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 [Hauptplot] Kapitel II Sklaven einer neuen Finsternis

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Ryan Goodwill
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BeitragThema: [Hauptplot] Kapitel II Sklaven einer neuen Finsternis    So Okt 29, 2017 7:37 pm

Sklaven einer neuen Finsternis
Natascha & Ryan | Widemouth Bay | 21.06.2015 | Schicksal: ja | Hauptplotposting (privat)

Am Vortag hatte der Metamorphmagus die eingeschläferte Vanessa in seinem Bett einquartiert und hatte sich selbst auf das Sofa zurückgezogen. Sie war nach der Ankunft kurz zu sich gekommen, wirkte jedoch ziemlich benommen. Das wichtigste war jedoch, dass sie nicht mehr unter dem Einfluss der Marionettenspielerin gestanden hatte. Ryan hatte ihr an diesem Morgen ein Tablett mit Frühstück und einen kurzen Brief in ihr Zimmer gebracht. Die junge Hexe hatte noch immer geschlafen und der Auror musste sich unbedingt und ohne weitere Verzögerungen mit Miss Romanova treffen. Der Brief an Vanessa sollte ihr erklären wo sie war und dass sie das Haus auf keinen Fall verlassen durfte. Der magische Schleier des Anwesens war alles, was sie vor der unbekannten Bedrohung verbergen konnte. Außerdem hatter er ihr angeboten, sofern sie die Energie dafür fand, eines der unbenutzten, aber möblierten Zimmer beziehen. Ryan war sich sicher, dass es der Ravenclaw missfallen würde die Ferien bei ihm zu verbringen. Er für seinen Teil war aber einfach froh, dass es ihr den Umständen entsprechend gut ging.

Ein Brief hatte dafür gesorgt, dass Ryans Ausbilderin auch an einem Sonntag in ihrem Büro anzutreffen war. Nachdem er seine Wunde im St. Mungos versorgen gelassen hatte, hatte er die Akten der verschwundenen Personen herausgesucht und mit diesen in ihrem Büro auf die Chefin gewartet. Kurz hatte er ihr die Situation erläutert, wobei er den magischen Stein erwähnen musste, um die Geschichte nicht lückenhaft zu erzählen. In der knappen Erzählung war er mit der Umschreibung "magisches Artefakt" davon gekommen. Ob die Russin zu einem späteren Zeitpunkt mehr hinterfragen würde, wusste er nicht. Die Inferi, welche Ryan am Vortag entgegengetreten waren, hatte dieser mittlerweile als die Leichen des Aurors Thiago Gulligan und des Quidditchspielers Terrence Vorousch identifiziert. Beide waren unter mysteriösen Umständen verschwunden und nach dem gestrigen Tag konnte der Metamorphmagus auch die damit verbundenen Sichtungen kinderartiger Gestalten zuordnen. Ein weiteres Rätsel waren die Notizen, welche an jenen Orten gefunden wurden, an welchen die Personen verschwunden waren. Jedes Pergament enthielt wenige Buchstaben. "Wi", "th", "ay", "UB", "mo", "de" waren alle Wortschnipsel. Zumindest glaube Ryan, dass es sich um Wortschnipsel handelte. Er wurde aus ihnen nicht schlau, aber er glaubte dass sie der Weg zu der Marionettenspielerin waren. Doch für den Moment konnte er diesen noch nicht beschreiten.

Wenig später hatte die Leiterin der Aurorenzentrale einige Briefe verschickt, bevor sich die beiden zum Schauplatz des gestrigen Vorfalls begeben hatten. Die beiden waren die ersten am Ziel und im Licht der aufgehenden Sonne waen die Spuren des Kampfes noch deutlich zu sehen. Die fleischlichen Überreste aller Inferi, eine Menge Blut, die der junge Auror verloren haben musste. Im Kampf selbst war ihm der hohe Blutverlust vollkommen entgangen. Außerdem zeichnete sich an jener Stelle, an welcher Vanessa und Ryan nebeneinander im Sand gelegen hatten, eine leichte Vertiefung ab. Wortlos betrachteten die beiden die Überreste, als erst die Thatchers, gemeinsam mit ihrem Azubi Hector Honeyblossom und kurz darauf Dr. Masuka, der Forensiker der Aurorenabteilung, am Strand eintrafen. Keiner von ihnen schien glücklich über einen Auftrag an einem Sonntag, aber jeder wusste um die Relevanz.
Nach einer knappen Begrüßung erklärte Ryan, unter Zuhilfenahme der Spuren, was vorgefallen war. Die Rekapitulation endete mit den Worten: "Bei diesen beiden Inferi handelte es sich also um Mister Gulligan und Mister Vorousch." Trotz des kühlen Sommermorgens, entging Ryan nicht, dass Hector der Schweiß auf der Stirn stand. Zudem schien der junge Mann beim Anblick der menschlichen Organe im Sand mit seinem Würgereiz zu kämpfen. Ein Umstand, welchen alle Anwesenden ignorierten. Das Kommando lag bei Miss Romanova und auf jener lagen nun auch alle Blicke.


Zuletzt von Ryan Goodwill am So Dez 31, 2017 2:57 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Natascha Romanova
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BeitragThema: Re: [Hauptplot] Kapitel II Sklaven einer neuen Finsternis    So Okt 29, 2017 9:37 pm

>> Outfit <<

Streng überblickte die Halbveela den Tatort, an welchem die unidentifizierbaren Überreste zweier vermisster Personen lagen, zusammen mit deutlich kleineren, halb verroteten Körperteilen, die inzwischen sogar einen unverkennbaren Geruch von sich gaben. Die Russin hatte eine feine Nase, rümpfte diese jedoch nicht - ganz anders als Miss Thatcher und ihr Auszubildender Hector, welcher ob dieses unappetitlichen Anblickes sogar kreidebleich wurde.
Die Stimmung war bei allen Beteiligten nicht gerade die beste, schließlich hatten gewiss vor Allem die Thatchers angenehmere Pläne für den Sonntag gemacht, vielleicht ein Ausflug mit ihrem kleinen Sohn oder so, während Dr. Masuka als Junggeselle wahrscheinlich ohnehin nichts besseres zu tun gehabt hätte. Der Japaner hockte im Sand und beäugte das Gemisch aus Blut, Knochen und Muskelgewebe, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken, während das Auroren-Ehepaar mit Hector und Ryan bei der Abteilungsleiterin stand, um die nächsten Anweisungen zu erfahren.
"Dass wir Mister Gulligan und Mister Vorousch nicht mehr haben retten können, ist bedauerlich, aber gleichzeitig haben wir endlich wieder eine Spur, welcher wir folgen können", kam es kühl über die Lippen der dunkelhaarigen Russin, welche wegen des rauschenden Meeres lauter sprechen musste, als ihr lieb war. "Zumindest wissen wir nun endlich, was es mit den Buchstaben auf sich hat, die wir an den Orten, an welchen die Vermissten zuletzt gesichtet worden waren, gefunden haben." Damit deutete sie subtil auf das Eingangsschild des Strandes, welches die Besucher über die Sicherheitsregeln aufklärte und mit großen Holzbuchstaben an der oberen Kante den Namen des Strandes bekannt gab. Widemouth Bay.
"Bleibt natürlich die Frage, in wie weit uns diese Erkenntnis jetzt noch irgendetwas bringt. Hat sie uns mit den Wortfragmenten hier her führen wollen? Wenn ja, dann haben wir die Party möglicherweise verpasst. Es sei denn, sie wusste nicht, dass Ryan in direkter Verbindung zur Aurorenzentrale steht. Dann hat sie es möglicherweise beabsichtigt, dass wir diese Kulisse erst nach der Party so vorfinden", fuhr die Halbveela fort, worauf Mrs Thatcher ein wenig unschlüssig zu ihrem Ehemann sah und ihre dünne Sommerjacke fester um ihren schlanken Leib zog, als würde es ihr frösteln, "Was sagt der Schnelltest, Dr. Masuka?"
"Es handelt sich wirklich um die Vermissten... ohne Zweifel." Aus einem mitgebrachten Koffer hatte der Forensiker zwei Reagenzgläser mit isolierter DNA der vermissten entnommen, sie mit einem magischen Serum vermischt und dieses Gemisch mithilfe einer Pipette mit DNA aus den Blut-Fleisch-Haufen vermischt. Beide Flüssigkeiten waren in ihrer Farbgebung von Dunkelrot zu einem trüben Weiß übergegangen, was wohl das klare Zeichen für eine Übereinstimmung war. Eigentlich war diese Erkenntnis ganz hilfreich, schließlich hatte die Fadenzieherin Ryan auch ausgetrickst haben können, doch dadurch, dass sie nun die Gewissheit hatten, bestand kein Zweifel mehr daran, dass sie auch für das Verschwinden der vier anderen Hexen und Zauberer verantwortlich sein musste. Hector schien dies nicht davon abzuhalten, sich von der Gruppe zu entfernen, um sich hinter einem kaputten Strandkorb sein Frühstück noch mal durch den Kopf gehen zu lassen. Genervt blickte Natascha die Thatchers an, welche entschuldigend nickten.
"Mister Goodwill, könnten Sie Ihren Kollegen bitte noch einmal schildern, was sich hier letzte Nacht zugetragen hat?", fragte die Leiterin der magischen Strafverfolgung sodann, als das Würden und Röcheln des anderen Auszubildenden mal pausiert hatte, "... Um was für ein Artefakt war es da gegangen?"
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Schicksal

