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 [Hauptplot] Dem Bösen auf der Spur

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Claire Bennett
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BeitragThema: [Hauptplot] Dem Bösen auf der Spur   Mi 10 Jan 2018 - 23:25

Dem Bösen auf der Spur
04.September 2015 – Privat – Schicksal: Ja – Elija Cartwright und Claire Bennett – Zaubereiministerium



Nachdenklich drehte ich meine Schreibfeder zwischen meinen Fingern, während ich auf das Stück Pergament vor mir auf dem Tisch starrte. Die Aktenberge auf meinem Schreibtisch türmten sich neben mir auf und schienen nicht weniger zu werden, ganz egal wie viele Fälle ich bearbeitete. Dazu kam meine bisher erfolglose Suche nach Mr. Cartwright. Seit Monaten suchte ich nun schon nach dem mysteriösen Mann und hatte bisher keinerlei Anhaltspunkte auf seinen Aufenthaltsort. Es war fast so als wäre er vom Erdboden verschluckt worden. Alle Mühen und Anstrengungen hatten mir ins Nichts geführt. War er am Ende nur aufgetaucht um mir zu helfen und war dann wieder abgetaucht? Das machte doch alles keinen Sinn!
Ich ließ das Stück Pergament vor meinen Augen schweben und ließ es in Flammen aufgehen. Die verkohlten Reste fielen auf meinen Schreibtisch und hinterließen ein Aschehäufchen. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass mir etwas im Leben fehlte. Eigentlich konnte ich total zufrieden mit mir sein: ich hatte einen relativ fordernden, spannenden Job (wenn man nun davon absah, dass ich Chloes Auftrag gerade in den Sand fuhr), ich war jung und wunderschön. Vielleicht sollte ich mir mal wieder einen Freund anschaffen? Nein, das war keine Option. Die Arbeit füllte mich vollkommen aus, wie sollte da Platz für eine neue Liebesein? Aber ein kleines Techtelmechtel konnte schon noch drin sein, oder nicht?

Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass es schon spät geworden war. Vielleicht war es einfach sinnvoll es für heute sein zu lassen und einfach nach Hause zu gehen. Ich würde heute sicherlich nicht mehr zu einem Ergebnis kommen und das Lektorat für einen Artikel über den Schrumpfhörnigen Schnarchkackler, welcher das erste Auftreten dieser Spezies beschrieb, hatte noch ein wenig Zeit. Ich löschte die Lichter im Raum und trat dann, meine Tasche im Arm, auf den Gang hinaus. Dieser war vollkommen dunkel. Niemand war mehr in der Abteilung. Zügig ging ich auf einen der Aufzüge zu, welche mich nach unten in die Eingangshalle bringen würde.

Die Fahrt dauerte für gewöhnlich eine Weile, da das Büro der Zaubereiministerin und somit auch die Abteilung in der ich beschäftigt war am weitesten vom Eingang des Ministeriums lagen. Doch plötzlich hielt der Fahrstuhl an und das bekannte Klingeln erklang. „Mysteriumsabteilung.“ krächzte die blecherne Stimme der Ansage und ich runzelte die Stirn. Wieso hielt der Aufzug gerade hier? Anscheinend war das Ministerium noch nicht vollständig leergefegt. Ich sah auf als sich die Türen öffneten und eine männliche Gestalt den Fahrstuhl betrat. Instinktiv machte ich Platz und drückte mich an die hintere Seite des Fahrstuhls, bis ich erkannte wer zu mir in den Fahrstuhl gestiegen war.


Zuletzt von Claire Bennett am Mi 11 Apr 2018 - 16:04 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Elija Cartwright
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BeitragThema: Re: [Hauptplot] Dem Bösen auf der Spur   Do 11 Jan 2018 - 0:32

