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 The matter of priorities

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Ruby Clark
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BeitragThema: The matter of priorities   Mi 27 Dez 2017 - 20:09

The matter of priorities
Cedric & Ruby | 02.09.2015 | privat | Schicksal: ja

Die junge Hexe hielt es nicht besonders streng mit der Diskretion, weshalb es dem Zufall geschuldet war, dass kein Muggel erblickte, wie vor einem alten, scheinbar geschlossenen Krankenhaus eine blonde Frau erschien, welche ein Kind auf dem Arm trug. Hektik und Angst waren in ihr Gesicht gezeichnet und die ungeordneten Haare bildeten den letzten Hinweis auf die noch kurz zuvor getragene Mütze. Bei dem Kind handelte es sich um einen kleinen Jungen von höchstens fünf Jahren. Sein blasses Gesicht ruhte auf der Schulter der jungen Frau, welche seinen Körper fest umklammert hielt, während sie sich einem der alten Schaufenster näherte.
Im besagten Schaufenster gab es nämlich diese eine Schaufensterpuppe, welche trotz ihrer altmodischen Bekleidung in einem ungewöhnlich gutem Zustand war, um ein unauffälliger Teil des heruntergekommenen Einkaufszentrums zu sein. Die Lippen der hektischen Dame formten leise Worte, die an die Puppe im Fenster gerichtet waren. Leicht zu übersehen war die Reaktion der Kleiderpuppe, welche wie von Geisterhand den Zeigefinger krümmte und somit eine Rückmeldung gab, welche nur von jenen verstanden wurde, die wussten, worum es sich beim Einkaufszentrum Reinig & Tunkunter wirklich handelte. Schnelle Schritte trugen die Hexe voran, so dass sie die massiv wirkende Glasscheibe durchquerte und die alte Fassade des Gebäudes alleine zurück ließ.

"Hilfe! Ich brauche Hilfe!", ertönte Rubys panische Stimme, als sie die Eingangshalle des St. Mungo Krankenhauses betreten hatte. Ihr Blick fuhr hilflos durch den Raum, während sie den kleinen Simon fest in ihren Armen hielt. Der Blick erfasste einen Etagenplan, welcher ihr verriet, dass Vergiftungen im dritten Obergeschoss des magischen Krankenhauses behandelt wurden. Da niemand auf ihr Hilfeersuchen reagierte, entschloss sie sich das Kind selbststäändig auf die Station zu bringen. Es fühlte sich so an, als würde Simon immer schwerer werden, doch Adrenalin ließ die junge Hexe durchhalten. Es ging um das Leben des Jungen und Aufgeben durfte keine Option sein.
Tränen standen in Rubys Augen, als sie die Station erreichte. Sie wurde den Gedanken nicht los, dass Simons Vergiftung ganz allein ihre Schuld war. Sie hatte ihre Werkstatt nicht verriegelt, als sie das Waisenhaus verlassen hatte. Der neugierige Junge hatte sich Zutritt verschafft und sich an ihren Trankzutaten vergriffen. Als die anderen Kinder ihn gefunden hatten, hatte der Waise bereits bewusstlos in ihrer kleinen Werkstatt gelegen. Ein zerbrochenes Glas am Boden hatte Ruby Hinweise auf das gefährliche Gift gegeben, welches sich nun in Simons Körper befand. Sie selbst hatte kein Gegengift und war auch nicht gut genug, um schnell ein qualitativ hochwertiges Gegengift anzufertigen. Daher war ein Besuch im St. Mungo Hospital die letzte Chance des jungen Muggels.
"Bitte helfen Sie ihm", stürmte Ruby nun auf einen jungen Mann zu, welcher den typischen limonengrünen Zauberumhang der Heiler trug. Ein Blick auf das kleine Emblem, welches einen Zauberstab zeigte, welcher sich mit einem Knochen überkreuzte, beseitigte die letzten Zweifel darüber, dass es sich um einen Heiler handelte. "Wolfswurz. Es ist Wolfswurz!", teilte sie entkräftet mit und hoffte auf eine schnelle Reaktion.


Zuletzt von Ruby Clark am So 31 Dez 2017 - 13:47 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Cedric Macmillan
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BeitragThema: Re: The matter of priorities   Mi 27 Dez 2017 - 21:39

