nie ein Boot betreten. Alleine die Dauer der Bootstour überzeugt ihn davon, dass sämtliche magischen Reisemethoden komfortabler und angenehmer waren. Keine davon hätte sich jedoch für die Reise nach Kaschandra geeignet.
Nach einiger Zeit des Schweigens, meldete sich Celina wieder zu Wort. Ob sie wirklich eine Antwort, oder einfach nur Ablenkung suchte, konnte der Metamorphmagus nicht einschätzen. Ersteres konnte er ihr aber leider nicht liefern. „Auch wenn es versunken wäre, hätte man es bemerken müssen. Ich weiß nicht, wie wir es finden können. Wir sollten uns den Ort genau ansehen. Vielleicht liefert er Antworten.“ Damit hatte er weder für Aufschluss, noch für starke Ablenkung gesorgt, weshalb er das Wort erneut an die junge Aurorin richtete. „Wir sollten bald eine Pause machen. Die Sonne geht bald unter.“ Die Reise war an einem Tag nicht zu bewältigen und es wäre nicht klug, wenn die beiden vollkommen übermüdet ihr Ziel erreichen würden. Doch eine Übernachtung auf dem Boot wollte Ryan seiner Begleiterin auch nicht antun. Sie schien mit dem Wellengang nämlich noch immer nicht gut klarzukommen.



Einige Stunden später:

Die beiden waren auf dem offenen Meer tatsächlich auf eine Insel gestoßen. Der Begriff Insel war allerdings nicht wirklich treffend gewählt. Es handelte sich eher um eine überschaubare Sandbank. Diese war aber weitläufig genug, um neben einer sandigen Küste einen kleinen Bereich mit Vegetation aufzuweisen. Die beiden Auroren hatten kurzerhand einen Teil von Hughes Inneneinrichtung zu Feuerholz verarbeitet, um am Strand der kleinen Landmasse ein wärmendes Feuer zu entzünden. Dieses machte auch nach Sonnenuntergang einen Lichtzauber unnötig. Außerdem wurden die Decken vom Boot mit an Land genommen, um dort mehr oder weniger komfortabel nächtigen zu können. Doch trotz des anstrengenden Tages, war keiner der beiden Auroren in der Verfassung, um sofort einschlafen zu können. Stattdessen saßen sie noch gemeinsam an dem Feuer, welches langsam die Möbel von Greg Hughes verschlang.
Ryan arbeitete nun schon einige Zeit mit Celina zusammen und doch wusste er nicht viel über sie. Die gemeinsamen Themen beschränkten sich oft auf die Arbeit, Pruecilla und ähnliche Dinge. Das lag nicht an mangelndem Interesse, sondern viel mehr daran, dass die genannten Themen immer wieder aktuellen Input lieferten, der sich nur schlecht umgehen ließ. Doch nun hatten sie genug Zeit, um auch über diese Themen hinaus miteinander zu sprechen. „Wer war Celina Recshire eigentlich, bevor dich dieser ganze Mist ins Ministerium geführt hat“, fragte er sehr direkt. Die beiden standen sich trotz mangelnden Austauschs nämlich durchaus nah genug, um auch persönliche Themen ansprechen zu können. Er setzte eine Flasche Wasser an seine Lippen, während sein Blick interessiert auf der Begleiterin lag.
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Celina Recshire
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BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   Do 10 Mai 2018 - 23:01

In der Hoffnung, dass mein Schwindelgefühl dadurch einwenig reduziert wurde, schloss ich die Augen und krallte mich an der Reeling fest. Wie konnten Muggel es schaffen, auf solchen Fortbewegungsmitteln mehrere Tage, sogar Wochen verbringen? Irgendwann wünschte man sich doch wieder festen Boden unter den Füßen - und dieser Wunsch war bei mir momentan größer als alles andere. Seine Antwort nahm ich schweigend hin, bevor Ryan den Vorschlag machte, eine Pause einzulegen. Auch wenn ich ihm dafür sehr dankbar war und ich mir sicher war, dass es sinnvoll war, sich auszuruhen, ärgerte ich mich. Auch wenn Ryan es nicht aussprach, wusste ich, dass ein Argument für diese Pause meine Seeuntauglichkeit war. Wäre dem nicht so, hätten wir uns regelmäßig abwechseln können: Der eine steuerte das Boot - ich hätte das sicher auch hinbekommen - während der andere sich hinlegte. Aber der Gedanke daran, ein paar Stunden im Bett zu liegen, während das Boot unentwegt auf und ab schaukelte, klang nicht wirklich verlockend, weswegen ich kurz nickte. Gute Idee. Ich kann dich sonst auch ablösen. Ich bin zwar nicht in der Muggelwelt aufgewachsen und habe keine Ahnung von... Ich deutete auf die vielen Knöpfe vor dem jungen Auror, mit denen ich mich seit unserem Start noch nicht beschäftigt hatte. dem hier. Aber das kann ja nicht so schwer sein Ich versuchte, meine Abneigung gegen die Schiffsfahrt nicht allzu sehr preiszugeben aber der ehemalige Schüler der Adler war schließlich weder blind noch dumm. Es ging mir lediglich um mein eigenes Ego.

Nachdem wir nach einer gefühlten Ewigkeit auf diesem schwankenden Monstrum endlich "festes Land" finden konnten, sprang ich auf wackeligen Beinen erleichtert vom Boot, um das Tau mithilfe von Magie im Sand zu befestigen. Es wäre ein starker Rückschlag für uns und auch die Ironie des Schicksals, wenn das Boot über Nacht davon treiben würde.
Ich kehrte dem Boot den Rücken zu und atmete tief ein und wieder aus, bevor ich meine Wasserflasche an die Lippen setzte und einen Schluck daraus nahm, damit mein Schwindelgefühl langsam aber sicher zurück gehen konnte, damit ich meiner Begleitung dabei helfen konnte, alle brennbaren Materialien aus dem Boot herauszuschaffen um alles auf einen Haufen zu werfen, damit es lichterloh in Flammen aufgehen konnte.

