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 Zauberkunst - die Kunst des kreativen Denken

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Bill Melbourne
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BeitragThema: Zauberkunst - die Kunst des kreativen Denken   So 17 Sep 2017 - 20:53

Bill Melbourne, Elisabeth Carrow; Schicksal: Ja; Play: Privat, Datum: 24.05.15

Das Jahr ging allmählich vorbei, sein Haar wurde grauer und sein Blick trüber, je länger er durchs Fenster auf den Horizont hinaus blickte. In seinen schwarzen Anzug gehüllt und mit seinem Drachenstock in der linken Hand, beäugte er sein Spiegelbild, das sich in der Scheibe wiederspiegelte. Wie lange hatte er schon keinen Spaziergang mehr gemacht? Zwei, vielleicht drei Tage seitdem er die ZAGs und Zwischenprüfungen der Schüler überwacht hatte. Seit dieser Zeit hatte er kaum einen Fuß woanders hingesetzt, vermutlich fühlte er sich deshalb so merkwürdig müde und unmotiviert. Die Tasse Tee, die noch vor einer halben Stunde frisch,ihren Geruch und Wärme ausstrahlte, war nun kalt und ohne Geschmack, wie Leitungswasser mit einem bitteren Nachgeschmack. Seine Bücher waren fein in die umliegenden Bücherregale einsortiert, seine Pergamente lagen alle auf einem Haufen und seine Federn in der Schublade. Alles hatte seinen Platz, alles zeigte die beinahe pedantische Ordentlichkeit die er an den Tag legte. Doch eine Sache konnte er keinem Platz zuordnen, nirgends, in dieser Kammer, in diesem Schloss oder sonst wo. Sich selbst. Dem Menschen der er war, konnte er selbst keinen Platz zuordnen. Sicherlich seine Berufung lag hier, aber war das wirklich alles was sein Leben noch zu bieten hatte? Er spürte eine gewisse Leere und Kälte die sich um ihn herum ausbreitete, eine gnadenlose Kälte und Dunkelheit die alles zu verschlingen drohte, wenn er sich ihr nicht mit aller Kraft entgegenstellen würde. Viktoria...sie war diejenige die seine Gedanken beeinflusste und solange er nach ihr sehnte, würde sie in seinem Herzen bleiben.Er weigerte sich sie aufzugeben und hoffte eines Tages mit ihr wieder zusammenzukommen. Der Traum eines alten verstaubten Mannes, der keinerlei Perspektive außerhalb dieser Wände mehr für sich sah.

Doch für all diese Gedanken war kein Platz mehr da. Denn an diesem Tag kündigte sich ein neuer Lehrer für Zauberkunst an. Was das wohl für ein Mensch war? Es gab nicht viele Informationen die Bill von ihr erhalten hatte, aber es reichte aus, um ihre Qualifikationen zu würdigen. Ob sie dem wirklich gewachsen war auch mit Schülern zu arbeiten, würde sich schon bald herausstellen. Aber zunächst unterzog Bill sie einer Prüfung. Eine die man auch mit ihm durchgeführt hatte, die er auch mit Misses Ruthwill vollzogen hatte, bevor sie von der Schulleiterin offiziell gekündigt wurde. Jene Prüfung würde unweigerlich aufzeigen, ob jene angehende Professorin tatsächlich für ihre Aufgabe auf Schloss Hogwarts gemacht war oder ob es sich hierbei mit einem völlig uninformierte Hexe handelte, die sich nur als Zauberkünstlerin profilieren wollte.
Kritisch beäugte er sein Büro und entzündete erneut das Feuer des kleinen Kessels und des Kamins, um Tee und Wärme vorzubereiten. Auch wenn er nicht sonderlich auf der Höhe war, so lag es in seiner Erziehung, ein gut aufgeräumtes und wohltuendes Zimmer zu präsentieren, in dem man sich wohl fühlen konnte. Der Klang der kleinen Kuckucksuhr, die links an der Wand neben der Türe hing, hatte immer denselben Rhythmus und wenn man in einem stillen Raum diesem aufmerksam lauschte, hätte man manchmal wirklich glauben können, das dass ticken sich immer mehr beschleunigt. Eine merkwürdige Erfahrung, die sehr schnell zum einschlafen führte und mithin das einzige Geräusch zuweilen war, das einem vor der stillen Melancholie bewahrte.