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BeitragThema: Re: [Hauptplot] Kapitel II Sklaven einer neuen Finsternis    So Okt 29, 2017 10:57 pm

Es ist kühl, die Wellen rauschen und nichts wirkt verändert seitdem Ryan Vanessa weggebracht hatte. Doch Pruecilla vergaß nichts und es gab nichts das ihre Pläne
durchkreuzen konnte. Romanova war da! Nun war es an der Zeit zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen und Goodwill und sie auszulöschen, samt dem Aurorentrupp.

Während die Auroren mit der Besichtigung des Tatortes beschäftigt waren, merkte keiner wie sich jemand ihnen näherte, aber auf Distanz blieb. Die Person riskiert es
nicht gesehen zu werden und schleudert mit lautem ruf, einen "Avada Kedavra" auf die Aurorenmeute wobei sie Dr Masuka traf und diesen zu Boden schleuderte. Kurz
darauf rührte sich jener nicht mehr und sobald alle zu dem Ursprung des Zaubers sehen würden, würden sie Vera Throney
(Ministeriumsangestellte und beisitzende Protokollführerin im Gericht)
in ihren Anzugsklammotten bemerken.
Sie steht nicht wirklich fest auf dem Boden, sie wirkt eher als würde sie schwanken. Leicht von links nach rechts, mit dem Zauberstab in der Hand. Es ist klar
das der Zauber von ihr ausging. Erneut setzt sie an und zielt diesmal auf Natascha selbst "Cruzio!!", doch ob der Zauber trifft? Das obliegt euch! "Helft mir...bitte! ich bin eine Geisel und werde kontrolliert. Eine bedeutungslose Puppe...ihr seid meine letzte Hoffnung. Romanova..BITTE...sie sind doch eine große Aurorin..wieso konnten sie die anderen nicht retten? Wieso? WIESO WIESO WIESO WIESO? Retten sie mich!"
sagt eine flehende Stimme, die Frau wirkt verheult..und völlig aufgelöst. Jedoch richtet sie den Zauberstab erneut auf.

Fakt ist: Dr Masuka ist mausetot.

Offplay-Anleitung:

Man kann so von außen keine Rune entdecken, erst wenn man ihr das Oberteil entfernen würde, würde man auf dem Rücken eine Rune feststellen. Sie wird in ihre Bestandteile
zerfallen, wenn sie entweder kampfunfähig gemacht wurde und selbst ohne Zauberstab nicht mehr in der Lage ist jemanden anzugreifen ODER die Rune auf ihrem Rücken
durch einen Zufallstreffer der sich im Moment noch nicht ergibt, kaputt geht.
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Ryan Goodwill
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BeitragThema: Re: [Hauptplot] Kapitel II Sklaven einer neuen Finsternis    Di Okt 31, 2017 6:43 pm

Der Metamorphmagus hatte so sehr gehofft, dass die Marionettenspielerin mit den Zetteln eine Spur zu ihrem Aufenthaltsort gelegt hatte, dass er blind für die offensichtliche Bedeutung der Buchstabenfragmente gewesen war. Sie führten lediglich zu dem Strand, an welchem sie sich bereits befanden. Der unbekannte Gegner wollte sie also genau hierhin führen und die Tatsache, dass die Auroren diesem Wunsch nachgekommen waren, beunruhigte Ryan zutiefst. Irgendetwas sage ihm, dass es keine gute Idee war, dass sie sich hier aufhielten und er bereute es, dass er die anderen hergeführt hatte. Doch das Kommando lag nicht bei ihm. Er musste folgen und hatte nun keine Möglichkeit mehr, um irgendetwas ungeschehen zu machen. Möglicherweise waren seine Bedenken ja auch unbegründet.
"Sie wusste sogar über meine privaten Beziehungen bescheid. Wir sind hier, weil uns jemand hier haben wollte", verbalisierte Ryan seine Befürchtung und übersah dabei den skeptischen Blick des männlichen Thatchers nicht. Der Auszubildende wusste, dass er eher zu dieser Erkenntnis hätte kommen müssen. Doch nun war es zu spät, um unkorrigierbare Fehler zu thematisieren. Sie waren hier und es musste weitergehen. So sah es auch Miss Romanova, denn sie setzte die Untersuchen des Tatortes fort. Der Forensiker beseitigte letzte Zweifel zu den Identitäten der entstellten Vermissten und die Abteilungsleiterin forderte eine weitere Erläuterung der Geschehnisse des Vortages.
"Ich habe eine Nachricht bekommen, welche mich zu diesen Ort bestellte. Unser Gegner hatte meine... eine Freundin entführt. Der Ziel war ein Austausch. Das hier wurde von mir gefordert." Ryan holte den blauen Edelstein mit der metallenen Fassung aus seiner Uniform hervor und präsentierte ihn den Auroren, ohne ihn aus der Hand zu geben. Ryans Blick fiel auf die Überreste der Inferi. "Diese Dinger haben unserem Gegner als Marionetten gedient. Ich konnte Vanessa befreien und auch die Inferi vernichten. Die Marionettenspielerin könnte überall sein." Die nächste Frage der Halb-Veela wollte Ryan eigentlich umgehen. Doch er würde diese Antwort nicht umgehen können und er sah auch ein, dass die Auroren nur so effektiv arbeiten konnten. Sie waren keine Gefahr, sondern seine Kollegen. Es wäre richtig sie in die Magie des Steines einzuweihen. "Der Stein wurde von der Gegnerin als Schlüssel bezeichnet. Ich habe ihn..." Der Metamorphmagus wurde von einer fremden Stimme unterbrochen. Von einem Fluch, welcher so unerwartet kam, dass niemand Zeit hatte, um darauf zu reagieren. Einen Herzschlag später sackte Dr. Maskua leblos zusammen und jedem war bewusst, dass er nie wieder aufstehen würde.
Der Blick zu der Quelle des Fluchs präsentierte ein bekanntes Gesicht. Ryan kannte es von einem Foto. Vor ihnen stand Vera Throney, eine der vermissten Personen. Ein weiterer Sklave der unbekannten Gegnerin. Es war Aidan Thatcher, welcher auf den Folterfluch reagierte und diesen unschädlich machte, bevor er seiner Chefin etwas anhaben konnte. Er war bereit es zu einem Ende zu bringen, doch dann gelang es Vera die Fesseln ein wenig zu lösen und ihre Stimme wieder zu finden.
Die flehende Stimme der willenlosen Frau ging dem Metamorphmagus in Mark und Knochen. Es war reine Intuition, welche ihm sagte, dass diese Frau noch lebte und keine leblose Puppe war. Am Vortag hatte ausschließlich Vanessa mit ihrer eigenen Stimme gesprochen und sie war die einzige, welche noch wirklich lebendig gewesen war. "Sie ist kein Inferius. Sie werden mit Runen kontrolliert. Vielleicht können wir sie retten." Ryan sprach leise genug, um diese Worte nicht an Throneys Ohren dringen zu lassen. Wie sie im Endeffekt handeln würde, war natürlich der Russin überlassen. Er war sich jedoch sicher, dass in diesem Fall noch Hoffnung bestand. Zudem wäre eine Überlebende eine wertvolle Zeugin. Vielleicht wusste sie sogar, wo sich ihre Entführerin aufhielt.
Ryan ließ die Marionette nicht außer Augen und versuchte sich dennoch einen Überblick zu verschaffen. Alle Auroren hatten ihre Zauberstäbe gezogen. Nur Honeyblossom war nirgendwo zu sehen. Er hatte sich kurz zuvor von der Gruppe entfern und war nun nicht mehr auszumachen.
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Natascha Romanova
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BeitragThema: Re: [Hauptplot] Kapitel II Sklaven einer neuen Finsternis    Di Okt 31, 2017 9:13 pm