Das Ticken der Uhren hämmerte von allen Seiten auf den alten Zauberer ein. Jeder Schlag durchfuhr ihn wie ein kleines Beben. Das rieseln des Sandes brach nicht ab. Es rauschte in ermüdender und zugleich beklemmender Monotonie vor sich hin und ließ den dunkelhaarigen Mann die Zähne aufeinanderbeißen. Angestrengt, fast erstarrt, waren die dunklen Augen auf den Vogel gerichtet, welcher sich mühsam aus einem Ei freikämpfte. Er hatte die Schale bezwungen, sich seine Freiheit erkämpft. Die Federn entwickelten sich prächtig und das Tier wuchs zu stattlicher Größe heran, bevor die gewonnene Pracht zu zerfallen begann. Wo sich noch kurz zuvor prächtige Flugmuskeln unter dem Federkleid eines stolzen Vogels spannten, waren nur noch Haut und Knochen zu sehen. Das Tier verlor die Kraft, um sich auf den Beinen zu halten. Der Vogel tat seinen letzten Atemzug. Er verging. Wo vor wenigen Herzschlägen noch Pracht und Stolz zu sehen waren, war nun nichts mehr geblieben. Gestorben, vergessen, vergangen. Doch dann erschien plötzlich wieder ein Ei. Die Schale brach und der Kreis setzte sich fort. Das Leben verging und neues Leben entstand. Die Zeit war allgegenwärtig. Die Menschen lebten mit ihr, weil sie niemand zu bändigen wusste. Sie akzeptierten es, dass diese Instanz sie richtete. Sie akzeptierte, dass es nie ein ob, sondern immer nur ein wann geben würde. Doch wer konnte es der Zeit verübeln, dass sie Leben raubte und Vernichtung brachte? Die ersten Wesen, welche intelligent genug wären, um die Macht der Zeit zu erkennen, sperrten sie in mechanische und elektronische Uhren, reduzierten sie auf den bloßen und sich stetig wiederholenden Ablauf eines Kalenders, verschwendeten sie und nahmen sie als selbstverständlich hin. All das machte es nur zu gut nachvollziehbar, dass sie ein jeden von ihnen in den Tod trieb. Es geschah ausnahmslos. Keiner entkam ihr und obwohl das Ministerium mit dem Raum der Zeit bewies, dass sie dieses mächtige Monster zu erforschen schienen, sah Elija auch hier nur klägliche Versuche eine Macht zu beherrschen, welche keiner dieser unwürdigen Gestalten jemals Herr werden könnte.
Die Zeit war ein mächtiges Werkzeug und Elijas gefährlichster Feind. Er hatte eine schier unmenschliche Macht erreicht und es gab auf dieser Welt vermutlich nichts, was der alte Zauberer nicht in die Knie zwingen könnte. Doch dieser einen Herrin zollte er noch immer seinen Respekt. Vor ihr kniete er nieder, nur um ihr im richtigen Moment den Dolch in den Rücken stoßen zu können. Doch ein solcher Dolchstoß erforderte Vorbereitung. Er musste die Spielarten der allgegenwärtigen Gegnerin bis ins letzte Detail studieren. Er musste beginnen mit der Zeit zu spielen, Risiken einzugehen und ihr auf diese Weise ihre Geheimnisse zu entlocken, um sie schließlich in Ketten legen zu können.
Fast lautlose Schritte trugen den Metamorphmagus zu einer Vitrine, welche den Schlüssel für die ersten Spiele mit der Zeit in sich trug. Magische Zeitumkehrer. Artefakte, welche das Ministerium gut unter Verschluss hielt. Schließlich wollte niemand, dass diese goldenen Schätze in die Hände eines Wahnsinnigen gerieten. Prüfend griff der Gestaltenwandler in die Innentasche des dunklen Sakkos, um sein Exemplar dieser Artefakte auf sein Vorhandensein zu überprüfen. Das selbe betrachtete er nämlich im Schutze der Vitrine. Zu diesem Zeitpunkt hatte er den Zeitumkehrer noch nicht in seinem Besitzt und dennoch trug er ihn bei sich. Ein Paradoxon. Ein weiteres Phänomen, welches nur durch die Macht der Zeit entstehen konnte. Auch diese Paradoxa galt es genau zu erforschen. Die Zeitforscher unter den Unsäglichen hatten sich für ihre Forschung strenge Regeln gesetzt. Sie schränkten sich selbst ein, um Schaden zu vermeiden. Doch Elija war sich sicher, dass sein Ziel nur erreichbar war, wenn er Grenzen erreichte und diese sogar überschritt.
Dieser Tag sollte ein erstes Experiment sein. Die bloße Überprüfung, ob er problemlos an zwei Orten gleichzeitig agieren konnte. Oder genauer gesagt, ob er dort handeln konnte, wo er bereits gewesen war. Zudem galt es eine Zeitschleife zu schließen, welche er bereits aus anderer Perspektive betrachten durfte. Der letzte Zweck seiner Reise war kein Aspekt der Zeitbändigung, sondern ein altes Projekt, welches es wieder aufzunehmen galt. Aus diesem Grund begab er sich zum Fahrstuhl, welcher in diesem Augenblick seine Türen öffnete.
Schweigend betrat er diese und platzierte sich neben der schönen Hexe, welche ihn in dem Moment zu erkennen schien, in welchem die Türen sich geschlossen hatte. Der Blick der beiden Fahrstuhlpassagiere war auf die Tür gerichtet, als Elija das Wort ergriff: „Miss Bennett. Wollen Sie mich zum Essen begleiten?“ Die Frage war gerade über seine Lippen gekommen, als die Ansage des Fahrstuhls ertönte: „Eingangshalle.
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Claire Bennett
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BeitragThema: Re: [Hauptplot] Dem Bösen auf der Spur   Do 11 Jan 2018 - 21:48

Leicht fing ich an an meiner Zurechnungsfähigkeit zu zweifeln. Das konnte doch nicht wahr sein. Der Mann wandte sich mir zu und ich traute meinen Augen nicht, obwohl jenen sonst immer zu trauen war. Mr. Cartwright bedachte mich eines Blickes, der nur einen Bruchteil von der Überraschung beinhielt, mit dem ich ihn betrachtete. Ich musste meinen Mund wohl wieder geschlossen haben, denn ich musste ihn wieder öffnen um einen Satz zustande bringen zu können. „Mr. Cartwright.“ entgegnete ich zur Begrüßung und stellte mich neben ihn, während sich die Türen schlossen und sich der Fahrstuhl wieder in Bewegung setzte. Cartwright hatte sich in keiner Weise verändert und ich musterte ihn im ersten Moment etwas von der Seite, bis er wieder das Wort ergriff und mich zum Essen einlud. Das konnte ich natürlich nicht ausschlagen, welche Gelegenheit würde sich womöglich noch bieten um den Zauberer zu treffen? „Ich habe lange nichts mehr von Ihnen gehört.“ murmelte ich, denn ich konnte ihm schlecht sagen, dass er schon seit Wochen auf meiner Fahndungsliste stand. „Ihr Angebot nehme ich gerne an.“ antwortete ich und verließ den Aufzug in Richtung Eingangshalle vor Cartwright, nachdem dieser gehalten hatte. Die Eingangshalle des Zaubereiministeriums war wie ausgestorben, nur ein einzelner Hausmeister, welcher die Memos des Tages auffegte, drehte seine Runden. Der Brunnen der magischen Geschwister plätscherte vor sich hin und war somit die einzige Geräuschkulisse in der Halle. Viele der Kamine, welche die Angestellten des Ministeriums nach draußen brachten, waren schon verschlossen worden. Das Haus machte sich bereit für die bereits angebrochene Nacht. „Ich kenne ein kleines Restaurant in der Nähe, wäre das etwas?“ fragte ich den Älteren und steuerte auf den letzten noch offenen Kamin zu. „Eher etwas gehobener.“ erklärte ich und nahm eine Handvoll von dem Flohpulver, welches für die Reisenden zur Verfügung stand. Ich stellte mich in den Kamin und rief: „Winkelgasse.“ Grünen Flammen stiegen an meinem Körper empor und kurze Augenblicke später stieg ich aus dem Kamin im Tropfenden Kessel. Diese Spelunke war der Eingang zur Winkelgasse, wer dorthin wollte musste wohl oder übel den Weg über diese etwas verruchte Kneipe nehmen. Niemand schien sich uns näher ansehen zu wollen, deswegen gelangten wir ohne großes Aufsehen zur Gasse. Die Läden schlossen alle in den nächsten Minuten, deswegen war die große Einkaufsstraße relativ leer. Nur in den Kneipen und Bars tummelte sich die magische Bevölkerung Londons. Das Restaurant, welches ich ansteuerte lag nahe Gringotts, in einer der etwas betuchteren Nebenstraßen der Winkelgasse. Der Laden war hell erleuchtet als wir eintraten und einen Tisch zugewiesen bekamen. Schon des Öfteren war ich hier Gast gewesen, das ein oder andere Mal mit Chloe. „Madame et Monsiuer, was darf ich Ihnen bringen?“ fragte der französische Kellner, während er die Speisekarten zu uns schweben ließ. Jaque´s gab es schon nun seit drei Jahren hier, seitdem der gleichnamige Besitzer aus Frankreich auf die Insel gezogen war und seine landestypischen Köstlichkeiten mitgebracht hatte. „Wollen Sie den Wein aussuchen?“ fragte ich Mr. Cartwright, der gegenüber von mir Platz genommen hatte. Das Lokal war spärlich besucht, normalerweise traf man hier nur Menschen der Oberschicht. Ein Umstand der mehr als komfortabel war. Wahrscheinlich schätzte ich den Laden deshalb auch so. Nachdem die Getränke gebracht wurden beugte ich mich ein wenig vor. „Wo haben Sie gesteckt?“ fragte ich ihn und lächelte. „Ich habe lange nichts mehr von Ihnen gehört, ich hatte gedacht ich könnte mich noch bei Ihnen für ihren letzten Gefallen bedanken. Doch dann habe ich Sie nicht mehr gefunden.“ Ich versuchte ganz locker und unbefangen zu klingen, doch innerlich war ich ein wenig angespannt.
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Elija Cartwright
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BeitragThema: Re: [Hauptplot] Dem Bösen auf der Spur   Do 11 Jan 2018 - 22:49