Schweigend nahm er in seinem Ohrensessel platz und nahm sich ein Buch von dem großen Stapel neben der Lehne. Er las die ersten drei bis vier Seiten, erinnerte sich aber nach der vierten Seite schon gar nicht mehr daran was auf der ersten gestanden hatte. Seufzend legte er das Buch wieder auf das Tischchen neben sich ab und erhob sich ein wenig gereizt von seinem Platz. Viel zu viele Gedanken die ihm durch den Kopf gingen und dann war da noch dieses Foto von ihr, das er jedes Mal anstarren musste. Die Zeit wurde zur Qual und die Bücherreihen für die Recherchen um des seltsamen Rätsels, das es noch zu lösen galt, wurden auch immer größer. Wie wohl die Verhandlungen mit den Zentauren verliefen? Er wäre gerne dabei, doch für die Hauptverhandlungen war es nicht mehr nötig, den Stellvertreter mitzunehmen.  Er konnte nur hoffen, das Nash ihnen keine Schwierigkeiten machen würde, seine Intrigen waren zumeist gut vorbereitet und das wenige was es dann an Spuren gab, deutete meist auf menschliche Fehler hin.

Wäre er ein Mensch, dann wäre er vermutlich einer der großen Verbrecher der magischen Welt. Dabei waren sie von dem Frieden abhängig, der sich hieraus ergab, genauso wie den zweiten Teil des Textes aus der Steintafel. Ja, das Material beider Steintafeln war exakt das gleiche und auch die Art wie der Text hineingeritzt wurde, war ebenso gleich. Magisch und präzise,von einem wahren Künstler mit großen Fähigkeiten. Gerade wo er an das Wort "Künstler" dachte hörte er es auch schon an der Türe klopfen. Es war zunächst durch seine lauten Gedanken, nur leise zu hören, aber dann immer deutlicher.
Er legte das Buch weg und legte seinen Spazierstock zur Seite, ehe er "Kommen Sie bitte herein" rief.

Sich erhebend aus seinem Sessel reichte er dem Neuankömmling die Hand. Sie müssen Mrs Carrow sein, richtig?", fragte er mit ernster Mine und kühlen Ton in der Stimme. Eine der Eigenschaften die viele an Bill oft gestört hatten. Er wirkte laut deren Aussagen immer sehr distanziert und reserviert, weshalb sich wohl kaum jemand an ihn heranwagte. Leider war das die Art die man ihm anerzogen hatte und bisher hatten nur zwei Frauen in seinem Leben hinter die Fassade schauen können. "Bitte nehmen Sie Platz. Tee all Grey, vielleicht?"
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Elizabeth Ruby Carrow
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BeitragThema: Re: Zauberkunst - die Kunst des kreativen Denken   So 1 Okt 2017 - 15:07

Es war einige Jahr her, dass ich die alten Gemäuer Hogwarts zum letzten Mal gesehen hatte. Zu dieser Zeit war ich selber Schülerin gewesen und hatte die Schule, zwar mit einem Ohnegleichen-UTZ in Zauberkunst in der Tasche aber auch mit wachsenden Sorgen, verlassen. Eigentlich sollte der Schulabschluss einen Start in ein neues, selbstbestimmteres Leben bedeuten, doch ich empfand bei dem Gedanken daran nur Furcht. Wieso sollte ich das einzig wahre und erste Zuhause meines Lebens verlassen? Hogwarts war für mich immer mehr als nur eine Schule gewesen, es war Zuflucht und Rettungsanker vor einem trostlosen und beängstigenden Leben im Hause meines Vaters gewesen, welches vor allem durch Kälte und Strenge geprägt gewesen war. Die Zeugnisvergabe war für mich so etwas wie ein Schubs ins kalte und unbekannte Wasser, welches Erwachsen sein hieß, gewesen. Ein Schauer überlief mich als ich daran dachte wie verzweifelt ich damals war. Ohne Paimon, meinen Bruder, hätte ich dieses neue Leben wohl nicht meistern können. Zurück zu Vater, welcher mein Leben durchgehend negativ beeinflusst hatte, konnte ich nicht. Seit er mir in einem Anfall von Wahnsinn das linke Augenlicht genommen hatte waren die Carrows nur noch auf dem Papier verwandt. Ich entschied mich zur Uni zu gehen und an meinen Zauberkunstfähigkeiten zu feilen, doch lange hielt ich es dort nicht aus. Nach zwei Semestern schmiss ich mein Studium, frustriert vom elitären und lehrbuchartigen Lehren dort. Ich wollte nicht einfach nur nützliche Alltagszauber generieren, sondern außerordentliche Zauber erschaffen, die es so noch nicht auf der Welt gab. Fast zwei Jahre lang tingelte ich über den Globus, wohnte mal hier und dort. Lernte von 200 Jährigen Tibetern und kommunenartig organisierten, schwedischen Lesben, mit denen ich zwei Monate in freier Wildnis lebte. In dieser Zeit lernte ich mehr über mich als in den letzten vergangenen Jahren. Zurück in Großbritannien war ich nicht mehr die Eliza, welche ich vor meinem Aufbruch gewesen war. Doch das geordnete und vorbestimmte Leben, welches auf der Insel die Regel war, war nichts für mich. Ich hielt mich mit Gelegenheitsjobs über Wasser und war weiterhin rastlos. Bis zu diesem Tag. Ich war noch immer etwas skeptisch ob das Professorinnenleben etwas für mich war. Ich hatte bisher nicht viel mit Heranwachsenden zu tun gehabt, aber ich war selber einmal einer gewesen so schwer konnte das doch nicht sein?