„Es ist ja eine Sache, wenn man sich mit Drogen das Leben schöner machen muss, aber eine andere, wenn man diese dann auch noch aus mieser Herstellung erwirbt“, knurrte Dr. Coira Macmillan augenrollend, als sie an der Seite ihres älteren Bruders das Krankenzimmer einer Patientin verließ, welche durch den Konsum gepanschter Rauschmittel fast ihr Leben verloren hätte. Vorfälle wie diese häuften sich schon seit Monaten auf der Station für Vergiftungen durch Zaubertränke und magische Pflanzen und der andere Arzt in dieser Konversation, Dr. Cedric Macmillan, hatte auch eine Vermutung, wie es zu dieser Entwicklung kommen konnte.
„Nun ja, scheinbar ist es nicht mehr so leicht, an den besten Stoff der Stadt zu kommen. Ich habe ja keine Ahnung, wie sich die Verhaftung des Drogenbarons auf die Preise für solche Mittel ausgewirkt hat, aber es würde mich nicht wundern, wenn eine Verbindung bestünde“, antwortete der dunkelblonde Heilmagier kühl auf die Worte seiner Schwester, als sie am Empfangstresen der Station stehen blieben und Cedric die Akte der Patientin dort ablegte, um einen konzentrierten Blick in diesen hinein zu werfen, „Jedenfalls ist es auffällig, wie oft Hexen und Zauberer wegen gepanschter Drogen unsere Krankenzimmer blockieren. Eigentlich sollte man sie auf der Straße liegen lassen, denn sobald sie das Krankenhaus verlassen, holen Sie sich schon ihre nächste Dosis…“
„Cedric!“, stieß Coira daraufhin entrüstet aus, wenngleich sie nur zu gut wusste, dass ihr Bruder recht hatte. Krankheitsfälle wie diese waren keine Seltenheit und leider gab es unter den betroffenen Patienten auch nicht selten Wiederholungstäter… „Wenn das jemand hört!“ Ein flüchtiger Blick zu der dunkelhäutigen Krankenschwester verriet, dass dies bereits geschehen war, da diese einen düsteren Blick zu dem 29-Jährigen schickte, welchen dieser jedoch nicht bemerkte, da er zu vertieft die Einträge in die Kartei der drogenabhängigen Patientin war. Schnell drehte Coira den Kopf wieder zu Cedric, um die Pflegerin aus dieser Konversation auszuklammern. „Was machen wir mit ihr?“
„Wir behalten sie am besten noch zwei Tage zur Beobachtung hier“, knurrte er daraufhin mit rauer Stimme, worauf er die Akte zuklappte und sie über den Tresen der grimmigen Krankenpflegerin gab, damit jene sie der Abrechnungsabteilung weiterleiten könnte. „Ich weiß ja nicht, was du jetzt machst, aber ich hab jetzt Feierabend.“ Ein schiefes Grinsen legte sich auf die Lippen des jungen Mannes, als seine Schwester ihm die Zunge rausstreckte.
„Ich muss noch fünf Stunden arbeiten… und habe jetzt gleich erst mal eine Besprechung mit den Leuten im Labor“ – genervt verdrehte sie die Augen, worauf sie seufzend auf ihre Armbanduhr sah – „Ich sollte dann auch mal los. Mach’s gut, Bruderherz.“ Kurz drückte sie den größeren Zauberer, worauf sie sich umdrehte und zu den an diese Station angrenzenden Labore zu gehen. Kaum war sie durch die schwere Flügeltür verschwunden, öffnete sich die Tür hinter Cedric, durch welche eine gehetzt wirkende junge Frau mit einem Kind auf dem Arm kam und ihn direkt um Hilfe bat. Er kam ihr mit eiligen Schritten entgegen, wirkte sonst jedoch völlig gefasst und blieb direkt vor ihr stehen.
„Wolfswurz“, wiederholte er für sich, wobei er mit einem beiläufigen Fingerschnippen eine schwebende Liege neben sich und der jungen Frau erscheinen ließ. Ein kurzer, analysierender Blick wurde auf das Kind geworfen, mit welchem er abschätzte, wie schwer und wie alt dieses war, damit er einschätzen könnte, wie viel er von dem Gegengift brauchen würde. „Ich brauche ein Antidot für blauen Eisenhut. Drei Zylinderampullen á 5 Milligramm“, rief er dann gefasst über seine Schulter zu einem vorbeihuschenden Pfleger, welcher ihm mit einer knappen Bemerkung bestätigte, die Anweisung verstanden zu haben. So wandte sich Cedric wieder der blonden Frau zu, welche seiner Einschätzung nach gut die Mutter des Kindes sein konnte. „Legen Sie ihn dort vorsichtig ab“, forderte er streng mit Deut auf die magische Patiententrage, und sobald sie dies getan hatte, würde er den Puls des Jungen an der Halsschlagader abtasten und seine Atmung kontrollieren. Auch wurde seine Mundhöhle nach Resten der Giftpflanze abgesucht, doch dort war nichts mehr zu finden. Der Zustand des Jungen war kritisch, doch dies vor der jungen Dame noch zu betonen, würde jene nur noch mehr aufwühlen. Ernst hob Cedric den Blick aus eisblauen Iriden auf die Erscheinung der panischen Frau, wobei er sich von ihr natürlich nicht aus der Ruhe bringen ließ.
„Beruhigen Sie sich, Miss“, kam es beherrscht von dem Schotten, während sein Finger den Puls weiterhin am Handgelenk des Kindes kontrollierte, „Wie alt ist das Kind und in welcher Beziehung stehen Sie zu ihm? Hat er irgendwelche chronischen Erkrankungen oder Infektionen, von denen ich wissen sollte, bevor ich ihn behandle? Und wie viel Wolfswurz hat er in etwa zu sich genommen?“
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Ruby Clark
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BeitragThema: Re: The matter of priorities   Mi 27 Dez 2017 - 22:36