Haben Sie mich vermisst?“, entgegnete der dunkelhaarige Zauberer in nonchalantem Ton, bevor er an Claire Bennetts Seite den Fahrstuhl verlies und den Blick durch die menschenleere Eingangshalle schweifen ließ. Er war bereits hier gewesen und damit war nicht nur der Ort gemeint. Er war schon zu diesem Zeitpunkt hier gewesen. Hier stieß sogar die Sprache der Menschen an ihre Grenzen. Wie drückte man sich aus, wenn man nicht an einem Ort, sondern an einem Zeitpunkt bereits gewesen war? Es ließ sich sprachlich nicht differenzieren und dieser simple Mangel an Worten war wieder einmal ein Beweis der menschlichen Primitivität. Doch auch wenn die Worte für diesen Sachverhalt nicht existierten, sollte dies der Zeitpunkt sein, in welchem sich eine Schleife schloss. Hier war ein Paradoxon entstanden und hier würde zugleich ein Paradoxon entstehen. Eine Unmöglichkeit, welche die Wirklichkeit formte und somit in sich selbst erneut die Grenzen der menschlichen Vorstellungskraft aushebelte.
Das klingt ausgezeichnet“, stimmte Elija mit einem entschlossenen Lächeln zu. Er ließ Claire den Vortritt, so dass er sich alleine in der Eingangshalle befand, nachdem die schöne Hexe durch den Kamin entschwunden war. Die folgenden Ereignisse bereits kennend, trat Elija zwei Kamine weiter, da dort nun zwei bekannte Gesichter erschienen. Neben den feinen Zügen von Candice Avery trat die junge Visage des Fluchbrechers Joshua Fawley durch den Kamin. Dass es sich wirklich nur um dessen Körper und keinesfalls um Fawley selbst handelte, wusste Elija genau, denn er hatte diesen Zeitpunkt aus den nun verwundert dreinschauenden Augen des anderen Mannes bereits erlebt. Schweigend zog er einen fein säuberlich gefalteten Zettel aus der Innentasche hervor, um diesen an sein geringfügig jüngeres Ich zu überreichen und ohne ein Wort in den Kamin zu treten. Die Schleife war geschlossen und er hatte eben dafür gesorgt, dass er jetzt überhaupt an eben diesem Ort, zu eben jener Zeit anwesend war.
Ebenfalls schweigend folgte er Claire schließlich durch die niveaubefreite Kneipe, um schließlich an ihrer Seite zu dem vorgeschlagenen Restaurant zu gelangen. Ein Dank und ein Lächeln wurden der Bedienung zu Teil, als diese den beiden Gästen einen Tisch zugewiesen hatte. Ganz selbstverständlich rückte Elija den Stuhl für die junge Hexe ab, damit diese Platz nehmen konnte, nur um dann selbst seinen Platz einzunehmen. Zu seiner Zeit wurde einem ein solches Verhalten schon in früher Jugend beigebracht. Dem alten Zauberer war jedoch nicht entgangen, dass viele der alten Umgangsformen einer ungehobelten Art gewichen waren. Die Menschen predigten Moral, mehr als sie es jemals zuvor getan hatten und dennoch waren ihnen die einfachsten Formen des guten Benehmens abhandengekommen. Es war so, als würde sich ein jeder einzelne zurückentwickeln und mit jeder Generation schien die Menschheit einen Schritt weiter in Richtung der eigenen Degeneration zu gehen. Er hätte sich wirkliche über so einige Entwicklungen der Menschheit negativ auslassen können, doch für diesen Zweck war dieser Abend nicht geplant gewesen. Zudem hoffte er, dass wenigstens der französische Wein ihn mit altbekanntem Anmut überzeugen könnte. Zu seiner Zeit war Elija ein Liebhaber französischer Weine gewesen, weshalb er in freundlichem Ton die Entscheidung traf: „Ihr hochwertigster Pinot noir bitte.
Die Bestellung ließ nicht lange auf sich warten und man musste dem Kellner lassen, dass er seinen Job mit Anmut und dem nötigen Können ausübte. Und ein derartiger Gedanke von Elija war tatsächlich nicht allzu häufig. Mit freundlicher Mimik dankte er dem Mann, bevor sein Blick sich wieder seiner Begleitung widmete. Natürlich fragte sie nach seiner Abwesenheit, aber die Wahrheit wäre hier wohl kaum die angebrachte Antwort. „Ich war verhindert. Mir kamen ungeplante Umstände dazwischen. Sonst hätte ich Sie bereits eher aufgesucht, das können Sie mir glauben“, entgegnete der Metamorphmagus schließlich mit einem entwaffnenden Lächeln. „Bedanken müssen Sie sich nicht. Wir haben als Team gearbeitet und ich hatte nun einmal das Glück, dass unser Problem zufällig meinen Weg gekreuzt hatte. Das hätte Ihnen ebenso passieren können.“ Natürlich hatte die ganze Situation nicht im Entferntesten etwas mit Zufall zu tun gehabt. Doch das sollte Claire Bennett nie erfahren. Sie war nicht bereit um darüber aufgeklärt zu werden, wen sie wirklich vor sich hatte. Ob sie es jemals sein würde, wusste Elija nicht. Noch nicht. „Wie steht es um Sie? Hat unser gemeinsamer Erfolg Ihnen den Respekt Ihrer Organisation eingebracht?
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Claire Bennett
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BeitragThema: Re: [Hauptplot] Dem Bösen auf der Spur   So 14 Jan 2018 - 0:44

