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 [Hauptplot] Spuren der Vergangenheit

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Celina Recshire
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BeitragThema: [Hauptplot] Spuren der Vergangenheit   Sa 14 Apr 2018 - 17:44

Fahles Licht fiel auf mich hinab und erleuchtete nur schwach das am Boden liegende Heu, was mir unangenehm in die Haut stach, während ein leichter unangenehmer Blutgeruch in der Luft lag. Das alles kam mir unglaublich bekannt vor. Eine Unruhe kroch allmählich durch meinen Körper, was mich dazu verleitete aufzustehen und mich in Bewegung zu setzen. Ich wollte aus diesem dunklen, nur schwach erleuchtetem Zelt raus, in das man mich gesteckt hatte. Doch ich kam nicht weit. Kaum hatte ich einen Schritt nach vorne gemacht, drückte sich ein kaltes Metall gegen meine Kehle und hinderte mich am Atmen. Ein Blick über die Schulter reichte aus um die Kette zu sehen, die am Boden befestigt war, damit ich nicht abhauen konnte. Mit zitternden Händen ließ ich mich auf meine Knie fallen, um damit zu beginnen den Ursprung der Kette zu finden. Ein leichter modriger Geruch dran derweil in meine Nase, während mir der Schweiß auf der Stirn stand - Das tropische Klima, was dazu führte, dass einiges von dem Heu an meinen Füßen und Händen kleben blieb, sorgte schnell dafür, dass meine Schläfen zu pochen begannen. Die hohe Luftfeuchtigkeit und die Wärme, die unter mein Oberteil kletterte, ließen mich nach empfinden, was ich vor wenigen Wochen das erste Mal hatte durchmachen müssen.
Ich zog und zerrte an der Kette, wollte nur noch weg von diesem Ort, an dem irgendwo im Hintergrund plötzlich leise Kinderstimmen ertönten. Mit angehaltendem Atem ließ ich von dem Metall ab und sah mich um. Wo kamen diese Stimmen her? Ich presste mir eine Hand gegen den Mund, damit ich keinen einzigen Laut von mir geben konnte - doch wie es eben so war, ging mein Atem nun noch viel schwerer als zuvor, so, als wollte mein Körper unbedingt, dass ich irgendwelche Geräusche von mir gab, damit irgendjemand mir seine Aufmerksamkeit schenkte. Als plötzlich eine tiefe, lautere Stimme die Kinderstimmen verstummen ließ, bekam ich urplötzlich eine Gänsehaut, wobei mein Herz zu rasen begann. Selbst der Wind schien aufgehört haben zu heulen, je länger der Mann redete. Ich konnte zwar nicht genau verstehen, was er sagte aber es reichte aus, um mir wieder sein Gesicht vor Augen zu bringen.


Miss Recshire? Luftschnappend schlug ich die Augen auf, als ich einen sachten Druck auf meiner Schulter verspürte. Ich befand mich wieder im St. Mungo Hospital. Meine Heilerin Mrs. Harris hatte sich auf meinen Bettrahmen gesetzt und eine Hand auf meine Schulter gelegt, besorgt drein blickend und darauf wartend dass ich etwas sagte. Sie war eine sehr freundliche, zuvorkommende Hexe, deren Vorliebe für leckeres Essen man kaum übersehen konnte. Ja? Ich hatte nur kurz die Augen zugemacht, nachdem ich mich nicht mehr auf mein Buch, was ich gelesen hatte, konzentrieren konnte und war offensichtlich einfach weggedöst.
Mrs. Harris sah mich für einen Moment prüfend und mütterlich an, wobei sie offensichtlich die Frage unausgesprochen ließ, die ihr auf der Zunge lag. Der junge Auror Mr. Goodwill bittet darum, Sie sehen zu können. Ein leises Seufzen entfloh mir - das hatte mir noch gefehlt. Erst der Albtraum und dann eine Unterhaltung mit einem der Menschen, denen ich zutiefst dankbar war. Nur gehörte ich nicht zu denjenigen, die sich bei irgendwelchen Leuten bedanken konnte. Ist gut, lassen Sie ihn rein Meine Euphorie hielt sich in Grenzen, da ich mir sicher war zu wissen, warum er vor der Tür stand. Eineinhalb Wochen hatte mich die Aurorenzentrale in Ruhe gelassen. Aus reiner Höflichkeit oder weil die Mitarbeiter des St. Mungos es den Auroren verboten hatten, wusste ich nicht. Aber nun war ich mittlerweile wieder fit genug um nicht komplett in Panik zu verfallen, wenn ich an die Ereignisse von vor zwei Wochen dachte. Ich hatte nur hin und wieder die selben Träume, die immer dann endeten, wenn sich Prasons Stimme in meinem Kopf meldete und mich zum Aufwachen drängten. Andererseits wollte ich auch erfahren, wie man als Auror bei so einem Vorfall vorgehen musste.

Ich richtete mich langsam auf und rutschte nach hinten, damit ich mich an der Wand anlehnen konnte. Für einen Moment war es mir unangenehm, einen ehemaligen Schulkameraden im St. Mungo Hospital zu treffen, wenn er mir irgendwelche Fragen bezüglich der vergangenen Ereignisse stellen wollte. Aber grundsätzlich war es sein Job, den ich mittlerweile viel interessanter fand als zuvor. Vielleicht war Ryan ja auch bereit, mir ein paar Fragen zu beantworten - wenn er die Zeit dafür aufbringen konnte.
Mrs. Harris war mittlerweile wieder um die Ecke verschwunden, vermutlich um den ehemaligen Ravenclaw zu mir zu führen. Ich hatte in meiner Schulzeit kein einziges Wort mit ihm gesprochen - er war lediglich der Mannschaftskapitän der Quidditchmannschaft gewesen. Und das war - so leid es mir auch tat - ein Thema, mit dem ich nie etwas hatte anfangen können. Dementsprechend hatte ich auch nie mitgeredet wenn es um die Hogwartsspiele und somit auch um die Spieler ging. Auch die Tatsache, dass Ryan nicht gerade unbeliebt war, hatte mich nicht sonderlich gekümmert. Er war einfach nur ein Mitschüler gewesen.
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Ryan Goodwill
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BeitragThema: Re: [Hauptplot] Spuren der Vergangenheit   Sa 14 Apr 2018 - 18:52