Der Heiler strahlte eine unerschütterlich wirkende Ruhe aus, welche vermutlich von seiner Routine mit solchen Fällen herrührte. Der jungen Hexe standen jedoch leichte Schweißperlen auf der Stirn und auch in jeder anderen Hinsicht strahlte sie eine unübersehbare Unruhe aus. Zwar linderte das Ablegen des Jungen die körperliche Belastung, nahm ihr jedoch kein Stück ihrer Aufregung. Es ging hier schließlich um ein Kinderleben, welches sie leichtfertig aufs Spiel gesetzt hatte. Zudem war jedes der Waisenkinder wie ein kleines Geschwisterkind für Ruby. Sie waren eine Familie und keiner von ihnen würde den Verlust von Simon verkraften.
Die Ruhe des Heilers wirkte trügerisch auf die ehemalige Hufflepuff. War er sich sicher, dass alles gut gehen würde, oder war er derartige Tode einfach schon so sehr gewohnt, dass es ihm nichts ausmachte, wenn es zu einem weiteren kommen würde? Sie kannte diesen Mann nicht und sie wusste, dass er vermutlich Simons letzte Chance war. Doch wenn die Sorgen sie nicht vollkommen einnehmen würden, hätte sie sich vermutlich schon ein genaues Bild des jungen Arztes, aufgrund vieler Vorurteile, erschaffen. Gelackte junge Ärzte wie er interessierten sich nicht für Leute wie sie oder Simon. Sie halfen ihnen, weil sie damit ihr Geld verdienten. Nach ihrer Schicht im Krankenhaus kehrten sie zu ihren wohlhabenden Familien zurück und genossen ihre Leben im Überfluss, ohne dabei nur noch einen Gedanken an all jene zu verschwenden, die jeden Tag darum kämpfen mussten nicht zu verhungern. Dieses Bild, da war sich Ruby sicher, passte auf fast jeden Heiler in diesem Gebäude. Dennoch war es für den Moment vollkommen irrelevant. Wenn diese Leute Simons Leben retten konnten, dann würde Rubys Stolz niemals ein Hindernis darstellen.
Die junge Frau folgte dem Heiler und dem Kind auf der schwebenden Liege in einen Behandlungsraum, während sie sich bemühte die Nerven nicht zu verlieren, um die Fragen des Heilers beantworten zu können. "Simon ist fünf Jahre alt. Er lebt in dem Waisenhaus, das ich mit meinem Vater leite, am Marktplatz in Whitechapel." Die ehemalige Hufflepuff erwähnte nicht, dass es sich bei Simon um einen Muggel handelte. Für sie machte es keinen Unterschied, weshalb sie gar nicht daran dachte, dass das in irgendeiner Weise erwähnt werden müsste.
Mittlerweile hatten sie das Behandlungszimmer erreicht und Ruby hatte sich neben der Trage platziert, um die Hand des dunkelhaarigen Jungen zu halten. Sie würde natürlich Platz machen, sobald sie im Wegen stehen würde. "Er hat keine Vorerkrankungen. Keine diagnostizierten." Da er aber nie durch gesundheitliche Probleme in Erscheinung getreten war, ging Ruby davon aus, dass keine besonderen Erkrankungen vorlagen. "Ich bin mir nicht sicher wie viel er zu sich genommen hat. Drei Blüten im schlimmsten Fall." Ruby hatte nicht nach Überresten gesucht. Als sie gesehen hatte an welchem Glas der Junge sich vergriffen hatte, wollte sie keine Zeit verlieren, weshalb sie sofort mit ihm aufgebrochen war.
Mit einer Hand strich sie über die blasse Wange des jungen Simon. Er fühlte sich kalt an und kalter Schweiß stand ihm im Gesicht. "Wird er es schaffen? Wieso dauert das so lange?" Die Unruhe griff erneut nach der jungen Hexe und ihre Angst erfüllte sie mit großer Ungeduld. Es kam ihr vor, als hätte der Heiler das Gegengift vor einer halben Ewigkeit angefordert. "Bitte! Sie müssen ihm helfen!" Ruby war ein Mensch der sich stets selber zu helfen wusste. Die junge Frau analysierte Probleme und fand eine Lösung. In diesem Fall war sie jedoch vollkommen machtlos. Sie konnte nur abwarten und es erfüllte sie mit großer Furcht, dass sie nichts tun konnte. Das Leben des Kindes lag in der Hand von Menschen, welchen Ruby kein bisschen traute. Dennoch wusste sie, dass diese Menschen die einzigen waren, welche jetzt noch Simons Leben retten konnten.
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BeitragThema: Re: The matter of priorities   Do 28 Dez 2017 - 0:11

