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 Having you around makes everything easier.

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Gwyneth Johnson
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BeitragThema: Having you around makes everything easier.    Di Jan 30, 2018 11:11 pm

Es war nun ein bisschen mehr als eine Woche her, seit Chase mit seinen Brüdern vor ihrer Türe gestanden hatte. Logan hatte die Grenze überschritten, als er die Verlobung mit Eliza öffentlich gemacht hatte, ohne seinem Sohn zuvor etwas davon mitzuteilen. Welche Konsequenzen die Flucht der Campbell-Sprösslinge mit sich bringen würde, lag noch in den Sternen und die Johnsons hatten sich alle Mühe gegeben, die Drei nicht zu sehr darüber nachdenken zu lassen. Gwyneths Vater schien es gut zu gefallen, Besuch im Haus zu haben und obwohl er erpicht darauf war, die Campbells nichts von der Hausarbeit machen zu lassen, freute er sich doch, wenn Chase ihm ab und zu von selbst zur Hand ging. Es hieß immer, dass es ein großer Schritt war, mit dem eigenen Partner schließlich zusammen zu ziehen und obwohl man die derzeitige Wohnsituation von Gwen und Chase nicht direkt so benennen konnte, schliefen sie doch im selben Bett und wohnten sozusagen unter einem Dach. Dennoch empfand es die Slytehrin weder als seltsam, noch störend, den Mitschüler rund um die Uhr um sich zu haben, ganz im Gegenteil genoß sie es sogar. Es mochte wohl daran liegen, dass ihre Beziehung sich über viele Ebenen hinweg erst zudem entwickelt hatte, was sie heute war, weshalb die Schlangen bereits viel mehr zusammen gewachsen waren, als andere Paare in ihrem Alter.
Sie hatten die ersten Tage damit zugebracht, dass Gwen Chase ihre Sammlung von Fotoalben gezeigt hatte, die frühesten davon hatte sie mit gut sechs Jahren gemacht und sie sahen dementsprechend aus, doch zog sich dieses Hobby durch ihre gesamte Kindheit und auch heute noch spazierte sie gerne durch Glasgow und hielt ein paar schöne Momente fest.

Normalerweise nutzte sie die Ferien auch, um ihre Mutter im St. Mungo's zu besuchen und obwohl es ihr ein wenig unangenehm gewesen war, hatte sie Chase dieses Mal gefragt, ob er sie begleiten würde. Auch wenn Violets Gedächtnis nach ihrem Unfall großflächige Lücken aufwies, erkannte sie doch glücklicherweise nach wie vor ihre Familie und wichtige Menschen, weswegen es der blonden Hexe viel bedeutete, ihr ihren Freund vorzustellen. Chase hatte zugesagt und sie einigten sich auf den heutigen Tag. Maximilian erklärte sich bereit, sie mit dem Zug nach London zu begleiten, weigerte sich jedoch, mit ihnen ins Krankenhaus zu gehen, sondern gab vor, etwas erledigen zu müssen und dann im Café gegenüber vom St. Mungo's auf sie zu warten. Den ganzen Vormittag hatte Gwen versucht, ihn zum Mitgehen zu überzeugen, doch als sie dann schließlich in London waren, war es wie Gwen es bereits kannte und ihr Dad verlor die Geduld: „Herrgott noch eins, ich habe Nein gesagt, ich will deine Mutter nicht sehen!“, fuhr er sie energisch an, schämte sich jedoch sogleich im nächsten Moment dafür, vor Chase die Beherrschung verloren zu haben. „Also ähem...“, stammelte er und räusperte sich, während Gwen den Blick enttäuscht zu Boden senkte. „Geht ihr nur... ich... ich warte dann da drüben auf euch.“ Er deutete auf das Café und rang noch einen Augenblick mit sich, ehe er Kehrt machte und die Schüler vor dem Spital alleine ließ. Gwen seufzte leise und drückte leicht Chase' Hand, ehe sie zu ihm aufblickte. „Tut mir Leid... Wir streiten jedes Mal, wenn ich sie besuche. Ich wünschte nur, er würde sich einen Ruck geben, wir sind doch alles, was sie noch hat.“, sagte sie und strich sich eine Strähne aus dem Gesicht, die sich aus ihrem hoch gesetzten Pferdeschwanz gelöst hatte. Das Wetter war heute mal der Jahreszeit entsprechend warm, weshalb sie sich in einen leichten, gemusterten Sommerrock und eine ärmellose fliederfarbene Bluse gekleidet hatte. „Aber was soll man machen... wollen wir?“, fragte sie und bemühte sich, um einen gleichgültigen Tonfall, der ihr kaum gelang, schließlich brauchte sie trotz allem ebenfalls stets ein paar Augenblicke, um sich zu sammeln, bevor sie das Krankenhaus betrat. Ein Umstand, den man wohl an ihrem heute eher ernsten Gesichtsausdruck und dem festeren Druck ablesen konnte, mit dem sie Chase' Hand umklammert hielt.


Zuletzt von Gwyneth Johnson am Fr Aug 10, 2018 12:52 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Chase Logan Campbell
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BeitragThema: Re: Having you around makes everything easier.    Mi Jan 31, 2018 8:57 pm

Chase wusste nicht viel über Gwyneths Mutter. Sie hatte ihm erzählt, dass sie einen Unfall gehabt hatte und seitdem im St. Mungo’s untergebracht ist. Gwen selbst hatte erst von ihrer Mutter und deren Zustand erfahren, nachdem sie den Hogwartsbrief erhalten hatte. Dennoch waren seine Informationen über die verunfallte Hexe spärlich, was nicht zuletzt damit zusammenhing, dass er seine Freundin nie zu diesem Thema ausfragen wollte. Er wusste sehr wohl, wie nah ihr das Schicksal ihrer Mutter ging und hatte auch jederzeit ein offenes Ohr, wenn Gwyneth darüber sprechen wollte, aber er hatte es stets vermieden das Thema von sich aus anzuschneiden. Das Ganze war einfach so persönlich, dass Chase sich sicher war, dass Gwen ihm von sich aus erzählte, was sie ihn wissen lassen wollte.  Nun hatte sie ihn sogar darum gebeten, sie zu ihrer Mutter ins Krankenhaus zu begleiten. Natürlich hatte der junge Zauberer zugesagt und sah darin sogar einen großen Vertrauensbeweis. Zudem war Chase wirklich neugierig auf die Mutter seiner Freundin. Ihre Familie hatte sich bisher in jedem Punkt als besser als seine eigene Familie erwiesen und er war sich sicher, dass das an dieser Stelle nicht enden würde. Dennoch war er aufgeregt. Schließlich wusste er nicht besonders viel über den Zustand von Violet Johnson.

Es war der Zug, welcher Maximilian und die beiden Zauberer nach London gebracht hatte. Chase war, abgesehen vom Hogwarts-Express, noch nie in einem Zug gefahren. Die Muggel hatten auf diese Weise Städte und Länder verbunden. Für Chase Geschmack dauerte eine solche Reise jedoch zu lang. Doch es gab kaum Alternativen, wenn man weder über den Apparier-Zauber, noch über fliegende Besen, das Flohnetzwerk, oder Portschlüssel verfügte. Allerdings musste man den Zügen der Muggel lassen, dass diese weitaus moderner wirkten, als der Hogwartsexpress es tat. Letzterer war dafür deutlich sauberer und gepflegter. Doch Züge waren nur ein Aspekt der nichtmagischen Welt, welcher für Chase Neuland darstellte. Spülmaschinen, Waschmaschinen, Fernseher, Smartphones usw. Die Muggel hatten ausgereifte Technologien entwickelt, um das Leben angenehmer und spannender zu gestalten. Für so ziemlich jede dieser Gerätschaften hatte Chase eine Einweisung benötigt, was seine Faszination für die Welt der Muggel allerdings nicht geschmälert hatte. Er konnte nun noch viel weniger verstehen, wie einige Zauberer und Hexen sich aufgrund ihrer magischen Fähigkeiten für überlegener halten konnten. Die Muggel hatten ihre eigene Form der Magie entwickelt und diese war hart erarbeitet und nicht einfach angeboren. Diese neue Welt war faszinierend und Chase wollte immer mehr von dieser parallelen Gesellschaft erfahren und kennenlernen.
Während die drei sich in London aufhielten, hielten sich die Zwillinge bei den Nachbarn der Johnsons auf. Diese hatten zwei Kinder, welche ungefähr im Alter von Edward und Lucas waren und sich zudem super mit diesen verstanden. Nachdem Chase den Jungs noch einmal klargemacht hatte, dass ihre neuen Freunde auf keinen Fall erfahren durften, dass es so etwas wie Zauberer und Hexen gab, hatten die beiden angefangen sich fast täglich mit den Nachbarskindern zu treffen. Es war ein Sport der Muggel, welcher die beiden jüngsten Campbells in seinen Bann gezogen hatte. Dabei ging es darum einen Ball, der etwas größer und deutlich leichter als ein Quaffel war, mit dem Fuß in aufgespanntes Netz zu befördern. Nur der Hüter, oder wie auch immer die Muggel es nannten, durfte in diesem Spiel die Hände benutzen. Alle anderen Spieler mussten ihre Spielzüge mit den Füßen, oder wahlweise dem Kopf machen. Chase selbst hatte sich daran allerdings noch nicht versucht.

Der Slytherin fühlte sich ein wenig fehl am Platz, als plötzlich eine Diskussion zwischen Gwyneth und ihrem Vater ausbrach. Das Unbehagen des Schülers war vor allem darin begründet, dass er Maximilian noch nie derartig erlebt hatte. Für einen Moment war seine lockere, warme und stets freundliche Art verflogen und er wehrte sich mit aller Vehemenz gegen Gwens Vorschlag, die beiden zu begleiten. Allein am Druck, welchen Gwyneth auf seine Hand ausübte, merkte Chase, dass auch sie von dieser Reaktion nicht unberührt blieb, was er sehr gut nachvollziehen konnte. „Das muss dir nicht leid tun“, wies er ihre Worte zurück. Sie konnte nichts für die Reaktion ihres Vaters und Chase wusste zu wenig über Maximilians Motive, um sein Handeln irgendwie einordnen zu können. Vielleicht würde der Slytherin seine Freundin in einem geeigneten Zeitpunkt danach fragen, doch der aktuelle wäre dafür nur schlecht geeignet. Mit einem Nicken beantwortete er schließlich die Frage, ob er bereit wäre, um das magische Krankenhaus zu betreten.
Das St. Mungo’s Krankenhaus lag unter einem alten verlassenen Muggelkaufhaus, welches der magischen Einrichtung als Tarnung diente. Zauber waren dafür verantwortlich, dass die meisten Muggel das alte Gebäude einfach ignorierten. Der Eintritt erfolgte auf eine Weise, welche für die magische Welt alltäglich war. Der Eingang war auf den ersten Blick ein undurchdringbares Hindernis, welches sich mit dem nötigen Wissen allerdings durchschreiten ließ. Das blonde Paar trat vor ein altes Schaufenster, in welchem eine Schaufensterpuppe mit altmodischer Kleidung auffielt. Dieser sprach Chase leise einen Zauber entgegen, woraufhin sie einen Finger krümmte und damit das Zeichen gab, dass der Eingang geöffnet war. Chase betrachtete sein Spiegelbild im Schaufenster. Er trug ein sommerliches Hemd und eine dazu passende Jeans. Es war die Art von Outfit, welche für Logan vermutlich schon zu „gossenhaft“ aussehen würde, obwohl es sich um einfache Freizeitkleidung handelte, welche nicht einmal besonders unordentlich wirkte. Gemeinsam mit Gwen trat der blonde Zauberer durch die Scheibe, um sich im nächsten Moment im Eingangsbereich des magischen Krankenhauses wiederzufinden. Der Slytherin atmete tief durch und war tatsächlich aufgeregt, die Mutter seiner Freundin kennenzulernen. Die Navigation oblag nun aber der blonden Hexe, da Chase nicht wusste, auf welchem Zimmer, oder auf welcher Station Violet Johnson sich befand.
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Gwyneth Johnson
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BeitragThema: Re: Having you around makes everything easier.    Fr Feb 02, 2018 4:45 pm