Irgendetwas an Cartwrights Benehmen ließ meine Gedanken abschweifen. Er wirkte auf mich wie ein perfekter Gentleman, eine Tugend die nicht jeder Mann mehr heutzutage besaß. Erst kürzlich hatte mich ein leicht angetrunkener Mann in einer Bar derart ungeniert angemacht, dass es mir eine Wonne gewesen war ihn in seine Schranken zu weisen. Normalerweise tat ich mir das langweilige Geschwätz der Typen, die sich in ihrem beschränkten Hirn etwas mit mir vorstellen konnten, aus Höflichkeit eine Weile an um dann nach ein paar Minuten auf die Toilette zu verschwinden und von dort aus zu disapparieren. Doch dieser Typ hatte ein solch flegelhaftes Benehmen an den Tag gelegt, dass ich ihm direkt meinen brennenden Einhornvodka über das Gesicht geschüttet hatte. Der arme Trottel hatte doch tatsächlich im ersten Moment gedacht, dass die Flammen echt waren und hatte sich vor Phantomschmerzen am Boden gekrümmt. Eine erheiternde Geschichte, wenn man länger darüber nachdachte...
Mir wollte partout nicht einfallen an wen mich der Mann vor mir erinnerte. War es vielleicht mein Vater, der auch noch von der alten Schule zu sein schien? Man konnte mit Gewissheit sagen, dass Christopher Bennett ein galanter Mann war aber Cartwright schien dennoch nichts mit meinem Vater gemein zu haben. Mr. Cartwright bewies guten Geschmack und bestellte einen französischen Wein – natürlich bot die das Haus auch andere Sorten an – und ich lehnte mich zurück um ein wenig entspannter zu wirken. Mir fiel eine Frage ein, die mir Mr. Cartwright noch im Aufzug des Ministeriums gestellt hatte. „Wieso sollte ich Sie vermisst haben?“ fragte ich ihn, meine Stimme klang kaum argwöhnisch.

Der Kellner nahm unsere Bestellungen auf. Ich entschied mich für eine Bouillabaisse, eine französische Fischsuppe – zumindest war es das was ich darunter verstand - und Cartwright nahm irgendetwas Fleischiges, so genau interessierte mich das nicht. Während wir auf das Essen warteten wagte ich mich ein wenig näher an die mysteriöse Fassade des Herrn heran. Ich entschied mich ihn nicht auf die „ungeplanten Umstände“, wie er seine Abwesenheit betitelte, anzusprechen. Das ging mich nichts an und niemand der bei klarem Verstand war hätte an dieser Stelle nachgehakt. Er schien nicht davon berichten zu wollen und es würde meine Person wohl in ein etwas anderes Licht rücken, wenn ich zu offensichtlich nachfragen würde. Auch wenn mich diese „Umstände“ mehr als interessierten, schließlich war das wohl die Tür zu Mr. Cartwrights mysteriöser Vorgeschichte. „Nun ja, sie können nicht abstreiten dass ich ohne sie vollkommen aufgeschmissen gewesen wäre. Hätten Sie nicht den Unbekannten gestellt und mir auf dem Silbertablett präsentiert, dann würde der Mörder wohl immer noch dort draußen frei herumlaufen und hätte weitere Morde begehen können.

Wie auf ein Stichwort kamen nun zwei Kellner herangetreten und stellten zwei Teller vor uns ab. Beim Anblick der Mahlzeit bekam ich prompt Appetit und tunkte meinen Löffel in die dampfende Suppe. „Nun seien sie mal ehrlich, Mr. Cartwright.“ fing ich an, während wir anfingen zu essen. „War es wirklich nur Glück, dass Sie dem Unbekannten über den Weg gelaufen sind?“ Ich lachte kurz auf um eine unbekümmerte Miene zu simulieren, doch meine Augen taxierten den Mann gegenüber argwöhnisch. „Ich war seit Wochen an dem Mann dran und ich habe ihm kein einziges Mal am helligten Tag gegenüber gestanden, obwohl mir alle Mittel zur Verfügung standen. Doch sie müssen nur einmal zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein und sofort geht er Ihnen ins Netz. Das nenne ich nicht nur Glück, das riecht gewaltig nach Schicksal.