Wenig später saß ich mit einer Decke über den Schultern neben Ryan am Feuer, neben uns die Brötchen die ich mitgenommen hatte, und stocherte mit einem dünnen Ast in der Glut herum, während immer wieder einige Funken in meine Richtung flogen. Ich hatte wieder meine übliche Gesichtsfarbe angenommen und war froh, nicht mehr ständig das Gefühl zu haben, bald das Gleichgewicht zu verlieren. Ryans Frage, die mich so unerwartet traf, ließ mich aufsehen. Schweigend musterte ich ihn, wobei meine Mundwinkel kurz nach oben zuckten.
Celina Recshire? Ich angelte nach einem der Tischbeine, um es ganz oben ins Feuer zu werfen. Das einzige Möbelstück im Boot, welches unversehrt geblieben war, war der Stuhl gewesen, auf dem Ryan vor dem Steuer gesessen hatte. Auf alles andere hatten wir keine Rücksicht genommen, schließlich hatte dieser Snob von Muggel mit Sicherheit Geld genug um all das zu ersetzen, was wir gerade fröhlich verbrannten. Sie war damals die Frau, die ich heute nicht mehr sein will. Mit dem Ast, der am anderen Ende zu glühen begann, zeichnete ich ein paar willkürliche Zeichen in den Sand, bevor ich einen kurzen Blickkontakt zu Ryan aufnahm. Auch wenn er das, was mir passiert war, als "Mist" bezeichnete und ich ihm da voll und ganz zustimmen konnte, konnte ich auch nicht leugnen, dass es mir geholfen hatte zu erkennen, was ich wirklich wollte. Ich hatte gemerkt, dass ich nicht bis an mein Lebensende Eis verkaufen konnte - ich hatte gemerkt, dass ich irgendetwas mit meinem Leben anstellen musste, was mich und meine Adrenalinsucht zufrieden stellte.
Für mich gibt es mittlerweile zwei Zeiten. Die Zeit vor Pruecilla und die danach. Und ich bin sehr zufrieden mit meinem Leben jetzt. Wenn ich ehrlich bin, war die Zeit in Hogwarts und das letzte Jahr nicht sonderlich spektakulär wenn man bedenkt, was ich jetzt erlebe Ich schnappte mir eines der Brötchen und starrte nachdenklich ins Feuer. Und du? Wie hältst du es zwischen deinen vier Wänden aus? Ich würde irgendwann anfangen verrückt zu werden und mit mir selbst zu sprechen
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Ryan Goodwill
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BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   Fr 11 Mai 2018 - 17:54

Ryans Blick lag auf Celina, als diese sich zu seiner Frage äußerte. Die Wasserflasche hatte er im Sand platziert, während die Wärme des Feuers sich angenehm auf sein Gesicht legte. Außer dem Knisterstern der verbrennenden Möbel und dem Rauschen des mittlerweile ruhiger gewordenen Meeres, gab es an diesem Ort nichts zu hören. Ryan fragte sich, ob dieser kleine Fleck Land überhaupt schonmal von einem Menschen betreten worden war. Er wirkte unberührt und zu klein, um hier dauerhaft zu leben. Es war der Zufall, der diese Insel zu ihrem Nachtlager gemacht hatte und ob das zuvor schon anderen passiert war, würde wohl ein Geheimnis bleiben.
Als Celinas Antwort endete, wanderte Ryans Blick in die hellen Flammen, welche im leichten Wind tanzten und auf diese Weise hin und wieder kleine Schleifen aus schwarzem Rauch abgaben. Er hatte die Euphorie der jungen Aurorin nicht erwartet. Sie hatte einen gänzlich anderen Blick auf die Dinge, als er es hatte. Ryan wollte diese Euphorie keinesfalls zerstören und doch war er besorgt, dass Celina eines Tages schmerzhaft feststellen müsste, was der Preis dieses Lebens sein konnte. „Dieses Leben verändert einen“, stellte der Metamorphmagus nachdenklich fest, ohne seine Aufmerksamkeit vom Tanz der Flammen abzulenken. „Es wird nicht langweilig, da hast du recht.“ Dass das Gegenteil von langweilig, aber nicht unbedingt positiv sein musste, verschwieg Ryan für diesen Augenblick. Celina hatte sich für ihren Weg entschieden und sie alleine musste diesen Weg kennenlernen. Er selbst war nicht in der Position, um Ratschläge zu erteilen. Diese würden vermutlich unglaubhaft erscheinen, wenn man beachtete, dass er sein Leben keinesfalls auf die Reihe bekam. Stattdessen stieß er einen tiefen Atemzug aus und richtete den Blick für einen Moment wieder auf Celina. Seine Gedanken waren auch bei Hector, Gwendolyn, Natascha, Aidan und den anderen Weggefährten, welches diese neue Kapitel den beiden beschert hatte. Sie alle riskierten fast täglich ihr Leben und es würde der Tag kommen, an dem das Schicksal wieder einen Preis fordern würde. Man konnte stets sein bestes geben und doch war es nur eine Frage der Zeit, bis Ryan – und dann auch Celina – wieder an einem Grab stehen würde.
Du solltest das versuchen. Man erhält in Selbstgesprächen ungewohnt viel Zustimmung“, entgegnete Ryan mit einem angedeuteten Lächeln, welches durch seine Gedanken ein wenig geschwächt wurde. „Das Haus ist ungemütlich, aber das ist gut so. Es erfüllt seinen Zweck und führt mich nicht in Versuchung die Füße hochzulegen. Außerdem ist es sicher. Du kennst die Kopfgeldplakate ja bestimmt.“ Innerhalb des Anwesens konnte auch Pruecilla keinen Schaden anrichten. Man konnte dort nicht geortet werden und ungeladene Gäste waren nicht in der Lage es zu betreten. Die Türen standen nur der Cartwrightblutlinie und ihren Gästen offen. Ryan hatten die Plakate der alten Hexe nie große Sorge bereitet. Natascha konnte auf sich aufpassen und er selbst war niemand, um den er Angst haben musste. Bisher war er immer davongekommen und er befürchtete, dass sich das auch nicht ändern würde. Noch vor einem Jahr hätte ihm eine solche Gegnerin vermutlich das Blut in den Adern gefrieren lassen. Aber man stumpfte ab. Angst war ein Hindernis und es gab schon genug Leute, die einem Steine in den Weg legte. Man selbst sollte also davon absehen.
Glaubst du nicht auch, dass Unwissenheit ein großer Luxus ist?“ Der Blick des Auszubildenden hatte sich unterdessen wieder den Flammen zugewendet. „Bevor all das begonnen hat…“ Ryan verschwieg absichtlich Elija und auch seinen Vater. „Bevor ich dazu gezwungen wurde zu sehen, wie die Welt wirklich ist, war ich wirklich zufrieden.“ Die Gedanken des jungen Zauberers waren bei dem Ravenclaw, welcher noch im Jahr zuvor ein wirklich erfülltes Leben geführt hatte. Hogwarts hatte es stets geschafft die Illusion einer weitestgehend heilen Welt aufrechtzuerhalten.  Sein Leben bestand aus Unterricht, Freizeit mit seinen Freunden und Ferien bei seinem Vater. Außerdem war er damals wirklich glücklich mit Vanessa gewesen. Es war unbeschwert und die Gedanken an sie wurden nicht von Sorgen und Verlustängsten beherrscht. Doch diese Zeiten waren vorbei und Ryan wusste das. Sein Name stand nun auf Kopfgeldplakaten, seine Familie war verstorben und Vanessa hatte sich von ihm abgewendet. Der Preis für ein Wissen, um welches er nie gebeten hatte, erhöhte sich stetig und es gab keinen Weg zurück. „Wenn einem einmal die Augen geöffnet werden, kann man nie wieder wegschauen. Würdest du nicht auch manchmal gerne in dem naiven glauben Leben, dass die Welt in Ordnung wäre?“ Doch das war sie nicht und das wussten die beiden Auroren. Nun war es ihre Aufgabe den Schaden zu begrenzen und möglicherweise die Illusion der heilen Welt für so viele Menschen wie möglich zu erhalten.
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Celina Recshire
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BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   Sa 12 Mai 2018 - 1:48