Die Slytherin lächelte schwach, als Chase ihre Entschuldigung abtat. Sie wusste, dass ihn die Reaktion ihres Vaters überrascht haben musste, denn solange das Thema nicht auf Gwens Mutter gelenkt wurde, war Maximilian stets warmherzig und freundlich. Doch der Unfall seiner Frau hatte auch den Muggel nicht kalt gelassen und auch wenn Gwyneth lange gedacht hatte, dass er sich für den Zustand ihrer Mum schämte, vermutete sie in letzter Zeit doch immer stärker, dass es ihn vielleicht selbst so sehr schmerzte, seine Frau praktisch verloren zu haben, dass er sie am Liebsten vergessen würde. Oder so ähnlich... Die blonde Hexe wusste es nicht genau, denn wie man vermuten konnte, würde Maximilian kaum offen über dieses Thema sprechen, doch an manchen Abenden, wenn Mr. Johnson alleine in der Küche saß, weil er dachte, dass seine Tochter schon im Bett war, hatte eben jene ihn dabei beobachten können, wie er mit betrübtem Blick auf ein Foto gesehen hatte. Gwen war sich hierbei sehr sicher, dass dies ihre Mutter abbildete und obwohl es sie selbst jedes Mal belastete, wenn sie ihre Mum besuchte, half es ihr doch im Gegenzug auch. Schließlich wusste doch niemand, ob Violets Zustand sich irgendwann vielleicht doch noch verschlimmern würde oder wie lange sie so überhaupt überleben konnte. Somit musste jeder Tag genutzt werden, an dem Gwen noch eine Mutter hatte. Sie nahm sich vor, Chase die Reaktion ihres Vaters nach dem Besuch zu erklären, schließlich gab es im St. Mungo's ja auch eine Besuchercafeteria, die sie nachher noch aufsuchen könnten, und sie wollte auch nicht, dass ihr Freund ein merkwürdiges Bild von ihrem Vater bekam oder sich in Zukunft vor Gesprächen mit jenem scheute.

Nachdem die Beiden schließlich durch das alte Schaufenster verschwunden waren ohne von den Muggeln bemerkt zu werden, fanden sie sich in der Eingangshalle wieder. Auf den ersten Blick unterschied sich das Krankenhausgebäude nicht großartig von einem Muggelhospital, mit Ausnahme von den Krankheitssymptomen, die man hier und dort von den Patienten aufschnappte. „Wir müssen in den vierten Stock.“, klärte sie Chase auf und deutete auf die Wegweiser Tafel, wo neben dem vierten Obergeschoss die Abteilung Fluchschäden und Zauberunfälle stand. Gwen führte Chase zum Aufzug und sie fuhren nach oben und wie jedes Mal, wenn sie zu Besuch kam, krampfte sich ihr Magen immer zum exakt gleichen Zeitpunkt vor Nervosität zusammen. Nämlich genau dann, wenn sie den Lift verließ und das Zimmer ihrer Mutter aufsuchte. Unwillkürlich verfestigte sich abermals ihr Druck um Chase' Hand und wortlos führte sie ihn auf die Station für Langzeitpatienten. Dort gingen sie noch ein paar Momente durch einen weiteren Gang, ehe Gwen vor einem der Zimmer stehen blieb. „Hier ist es.“, erklärte sie und atmete einmal tief durch, ehe sie ihre freie Hand hob, um an die Tür zu klopfen und jene anschließend zu öffnen.

Der Raum war geräumig und beinhaltete drei Betten und mehrere Sitzgelegenheiten, da die Patienten ja nicht alle verpflichtet waren, liegen zu bleiben. Im hinteren Teil des Zimmers saß ein älterer Mann auf seinem Bett, der mit verklärtem Blick aus dem Fenster starrte und leise etwas vor sich her murmelte. Ihm gegenüber lag eine jüngere Frau und schlief und an dem kleinen Tisch in der Mitte des Raumes hatte sich eine blonde Hexe niedergelassen und las einen Zeitungsartikel. Es fiel wohl sofort auf, von wem Gwen den Großteil ihres Aussehens geerbt hatte, denn sowie die Türe ins Schloss fiel, blickte Violet auf und ihre blauen Augen hellten sich auf, als sie ihre Tochter erkannte. Erst jetzt entspannte sich auch Gwen ein wenig, denn jedes Mal, wenn sie herkam, hatte sie Angst, ihre Mutter würde sie irgendwann vielleicht nicht mehr erkennen. „Gwyneth, wie schön dich zu sehen.“, sagte Violet und ihre Stimme klang leise und irgendwie fremd. Als würde sie gar nicht zu ihrem Körper gehören. Gwen überwand mit Chase die letzten Meter bis zu dem kleinen Tisch und umarmte ihre Mutter. „Hey, Mum.“ Danach deutete sie mit einem Lächeln auf ihre Begleitung. „Das ist mein Freund, Chase Campbell. Du weißt ja, von dem ich erzählt habe.“, erklärte sie und sah der Hexe prüfend ins Gesicht, welche ihre glänzenden Augen, die ihrer Tochter so ähnlich waren, auf das Gesicht des jungen Mannes richtete. „Chase... Campbell...“, murmelte sie wiederholend und sah ihn ein paar Augenblicke lang verloren an, ehe etwas in ihrem Kopf Klick zu machen schien und ihr Lächeln sich vertiefte. „Oh ja natürlich! Schön dich endlich kennenzulernen, Chase.“, sagte sie und streckte eine zitternde Hand nach ihm aus. „Setzt euch doch zu mir. Ist... dein Vater noch einen Kaffee trinken gegangen?“, schien es Violet dann plötzlich einzufallen und mit fragendem Ausdruck sah sie von Chase zu Gwen, welche sich auf die Unterlippe biss und Chase ebenfalls einen flüchtigen Blick zuwandte. „Nein, er... konnte leider nicht kommen... Es tut ihm Leid.“ Sie wusste, dass Maximilian nichts dergleichen gesagt hatte, doch fühlte sie sich schuldig, dass sie es schon wieder nicht geschafft hatte, ihn herzubringen. In Violets Gesicht zeichnete sich sichtliche Enttäuschung ab und sie senkte ihren Blick zu Boden, sodass ihr blondes und glanzlos stumpf aussehendes Haar, das ihr bis knapp über die Schultern reichte, nach vorne fiel. „Nun wer kann es ihm schon verübeln...“, murmelte die Frau plötzlich in einem ganz eigentümlichen Tonfall zu sich selbst, ehe sie in der nächsten Sekunde schon wieder mit einem verschwommenen Lächeln aufblickte. „Aber das macht nichts... Ihr seid hier! Setzt euch schon!“, forderte sie die Schüler nochmals auf, bis jene sich zwei Stühle griffen und am Tisch Platz nahmen.
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BeitragThema: Re: Having you around makes everything easier.    Fr Feb 02, 2018 7:09 pm

Chase folgte der blonden Hexe stumm in den vierten Stock. Ganz davon abgesehen, dass Chase nie ein Mann großer Worte gewesen war und sich daher in vielen Situationen stumm präsentierte, gab es in seinem Repertoire kein einziges Thema, welches ihm momentan passend erschien. Außerdem kannte er seine Freundin gut genug, um zu wissen, dass der stets zunehmende Druck ihrer Hand nicht bloß dem Zustand geschuldet war, sondern eine Folge von Aufregung darstellte. Nach dem Grund für diese Aufregung musste der Slytherin nicht fragen, denn dieser war offensichtlich, weshalb er es für das beste hielt, wenn er Gwyneths Gedanken nicht unterbrach. Es gab Situationen, die eine mentale Vorbereitung benötigte und für Gwen gehörte der anstehende Besuch in diese Kategorie. Ganz davon abgesehen, war der blonde Campbell ebenso aufgeregt. Seine Motive schienen andere zu sein, aber sein Kopf war dennoch damit beschäftigt irgendwie hervorzusagen, was ihn erwarten würde. Zweifelsfrei ein unmögliches Unterfangen und dennoch gelang es ihm nicht die eigenen Gedanken zu ändern.
Erst die Information, dass die beiden nun direkt vor dem richtigen Zimmer standen, ließ den Zauberer aufblicken. Er schenkte der festen Freundin ein aufrichtiges Lächeln, bevor diese ihre freie Hand nutzte, um die beiden per Klopfzeichen anzukündigen. Dann öffnete sie die Tür, was die Aufregung des jungen Mannes wieder präsenter werden ließ, auch wenn er es sich nicht anmerken ließ.

Der erste Eindruck des Raumes war ernüchternd. Er war klein und wirkte nur wenig wohnlich. Für einen normalen Krankenhausaufenthalt wäre es vollkommen in Ordnung, aber auf der Station für Langzeitpatienten, die in diesen Zimmern immerhin ein provisorisches Zuhause sehen mussten, erwartete man eigentlich mehr. Es ging dem jungen Zauberer dabei nicht um luxuriösen Komfort, sondern lediglich um etwas Wärme und Wohnlichkeit, welche dem Zimmer vollkommen fehlte. Der Schüler war kein Fachmann, aber er war sich sicher, dass ein schöneres Umfeld in einigen Fällen für einen besseren Genesungsprozess sorgen konnte.
Es legte sich jedoch ein Lächeln auf die Lippen des blonden Zauberers, als eine blonde Frau, welche zweifelsfrei Violet Johnson war, aus der tristen Stimmung des Raumes ausbrach und Gwyneth mit einem deutlichen Ausdruck der Freude empfing. Auch Gwen schien ihre Anspannung zu großen Teilen abgelegt zu haben und stellte Chase nun vor, nachdem sie ihre Mutter begrüßt hatte. Diese schien einige Momente zu brauchen, bis sie Chase dann die Hand reichte und ihn begrüßte. „Freut mich auch, Mrs. Johnson“, entgegnete er mit einem warmen Lächeln und reichte der älteren Hexe seinerseits die Hand.
Die Stimmung gewann wieder an Anspannung, als Maximilian zum Thema wurde. Es war offensichtlich, dass sein Verhalten für keinen der Beteiligten einfach zu verstehen oder zu verkraften war. Doch das Ganze war viel zu persönlich, als dass Chase sich ein Urteil über diese Situation erlaubt hätte. Er ließ die ausweichenden Worte seiner Freundin unkommentiert und nickte nur stumm. Es wäre wohl für niemanden förderlich, wenn Gwen die volle Wahrheit offenbart hätte. Diese schien Violet allerdings schon längst zu kennen. Zumindest ließen ihre Worte dies vermuten.
Doch das Thema schien die Laune der älteren Hexe nicht lange zu trüben, denn schon im nächsten Moment begann sie wieder zu lächeln, bevor sie die Slytherins aufforderte, sich zu setzen, was sie schließlich auch taten. Chase blieb noch immer stumm. Er versuchte noch immer die Situation einzuschätzen und war sich nicht sicher, wie er das Schweigen brechen sollte. Vermutlich wäre es das Beste, wenn er darauf warten würde, bis man ihm eine Frage stellte. Zudem hatten Mutter und Tochter sich bestimmt einiges zu sagen, was natürlich Vorrang hatte.
Chase betrachtete Violet Johnson nun etwas genauer, ohne sie dabei auffällig anzustarren. Die Hexe wies große Ähnlichkeit zu Gwyneth auf. Ihre Augen ähnelten denen der jungen Slytherin sehr, auch wenn ihnen der Glanz fehlte, welcher in Gwens Augen stets funkelte. Die ältere Hexe wirkte entkräftet und müde. Es war so, als hätte die Frau etwas verloren. Das fiel Chase vor allem im Vergleich mit ihrer Tochter auf. Es war nicht allein das Alter, welches diesen Unterschied machte. Es wirkte viel mehr so, als würde in Gwyneth ein Feuer brennen, welches in ihrer Mutter schon lange erloschen war. Dieser Gedanke ließ den jungen Zauberer das erste Mal erahnen, was der Unfall der einstigen Heilerin alles geraubt hatte und doch wusste er viel zu wenig, um diesen Verlust nachvollziehen zu können.
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Gwyneth Johnson
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BeitragThema: Re: Having you around makes everything easier.    So Feb 04, 2018 12:08 am