Er wusste also, dass hinter mir eine Art „Organisation“ stand, welche mein Handeln unterstützte. Er hatte anscheinend ein reges Interesse daran zu erfahren in welcher Beziehung ich zum Orden stand und wie dieser auf unseren gemeinsamen Sieg reagiert hatten. Vielleicht war es klug die Karten nicht sofort offen zu legen, schließlich konnte er schlecht wissen was ich gerade dachte.
Ich schüttelte nachdenklich den Kopf und nahm einen Schluck von dem Weißwein, den ich mir passend zur Suppe bestellt hatte. „Nun ja.“ antwortete ich. „Eine Beförderung war nicht drin. Damit hatte ich aber auch nicht gerechnet. Aber man hat ja bei dem Meisten, dass man tut das Gefühl nicht genug Anerkennung zu erhalten. Das geht wohl jedem dann und wann so.“ Ich zuckte mit den Schultern.

Ich habe meinen Vorgesetzten von ihrem Zutun zu der Sache erzählt und Sie sind sehr interessiert an Ihnen. Auch deshalb wollte ich Sie ein weiteres Mal sprechen. Was machen Sie gerade? Woran arbeiten Sie?“
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Elija Cartwright
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BeitragThema: Re: [Hauptplot] Dem Bösen auf der Spur   So 14 Jan 2018 - 18:20

"Wir haben gemeinsam einen sehr unangenehmen Feind zur Strecke gebracht. Sowas verbindet, finden sie nicht?", entgegnete Cartwright ein wenig erheitert auf die Frage, aus welchem Grund sie ihn vermisst haben sollte. Er hatte dieser Frage nicht besonders viel Ernsthaftigkeit zugemessen, weshalb es ihn fast ein wenig überraschte, dass die jüngere Hexe noch einmal darauf einging.
Doch es blieb auch keine Zeit, um sich weiter über diese nichtige Frage zu unterhalten, denn der Kellner war bereit um die Bestellungen der beiden Aufzunehmen. Nachdem sich die junge Ministeriumsmitarbeiterin für eine französische Fischsuppe entschieden hatte, gab Elija ein Boeuf Bourguignon in Auftrag. Er hatte schon immer etwas für die französische Küche übriggehabt. Bei dem von ihm gewählten Gericht handelte es sich um Rindfleisch, welches in Rotwein zubereitet wird. Wer den Geschmack noch verfeinern wollte, legte das Fleisch eine Nacht im besagten Wein ein. Doch wie es in diesem Restaurant gehandhabt wurde, wusste der alte Zauberer nicht. Er war sich aber sicher, dass er es am fertigen Gericht schmecken würde.
Erst als der Kellner sich wieder von Tisch entfernt hatte, kehrte Claire zu dem Thema zurück, welches auf keinen Fall für fremde Ohren bestimmt war. Natürlich hätte sie ohne seine Hilfe nie einen Erfolg erzielt. Elija hatte den angeblichen Mörder schließlich in sorgsam ausgewählt und für das große Finale, nämlich seinen Tod, vorbereitet. Es war kein wirklicher Erfolg gewesen, aber so lange Bennett und ihre Organisation es für einen Erfolg hielten, machte es für Elija keinen Unterschied. Goodwill, der eigentliche Schlächter der Todesser hatte seinen Rachefeldzug schließlich beenden und würde auf diese Weise nicht mehr die Aufmerksamkeit auf sich richten. Das einzige was Elija an alle dem missfiel war die Tatsache, dass er Goodwill von den rachsüchtigen Todessern befreit hatte. Wenn der alte Zauberer geahnt hätte, dass sein Nachfahre sich seinen Körper zurückholen würde, hätte er das Ganze ganz anders aufgezogen. Doch auch wenn er es ungern zugab, konnte auch Elija Cartwright nicht alles wissen und kontrollieren. Noch nicht.
Obwohl man es der Miene des dunkelhaarigen Mannes nicht ansah, erstaunte ihn die genauere Nachfrage der jungen Hexe. Er hatte keine Zweifel daran, dass in dem hübschen Köpfen der Todesserin Misstrauen entstehen könnte, aber es beeindruckte ihn, auf welch unterschwellige Weise sie es ihm vortrug. Der Vorwurf lag in jedem ihrer Worte und dennoch klang es immer so, als wolle sie ihm noch zu seinem Glück beglückwünschen. Ein beeindrucktes Lächeln legte sich auf Elija Lippen, während er die Gabel sinken ließ, die er eigentlich gerade zu seinem Mund führen wollte. „Glauben Sie an das Schicksal, Miss Bennett?“ Sein Blick war durchdringend, aber keinesfalls einschüchternd. Bevor Claire antworten konnte, beantwortete Elija die Frage seinerseits: „Ich tue es nicht. Das Schicksal ist ein interessantes Konstrukt. Es macht es den weniger erfolgreichen Menschen einfach einen imaginären Schuldigen für ihr Scheitern zu finden. Es nimmt ihnen die Last bei sich selbst nach Fehlern suchen zu müssen.“ In einer kurzen Pause senkte Elija die Hand mit der Gabel noch ein wenig weiter, um diese abstützen zu können. „Andere, wie auch sie, nutzen dieses Konstrukt um Zufälle zu erklären. Unsere Wege sind nicht vorherbestimmt. Wenn man bereit ist den Gedanken an eine perfekte Welt aufzugeben, dann wird es auf einmal unheimlich simpel. Es kann aber auch im selben Maße frustrierend werden. Zufälle sind Zufälle. Nicht mehr und nicht weniger. Doch das bedeutet auch, dass man Situationen aktiv herbeiführen kann. Und spätestens, wenn man es so betrachtet, hat das Schicksal vollkommen seinen imaginären Zauber verloren.
Eine längere Pause wurde genutzt, um in Ruhe die Gabel zum Mund zu führen und ein Stück Fleisch zu sich zu nehmen. Es war über Nacht in Rotwein eingelegt worden. Auf andere Weise würde nicht der Geschmack entstehen, welchen das wirklich gut zubereitete Gericht an sich trug. „Was ich Ihnen damit sagen möchte ist, dass hier weder Schicksal und auch kein Glück am Werk war. Meine erste Begegnung mit unserem maskierten Freund hatte ich, als ich einen Ihrer Ordensmitglieder schreien gehört hatte. Ich war zu langsam, aber ich habe den Mörder noch attackieren und ihm seine Maske abnehmen können. Angesichts der bevorzugten Angriffsgebiete des Unbekannten war diese erste Begegnung also statistisch gar nicht so unwahrscheinlich.“ Es folgte wieder eine Pause, um der jungen Dame Zeit zum Nachdenken zu geben. Es bereitete dem alten Zaubrer durchaus Freude die Vorwürfe der schönen Hexe langsam und Kleinschrittig zu vernichten. „Nachdem ich seine Maske hatte, war es nur noch eine Frage der Zeit. Er musste davon ausgehen, dass ich sein Gesicht erkannt hatte. Ich musste ihn nicht mehr suchen, sondern mich lediglich finden lassen. So betrachtet wäre es, um es in Ihren Worten zu sagen, eine besondere Wendung des Schicksals gewesen, wenn ich ihm nicht mehr begegnet wäre.“ Ein zufriedenes Lächeln lag auf den Lippen des dunkelhaarigen Zauberers, bevor er sich wieder dem Teller mit dem Fleischgericht widmete.