Der Einsatz an der Widemouth Bay lag nun zwei Wochen in der Vergangenheit und Ryan hatte die Dinge die er gesehen hatte unerwartet schnell verarbeitet. Es gelang ihm professionell und fast gefühlskalt an das zurückzudenken, was er am Morgen des 21.06. miterlebt hatte. Sein Mitgefühl galt nun primär den Hinterbliebenen der verstorbenen Zauberer und Hexe und zudem den beiden jungen Frauen, welche die Tortur der alten Hexe knapp überlebt hatten und nun mit dem Leben mussten, was ihnen angetan wurde. Der Zustand der beiden wurde von den Heilern als durchaus ernst eingestuft. Hierbei war die psychische Belastung, laut deren Angaben, um einiges stärker gewesen als die körperliche. Erst an diesem Tag hatte die Aurorenzentrale die Zulassung für eine Befragung von Celina Recshire erhalten, da eine solche Befragung nicht mehr als zu große Belastung eingestuft wurde. Vera Throney hingegen schien deutlich stärker unter den Folgen des Fluchs zu leiden. Einsicht in die Krankenakten blieb den Auroren natürlich verwehrt, aber es musste schließlich einen Grund dafür geben, dass die Hexe nicht von den Auroren befragt werden durfte.
Die Aufgabe der Befragung von Celina Recshire war Ryan zugefallen. Nicht, weil er sich darum gerissen hatte, sondern weil sie ihm zugeteilt wurde. Die Befragung sollte durch einen Auror erfolgen, der bei der Rettung der jungen Hexe vor Ort gewesen war, wodurch die Auswahl auf drei Personen beschränkt worden war. Da Aidan Thatcher allerdings durch seine Arbeit innerhalb der Sonderkommission Jones stark eingespannt war und Natascha Romanova in ihrer leitenden Position immer viel zu tun hatte, blieb lediglich ihr Auszubildender übrig, welchen sie kurzerhand ins St. Mungo’s Hospital geschickt hatte, um die Informationen, welche die Zeugin bieten konnte, entgegen zu nehmen.
Es hatte nicht lange gedauert, bis der ehemalige Ravenclaw eine gewisse Mrs. Harris ausfindig gemacht hatte, welche ihm als Ansprechpartnerin genannt worden war, da sie für die medizinische Versorgung der jungen Hexe zuständig war. Der Metamorphmagus wurde gebeten in einem Sitzbereich vor dem Zimmer Celina Recshires Platz zu nehmen, während die Heilerin sich ein letztes Mal nach dem Zustand der Zeugin erkundigen wollte. Das Krankenhaus erfüllte Ryan mit einem beklemmenden Gefühl. Es war nun etwas mehr als ein Jahr her, dass er das letzte Mal an diesem Ort gewesen war. Damals musste er mitansehen, wie die Ärzte den Kampf um das Leben seiner besten Freundin Elli verloren hatten. Seine Gedanken blieben für einige Augenblicke bei der verstorbenen Gryffindor, bevor sie durch die Stimme der korpulenten Heilerin von der Löwin gelöst wurden. „Sie können zu ihr, Mister Goodwill. Belasten Sie sie nicht zu sehr.“ Ein stummes Nicken ging von dem Auszubildenden aus, nachdem dieser sich von seinem Stuhl erhoben hatte. Er wusste nicht in welchem Zustand die ehemalige Mitschülerin sich befinden würde. ‚Psychisch und körperlich ausreichend stabil, um eine Vernehmung als unbedenklich einstufen zu können‘, wie es in dem Bericht der Heilerin hieß, war nicht besonders aussagekräftig, wenn man genaueres über den Zustand der Hexe erfahren wollte. Doch dieses Geheimnis sollte sich in dem Moment lüften, als Ryan, nachdem er angeklopft hatte, in das Krankenzimmer Celinas eintrat.

Ryan wusste zunächst nicht, wie er der ehemaligen Mitschülerin begegnen sollte. Sie gehörte nicht zu den Mitschülern, die Teil von Ryans Freundeskreis gewesen waren. Dennoch kam es ihm falsch vor, ihr in der Rolle eines distanzierten Aurors zu begegnen. Zudem war keine Natascha Romanova anwesend, die ihn aufgrund mangelnder Professionalität tadeln würde. Aus diesem Grund entschied er sich für einen eher lockeren Umgang. „Wie geht es dir?“, erkundigte er sich zunächst, bevor er hinzufügte: „Du kannst mich Ryan nennen.“ Wenn die junge Frau etwas gegen das Duzen hätte, würde sie ihn schon darauf hinweisen. Ryan kam es aber albern vor eine ehemalige Mitschülerin, unabhängig davon, dass sie nie etwas miteinander zu tun gehabt hatten, mit Sie anzusprechen.
Der junge Zauberer zog die Aurorenuniform zurecht, bevor er einen Stuhl neben das Bett der jungen Frau stellte und dabei natürlich eine gewisse Distanz wahrte. Er lehnte sich zunächst auf die Lehne, um sich seinerseits noch einmal zu erkundigen, ob seine Anwesenheit für die brünette Hexe in Ordnung war. „Ist es in Ordnung, wenn ich mich etwas zu dir setze? Ich muss dir ein paar Fragen stellen.
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Celina Recshire
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BeitragThema: Re: [Hauptplot] Spuren der Vergangenheit   Sa 14 Apr 2018 - 21:15

Mein Blick flog sofort zu dem jungen Mann hinüber, der wenig später eintrat. Er hatte sich - so weit ich es mitbekommen hatte - überhaupt nicht verändert, auch wenn seine Uniform das Nötigste tat, um aus ihm den professionellen Auror zu machen, den man sehen wollte. Immerhin waren Auroren ein wichtiger Teil der Zaubererwelt und so trat auch Ryan in meinen Augen auf.
Schweigend ließ ich ihn nicht aus den Augen, während er den Raum durchquerte und auf mich zu kam. Ich sah nicht sonderlich gut aus, dadurch, dass ich seit 13 Tagen nicht mehr das Gebäude von außen gesehen hatte. Ich hatte dunkle Augenringe, meine Haut war blass, meine Haare zerzaust und auf meinem Gesicht hatte man nur selten ein ehrliches Lächeln gesehen. Als meine Brüder und meine Eltern mich vor zwei Tagen im Krankenhaus besucht hatten, hatte ich ihnen zwar nichts vorgegaukelt aber das Lächeln war nie wirklich echt gewesen, wenn es auf meinen Lippen erschienen war.

Könnte besser sein. Ich war mir nicht sicher, wie ich mich ihm gegenüber verhalten sollte, weswegen ich erstmal darauf wartete, wie er die Konversation  - oder sollte ich es lieber Interview nennen? - beginnen würde. Dadurch, dass ich bei seinem Anblick automatisch an die jüngsten Ereignisse denken musste, nahm ich relflexartig eine Verteidigungshaltung in Form von verschränkten Armen, angewinkelten Beinen und zusammengezogenen Augenbrauen ein. Aber Ryan war nun auch gleichzeitig derjenige, der gemeinsam mit anderen Auroren gekommen war um uns zu helfen. Mir und den anderen, die gefangen gehalten worden waren. Und das verblüffende war ja, dass er es doch tatsächlich geschafft hatte. Während ich zusehen musste, wie einer nach dem anderen in sich zusammen gefallen war und zu einem Berg aus Organen und Blut wurde, hatte ich die Hoffnung aufgegeben, dass ich noch heil nach Hause kommen würde.

Ohne zu Blinzeln musterte ich ihn prüfend und legte meinen Kopf kaum merklich schief, während mein Blick irgendwelche Emotionen aus seinem Gesicht herauszulesen versuchte. Ich hoffte inständig, dass er nicht länger Smalltalk betreiben wollte, das verlieh einem eine Spur von Unsicherheit. Bei anderen hätte ich vermutet, dass sie dadurch ihre Nervosität zu überspielen versuchten, doch Ryan erweckte nicht den Eindruck, als wäre er irgendwie aufgeregt, auch wenn er aktuell ein freilaufendes Küken ohne Mutter war. Denn sein Ausbilder oder seine Ausbilderin wäre sicher ebenfalls eingetreten, wenn sie anwesend gewesen wäre.

