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 Ein in der Sonne stehender Baum, ein verwitterter Stein, ein Tier, ein Berg - sie haben ein Leben, sie haben eine Geschichte, sie leben, leiden, trotzen, genießen, sterben, aber wir begreifen es nicht.

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Farine Chantealee
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BeitragThema: Ein in der Sonne stehender Baum, ein verwitterter Stein, ein Tier, ein Berg - sie haben ein Leben, sie haben eine Geschichte, sie leben, leiden, trotzen, genießen, sterben, aber wir begreifen es nicht.   So 2 Apr 2017 - 21:05

Ein in der Sonne stehender Baum, ein verwitterter Stein, ein Tier, ein Berg - sie haben ein Leben, sie haben eine Geschichte, sie leben, leiden, trotzen, genießen, sterben, aber wir begreifen es nicht.


Grau war der Himmel, wie die Augen der jungen Professorin, deren Haare an diesem Nachmittag nicht zu einem Zopf oder Dutt gewunden waren und somit von dem aufkommenden Wind erfasst wurden. Der Rock des dunklen Kleides umspielte ihre Beine, während die Hände auf ihrem Rücken ruhten. Immer weiter entfernte sie sich von dem Gelände welches sie für die Schüler schützend umgeben hatte, kam der Grenze näher, welche für die Schüler galt. Doch sie selbst überschritt seit einiger Zeit Grenzen, jeden Tag eine andere, zumindest fühlte es sich für sie so an. Aber all das sollte irrelevant sein. Sie wollte nachdenken, über das was sie erfahren hatte, über das was sich entwickelt hatte. Und so kam sie am Gehege der Thestrale vorbei, schritt ruhig an den für viele unsichtbare geflügelten Pferde vorbei, welche sie sehen konnte. Eine Papiertüte hatte sie einstecken in der einige größere und ein paar kleinere Fleischstücke waren. An einer ruhigen Stelle wollte sie sich niederlassen und die schwarzen, lederartig anmutenden Pferde betrachten, ihre natürliche Lebensweise, den Wald der sich um das Schloss spann. Irgendwann kam sie an einem großen Stein an, auf dem sie sich nieder ließ. Nicht wie eine Schulleiterin, sondern eher wie eine junge Frau, fast ein Mädchen noch. Versteckt, so gut es ging vor fremden Blicken, doch nicht vollkommen geschützt. Auf einem mit Moosflechten übersäten Felsbrocken setzte sie sich nieder, etwas höher als sie selbst Maß. Eine der wenigen, natürlichen, Unterbrechungen des Gatters. Die Beine wurden leicht angezogen, und der Blick auf die geflügelten Tiere gerichtet. Noch näherte sich keines von ihnen der brünetten Hexe, welche wie immer ein viktorianisch-zeitgenössisches, dunkles Kleid trug.

Unbeobachtet fühlte sie sich, während Ihre Gedanken sich immer wieder in neue Sphären schwangen, Verknüpfungen von Ereignissen und Informationen brachten und doch noch immer nicht helfen konnten, zuviel war noch unbekannt von dem was vor ihnen lag. Eine Hand stützte sie an ihrem Kinn ab, den Ellenbogen auf dem Oberschenkel, während sie leise seufzte. Es musste doch Mittel und Wege geben. Irgendetwas, was es miteinander verband. Sie hatte diesen Tipp bekommen und dieser Tipp war etwas, was sie noch immer nicht so recht in seiner vollkommenen Tragweite ausschöpfen konnte. Dazu fehlte noch ein weiterer Schritt der getan werden musste. Veränderungen, Wetter, Worte. Was davon war wirklich Schall und Rauch? Die Steine rund um Hogwarts, sie kannten dieses Phänomen sicher schon, warum nur lebten sie und konnten den Menschen dennoch keine Antwort geben. Die hochgewachsenen Bäume, jeder von ihnen hatte viele, viele Jahrhunderte überdauert. Und doch sprachen die Menschen auch ihre Sprache nicht. So einfältig. Sie sprachen verschiedene, selbst erdachte Worte, hunderte, wenn nicht gar tausende Sprachen. Doch keiner von ihnen verstand wirklich die Laute von den Tieren, das rauschen der Bäume, das plätschern der Bäche. Abgewandt, wie es schien, hatten sie sich, hatten vergessen, was es hieß eine Einheit zu sein mit dem wo sie lebten. In einer Welt die nicht nur domestiziert war. Das sich, während sie sinnierte, jemand näherte, bemerkte sie jedoch nicht.
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Clayton Adams
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BeitragThema: Re: Ein in der Sonne stehender Baum, ein verwitterter Stein, ein Tier, ein Berg - sie haben ein Leben, sie haben eine Geschichte, sie leben, leiden, trotzen, genießen, sterben, aber wir begreifen es nicht.   So 2 Apr 2017 - 21:52