Interessiert verfolgte er die Ausführungen über die nicht erfolgte Beförderung. In Elijas Augen hatte da also jemand das Kommando, welcher die Relevanz hinter Claires Taten nicht erkannte. Natürlich wusste er, dass die Stellung des falschen Mörders eigentlich überhaupt keine Auswirkungen hatte. Für die Todesser musste es aber so aussehen, als hätte die junge Hexe eines ihrer größten Probleme zur Strecke gebracht. Ryan hatte ihnen schließlich große Verluste eingebracht und keiner von ihnen war auch nur ansatzweise auf dem richtigen Weg, um ihn zu stellen. „Ich kenne Ihre Vorgesetzten nicht, aber es ist offensichtlich, dass sie Sie und ihre Taten unterschätzen. Es ist schlecht für die Moral, wenn man fähigen Leuten wie Ihnen nicht mit der nötigen Anerkennung begegnet.
Die Spitze des dunklen Ordens hatte also von ihm erfahren. Das war nicht unbedingt schlecht. Schließlich hegte Elija großes Interesse daran die Köpfe der Todesserorganisation kennenzulernen. Es missfiel ihm, dass auf seinem Schachbrett gesichtslose Figuren standen. Er hasste es, wenn er etwas nicht in seiner Gänze erfassen und kontrollieren konnte. Das allein war der Grund für den Kontakt zu Claire Bennett. „Sie sollen den Orden über mich informieren und ich dachte Sie sind mit mir gekommen, weil sie mich mögen“, kommentierte der alte Zauberer in sarkastischem Ton. Es wunderte Elija nur wenig, dass sie einen Auftrag dieser Form hatte. Claires Loyalität galt in erster Linie dem Orden. Er war für sie nur ein unbekannter und möglicherweise mysteriöser Mann. Die Tatsache, dass alles was sie von ihm erfuhr auch beim Orden landen würde, machte es zu einem schwierigen Unterfangen das Vertrauen der Hexe zu gewinnen, ohne sich dabei einem gesichtslosen Gegner zu offenbaren. Ein Spiel mit dem Feuer. Genau die Art von Spielen, welche der alte Zauberer so sehr liebte.
Was ich mache? Momentan führe ich eine schöne Frau zum Essen aus und sonst bin ich nicht mehr als ein Forscher. Wussten Sie, dass es Unmengen Spielarten der Magie gibt, die schon lange in Vergessenheit geraten sind. Die Vergangenheit birgt viele Zauber und Rituale, die vollkommen verloren gegangen sind. Immer wenn Hinweise auf solche Dinge auftauchen, bin ich zur Stelle und versuche den Zaubern ihre Geheimnisse zu entlocken.“ Wieso er ausgerechnet diese Geschichte erzählte? Das lag vor allem daran, dass Elija selbst über ein großes Wissen über eben solche Zauber besaß. Sein Alter brachte das mit sich. So war es ihm möglich eine glaubhafte Fassade zu erschaffen. Außerdem konnten diese alten Zauber durchaus die Neugier der Todesser wecken und darauf hoffte er ganz besonders.
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BeitragThema: Re: [Hauptplot] Dem Bösen auf der Spur   Do 15 Feb 2018 - 14:05

"Inwiefern war Adrian Wilson ein Feind von Ihnen?“ fragte ich schnell. War dies etwa der erste Hinweis auf sein wirkliches Interesse an dem Fall? Ich konnte mir ein kurzes Grinsen nicht verkneifen. Das sogenannte Boef Bourgignon von Elijah sah sehr lecker aus, kurz haderte ich mit meiner Entscheidung zur Fischsuppe. Doch die Fischsuppe war auf ihre Art auch ein wahrer Augenschmaus. Zufrieden löffelte ich vor mich hin während Cartwright wieder das Wort ergriff. Seine Worte klangen schon fast philosophisch. „Ich weiß nicht genau was sie unter Schicksal verstehen. Vorsehung? Ja. Vielleicht. Zufall? Ich weiß nicht. Glück? Nein. Ich glaube, dass hinter jedem Erfolg nichts anderes als Arbeit, Motivation und ganz viel Schweiß steht. Ich denke, dass jeder das bekommt, dass er verdient hat.

Ich hörte Mr. Cartwright ruhig zu während er versuchte sich zu erklären. Ich musste eingestehen, dass er gute Argumente brachte. „Sie meinen, dass er es auf sie abgesehen hatte und ihnen eine Falle gestellt hat ohne zu wissen, dass er damit eigentlich ihnen in die Falle gegangen war? Sehr raffiniert. Mr. Cartwright, ich merke, dass es nicht klug ist es sich mit Ihnen zu verscherzen. Der arme Junge konnte einem schon sehr leid tun.