Fünf Jahre alt. Waise. Die junge Frau war nicht seine Mutter, aber scheinbar einer der Vormünder. Während sie sprach, speicherte Cedric die Daten in seinem Kopf ab, filterte für die Behandlung jedoch vorerst nur das wichtigste aus diesen Informationen heraus, während ein Blatt Pergament hinter der Liege herflog und von einer magischen Feder in Echtzeit mit einem Protokoll zu diesem Notfall beschrieben wurde. Er nahm seinen Finger nicht von dem Puls des kleinen Mannes, als sie sich zu einem freien Behandlungsraum begaben – erst, als die Liege in besagtem Raum zum Stehen kam, nahm er die Hand vom schlanken Handgelenk, um sich die Oliven des über seine Schultern hängenden Stethoskops in die Ohren zu drücken und das Bruststück auf die Brust des Kindes zu legen, nachdem er jene von Kleidung befreit hatte. Während er der blonden Dame zuhörte, kontrollierte er den geschwächten Atemstrom in den Lungen des Kindes und den geminderten Blutdruck, indem er beides mithilfe seines geschulten Gehörs abschätzte. Drei Blätter Eisenhut mochten nicht nach viel klingen, doch es war für ein derart kleines Kind durchaus eine lebensbedrohliche Dosis. Aber auch dies war eine Information, die der dunkelblonde Heilmagier der aufgebrachten Angehörigen seines kleinen Patienten nun nicht unter die Nase reiben wollte. Ihren Äußerungen nach zu urteilen war sie schon ganz krank vor Sorge, was angesichts der bedrohlichen Situation kaum verwunderlich war. Cedric hatte selbst zwar keine Kinder, konnte jedoch nicht leugnen, dass ihm die Behandlung besonders junger Patienten durchaus ein wenig nahe ging. Dies ließ er sich selbstverständlich nicht anmerken, aber er selbst merkte es, wenn er nach Feierabend noch einmal an eben solche Patienten denken musste, obwohl es gar keinen Auslöser dafür gab, während er Gedanken, die mit der Arbeit zu tun hatten, normalerweise sehr gut aus seinem Privatleben heraushalten konnte.
„Ich tue bereits, was ich kann, Miss“, kam es kühl über seine Lippen, wobei er das Stethoskop aus seinen Ohren zog und den Blick nur kurz von seinem Patienten nahm, um die blonde Frau mit einem ernsten Blick zu strafen. Ihre Unruhe konnte seine Ruhe zwar nicht schmälern, dennoch störte es ihn ein wenig, dass sie versuchte, Druck auf ihn auszuüben. Als hätte der Pfleger von vorhin gemerkt, dass sein Vorgesetzter es mit einer besonders ungeduldigen Person zutun bekam, kam er auch schon in das Behandlungszimmer, um dem bärtigen Schotten ein Tray mit einer Zylinderampullenspritze, einer Kanüle und drei Zylinderampullen mit dem angeforderten Betäubungsmittel anzureichen. Außerdem befand sich auf jenem alles, um die Einstichstelle zu desinfizieren und hinterher zu verbinden. Das Tray wurde von Cedric auf eine Ablage abgestellt, worauf er dem Pfleger die Anweisung gab, der jungen Dame ein Glas Wasser zu bringen.
Mit kontrollierten Bewegungen träufelte Cedric dann etwas Alkohol auf die Ellenbeuge des kleinen Mannes, nachdem er jene freigelegt hatte, worauf er die Kanüle auf die Spritze steckte und die erste Ampulle hineinschob, um die Spitze darauf zuzuklappen und zu sichern. Zielgenau und ohne lange zu zögern stach er dann mit der Kanüle in einem flachen Winkel in ein Blutgefäß, um jenes in bewusst langsamem Tempo in den Blutkreislauf gelangen zu lassen. „Wie konnte das überhaupt passieren? Halten Sie Wolfswurz etwa im Garten?“ Während er diese Frage aussprach, wechselte er geschickt die Ampulle, ohne die Einstichstelle zu verlassen, worauf er den Inhalt eben jener Ampulle nur zur Hälfte einspritzte, da er schätzte, dass dies genug für eine Neutralisierung des Giftes sein müsste. Als er dann fertig war, drückte er einen Tupfer auf die Einstichstellte, während er mithilfe des Stethoskops wieder kontrollierte, ob die Behandlung bereits anschlug. Während er auf eine Veränderung der Vitalzeichen wartete, dachte er jedoch noch einmal über die Worte der jungen Frau nach, mit welchen sie beschrieben hatte, wo der Junge herkam.
„Moment – das Waisenhaus am Whitechapel Markt?!“, kam es dann überrascht von ihm, wobei er den Kopf leicht drehte und der Blick aus kühlen, blauen Augen eine verurteilende Note bekam, denn er erinnerte sich daran, dass dieses Waisenhaus von Muggeln geführt wurde, sich folglich wohl auch nur Muggelkinder in jenem aufhielten. Diese Tatsache ließ die Erklärung der Blonden unglaubwürdiger erscheinen, schließlich konnte sie genauso gut nur irgendeine Irre sein, die Muggelkinder entführte. „Das ist ein Muggelwaisenhaus, zumindest heißt es, dass Muggel dieses leiten. Die Tatsache, dass Sie hier sind, spricht jedoch für eine magische Begabung Ihrerseits. Sie gehören also wirklich zu diesem Waisenhaus?“ Skeptisch verengten sich seine hellen Augen, was sich auch nicht änderte, als der Pfleger mit dem Wasserglas für die Frau zurück ins Zimmer kam, während er über die Oliven in seinen Ohren verfolgen konnte, dass sich der schwache Puls seines Patienten allmählich normalisierte.
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Ruby Clark
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BeitragThema: Re: The matter of priorities   Do 28 Dez 2017 - 1:02