Die Schule war ruhig, in der Luft lag der Duft von Prüfungsstress und herannahenden Ferien. Ich war froh mich noch ein paar Wochen an meine neue Rolle zu gewöhnen bis die Schüler wieder kamen. Niemand nahm wirkliche Notiz von mir, nur ein paar Mädchen, welche in einer Gruppe zusammen standen musterten mich und flüsterten sich ein paar Worte zu. Ich kannte diese Blicke, sie galten meiner linken Gesichtshälfte. Eine lange blassrote Narbe zog sich über mein halbes Gesicht, doch der wirkliche Makel lag unter einer dunklen Augenklappe verborgen. Ich zeigte mein Auge nicht gern, und vermied es ohne Schutz unter Leute zu gehen. So wie manche Frauen sich ohne Schminke nicht aus dem Haus trauten konnte ich nicht ohne die Augenklappe gehen. Sie war zu einem persönlichen Accessoire geworden, einem Markenzeichen sozusagen. Eine Affäre hatte mir einmal gesagt, dass sie mir etwas Heroisches verlieh. Vielleicht stimmte das sogar. Zumindest begegnete mir niemand ohne Respekt.

Mit schnellen Schritten lief ich durch die Gänge der Schule, ich kannte immer noch jeden Winkel, so als wäre ich erst gestern hier gewesen. Das Büro des stellvertretenden Rektors befand sich immer noch an der Stelle die mir in Erinnerung geblieben war. Ich klopfte an der hölzernen Tür und wartete auf ein Zeichen zum Eintreten. Eine Stimme erklang und ich betrat das Zimmer. Vor mir stand ein hochgewachsener Mann mittleren Alters, der mich sofort begrüßte. „Ja, sie müssen Mr. Melbourne sein.“ erwiderte ich und rang mir ein Lächeln ab. Normalerweise vermied ich es überschwengliche Gefühlsregungen zu zeigen, doch es war wohl klüger in Aussicht auf eine Anstellung ein „nettes“ Gesicht zu zeigen. Ich setzte mich und nickte zustimmend als mir der Ältere einen Tee anbot. „Vielen Dank.“ Ich nahm die Tasse entgegen, die mir gereicht wurde und blickte Bill Melbourne aufmerksam an.
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Bill Melbourne
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BeitragThema: Re: Zauberkunst - die Kunst des kreativen Denken   Di 31 Okt 2017 - 23:09

Die Kanne schüttete der Dame von selbst etwas in eine Tasse, die kurz darauf samt Untersetzer zu ihr geflogen kam. Der Name Carrow ließ Bill allerdings ein wenig schaudern. Schließlich hießen die beiden Todesser so, die damals unter dem dunklen Lord in Hogwarts Aufsicht führten. Aber das konnte auch nur ein Zufall sein, jedenfalls würde er sie keinesfalls nach ihrem Namen bewerten. Vielmehr interessierte ihn die Person die da vor im Platz nahm. Daher setzte er sich auch und legte die Fingerkuppen aneinander, während sein Ausdruck wie immer kühl und absolut ernst war. Irgendwie strahlte sie etwas eiskaltes aus und dieses Auge, was war mit ihr geschehen? Es schien genug Indizien zu geben, die ihn veranlassten mehr über sie herauszufinden. Nicht das er sie nach ihrem Aussehen beurteilte, schließlich trug er einen absolut schwarzen Anzug mit violetter Krawatte. Dennoch wirkte sie wie eine ausgemusterte Aurorin, ja beinahe wie eine Kriegerin die aus alten Märchen entsprungen war. Ob sie wirklich so war wie sie sich gab? Nachdenklich beäugte er sie und atmete dann erst tief ein und aus. Ein Schluck aus der heißen Tasse Tee wurde genommen, der seine Nerven mit zunehmendem Alter mehr beruhigte.
"Also Miss..Carrow.", begann er nachdenklich und ertappte sich erneut wie er an diesem Namen hängen blieb. Es war wohl das beste nicht auf diese Verbindung aufmerksam zu machen. Sicherlich hatte man ihr das schon oft genug vor die Nase gehalten. Er konnte nur erahnen wie man sich da fühlte. Er selbst würde sich wahrscheinlich schämen diesen Namen so zu tragen. "Sie würden gerne Professorin für Zauberkunst werden, korrekt? Gut, dann würde ich gerne ein mehr von ihnen hören. Was haben sie so gemacht?", fragte er, "erzählen sie ruhig ein wenig über sich. Keine Sorge ich verlange hier keine Rechtfertigungen. Es geht mir persönlich in diesem Gespräch nicht darum, das zu hören was ich hören will, sondern sie als Person kennenzulernen. Daher bitte ich Sie ohne Scheu und Sorge zu sprechen. Einfach ganz offen.", erklärte er und versuchte sie teils während er zuhörte zu analysieren.