Natürlich verändert es einen. Aber man kann nun auch nicht mit 18 Jahren untätig herumsitzen und darauf warten, dass sich die Welt ändert, ohne dass man selbst einen Finger rührt und das ist nun mal die Aufgabe eines Aurors. Ich könnte niemals einen Beruf lebenslänglich ausüben, bei dem ich mir nicht weiß, was ich bewirken kann. versuchte ich ihm möglichst genau klarzumachen, wie ich darüber dachte. Es war kaum zu übersehen, dass es einen veränderte. Auch wenn ich Ryan nie wirklich in Hogwarts beachtet hatte, war mir im Vergleich zu seinem heutigen Ich bereits aufgefallen, dass er nun viel verschlossener war als damals zu unserer Schulzeit, wenn ich ihn flüchtig in den Fluren, im Unterricht oder auf dem Quidditchfeld gesehen hatte.
Das glaub ich dir stimmte ich ihm leicht spöttisch zu, konnte mir allerdings ein leichtes Grinsen nicht verkneifen. Ich hatte in der Zeit, in der Pruecilla in meinem Kopf herumgespukt hat, oft mit mir selbst geredet, um ihre Worte irgendwie ignorieren zu können und um meine Aufmerksamkeit auf andere Dinge lenken zu können als auf Pruecillas ekelhafte, manipulierende Stimme. Aber nach und nach hatte ich mich quasi dazu gezwungen zu schweigen, je leiser die Stimmen während meines Krankenhausaufenthaltes wurden. Wie könnte ich nur die Plakate vergessen, auf denen du unentwegt vor dich hin starrst, als wärst du der Tod höchstpersönlich? Egal wo ich nur hin ging, verfolgten mich die Plakate meiner Arbeitskollegen, auf deren Kopf mehrere Tausende Galleonen gesetzt wurden. Pruecilla widerte mich an, das war kein Geheimnis aber seit dieser Aktion war sie schließlich überall in der Zaubererwelt bekannt. So ein Fandungsplakat blieb nicht unentdeckt.

Nachdenklich wandte ich mich Ryan zu, der wiederum die nächste Frage stellte. Für einen Moment war ich mir nicht sicher, worauf er genau hinauswollte, bevor er weitersprach. Wenn jeder es ignorieren würde, wie die Welt um uns herum aussieht, würden wir früher oder später alle zu Sklaven werden. Unwissenheit mag zwar angenehm sein aber ich würde es nicht unbedingt als Luxus bezeichnen. Je später man damit konfrontiert wird, desto furchtbarer wird es, sehen zu müssen, wie schlimm die Realität doch ist. Der Alltag soll nicht aus einer kompletten Lüge bestehen, nur damit man in Ruhe vor sich hin leben kann ich versuchte meinen Standpunkt irgendwie deutlich zu machen und biss herzhaft in mein Käsebrot hinein. Es war zwar kein Festessen aber es passte zu den momentanen Bedingungen: Diese Sandbank und das schwankende Boot, was mir, selbst bei dem Gedanken daran, ein Schwindelgefühl beschehrte, waren nicht unbedingt die Dinge, die ich oft in meinem Alltag aufsuchte.
Schweigend bohrte ich meine nackten Zehen in dem Sand ein, während ich mir seine Worte durch den Kopf gehen ließ. Durch die Hitze des Feuers, die mir über den Körper kroch, hatte ich meine Jacke abgelegt und meine Schuhe ausgezogen und beide Sachen neben mir in den Sand gelegt, damit ich in der Nacht noch darauf zugreifen konnte. Wer wünscht sich das nicht? Ich lächelte leicht vor mich hin und deutete ein schwaches Schulterzucken an. Aber seien wir mal ehrlich - du weißt genau wie ich, dass es niemals so sein wird. Wir können es lediglich abschwächen, was da draußen in der Welt passiert Ich hob meine Hand und deutete bei meinen Worten willkürlich in irgendeine Richtung, bevor ich einen neuen Bissen nahm. Der Käse ist wirklich gut stellte ich überrascht fest und linste auf die Brothälfte in meiner Hand hinunter, bevor ich mich wieder dem Gespräch mit Ryan widmete. Eigentlich sollte die Welt aus Kinderaugen gesehen werden Frustriert starrte ich in die Glut und griff erneut mit meiner freien Hand nach dem Ast, dessen Spitze mittlerweile wieder abgekühlt war. Aber diese Kinder benutzt Pruecilla genau dafür. Um die Ordnung durcheinander zu bringen