"Ich habe eine kleine Trankwerkstatt. Simon ist eingedrungen", antwortete sie ehrlich und knapp. Sie wusste um ihre Fahrlässigkeit und sie würde auch die Konsequenzen dafür tragen, wenn es denn zu welchen kommen sollte. Denn wenn sie eines von ihrem Vater gelernt hatte, dann dass wahre Größe bedeutete zu seinen Fehlern zu stehen. Sie hatte nicht in böser Absicht gehandelt und sah den größeren Fehler darin, den Fehler zu leugnen.
Der Heiler sah davon ab falsche Hoffnungen zu machen. Lediglich die Versicherung, dass er alles tat wozu er in der Lage sei, erreichte die ehemalige Hufflepuff. Worte, welche ihre Sorge nicht minderten, mit welchen sie sich aber dennoch zufrieden geben musste. Sie konnte nur warten und auch wenn es schwierig war, zwang sie sich dazu ihre Ungeduld nicht erneut zu verbalisieren. Stattdessen hielt sie die Hand des bewusstlosen Jungen und beobachtete, wie der andere Zauberer das Gegengift vorbereitete. Ruby wurde etwas ruhiger, nachdem der Arzt den Inhalt der Spritze verabreicht hatte. Sie wollte sich nicht vorstellen, dass es auch einen schlechten Ausgang für Simons Vergiftung geben könnte. Er hatte das Gegenmittel bekommen und Ruby weigerte sich nun innerlich vom Optimismus abzukommen. Sie strich vorsichtig mit dem Daumen über die Hand des Kindes und blickte zu dem Heiler auf, so als erwarte sie nun einen Lagebericht von dem jungen Mann.
Dieser ergriff dann schließlich wirklich das Wort, überbrachte aber keine guten Nachrichten, sondern verfiel Ruby gegenüber in eine gewisse Skepsis, welche unverzüglich die Vorurteile der jungen Hexe weckte. Sie war sich nicht sicher welcher Hintergedanke den Heiler denken ließ, dass er ihren Bericht in Frage stellen durfte. Wie konnte er sich herausnehmen in ihr eine Lügnerin zu sehen? "Das Waisenhaus gehört meinem Vater, einem Muggel. Auch die Kinder dort sind Muggel. Ich bin eine Hexe. Was soll daran ungewöhnlich sein?" Für den Moment hatte sie die Hand des Jungen losgelassen, um diese in ihre Hüfte zu stemmen. Mit einem Blick versicherte sie sich, dass der Junge noch nicht bei Bewusstsein war, bevor sie den Heiler verurteilend anfunkelte. "Warum halten Sie mich für eine Lügnerin? Gehen wir doch die Klassiker durch. Weil ich keine super feinen Klamotten trage? Weil Sie sich nicht vorstellen können, dass sich jemand so sehr um Muggel schert? Oder wollten Sie nur mal meinen Blutstatus abchecken, um mir die passenden Vorurteile um die Ohren hauen zu können?" Ruby selbst merkte nicht, dass sie stark überreagiert hatte und dabei Vorwürfe aussprach, welche sie in ähnlicher Form selbst erfüllte. In diesem Moment war sie es, die ihr Gegenüber voreilig in eine Schublade steckte. Das sie dabei zufällig eine äußerst passende Schublade erwischt hatte, war reiner Zufall gewesen.
Sie atmete tief durch, um dann doch zur Besinnung zu kommen. Zwar ließ sie die Vorurteile nicht los, welche sich über den jungen Mann in ihrem Kopf manifestiert hatten, aber sie sah ein, dass es in diesem Moment deutlich wichtigere Dinge gab, als sinnlose Diskussionen zu führen. Sie faste sich mit einer Hand an die Stirn, um noch einmal kräftig durchzuatmen, bevor sie sich mit sanfterer Stimme an den Arzt wendete, bevor dieser sich überhaupt zu ihren vorherigen Worten äußern konnte: "Es tut mir leid. Das ist gerade alles etwas viel..."
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BeitragThema: Re: The matter of priorities   Fr 29 Dez 2017 - 20:56

Eine kleine Trankwerkstatt, welche offenbar nicht ausreichend gesichert gewesen war. Cedric presste seine Lippen aufeinander, um sich eine abschätzige Bemerkung zu der Fahrlässigkeit der jungen Frau zu verkneifen, denn ihr nun Vorwürfe für ihre Nachlässigkeit ins Gesicht zu peitschen würde wohl kaum etwas an dem begangenen Fehler ändern. Aus Fehlern lernte man letztendlich, und die Panik in ihren Augen sprach eindeutig dafür, dass sie ihre Lektion verstanden hatte. Während er das Gegengift verabreichte, tropfte der Blick aus eisblauen Augen auf die Hand des Kindes, welche die junge Frau festhielt und sanft streichelte. Ja, der Umgang mit diesem Jungen war zu vertraut und liebevoll, als dass sie nur irgendeine Frau sein könnte, die mit diesem Kind in gar keinem Zusammenhang stand, dennoch war der Macmillan lieber vorsichtig als nachsichtig. Während seiner Karriere als Heiler hatte er schon so einiges erlebt, weshalb er nicht alles glaubte, was ihm aufgetischt wurde. Gerade, wenn es in Berichten zu Unstimmigkeiten kam, war er lieber übertrieben skeptisch, damit man ihm nicht hinterher vorwerfen könnte, er sei naiv gewesen. Also konfrontierte er die junge Frau mit der Sache, die ihn hatte skeptisch werden lassen, worauf sie mit einer heftigen Abwehrreaktion antwortete.
Aus der Ruhe bringen konnte sie den Schotten damit natürlich nicht. Mit fast schon verspottender Ruhe sah er sie an, während eine Olive des Stethoskops noch in seinem Ohr hing und die Vitalzeichen des kleinen Patienten weiterhin kontrollierte. Als sie von ihrer Kleidung sprach, konnte er nicht anders, als seinen Blick auf ihre Erscheinung sinken zu lassen, welche tatsächlich darauf schließen ließ, dass sie nicht gerade aus dem feinsten Haus kam. Ein Detail, das dem konzentrierten Mediziner wahrscheinlich nie aufgefallen wäre, hätte sie ihn nicht darauf hingewiesen. Nun, da er aber wusste, aus welchen Kreisen sie kommen musste, wunderte ihn ihre Reaktion nicht mehr. Leicht spannten sich die Kiefermuskeln des jungen Mannes an, als er trocken schluckte, während er sich wüste Vorurteile an den Kopf knallen ließ. Stumm und kühl wandte er den Blick dann aber auch schon von ihr ab, als sie mit ihrer Tirade geendet hatte, da er sich nicht auf ihr Niveau herabbegeben wollte. Sie war schließlich nur eine Muggelbrut, welche ihm in diesem Moment nur zu deutlich zeigte, wieso er so gering von Muggeln dachte. Es sollte ihn nicht wundern, dass sie so ziemlich alles, was sie kritisierte, mit ihrem Blutstatus zu erklären versuchte. Das taten diese Schlammblüter doch immer. Leider entschuldigte dies nicht, dass sie als Hexe einen Muggel in ein Krankenhaus für Hexen und Zauberer gebracht hatte, denn selbst einer muggelstämmigen Hexe hätte sie genug Verantwortung zugetraut, dies zu unterlassen.
„Das Kind ist also ein Muggel…“, knurrte er ernst, ohne seinen Druck auf die Kompresse zu verringern, „Sie wissen schon, dass er in einem Muggelkrankenhaus besser aufgehoben wäre, Miss? Patienten wie Simon gehören nicht ins St. Mungo, zumal Wolfswurz eine Giftpflanze ist, die den Muggeln nicht unbekannt ist. Wieso haben Sie ihn hierhergebracht?!“ Eine leichte Wut schwang in der tiefen Stimme mit, als er den Blick wieder hob und sie mit deutlicher Verachtung in diesem strafte. „Sie haben eine Verantwortung der magischen Gesellschaft gegenüber, was die Geheimhaltung ihrer Existenz angeht.“
Der Pfleger, der der jungen Frau ein Glas Wasser gebracht hatte, stand etwas unsicher am Ende des Bettes und mischte sich nicht ein, da er sich von der Art des Arztes eingeschüchtert fühlte.
„Aber gut, es sollte mich nicht wundern. Verantwortung scheint Ihnen kein geläufiger Begriff zu sein, wie man am Zustand Simons gut erkennen kann“, murmelte er dann resignierend, wobei er den Blick wieder sinken ließ. Der Tupfer wurde entsorgt, stattdessen klebte er ein Pflaster auf die Einstichstelle, damit sich jene nicht infizierte.
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Ruby Clark
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BeitragThema: Re: The matter of priorities   Fr 29 Dez 2017 - 22:15