Gwen war erleichtert, ihre Mutter in so einem verhältnismäßig gutem Zustand zu sehen, denn Violet freute sich zwar normalerweise immer über den Besuch ihrer Tochter, doch wirkte sie manchmal so verloren, dass die Slytherin sich gar nicht sicher war, ob ihre Mum ihre Anwesenheit überhaupt wahrnahm. Heute kam sie jedoch fast an eine ganz normale Frau heran, auch wenn die blonde Hexe dies wohl nicht wirklich beurteilen konnte, da sie ihre Mutter vor ihrem Unfall nicht wirklich gekannt hatte. Jedenfalls war sie noch zu klein gewesen, um sich an sie zu erinnern. Sie schenkte Chase ein erleichtertes Lächeln, als die beiden sich schließlich zu ihrer Mutter setzten, ehe sie sich wieder an Violet wandte: „Wie geht's dir, Mum?“, fragte sie dann und sah ihrer Mutter aufmerksam in das blasse Gesicht, woraufhin jene energisch mit den Händen wedelte, um die Frage abzuwinken. „Ach, es geht mir gut! Gestern haben mir die netten Nachbarn eine neue Mitbewohnerin gebracht, aber ich konnte noch nicht viel mit ihr sprechen...“, erklärte sie und deutete auf die schlafende Frau, die sich nur manchmal in einem der hinteren Betten regte. „Unter uns gesagt, es würde Charles auch ganz gut tun, ein bisschen Ablenkung zu bekommen.“, fuhr die ehemalige Heilerin nun mit gesenktem Tonfall fort und sprach hierbei wohl von dem anderen Patienten in ihrem Zimmer, der nach wie vor leise murmelnd aus dem Fenster starrte. Gwen biss sich unwillkürlich auf die Unterlippe, denn sie wusste, dass mit den erwähnten „Nachbarn“ eigentlich die Heiler und das Pflegepersonal gemeint waren, doch da Violet sich an ihr Leben außerhalb dieser Klinik nicht erinnern konnte, war es wohl verständlich, dass sie das Krankenhaus wie eine Art Wohnhausanlage betrachten musste. Die Slytherin war immer wieder kurz davor, ihrer Mum zu erklären, dass sie hier gar nicht wirklich wohnte, sondern eigentlich sogar mal hier im Spital gearbeitet hatte, doch die Versuche, Violets Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen, waren nie wirklich erfolgreich gewesen. Bei ihren ersten Besuchen hatte Gwen es noch regelmäßig versucht, weil sie dachte, dass eine kontinuierliche Erinnerung daran möglicherweise die Amnesie verdrängen konnte, doch irgendwann musste sie einsehen, dass dies wohl nicht klappte. Auch die Heiler hatten ihr versichert, dass es unwahrscheinlich wäre, dass Violet sich jemals an ihre Vergangenheit erinnerte und es im Gegenzug eher erstaunlich war, dass sie überhaupt noch Personen wiedererkannte.

„Aber genug von mir, wir wollen doch Chase hier nicht langweilen, stimmt's?“, wechselte Violet dann das Thema und lächelte den Slytherin freundlich an. „Erzähl doch etwas von dir, fotografierst du auch gerne oder stehst du für Gwyneth nur Modell?“, fragte sie und zwinkerte ihm schelmisch zu, woraufhin sogar ihre Tochter ein wenig prusten musste. Zumindest brauchte man sich auch bei ihrer Mum keine Gedanken darüber zu machen, dass sie besonderen Wert auf Zukunftspläne, Berufsvorstellungen oder Geld legte. Viel mehr interessierte sich die Hexe für den eigentlichen Charakter des Freundes ihrer Tochter. „Ihr zwei habt euch ja auf dieser Hogs... Hogs...“ „Hogwarts...“, half Gwen aus. „Ach ja Hogwarts Schule kennengelernt, nicht? Dieses Institut für besondere Kinder! Wie findest du es dort? Du kannst es mir ruhig ehrlich sagen: Sind dort wirklich alle...“ Sie machte eine effektvolle Pause und sah Chase mit verschwörerischem Gesicht an. „Verrückt?“, flüsterte sie dann, als wollte sie dieses Detail nicht vor Gwen laut aussprechen, welche währendessen den Kopf schüttelte. „Dort ist niemand verrückt, Mum!“, schaltete die Blonde sich ein. „Aaaach nichts wofür man sich schämen muss! Ist doch gut, dass es dort einen Platz für diese Art von...“ Nun lehnte sie sich vergnügt schmunzelnd zu Gwen. „Sonderlingen gibt.“, woraufhin die Slytherin sich nun mit der flachen Hand gegen die Stirn klatschte. Violet meinte es nicht böse, doch natürlich fehlte in ihren Erinnerungen auch das Detail der Zauberei. Weder wusste sie, dass sie selbst so etwas konnte, noch hielt sie es für möglich, dass Magie überhaupt existierte und obwohl Gwen ihr auch das schon ab und zu versucht hatte, klar zu machen, schien ihre Mutter sie seither für verrückt zu halten. Was für eine Ironie!


Zuletzt von Gwyneth Johnson am So Feb 04, 2018 10:39 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Chase Logan Campbell
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BeitragThema: Re: Having you around makes everything easier.    So Feb 04, 2018 6:28 pm

Weiterhin stumm, aber keinesfalls unaufmerksam, verfolgte Chase die Gespräche von Mutter und Tochter. Die Worte von Violet Johnson gaben immer stärker Preis, dass sie sich eine eigene kleine Welt aufgebaut hatte. Gwyneth hatte ihrem Freund schon erklärt, dass ihre Mutter viele Dinge vergessen hatte, weshalb das Krankenhaus alles war, was Violet kannte. Sie selbst schien dieses jedoch gar nicht als Einrichtung für Verletzte und Kranke wahrzunehmen, sondern als Zuhause, was es für die verunfallte Hexe leider auch sein musste. Ob sie ihre Umgebung tatsächlich so wahrnahm, oder dieses Scheinbild erschaffen hatte, um nicht zu verzweifeln, wusste Chase nicht. Er wusste weder genug über Violet selbst, noch über ihren Unfall und die genauen Folgen. Er konnte also nur spekulieren und derartiges Vorgehen führte einen nur selten zur richtigen Lösung.
Seine Gedanken wurden ohnehin unterbrochen, als die Mutter der jungen Slytherin nach seinen Hobbys fragte. „Ich befürchte, dass ich vor und hinter der Kamera nur mäßig talentiert wäre“, stellte der Slytherin amüsiert fest. Wobei er sich sicher war, dass man sehr interessante Bilder von ihm schießen könnte, wenn man im richtigen Moment eine Kamera zur Hand hätte. Der brennende Auftritt im Unterricht war da nur eines von vielen Beispielen. „Meine Talente sind eher musikalischer Natur. Ich spiele Gitarre, um genau zu sein“, nannte er schließlich das einzige, was er als Hobby bezeichnen konnte. Er hatte durchaus noch andere Interesse und Möglichkeiten, um sich die Zeit zu vertreiben, aber keine davon gehörte in die Kategorie von Tätigkeiten, die man der Mutter seiner Freundin erzählte. Und wieder hatte er das Bild seines brennenden Selbst vor Augen.
Ein weiterer Aspekt der Amnesie offenbarte sich, als Violet Johnson Hogwarts zum Thema der Unterhaltung machte. Sie wusste von der Schule ihrer Tochter und sie wusste auch, dass es eine außergewöhnliche Schule war. Lediglich der Aspekt der Zauberei schien ihr voll und ganz unbekannt zu sein. Das wiederum bedeutete, dass die Hexe sich auch über ihre eigenen magischen Fähigkeiten nicht bewusst war. Es handelte sich wieder um Spekulationen, aber Chase fragte sich, ob diese dennoch unbewusst zur Anwendung kam. Er hatte von muggelstämmigen Kindern gehört, die sich ihrer magischen Kräfte nicht bewusst waren und unbewusst unkontrollierte Magie einsetzten, wenn sie in emotionale Situationen gerieten. Ob es im Falle einer solchen Amnesie zu ähnlichen Auswirkungen kam, wusste der Slytherin nicht.
Im Falle von Hogwarts hatte Violet die Wissenslücke über Hogwarts anscheinend mit einer eigenen Theorie geschlossen. Sie war überzeugt, dass das Schloss eine Schule für Sonderlinge und Verrückte sei. Eine Annahme, die der Schüler tatsächlich nicht vollkommen zurückweisen konnte. Schließlich kannte Chase seine Mitschüler und Hauskameraden und wusste, dass die Beschreibung der verunfallten Hexe nicht immer vollkommen abwegig war. „Dort sind nicht alle verrückt“, begann er zunächst knapp. „Aber ich kann nicht abstreiten, dass es dort den einen oder anderen Sonderling gibt“, griff er schmunzelnd das Wort der älteren Hexe auf. „Aber das ist bei weitem nicht der Großteil der Schüler“, nahm er der Theorie Violets dann doch den Wind aus den Segeln, weil dies offensichtlich in Gwyneths Sinne zu sein schien.
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Gwyneth Johnson
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BeitragThema: Re: Having you around makes everything easier.    Do Feb 08, 2018 12:37 am

Gwyneth war froh darüber, dass das Gespräch mit ihrer Mutter bisher beinahe einer gänzlich normalen Auseinandersetzung galt. Bis auf ihre Gedächtnislücken machte die Hexe nämlich einen ziemlich gesunden Eindruck und die Slytherin hoffte, dass dies so blieb. Sie würde Chase zwar den wahren Zustand ihrer Mutter nicht verheimlichen wollen, doch wenn sich erst die weiteren Nebenwirkungen ihres Unfalls zeigten, war es auch für die Blonde selbst schwer, herauszufinden, wie sie sich dann am Besten verhalten sollte. Meistens fühlte sie sich dann so hilflos, dass sie sich verabschiedete und ging, doch es wäre ihr wohl trotzdem lieber, wenn es heute gar nicht soweit kommen müsste.
Violet hatte sich schließlich nach Chase' Hobbys erkundigt und auf seine erste Antwort bezüglich der Fotografie oder des Modell stehens, musste die Hexe glucksen. „Also ich will hier ja keine unangebrachten Dinge aussprechen, aber was das rein Optische angeht, wärst du vor der Kamera doch bestimmt ganz gut zu gebrauchen. Dafür hatte Gwyneth schon immer ein gutes Auge.“, sagte sie und grinste ihre Tochter vielsagend an. „Ja, das ist ganz und gar nicht unangebracht, Mum.“, murmelte diese in sarkastischem Tonfall, musste jedoch lächeln, denn es bedeutete ihr sehr viel, dass Chase heute hier war und dass er sich von dem Gedächtnisschwund ihrer Mutter ganz und gar nicht aus der Ruhe bringen ließ. Es wurde der Schlange mehr und mehr bewusst, wie viel Glück sie hatte, ausgerechnet ihn damals im Hogwartsexpress als erstes getroffen zu haben und dass sie sich über all die Jahre hinweg immer nahe gestanden waren.