Einen kurzen Augenblick lang genoss ich die Stille zwischen uns beiden, indem ich einfach nur in die tanzenden Flammen blickte und mich anschließend leicht abwandte, als die Hitze in mein Gesicht brannte. Du glaubst also, du wärst zufrieden geblieben, wenn man dir nicht gezeigt hätte, was die Welt und die Realität bereit hält? Ich war mir nicht sicher, ob ich seine Meinung teilen konnte, da ich in meiner Familie in den Ferien immer wieder damit konfrontiert wurde, dass es in der Zaubererwelt nicht ganz so friedlich war wie es vielleicht den Anschein machte. Man hatte viele Jahre nach Voldemords Tod geglaubt, der ganze Horror wäre vorbei aber nun gab es andere Rivalen, die uns das Leben schwer machten.
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Ryan Goodwill
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BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   Sa 12 Mai 2018 - 17:30

Ryan betrachtete seine Begleiterin erneut, als diese zu seinen Worten Stellung nahm. Sie sah etwas Edles in der Aufgabe, welche die Auroren ausübten. Jemand musste es ja tun, so ihre Worte. Und in allen diesem Punkten stimmte Ryan ihr zu. Ein stummes Nicken sollte dies ausdrücken. Es ging dem ehemaligen Ravenclaw nicht darum, dass er gerne alles vergessen würde, um in die Illusion einer heilen Welt zurückzukehren. Einen solchen Schritt könnte er aus seiner heutigen Perspektive keinesfalls verantworten. Er hatte sich einer Aufgabe verschrieben und diese würde er erfüllen. Was für ihn am wenigsten zählte, war er selbst. Schon länger hatte er darauf verzichtet, sich etwas aufzubauen. Je weniger Menschen es in seinem Leben gab, desto niedriger würde der Preis ausfallen, den eine falsche Entscheidung fordern könnte. Und obwohl er wenigstens die Beziehung zu Vanessa retten wollte, war auch diese zerbrochen. Eine Wendung, die den Metamorphmagus mit Schmerz erfüllt hat, die aber möglicherweise der beste Weg war, wenn man die egoistische und eigennützige Perspektive verließ. Wenn Ryan nichts hatte, dann gab es auch nichts, was seine Feinde als Druckmittel nutzen konnten. Regelmäßiger Kontakt bestand fast ausschließlich zu den anderen Auroren und zu wenigen anderen Zauberern und Hexen, die sich zweifelsfrei verteidigen konnten. Ein Auror wählt nicht nur einen Beruf. Er wählt eine Aufgabe, die das Leben des betroffenen vollkommen veränderte. Als Auror ging man nach Feierabend nicht nach Hause und führte ein unbekümmertes Leben. Zumindest nicht in den herrschenden Zeiten. Unwissenheit war ein Segen, aber diesen Segen hatten all jene verloren, die dafür kämpften, dass andere ihn behalten durften. Und dieser Kampf war das einzige, was einen davon abhielt erneut nach dem Segen der Unwissenheit zu streben.
Ja, ich wäre zufriedener. Ich war zufriedener.“ Eine knappe Antwort, die sofort und mit sicherer Stimme ausgesprochen wurde. So lange man die Welt nicht kannte und in der Illusion der heilen Welt lebte, musste man sich um nichts sorgen machen. Es ging dabei nicht darum, ob wirklich alles in Ordnung war. Möglicherweise würde man auch eines Tages mit der Realität konfrontiert werden. Aber jeder Tag ohne genau Kenntnis der Realität war ein guter Tag gewesen. Es war der Zufall, der diejenigen bestimmte, die aus der Illusion erwachen sollten und so wurden auch Celina und Ryan aus einem Leben gerissen und ohne Schonung in ein neues geworfen. Der Weg zurück war nicht existent und alles was blieb war der Weg nach vorne. „Du hast recht. Wir betreiben nur Schadensbegrenzung. Aber das bedeutet auch, dass unser Kampf niemals endet.“ Für einige Herzschläge schweigend, legte der ehemalige Adler ein weiteres Stuhlbein in die Flammen, so dass diese es umschlangen und ebenfalls entfachten. Für einige Momente betrachtete Ryan in Gedanken versunken das brennende Holzstück. Er bewunderte Celinas Einstellung, aber er sorgte sich auch wegen eben jener um sie. Es war dieser eine Aspekt, der ihn nie loslassen wollte. „Pass bei alle dem bitte einfach auf dich auf. Der Preis für unsere Taten ist selten vorherzusehen.“ Ryan wollte der Kollegin nicht seine Meinung aufdrängen und er wollte auch nicht mit ihr darüber diskutieren. Er war sogar froh darüber, dass die junge Aurorin ihrer Aufgabe so enthusiastisch entgegenblickte. Doch er wollte sie vor einem Fall bewahren, von dem er selbst sehr gut wusste, wie er sich anfühlte. Die junge Hexe hatte es nicht verdient, dass ihr Leben und ihre Freude zu Staub zerfiel und doch konnte Ryan nur eine Warnung für etwas aussprechen, das man selten kommen sah.
Vielleicht ist die Vergangenheit nicht das beste Thema“, lenkte der Metamorphmagus schließlich ein, um genauere Nachfragen zu verhindern. Er hatte der ehemaligen Mitschülerin bereits mehr von sich offenbart, als die meisten anderen jemals erfahren würden. Doch sie musste nicht in Gänze erfahren, wie es im Inneren des auszubildenden Aurors aussah.
Die Sonne war mittlerweile vollständig verschwunden und Mond und Sterne hatten sich den Himmel erobert. Ein Blick in den Himmel offenbarte, dass dieser auf der kleinen Insel viel sternenreicher erschien, als es im belebten London der Fall war. Schweigend betrachtete der junge Zauberer einige der Sternenbilder, welche Farine ihm gezeigt hatte. Die Astronomie war nie eines von Ryans Fachgebieten gewesen und vor der engeren Kooperation mit Farine hatte er auch nie einen Bezug zum Fachbereich der Schulleiterin gehabt. Mittlerweile kannte er zumindest einige der Sternenbilder. „Solche Ausflüge sind mir deutlich lieber als Romanovas Akten und Pruecillas Inferikinder. Wir sollten häufiger staubige Karten kaufen“, stellte Ryan fest, ohne den Blick vom Firmament abzuwenden.
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BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   So 13 Mai 2018 - 0:27