Ruby atmete tief durch, um sich selbst ein wenig zu beruhigen. Sie redete sich ein, dass der junge Mann sich lediglich Sorgen um Simon machte und dass er kein Teil jener Gesellschaft sein musste, welche sie so sehr verachtete. Möglicherweise wollte er nur sichergehen, dass das Kind in guten Händen war. Er ging seinem Job nach und wollte einfach nur das Beste für den jungen Waisen. Doch in dem Moment, in welchem sich die junge Frau langsam selber überzeugt hatte, dass es an diesem Heiler nichts auszusetzen gab, ergriff dieser erneut das Wort und riss die erschaffene Illusion gnadenlos in Fetzen.
Mit offenem Mund starrte die ehemalige Hufflepuff in die eisblauen Augen jenes Mannes, welcher es mit wenigen Worten vollbracht hatte sämtliche Vorurteile zu bestätigen, die Ruby ihm kurz zuvor an den Kopf geworfen hatte. Angespannt biss sie die Zähne zusammen und ließ über sich ergehen, was der Heiler ihr zu sagen hatte. Schon die herablassende Art in Bezug auf Muggel und der offene Umgang damit, trieb Rubys Blutdruck in die Höhe. Als er sie dann noch über ihre Pflichten zu belehren versuchte und dem ganzen die Krone aufsetzte, indem er sie auf unheimlich arrogante Weise auf ihre Schuld hinwies, konnte man von Glück sprechen, dass die junge Hexe nicht zu gewalttätigen Ausbrüchen neigte. Wie schon als Schülerin, raubte diese maßlose Arroganz ihr auch heute noch die Fassung. Im Gegensatz zu ihrer Schulzeit wurde sie jedoch deutlich seltener direkt damit konfrontiert, weshalb sie den Mann für dessen gutes Aussehen sie absolut kein Auge hatte, zunächst nur perplex anstarrte. Als eine innere Stimme ihr schließlich verriet, dass das Ganze kein Traum war und sie nicht im nächsten Moment in ihrem Bett aufwachen würde, entfuhr ihr ein fassungsloses: "Oha... Arschloch!" Dabei entging ihr vollkommen, dass noch immer ein Pfleger mit im Raum stand, welcher mittlerweile stark darum bemüht war möglichst flach zu atmen und dabei keine Bewegung zu machen, oder ein Geräusch von sich zu geben. Doch Ruby blendete den verschreckten Mann, der sich am liebsten in Luft aufgelöst hätte, vollkommen aus.
Der Schockmoment ging vorüber und die Wut, welche von der Fassungslosigkeit zurückgehalten wurde, überflutete ihr inneres so sehr, dass sie sie herauslassen musste, um nicht in ihr zu ertrinken.
"Sie sind genau das arrogante Arschloch für das ich Sie gehalten habe." Das Gesicht der jungen Frau war in wütende Röte getaucht und ihr Blick drückte Zorn und Ekel aus. Sie war nicht wie der junge Mann. Sie konnte ihre Abscheu nicht hinter der Fassade eines ruhigen abgeklärten Menschen abriegeln und sie konnte ihre Meinung nicht in gewählte und klar durchdachte Worte verpacken. Ihre Worte waren nicht in schöne Mantel gehüllt, aber sie waren ehrlich. Sie sagte was sie dachte und bestätigte auf diese Weise vermutlich alle Vorurteile, die der Heiler gegen sie und ihresgleichen in sich trug. "Belehren Sie mich nicht über meine Pflichten! Ich scheiße auf die magische Gesellschaft, wenn es um das Leben dieses Jungen geht. Ich würde ihre arrogante scheiß Gesellschaft jederzeit für ein Menschenleben gefährden!" Unbewusst knirschte die Hexe zwischen ihren Worten hörbar mit den Zähnen und ballte die Fäuste auf der verzweifelten Suche nach einem Ventil für die angestaute Wut. "Kein Krankenhaus der Muggel ist in der Lage eine solche Vergiftung zu heilen. Wenn Sie und ihresgleichen endlich einsehen würden, wie viel die magische Welt für die Muggel tun könnte, dann müsste ich Menschen wie Ihnen gar nicht mehr unter die Augen treten. Aber Sie fürchten um Ihren Status. Die Muggel sind es Ihnen nicht wert ein Risiko einzugehen." Ruby war sehr talentiert darin sich in Rage zu reden. Die Wut ließ ihr nur dieses eine Ventil und wenn man diese Lawine einmal entfesselt hatte, war sie nur schwierig wieder zu stoppen.
"Lassen Sie sich eins gesagt sein, Sie arrogantes Arschloch..." Nun war es Ruby, welche den Heiler zu belehren versuchte, als eine leise Stimme sie zum schweigen brachte. "Arschloch sagt man nicht...", erklang die geschwächte Stimme des noch immer blassen Simon.
"Oh Gott, Simon." Die Stimme der muggelstämmigen Hexe war von jedem Zorn befreit. Eine Mischung aus Freude und Sorge ließen sie ganz anders klingen, als sie es noch kurz zuvor getan hatte. Lediglich das errötete Gesicht der Hexe erinnerte noch an den wütenden Ausbruch. Sofort ergriff sie wieder die Hand des Kindes und beugte sich über den Jungen, um seine kalte Stirn zu küssen. "Wie geht es dir?" Dem Heiler wurde nur ein kurzer Blick geschenkt, um ihm zu signalisieren, dass sie ihm die Augen auskratzen würde, wenn er sich in Gegenwart des Jungen abfällig über Muggel äußerte. Dann galt die Aufmerksamkeit der Hexe voll und ganz Simon. "Ich bin müde", erklang seine leise Stimme erneut.
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Cedric Macmillan
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BeitragThema: Re: The matter of priorities   Fr 29 Dez 2017 - 23:28