Meinen Sie?“ erwiderte ich. „Ich weiß nicht genau ob sie mich unterschätzen oder nicht. Vielleicht trauen sie mir auch einfach nicht über den Weg und lassen mich die Drecksarbeit erledigen? Wahrscheinlich bin ich noch nicht so weit.“ Ich musste lächeln als er mir schmeichelte, ich mochte es wenn mir Männer Komplimente machten und vor allem wenn sie dies aufgrund meiner Fähigkeiten und nicht meines Aussehens taten. „Aber es frustriert mich schon ein wenig, dass sie kein Vertrauen in mich setzen und ich nicht zeigen kann wie wertvoll ich sein kann.“ Es war wahrscheinlich sicherer ihm zu suggerieren, dass ich auf der untersten Leiter des Ordens stand. Ich musste so viel wie möglich über ihn erfahren und dabei so wenig von mir preisgeben wie ich konnte.

War das Sarkasmus in seiner Stimme? „Um sie zu mögen weiß ich noch zu wenige Dinge über sie. Sind sie wählerisch? Eigensinnig? Mitfühlend? Stur? Was ich bisher erfahren habe gefällt mir, ja.“ Flirtete er mit mir? Er war mindestens 10 Jahre älter als ich, wenn nicht sogar mehr. Ich war noch nie zuvor mit einem dermaßen älteren Mann zusammen gewesen, dennoch musste ich eingestehen, dass Mr. Cartwright für sein Alter sehr attraktiv wirkte.
Aber natürlich haben meine Vorgesetzen von Ihnen erfahren. Ich bin niemand der sich mit falschen Lorbeeren schmückt. Sie haben mir geholfen Adrian unschädlich zu machen, das habe ich dem Orden auch so vermittelt."

Sein Kompliment zu meiner Schönheit imponierte mir in keinster Weise. Das bekam ich des Öfteren zu hören. „Und ich dachte sie wären ein Auftragskiller.“ antwortete ich und lächelte kurz. Das war natürlich sarkastisch gemeint und ich hoffte, dass er das bemerkt hatte. „Nein, das wusste ich nicht. Aber ich habe mir schon immer gedacht, dass es da mehr gibt als es auf den ersten Blick scheint.“ Seine Worte klangen interessant, noch nie war mir jemand begegnet der sich solche Gedanken machte. „Denken sie, dass Adrian etwas Besonderes war? Ich habe noch nie erlebt, dass jemand einen Todeszauber abwehren konnte. Er muss wahnsinnige Zauberkräfte gehabt haben.

Immer mehr wurde mir klar, dass Elija Cartwright eine Bereicherung für den Orden sein konnte. Vielleicht war es doch klug ihn in weitere Geschicke einzuweihen? Ich hatte aber einen klar definierten Auftrag zu erfüllen, der keine Spielräume beinhaltete. Ich durfte keinen Fehler machen, daran hing viel.
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Elija Cartwright
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BeitragThema: Re: [Hauptplot] Dem Bösen auf der Spur   Mi 4 Apr 2018 - 20:10

Wählerisch? Schwer zu sagen.  Eigensinnig? Vermutlich. Mitfühlend? Durchaus. Stur? Bedingt. Ein Auftragskiller? Nein. Vielleicht verschwendetes Talent“, entgegnete der dunkelhaarige Zauberer und übernahm dabei den sarkastischen Unterton seiner Begleitung. Es konnte durchaus nicht schaden, wenn die junge Hexe ein Auge auf ihn werfen würde. Es war aber nicht von Nöten, um seine Ziele zu erreichen. Es galt lediglich mehr über den Orden herauszufinden und dafür genügte es vollkommen, wenn Elija sich selbst als Bereicherung für eben diesen verkaufen konnte. Natürlich stand ihm auch noch der Weg der Gewalt offen, aber dieser war ihm persönlich zu einfach und zudem zu auffällig. Die Menschen neigten dazu Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, wenn man ihre Anhänger und Freunde zerfetzte. Ein Umstand, welchen der alte Zauberer kaum nachvollziehen konnte. Gefühle waren eine Schwäche, davon war der Widergeborene überzeugt.