Du hast dir ja schon eine Sitzmöglichkeit verschafft, also: Nur zu, ich hab Zeit genug. Um die Fragen komme ich sowieso nicht drum herum Einen leicht belustigten aber auch skeptischen Unterton konnte ich mir nicht verkneifen, nachdem ich gesehen hatte wie er sich einen Stuhl herangezogen hatte und erst dann fragte, ob seine Anwesenheit erwünscht war. Wenn ich überhaupt keine Lust gehabt hätte, irgendeinen der Aurorenzentrale zu sehen, dann hätte ich ihn erst gar nicht ins Zimmer gebeten. Bevor du anfängst - du kannst mir nicht zufällig sagen, wie es Vera geht? Ich versuchte irgendetwas aus seinen Augen herauszulesen. Seit ich hier war und mich wieder bewusst daran erinnern konnte, was uns zugestoßen war, kam ich an keinerlei Informationen heran. Wenn ich das Thema ansprach, schüttelte Mrs. Harris nur den Kopf und lächelte mich beruhigend an, so als wäre sie meine Mutter und hätte die Aufgabe, mich vor der Wahrheit zu schützen, obwohl Ich eigentlich nur wissen wollte, wie es der anderen Überlebenden ging. Vielleicht wusste Ryan ja mehr und war in der Lage mir eine Antwort zu geben, die weder geheimnisvoll noch indirekt war.
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Ryan Goodwill
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BeitragThema: Re: [Hauptplot] Spuren der Vergangenheit   So 15 Apr 2018 - 13:56

Ein leichtes Grinsen deutete sich auf den Zügen des ehemaligen Ravenclaws an, als die junge Hexe bemerkte, dass er sich ja ohnehin schon eine Sitzmöglichkeit organisiert hatte. Dazu kam, dass Mrs. Romanova ihn vermutlich alles andere als freundlich empfangen hätte, wenn er die geforderte Befragung nicht durchführen würde. Aber trotz alledem hielt Ryan seine Frage noch immer für angebracht. Er wollte nicht unhöflich sein, Auftrag hin oder her.
Er ließ sich schließlich auf dem Stuhl nieder und fand zum ersten Mal die Zeit, um die Zeugin genauer zu betrachten. Sie wirkte müde und auch ein wenig kraftlos. Ihre Haut wirkte fahl und farblos und dennoch machte sie den Eindruck, als wäre sie den Umständen entsprechend in einem guten Zustand. Sie wirkte zumindest in diesem Augenblick weder panisch, noch sonst irgendwie beeinträchtigt, wodurch Ryan zumindest einen ersten Eindruck ihres Zustands erhielt. Er wollte die Befragung starten, damit Celina diese schnell hinter sich bringen konnte. Die ehemalige Slytherin kam ihm jedoch zuvor und stellte ihrerseits eine Frage, zu welcher der junge Auror kaum etwas sage konnte. Die Ärzte hatten der Aurorenzentrale kaum Auskünfte über den Zustand Throneys gegeben, weshalb Ryan nur zu einer vermutlich wenig zufriedenstellenden Antwort in der Lage war: „Wir durften bisher kein Gespräch mit ihr führen. Was das über ihren Zustand aussagt, bleibt Interpretationssache.“ Ein entschuldigender Blick folgte den Worten. Ihn selbst interessierte Veras Zustand ebenfalls. Die Erinnerung daran, wie er die Ministeriumsangestellte versucht hatte zu beruhigen und dabei kaum Erfolg gehabt hatte, war noch zu präsent, um der Frage nach ihrem Zustand mit Gleichgültigkeit begegnen zu können.
Eine knappe Geste genügte, damit sich aus einer Tasche des Auszubildenden ein kleiner Notizblock und ein Stift erhoben, welche die notwendigen Aufzeichnungen der Befragung durchführen würden. Beides schwebte nah neben Ryan und wartete nur darauf die Arbeit beginnen zu können. „Wir sollten von vorne anfangen. Hast du Erinnerungen an den Tag der Entführung? Details über Personen oder Orte können sehr hilfreich sein.“ Interessant für die Auroren war vor allem, ob Pruecilla nur Inferi in ihren Reihen hatte, oder ob es in dieser Sache möglicherweise sogar mehr als nur diese eine Drahtzieherin gab. Denn man musste zugeben, dass die weitestgehend unbekannten Gegner momentan um einige Schritte voraus waren. Die Aurorenzentrale verfügte kaum über Informationen, die in diesem Fall hilfreich sein könnten und Ryan bezweifelte, dass das Problem sich von alleine lösen würde. Das Interesse an diesem Fall war nicht alleine von beruflicher Natur. Durch die Entführung Vanessas und die direkte Bedrohung des Metamorphmagus, hatte die alte Hexe die Sache zu einem persönlichen Problem werden lassen. Ryan wusste, dass sein zuweilen stark ausgeprägtes Bedürfnis nach Rache, nicht viel mit charakterlicher Größe zu tun hatte und dennoch vermochte er es nicht abzustellen. Pruecilla hatte das Leben vieler Unschuldiger auf dem Gewissen und immer, wenn sich Ryan mit derartigen Gefühlen konfrontiert sah, machte sich bemerkbar, dass Elija Spuren hinterlassen hatte. Angst, Sorge, Mitleid, Verzweiflung. All diese Gefühle wurden verdrängt. Sie wurden ihrer Gestalt beraubt und als kehrten in Form von Wut und Rachsucht zurück. Finstere Gefühle, welche Ryan in sich verbarg, weil er wusste, dass sie nicht den richtigen Weg vorgaben. Doch er wusste das sie ein Teil von ihm waren und am Ende wäre es allein seine Willenskraft, welche entscheiden würde, ob Verstand oder Instinkt obsiegen würden.
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Celina Recshire
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BeitragThema: Re: [Hauptplot] Spuren der Vergangenheit   So 15 Apr 2018 - 17:09

Ich ließ ihn nicht aus den Augen, als er sich neben meinem Bett auf dem Stuhl niederließ, den er sich extra für die Befragung herangezogen hatte. Wie lange das ganze gehen würde, konnte ich nicht sagen - es kam ganz drauf an, was er mich fragen wollte und musste. Je nachdem fielen meine Antworten länger oder knapper aus. Denn auch wenn ich eine absolut ehrliche Haut war, war ich mir sicher, dass ich mir das Recht nehmen würde, auf verschiedene, bestimmte Fragen nicht zu ausführlich zu antworten. Ich hatte mich zwar bereits vom größten Schock erholt aber ich lag nicht ohne Grund immer noch im St. Mungo - die Heiler wollten sich zu 100% sicher sein, dass es mir gut ging und da bestand bei gewissen Fragen eben immer noch die Sorge, dass ich einen Rückschlag erleiden könnte. Dies war auch der Grund warum Mrs. Harris nie nach meinen Albträumen fragte, um auszuschließen, dass ich mir noch zusätzliche Gedanken machen konnte. Die Albträume reichten meiner Meinung nach vollkommen aus.