Erstaunt gingen die Augenbrauen des dunkelblonden Heilers in die Höhe, als er die wüste Beschimpfung, die ihr unverblümt über die vollen Lippen tropfte, das erste Mal vernahm. Ein irritierter Blick ging zu dem peinlich berührten Pfleger, welcher sich sichtlich unwohl fühlte in dieser Szene, da er den Blick Cedrics nicht erwiderte, sondern stur zu Boden sah, obwohl der Mediziner sich zu gern vergewissert hätte, ob er sich nur verhört oder sie ihn soeben wirklich beleidigt hatte. Dass sein Gehör ihm keinen Streich gespielt hatte, bestätigte sich dann, als die blonde Hexe das Wort in einem ganzen Satz wiederholte und damit offenlegte, was für Vorurteile sie ihm gegenüber gehabt hatte. Nun, sie beide schienen ihre Ansichten zu haben und damit völlig auseinander zu driften, doch dies brachte den Schotten längst nicht so sehr aus der Fassung wie die temperamentvolle Blonde, welche ob ihrer Wut sogar ein wenig Rot anlief. Im Gegensatz zu ihr verlor Cedric seine Beherrschung nicht, stattdessen nahm er die Olive nun endlich aus dem Ohr und hängte sich das Stethoskop wieder über die Schultern, worauf er die Arme vor der Brust verschränkte und dem Pfleger das lang ersehnte Zeichen, das Tray mit dem benutzten Material wegbringen zu können, gab, wobei er ihn mit einer unmissverständlichen Handgeste auch darum bat, dem Patienten etwas zu trinken zu bringen. Der Krankenpfleger atmete erleichtert auf und war mit dem Tray schneller verschwunden, als man hätte „Wolfswurz“ sagen können, doch dies war angesichts der angespannten Stimmung im Raum auch kaum verwunderlich. Cedric wäre ebenfalls am liebsten rückwärts aus dem Krankenzimmer geflohen, doch die wütenden Worte, welche ihm zügelnd entgegen gepeitscht wurden, fesselten ihn auf eine amüsante Weise, weshalb er also mit verschränkten Armen auf der anderen Seite des Bettes stehen blieb und die junge Frau subtil beobachtete. Die Sehnen ihrer Hände und Unterarme traten leicht hervor, da sie erstere zu Fäusten geballt hatte, und die Röte in ihrem hübschen Gesicht wurde immer deutliche, während sie sich über die unfaire Behandlung der Zauberer gegenüber den Muggeln ausließ, wobei sie völlig außer Acht ließ, dass die magische Gesellschaft mit der Enttarnung ihrer Existenz schon einmal aufs Gesicht gefallen war. War sie wirklich so naiv, dass sie glaubte, Muggel und Zauberer könnten Hand in Hand existieren und einander helfen? Dass die Erkenntnisse der magischen Medizin eine Bereicherung für die nicht-magischen Mitmenschen wäre, glaubte Cedric gern, aber er sah keinen Vorteil darin, Medizin der Muggel in seine Welt einzuführen. Er wusste ganz genau, wohin ein Zusammenschluss beider Welten führen würde, schließlich hatte die Geschichte der Menschheit ähnliche Situationen bereits hervorgebracht und immer war es so gewesen, dass der Mensch das ihm Fremde zu vernichten versucht hatte. Zwischen Muggeln und magisch Begabten wäre es nicht anders, weshalb Cedric es für das beste hielt, beides zu trennen. Gerade deshalb war es für ihn nicht denkbar, wie Halbblüter und muggelstämmige Hexen und Zauberer entstehen konnten. Wie lebensmüde musste ein Zauberer sein, sich in einen Muggel zu verlieben? Der bloße Gedanke daran widerte den Schotten an, doch dieser Ekel kam auf seinen erstarrten Gesichtszügen nicht zum Ausdruck.
Die Wut der jungen Frau ließ etwas in ihm aufflammen, doch er kam nicht dazu, dieses Feuer auf sie loszulassen, da der Junge schon wieder zu seinem Bewusstsein fand. Unmerklich biss er sich auf die Zunge, verärgert darüber, ihr seine Gedanken nicht entgegen spucken zu können wie Drachenfeuer.
Mit einem Mal schien das Temperament der jungen Hexe wieder gezügelt und ihre Gesichtszüge wurden weicher, als sie sich über den Jungen beugte, um ihm einen liebevollen Kuss auf die Stirn zu drücken. Der Blick, den sie Cedric schenkte, entging ihm nicht, aber ihm war die stumme Drohung ziemlich egal.
„Deine Müdigkeit ist normal, Simon. Du hast eine giftige Pflanze gegessen und es wird ein paar Tage dauern, bis sich dein Körper davon voll und ganz erholt hat, weshalb wir dich zwei Tage hier behalten werden“, kam es kalt von Cedric in professionellem Heiler-Tonus, wobei er seine Körperhaltung nicht öffnete. Es widerstrebte ihm, einen Muggel so lang in einem Krankenhaus für Hexen und Zauberer zu halten, doch er würde seine Lizenz riskieren, sollte dem kleinen Mann aufgrund gewisser Nebenwirkungen irgendetwas passieren. Das Leben des Kindes war ihm zwar nicht egal, aber er hing auch sehr an seiner Zulassung als Heiler. „Mein Name ist Dr. Macmillan und du bist gerade im Krankenhaus. Ist es richtig, dass du diese Frau aus dem Waisenhaus in Whitechapel kennst?“ Dies war vielleicht nicht die kinderfreundlichste, aber die unkomplizierteste Art und Weise, die Identität dieser Frau zu verifizieren. Wenngleich ihm auch völlig egal war, wer diese Frau war. Er hatte keinen Dank von ihr dafür erwartet, dass er ihren Fehler wieder ausgebügelt hatte, aber zumindest ein wenig Respekt wäre angebracht gewesen, wie er sie mit seinem todernsten Blick spüren ließ.
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Ruby Clark
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BeitragThema: Re: The matter of priorities   So 31 Dez 2017 - 13:47