Ich nickte. Auroren kämpften für Gerechtigkeit und Ordnung in der Welt - es war bekannt, dass man nie ohne Aufgaben ins Ministerium gehen würde, denn dort häuften sich die Fälle an manchen Tagen. An anderen Tagen erwartete uns trockene Büroarbeit aber auch das gehörte dazu. Gut, aber das sollte jeder wissen, der zu uns kommt um sich ausbilden zu lassen. Und auch wenn man diesen Kampf gegen Pruecilla überleben sollte...dann hat man eines der größten Probleme aktuell aus dem Weg geräumt und wenn man das geschafft hat, dann sind die kleineren Probleme leichter zu bewältigen Neben diesem regelmäßigen Adrenalinschub, den ich dann bekomme, wenn ich mit meinem Ausbilder Thatcher unterwegs war, war das Wissen, dass ich gebraucht wurde, das größte Argument für meine Berufswahl. Ich hatte seit meiner Aurorenbewerbung nie wieder daran gezweifelt, dass ich das richtige tat - denn vor allem da Pruecilla so präsent war, wurde ich von dem Drang geleitet, den Menschen zu helfen, damit sie nicht das Gleiche durchmachen mussten wie ich. Und um das zu erreichen, war ich bereit, so einiges auf mich zu nehmen.
Mein Blick wanderte zurück zu Ryan, der mich darum bat, auf mich aufzupassen. Ein leichtes, ruhiges Lächeln legte sich auf meine Lippen, bevor ich den ehemaligen Schüler aus dem Hause Ravenclaw prüfend musterte. Er arbeitete wesentlich länger als ich im Ministerium und hatte sicher so einige Rückfälle erlitten, auch wenn dies lediglich auf Spekulationen beruhte. Aber es war schön zu hören, dass er nicht nur ein Arbeitskollege war, denn sonst könnte ich niemals so ungezwungen mit ihm über all die Themen reden, die uns beschäftigten. Ich hatte in der letzten Zeit schon so viel Glück im Unglück - ich rechne immer damit, dass es irgendwann vorbei sein könnte. Den Gedanken hatte ich bereits, als ich damals vor euch stand aber ich werde auf mich aufpassen, versprochen. Als meine Stimme verklang und ich nur das Feuer hörte, wie es sich durch die Holzüberreste fraß, wurde mein Lächeln minimal stärker. Du solltest lieber auch keinen Mist bauen, den man verhindern könnte - sonst kannst du dir sicher sein, dass du Probleme mit mir kriegst Das Lächeln verwandelte sich in ein leichtes Grinsen. Einwenig Provokation hatte noch niemandem geschadet.
Seinen Wunsch nach einem Themenwechsel nahm ich stumm hin und zog meinen rechten Fuß zu mir heran, als ein kleines, brennendes Holzstück wenige Zentimeter vor diesem auf dem Boden aufkam. Wer mag schon die Akten...Aber Wenn du diese Karten wieder gentlemanlike bezahlst, bin ich auf jeden Fall dabei erwiderte ich und legte mich mit unter dem Kopf verschränkten Armen in den Sand. Aber hey, nach dem Ausflug kannst du die Karte gerne als Stütze für deinen Tisch benutzen Ich verkniff mir ein "Ich schenk sie dir", da mir durchaus bewusst war, dass ich schon die ganze Zeit Ryans offizielles Eigentum mit mir herumtrug. Ich sah die Karte als ´adoptiert´ an.  
Immer wieder wurde Feuerholz aufgelegt, während wir uns über die verschiedensten Themen unterhielten, bis die kompletten Möbel verbrannt waren und das Feuer fröhlich vor sich hin flackerte. Ich hatte mich mittlerweile in eine der Decken eingewickelt und auch meine Schuhe und meine Jacke wieder angezogen, damit ich möglichst geschützt vor der Kälte und vor dem Sand war, der sich sofort in meinen Haaren verfing, als ich mich hinlegte. Gute Nacht Für einen Moment starrte ich zurück zu unserem Boot, welches unter den Sternen von dem Wasser sanft hin und her geschoben wurde. Bei dem Gedanken, morgen wieder auf diesem Monstrum stehen zu müssen, schloss ich dann doch lieber recht schnell die Augen, damit mich der Schlaf übermannen konnte.