Natürlich stellte mich seine Antwort nicht zufrieden, vor allem dadurch, dass ich selbst nicht hier raus konnte um irgendwie Kontakt zu ihr herzustellen, damit ich mir sicher sein konnte, dass es ihr gut ging. Die Heiler hielten dicht, noch nicht einmal ein Wimpernzucken konnte ich erkennen, wenn ich nach ihr fragte. Vera hatte ich erst kennengelernt, als wir beide in den Fängen von Prason und Pruecilla gewesen waren aber irgendwas verband einen, wenn man zusammen eingesperrt war und durch die persönliche Hölle ging, weswegen ich meinen Blick für einen Moment von Ryan abwandte als er mir gestehen musste, dass er selbst keine Ahnung hatte. Nun gut, immerhin sagte er die Wahrheit und versuchte nicht, seine Ahnungslosigkeit zu vertuschen. So wie viele andere es vielleicht getan hätten, in dem sie meiner Frage ausgewichen wären.
Als Ryan Notizblock und Stift hervorholte und mir somit signalisierte, dass er gerne anfangen würde, setzte ich mich aufrecht hin und lockerte meine Haltung ihm gegenüber einwenig. Es half uns beiden nicht, wenn ich mich quer stellte. Ich wollte den Auroren schließlich auch helfen, in dem ich ihnen erzählte, was ich wusste. Mit seiner ersten Frage hatte ich schon beinahe gerechnet, weswegen ich zurück an den Abend dachte, an dem ich auf dem Weg nach Hause gewesen war und plötzlich mehreren Kindern gegenüber gestanden hatte. Ich war auf dem Weg nach Hause als ich mich plötzlich beobachtet gefühlt hatte. Überraschenderweise war meine Stimme fest, ich hörte keine Unsicherheit in ihr, auch wenn ich damit gerechnet hatte, dass die Erinnerungen die altbekannten Gefühle wieder hervorrufen würden. Irgendwann standen mehrere Kinder vor mir - ich weiß nicht wie viele es waren, ich hatte keine Zeit zu zählen. Sie hatten blutunterlaufene Augen, waren kreidebleich, rührten sich nicht und starrten mich einfach nur an. Teilweise hatte ich das Gefühl, als würden sie direkt durch mich hindurch schauen. Ich schüttelte mich leicht, bevor ich Kurz inne hielt und zu Ryan blickte. Was wussten die Auroren bereits? Gab es Informationen, mit denen ich helfen konnte? Oder war das meiste bereits bekannt?
Danach konnte ich nicht mehr auf Details achten. Ein sehr großer Mann hat mich grob gepackt, er war mit Sicherheit ganze zwei Meter groß, außerdem hatte er eine Glatze. Und dann ging alles ziemlich schnell. Ich wurde von ihm in ein Zelt geschleppt, in dem der Boden mit Heu bedeckt war. Durch das tropische Klima, was dort geherrscht hat, konnte man nicht richtig atmen, außerdem hat es überall nach Blut gerochen. Ich lehnte meinen Kopf gegen die Wand und sah Ryan reglos an, während das Gesagte auf dem Notizbuch schwarz auf weiß niedergeschrieben wurde. Wie viel von den Informationen konnte man schlussendlich verwenden? Wie gingen Auroren bei so einem Fall vor? Ich konnte nicht leugnen, dass es mich interessierte, wie die Beamten arbeiteten. Doch momentan gab es wichtigeres als meine Interesse für irgendwelche Berufe, aktuell lag ich ja sowieso im Krankenhaus und konnte nichts tun außer lesen und eine Runde Zauberschach spielen mit irgendwelchen anderen auf meiner Station. Aber mal ehrlich? Irgendwann war auch da die Luft raus, wenn man sich mit dem Gedanken konfrontierte, dass man eigentlich nicht hier sein sollte. Es war unangenehm, als "Schockpatientin" im Krankenhaus zu sein und das über mehrere Tage hinweg.

Ich schwieg erstmal und überließ es Ryan, ob er nun weiterfragte um näher an irgendwelche Details zu kommen oder ob er in einem anderen Bereich weiterfragte. Ich würde ihm ja gerne alles erzählen, woran ich mich erinnerte aber das würde wesentlich länger dauern als wenn er mir gezielt Fragen stellte, zu denen er Antworten brauchte, die den Auroren weiterhelfen könnten.
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Ryan Goodwill
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BeitragThema: Re: [Hauptplot] Spuren der Vergangenheit   So 15 Apr 2018 - 18:21

Es wunderte den jungen Auroren kaum, dass die Inferikinder auch bei der Entführung der brünetten Hexe schon eine Rolle gespielt hatten. Auch Vanessas Entführung wurde von den Untoten Marionetten verübt, weshalb sich der Metamorphmagus sicher war, dass es auch in den anderen Fällen eine Beteiligung der versklavten Toten gegeben hatte. Er verzichtete darauf die unheimlichen Gestalten zum Thema der Befragung zu machen. In dem ganzen Fall waren diese bereits am besten erforscht, da mehrere Auroren ihnen schon gegenübergestanden hatten. Einzig die Frage nach der Quelle für die jungen Körper war ungeklärt, aber zur Klärung dieser Frage konnte Celina vermutlich kaum etwas beitragen.
Viel interessanter war in diesem Falle die Erwähnung eines Mannes, welcher laut Aussage der ehemaligen Slytherin maßgeblich an der Entführung beteiligt gewesen war. Diese Aussage hatte eine neue Figur ins Spiel gebracht und diese noch unbekannte Person könnte durchaus ein Anhaltspunkt sein, um an weitere Informationen zu gelangen. „Kannst du mir mehr über den großen Mann mit der Glatze sagen? Hat er etwas über sich preisgegeben?“ Ryans Stimme war in eine gewisse Monotonie verfallen. Es ging nun darum die richtigen Fragen zu stellen. Er wollte logisch vorgehen und in solchen Situationen fiel es ihm überraschend leicht jegliche emotionalen Aspekte auszublenden.
Den Auroren fehlten Anhaltspunkte zum Fortsetzen der Ermittlungen, weshalb man hoffte, dass die Befragung zumindest einige Punkte offenlegen würde, welchen man nachgehen konnte. Die besten Hinweise waren jene, welche zu konkreten Personen und Orten führten, weshalb die Fragen des Auszubildenden auch eben diesen Punkten galten. „Die Person, die hinter alle dem steckt, hat sich uns als Pruecilla offenbart. Hast du diese Pruecilla getroffen, oder irgendwelche Informationen über sie erhalten?“ Ryan war sich nicht sicher, ob diese Person wirklich existierte, oder nur eine Identität der Tarnung darstellte. Es wäre nachvollziehbarer, wenn die mächtigen Kontrollrunen von mehr als nur einer Person ausgehen würde. Sollte es wirklich nur eine Person sein, welche die Ketten der Sklaven hält, dann musste sich die Aurorenzentrale auf einen unheimlich mächtigen Gegner einstellen, welcher sich bestimmt nicht ohne Widerstand nach Askaban verfrachten ließ.
Wenn du eine Pause benötigst, sag jederzeit Bescheid“, brach ein Hauch von Fürsorge durch die kühl wirkende Art des jungen Aurors. Er wollte, wie die Heilerin gebeten hatte, Celina nicht zu sehr belasten. Sie wirkte müde und erschöpft. Ihrer ganzen Körperhaltung mangelte es an Spannung. Obwohl ihre Aussage wirklich wichtig war, wollte der Metamorphmagus diese nicht auf Kosten ihrer Gesundheit erhalten. In diesem Moment war er froh, dass er alleine und ohne die Russin hergekommen war. Der Zweck heiligte die Mittel, da stimme Ryan seiner Ausbilderin zu. Aber er war nicht dazu bereit diese Philosophie um jeden Preis durchzusetzen, auch wenn auch er zur Unmoral neigte.
Kannst du dich erinnern, an was für einen Ort du gebracht wurdest. Gab es dort irgendetwas auffälliges? Etwas, was man einfach wiedererkennen würde?“ Ryan hatte durchaus mitbekommen, dass die junge Hexe in einem Zelt festgehalten wurde. Dieses bot vermutlich keine Möglichkeit um die Umgebung in Augenschein zu nehmen. Dennoch waren Umstände, welche eben dies erlaubten nicht auszuschließen und auf jeden Fall zu erfragen.
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BeitragThema: Re: [Hauptplot] Spuren der Vergangenheit   So 15 Apr 2018 - 19:47