Die Information, dass der Slytherin sich musikalisch betätigte, entlockte Violet dann schleßlich einen beeindruckten Laut und sie klatschte euphorisch in die Hände. „Oh, das ist doch toll! Beim nächsten Besuch könntest du mir doch etwas vorspielen! Hier bekommt man leider so wenig gute Musik zu hören.“, sagte sie, was wiederum ein Beweis dafür war, dass sie überhaupt keine Ahnung hatte, wo sie sich eigentlich befand. Schließlich würde wohl niemand erwarten, in einer Anstalt regelmäßig musikalische Beiträge zu hören. Doch wahrscheinlich war es in ihrem Fall wohl das Beste, den womöglich immerwährenden Krankenhausaufenthalt als solches zu verdrängen und sich stattdessen eine andere Realität aufzubauen. So könnte sie zumindest noch ein bisschen Lebensfreude empfinden. Als schließlich Hogwarts zur Sprache kam, wurde ein weiterer Teil Violets Amnesie deutlich und obwohl Gwen es sehr wohl schon einmal bemerkt hatte, wie ihre Mum etwas unwillkürlich durch Zauberei bewegt hatte, schien sie selbst überhaupt kein Augenmerk dafür zu haben. Ja, die Slytherin hatte ihrer Mutter sogar selbst mal den einen oder anderen Zauberspruch vorgeführt, doch diese hielt das wohl für jene Zaubertricks, die die Muggel lernten, um sich gegenseitig zu erheitern. Scheinbar fehlte ihr tatsächlich jegliche Verbindung zur Zauberei, weswegen sie Hogwarts nach Gwyneths Erzählungen auch für eine Schule für Verrückte hielt. Etwas, das Chase nicht gerade revidierte, doch zumindest bezeichnete er nicht alle Schüler als Sonderlinge, was Gwen ein Schmunzeln entlockte, ehe sie den Kopf schüttelte. „Das heißt aber nicht, dass sie dort nur Gestörte hinschicken.“, fügte die Slytherin dann schließlich mit Nachdruck hinzu, woraufhin Violet erneut abwinkend mit den Händen wachelte. „Ist ja schon gut, ich wollte niemandem zu nahe treten.“, sagte sie grinsend. „Wenn dein Vater nach Hause kommt, können wir ihn ja fragen was er davon hält.“ Da war es dann plötzlich. Das wovor Gwen sich stets fürchtete. „Mum...“, fing sie vorsichtig an, während sich Violets Blick plötzlich veränderte. „Du weißt ja, Dad kommt nicht...“, fuhr sie fort und griff nach einer der plötzlich stark zitternden Hände ihrer Mutter. Diese richtete ihre blauen, verklärten Augen auf das Gesicht ihrer Tochter und schien jedoch mit einem Mal durch sie hindurch zu sehen. „Nein...“, säuselte sie. „Nein, dein Vater kommt nicht... Ich weiß, dass er mich nicht sehen will... Er wünschte, ich wäre nicht mehr hier...“ Ihre Stimme wurde sonderbar und klang, als würde sie sich in einer Art Trancezustand befinden, während der Ausdruck ihrer Augen immer mehr verschwamm. „Das darfst du nicht sagen! Er hat einfach Angst, er...“ „Meine liebe Tochter...“, unterbrach Violet Gwyneth, welche schwer schlucken musste und den Blick ihrer Mutter suchte, welche jedoch ganz weit weg zu sein schien. „Ich nehme es ihm nicht übel... Ich bin doch für euch beide nur eine Bürde...“, flüsterte sie weiter und in Gwens Augen sammelten sich Tränen, die sie jedes Mal nicht unterdrücken konnte. „Das stimmt nicht.“, erwiderte sie mit brüchiger Stimme und drückte die Hand ihrer Mutter, welche schließlich den Kopf zum Fenster drehte und ein paar Augenblicke lang wie versteinert aus jenem sah. Sie wirkte auf einmal viel blasser als zuvor, so als wäre ein Stückchen Leben gerade aus ihrem Körper gewichen. Mit einem Mal schien sie nichts mehr von ihrer Umgebung wahrzunehmen und dann, ganz plötzlich wandte sie sich wieder zu den beiden Schülern und dasselbe Lächeln wie vorhin, als sie zur Türe hinein kamen, breitete sich auf ihrem Gesicht aus. „Gwyneth, wie schön dich zu sehen!“, wiederholte sie den zuvor ausgesprochenen Gruß in exakt derselben Stimmfarbe wie zuvor, was die Tränen der Tochter nun aus ihren Augenwinkeln zwang und über ihre Wangen laufen ließ. „Und du musst Chase sein, wie schön dich endlich einmal kennenzulernen.“, wandte sich Violet schließlich an den Slytherin und strahlte ihn an.
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Chase Logan Campbell
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BeitragThema: Re: Having you around makes everything easier.    Do Feb 08, 2018 9:45 pm

Chase lächelte, als Violet sein Aussehen als durchaus geeignet für Fotoshootings beschrieb. Unabhängig davon, dass so viel Offenheit durchaus an der einen oder anderen Stelle unangebracht sein könnte, mochte der Slytherin die offene Art von Gwyneths Mutter. Er selbst brachte derartige Offenheit mit Ehrlichkeit in Verbindung und Chase hatte schon häufig genug erlebt, was diese Wert war. Ob die Art der älteren Hexe eine Folge des Unfalls war, oder ob dieser lediglich dafür gesorgt hatte, dass Violet verlernt hatte einzuschätzen, wann man seine Gedanken verbalisieren sollte und wann nicht, konnte der Schüler unmöglich einschätzen. Auch hier blieb kaum Zeit, um sich genauere Gedanken zu machen, denn im nächsten Moment äußerte die Hexe schon den Wunsch nach ein wenig Musik, bei einem weiteren Besuch. „Sehr gerne, beim nächsten Mal bringe ich die Gitarre mit.“ Chase mochte es, wenn er für andere spielen konnte. Die Musik war eines der wenigen Dinge, bei denen er sich vollkommen sicher fühlte. Die Musik und seine Beziehung zu Gwen waren vermutlich alles in seinem Leben, woran er keinerlei Zweifel hatte. Alles andere schien in den letzten Tagen zu einem riesigen Chaos zu werden. Chase hatte das Gefühl nichts mehr richtig im Griff zu haben und umso glücklicher war er darüber, dass er die Musik, aber vor allem, dass er Gwyneth hatte.

Nach letzten Worten über Hogwarts und die angeblich sonderbaren Schüler, kippte die Stimmung plötzlich und die zuvor herrschende Heiterkeit brach zusammen. Violet verfiel für einen Moment wieder in eine Welt, die ihrer Fantasie entsprang, nur um im nächsten Moment darauf zu beharren, dass sie für Ehemann und Tochter nur eine Last sei. Chase versuchte die Situation zu begreifen und irgendwie hervorzusehen, was als nächstes Geschah. Doch er wusste zu wenig über die Krankheit der verunfallten Hexe, um die Geschehnisse in irgendeiner Form einordnen zu können. Zudem ergriff ihn ein beklemmendes Gefühl. Violet wirkte auf einmal viel geschwächter und niedergeschmetterter als zuvor, während eben dieser Anblick Gwyneth die Tränen in die Augen trieb. Chase presste die Lippen aufeinander und platzierte eine Hand auf dem Oberschenkel seiner Freundin, um ihr wortlos zu signalisieren, dass sie nicht alleine war. Auch wenn er sich nicht sicher war, ob er damit wirklich viel Beistand leisten konnte.
Die Situation besserte sich nicht. Der nächste Augenblick offenbarte eine weitere Facette der Unfallfolgen. Gwyneths Mutter unterbrach den Blickkontakt, nur um im nächsten Moment einen Teil ihrer Heiterkeit zurück zu erlangen und die beiden Slytherins erneut zu begrüßen. Eine Entwicklung, welche auch Chase für einen Moment erstarren ließ. Es waren unzählige Gedanken, welche ihn in diesem Moment vollkommen überforderten. Doch es war Sorge, welche sich innerhalb der Gedankenflut seine Aufmerksamkeit erkämpfte. Sorge um Gwyneth, welche ihre Tränen nun nicht mehr zurückhalten konnte. Der Slytherin konnte sie einerseits verstehen, denn auch ihn ließ der Zustand Violets, welchen er nun immer besser kennenlernte, nicht kalt und dennoch konnte er vermutlich nicht einmal ansatzweise nachvollziehen, wie groß der Schmerz sein musste, wenn es die eigene Mutter war, welche sich in eben jenem Zustand befand. Der blonde Zauberer nahm die Hand vom Oberschenkel der jungen Hexe, um dann den Arm um ihre Schultern zu legen. Er wollte bei ihr sein und er wollte ihr Halt geben, auch wenn er seine Versuche selbst nur als kläglich ansah. „Der bin ich. Es freut mich auch, Mrs. Johnson“, entgegnete er unterdessen mit einem möglichst aufrichtigen Lächeln. Die Diskussion um Hogwarts hatte gezeigt, dass Violet mit Trotz darauf reagierte, wenn man ihre eine Folge ihrer Vergesslichkeit aufzeigen wollte, weshalb der Slytherin versuchte die ältere Hexe durch freundliche Worte nicht zu beunruhigen. Es war lediglich eine Theorie des Schülers, aber er sah einen möglichen Zusammenhang zwischen den negativen Emotionen der verunfallten Frau und dem plötzlich einsetzenden Filmriss. Ob dieser Zusammenhang existierte, wusste Chase nicht, aber er wollte es auch auf keinen Fall herausfordern. Vor allem, weil er Gwyneth das nicht zumuten wollte. Dieser streichelte er vorsichtig über die Schulter, während er sie fest in seinem Arm hielt. „Willst du für einen Moment nach draußen?“, wandte er sich schließlich an seine Freundin. Er konnte es verstehen, wenn sie einen Moment zum Durchatmen benötigte und er würde sie natürlich auch begleiten, sofern sie das denn wollte.
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BeitragThema: Re: Having you around makes everything easier.    Mi Feb 14, 2018 6:22 pm

Als Chase versprach, bei seinem nächsten Besuch eine Gitarre mitzubringen, um Violet damit etwas vorspielen zu können, legte sich ein Strahlen in die blauen Augen jener, welches ihren leicht verklärten Blick überschattete und sie ihrer Tochter noch mehr ähnlich sehen ließ. Allerdings war dieser Funke nur von sehr kurzer Dauer, denn in den nächsten Augenblicken kippte die Stimmung im Krankenzimmer und wo zuerst noch die offene und enthusiastische Seite Violets zu sehen gewesen war - welche wohl diejenige war, die an ihr früheres Ich am meisten herankam - wurde jene schließlich zuerst von Verwirrung und einer anschließenden fast depressiven Reaktion abgelöst, die Gwyneth zwar schon kannte, doch jedes Mal, wenn sie diese Veränderung mitansehen musste, konnte sie ihre Trauer nicht verbergen oder gar zurückhalten. Es tat weh, die eigene Mutter nur als verwirrte Seele kennenzulernen, welche nach ein paar Minuten in einer normalen Unterhaltung plötzlich zum Anfang zurücksprang und keine Ahnung mehr hatte, was vor zwei Wimpernschlägen passiert war. Umso schlimmer war es, zu wissen, dass ihr Zustand sich scheinbar dahingehend verschlechterte, dass diese Anfälle der Amnesie in immer kürzeren Abständen zu passieren schienen und es scheinbar nichts gab, womit man dies verhindern konnte. Es war so gesehen wohl realistisch, dass es möglicherweise in eine Richtung tendierte, in welcher Violet sich am Ende an überhaupt nichts mehr erinnern konnte - nicht einmal mehr an ihre Familie, was es umso unerträglicher für Gwen machte, dass ihr Vater sich so vehement gegen einen Besuch bei seiner Frau weigerte.