Zum ersten Mal hatte er keine Ahnung wie er sie einschätzen sollte. In Verteidigung gegen die dunklen Künste würde sie allein mit ihrem Aussehen schon Respekt gewinnen und wenn sie dazu noch diese Strenge Mine aufrechthielt, wahrscheinlich sogar vielleicht Angst. Selbst ihn hatten einige Schüler gefürchtet als er gerade auf diese Schule kam und das nur wegen seinen dunklen Klamotten und dem Spazierstock, den er mit sich führte.
"Nun gut, erzählen sie mir doch mal ein wenig darüber was sie den Schülern genau in der Zauberkunst vermitteln möchten. Worauf würden sie ihren Schwerpunkt legen und wie würden sie den Schülern etwas beibringen? Was erwarten sie von ihren Schülern? Was tolerieren sie und was nicht? Vor allem worauf kommt es ihnen am meisten an?", sicher, das waren viele Fragen aber es war wichtig mehr über ihr Unterrichtskonzept herauszufinden, um sie besser einschätzen zu können. Vor allem war es gleichzeitig ein Trick um so zu sehen ob ihr Charakterprofil - das sich Bill zusammelegte - würde mit ihrer Unterrichtsmethode übereinstimmte. Denn das was sie von sich aus ihrem Leben erzählte, würde zugleich auch etwas über sie aussagen und diese Aussage würde er mit ihrem Unterrichtskonzept vergleichen. Er hatte mit der Zeit gelernt, dass die Art wie sich ein Mensch verhielt und auf das was er wert legte besonders auch Einzug auf die Art und Weise wie man unterrichtete hatte. Daher waren die beiden Fragen gleichzeitig eine Form eines Tests.

"Darf ich indiskret fragen? Können sie auf beiden Augen sehen?", die Frage musste sein, er musste wissen ob das eine Auge womöglich blind war. Immerhin konnte das sehr wichtig für die Zukunft sein und seiner Meinung nach, musste die Schulleitung über solche Ledierungen natürlich Bescheid wissen. Je nachdem wie ihre Antwort ausfiel, würde er womöglich nach der Begebenheit fragen, bei welcher sie den Schaden davongetragen hatte. Für den Moment genügte es ihm, in seinem roten Ohrensessel zu sitzen und ihr zu lauschen. Höchste Konzentration war gefragt.
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Elizabeth Ruby Carrow
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BeitragThema: Re: Zauberkunst - die Kunst des kreativen Denken   Di 2 Jan 2018 - 23:00

Gespannt betrachtete ich den Mann vor mir. Was er wohl bei dem Klang meines Namens empfand? In den Gesichtern der meisten Menschen zeigte sich Argwohn und ein wenig Angst wenn sie erfuhren, wen sie da vor sich hatten. Doch Mr. Melbourne ließ sich nicht anmerken, was er oberfläch gesehen über mich denken mochte. Er wirkte kühl und distanziert, so als ob er erst noch von mir überzeugt werden wollte. Wenn dem so sein sollte, dann war ich bereit ihm zu beweisen, dass es sich lohnte mir zu vertrauen. Mein Blick blieb kurz an seiner violetten Krawatte hängen, die der stellvertretende Schulleiter zu einem schwarzen Anzug kombiniert hatte. Sollte das seinen Charakter unterstreichen? Ich kannte ihn zwar erst seit zwei Minuten aber irgendetwas an ihm verriet mir, dass er nicht zu Scherzen aufgelegt war. Ich zog eine Augenbraue hoch, nachdem er meinen Namen ausgesprochen hatte. Ich bemerkte die leise Voreingenommenheit, die der Klang seiner Stimme ausstrahlte. Doch er ließ das Gespräch nicht auf meine Familie oder meine Vergangenheit abschweifen. Ich atmete erleichtert aus, anscheinend wollte er wirklich wissen wer ich war und nicht wer die Carrow hinter mir war.