Kritisch beäugten die Auroren den blauen Stein, welcher wohl eine Art Schlüssel für irgendetwas sein sollte. Was genau dieses Ding auch war, Natascha hatte keine Zweifel daran, dass es sich dabei entweder um etwas von unschätzbarem Wert oder unschätzbarer Macht handeln musste, denn um an dieses Stein zu gelangen war die unbekannte Hexe über Leichen gegangen.
Sie alle hörten der Zusammenfassung des Auszubildenden aufmerksam zu, nun ja, fast alle, denn Hector kauerte noch immer hinter einem Strandkorb und erholte sich von dem grausamen Anblick der aufgeplatzten Leichen am Strand. Leichte Falten wurden auf der glatten Stirn der Russin erkennbar, da sie nicht ganz damit einverstanden war, dass sich der ehemalige Ravenclaw der Hexe allein hatte stellen wollen. Er hätte sich mit der Nachricht an die Auroren wenden sollen, doch er schien sehr von seinen Fähigkeiten überzeugt zu sein, sodass er es wohl nicht nötig hatte. Es war sein Glück, dass Vanessa den Vorfall überlegt hatte, ansonsten wäre seine Karriere in der Aurorenzentrale wahrscheinlich die kürzeste in der Geschichte des britischen Ministeriums gewesen. Doch nun war nicht der richtige Moment, um ihm eine Standpauke darüber zu halten. Ungeschehen machen konnte er es ja doch nicht.

Ja, die Marionettenspielerin konnte überall sein, doch Fakt war, dass sie hinter diesem Stein her war, sodass sich dieser als Lockmittel gut eignen würde. Natascha verstand nicht, wieso Ryan es nicht in Erwägung zog, den Stein in die Hände der Auroren zu geben, schließlich würde er so nicht länger das Ziel der geisteskranken Hexe sein und auch seine Freundin wäre, weit weg von dem Stein, sicherer. Gerade wollte sie ihm die Anweisung geben, den Stein auszuhändigen, als plötzlich eine weitere Person den Strand betrat und die Ermittlungsarbeiten mit einem Todesfluch störte. Dr. Masuka wurde getroffen und starb auf der Stelle, Mrs Thatcher schlug sich instinktiv eine Hand vor den Mund und schützend stellte sich ihr Mann vor sie. Natascha bewahrte einen kühlen Kopf; zwar bedauerte sie es, Dr. Masuka verloren zu haben, doch andererseits waren ihr seine sexistischen Sprüche ziemlich auf den Geist gegangen. Außerdem hatte sie ja noch Dr. Morgan, welcher ebenfalls in der Magiforensik tätig war.
Ernst sah Natascha in das bekannte Gesicht der vermissten Ministeriumsangestellten, den Zauberstab hatte sie gezückt und instinktiv stellte sie sich vor ihren Auszubildenden, worauf auch schon der nächste unverzeihliche Fluch aus dem Zauberstab der Marionette kam. Dieses Mal wurde dieser auf Natascha gerichtet doch er kam nicht bei ihr an, da es Aidan Thatcher gelang, den Zauber rechtzeitig zu vernichten. Die Hilfe des Mannes war eigentlich nicht nötig gewesen, da sich Natascha zeitgleich mit einem starken Schutzzauber geschützt hatte, doch auch wenn man es ihr nicht anmerkte, rechnete sie es dem Familienvater hoch an, dass er sie gute Reflexe bewiesen hatte.
Die weiteren Worte der magischen Geisel ließen Nataschas Blick düsterer werden. Sie hasste Vorwürfe, erst Recht wenn sie von den Personen kamen, die sie eigentlich zu retten versuchte. Grund genug für sie, die Ministeriumsangestellte von ihren Qualen zu erlösen, indem sie sie mit Feuer vernichtete, doch die nächsten Worte Ryans änderten die Sachlage, da er aufklärte, dass die Frau kein Inferi sondern höchstwahrscheinlich noch lebendig, vielleicht sogar rettbar war.

"Wir müssen sie bewegungsunfähig machen. Sie darf nicht sterben", kam die Anweisung von der Leiterin der magischen Strafverfolgung rasch, worauf sie und ihre Kollegen alle möglichen Zauber wirkten, um magische wie auch physische Fessel zu errichten, doch geschickt konnte Vera sie abblocken, ihnen ausweichen oder sie durchbrechen. Sie besaß eine Macht, die Natascha so noch nie erlebt hatte, doch sie durften an dieser Stelle nicht aufgeben.
"Wo ist Hector?!", rief Béatrice dann plötzlich, aber dies ließ Natascha nicht aufblicken. Sie hatte keine Zeit, den Babysitter zu spielen. Doch scheinbar musste sie dies auch nicht, da ein Zauber Vera von hinten traf, worauf die Quelle dieses Zaubers - Hector Honeyblossom - hinter ihr sichtbar wurde. Ein Angriff aus dem Hinterhalt.
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Ryan Goodwill
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BeitragThema: Re: [Hauptplot] Kapitel II Sklaven einer neuen Finsternis    Mi Nov 01, 2017 1:40 pm