Die Slytherin spürte Chase' Hand an ihrem Oberschenkel und war dankbar, dass er hier war, auch wenn es in dieser Situation nichts gab, das einer von ihnen hätte tun können. Sie konnten lediglich zusehen, wie ihre Mutter für einen Moment scheinbar leblos aus dem Fenster starrte und dann plötzlich das Gespräch von neuem begann, als wären sie die restlichen Minuten nicht hier gewesen. Während Gwen die Tränen über die Wangen liefen, suchte sie im Gesicht ihrer Mutter nach Anzeichen, dass sie doch nicht gänzlich alles vergessen hatte, doch diese schien zwar dieselbe Heiterkeit wie vorhin wiedererlangt zu haben, doch ließ ihre Wahrnehmung zu wünschen übrig, denn sie realisierte kam, dass ihre Tochter weinte. „Es ist lieb von euch, dass ihr mich besucht. Ist dein Vater noch einen Kaffee trinken gegangen?“, sprach sie auf Chase' Bestätigung seiner Identität hinweg weiter, als wäre alles in bester Ordnung. Ihre sechzehnjährige Tochter schluckte schwer und neigte ihren Kopf lediglich zu einem leichten Nicken, als ihr Freund sie fragte, ob sie kurz nach draußen gehen wollte. Es kam ihr jedes Mal wie eine feige Flucht vor, doch sie schaffte es nicht anders, mit der Situation umzugehen. „Entschuldige...“, hauchte sie Violet entgegen, welche jedoch gar nichts von den Qualen ihrer Tochter bemerkte, ehe sie nach Chase' Hand griff und ihn hinter sich her aus dem Zimmer zog. Draußen ließ sie die Türe ins Schloss fallen und blickte aus tränenverhangenen Augen zu ihm auf. „Das passiert jedes Mal...“, flüsterte sie, ehe sie ihr Gesicht in den Händen vergrub und leise zu schluchzen begann. Sie wusste, dass es viel schlimmer um ihre Mutter stehen könnte und dass sie froh sein konnte, dass diese sich überhaupt noch an sie erinnerte. Doch wie sollte sie denn selbst etwas über ihre eigene Mutter erfahren - geschweigedenn eine Beziehung mit ihr aufbauen - wenn diese nicht einmal ein längeres Gespräch führen konnte, ohne alles Gesagte nach ein paar Minuten zu vergessen?
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BeitragThema: Re: Having you around makes everything easier.    Do Feb 15, 2018 10:25 pm

Chase fühlte sich ein wenig verloren zwischen Gwyneth, welche den Zustandswechsel ihrer Mutter nur schwer ertragen konnte und der besagten Mutter, die wiederum den Zustand ihrer Tochter noch nicht einmal zu bemerken schien. Doch es war er, welcher nun den kühlen Kopf bewahren musste. Priorität hatte in diesem Moment auf jeden Fall Gwen, was aber auch nicht problematisch umzusetzen war, da Violet zumindest für den Moment in guter Stimmung zu sein schien. Natürlich lag über dieser scheinbar guten Laune der Schatten ihrer Amnesie, aber zumindest für den Augenblick konnten die Schüler sie problemlos zurücklassen, ohne sich Sorgen machen zu müssen.
Gwen zog den blonden Zauberer hinter sich aus dem Zimmer, nachdem dieser angeboten hatte sie dorthin zu begleiten, damit sie durchatmen und runterkommen konnte. Draußen angekommen, blickte Chase in die tränengefüllten blauen Augen der jungen Hexe, was ihn das verzweifelte Mädchen an ihn heranziehen ließ, so dass diese ihr Gesicht in seinem Oberkörper vergraben konnte. Er hielt sie fest an sich und streichelte mit einer Hand beruhigend über ihren Rücken. Die Verzweiflung der Slytherin war für ihren Freund vollkommen verständlich und doch konnte er wohl nur erahnen, wie sie sich in ihrem Inneren fühlen musste. Auch an der Situation konnte Chase nichts ändern, so gerne er es auch tun würde. In diesem Moment konnte er einfach nur für Gwyneth da sein. Er konnte sie nur im Arm halten und ihr so zu verstehen geben, dass sie nicht alleine war. Er würde sie erst dann loslassen, wenn sie es wollte.
Als Gwen sich von ihm löste, fixierte der Slytherin erneut die blauen Augen seiner Freundin, bevor er vorsichtig eine Träne von ihrer Wange strich. „Wollen wir etwas trinken gehen? Du solltest wieder etwas Kraft sammeln.“ Es war für den ältesten Campbell-Nachkommen vollkommen verständlich, dass Violets Zustand eine große Belastung für Gwyneth darstellte. Deshalb vermutete er auch, dass es der jungen Hexe nicht guttun würde, wenn sie nun ein weiteres Mal mit eben diesem Zustand konfrontiert werden würde. Keinesfalls wollte er sie von ihrer Mutter fernhalten und die endgültige Entscheidung lag natürlich bei Gwyneth, aber er war überzeugt, dass ein Kakao oder Kaffee in der Kantine zumindest ein wenig die Nerven stärken konnte. Natürlich hatte Chase auch jederzeit ein offenes Ohr für seine Freundin, wenn diese über Violet und auch über Maximilian, dessen Reaktion auf seine Ehefrau Gwen sichtlich belastete, reden wollte. „Wenn du dir etwas von der Seele reden möchtest, ich bin da“, versicherte er noch einmal mit sanfter Stimme, was die aufgewühlte Hexe bereits wusste. Doch ob sie nun in ruhiger Atmosphäre über ihre Gedanken sprechen, oder doch zu Violet zurückkehren wollte, hing allein von Gwyneth ab.
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BeitragThema: Re: Having you around makes everything easier.    So Aug 05, 2018 9:23 pm

In diesen Momenten, in welchen es wieder einmal auf schmerzhafte Weise über sie hereinbrach, wie unberechenbar der Zustand ihrer Mutter doch war, meldete sich jedes Mal die leise zweifelnde Stimme in Gwens Kopf, ob ihr Vater nicht doch recht hatte. Ob es nicht doch sinnlos wäre, hier her zu kommen, sich jedes Mal dieser Trauer zu stellen, nur um beim Verlassen des Krankenhauses jedes Mal aufs Neue das Gefühl zu haben, Violet ein Stück mehr verloren zu haben. Natürlich, es war nicht alles schlecht und die Slytherin tat wirklich ihr bestes daran, die positiven Dinge nicht zu übersehen, doch manchmal hatte auch sie das Gefühl, unter jener Last zusammen zu brechen und nie wieder herkommen zu wollen. Es mochte auf den ersten Blick schließlich tatsächlich so aussehen, als würde ihre Mutter selbst jegliches Zeitgefühl verloren haben und demnach gar nicht wirklich rekonstruieren können, wie viel Zeit zwischen den Besuchen ihrer Tochter lag. Auch wenn natürlich niemand genau wissen konnte, was wirklich in Violets Kopf passierte und ob da vielleicht ganz andere Bewusstseinsstränge aktiv waren, die nach außen gar nicht realisiert werden konnten. Doch die große Frage war wohl jene, inwieweit man darauf Rücksicht nehmen sollte oder konnte, denn selbstverständlich war es für die Sechzehnjährige kein Spaziergang, in diesem Krankenzimmer aus und ein zu gehen. Vielleicht wäre es ein wenig tragbarer, wenn ihr Vater sie begleiten würde und die Familie sich jene Bürde der verlorenen Frau und Mutter teilen könnte, doch so blieb im Prinzip alles an Gwen haften, was nur noch stärker an ihren Nerven und auch an ihrem Glauben an das Gute dieser Situation zehrte.
So gesehen war es nahezu eine unaussprechliche Hilfe, dass Chase heute hier war und dass er jenen Pol bot, an dem die Schlange sich anhalten konnte. Sie war es kaum gewohnt in dieser Situation wirklich aufgefangen zu werden, doch in jenem Augenblick, als er sie einfach in seine Arme schloss, spürte die Blonde deutlich, wie ein großer Teil des Frusts und der Verzweiflung von ihr abfiel. Nicht in jenem Ausmaß, dass es sie weniger verletzen würde - das wäre wohl kaum möglich - doch immerhin stark genug, dass sie nicht wie jedes Mal sonst in ein Loch zu fallen drohte. Es war schließlich eine Sache mit ihrem Vater darüber zu diskutieren, ob er sie ins Spital begleitete, doch wenn sie am Ende wieder einmal alleine gegangen war und ihn nachher wieder traf, war die Lage auch nicht gerade sehr entlastend, da Maximilian am Liebsten sogleich verdrängen würde, überhaupt in die Nähe des St. Mungo's gekommen zu sein. Zumindest das war nun etwas, wobei Chase ihr eine große Hilfe sein konnte, denn sie hatte endlich einmal die Möglichkeit, sich mit jemandem über ihre Mutter auszutauschen und musste nicht alles runterschlucken, was sie zwar akut in eine Position bringen würde, wo sie nicht wusste, wo sie anfangen sollte, doch wahrscheinlich würde diese Kleinigkeit des bloßen Aussprechens durchaus erleichternd sein.

Die Slytherin hatte sich für ein paar Minuten fest in Chase' Hemd geklammert und den Stoff an seiner Schulter mit Tränen benetzt, ehe sie langsam die Kraft fand, um sich von ihm zu lösen, wobei sie jedoch sofort nach einer seiner Hände griff, als wäre sie sich noch nicht sicher, ob sie alleine aufrecht stehen bleiben könnte. Ihre freie Hand nutzte sie dann ebenfalls, um sich ein wenig die Wangen zu trocknen und sowie die Frage ihres Freundes erklang, ob sie in der Cafeteria ein wenig Kraft tanken wollte, richteten sich ihre blauen Augen für einen kurzen Moment auf die geschlossene Zimmertüre, hinter welcher sich ihre Mutter verbarg. Dann nickte sie ganz langsam und räusperte sich leise. „Ja.... Ich glaube,... das wäre gut...“, brachte sie hervor, ehe sie Chase wieder in die Augen blickte. Gerne hätte sie ihm auf der Stelle für seine Gegenwart und Stärke gedankt, doch fiel es ihr im Moment schwer, die Welle an Gefühlen überhaupt halbwegs im Zaum zu halten. Deshalb nickte sie nur ein weiteres Mal, als er ihr nochmals versicherte, für sie da zu sein, wenn sie sich etwas von der Seele reden wollte. Ihr Griff um seine Hand verfestigte sich und schließlich führte sie Chase hinauf in den fünften Stock, wo die Besuchercafeteria zu finden war. Sie suchten sich einen kleinen Tisch am Fenster und sobald die Bedienung kam, bestellte Gwyneth sich eine Tasse Heiße Schokolade. Anschließend atmete die Blonde ein paar Mal tief durch, wischte sich nochmals mit beiden Händen über Gesicht und Augen und überlegte ein paar Augenblicke, wo sie beginnen sollte. Schließlich gab es wohl tatsächlich einige Dinge, die sie gerne mit Chase teilen wollte, auch damit er es leichter hätte, mit der Situation umzugehen.
„Die Ärzte sagen, dass es unwahrscheinlich ist, dass sie sich jemals wieder an alles erinnern wird... Eher wird es vermutlich mehr und mehr darauf hinauslaufen, dass ihre Amnesie sich ausbreitet. Und es stimmt... über die Jahre hinweg, sind ihre Schwankungen immer heftiger geworden und die Gespräche dauerten immer kürzer, bis sie wieder... naja... von vorn anfing.“, begann sie schließlich mit ein wenig belegter Stimme zu erzählen. „Dad ist davon überzeugt, dass es keinen Sinn hat, an ihrem lückenhaften Gedächtnis festzuhalten. Er meint, dass wenn sie ohnehin irgendwann alles vergessen haben wird, wir uns besser selbst schützen und so früh wie möglich mit der Sache abschließen sollten. Sonst würde es uns nur noch härter treffen, wenn wir sie irgendwann besuchen kämen und sie würde uns nicht mehr erkennen... Deshalb ist er immer so gereizt, wenn ich zu ihr gehe oder ihn auffordere, mitzukommen. Er gibt sich die größte Mühe, sein Leben ohne seine Frau weiterzuführen und durch meine Vehemenz wird er immer wieder daran erinnert... Eigentlich war ich immer davon überzeugt, dass wir doch jegliche Zeit, die wir noch mit ihr haben, nutzen sollten, aber...“ Sie brach kurz ab, als die Kellnerin mit ihren Getränken zurückkam und schloss sogleich beide Hände um die warme Tasse Kakao. „Vielleicht macht genau das ja wirklich alles schwerer... vielleicht ist es schon an der Zeit, sie zu verabschieden...“ Dies hatte Gwen noch nie offen ausgesprochen und nachdem sie geendet hatte, schluckte sie schwer. Um nicht nochmals in Tränen auszubrechen, nippte sie rasch an ihrer Schokolade, ehe sie einen unsicheren Blick zu Chase warf. Schließlich hatte sie noch gar keine Ahnung, welche Eindrücke er von dem kurzen Besuch bei ihrer Mutter davon getragen hatte und ob er vielleicht sogar gänzlich anders damit umgehen würde.
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BeitragThema: Re: Having you around makes everything easier.    Mo Aug 06, 2018 7:14 pm