Ja, deswegen bin ich hier.“ antwortete ich auf seine Frage. „Ich hörte, dass sie eine freie Professorenstelle für Zauberkunst zu vergeben haben und fühle mich geeignet dafür.“ Mit einem Wink meines Zauberstabes öffnete sich die Umhängetasche, welche ich neben mir auf dem Boden abgelegt hatte und eine Pergamentrolle entfaltete sich, neben meinem Kopf schwebend. Auf ihr waren mein Lebenslauf sowie weitere Qualifikationen notiert, die ich in meiner bisherigen „Karriere“ erworben hatte. „Während meiner Schulzeit in Hogwarts war ich Vorsitzende des Zauberkunst-Clubs. Ich habe drei UTZ in Zauberkunst, Verwandlung und Geschichte der Zauberei. Nach meinem Abschluss arbeite ich als freischaffende Zauberkünstlerin für das Ministerium und andere Institutionen.“ Musste er wissen, dass ich meine Gabe auch für eher unorthodoxere Geschäfte eingesetzt hatte? Doch Mr. Melbourne schien von meinen Erzählungen nicht sonderlich beeindruckt zu sein. Reichte das am Ende nicht um in Hogwarts als Lehrerin anfangen zu können? Kurzzeitig hatte ich das Gefühl einen großen Fehler gemacht zu haben, indem ich wieder zurück gekehrt war. Aber vielleicht waren diese Worte aus meinem Mund die, welche er von jedem Bewerber erhielt. Nichts Besonderes, kein Grund um eine Stelle zu vergeben. Deshalb suchte ich im stillen nach neuen Wörtern. „Wissen Sie, ich habe in meinem Leben schon viel gesehen und viel erfahren. Doch nie hatte ich das Gefühl wirklich zuhause zu sein. Dieses Gefühl hatte ich nur hier.“ Ich sah hoch zum dunklen Gemäuer. „Und ich glaube wirklich, dass ich den Schülern etwas beibringen kann, weil ich genau weiß was schlechter Unterricht bedeutet. Aus Büchern lernt man nicht. Man muss die Magie spüren und Neues erschaffen. Eigentlich weiß man erst wozu man imstande ist, wenn man über den Horizont sieht und merkt was es neben dem Auswendiglernen von Zaubersprüchen gibt. In meiner Schulvergangenheit wurde in der Zauberkunst viel zu viel Wert auf Kunststückchen und sinnlose Alltagszauber gelegt. Natürlich ist es sinnvoll eine Ratte in einen Trinkpokal zu verwandeln, aber viel nützlicher wäre es doch die Sprüche zu verallgemeinern und die Wirkung eines Spruches dem Moment anzupassen. Nach meinem Abschluss haben mir meine Fertigkeiten eher mäßig geholfen, obwohl ich eine der besten Absolventinnen in dem Gebiet war. Die Zauberkunst ist keine verstaubte Fertigkeit für die Manege, sondern ein Werkzeug um unser Leben zu vereinfachen und um Neues zu schaffen. In den jungen Menschen steckt viel mehr, wenn sie die Zauberkunst nicht als ein strenges, nervendes Monstrum sehen, dass sie durch die ZAGS prügeln will. In der Praxis ist die Zauberkunst wundervoll und das möchte ich den jungen Menschen da draußen beibringen. Ich glaube, dass Hogwarts wieder ein Zuhause für mich werden kann und dass ich der Schule etwas zurück geben kann.“ Ich war ein wenig auf meinem Stuhl nach vorne gerutscht, da mir dieses Thema sehr am Herzen lag. Ob ich das Mr. Melbourne mit meinen Worten klar gemacht hatte?

Ich sah auf, nachdem Mr. Melbourne mich auf meine Sehkraft angesprochen hatte. Die Worte aus seinem Mund verletzten mich keines Wegs, ich empfand es immer als viel beleidigender, wenn man mich stillschweigend musterte. „Ich kann auf dem rechten Auge sehen, auf dem linken bin ich blind.“ antwortete ich ihm wahrheitsgemäß. Ich zog ein Okular hervor, welches ich selber mithilfe meiner Zauberkräfte modifiziert hatte. „Das hilft mir, wenn ich das linke doch brauchen muss, wenn ich mich auf etwas konzentrieren muss. Beim Fliegen, zum Beispiel. Aber solche Situationen vermeide ich so gut es geht.
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Bill Melbourne
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BeitragThema: Re: Zauberkunst - die Kunst des kreativen Denken   Fr 19 Jan 2018 - 0:22

Schweigend lauschte er ihrem Vortrag und trank dabei genüsslich seinen Tee. Seine Augen wanderten dabei immer mal wieder nachdenklich zum Feuer. Nach außenhin mochte Bill etwas apathisch wirken, aber er vernahm jedes Wort das sie ihm sagte. Er versuchte sie genauso neutral zu behandeln wie jeden anderen auch, der sich bei ihm bewarb. Sein Schweigen war nur solange vorhanden bis sie fertig war mit ihrer Vorstellung. Es gab einige Punkte an ihrer Bewerbung die ihn zum zweifeln brachten, weil sie sie unklar ließ. Aber diese Punkte würde er früher oder später schon noch aufdecken. Sie war also auf einem Auge blind? Sollte er fragen wie das passieren konnte oder sollte er ihr blindlinks einfach eine Stelle geben? Fakt war, sie war vermutlich nicht von Geburt an auf dem Auge blind und da sie ihre konkrete Vergangenheit vermied konnte das nur bedeuten, das etwas gab was er besser nicht wusste. Nein, das war ein Vorurteil dem er sich nicht hingeben wollte. Ruhig und mit kühler Mine stellte er die Tasse ab, als sie ihren Vortrag beendete und legte die Fingerkuppen wieder aneinander.