Ryan war froh, dass seine Vorgesetzte seiner Vermutung eine Chance gab und anordnete Vera zunächst gefangen zu nehmen und nicht direkt zu töten. Ihnen blieb auch nicht besonders viel übrig, wenn sie einen weiteren Hinweis auf die Fadenzieherin erhalten wollten. Wenn Throny keine neuen Erkenntnisse brachte, dann würde diese Ermittlung vermutlich vorerst enden. Das wiederum bedeutete, dass der nächste Schachzug auf jeden Fall der unbekannten Gegnerin gehörte und die Auroren nichts dagegen tun konnten. Es blieb also nur zu hoffen, dass Thronys Befreiung erfolgreich werden würde.
Doch das Team kam gar nicht dazu die Marionette festzusetzen, als diese auch schon zusammen sackte. Sie ging zu Boden, zerfiel jedoch nicht wie die anderen Gegner vor ihr. Die Quelle des Zaubers war Hector gewesen, welcher, so ließ es zumindest der Anblick vermuten, stolz darauf war, dass er wirklich einmal hilfreich gewesen war. Auch den Thatchers lag ein überraschter Ausdruck auf dem Gesicht. Ryan betrachtete die Szene hingegen nur kurz und stürmte dann mit wenigen schnellen Schritten zu Vera Throny. Sie kniete verstört und geschwächt im Sand und ihre Kleidung war im Bereich des Rückens bis auf die Haut weggebrannt. Auch die Haut war in Mitleidenschaft gezogen worden und wies einige schwere Brandwunden auf. Brandwunden, welche Linien unterbrachen, die an eine Rune erinnerten. Hector schien die Fäden der Marionette tatsächlich durchtrennt zu haben. Den Arm der geschwächten Frau legte Ryan sich um die Schultern, um ihr hoch zu helfen und zu einem der Strandkörbe zu führen. "Es ist vorbei", versicherte er ihr, als er die zitternde Vera in dem Strandkorb absetzte und sich zu ihr setzte. "Diese Schmerzen... Kinder... Sie lachen, nein sie schreien... sie schreien...", wimmerte sie unter Tränen und vergrub ihr Gesicht in ihrem Händen. "Die Kinder... sie folgen der alten Frau... so wie der schreckliche Mann... keine Rune... der Mann folgt aus freien Stücken..." Ryan widerstand dem Drang nachzuhaken. Jede Frage würde den Wahn vertiefen. Throny brauchte Ruhe. Sie musste zu einem Heiler. Eine Befragung zu diesem Zeitpunkt war kaum möglich. "Vera, wir bringen Sie zu einem Heiler. Sie sind jetzt sicher." Keine Reaktion folgte auf Ryans Worte. Lediglich die Tränen flossen weiter. "Der Körper gehorcht nicht... Blut, Tod... ich wollte das nicht... keine Kontrolle... mach das es aufhört... mach das es aufhört..." Hector nährte sich kurz nach den anderen Auroren dem Metamorphmagus und Vera Throny. "Ich kann sie ins St. Mungos bringen", bot Hector an und schaue dann erst zu den Thatchers, welche mit einem knappen Nicken zustimmten und dann zu der Russin, welche bei dieser Mission das Sagen hatte. "Die Folter... beendet die Folter, den Schmerz... Compass Point, immer wieder Compass Point... es soll aufhören..." Ryan saß noch immer bei der verletzten Frau, als er sich seiner Chefin zuwandte. Viel war ihrem Gewimmer nicht zu entnehmen. Doch mit einer Ortsangabe könnte man möglicherweise arbeiten. "Compass Point liegt  nicht weit entfernt." Er hatte sich am Vortag mit der Umgebung befasst, um einen möglichst nahe Kamin auszumachen. Dabei war ihm auch dieser Ort auf der Karte aufgefallen.
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Natascha Romanova
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BeitragThema: Re: [Hauptplot] Kapitel II Sklaven einer neuen Finsternis    Sa Nov 04, 2017 5:25 pm

Starr stand die Leiterin der magischen Strafverfolgung am Strand und beobachtete die Szene vor ihren Augen, während sie ihre Gedanken ordnete. Ihr Gesichtsausdruck ließ nicht vermuten, was sie darüber dachte, doch wer glaubte, dass sie innerlich Angst verspüren musste, der würde sich wohl täuschen. Es war viel eher Wut, die sie überkam, denn sie sah kein System in dem Vorgehen dieser finsteren Hexe. Wenn sie den Stein haben wollte, wieso kam sie dann nicht einfach selbst, tötete alle und holte ihn sich? Feigheit, vermutete die Russin, während sie näher zu dem Strandkorb kam, wo Ryan die befreite Geisel abgesetzt hatte. Mit strengem, konzentriertem Blick beobachtete sie die zitternde Frau, welche offensichtlich ärztliche Hilfe brauchte, weshalb sie Hectors Vorhaben, sie ins St. Mungo Hospital zu bringen, mit einem Nicken absegnete. Mehr als sein rettender Einfall vorhin war von dem Auszubildenden nämlich ohnehin nicht zu erwarten, und bevor er noch irgendwas verbockte, wäre es besser, wenn sie ab hier ohne ihn weitermachten. Zwar würde es sich die Halbveela gut merken, dass er Vera mit seinem Angriff aus dem Hinterhalt gerettet hatte, doch es war offensichtlich nur ein Zufall gewesen, dass er den richtigen Zauber an der richtigen Stelle angewandt hatte. Hätte er einen Klammerfluch oder einen Schockzauber verwendet, hätte dies die Fäden wohl nicht durchtrennen können, und letztendlich wäre die Frau dann doch nur gestorben.
Nachdem Hector also mit der geschockten und verletzten Miss Throney disappariert war, meldete sich auch Mister Thatcher zu Wort, während Béatrice bedauernd auf die Leiche des Magiforensikers blickte.
"Compass Point liegt nördlich von hier"; bestätigte er die Aussage von Ryan, "3 Meilen etwa."
"Gut, dann nichts wie hin. Einer muss jedoch hierbleiben - Masuka verdient es nicht, einfach so liegen gelassen zu werden", murmelte die Russin gefühlskalt, worauf sie sich Béatrice zuwandte, "Senden Sie ein Notsignal ans Ministerium. Binnen Sekunden wird man sich um Sie und..." Ein Deut zur Leiche folgte. "... Dr. Masuka kümmern." Dass sie ein Gespräch mit Samuel, dem Psychologen führen sollte, musste an dieser Stelle nicht angeordnet werden. Nach Erlebnissen wie diesen war ein solches Gespräch für alle Auroren obligatorisch, wenngleich diese Anordnung Natascha eher ein Dorn im Auge war.
Ein Nicken von der schönen Französin folgte, worauf sie ihren Zauberstab in die Luft hielt und dieser leuchtende Kugeln in die Luft schickte, welche mit rasanter Geschwindigkeit Richtung London sausten. Sanft gab Aidan seiner Frau einen Kuss auf die Stirn, während Natascha, unbeeindruckt wie immer von solch emotionalen Ausbrüchen, ihren Besen, welcher einige Meter von ihr entfernt im Sand gelegen hatte, per Accio in ihre Hand beschwörte.
"Wir treffen uns dort, Thatcher. Ryan, kommen Sie." Damit wandte sie sich von dem Aurorenpaar und dem Metamorphmagus ab, um in die Luft zu steigen und in Richtung Norden zu Compass Point zu fliegen. Der Falke sollte ihr einfach nur folgen.