Die Wut über den arroganten Heiler war vollkommen vergessen. Ruby war einfach nur froh, dass der junge Waise wieder zu sich gekommen war. Ihr Wutausbrüche würden ohnehin nichts daran ändern, dass der vermutliche Reiblüter auf ihresgleichen und auch auf Muggel hinabsah und diese für minderwertig hielt. Sie war sich sicher, dass es keine Worte gab, welche ihn nur in Erwägung ziehen ließen seine Einstellung zu überdenken. Da die ehemalige Hufflepuff ihm aber mit großer Wahrscheinlichkeit nie wieder begegnen würde, störte sie dieser Umstand nur wenig.
Simons schwäche wurde von seinem Retter knapp erklärt, bevor der selbe sich auch bei dem Jungen noch einmal versicherte, ob Ruby überhaupt die Wahrheit gesagt hatte. Kurz biss sie wieder die Zähne aufeinander, ließ das unnötige Misstrauen aber unkommentiert, da Simon es mit den Worten "Ja, das ist Ruby" ohnehin zerschlug.
Mit einem warmen Lächeln betrachtete sie den blassen Jungen und ließ noch immer seine Hand nicht los. Dass er den Griff erwiderte, zeigte jedoch, dass er sich auf dem Weg der Besserung befand und langsam zu seiner Kraft zurück fand.
Für diesen Moment ließ der zunehmend besser werdende Zustand Simons Ruby ihre Wut sogar so sehr vergessen, dass sie einen sanfteren Blick an den Heiler richtete, welcher durchaus als Dankbarkeit interpretiert werden konnte. Freundliche Worte kamen ihr nicht über die Lippen, aber dennoch hatte der Schotte auf diese Weise mehr Freundlichkeit von ihr erfahren, als andere mit seiner Einstellung jemals erfahren würden.

Die Wege der jungen Erwachsenen trennten sich schließlich, als Simon auf ein Krankenzimmer verlegt wurde und Ruby ihm dorthin folgte. Sie verbrachte noch einige Zeit an seiner Seite, bevor sie schließlich zum Waisenhaus zurückkehrte, um dort ihren Pflichten nachzugehen. Auch in den folgenden zwei Tagen hatte sie stets einige Stunden an Simons Bett gesessen. Sie wäre sogar fast der Versuchung erlegen die anderen Muggelkinder als Überraschungsbesuch mitzubringen. Doch als sie in sich horchte und feststellte, dass das Motiv dafür weniger Simons Freude, sondern mehr eine Provokation der Ärzte gewesen wäre, hatte sie davon abgesehen die Kinder mit in das magische Krankenhaus zu bringen.
Der Junge hatte sich einige Tage später vollständig erholt und Ruby hat ihn am letzten Tag seines Aufenthalts abgeholt. Dem Heiler und Retter Simons war sie in diesen Tagen nicht mehr begegnet und der Krankenpflegerin, welche bei der Entlassung des Jungen dabei gewesen war, hatte sie natürlich versprochen, dass sie den Jungen obliviieren würde. Ein Versprechen, welches nie umgesetzt wurde.



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