Zeitsprung 21.09.2015

Am nächsten Morgen hatten wir relativ früh wieder die Shonda betreten - ich eher weniger freiwillig - um in See zu stechen. Die ersten zwei Stunden hatte ich ohne Schwindelgefühl gut überstanden, schloss jedoch immer dann die Augen, wenn der Wellengang kräftiger war als normalerweise. Als wir uns jedoch den Koordinaten näherten, an denen sich Kaschandra angeblich befinden sollte, sprach ich immer weniger. Kann diese Fahrt nicht endlich vorbei sein? fragte ich gequält, erwartete jedoch keine Antwort von Ryan, der die ganze Zeit über am Steuer gesessen hatte.
Ein Blick auf die Anzeige, die unsere aktuellen Koordinaten angab, zeigte mir, dass wir eigentlich da sein sollten. Doch vor uns tat sich nichts auf. Keine Insel, keine Stadt. Noch nichtmal ein kleiner Fels. Ich versuchte mir meine Enttäuschung nicht anmerken zu lassen, auch wenn ich bereits damit gerechnet hatte, dass es nicht so einfach werden würde. Immerhin war die Stadt für ihre mächtigen Zauberer bekannt, die mit Sicherheit spezielle, uralte Schutzzauber genutzt hatten. Was machen wir jetzt? Schweigend starrte ich geradeaus und war mir nicht sicher, ob wir wirklich das Richtige taten, um Kaschandra zu finden.
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Ryan Goodwill
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BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   So 13 Mai 2018 - 20:32

Ryan erwiderte das Lächeln der Begleiterin und übernahm auch ihr Grinsen, als sie ihre bitte mit einem Hauch von Sarkasmus an ihn richtete. Er gehörte durchaus zu der Sorte von risikofreudigen Menschen. Hierbei achtete er zwar stets darauf, dass dieses Risiko sein eigenes Leben betraf und nicht die Leben anderer, jedoch würde das Celina wohl kaum zufrieden stellen. „Ich bin nicht sonderlich gut darin, aber ich bemühe mich“, entgegnete er schließlich grinsend. Der Schutz seines eigenen Lebens stand überraschend weit unter auf der Liste seiner Prioritäten und er sank immer weiter ab.
Doch das sollte nun nicht weiter das Thema sein. Stattdessen fanden die beiden auf ihre gewohnte Ebene voller Sarkasmus und Zynismus zurück, welche sie überhaupt erst an diesen Ort geführt hatte. „Natürlich. Meine Rücklagen für staubiges Altpapier sind riesig.“ Die Karte hatte er natürlich unfreiwillig gekauft und es handelte sich vermutlich um großes Glück, dass die beiden tatsächlich ein magisches Pergament erwischt hatten. Ryan war sich zumindest ziemlich sicher, dass er einem weiteren Kauf erneut mit derselben Skepsis gegenüberstehen würde.
Wie großzügig. Damit hat sich dieser Ausflug auf jeden Fall schon gelohnt.“ Ryan hatte es natürlich zunächst nicht vor gehabt die Karte tatsächlich für den wackeligen Tisch in der Küche zu verwenden und eingerahmt würde sie sich vermutlich besser machen. Mittlerweile speilte er aber doch mit dem Gedanken. Es wäre eine sonderbare aber durchaus einzigartige Erinnerung.


21.09.15

Der Metamorphmagus hatte nicht besonders gut geschlafen, was primär daran gelegen hatte, dass sich Erinnerungen von Elija in seine Träume geschlichen hatten. Im Anwesen hätte er diese sofort extrahiert, um sie genauer zu untersuchen. Doch auf der Insel fehlten ihm die Möglichkeiten dazu, so dass er den neu entdeckten Erinnerungsfetzen in seinem Gedächtnis aufbewahren musste. Er würde sich erneut zeigen und dann würde Ryan ihn gezielt entfernen.
Es hatte noch einige Stunden gedauert, bis die beiden Auroren den richtigen Ort erreicht hatten. Es war alleine die Koordinatenanzeige, welche den Ort identifizierte. Denn wahrzunehmen war absolut gar nichts. Egal in welche Richtung man schaute, es gab nur Wasser und leichte Wellen zu sehen. Ryan betrachtete die Umgebung genauer, indem er seine Augen, durch die des Falken ersetzte. Doch auch der schärfere Blick lieferte keine neuen Erkenntnisse. Aus den eigenen Augen schaute er sich erneut um, wobei der Zauberstab gezogen wurde: „Revelio!“ Nichts. Es war einen Versuch wert, aber Ryan war sich auch bewusst gewesen, dass der Revelio-Zauber bei mächtigeren Illusionen versagte. Und um eine solche musste es sich handeln, denn der Auszubildende war nicht bereit die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass er doch auf eine gefälschte Karte hereingefallen war. „Schau noch einmal auf die Karte. Vielleicht gibt es einen Hinweis, den wir übersehen haben.“ Dem Metamorphmagus gingen die Ideen aus. Sollte die Karte keine Hilfe sein, würde er sich wohl auf einen Tauchgang begeben, um die Theorie der versunkenen Stadt zu überprüfen. Tiefseetauchen im offenen Meer sollte aber die letzte aller Optionen sein. Denn in jeder Tierform, die ihm das ermöglichte, konnte sich der junge Zauberer gegen fast nichts verteidigen.
Es muss eine Lösung geben“, murmelte Goodwill mehr zu sich selbst und lehnte sich dabei auf die Reling, um aufs Meer zu schauen.
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Celina Recshire
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BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   Mo 14 Mai 2018 - 1:44