"Miss Carrow, ihr Vortrag war sehr interessant und außerdem haben sie mein Interesse geweckt. Sie werden jedoch verstehen, wenn ich sie ehrlich fragen muss, wie konkret ihre Lehrmethoden aussehen würden. Wie würden sie das mit den Schülern machen?  Wie darf ich mir ihre Lehrmethode genau vorstellen? Sie sagten die Zauberkunst soll unser Leben erleichtern, dem stimme ich zu. Aber sie sagten der Situation anpassen. Könnten sie mir das alles bitte einmal an einem Beispiel festmachen? Sie wirken als hätten sie da bereits sehr konkrete Vorstellungen.", erwiderte er trocken und ließ seinen Blick wieder zu ihr gleiten, während er darüber nachdachte ob er sie auf ihre Familie ansprechen sollte oder nicht. Andererseits könnte der Name auch weitverbreitet sein und sie nichts damit zu tun hatte. Er hatte bereits eine Idee wie er sie geschickt auf die Probe stellte, ohne das sie gleich bemerken würde, worauf er eigentlich anspielte. Die Frage konnte man aus zwei Perspektiven sehen, daher vermochte Bill daraus einen Vorteil zu ziehen und beschloss sie einfach zu stellen. "Nun möchte ich Ihnen ein Fallbeispiel geben. Ein Schüler weigert sich sich am Unterricht zu beteiligen oder ein anderer Schüler beleidigt einen anderen Schüler. Wie würden sie konkret damit umgehen, Miss Carrow?", eine legitime Frage, die er da stellte und gleichzeitig konnte er dadurch ihre Intentionen und Launen aufdecken. Ihre Reaktion auf seine Frage würde ihren Charakter vielleicht etwas mehr beleuchten. Manchmal brauchte man nicht direkt zu fragen, wenn man auch über einen Umweg alle nötigen Informationen über einen Menschen bekam.

Eine geschickt gestellte Frage verdeckte meistens die eigenen Absichten und selbst wenn einem etwas unterstellt werden würde, könnte man immer noch aus der anderen Perspektive heraus argumentieren. Die menschliche Sprache war ziemlich manipulativ in dieser Hinsicht. Vielleicht machte eben dieser Aspekt sie manchmal so gefährlich. Eines war glasklar. Miss Carrow hatte schon eine seltsame Ausstrahlung, die er nicht einmal richtig deuten konnte. Möglicherweise musste er das auch gar nicht. "Sie wissen,das sie als Professorin an das Schloss in der Schulzeit gebunden sind ja? Hogsmeade ist der einzige Ort wo man dann noch so ziemlich hinkann. Ist das für eine junge Frau wie sie ein Problem? Für einen Professor kann das manchmal schon sehr bedrückend sein. Andere würden es als Einsamkeit definieren.", führte er fort und war gespannt was sie ihm darauf entgegensetzte. Er selbst hatte diese Einsamkeit schon am eigenen Leibe zu spüren bekommen und wusste daher ziemlich genau wie es war und wie man sich dabei fühlte. Die Tage wurden länger und die Blicke aus dem Fenster in die Ferne auch. Manchmal war es wie verhext, an einigen Tagen hatte Bill seine Arbeiten alle zum Mittag schon erledigt, an anderen kam er kaum hinterher weil soviele Schüler etwas von ihm wollten. Auch eine Miss Livsey die als Animagus ausgebildet werden wollte.
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BeitragThema: Re: Zauberkunst - die Kunst des kreativen Denken   So 11 Feb 2018 - 21:10

Mister Melbourne schwieg während ich ihm von mir erzählte, er unterbrach mich nicht, ein Umstand den ich als sehr angenehm empfand. Ich hasste es wenn man seinen Satz nicht beenden konnte weil man von einer Frage unterbrochen wurde. Mein Vater besaß diese Angewohnheit, vielleicht wurde ich deshalb immer ein wenig kurzatmig, wenn ich mich in einem Frage-Antwort-Gespräch befand. Ob er sich schon ein Urteil über mich erlaubt hatte? Er wirkte zumindest sehr gefasst und kühl auf mich. Ich hatte nicht das Gefühl, dass ihn meine Lebens- bzw. Karrieregeschichte begeistert hatte. Als ich geendet hatte nahm er das Gespräch wieder auf und nun begann der Fragenteil, den ich so gefürchtet hatte.