Dass sich Ryan erstmal für den Glatzköpfigen Riese interessierte, war kein Wunder. Irgendwie musste man schließlich das Motiv für die Entführung herausfinden, also warum nicht gleich beim Entführer selbst anfangen? Als er mich nach weiteren Infos fragte, die ich über ihn wusste, dachte ich kurz nach. Als er mich in dieses Zelt gebracht hat, hab ich mehrmals den Namen Prason vernommen, auf den er reagiert hat. Immer wieder machte ich eine Pause, in der ich meinen Gedanken hinterher hing und nach wichtigen Details in meinen Erinnerungen suchte, die ich vielleicht vergessen hatte. Was hatte ich noch über ihn herausgefunden? Er hat sonst nichts über sich preisgegeben. Er hatte eine sehr kalte und laute Stimme, außerdem hat er es geliebt, Kommandos zu geben. Ich schüttelte den Kopf als Zeichen, dass es nichts mehr gab, woran ich mich bewusst erinnern konnte. Aber vielleicht brachte der Name die Auroren weiter - auch wenn es vielleicht ein Deckname war, was auch gut möglich war.

Als die nächste Frage kam, stellten sich sofort meine Nackenhaare bei dem Namen auf. Sofort hatte ich wieder ihre Stimme im Kopf, wie sie mich manipulierte und meinen eigenen Willen abschaltete. Es war nicht gruselig gewesen, ich hatte mich wie in meiner persönlichen Hölle gefühlt. Ich... Wo sollte ich anfangen? Es gab immer noch Tage, an denen ich Pruecillas Stimme in meinem Kopf hören konnte. Egal wie fit ich mittlerweile war aber davon musste ich mich sicherlich noch ein paar Wochen lang erholen. Ich hab sie nie getroffen. Beziehungsweise...falls ich sie irgendwann mal getroffen haben sollte, dann weiß ich davon nichts mehr. Aber ich würde ihre Stimme jederzeit und überall wieder erkennen. Sie hat sich schon am ersten Tag sozusagen in meinem Kopf eingebrannt. Und von da an konnte ich meinen Körper nicht mehr steuern, ich konnte sehen wie ich mich bewegte und wie ich handelte aber ich selbst hab meinem Körper keine Befehle gegeben. Das hat sie gemacht - Ich hatte immer wieder ihre Stimme im Kopf. Sie hat meine Erinnerungen, meine Gedanken bewusst verändert und hat glückliche Momente, an die ich mich erinnert habe, gnadenlos zerstört... Ich drehte mich zur Seite um ein Wasserglas von meinem Nachttisch zu nehmen, welches an meine Lippen ansetzte um einen Schluck daraus zu trinken. Erst dann hielt ich ihm schweigend eine ungeöffnete Wasserflasche hin, die neben dem Wasserglas gestanden hatte, um nicht allzu unhöflich zu wirken.
Ich hab gemerkt, dass sie nach irgendetwas gesucht hat. Frag mich nicht, nach was. Ich weiß es nicht. Ich kann mich nur daran erinnern, wie manipulativ sie mit mir umgegangen ist - sie hat auf mich eingeredet und hat versucht, mich von ihr und ihren Taten zu überzeugen. Dass sie mich wie eine Marionette behandelt hat, damit ich für sie kämpfe, muss ich dir ja nicht mehr sagen. Das weißt du immerhin genauso gut wie ich. Sein Kommentar, dass wir jederzeit eine Pause einlegen konnten, ließ mich den Kopf schütteln. Nein. Du musst irgendwann mit deiner Arbeit fertig werden. Und Ich bin hier zwar im St. Mungo auf der Station für Fluchschäden, Ryan, aber mittlerweile fühl ich mich wieder fit genug. Ich bin meiner Meinung nach keine Schockpatientin mehr So verbissen wie ich war, strich ich mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht, wobei ein flüchtiges Lächeln über mein Gesicht huschte. Ich ließ mich ganz sicher nicht als schwach abstempeln. Die Entführung und die Folterei waren genug gewesen, nun ließ ich mir ganz sicher nicht unter die Nase reiben, dass der gleichaltrige Auror Ryan nun bei mir am Krankenbett saß, mich in einem relativ erbärmlichen Zustand sah und mich als Zeugin befragen musste. Aber letztendlich zogen wir am gleichen Strang.

Nun war es an der Zeit für uns beide, über den Ort zu reden, zu dem ich leider nicht sonderlich viel sagen konnte. Ich bin nie wirklich aus dem Zelt gekommen. Ich war am Hals festgekettet, es brannte eine Fackel und ich hatte permanent einen modrigen Geruch in der Nase, vermischt mit Blut, wie gesagt. Man hat von draußen immer wieder Kinderstimmen gehört, ebenso wie die laute Stimme von Prason. Ich kann dir keine weiteren Informationen geben, tut mir leid. Ich kann mich nur an das Zelt erinnern, an die Gerüche und Temperaturen. Ich hab nur immer wieder zwei rotleuchtende, kleine und kindlich wirkende Augenpaare gesehen. Sie haben mich immer wieder aus der Dunkelheit heraus beobachtet. Es waren auch immer die Augen der Kinder, die mir mein Brot und Wasser brachten. Ich verstummte und suchte in meinem Gedächtnis nach weiteren Details, musste jedoch zugeben, dass mir nichts mehr einfiel, was erwähnenswert war.
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BeitragThema: Re: [Hauptplot] Spuren der Vergangenheit   Mo 16 Apr 2018 - 18:14