Vor uns herrschte gähnende Leere - nur vereinzelt flog ein verirrter Vogel am Himmel entlang, doch auf dem Meer rührte sich außer den Wellen nichts. Je länger ich geradeaus auf den Horizont starrte, desto deprimierendder wurde dieser Moment, bis ich auf Ryans Vorschlag hin, die Karte wieder aus meiner Jacke herauszog und sie auffaltete. Anf den ersten Blick fiel mir nichts auf, was uns weiter helfen konnten. Das Symbol leuchtet immer wieder auf bemerkte ich und tatsächlich schimmerte das Symbol immer wieder leicht gelblich, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Eifrig zog ich meinen Zauberstab hervor und berührte sacht mit der Spitze des Stabes die Karte - das letzte Mal hatte die Karte auf die Berührung reagiert und uns so einige Hinweise offenbart. Doch nun passierte gar nichts. Je länger ich gebannt auf die Umrisse der Weltkarte starrte, desto schneller schrumpfte die Hoffnung, dass es so einfach sein konnte. Also der übliche Weg funktioniert auf jeden Fall nicht Ich hob die Arme und hielt die Karte gegen das Licht - es war zwar eher unwahrscheinlich aber eine Möglichkeit war es auf jeden Fall, dass die Sonne uns irgendwie helfen konnte.
Ratlos stand ich einen Moment mit der Karte in der Hand da und starrte einfach nur auf die Zwerge, die noch immer zu sehen waren. Spielten die noch irgendeine Rolle? Oder musste man vielleicht mit dem arbeiten, was verfügbar war? Wasser? Bevor ich die Karte unter Wasser tunkte, zog ich lieber das geschrumpfte Buch aus meiner Jackentasche hervor, welches für Notfälle eingepackt hatte und ließ es auf Originalgröße heranwachsen, um es aufzuschlagen. Relativ schnell hatte ich wieder die Seiten über die Mythologie Kaschandras gefunden und sofort stach mir die Skizze des Tempels mit der Inschrift ins Auge, die ich immer noch für eine erfundene Weisheit hielt, die man reingeschrieben hatte um möglichst geheimnisvoll zu wirken. Wahllos blätterte ich in dem Buch herum, versuchte irgendwelche Schlüsselwörter zu finden, die mir irgendwie weiterhelfen konnten. Doch ich fand nichts und ich war mindestens genauso ratlos wie vor zehn Minuten - wenn nicht noch ratloser. Hier steht auch nicht- Ich war wieder auf die Seite mit dem Tempel gestoßen und hatte mir noch einmal die Inschrift durchgelesen: "Vertraue der Magie, vertrau dem Wind und er wird dich führen auf richtige Wege ganz geschwind" las ich noch ein weiteres Mal laut vor. Vielleicht war es doch kein Blödsinn und wir mussten noch einmal irgendetwas vertrauen, bei dem wir nicht sicher sein konnten, ob es stimmte.
Ich klappte das Buch wieder zu und ließ es wieder schrumpfen, damit ich es zurück in meine Jackentasche stecken konnte, bevor ich zurück auf die Karte mit dem aufleuchtenden Symbol blickte. Das heißt...die Karte muss vom Wind getragen werden? All das klang so weit hergeholt aber allein die Tatsache, dass wir überhaupt eine magische Karte hatten, die wir in einem Antiquariat geschenkt bekommen hatten, war schon so unnatürlich, dass alles möglich sein konnte. Außerdem musste die Lösung mit der Karte zusammenhängen, sonst würde sie nicht in der Nähe der Koordinaten anfangen zu leuchten. Alles andere kann ich mir nicht vorstellen. Und wenn dieses Symbol hier schon aufleuchtet, muss es womöglich damit zusammen hängen. Oder hast du noch andere Ideen - ich hab nämlich keine Ich hatte mich mittlerweile neben Ryan gestellt und verfluchte nicht das erste Mal den Wellengang. Kann das Boot nicht einmal ruhig bleiben murmelte ich verärgert und hielt mich mit der freien Hand am Geländer fest, während die andere Hand die Karte festhielt, deren eine Seite bereits wild im Wind herumflatterte. Wenn ich sie jetzt loslassen würde, wäre sie weg und das für immer. Die Karte war eigentlich die einzige Chance, die einzige Eintrittskarte um Kaschandra zu finden.

Und trotzdem ließ ich sie los.

Und kurz nachdem ich sie losgelassen hatte, hätte ich mich selbst dafür ohrfeigen können. Ich musste zusehen, wie sie vom Wind erfasst wurde und durch die Luft flog. Vertraue der Magie Sie flog weiter und weiter, immer weiter von uns weg. Vertrau dem Wind Ich rechnete damit, dass sie aus unserem Sichtfeld verschwinden würde, doch stattdessen blieb sie mitten in der Luft an etwas kleben, was nicht zu sehen war und was die Karte daran hinderte, weiter zu fliegen. und er wird dich führen auf richtige Wege ganz geschwind Mit großen Augen trat ich näher an das Geländer heran und hatte für einen Moment mein Schwindelgefühl vergessen: Die Wellen prallten nun auch an etwas ab, was für unsere menschlichen Augen nicht zu sehen war, bis ganz langsam der Umriss einer Insel sichtbar wurde. Je länger ich auf das starrte, was vor uns erschien, desto bewusster wurde mir, dass wir gerade Kaschandra entdeckt hatten. Die uralte Stadt, die kein Mensch seit ihrem Verschwinden finden konnte. Mächtige Türme thronten auf der Insel, umschlossen von einer Stadtmauer, die ein ganz anderes Leben hinter den Gemäuern verbargen, welches ich mir noch nichtmal erträumen konnte. Stumm stand ich neben dem Azubi und starrte beeindruckt die Stadt an, die ich mir seit dem Beginn unserer Nachforschungen eindeutig anders vorgestellt hatte.
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Ryan Goodwill
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BeitragThema: Re: Die Karte der verborgenen Stadt   Di 15 Mai 2018 - 20:01