Die alte Magie stieß bei der Ministeriumsmitarbeiterin auf merkliches Interesse. Elija hatte nichts anderes erwartet. Eine fast verlorene Macht, die kaum jemand beherrschte und die einem persönlich große Vorteile verschaffen konnte, weckte in fast jedem Menschen die Gier. Jeder trug etwas in sich, was nach Anerkennung und Macht strebte. Jeder trug etwas in sich, was ihn dazu verleiten konnte seine Ideale aufzugeben und es war fast immer die Aussicht auf Macht, welche die Menschen dazu brachte eben dies zu tun. Candice beispielsweise hatte innerhalb von wenigen Minuten das Leben ihres besten Freundes Joshua aufgegeben, um an Elijas Seite an Macht zu gelangen. Jeder trug diese Finsternis in sich und Elija besaß den Schlüssel, um diese zu erwecken – Macht.
Ein stolzes Lächeln lag auf den Lippen des Metamorphmagus, als Claire die Parallele zu Adrian zog. Sie hatte einen wachen Verstand und sie stellte die richtigen Fragen. „Einen Todeszauber abgewehrt? Durchaus interessant und wir haben schließlich alle gelernt, dass das unmöglich ist, nicht wahr?“ Dinge wurden nicht selten für unmöglich erklärt, nur weil es bisher niemandem gelungen war sie umzusetzen. Der alte Zauberer sah im Umstand der Unmöglichkeit ein Paradoxon in sich. Die Menschheit hatte schon viele Dinge für unmöglich erklärt, bis schließlich jemand kam und sie einfach getan hatte. „Die erste Lektion ist, dass es nur eine Sache gibt, die wahrhaftig unmöglich ist. Nämlich zu beweisen, dass etwas unmöglich ist.“ Elija machte eine kurze Pause, damit die jüngere Hexe seine Worte verinnerlichen konnte. „Die meisten Dinge sind nicht nur möglich, sondern entgegen der Erwartungen sogar äußerst unspektakulär. Stellen Sie sich folgendes vor.“ Ein Kellner entfernte die mittlerweile leeren Teller vom Tisch, was der dunkelhaarige Zauberer aber nicht weiter beachtete. „Sie stehen vor einer verschlossenen Tür und haben noch nie etwas von einem Schlüssel gehört. Es erscheint ihnen vollkommen unmöglich diese Tür irgendwie zu überwinden. Nun kommt aber jemand, der einen Schlüssel bei sich trägt. Er öffnet die Tür ohne Probleme. Sie wären zweifelsohne fasziniert. Schließlich waren Sie überzeugt, dass es vollkommen unmöglich ist die Tür zu öffnen. Da Sie aber durchaus wissen was ein Schlüssel ist, ist das Ganze vollkommen unspektakulär für Sie.“ Elija benetzte seine Lippen mit dem Wein, bevor er erneut das Wort ergriff. „Genau das ist, was ich mache. Ich suche nach Schlüsseln, um Türen zu öffnen, welche als unmöglich zu öffnen gelten. Möglicherweise besaß auch Adrian einen solchen Schlüssel. Ich werde die Suche nicht aufgeben.“ Wieder pausierte der Metamorphmagus einen Augenblick, bevor er ein letztes Mal auf die Thematik zurückkam: „Es müssen also keine übermäßigen Mächte im Spiel sein. Adrian kannte vermutlich ein Geheimnis, das es für uns noch zu lüften gilt. Nicht mehr und nicht weniger. Unwissen über die Methoden von anderen führt schnell dazu, dass man ihnen Macht zuspricht und sie auf einen Thron hebt, dem sie nicht im Geringsten gerecht werden. Befreit man sich von diesem Denken, rücken unerreichbare Dinge plötzlich in greifbare Nähe.“ Elija war von dem was er sagte durchaus überzeugt und es war durchaus ein Privileg, ein Teil seines Wissens eröffnet zu bekommen. Zumindest würde Elija es als ein solches bezeichnen. Doch diese Lektion galt keinesfalls der Bildung der jungen Hexe, sondern lediglich seinem Vorhaben an die Köpfe des Todesserordens heran zu kommen. Der Schlüssel war in diesem Falle Claire Bennett. Wenn er sie überzeugen konnte, dann rückte der dunkle Orden in greifbare Nähe.
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BeitragThema: Re: [Hauptplot] Dem Bösen auf der Spur   Mi 11 Apr 2018 - 16:01

Vermutlich wissen wir nicht einmal ansatzweise zu was die Magie imstand ist.“ flüsterte ich und brach ein Stück des Baguettes ab, welches mir zu der Fischsuppe gereicht wurde. Ich strich mit dem Brot durch den leeren Teller, um es mit den Resten der Suppe darin zu tränken. Meine Mutter hätte bei dieser Geste wohl tadelnd geseufzt, aber ich aß nun mal von Herzen gerne und hielt nichts davon wie ein Spatz die Krümel aufzupicken.

Ich hörte mir Elijas Worte, welche fast an ein Gleichnis erinnerten, an und dachte kurz über seine Worte nach, während der Kellner die Teller abräumte und uns noch zwei Espressi brachte. „Ihre Worte klingen logisch aber vermutlich ist ihre Suche bereits zuende, bevor sie überhaupt gestartet ist. Bisher haben wir keinen Anhaltspunkt auf einen Komplizen – Mentor – setzen sie ein was sie wollen. Ich denke zwar nicht, dass Adrian sich seine magischen Fähigkeiten ganz alleine angeeignet hat aber wenn doch, dann sitzen sie in einer Sackgasse. Er ist tot.“ Zum ersten Mal bereute ich es den Jungen nicht leben gelassen zu haben. Ich hatte schon während des Gesprächs mit Chloe gewusst, dass es ein Fehler gewesen war ihn nicht mehr vernehmen zu können. Ich hatte meine Belange und meinen Rachegedanken vor die Interessen des Ordens gestellt und das war nun das Ergebnis davon. Aber es brachte nichts mit dieser Entscheidung zu hadern.

Adrian Wilson war nur zwei Jahrgänge über mir. Er ist mir nie aufgefallen, er war kein Slytherin, somit hat er mich nicht sonderlich interessiert. Er wäre mir sicherlich aufgefallen, wenn er schon zu Schulzeiten solche Fähigkeiten gezeigt hätte. Entweder hat er sein Talent sehr gekonnt versteckt oder er hat sie sich erst nach der Schulzeit angeeignet. Ich glaube nicht, dass er das alles innerhalb von einigen Monaten im Eigenstudium gelernt hat. Wenn man nun von dem Standpunkt ausgeht, dass Adrian in irgendeiner Weise von jemand anderem beeinflusst war, dann kann man schlussendlich davon ausgehen, dass dieser Jemand der ist den sie suchen.

Das Restaurant hatte sich geleert, es war schon spät geworden und der Kellner stand schon eine Weile hinter der Bar und polierte Weingläser. „Wie werden sie weiter vorgehen?“ fragte ich Elija. „Ich bin an einer weiteren Zusammenarbeit mit Ihnen interessiert und könnte Ihnen meine Hilfe in dieser Sache anbieten. Ich denke, dass es auch im Interesse meiner Vorgesetzten ist, wenn das Thema nicht einfach im Sande verläuft.“ Ich zog meinen Geldbeutel aus meiner Tasche und ließ einige Galleonen auf einen Untersetzer fallen, der genau für diesen Zweck bereit gestellt worden war. Wir verließen das Restaurant und verschwanden dann in entgegengesetzte Richtungen in die dunkle Nacht.




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