Als die Leiterin der Aurorenzentrale und ihr Auszubildender beim Treffpunkt erschienen, stand Aidan bereits vor einer kleinen Kapelle und rieb sich kopfschüttelnd die Stirn. Wohl schien er den Verlust des Kollegen erst jetzt richtig realisiert zu haben und sich Sorgen um seine Frau zu machen, doch Gedanken wie diese waren nun wirklich nicht förderlich für die Mission.
"Sieht nicht gerade spektakulär aus", bemerkte Natascha, als sie ihren Blick über das weitläufige Grün schweifen ließ, welches die Kapelle umgab, worauf dieser Blick stechend auf Ryan stehen blieb, da sie diesem kurz vor dem Erscheinen Throneys noch etwas hatte sagen wollen, was nun am besten erledigt werden sollte. "Goodwill, händigen Sie mir den Stein aus." Eine Anweisung seiner Chefin, welche er nicht missachten sollte. Sie würde nämlich nicht zulassen, dass der ehemalige Ravenclaw zur Zielscheibe wurde, nur weil er diesen Stein bei sich trug.
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BeitragThema: Re: [Hauptplot] Kapitel II Sklaven einer neuen Finsternis    Mi Nov 08, 2017 9:43 pm

Honeyblossom begleitete die verstörte Throney ins St. Mungos und seine Ausbilderin erklärte sich dazu bereit bei der Leiche von Masuka auf Hilfe zu warten. Es waren also nur noch Aidan Thatcher, Natascha Romanova und Ryan, die sich zu jenem Ort begaben, welcher Vera Throney im Gedächtnis geblieben war. Da Compass Point nicht weit entfernt lag, dauere es nicht lange, bis die drei Auroren sich vor einer kleinen Kapelle wiederfanden. Der Ort lag auf einem erhöhten Teil der Küste und bot einen guten Ausblick auf das Meer. Der Wind peitschte den dreien salzige Luft entgegen und die Leiterin der Aurorenzentrale sagte alles, was zu der kleinen Kapelle zu sagen war. Nicht gerade spektakulär. Dennoch musste es einen Grund dafür geben, dass sie hierher geführt wurden. Ryan war sich sicher, dass der Ort nicht zufällig so präsent in Veras Gedanken gewesen war. Die Marionettenspielerin wollte die Auroren an genau diesem Ort haben und wenn sie mehr herausfinden wollten, mussten sie sich auf dieses Spiel einlassen.
Die Halb-Veela verlangte nun den Stein von Ryan, während eine kleine Gestalt aus der unspektakulären Kapelle hervortrat. "Der Stein würde Sie für einige Augenblicke ihres Bewusstseins berauben. Das ist kein guter Zeitpunkt." Eine leichte Neigung des Kopfes sollte auf das Inferikind aufmerksam machen, welches mit schlurfenden Schritten in das warme Licht der aufgehenden Sonne trat. Wie die Inferi des Vorabends sah auch dieses Kind bleich und kalt aus. Die Haut wirkte Teilweise verfallen und getrocknetes Blut ließ die Lippen des versklavten Wesens krustig erscheinen. Das einstige Kind öffnete die verkrusteten Lippen, um eine bekannte Stimme durch sich sprechen zu lassen. Eine Stimme, welche so unnatürlich klang, wie alles was sie kontrollierte. "Den Stein! Es war dumm, dass du erneut hergekommen bist. Du unterschätzt mich, weil du genug Glück hattest, um einmal zu entkommen. Dein Leichtsinn hat mir sogar die berüchtigte Natascha Romanova auf dem Silbertablett serviert. Der Stein, oder eure Leben werden enden."
Ein Handel, welcher dem des Vorabends nicht unähnlich war. Gerade deshalb wusste Ryan, dass es für die Gegnerin nur zwei Optionen gab. Den Stein erhalten und die Auroren dann töten, oder die Auroren töten und den Stein von Ryans Leiche nehmen. Zwei Optionen, welche dem Metamorphmagus vollkommen wiederstrebten. "Das hat ja gestern so gut funktioniert. Wir sollten das hinter uns bringen." Der letzte Teil war an Romanova gerichtet, während Ryan bereits seinen Zauberstab gezückt hatte. Doch bevor eine Reaktion möglich war, traten drei weitere Gestalten aus dem kleinen Gemäuer hervor. alle drei hielten Zauberstäbe bereit und alle drei waren für Goodwill keine unbekannten. Angelina Tessouna, eine junge Kräuterkundlerin. Harry Bettany, ein alter Mann, welcher schon lange im Ruhestand war. Celina Recshire, eine junge Frau in Ryans Alter.
"Ungehorsam zieht einen teuren Preis mit sich. Lasst euch gesagt sein, dass viele in Hogwarts den Tod finden werden, wenn der Stein nicht übergeben wird. Doch zunächst solltet ihr diese drei Seelen befreien. Wo wohl die Runen liegen? Jeder Fehler kostet ein Leben. Der Kampf beginnt!" Die drei versklavten Zauberer hoben ihre Stäbe und waren bereit anzugreifen. Wenn ist nicht gelingen würde die Runen zu vernichten, würde es drei Unschuldigen das Leben kosten. Ryans Blick lag auf den Geiseln und er erwartete die Befehle der Russin.
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BeitragThema: Re: [Hauptplot] Kapitel II Sklaven einer neuen Finsternis    Mi Nov 15, 2017 8:37 pm

Ein wenig genervt drein blickend neigte die Halbveela leicht ihren Kopf, als Ryan ihr einen Grund nannte, wieso er ihr den Stein nicht geben sollte. Dann würde sie ihn halt nicht direkt berühren, wenn es sein musste. Aber um darüber zu diskutieren blieb ihn schon gar nicht mehr die Zeit, da sich sehr bald jemand zu ihnen gesellte. Oder eher etwas, denn lebendig war dieses kleine Wesen gewiss nicht mehr. Stattdessen wurde diese Kinderleiche wohl von der Hexe gesteuert, welche für den Vorfall mit Miss Bell, den Tod von Dr. Masuka und den Zustand Vera Throneys verantwortlich sein musste. Wer wusste schon, was noch alles auf ihre Kappe ging, doch dies zu untersuchen sollte nun nicht Gegenstand der Emittlungen sein. Mit einer gruseligen Stimme sprach das ferngesteuerte, tote Kind zu der Russin und ihren Angestellten, während sie mit vor der Brust verschränkten Armen die Worte anhörte. Unbeeindruckt hob sie eine Augenbrau und presste die Lippen aufeinander, da sie sich fragte, was das Theater sollte. Es gab deutlich weniger dramatische Wege, um an diesen verflixten Stein zu kommen, doch von diesen schien die Gute nichts zu wissen. Oder aber sie mochte es theatralisch. Wohl oder übel müssten sie sich darauf einlassen. Was war auch schon dabei, ein Inferikind zu vernichten? Natascha konnte es mit einer schwungvollen Bewegung des Zauberstabs pulverisieren; nur dummerweise sollte es nicht darum gehen, das untote Sprachrohr der Hexe auszuschalten. Die restlichen vermissten Personen tauchten auf, benommen und offensichtlich fremdgesteuert, und die kratzige Stimme von vorhin offenbarte, dass es wohl eine Chance gab, die Opfer zu retten, jeder Fehler jedoch mit einem Tod bestraft wurde. Sie alle waren bereit, gegen die Auroren zu kämpfen, weshalb nicht lange gefackelt werden durfte.