Der scheinbare Name des kahlköpfigen Entführers war eine wichtige Information. Ob es sich hier um den Vor- oder Nachnamen handelte, oder möglicherweise nur um einen Decknamen, galt es später herauszufinden. Aber in jedem der drei Fälle könnte sich eine Spur zu jenem Mann ergeben und langfristig sogar eine Spur zu Pruecilla, deren Existenz es zunächst zu beweisen galt. Ryan war nicht gänzlich überzeugt, dass die mysteriöse Hexe, die noch keinem persönlich begegnet war, überhaupt existierte. Eine solche Figur konnte eine gute Fassade darstellen. Doch diese Spekulationen waren eben nicht mehr als das – Spekulationen. Es blieb zu hoffen, dass weitere Informationen Licht ins Dunkel brachten. Mehr Fragen zu Prason blieben aus. Die junge Hexe schien nicht mehr über ihn zu wissen und da würde auch weiteres Nachhaken nichts dran ändern.
Stattdessen konzentrierten sich die nächsten Fragen direkt auf Pruecilla und auch in diesem Fall blieb ein eindeutiger Nachweis ihrer Existenz aus. Celina konnte sich an kein Treffen mit der Hexe erinnern. Die Stimme ihrer Peinigerin war ihr aber durchaus in Erinnerung geblieben. Eine Stimme, welche auch Ryan schon vernommen hatte. Nur war er ihr im Gegensatz zu der ehemaligen Mitschülerin nicht ausgeliefert gewesen. Dennoch konnte er die Situation Celinas besser nachvollziehen, als diese es vermutlich ahnte. Er selbst war über Wochen die Marionette seines Urahnen Elijas gewesen. Es ist ein unvorstellbar einengendes Gefühl, die Kontrolle über den eigenen Körper entrissen zu bekommen. Die Trennung von Geist und Körper war den wenigsten bewusst. Beides agierte stets als Einheit und es scheint unvorstellbar, dass diese Einheit zerrissen werden kann. Doch nach Erlebnissen, wie Celina und Ryan sie hinter sich hatten, änderte sich die Perspektive auf die Einheit von Geist und Körper. Man wurde sich bewusst, wie schnell man eine selbstverständlich wirkende Form der Kontrolle verlieren konnte. Es gab Situationen, in denen man anfing sich selbst zu misstrauen. Eigene Gedanken und Handlungen mit Misstrauen zu betrachten, legte einen auf Dauer in Ketten, weshalb Ryan Methoden entwickelt hatte, um seinen Geist und seine Erinnerungen klar von den Spuren und Erinnerungen Elijas abzutrennen. Er hat gelernt die Spuren des fremden Geistes klar zu identifizieren und alles Eigene als unbedenklich einzustufen und dennoch gab es immer wieder Zweifel. Und obwohl Ryan Celina nun gut hätte zusprechen können, reagierte er lediglich mit einem stummen Nicken auf den Bericht der brünetten Zeugin. Er war nicht hier, um sich in die Arbeit der Heiler einzumischen und die junge Hexe war vermutlich kaum an Ryans Erlebnissen interessiert. Er wollte ihr seine Geschichte auf keinen Fall aufdrängen.
Die Informationen Celinas über Pruecilla führten zu kaum einer neuen Erkenntnis. Wonach die Hexe gesucht hatte, war eine der wenigen Fragen, auf die die Auroren eine Antwort geben konnten. Es war der Schlüsselstein gewesen, welchen der Metamorphmagus vor zwei Wochen noch bei sich getragen hatte. Mittlerweile hatte er diesen in die Obhut seiner Ausbilderin gegeben. Ryan hatte sich bereits die Frage gestellt, ob weniger Unschuldige gestorben wären, wenn er den Stein bereits am Vorabend übergeben hätte, so wie die alte Hexe es gefordert hatte. Doch er war zu dem Entschluss gekommen, dass das Pruecilla nicht zur Freilassung der Sklaven veranlasst hätte. Möglicherweise wäre sogar die Möglichkeit zur Rettung von Vera und Celina ausgeblieben. Doch auch hier begab sich der junge Auror in einen Bereich der Spekulationen.
‚Sie haben versucht, sie zu retten, aber dies gelingt einem nicht immer. Sie haben ihr Bestes getan und mehr hätten Sie auch nicht tun können. Wenn Sie in diesem Beruf weit kommen möchten, müssen Sie lernen, sich dies immer vor Augen zu halten, sonst gehen Sie an Schuldgefühlen kaputt. Lassen Sie sich den Tod Unschuldiger nicht zu nahe gehen, er lässt sich nämlich in vielen Fällen nicht vermeiden.‘ Die Worte seiner Ausbilderin gingen dem ehemaligen Ravenclaw immer wieder durch den Kopf und obwohl er den Gedanken nie voll und ganz für sich akzeptieren könnte, war es ihm gelungen die Schuldgefühle zu unterdrücken. Sie würden nie vergehen, aber so lange sie tief in ihm ruhten, konnten sie ihn nicht beeinflussen.
Celina lehnte eine Pause vehement ab und es schimmerte eine gewisse Sturheit durch ihre Worte hindurch. Aber sie bewies auch, dass sie stärker war, als ihre momentane Erscheinung es vermuten ließ. Die junge Frau trug Kraft und auch Entschlossenheit in sich, weshalb Ryan auch bezüglich etwaiger Schonung nicht mehr nachhakte.
Die Ausführungen zu dem Ort, an welchem sie gefangen gehalten wurde, waren kaum ausreichend, um den Ort ausfindig zu machen. Das Temperaturempfinden konnte durch das Zelt oder andere Dinge stark beeinflusst gewesen sein. Ein modriger Geruch deutete auf sumpfiges Gebiet hin, wovon es aber zu viel gab, um allein auf dieser Grundlage eine Suche zu beginnen. Damit blieb Prason bisher die einzige vielversprechende Spur. Die wenig hilfreichen Informationen waren ein Zeichen dafür, dass die Auroren es in diesem Fall mit Profis zu tun hatten. Wer auch immer in diesem Fall die Fäden zog, er zog sie sehr überlegt und gut durchdacht. Ein befreites Entführungsopfer bedeutete nicht selten eine Identifizierung der Täter. Doch in diesem Fall blieb die Rettung Celinas für ihre Entführer fast folgenlos.

Es gab noch eine Frage, welche gestellt werden musste und obwohl Ryan mittlerweile verstanden hatte, dass seine ehemalige Mitschülerin keinesfalls schwach und eingeschüchtert war, brachte diese Frage sie möglicherweise noch einmal sehr nah an ihre traumatischen Erlebnisse heran. „Die Kontrolle über dich erhielt Pruecilla vermutlich durch eine Rune. Kannst du dich an die Erschaffung der Rune erinnern? Weißt du wer sie erschaffen hat, oder hast du möglicherweise sogar Zauberformeln vernommen?
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BeitragThema: Re: [Hauptplot] Spuren der Vergangenheit   Di 17 Apr 2018 - 23:44

Eine Stille trat zwischen uns beiden ein, während ich nur das Kratzen des Stiftes auf dem Notizblock vernehmen konnte, während ich immer wieder an meinem Wasserglas nippte und ihn über den Glasrand hinweg beobachtete. Mittlerweile hatte ich mich soweit in seiner Anwesenheit entspannt, dass ich allmählich meine Beine wieder ausstreckte, nachdem ich sie am Anfang nah an meinen Körper herangezogen hatte.
Hatte Ryan von vorn herein mit dem Gedanken gespielt, dass er Auror werden wollte, nachdem er die Schule abgeschlossen hatte? Ich hatte zwar nie mit ihm zu tun gehabt und doch wusste ich, dass er sie vorzeitig abgebrochen hatte um seine Karriere in der Aurorenzentrale starten zu können. Solche Informationen über gewisse Schüler gingen nicht einfach so an einem vorbei. Das ließ mich zumindest vermuten, dass es keine spontane Idee gewesen war, die er innerhalb weniger Stunden umgesetzt hatte. Auch wenn es um einen Beruf mit Potenzial ging, nahm man das normalerweise nicht auf die leichte Schulter und überdachte das Ganze noch einmal, bevor man den nächsten Schritt machte. Auch wenn mein Vater noch vor ein paar Wochen der Meinung war, ich sollte mir doch endlich mal überlegen, was ich nach meinem Nebenjob in der Eisdiele tun wollte. Seit ich im Krankenhaus lag, hatte er freundlicherweise noch nicht einmal das Wort „Beruf“ in den Mund genommen, wenn er mich besucht hatte, wofür ich ihm sehr dankbar war.