Es herrschte Stille zwischen den Schlangen, während Gwyneth ihren Freund in die Besuchercafeteria des magischen Krankenhauses führte. Chase nutzte diese Zeit, um seine eigenen Gedanken zu ordnen. Er wirkte nach außen ruhig und schon fast entspannt. Innerlich sah es aber anders aus. Er hatte leidglich gelernt in angespannten Situationen die Ruhe zu bewahren. So war es ihm stets gelungen seine Geschwister vor dem gewalttätigen Vater zu schützen. Nun schien es so, als könnte er seiner Freundin mit dieser Eigenschaft zumindest ein wenig Halt und Kraft schenken. Er konnte sich vorstellen wie schlimm die Situation für Gwyneth sein musste und doch würde jemand, der nicht in der Situation der jungen Hexe war, vermutlich nie das volle Ausmaß an Emotionen begreifen, welches in diesem Moment in Gwen wütete. Stattdessen wollte der Slytherin bereit sein, um ihren Fall abzufangen. Er konnte in diesem Moment nur für sie da sein und ihr zur Seite stehen, damit sie all das nicht mehr alleine aushalten musste. Das Problem zu lösen stand nicht in seiner Macht und das war ein Umstand, den der Schüler sehr bedauerte. Es tat ihm weh die Verzweiflung in Gwyneths Augen zu sehen und er würde alles tun, um ihr diese Verzweiflung zu nehmen. Doch dazu würde er nie in der Lage sein.
Mit einer stummen Geste ließ er die Bedienung verstehen, dass auch eher eine heiße Schokolade haben wollte, ohne seinen Blick von der aufgelösten Freundin abzuwenden. Er horchte ihren Worten und gab hin und wieder mit einem leichten Nicken zu verstehen, dass er ihr noch folgte. Das Getränk, welches zwischendurch an den Tisch gebracht wurde, blieb von Chase vollkommen unbeachtet, da seine volle Aufmerksamkeit der blonden Hexe galt. Es war ihr anzusehen, dass es ihr nicht leicht fiel die gesprochenen Worte zu wählen. Obwohl Chase sich eine ähnliche Situation mit seinen Eltern nur schwer vorstellen konnte, begriff er das Dilemma der Freundin. Für einige Augenblicke herrschte wieder Schweigen zwischen den Slytherins. Chase ließ sich die Worte Gwyneths durch den Kopf gehen und kam zu einem ernüchternden Ergebnis: „Ich kann dir nicht sagen was richtig ist. Die Entscheidung musst du für dich treffen.“ Zu gerne hätte er der jungen Hexe die Hand gereicht und ihr einen sofortigen Ausweg aus ihren Problemen präsentiert, doch so einfach war es nicht. Es gab Entscheidungen, die man selber treffen musste. Doch das bedeutete nicht, dass man den daraus folgenden Weg alleine gehen musste. „Ich habe ihr Lächeln gesehen, als du ins Zimmer kamst und ich habe deine Verzweiflung gesehen, als ihre Amnesie eingesetzt hat. Du musst entscheiden, ob du die Kraft weiterhin aufbringen kannst. Es gib vermutlich kein richtig oder falsch.“ Die wenigsten hätten von Chase derart gewählte Worte erwartet. Es war kein Geheimnis, dass viele ihn als arrogant und kühl wahrnahmen, was eigentlich nur eine Fehlinterpretation seiner ruhigen und distanzierten Art war. Die wenigen, denen er wirklich nahestand, zeigte er aber gerne sein wahres Gesicht und Gwyneth kannte dieses bereits seit einigen Jahren, auch wenn die beiden sich in den letzten Monaten noch nähergekommen waren. „Doch egal wie du dich entscheidest, du musst da nicht alleine durch.“ Die junge Hexe hatte diese Besuche bisher stets alleine unternommen und Chase vermutete sogar, dass sie niemanden gehabt hatte, mit dem sie sich richtig darüber austauschen konnte. Da er nun die Ketten seiner Familie gesprengt hatte, sollte es für Gwyneth nicht mehr so weiter gehen. Er wollte an ihrer Seite sein, wann immer sie ihn an ihrer Seite haben wollte.
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BeitragThema: Re: Having you around makes everything easier.    Di Aug 07, 2018 1:47 pm

Es war doch immer wieder bemerkenswert, was für einen großen Unterschied es machte, ob man gewisse Dinge nur gut verschlossen in seinen Gedanken festhielt oder ob man irgendwann den Mut fasste, jene auszusprechen. Gwen hatte sich nach außen hin immer gegen die Ansichten ihres Vaters gewehrt, schließlich hätte auch nur die kleinste Zustimmung bedeutet, dass sie ihre Mutter praktisch aufgab. Und nicht nur das, sie entschied sich damit freiwillig, zu jenem Leben zurück zu kehren, in welchem sie noch gedacht hätte, ihre Mutter überhaupt niemals kennenzulernen. Doch in Wahrheit hatte sie schon oft über diese Seite der Medaille nachgedacht, hatte sich schon oft gefragt, wie viel Sinn es wirklich hatte, sich so zu bemühen. Wie viel Energie sie noch in die Besuche im Krankenhaus stecken konnte, ohne dass jene sie irgendwann immer mehr auffraßen. Die Slytehrin war ja schließlich nicht dumm, ihr war bewusst, wie sehr sie litt und auch tat es ihr einerseits leid, dass Chase sie nun so sehen musste, wo sie doch sonst eher ganz anders auftrat. Aber trotzdem bat er ihr nun erstmalig die Gelegenheit, ihre Gedanken ehrlich und offen auszusprechen und obwohl sie nicht gewusst hatte, wie er darauf reagieren würde, wenn sie im Prinzip ernsthaft darüber nachdachte, ihre eigene Mutter abzuschreiben, hatte es doch irgendwie geholfen, genau jene Problematik einmal zu verbalisieren. Einerseits machte es zwar die Möglichkeit, gegen die sie sich immer so vehement gewehrt hatte, als solche real und es erschauderte sie fast, wenn sie sich genau vorstellte, was die Konsequenzen wären, doch andererseits war es beinahe so, als könnte ihr Kopf nun kurz einmal Ruhe finden. Als hätte sie ihm eine Pause zwischen all dem Hin und Her gegönnt, welches sie sich doch nie getraut hatte, auszusprechen. Es änderte nichts an der Situation un der Belastung jener an sich, doch zumindest fiel einmal die Bürde von ihr ab, die Rolle der "guten Tochter" spielen zu müssen, welche alles für ihre Mutter aufgab. Eine Rolle, in die sie sich nur selbst gezwängt hatte, weil es natürlich seit ihrer Kindheit ihr innigster Wunsch gewesen war, eine Mutter zu haben, und weil sie ihren Vater lange für sein Handeln verurteilt hatte. Doch wenn sie ehrlich gegenüber sich selbst war - wozu Chase ihr nun half - dann konnte sie Maximilian schon lange nicht mehr übel nehmen wie er die Lage versuchte zu regeln. Für ihn war es die einzige Möglichkeit überhaupt irgendwie weiterzumachen und Gwen selbst bekam nun langsam aber sicher das Gefühl, dass sie sich bald vor einer Entscheidung wiederfand, die ihre Zukunft ziemlich stark beeinflussen würde. Denn wie gesagt, es ging hierbei leider nicht nur um ihre Mum.

Dass Chase ihr kaum eine endgültige Antwort geben konnte, hätte die Blonde auch nicht erwartet. Doch allein die Tatsache, dass sie ihrem Freund genau ansah, dass er so gerne mehr für sie tun würde, ließ ihr ein wenig leichter ums Herz werden. Der Blick ihrer blauen Augen senkte sich auf ihr Getränk, während sie dem Mitschüler aufmerksam zuhörte und sacht nickte. Sie selbst hatte eine Begegnung mit ihrer Mutter natürlich nie von außen wahrnehmen können, weswegen sie kaum beurteilen konnte, welche Emotion stärker ins Gewicht fiel. Doch dies war wohl auch nicht wichtig, denn Chase hatte recht. Sie musste die Entscheidung für sich selbst treffen, denn sie war diejenige, die im Nachhinein damit leben musste. Nachdenklich drückte sie ihre Lippen aufeinander und blickte erst wieder auf, als ihr Freund ihr schließlich versicherte, dass sie - egal wie ihre Entscheidung diesbezüglich ausfiel - da nicht alleine durchmusste. Sanft erhoben sich ihre Mundwinkel zu einem Lächeln und sie streckte eine Hand nach seiner aus, um ihre Finger mit jenen zu verschränken. „Danke, Chase. Ich kann dir gar nicht genug dafür danken, dass du hier bist.“, sprach sie aufrichtig und zog schließlich seine Hand zu sich, um jener einen Kuss aufzudrücken. „Es tut mir Leid, dass du praktisch von einer Familienkrise in die nächste schlitterst, aber... wenn ich noch weiter alleine hier her gekommen wäre, wäre ich wohl selbst irgendwann verrückt geworden.“ So ironisch es auch klang, doch jetzt, wo sie jemanden bei sich hatte, bei dem sie sich anlehnen konnte, wurde ihr auch erst bewusst, wie anstrengend es all die Jahre immer gewesen war, sich jedes Mal nach einem Besuch hier wieder eigenständig aufzurappeln.
Für ein paar Agenblicke sah Gwen dann gedankenverloren durch den Raum und dachte noch über die große Entscheidung nach, die ihr bevor stand und die sie im ersten Moment gar zu erdrücken drohte, ehe sie einmal tief durchatmete und leicht den Kopf schüttelte: „Naja ich... muss mich ja nicht sofort entscheiden...“, stellte sie dann in den Raum, einfach um sich selbst von diesem Druck ein bisschen zu befreien und blickte wieder zurück zu Chase.


Zuletzt von Gwyneth Johnson am Mi Aug 08, 2018 12:28 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Having you around makes everything easier.    Di Aug 07, 2018 10:33 pm

Die heiße Schokolade hatte noch immer keine Beachtung gefunden, als Gwyneth die Hand des ältesten Campbell-Nachkommens ergriff und sich für seine Unterstützung bedankte. Ein Dank, der nicht nötig gewesen wäre, denn für Chase war es selbstverständlich, dass er versuchte seiner Freundin die Kraft zu geben, die sie in diesem Moment so sehr brauchte. Die beiden waren ein Team und es hatte sich schon oft gezeigt, dass sie zusammen auch die schwierigsten Zeiten durchstehen konnten. Jeder hatte sein Päckchen zu tragen und leichter war es, wenn man sich dabei unterstützte. Zumal man bei Gwens und Chase Päckchen vermutlich eher von überdimensionalen Kisten sprechen konnte. Aber auch diese würden sie gemeinsam stemmen. Denn auch wenn das Paar sich stets über die kitschige Romantik anderer Paare amüsierte, herrschte zwischen den Schlangen auch eine gewisse Romantik, die diese Beziehung trotz der vielen privaten Probleme so gut funktionieren ließ. Gwyneth und Chase hatten gelernt als Team zu funktionieren. Eine lange und enge Freundschaft war der Beziehung voraus gegangen und hatte den Grundstein für das gelegt, was nun so gut funktionierte und den beiden so viel Kraft spendete.
Der Kuss auf seinen Handrücken ließ den jungen Zauberer lächeln. Sein Blick verlor sich für einige Herzschläge in den blauen Augen der Hexe und trotz der angespannten Situation kam er nicht darum herum die Schönheit Gwyneths zu bemerken. Das Lächeln trübte sich jedoch zu einem zweifelnden Ausdruck, als er die entschuldigenden Worte vernahm, die Gwen an ihn richtete. „Hey, entschuldige dich bitte nicht. Wir haben gesagt, dass wir den Problemen gemeinsam in den Arsch treten und so machen wir das auch“, versprach Chase mit einem aufrichtigen Lächeln und in einem Tonfall, der schon wieder deutlich mehr an die eigentliche Art des Slytherins erinnerte. Gwyneth gehörte zu den wenigen Menschen, die die Probleme in Chase‘ Elternhaus in vollem Umfang kannten und sogar miterlebt hatten. Für den jungen Zauberer war eine Welt zusammengebrochen, als Gwen dieses Geheimnis unfreiwillig gelüftet hatte. Er hatte nie jemanden aus seinem Umfeld mit diesen Problemen belasten wollen und doch war er heute froh, dass es so gekommen war. Die blonde Hexe hatte sich für Chase eingesetzt und ihm den Halt gegeben, den er damals so dringend benötigt hatte. Es hatte die beiden näher zusammengebracht und spätestens seitdem war klar, dass sie gemeinsam stärker waren als jedes Problem, mit dem das Leben sie konfrontieren könnte. Denn egal wie ausweglos und hoffnungslos ein Weg erscheinen würde, sie mussten ihn nicht alleine gehen.
Nach dem Kuss auf seinen Handrücken ließ Chase die Hand der jungen Hexe nicht los und fuhr sanft mit seinem Daumen über ihren Handrücken, während er schwieg, um Gwen Bedenkzeit zu geben. Sie musste eine Entscheidung treffen und auch wenn Chase sie stets unterstützte, musste er ihr nun die Zeit geben, um abzuwägen, welchen Weg sie gehen wollte. Doch diese Wahl unterstand keinem zeitlichen Druck. Das merkte auch Gwyneth, wie ihren nächsten Worten zu entnehmen war. Erneut legte sich ein aufmunterndes Lächeln auf Chase‘ Lippen: „Du solltest dir alle Zeit nehmen, die du benötigst.“ Zum ersten Mal griff der Slytherin nun nach seiner heißen, oder mittlerweile lauwarmen Schokolade, um einen Schluck von dieser zu nehmen. Dabei hielt er weiterhin die Hand der Freundin.
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BeitragThema: Re: Having you around makes everything easier.    Mi Aug 08, 2018 12:52 pm