Vielen Dank, Mr. Melbourne.“ War sein Interesse ein gutes Zeichen oder ein schlechtes? Ich wurde nervös. Ich verstand nicht genau was er meinte, kurz war mir ein wenig schwarz vor Augen. War das ein sogenanntes Black Out? Ich musste mir eingestehen, dass dieses Vorstellungsgespräch mich doch mehr forderte als ich vorher angenommen hatte. „Meine Lehrmethoden?“ fragte ich kurz nach. „Ich muss eingestehen, dass ich leider keine pädagogische Ausbildung genossen habe.“ erklärte ich. Es war unabdinglich, dass die Schulleitung dies bei ihrer Entscheidung mir gegenüber davon wusste. „Aber ich denke, dass ich einige interessante Ansätze habe. Ich würde lieber mit Meditation und freiem Lernen arbeiten als dem stumpfen Auswendiglernen mit dem Lehrbuch. Ich finde, dass die Schüler mehr miteinander lernen sollten als Zauber von der Lehrkraft abzukupfern. Natürlich müssen die Grundlagen auf dem Klassischen Weg erlernt werden, das bestreite ich nicht.“ Genügte ihm das? „Natürlich kann ich noch nicht wissen wie meine Ideen bei den Schülern ankommen werden und wie sie diese umsetzen können. Ich denke, die erste Zeit wird pädagogisches Neuland für mich werden.“ Vielleicht fand der Schulleiter auch, dass ich noch zu unerfahren war um auf seine Schüler losgelassen zu werden? „Die meisten Zaubersprüche, die die Schüler bisher lernen werden sie nie in der Praxis da draußen anwenden können oder müssen. Ich finde es wichtiger, dass sie erlernen wie man Zauber abwandeln kann um diese in bestimmten Situationen variieren zu können. Dabei ist es nicht wichtig zu wissen wie genau ein Zauber ausgesprochen wird oder wie man den Zauberstab schwenkt, es kommt darauf an wie er wirkt und was er bewirken soll. Ich möchte, dass meine Schüler erkennen was hinter der Magie steckt und nicht erst in einem Buch nachschlagen müssen welcher Spruch nun in ihrer Situation hilft.

Seine nächste Frage irritierte mich ein wenig. Wollte er mich etwa testen? „Zuerst würde ich wissen wollen wieso dieser Schüler sich nicht im Unterricht beteiligen möchte. Ich finde es wichtig, dass die Schüler nicht nur teilnahmslos in der Ecke sitzen und die Stunde über sich ergehen lassen. Wahrscheinlich würde ich ihn erst einmal lassen und ihn dann nach der Stunde darauf ansprechen. Was den zweiten Fall betrifft, denke ich, dass wir im Unterricht respektvoll miteinander umgehen sollten und unproduktive Beleidigungen nichts dort verloren haben. Dieses Verhalten würde ich nicht durchgehen lassen.

Damit komme ich klar, Mr. Melbourne. Ich hatte in den letzten Jahren genug Zeit um der Einsamkeit zu entkommen, ich sehne mich fast schon danach ein wenig zur Ruhe zu kommen.“
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BeitragThema: Re: Zauberkunst - die Kunst des kreativen Denken   Mo 12 Feb 2018 - 16:47