Ryans Stimme brachte mich zurück in die Gegenwart, weswegen ich kurz blinzeln musste um mich auf seine Frage konzentrieren zu können. Die Rune? Ich legte meine Stirn in Falten und signalisierte dem jungen Auror mit einem schwachen Kopfschütteln, dass ich nicht wusste, wovon er sprach. Ich weiß nicht, wovon du...Warte Natürlich erinnerte ich mich an den stechenden Schmerz auf meinem Rücken aber dass das der Grund für meinen Kontrollverlust über meinen eigenen Körper war, hatte ich nicht gewusst. Bis jetzt wusste ich noch nicht einmal, dass es an einer Rune lag. Ich kann mich nur an diesen Schmerz auf dem Rücken erinnern. Wer dafür verantwortlich ist, kann ich nicht sagen aber ich schätze es war Pruecilla, wenn man den Gerüchten glauben kann. Es war klar, dass man sich als Auror nicht auf Gerüchte verlassen sollte, weswegen ich nur mit den Schultern zuckte und mich erneut an die Wand hinter mir lehnte. Auch wenn ich nichts dagegen tun konnte, tat es mir leid, dass ich in den meisten Punkten nicht großartig weiterhelfen konnte.
Als plötzlich die Tür aufging und Mrs. Harris ihren Kopf hineinsteckte, riss ich meinen Kopf alarmiert um und starrte sie direkt an, worauf sie schnell eine Entschuldigung murmelte und die Tür wieder zu zog. Offensichtlich hatte sie nur schauen wollen, ob es mir gut ging und ob Ryan immer noch da war, um mir Fragen zu stellen. Solche Szenen wie diese zeigten mir immer wieder, dass ich mich zwar in den letzten zwei Wochen relativ gut wieder erholt hatte von den vergangenen Ereignissen aber unter Verfolgungswahn litt ich immer noch einwenig, auch wenn ich in der ersten Woche gar kein Auge hatte zu machen können. Es war viel besser geworden seit ich hier im Krankenhaus war und ich war optimistisch genug um zu hoffen, dass meine Paranoia innerhalb der nächsten zwei, drei Wochen stark zurück gehen würde, damit ich beim nächsten Mal mehr zusammenzucken musste, wenn irgendjemand unerwartet die Tür öffnete.

Hast du noch kurz eine Minute, um mir eine Frage zu beantworten, wenn du mit deinen eigenen fertig bist? fragte ich und zwang mich dazu, meine Augen wieder auf meinen Gegenüber zu richten. Ich wollte, dass er sie ehrlich beantwortete - möglichst ohne großartig über seine Antwort nachzudenken. Hast du in deiner Ausbildung jemals das Gefühl gehabt, deine Entscheidung bereut zu haben? Deine Entscheidung, eine Ausbildung zum Auror zu beginnen. Ich konnte nicht leugnen, dass mich diese ganze Prozedur - egal wie haareraufend sie sein konnte, wenn man mit seinem Fall nicht weiter kam - interessierte. Es war so, als hätte ich durch die ganze Entführung und Folterei eine Interesse genau diesbezüglich entwickelt, damit es niemand anderem mehr passierte, was ich durchmachen musste. Das wünschte ich niemandem, selbst meinem größten Erzfeind nicht.
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BeitragThema: Re: [Hauptplot] Spuren der Vergangenheit   Mi 18 Apr 2018 - 18:15

Auch bezüglich der Runenmagie konnte Celina keine neuen Informationen liefern. Das brennende Gefühl konnte durchaus eine Auswirkung der Rune gewesen sein. Die Auroren vermuteten, dass es sich um eine sehr alte Magie handelte, die in der heutigen Zeit kaum noch jemandem bekannt war. Welche Auswirkungen diese auf eine Person haben konnte, war also ebenso unbekannt. Das Brennen konnte genauso gut etwas mit der Entfernung der Rune zu tun haben. Natascha Romanova hatte die Rune mit einem Feuerzauber ausgebrannt. Ob diese Methode Narben hinterlassen hatte, wusste Ryan nicht und er würde sich auch nicht erdreisten danach zu fragen. Man konnte die Antwort der ehemaligen Slytherin betrachten wie man wollte, es ließ sich keine Erkenntnis daraus ziehen. Es blieb also dabei, dass der mysteriöse Prason die einzige Spur war, welche den bisherigen Informationen hinzugefügt worden war. Doch möglicherweise war es auch die eine Spur, welche zum Erfolg führte, das blieb abzuwarten. Die Fragen des jungen Aurors waren gestellt worden. Die finale Phase, in welcher Celina befreit worden war, hatten Ryan und zwei weitere Auroren miterlebt, weshalb Fragen zu diesem Zeitraum unnötig waren.
Abgesehen von ihrem müden Erscheinungsbild, hatte die brünette Hexe sich keine Folgen ihres Traumas anmerken lassen. Erst als die Heilerin ziemlich unerwartete einen Blick in den Raum warf, war eine sehr schreckhafte Reaktion zu beobachten. Ob sich diese Reaktion mit Celinas Erlebnissen, oder mit einem grundsätzlich schreckhaften Charakter begründen ließen, vermochte Ryan allerdings nicht festzulegen.
Der Metamorphmagus bereitete sich bereits auf den Abschied vor, als er plötzlich zu der Person wurde, welche Fragen beantworten sollte. Er hatte nicht damit gerechnet, dass sich die Zeugin für seine Ausbildung oder den Job interessierte. Es war schließlich anzunehmen, dass sie momentan andere Dinge beschäftigten. Doch Ryan sah auch kein Problem darin, wenn er ihr die gewünschten Antworten lieferte. Auf ein paar Minuten mehr oder weniger kam es schließlich nicht an. Der Auszubildende leitete seine Antwort mit einem Kopfschütteln ein: „Nein, ich habe es nicht bereut und ich bereue es auch nicht.“ Die Stimme des ehemaligen Ravenclaws klang entschlossen und selbstsicher. „Es ist nicht immer einfach mit dem klarzukommen, womit die Welt einen ohne Rücksicht konfrontiert, aber wem erzähle ich das.“ Celina hatte schließlich am eigenen Leib erfahren, wie grausam es dort draußen zugehen konnte. Doch für Ryan bestand gerade darin die Motivation für den Beruf. „Es gibt so viele Dinge, die falsch laufen. Ein Mitglied der Aurorenzentrale zu sein, ist in meinen Augen ein guter Weg, um dieses Chaos zu bekämpfen. Versucht man es alleine, wird man schnell sehen, dass das Chaos einen verschlingt.“ Ryan hatte seinen persönlichen Rachefeldzug bestritten und er war auch sehr erfolgreich gewesen. Doch sich selbst hatte er dabei fast verloren. Er hatte vieles aufs Spiel gesetzt und hatte miterlebt, wie die Leute, die ihm etwas bedeuteten, sich abgewendet hatten. „Es ist sicher nichts für jeden, aber ich persönlich bin mir sicher, dass ich mich für das richtige entschieden habe. Man bewirkt etwas, auch wenn es nicht immer unmittelbar spürbar ist.“ Pruecilla war ihnen weit voraus und sie hatte großen Schaden angerichtet und doch waren Vera und Celina der beste Beweis, dass nicht alles verloren war. Jedes beschützte Leben war ein Sieg und das war es, was Ryan stets motivierte.
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BeitragThema: Re: [Hauptplot] Spuren der Vergangenheit   Do 19 Apr 2018 - 21:29