"Feiges Miststück...", knurrte Natascha, als sie ihren Zauberstab zückte und ihn auf Harry Bettany richtete. "Versuchen Sie, sie nicht zu töten. Verletzungen werden sich nicht verhindern lassen", meinte sie schnell zu ihren Auroren, worauf sie auch schon den ersten Versuch startete, die Sache etwas zu entschärfen. "Expelliarmus!" Ein Entwaffnungszauber, welcher traf, jedoch zu einer Konsequenz führte, welche die Russin so nicht erwartet hätte. Vor ihren Augen löste sich die Haut Bettanys auf und wie ein nasser, blutiger Sack fiel der Mensch in sich zusammen. Ein unappetitlicher Anblick, welcher an den Franzosen in der Eingangshalle des Ministeriums erinnerte, welcher kurz vor seinem Tod kryptische Worte an die Zaubereiministerin gerichtet haben sollte. Der Blick Nataschas verfinsterte sich, da die Feststellung, dass selbst eine harmlose Entwaffnung zum Tod der Geiseln führte, ein völlig anderes Licht auf diese Herausforderung warf. Eigentlich hatten sie nur eine Chance, die Runen zielsicher und mit einem Angriff zu raus zu brennen brennen, und zwar indem sie die Geiseln großflächig mit Feuer angriffen. Ein solcher Angriff würde sie wohl für immer zeichnen, aber lieber für immer entstellt als tot, oder?
"Weichen Sie ihren Angriffen aus und halten Sie nach den Runen Ausschau", lautete also der nächste Befehl der leitenden Aurorin, "Versuchen Sie, Angriffe auf die Geiseln vorerst zu vermeiden. Ich brauche Zeit, um mir einen Plan zu überlegen."
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Ryan Goodwill
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BeitragThema: Re: [Hauptplot] Kapitel II Sklaven einer neuen Finsternis    Di Nov 21, 2017 5:22 pm

Die Befehle der Abteilungsleiterin waren knapp, aber unmissverständlich. Das Ziel war es die Angreifer von ihrem Ketten zu befreien und ihr Leben zu retten. Hectors Glückstreffer bei Vera Throney hatte gezeigt, dass es noch eine Chance für die verzauberten Geiseln gab und die drei Auroren wussten auch genau was zu tun war, um den Einfluss der Marionettenspielerin zu beenden. Die mysteriösen Runen waren es, welche die drei Vermissten zu Sklaven machten. Sie ließen sich magisch entfernen, mussten dafür aber zunächst gefunden werden. Ein Unterfangen, das zumindest auf den ersten Blick keinen Erfolg brachte. Die Russin entwaffnete Mister Bettany, um die Gefahr für die Auroren zu verringern. Den Gegner entwaffnen und dann in Ruhe absuchen, klang auch für Ryan nach einer guten Lösung. Die unbekannte Gegnerin machte den Auroren jedoch einen Strich durch die Rechnung. Wie die beiden Geiseln am Vorabend, zerfiel auch der alte Zauberer in fleischliche Überreste, welche kaum noch etwas menschliches an sich hatten. Er war tot, so wie Thiago Gulligan und Terrence Vorousch tot waren. In diesem Moment realisierte der junge Metamorphmagus, dass er am Vorabend zwei unschuldige Zauberer getötet hatte. Sie waren nicht endgültig verloren gewesen, so wie er es vermutet hatte. Ihr Leben wäre zu retten gewesen und dennoch hat er keinen einzigen Gedanken an diese Option verschwendet. Todesser und Mörder waren bereits durch seine Hand gestorben. Das waren Taten, mit welchen der junge Auror leben konnte. Aber nie zuvor war jemand unschuldiges durch ihn umgekommen. Ein Gedanke, welcher sich hartnäckig an ihn klammerte und ihn die beiden jungen Frauen mit anderen Augen sehen ließ. Die verzauberten Hexen waren für andere Menschen genau das, was Vanessa für Ryan war. Da draußen gab es Menschen, die sehnsüchtig auf die Rückkehr der beiden warteten. Angelina Tessouna hatte einen Verlobten, wie ihre Akte Ryan verraten hatte. Celina Recshire hatte sieben Geschwister und die Eltern, die ihr Kind zurückhaben wollten.
Es durften nicht noch mehr Unschuldige umkommen. Die Auroren durften bei diesen jungen Frauen nicht scheitern. Entschlossen betrachtete er die sich feindlich gebärdenden Hexen, bevor er zu einem Sprung ansetzte und in Form eines Falken auf die Frauen zupreschte. Einige Ausweichmanöver waren nötig, um die Marionetten ungefährdet zu erreichen. Es war Celina Recshire, welche Ryan zuerst erreichte. Die Krallen des Falken griffen in mehreren Anflügen nach dem Shirt der jungen Hexe, um diesem mehrere Risse zuzufügen. Das Oberteil war bereits stark beschädigt, als ein Schlag der Hexe den Greifvogel traf und ihn unsanft zu Boden gehen ließ. Die menschliche Form kehrte zurück und Ryan fand sich am Boden vor der kleinen Kapelle wieder.
Ein flüchtiger Blick präsentierte Ryan eine der dunklen Runen auf dem Schulterblatt von Celina Recshire. Eine Reaktion war jedoch nicht möglich, da im nächsten Augenblick Angelina Tessouna vor Ryan trat und den Zauberstab auf ihn richtete. Es wäre ein leichtes gewesen die Hexe zu entwaffnen, oder sie mit einem gezielten Tritt zu Fall zu bringen, doch der junge Zauberer wusste, was das für eine Folge hätte. Ein triumphierendes Grinsen, welches nicht Tessouna gehörte, lag auf den Lippen der Kräuterkundlerin, als diese zum letzten Streich gegen Ryan ausholte. Wie gelähmt betrachtete er die versklavte Hexe und war unfähig zu reagieren. Sie war unschuldig und hatte den Tod nicht verdient. Er konnte sein Leben nicht über ihres stellen. "Expelliarmus!"
Es war Aidan Thatcher, welcher den Ernst der Lage verstand und Ryan im letzten Moment rettete. Doch dieser musste nun aus der Nähe betrachten, wie Angelina Tessouna sich in eine undefinierbare Masse verwandelte. Blut bespritzte die Kleidung des Auszubildenen, als sein schockierter Blick auf Tessounas Überresten lag. Sie war nicht mehr zu retten, doch diesen Gedanken musste er verdrängen. Ein Leben war noch nicht verloren. "Die Rune ist auf ihrem linken Schulterblatt!", rief der Metamorphmagus den anderen Auroren zu und richtete sich wieder auf. Die jüngste der Geiseln hatte es nun auch auf Ryan abgesehen, so dass die Rune für die anderen beiden erreichbar sein sollte.
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Natascha Romanova
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BeitragThema: Re: [Hauptplot] Kapitel II Sklaven einer neuen Finsternis    So Nov 26, 2017 3:29 pm