Ihre Worte waren zwar gut gewählt aber eigentlich nicht unbedingt das was er hören wollte. Nun man sollte eben nicht immer etwas erwarten. In seinen Augen lagen blanke Zweifel was ihre Person anging. Miss Carrow das spürte er war nicht ganz aufrichtig mit ihm und außerdem war ihre Grundidee zwar nicht schlecht, aber wenn sie genauer darüber nachdachte würde sie schnell erkennen, das es dazu erst mal die Beherrschung des Zaubers bedurfte. Nachdenklich trank er seine Tasse leer und stellte sie ab, was meistens bei ihm das Ende eines Gespräches darstellte, wenn er sich nicht nachfüllte. "Nun Miss Carrow, ich finde ihre Grundidee sehr schmeichelhaft, aber bitte vergessen sie nicht, das die Schüler dafür einen Zauber erstmal vernünftig erlernen müssen. Das richtige aussprechen und ausführen eines Zaubers ist das A und O um überhaupt zu ihrer erweiterten Form der Lehre zu gelangen. Daher bitte ich sie besonders auf das Erlernen des Zaubers großen Wert zu legen und dem dann ihre Grundidee der Abwandelbarkeit eines Zaubers dranzuhängen, als erweiterte Form.", im Grunde hatte er sich damit eigentlich schon fast verraten gehabt. Sicherlich würde man sich jetzt fragen wieso Bill bereit war ihr diese Chance einzuräumen. Die Antwort darauf war sehr simpel. Es ging nicht darum das zu hören was er erwartete. Hogwarts brauchte Professoren die nicht den standard A-Z Katalog des Lehrplans stur durchgingen, sondern die ihn interpretierten, analysierten und für sich eine geeignete sinnvolle Form finden den Schülern diesen beizubringen. Wie man den Stoff ihnen beibrachte, hing immer am Lehrer  und die Schüler nicht nur den Zauber und die Theorie zu lehren sondern auch wie man einen Zauber noch verwenden konnte, war eine hervorragende Idee, die Bill durchaus unterstützte.
Schweigend schaute er auf sein Stundenglas, in dem der Sand langsam aufgebraucht und bis unten hindurch gerieselt war. Einen Moment lang schwieg er und atmete noch einmal durch. Die Entscheidung die er jetzt traf hatte Auswirkungen auf die Zukunft und wenn er sie traf wollte er sich absolut sicher sein. Eine falsche Entscheidung wäre wahrscheinlich verheerend für ihn und die Schüler.
Was ihre Vergangenheit anging oder ihr Auge oder sonst etwas war das was Bill vermutete eine Lüge. Wie er darauf kam? Ihr Auge. Etwas stimmte da nicht und er würde vielleicht eines Tages Antworten erhalten. Jeder trug sein Laster mit sich herum, das war nicht zu vermeiden.
"Miss Carrow, ich glaube sie waren in manchen Punkten nicht ganz aufrichtig oder verschweigen etwas. Ich hoffe, dass das was sie mir verschweigen, besonders in Bezug auf ihr Auge, nicht das Wohl  dieser Schule oder seiner Schüler gefährdet.", begann er und erhob sich aus seinem Sessel und reichte ihr eine Hand. "Dennoch denke ich, das sie eine Bereicherung für diese Schule sind. Von daher freue ich mich sie als Professor für Zauberkunst auf der Hogwartsschule für Hexerei und Zauberei begrüßen zu dürfe. Der Hausmeister wartet bereits ungeduldig vor der Türe. Er wird ihnen ihren Unterrichtsraum, ihre Kammer und ihre Schlüssel übergeben. Alles Gute, Professor.", seine Antwort war direkt und er wollte das sie wusste, was er ahnte. Sie sollte sich unter Druck gesetzt fühlen, denn Menschen unter Druck begingen Fehler. Aber solange sie die Schüler nicht in Gefahr brachte und Bill keine weiteren Hinweise hatte, würde er sie nicht vorverurteilen oder deswegen hinauswerfen. Jemand hatte unschuldig zu sein bis die Schuld bewiesen wurde. Auf welche Art und Weise auch immer. Das war der Inbegriff von Gerechtigkeit. Er wollte nicht das sie genauso verurteilt wird  wie er, für etwas da sie vielleicht gar nicht begangen hatte.

Offplay-Nachricht: Du kannst noch deinen Abschlusspost drunter setzen. Danach markiere ich es als erledigt.
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BeitragThema: Re: Zauberkunst - die Kunst des kreativen Denken   Mi 28 Feb 2018 - 21:30

Nervös sah ich immer wieder auf meine Hände, die ich in meinem Schoss gefaltet hatte. Mr. Melbourne sah nicht sehr überzeugt aus. Wie auch? Meine Worte hatten nicht sehr sicher geklungen. Und ich war auch alles andere als sicher. Aber dieser Job war genau das was ich wollte und ich würde mich schon einarbeiten, da war ich mir sicher. „Ich weiß, dass meine Idee noch nicht ausgereift ist und ich mich natürlich am Anfang noch auf altbewährte Lehrmethoden stützen muss. Ich denke nicht, dass die Schüler die neue Methodik ohne Zweifel annehmen werden. Das wird ein Prozess für mich, als Lehrenden und die Schüler. Ich denke, dass ich erst Erstklässler testen werde. Die älteren Stufen müssen sich auf wichtige Prüfungen vorbereiten und da das ZAK und UTS System noch auf alten Lehrplänen basiert, denke ich, dass es das Klügste ist alles ganz langsam anzugehen. Ich hoffe, dass ich von der Schulleitung die Unterstützung unterhalte, die ich dafür brauche.

Seinen Worten zufolge hatte ich es geschafft. So richtig realisierte ich das erst, als er mir zur Einstellung gratulierte. Doch ein bitterer Nachgeschmack hinterließen seine Worte doch bei mir. Warum sollte ich unaufrichtig zu ihm gewesen sein? Warum stellte er mich ein, wenn ich in seinen Augen eine Lügnerin war? Das passte nicht zusammen. Vielleicht war es ihm aber bisher egal. Ich war mir aber ziemlich sicher, dass er es nicht auf sich beruhen lassen würde und mich darauf später ansprechen würde.

Er wies mich zur Tür, nachdem wir uns verabschiedet hatten. „Vielen Dank, Mr. Melbourne.“ antwortete ich ihm und wandte mich ab. Die Müdigkeit packte mich urplötzlich und ich war froh, dass das Gespräch nun zu Ende war und ich mich zurück ziehen konnte.
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