Goodwills Blick löste sich vom Meer, als die Begleiterin anmerkte, dass das Symbol auf der Karte erneut aufleuchtete. Was auch immer das zu bedeuten hatte, die Karte schien definitiv auf den Ort zu reagieren, an welchem sie sich befanden. Celina schien den selben Impuls zu verspüren, den auch Ryan verspürte, denn sie zog den Zauberstab hervor und brachte ihn mit dem magischen Symbol in Kontakt. Ein naheliegendes Vorgehen, welches zwei Tage zuvor die Koordinaten zum Vorschein gebracht hatte. Doch offensichtlich zu naheliegend, denn des Rätsels Lösung war es scheinbar nicht. Die Karte zeigte keine Reaktion und erfüllte die Auroren erneut mit Ratlosigkeit.
Der Blick des Metamorphmagus löste sich von der Karte und richtete sich erneut auf das tiefblaue Meer. Sollte er doch einen Tauchgang wagen? Mit dieser Frage beschäftigte er sich, während Celina die Karte genauer unter die Lupe nahm und das mitgeführte Buch zu Rate zog. Während Ryan darüber nachdachte, welche Tiergestalt am besten geeignet wäre, um derart tief zu tauchen, wiederholte die Begleiterin einen Satz, den Ryan bereits gehört hatte. Es handelte sich um den angeblichen Kalenderspruch aus dem Mythologiebuch, dass Celina in der Bibliothek der Cartwrights gefunden hatte. Ryan war noch immer nicht davon überzeugt, dass der Wahrheitsgehalt des alten Buches besonders hoch war. Dennoch überdachte er die Worte und versuchte aus ihnen schlau zu werden. Möglicherweise enthielten sie ja doch des Rätsels Lösung. Die Interpretation und den daraus folgenden Plan Celinas nahm er zwar wahr, zeigte jedoch keine Reaktion, da er zu sehr in seinen eigenen Gedanken versunken war. Erst als ich langsam dämmerte, was die auszubildende Aurorin vorgeschlagen hatte, fuhr er erschrocken rum: „Ich denke nicht, dass…“ Doch Celina hielt die Karte bereits in den Wind. Ryan war nicht überzeugt von dieser Idee. Sie war zwar eine mögliche Interpretation, konnte die beiden aber die Karte kosten. Mittlerweile war sogar die Sorge, das Rätsel nicht lösen zu können, deutlich größer, als jene, dass sein Küchentisch weiterhin wackeln würde. „Mach das ni…“ Auch diese Worte unterbrach er, weil die Karte bereits vom Wind fortgetragen wurde. Sprachlos verfolgte der Blick des jungen Zauberers das fliegende Pergament. Die besorgte Miene lockerte sich erst, als die Karte auf einen unsichtbaren Widerstand traf.
Das darauffolgende Schauspiel offenbarte, dass seine Sorge unberechtigt war. Vor ihnen manifestierte sich eine Insel, wo kurz zuvor nur Wasser gewesen war. Die Magie, welche diesen Ort verborgen gehalten hatte, musste unheimlich mächtig sein und sie war vermutlich das Werk eines Volkes, welches spätestens jetzt mehr als nur ein Mythos für Ryan war. Die Insel hatte eine sandige Küste, die dem, was man als Paradies beschreiben würde, wirklich sehr nah kam. Dahinter schien sich eine unberührte Landschaft zu erstrecken. Farbenfrohe Vegetation und bergiges Gelände dominierten diesen Teil der Insel. In der Ferne waren Bauwerke zu sehen. Sie wirkten alt und doch so viel atemberaubender, als es jegliche Architektur war, die Ryan jemals gesehen hatte. Gab es hier noch Leben, oder war das Volk Kaschandras längst Geschichte? Waren die Bewohner dieses ungewöhnlichen Ortes überhaupt Menschen gewesen? Der Nachweis der Existenz warf neue Fragen auf und die Auroren waren nicht hergekommen, um die Insel nur aus der Ferne zu betrachten. „Einen Punkt für dich“, gab Ryan zu, als er sich wieder ans Steuer setzte. Er selbst hätte die Karte vermutlich nicht dem Wind übergeben.

Die beiden fanden sich kurz darauf am Strand der geheimnisvollen Insel wieder. Die Neugier war groß und viele Fragen warteten auf eine Antwort. Doch zwischen ihnen und der Stadt lag noch ein ordentlicher Fußmarsch. Dass der Eingang in die sonderbaren Ruinen gar nicht so weit entfernt lag, konnten die Auroren schließlich nicht wissen. „Hast du solche Bäume schonmal gesehen?“, richtete sich Ryan schließlich an Celina, als die beiden das bewachsene Gebiet betraten. Die Vegetation wirkte fremd und genauso irreal wie die ganze Insel. Goodwill kannte sich nicht gut mit Pflanzen aus und hatte schon im Kräuterkundeunterricht kein besonderes Talent bewiesen. Um zu bemerken, dass die Pflanzen an diesem Ort fremd und vermutlich einzigartig waren, genügten seine Kenntnisse aber allemal. Doch die Aufmerksamkeit galt nicht lange der Pflanzenwelt, denn ein weiterer Reiz zog diese auf sich. In der Ferne war ein Rauschen zu hören. Das Rauschen eines Wasserfalls, da war sich der Auror sicher. Doch je lauter es wurde, desto sicherer war sich der Metamorphmagus, dass zwischen den Bäumen etwas glänzte. Etwas Helles und schimmerndes reflektierte das Licht und schien dem Wasserfall nicht fern zu sein. „Glaubst du es ist etwas Magisches?“ Ein neugieriges Lächeln lag auf den Lippen des jungen Zauberers und dennoch hatte er den Zauberstab kampfbereit in seiner rechten Hand. Dieser Ort war definitiv magisch und zudem wunderschön. Sich diesem Zauber voll und ganz zu ergeben könnte jedoch ein Fehler sein, den Ryan nicht begehen wollte.
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Die Karte der verborgenen Stadt
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