Alles war auf einmal ziemlich schnell gegangen. Der Metamorphmagus in der Gruppe nutzte seine außergewöhnlichen Fähigkeiten um die Gestalt eines Falken anzunehmen und die Kleidung eines der Opfer zu zerpflücken, doch schnell war es der Hexe gelungen, den Vogel mit einem Schlag aus der Luft zu holen.
"Goodwill", rief Natascha alarmiert, als der Auszubildende in seiner menschlichen Form unbeweglich auf dem Boden lag, jedoch offensichtlich noch bei Bewusstsein war. Er rührte sich nicht, schien offenbar nicht zu wissen, wie er handeln sollte, weshalb sich Aidan der Sache annahm und Miss Tessouna kurzerhand entwaffnete, obwohl er von Nataschas ungewollter Demonstration vorhin wusste, was für Konsequenzen darauf folgen würden. Eine weitere Geisel starb dadurch, doch diesen Verlust konnte die Halbveela nur zu gut verschmerzen. Tatsächlich war sie nie davon ausgegangen, sie lebend zurück holen zu können, und nur, weil sie Mrs Throney hatten retten können, musste dies ja nicht bedeuten, dass sie so etwas wie eine Glückssträhne hatten. Nein, die meisten der Geiseln waren tot und es würde sie nicht wundern, wenn nun auch noch die letzte nicht lebend zurück nach London gebracht werden könnte. Verdient hatten sie dies alle nicht, aber da der Eigenschutz der Auroren stets über den Schutz anderer ging, war es auch nicht vermeidbar. Ein toter Auror nützte nämlich auch niemandem etwas.
Ein anerkennender Blick glitt zu Thatcher, worauf sich Natascha um die Rune auf dem Schulterblatt der übrigen Geisel kümmerte. Entschlossen richtete sie ihren Zauberstab auf die junge Hexe, worauf sie mit strenger Stimme den Zauber sprach, der die Fäden der Marionetten durchschneiden sollte.
"Incendio!" Ein Feuerball schoss aus der Spitze ihres Stabes und traf Celina Recshire direkt auf der Rune, worauf sie zusammenbrach, sich jedoch nicht blutig auflöste wie ihre Leidensgenossin zuvor. Sie wurde einfach nur ohnmächtig, doch Mister Thatcher konnte sie auffangen, bevor sie auf dem Boden aufprallte.
"Wieso zum Teufel haben Sie nichts gemacht?!", donnerte es aus der zierlichen Aurorin, als sie auf Ryan zulief und ihm hochhalf, "Sie hätten draufgehen können, Goodwill. Verdammt. Geht's Ihnen gut?!" Sie sah nicht wirklich besorgt aus, doch sie müsste lügen, würde sie behaupten, dass sie es nicht war. "Es wird Zeit, dass wir hier weg kommen. Und dann geben Sie mir verdammt noch mal diesen verflixten Stein. Dies ist ein Befehl, Mister Goodwill."
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Ryan Goodwill
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BeitragThema: Re: [Hauptplot] Kapitel II Sklaven einer neuen Finsternis    So Nov 26, 2017 7:16 pm

Ryan lehnte sich an den Schreibtisch, den die Russin in dem Vorzimmer ihres Büros für ihn aufgestellt hatte. Er war körperlich unversehrt, wurde die Gedanken an die verstorbenen Geiseln jedoch nicht los. Er war eine emotionale Person, auch wenn er diese Eigenschaft gut zu verbergen wusste. Es waren Emotionen, welche ihn im letzten Jahr aus Hogwarts weggeführt hatten und es waren auch Emotionen gewesen, welche ihn zum Wirt für Elijas parasitäre Magie gemacht hatten. Nun sagten sie ihm, dass er dringend verhindern musste, dass die unbekannte Gegnerin weitere Opfer einforderte und auch wenn das Ziel edel schien, wusste er, dass es nie etwas gutes gebracht hatte, wenn er dieser Stimme gefolgt war. Er war ein starker Zauberer und er konnte einige Bewegen, wenn er sich bemühte. Die Emotionen raubten ihm jedoch den Überblick. Konsequenzen wurden erst bemerkt, wenn sie unumkehrbar eingetreten waren und das Wissen um diesen Umstand ließ ihn zögern. Er musste die Kontrolle behalten.
Aidan Thatcher hatte die junge Hexe ins St. Mungos gebracht. Eine Befragung würde stattfinden, sobald sich der Zustand der überlebenden Frau verbessert hatte. Bis dahin gab es noch einige Dinge zu besprechen, denn der Metamorphmagus konnte den Befehl seiner Chefin nun nicht mehr weiter hinauszögern. Aus der Innentasche seiner Jacke zog er den blauen Schmuckstein hervor und streckte ihn der Abteilungsleiterin entgegen. "Nehmen Sie ihn."
Der Auszubildende wusste, dass der Stein ihr etwas zeigen würde und so wartete er den Augenblick ab, welchen die Russin geistig abwesend war, um sich danach wieder an sie zu wenden. "Deshalb habe ich ihn erst jetzt überreicht", beschrieb der ehemalige Ravenclaw seine Absichten. Zudem war es nun nötig sein volles Wissen offen zu legen, um die Ermittlungen in diesem Fall nicht zu behindern. Natascha Romanova war vertrauenswürdig und er wusste, dass Farine ihr die Prophezeiung bereits mitgeteilt hatte.
"Der Stein ist einer der sieben Schlüssel aus der Prophezeihung. Ein weiterer ist im Besitzt von Farine Chantealee, wie Sie eben gesehen haben. Die Steine führen jeweils zu einem weiteren Stein." Dass alle zusammen den Zugang zu einer unbekannten, aber ohne Zweifel mächtigen Quelle der Magie eröffnete, verstand sich aus der Prophezeiung von selbst. Der erfahrenen Aurorin diesen Umstand noch einmal zu erklären würde Spot gleichkommen, weshalb Ryan darauf verzichtete.
"Farine, ich und ein kleines Team erforschen die Prophezeiung und die Schlüssel. Spätestens heute können wir uns sicher sein, dass wir nicht die einzigen sind, die dieses Vorhaben verfolgen." Ryan wollte die Russin voll und ganz einweihen. Er war sich sicher, dass sie für das richtige Team spielen würde. Sollte er sich irren, würde er nicht nur seinen Job und die Ausbildungsstelle verlieren, sondern auch riskieren, dass geheimes Wissen an Ohren dringen könnte, für welche es nicht bestimmt war. "Es haben sich außerdem Mitglieder der alten Todesser zu einem Orden im Untergrund gruppiert. Wie weit sie ins Ministerium vorgedrungen sind ist unbekannt, aber ich muss Sie vermutlich nicht darum bitten diese Informationen vertraulich zu behandeln." Ryan machte eine Pause und bemerkte, dass es ihm schwer fiel die Masse an Informationen geordnet und verständlich rüber zu bringen. "Kurz gesagt. Wir betreiben diese Forschung und eine Zusammenarbeit mit Ihnen würde der Gruppierung neue Möglichkeiten eröffnen. Ich teile Ihnen das alles mit, weil ich Ihnen vertraue und weil ich die Ermittlungen voranbringen möchte. Ich bin hier nicht als Spion, sondern als Auror und ich werde Ihnen nichts vorenthalten, was für Ihre Arbeit wichtig ist." Er könnte noch einiges über die Erkenntnisse der Nachforschungen erzählen, aber es gab einen leichteren Weg. "Sie sollten dem nächsten Treffen unserer kleinen Gruppierung beiwohnen. Es liegt bei Ihnen was mit dem Stein geschieht. Ich bitte Sie aber mir und vor allem Farine zu vertauen. Lassen Sie uns daran forschen und seien Sie versichert, dass Sie jede Information erreichen wird. So lange der Stein im Ministerium ist, wird das Ministerium ein Ziel unserer Gegnerin sein. Auch diesen Umstand wenden wir auf diese Weise ab."
Ryan streckte seine Hand nicht aus. Die Entscheidung lag bei der Russin und er hatte nicht das Recht den Stein zu fordern. "Ich weiß auch wie unsere nächsten Schritte in diesem Fall aussehen könnten, aber zunächst benötige ich Ihren Rat als Mentorin." Sicherlich war der Aurorin nicht entgangen, dass der Metamorphmagus seit dem Tod Tessounas angespannt wirkte. "Wie wird man diese Schuld los? Tessouna, Vorousch, Gulligan. Sie waren unschuldig. Sie sind tot. Gestorben durch Dinge, die ich getan habe." Dem eben noch so entschlossene junge Mann war anzusehen, dass er sich wirklich die Hilfe der Russin erhoffte. Ihre Worte hatten die Macht, um ihm die Last von den Schultern zu nehmen, oder ihn vollkommen zu enttäuschen. Ryan hatte viel erlebt, aber in diesem Moment war sein Inneres von großer Hilflosigkeit erfüllt.
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Natascha Romanova
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BeitragThema: Re: [Hauptplot] Kapitel II Sklaven einer neuen Finsternis    So Dez 31, 2017 2:46 pm