Es war wohl in vielerlei Hinsicht nicht übertrieben zu behaupten, dass die Beziehung der beiden Schlangen nicht so sehr einer typischen "Teenager-Liebelei" glich. Für ihr Alter waren sie beide beträchtliche Schritte füreinander gegangen, sie waren jahrelang die besten Freunde gewesen und konnten sich mittlerweile so blind aufeinander verlassen, wie es manche Paare nicht einmal in einem deutlich fortgeschrittenen Alter konnten. Und obwohl sie beide vielleicht in den ersten Momenten, in welchen ihre jeweiligen familiären "Päckchen" an die Oberfläche geraten waren, befürchtet hatten, dass dies ihre doch so junge Freundschaft vielleicht übermäßig belasten könnte, hatte es sie doch im Gegenteil immer näher zusammen gebracht. Ja, sie machten sich gerne über all die kitschigen Turteltäubchen lustig, doch dies bezog sich weniger darauf, dass sie nicht an echte Zuneigung und Romantik glaubten, sondern viel mehr weil sie nie in die Falle der rosaroten Beziehungsbrille getappt waren. Diese illusorischen Schwärmereien hatten im Fall der Slytherins einfach nie einen Platz bekommen, weshalb sie zu jeder Zeit ganz genau gewusst hatten, mit wem sie zusammen waren. Und das wiederum hatte ihre Vertrauensbasis sehr gestärkt und obwohl Gwyneth ihre Entschuldigung ernst gemeint hatte - immerhin hatte Chase in diesem Sommer ja auch wirklich selbst genug durchgemacht, wobei sie ihm nicht einmal zur Seite hatte stehen können - überraschte es sie doch nicht, dass er ihre Worte abtat. Im Gegenteil brachte er sie mit seiner Antwort sogar ein wenig zum lachen, was wahrscheinlich in dieser Situation so schnell auch niemand anderer geschafft hätte. „Ja, da hast du recht. Wenn die nur nicht immer so hartnäckig zurück treten würden.“, erwiderte die Blonde, welche nun trotz allem ebenfalls langsam in die Lage kam, zu ihren gewohnten Mustern zurück zu finden.
Auch die Tatsache, dass Chase ihr Recht damit gab, sich alle Zeit der Welt zu nehmen, um eine endgültige Entscheidung dafür zu treffen, wie es mit ihrer Mutter weitergehen sollte, half ungemein, denn schließlich gab es doch nichts schlimmeres, als gerade in solchen Situationen Druck von außen zu verspüren. Nein, Gwen würde da auf jeden Fall noch ein paar Nächte drüber schlafen, vielleicht würde sie sich auch erst endgültig entscheiden, wenn sie die Schule abgeschlossen hatte. Oder sie würde jetzt einmal ein bisschen Abstand aufbauen und erst wieder in ein paar Jahren zu Besuch kommen, wenn sie mit der Lage eventuell besser umgehen konnte. Sie wusste es nicht und wollte sich nun auch nicht mehr ihren Kopf darüber zerbrechen, denn eigentlich hatte sie Chase ja nicht nur hergebeten, damit er sie unterstützte, sondern in erster Linie, weil sie sich gewünscht hatte, dass er ihre Mutter ebenfalls kennenlernte. Und auch wenn sie selbst nicht einmal wirklich behaupten könnte, Violet zu "kennen", hatte sich ihr Freund doch zumindest einen ersten Eindruck von ihr machen können. „Also gut... Genug Trübsal geblasen.“, beschloss die Slytherin also und bemühte sich zu einem aufrichtigen Lächeln, das ihr deutlich besser gelang, wenn sie Chase ins Gesicht sah. „Mal abgesehen von ihrem... Zustand. Wie fandest du sie? Mum?“, erkundigte sie sich dann und stützte ihren freien Ellenbogen auf den Tisch, um ihr Kinn in ihrer Handfläche abzulegen. Dabei ließ sie Chase noch immer nicht los und blickte ihn nun aufmerksam an.
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BeitragThema: Re: Having you around makes everything easier.    Mi Aug 08, 2018 5:38 pm

Es brachte auch ein Lächeln auf Chase‘ Lippen, dass er es geschafft hatte Gwyneth ein Lachen zu entlocken. Es war schön einen Hauch Freude in ihren Augen zu sehen und es bereitete Chase Freude Gwens Lächeln zurück zu bringen, wenn sie es einmal verloren hatte. Es war stets ein Zeichen dafür, dass die beiden wieder gemeinsam einen Kampf gewonnen hatten. Auch wenn weitere Kämpfe bevorstanden, denn sie hatte Recht. Die Probleme traten zurück. Das war bisher immer so gewesen und die Kunst bestand vermutlich darin sich nicht unterkriegen zu lassen oder vielleicht sogar rechtzeitig auszuweichen. Sie kämpften gemeinsam und doch verschafften viele Kämpfe nur einen gewissen Zeitraum, bis der nächste Kampf startete. Doch so war das Leben und so lange sie die Kraft zum kämpfen finden würde, konnte ihnen niemand etwas anhaben. Es würde der Tag kommen, an welchem Gwen ihre Entscheidung treffen und mit den daraus resultierenden Konsequenzen leben musste. Es würde auch der Tag kommen, an dem Logan Campbell etwas gegen die Flucht seiner Kinder zu unternehmen versuchte. An diesem Tag hatte das Paar es geschafft seine Kämpfe zu gewinnen, aber nächsten lauerten bereits auf sie und Gwyneth und Chase würden bereit sein, denn gemeinsam wurden diese Probleme bezwingbar.
Es war Gwen anzusehen, dass sie sich langsam gefasst hatte und einen Teil ihrer Anspannung abgelegt hatte. Chase nahm noch einen großen Schluck von der Schokolade, bevor diese die Möglichkeit hatte um vollkommen abzukühlen und blickte dann wieder zu der blonden Hexe, welche sich nun nach Chase Eindruck von Violet informierte. „‘Vor der Kamera ganz gut zu gebrauchen‘ waren ihre Worte, oder?“, grinste Chase als erste Reaktion. „Sie hat definitiv Ahnung“, fügte er mit dem selben Grinsen hinzu und deutete in gespielter Arroganz mit seiner freien Hand auf sich selbst. Natürlich wollte er es nicht bei dieser ironischen Antwort belassen. Er hatte die ältere Hexe nämlich als sehr sympathisch wahrgenommen. Wie auch Maximilian, hatte sie ihn sehr herzlich und freundlich empfangen. Eigenschaften und Verhaltensweisen, welche Chase nicht unmittelbar mit dem Begriff Eltern in Verbindung brachte. „Ich mag sie. Sie ist offen und sagt was sie denkt. Eine viel zu selten vorkommende Eigenschaft“, sagte er schließlich deutlich ernster und mit einem aufrichtigen Lächeln auf den Lippen. „Was die Begrüßung durch die Eltern des anderen angeht, haben deine Eltern also definitiv gewonnen“, kam es dann wieder mit sarkastischem Unterton. Gwen hatte erst eine Begegnung mit Logan Campbell und diese Gelegenheit hatte Logan genutzt, um sie aus seinem Haus zu werfen und vor ihren Augen Chase zu schlagen. Vorsichtig ausgedrückt, wäre die Situation also optimierbar gewesen. Mit Grace Campbell hatte die junge Slytherin noch keine Bekanntschaft gemacht und Chase würde es auch gerne dabei belassen. Denn obwohl Grace nie körperliche Gewalt ausgeübt hatte, waren ihre Worte noch deutlich schärfer, als die von Logan. Es war keine Kunst neben Chase Eltern freundlich zu wirken, aber die Johnsons hatten eine Art an sich, die sich der Slytherin von seinen Eltern immer vergeblich gewünscht hatte. Er war fasziniert von ihrer Offenheit und Großzügigkeit. Es war schließlich auch nicht selbstverständlich, dass Maximilian die drei Campbell-Jungs die gesamten Ferien lang bei sich aufnahm. „Vollkommen unabhängig von den Schicksalsschlägen, deine Familie ist wirklich toll.
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BeitragThema: Re: Having you around makes everything easier.    Mi Aug 08, 2018 11:43 pm

Ja, einfach hatten die beiden Schlangen es tatsächlich nicht, doch gerade deshalb waren sie wohl beide umso dankbarer, einander gefunden zu haben. Wenn Gwyneth heute zurück dachte, dann war es fast schon unglaublich, wie groß der Wink des Schicksals gewesen war, der sie damals ausgerechnet als erstes auf Chase hatte treffen lassen. Vielleicht wäre alles anders gekommen, wenn sie nur zehn Minuten früher in den Hogwartsexpress gestiegen und mit jemand vollkommen anderen im Abteil gelandet wäre. Fast war es ja schon ein bisschen gruselig, wenn man sich vorstellte, dass ab diesem Zeitpunkt ihre Geschichten sich miteinander verflochten hatten und es unweigerlich auf den heutigen Tag hatte hinauslaufen müssen. Nunja, musste ja auch nicht so sein, doch es war in jedem Fall nicht alltäglich, dass sie sich nun schon so lange kannten und einander trotz allen Ereignissen der Vergangenheit die größten Unterstützer boten.
Nachdem der größte Gefühlsausbruch verdaut war, ging es der Slytherin tatsächlich um einiges besser. Sie hätte sich zwar von Anfang an nicht darum gerissen, einen halben Zusammenbruch zu erleiden, doch manche Dinge schienen eben auch einfach sein zu müssen, bevor man wieder eine neue Perspektive der Gesamtsituation erhielt. Und auch wenn sie nicht wirklich etwas "neues" heute dazu gelernt hatte, war doch die allgemeine Lage gänzlich anders als sonst. Einfach nur weil Chase da war und ihr die Möglichkeit gab, sich einerseits fallen zu lassen und anzulehnen und andererseits auch offen ihre eigenen Gedanken bezüglich ihrer Mutter auszusprechen. Und obwohl dies nicht nach viel klang, war es Gwen doch einiges wert. Somit war auch der Bogen zum weniger trübsinnigen Teil des Gesprächs gar nicht mehr so schwer zu bekommen und Chase' erste Antwort bezüglich seiner Meinung über Violet brachte Gwen ein weiteres Mal zu Lachen, auch wenn sie ihm anschließend einen scherzhaft ungläubigen Blick zuwarf. „Vergiss' nicht, ihre Wahrnehmung ist ein wenig verzogen.“, zog sie ihren Freund ein wenig auf, obwohl sie diesbezüglich mit ihrer Mutter vollkommen einer Meinung war. Dass der Campbell nämlich unheimlich gut aussah, das war ihr auch schon bei ihrer ersten Begegnung aufgefallen und sie hatte auch nicht vergessen, wie oft sie über die letzten Jahre - als sie noch lediglich Freunde waren - von anderen Mitschülerinnen gefragt wurde, wie sie dies bewerkstelligen konnte, ohne sofort weiche Knie zu bekommen, wenn er sie ansah. Lange war dies tatsächlich kein Thema gewesen, dafür wäre es wohl eine Lüge zu behaupten, dass sie mittlerweile keine Schmetterlinge im Bauch hatte, wenn sie bei ihm war. Doch Gwen wäre wohl auch nicht sie selbst, wenn sie ihm dies nun allzu häufig auf die Nase binden würde.