Ja, wem sagte er das? Ich wusste ganz genau, wovon er sprach. Immerhin hatte ich zwei Tage lang mit der Befürchtung leben müssen, dass ich niemals mehr die vertrauten Straßen Londons zu Gesicht bekommen würde. Nun gut, hier im Krankenhaus war es zwar auch nicht gerade angenehm aber alles war besser als dieses Zelt, in dem man keine richtige frische Luft bekam und in dem man mit all seinen Sorgen, Ängsten und vor allem mit der Stimme von Pruecilla konfrontiert wurde, die sich in den Köpfen eingenistet hatte.
Aufmerksam lauschte ich seinen Worten und konnte die steigende Interesse nicht ganz ignorieren. Doch anstatt total fasziniert dreizublicken behielt ich lieber einen neutralen Gesichtsausdruck drauf und deutete schweigend ein leichtes Kopfnicken an. Ich konnte mir gut vorstellen, wie das in der Aurorenzentrale ablief - man musste sich zu 100 Prozent auf den Kollegen verlassen können, sonst könnte eine komplette Mission schief gehen, nur weil ein Auror einen einzigen falschen Tag hatte und somit den oder die Partner im Stich ließ. Der Job als Auror war nicht zu vergleichen mit meinem Zwischenjob als Kellnerin in einer Eisdiele - als Auror war man viel unterwegs, man konnte Menschen helfen und seine Fähigkeiten in der Praxis unter Beweis stellen. Das hatte mir in den letzten Monaten in der Eisdiele gefehlt. Dort hatte ich nur Kinder glücklich gemacht, hatte Mütter dabei zugehört, wie sie ihren quengelnden Kindern erklären mussten, dass sie nur eine Kugel Eis bekommen würden und ich war der Blitzableiter für all die mies gelaunten Kunden. Mir fehlte eine richtige Herausforderung, bei der ich jeden Tag aufs Neue wusste, dass ich damit zufrieden sein würde.

Ryans Nächste Worte brachten mich wieder an einen Punkt, den ich am liebsten vergessen würde: Dankbarkeit. Ich war nicht gut darin, anderen gegenüber dankbar zu sein aber ich hatte mich nie dafür bedankt, dass man mich aus dieser schrecklichen Lage geholt hatte. Ich hatte auch bislang noch nicht die Gelegenheit gehabt. "Jaa...da fällt mir ein- Mein Blick schweifte zu seiner Nasenspitze und blieb dort hängen, damit ich ihm nicht in die Augen schauen musste. Ich hab mich nie bei euch dafür bedankt. Es war zwar kein offizielles "Dankeschön" aber ich hoffte einfach inständig, dass Ryan diese Message verstehen und als `Danke` aufnehmen würde, denn ich schwieg anschließend eine ganze Weile und gab ihm damit zu verstehen, dass ich nichts mehr zu sagen hatte.
Wars das? fragte ich, wobei ich kurz auf seinen Notizblock deutete, den er vor der Befragung aus seiner Tasche herausgeholt hatte. Einerseits würde es mich interessieren, was genau von meinen Antworten nun auf dem Zettel stand - ob es detailgetreue Zitate waren oder doch nur die wichtigsten Stichworte. Aber andererseits konnte es mir auch egal sein, solange sie mit den Informationen irgendetwas anfangen konnten. Zumindest den Namen Prason konnte ich - so hatte ich zumindest das Gefühl - zu den Fallakten hinzufügen, denn sonst hätte Ryan den Namen sicher bereits gekannt und hätte ihn dem Glatzköpfigen Mann, den ich anfangs erwähnt hatte, zuordnen können.
Ich hoffe ich konnte helfen. Es sollte nicht noch jemand so etwas durchmachen müssen. Ich streckte meine Beine aus und musste unwillkürlich an Vera denken. Wenn man keinerlei Informationen über ihr Befinden hatte, konnte man grundsätzlich davon ausgehen, dass ihr Zustand nicht gerade stabil war, zumindest wenn man ihn mit meinem eigenen verglich. Denn auch wenn ich immer noch an Paranoia litt und schnell angespannt war, wenn eine gänzlich fremde Person den Raum betrat, war ich mittlerweile wieder in der Lage über das Geschehene länger als nur wenige Minuten nachzudenken. Das hatte das Gespräch mit dem jungen Auror mir gegenüber bewiesen, weswegen ich einen leichten Anflug von Stolz nicht ignorieren konnte.
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BeitragThema: Re: [Hauptplot] Spuren der Vergangenheit   Fr 20 Apr 2018 - 16:53

Der Auszubildende Auror konnte das Interesse der jungen Hexe an dem Beruf des Auroren noch nicht richtig einordnen. Es schien für ihn eher unwahrscheinlich, dass sie nach ihren Erlebnissen eine derartige Laufbahn einschlagen wollte. Andererseits hatten auch Ryan derartige Erfahrungen dahin gebracht, wo er sich nun befand. Trotzdem tat er die Nachfrage Celinas als bloße Neugier ab. Dass sie sich schon in einigen Wochen als Auszubildende Aurorin im Ministerium befinden würde, ahnte Ryan noch nicht. Ein wenig hoffte er es auch, denn die Situation der ehemaligen Mitschülerin barg viele Risiken, den Job aus falschen Gründen anzutreten. Es war schon auf gewisse Weise ironisch, dass ausgerechnet der Metamorphmagus solche Gedanken hatte. Seine Motive waren stets welche gewesen, welche vor allem von seinem näheren Umfeld stark kritisiert worden war. Rache hatte stets einen hohen Preis, welcher immer eingetrieben wurde, egal wie sehr man es zu verhindern versuchte. Ryan wusste, dass Rache nie die gewünschte Erleichterung brachte und doch war er noch immer anfällig für jene Rachsucht, welche ihn schon so viel gekostet hatte.
Der ehemalige Ravenclaw vernahm die indirekte Botschaft des Dankes und reagierte auf diese nur mit einem Nicken, das von einem Lächeln begleitet worden war. Er hatte nur seinen Job getan und dabei sogar sehr viel riskiert. Es war riskant gewesen einen direkten Angriff auf Celina und Angelina Tessouna zu starten. Der junge Auror hatte damals versucht die Runen der beiden Hexen freizulegen und genau betrachtet, war er dabei sogar gescheitert. Zwar war es gelungen Celinas Rune sichtbar zu machen, doch forderte sein riskantes Manöver zugleich das Leben Angelinas. Es gab manchmal keine ideale Lösung. Doch hatte es den Metamorphmagus einige Tage gekostet, um sich nicht weiter den Kopf darüber zu zerbrechen, wie er alternativ hätte handeln können. Seine Ausbilderin hatte ihm nie etwas vorgeworfen, was wohl der Grund dafür war, dass Ryan eben dieser Aussage mittlerweile zugestimmt hatte. Es wurden Leben gerettet und darauf kam es an.
Auch auf die Frage, ob die Befragung nun beendet sei, nickte der Auror nur stumm, während eine Geste dafür sorgte, dass Block und Stift den Weg in seine Innentasche fanden. Der Auszubildende erhob sich von seinem Stuhl und platzierte diesen an jenem Ort, von welchem er ihn zuvor entfernt hatte. „Wir werden unser bestes geben. Vielen Dank für deine Mithilfe.“ Die Stimme des jungen Mannes klang kühler, als dieser es beabsichtigt hatte. Es war zu einer Gewohnheit geworden, nach außen ein möglichst emotionsloses Bild abzugeben. Ein Schutzmechanismus, welcher sich in den vergangenen Wochen verstärkt hatte. „Ich wünsche dir alles Gute“, fügte er dann jedoch mit einem aufrichtigen Lächeln hinzu, bevor er das Zimmer Celinas verließ. Ein bloßes Nicken des Kopfes wurde als Abschiedsgruß an die Heilerin Mrs. Harris gerichtet, bevor Ryan sich auf den Rückweg in das Büro Natascha Romanovas machte.



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