Die kleine Kapelle ließen die Auroren hinter sich. Heilmagisch ausgebildete Fachkräfte hatten sich der geschwächten Geisel angenommen, dessen Mal von Natascha weggebrannt worden war, sodass sich die Russin mit ihrem Auszubildenden zurück in die Aurorenzentrale begeben konnte. Im Vorzimmer ihres Büros, welches in gewisser Weise ein Büro für Ryan darstellte, kamen sie an, doch sie sagte nichts, sondern rieb die Kiefer aufeinander, während die dunklen Augen kühl auf dem Auszubildenden lagen. Noch immer war der Stein in seinem Besitz und dies missfiel ihr deutlich, schließlich war es eben jenes Artefakt, das ihn zur Zielscheibe für die Angreiferin gemacht hatte.
Endlich zog er den Stein aus der Tasche, um ihn der leitenden Aurorin hinzuhalten. Ohne zu zögern griff sie nach ihm, doch sobald ihre Hand die kalte Oberfläche erreicht hatte, wurde ihr schwarz vor Augen, worauf sie sich selbst in einem Raum wiederfand, der ihr nicht unbekannt war. Auch konnte sie eine Person erkennen, die ihr nicht unbekannt war, doch wer diese Person war, realisierte sie erst, als sie geistig wieder im Hier und Jetzt war. Alarmiert hob sich ihr Blick in das Gesicht des Dunkelblonden, welcher sie erwartungsvoll ansah. Wohl war sie durch die Illusion kurz geistig abwesend gewesen. Eine Tatsache, die sie einsichtig nachvollziehen ließ, wieso Ryan ihr den Stein nicht schon eher gegeben hatte. Sorge äußerte sich auf den Zügen der distanzierten Russin, als sie sich das Bild von Farine in ihrem Büro noch einmal durch den Kopf gehen ließ. Sie war also ebenfalls in Gefahr und dies schmeckte der Aurorin nicht, auch wenn sie wusste, dass die Schulleiterin sich zu verteidigen wüsste. Gerade wollte Natascha den Mund öffnen, um etwas zu sagen, als Ryan ihr zuvor kam.
Seinen Worten nach zu urteilen, wusste er wohl schon mehr als seine Vorgesetzte, und auch, wenn dies die Halbveela ein wenig verärgerte, fiel sie ihm nicht ins Wort, sondern hörte ihm mit vor der Brust verschränkten Armen zu. Aufmerksam lag ihr Blick auf dem Jüngeren, während er von Nachforschungen zur Prophezeiung und einer Gruppierung von Todessern sprach. Ihm schien es ein Anliegen zu sein, den Stein für eben genannte Forschung für die Gruppe unter Farine zu erhalten, und da Natascha der Französin vertraute, würde sie ihm dieses Anliegen erfüllen - jedoch wollte sie diejenige sein, die den Stein übergab. Und zwar beim nächsten Treffen dieser geheimnisvollen Forschergruppe.
"Nun, ich bin keine Forscherin, aber ich helfe, wo ich kann", perlte es dann trocken über die dunkel geschminkten Lippen, wobei sie den Stein in ihrer Hand etwas fester umschloss, die verschränkten Arme dabei jedoch immer noch vor der Brust hielt, "denn ich habe gesehen, wozu diese Hexe in der Lage ist, und wenn diese Steine wirklich der Schlüssel zu ungeahnter Macht sind, sollte ihr diese nicht in die Hände fallen. Wahrscheinlich werde ich bei Ihren Nachforschungen nicht sehr nützlich sein, aber es kann nicht schaden, Kontakte zur Aurorenzentrale zu haben, und eben jener Kontakt werde ich für Sie und Ihre - - Gruppe wohl sein. Teilen Sie mir einfach mit, wann und wo das nächste Treffen stattfinden wird, und ich werden eben jenem beiwohnen. Den Stein werde ich Farine persönlich überreichen." Kurz rieb sie die vollen Lippen aufeinander und ließ den Blick sinken. Natascha war sich nicht sicher, worauf sie sich hiermit einließ, aber das Wissen, dass Farine dazu gehörte, gab ihr ein Gefühl der Sicherheit.
Bei Ryans nächster Frage verloren ihre Gesichtszüge an Härte, da sie jetzt erst bemerkte, wie sehr ihn der Verlust der unschuldigen Geiseln beschäftigte. Für Konversationen dieser Art war die Halbveela wahrlich nicht die geeignetste Person, da sie selbst nur selten Reue oder Schuld empfand, doch sie versuchte, sich in den Jüngeren hinein zu versetzen. Empathie war nie ihre Stärke gewesen, aber sie glaubte, zu verstehen, wie es ihm mit dem soeben Erlebten gehen musste, weshalb sie einen Schritt auf ihn zutat.
"Sie sind gestorben, durch Dinge, die Sie taten. Ja. Aber Sie haben sie nicht vorsätzlich getötet, Mister Goodwill", kam es leiser über die Lippen der Russin, wobei sie eine Hand auf die Schulter des ehemaligen Ravenclaws legte und sie seinen Blickkontakt suchte. "Sie haben versucht, sie zu retten, aber dies gelingt einem nicht immer. Sie haben ihr Bestes getan und mehr hätten Sie auch nicht tun können. Wenn Sie in diesem Beruf weit kommen möchten, müssen Sie lernen, sich dies immer vor Augen zu halten, sonst gehen Sie an Schuldgefühlen kaputt. Lassen Sie sich den Tod Unschuldiger nicht zu nahe gehen, er lässt sich nämlich in vielen Fällen nicht vermeiden. Manche von uns sind mit einer gewissen Rationalität gesegnet" und sie selbst zählte sich zu diesen Personen "während andere sie erlernen müssen, doch dies geschieht nicht innerhalb weniger Wochen oder Monate. Ich denke, was Ihnen helfen könnte, wäre ein gutes Mittagesssen. Und danach eine Mütze Schlaf. Sie haben viel erlebt in den letzten 24 Stunden, Goodwill." Ein zaghaftes, tröstendes Lächeln legte sich auf die Lippen der Dunkelhaarigen, worauf sie kurz in ihrem Büro verschwand, um den Stein in ihrem Tresor einzuschließen. Als sie wieder zu Ryan zurückkamen, hatte sie ihre Handtasche dabei. "Kommen Sie. Ich lade Sie ein." Damit deutete sie zur Tür, auf welche sie im nächsten Moment zuging.

ENDE
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