Der Blick der Slytherin wurde wärmer, als Chase sich dann schließlich auch noch um eine etwas weniger ironische Antwort bemühte und es freute Gwyneth sehr, dass er trotz allem ein so positives Bild von ihrer Mutter mitgenommen hatte. Sanft streichelte sie mit dem Daumen über seinen Handrücken und kam nicht umhin, einen Funken Mitgefühl zu empfinden, als er bemerkte, dass ihre Eltern sich bei ihm definitiv von der besseren Seite gezeigt hatten. So traurig dies auch war, anders hätte Gwyneth es aber auch nicht erwartet, denn obwohl man es ihr manchmal gar nicht anmerken würde, war sie immer noch ein Halbblut und da könnte sie sich noch so viel Mühe geben wie sie wollte - was sie ja eigentlich gar nicht beabsichtigte - die Campbells würden sie nie an Chase' Seite akzeptieren. „Ich bin froh, dass du so denkst. Aber du kannst nichts für die Engstirnigkeit deiner Eltern und es macht mir nichts, dass sie mich für Dreck halten. Wenn ich ehrlich bin, habe ich auch keine höhere Meinung von ihnen, also haben wir ja irgendwie doch was gemeinsam.“, antwortete sie und zuckte beiläufig mit den Schultern. Ihr war viel wichtiger, dass sie nicht nochmal erleben musste, wie Chase von seinem Vater behandelt wurde und auch wenn der Preis für die Flucht wohl noch lange nicht beglichen war, waren sie zumindest momentan davor in Sicherheit.
Gwyneths Lächeln vertiefte sich bei dem finalen Kompliment, dass ihr Freund über ihre Familie aussprach und sie drückte sanft seine Hand. „Für mich bist du längst ein Teil davon. Und dass du und deine Geschwister es geschafft habt, so wunderbare Menschen zu werden, obwohl ihr es so furchtbar hattet, sagt auch viel über euren Charakter aus. Darauf kannst du wirklich stolz sein.“, erwiderte sie dann und meinte es auch so. Sie konnte sich gar nicht vorstellen, wie es all die Jahre im Haus der Campbells gewesen sein musste, was es noch bewundernswerter machte, dass die Kinder - allen voran Chase, welcher Kim und die Zwillinge ja stets beschützt hatte - ihren Eltern so überhaupt nicht ähnelten.
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BeitragThema: Re: Having you around makes everything easier.    Do Aug 09, 2018 6:03 pm

Deine ist es aber nicht“, setzte Chase seiner Freundin entgegen und ließ diese Aussage mit einem Lächeln im Raum stehen. Er wusste, wie Gwyneth ihn anschaute. Er hatte den Blick vor Augen, den er damals im Bad der Vertrauensschüler das erste Mal bei ihr gesehen hatte. Es war der selbe Blick, mit welchem auch Chase die blonde Hexe oft betrachtete. Unausgesprochene Bewunderung, die für Chase aber auch ohne Worte deutlich spürbar war. Ein weiterer der Bausteine, die diese Beziehung, die in einer Freundschaft wurzelte und über eine kaum zu definierende Übergangsphase entstanden war, so gut funktionieren ließen. Ein weiterer war es, dass sie sich das nicht wie die meisten frisch verliebten Pärchen beinahe minütlich auf die Nase banden. Stattdessen kam es, wie in dieser Situation, hin und wieder mit einer Mischung aus gespielter und vorhandener Arroganz zur Sprache und dieses System schien für die beiden Schlangen sehr gut zu funktionieren.
Im Gegensatz zu dir sind sie aber wirklich Dreck. Der von der hartnäckigen Sorte, den man nicht so leicht abwaschen kann“, fügte Chase hinzu, als Gwyneth sich zu seinen Eltern äußerte. Der Slytherin hatte nun einige Zeit bei den Johnsons verbracht und es stand schon jetzt fest, dass er nie so erholsame und sorgenlose Ferien verbracht hatte. Natürlich stand weiterhin die Frage im Raum wie es weitergehen sollte, denn auch wenn Maximilian die Zwillinge und deren älteren Bruder wohl ohne zu zögern dauerhaft aufnehmen wollte, wollte Chase ihm diese Belastung keinesfalls zumuten. Der junge Zauberer hatte auch bereits Ideen, wie er seine Geschwister und sich dauerhaft aus dem Haus der Campbells fernhalten konnte. Doch diese Problematik war längst nicht so belastet, wie alles was er in seinem Elternhaus erlebt hatte, weshalb er die Entscheidung zu fliehen keinesfalls bereute.
Chase fehlten für einen Augenblick die Worte, als Gwyneth ihm versicherte, dass er längst ein Teil ihrer Familie war und ihm zudem ihren stolz dafür zusagte, dass er trotz den Einfluss seiner Eltern zu dem geworden war, der er nun war. Ein aufrichtiges und dankbares Lächeln legte sich auf seine Lippen, denn die Worte der blonden Hexe machten ihn wirklich glücklich. Chase war sich bewusst, dass er keinen leichten Weg hinter sich hatte. Doch dass er durchgehalten hatte und trotz Logans und Grace‘ Behandlung nicht zu dem geworden war, den die beiden aus ihm machen wollten, hatte er nur zu einem sehr kleinen Teil sich selbst zu verdanken. Er war sich nicht sicher, ob er durchgehalten hätte, wenn nicht Kim, Lucas und Edward gewesen wären, die darauf angewiesen waren, dass Chase durchhielt. Möglicherweise hätte er irgendwann aufgegeben, wenn er sich in den schwierigen Momenten nicht immer wieder darauf besinnt hätte, dass er nur die Ferien durchhalten musste, um dann wieder zu den Menschen zurückkehren zu können, die ihm wirklich wichtig waren. „Ich habe das nicht alleine geschafft. Ich hatte große Hilfe. Den wichtigsten Grund zum durchhalten habe ich damals im ersten Schuljahr im Zug kennengerlernt“, entgegnete er dankbar. Denn auch wenn Gwyneth lange nichts von den Zuständen im Hause Campbell gewusst hatte, war die Freundschaft etwas gewesen, was den jungen Campbell mit großer Kraft erfüllt hatte. „Ich bin also vor allem stolz auf die Leute, denen ich diese Kraft zu verdanken habe und auf der Liste stehst du ganz oben.
Doch die negativen Themen, wie der Zustand von Gwyneths Mutter, oder das Verhalten von Chase‘ Eltern sollten nicht weiter im Vordergrund stehen. Die beiden hatten eine Auszeit verdient. Dieser Meinung war Chase zumindest. „Wollen wir heute Abend ausgehen? Du entscheidest was wir machen.“ Natürlich würde er vorher mit Maximilian klären, ob er ihm die Zwillinge einen Abend überlassen konnte. Aber da er sich bisher auch freiwillig oft mit den Jungs beschäftigt hatte und die beiden ihn wirklich zu mögen schienen, sah Chase kein großes Problem, was dieses Vorhaben anging.
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BeitragThema: Re: Having you around makes everything easier.    Fr Aug 10, 2018 12:52 pm

Es war lediglich ein gespielt ungläubig verzogener Blick, den Gwyneth ihrem Freund auf seine Bemerkung zuwarf, fast so, als müsste sie sich in just diesem Moment nochmals überlegen, was sie denn eigentlich an ihm fand, doch selbstredend war auch diese Regung kaum ernst zu nehmen, was ein gleich darauf folgendes Lächeln seitens der Slytherin bewies. Sie schätzte es sehr, dass sie mit Chase nach wie vor noch so herumalbern konnte, wie zu jener Zeit, wo sie lediglich ihre tiefe Freundschaft verbunden hatte. Ja, zu Beginn hatte sie sich wohl ein paar Gedanken darüber gemacht, ob sich ihr Umgang zueinander gänzlich verändern würde, wenn sie sich auf eine ernste Beziehung einließen, doch wie die Zeit gezeigt hatte, war dies vollkommen unbegründet gewesen. Ganz im Gegenteil, sie genossen es beide nach wie vor, sich gegenseitig aufzuziehen und wussten dabei ganz genau, dass der jeweils andere es ihnen nie übel nehmen würde. Was in Gwens Augen noch ein besonderer Faktor war, der sie von so vielen anderen Paaren unterschied.
Dass Chase seine Eltern selbst als Dreck bezeichnete war bestimmt nichts, was leicht fallen musste. Natürlich war es nicht an den Haaren herbei gezogen, denn sein Vater verhielt sich wirklich kaum besser, doch trotzdem musste es nach wie vor belastend sein, so über die eigenen Eltern denken zu müssen. Nur leider lag es auch weder an ihm oder seinen Geschwistern, noch an Gwen irgendetwas daran zu verändern. Dafür wären nur die Campbells selbst in der Lage und dass dies vermutlich nie geschehen würde, ließ sich einfach aus der Vergangenheit ablesen. „Zumindest haben sie es noch nicht geschafft, sich auch in Glasgow zu verbreiten und alles zu verdrecken.“, erwiderte Gwen mit teils bitterer und teils auch ein wenig spöttischer Stimme. Das wäre ja wirklich ein schöner Schreck, wenn Logan Campbell plötzlich vor der Türe der Johnsons auftauchen würde, doch so viel man dem Reinblutfanatiker auch zutrauen mochte, dass er sich dazu herabließ wäre wohl doch recht unwahrscheinlich. Immerhin müsste er dann ja einem Muggel gegenüber treten...

Es stimmte, für die blonde Slytherin war Chase längst ein Teil ihrer Familie, war es schon im Laufe des ersten Schuljahres geworden und würde es vermutlich immer sein und als er beteuerte, dass sie ein großer Grund für ihn gewesen war, weshalb er es überhaupt all die Jahre geschafft hatte, sich von seinen Eltern nicht beeinflussen zu lassen, schenkte sie ihm ein warmes Lächeln. Es freute sie, dass sie ihm auch schon früher Kraft gegeben hatte, obwohl sie damals noch gar nichts von seinen Familienverhältnissen wusste. „Dann würde ich sagen, halte ich mich besser ran, dass ich dir auch weiterhin so viel Kraft und Unterstützung geben kann.“, erwiderte sie dann und lehnte sich schließlich zu ihm, um ihm einen liebevollen Kuss auf die Lippen zu drücken. Ja, man könnte meinen, die zuvor verspürte Trauer bezüglich des Zustandes ihrer Mutter, war schon beinahe verflogen, jedenfalls sah die Blonde die ganze Lage nun bei weitem nicht mehr so schwarz. Und schließlich hellten sich ihre blauen Augen merklich auf, als Chase vorschlug, am heutigen Abend auszugehen: „Ohja, das ist eine tolle Idee! Ich darf entscheiden? Na wenn du das mal nicht bereust.“, sprach sie und musste dabei sogar ein bisschen lachen, da ihr als erstes die kleine Karaokebar in den Sinn gekommen war, die es in ihrer Heimatstadt gab. Damit würden sie wahrscheinlich tatsächlich alles gänzlich vergessen, was heute passiert war.
Die Slytherins unterhielten sich noch ein wenig in der Cafeteria, bis sie beide ihre Schokolade ausgetrunken hatten. Und weil sie es für besser erachteten, die Situation nicht wieder aufzuwühlen, verzichteten sie auf einen zweiten Besuch bei Violet und machten sich gleich auf dem Weg zu dem kleinen Café gegenüber des Muggelkaufhauses, unter welchem das St. Mungo's lag. Maximilian fragte sie nicht nach Mrs. Johnson und so erzählten die Teenager ihm auch nichts darüber, sondern redeten über gänzlich andere Themen, während sie mit dem Zug zurück nach Glasgow fuhren.  


ENDE
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