Das Wetter entsprach wahrlich nicht mehr den Erwartungen, welche man diesbezüglich in diesem späten Frühlingsmonat an jenes setzen würde. An einem Tag stürmte es, am nächsten erschien es klar und mild. Plötzliche Schneefälle irritierten sowohl Tier, als auch Mensch und die wechselhaften Temperaturen, die sich manchmal nur knapp um den Gefrierpunkt wanden, ließen kaum eine angemessene Kleidung finden, welche einen vor den plötzlichen Wetterumschlägen schützen sollte. Seit der Lehrerkonferenz, in welcher die junge Schulleiterin das Kollegium dazu aufgefordert hatte, gemeinsam an einem Strang zu ziehen, um zumindest das Schulgelände für Schüler und jene magische Wesen, welche hier hausten, als weiterhin sicheren Ort zu schaffen, verbrachte der Wildhüter nahezu seine gesamte Freizeit auf den Ländereien. Er durchforstete täglich den Verbotenen Wald, überprüfte die Schutzzauber, die mit Hilfe des Professors für Pflege magischer Geschöpfe gesprochen wurden und legte größten Wert darauf, alle Lebewesen des Waldes unter aufmerksamer Beobachtung zu halten. Jene Zauber waren zwar ein Anfang dafür, sich wieder ein wenig mehr in Sicherheit wiegen zu können, doch wusste natürlich niemand, was am nächsten Tag womöglich auf das Schloss zukommen mochte und auch wenn Clayton den Vorfall mit dem Drachen nicht eigens miterlebt hatte, wollte er doch alles ihm mögliche dafür tun, um etwas ähnlich schreckliches zu verhindern. Oder zumindest um rechtzeitig zur Stelle sein, sollte sich doch eine Gefahr anbahnen.
Aus diesem Grund hielt er auch die Essenszeiten nur so kurz wie möglich, bevor er sich wieder in den Wald zurück zog, nur um dort Stunden nach neuen Merkwürdigkeiten Ausschau zu halten oder sich lediglich an einem ruhigen Fleck niederließ, um die hier lebenden Geschöpfe in Ruhe beobachten zu können. Immerhin zeigten sich doch in den Instinkten der Tierwesen am Schnellsten, wenn etwas nicht mit rechten Dingen zuging. Der Wildhüter war natürlich nicht der Einzige, der sich viele Gedanken zu machen schien, denn anders könnte man es wohl nicht begründen, dass die Schulleiterin sich an diesem Nachmittag ebenfalls den Weg in den Wald gesucht hatte, nur um dort in Ruhe über gewissen Überlegungen brüten zu können. Clay rechnete kaum mit einer plötzlichen Gesellschaft, als er sich mit bedachten Schritten durch das Unterholz bewegte, die Richtung geradewegs auf das Thestralgehege zubewegend, an welchem er seine beobachtenden dunklen Augen noch ein wenig erproben zu gedachte. Er kam nicht aus seiner Hütte, sondern den tieferen Gefilden des Waldes, schließlich stattete er nun auch seit geraumer Zeit den beiden Granianern einen täglichen Besuch ab, welche Professor Chantealee seiner Obhut überlassen hatte. Auch diese Tiere sollten seine Gegenwart kennen und sich ihm gegenüber ihrer Natur entsprechend verhalten, sodass es gleich erkennbar wäre, wenn die Ruhe durch etwas gestört wurde. Glücklicherweise war dies auch heute nicht der Fall gewesen und so lag in Claytons Absichten, sich zunächst noch am Thestralgehege niederzulassen, bevor es ihn zurück in seine Hütte ziehen würde. Man müsste wohl gestehen, dass er die junge Frau beinahe nicht erblickt hätte, so geschützt und ruhig saß sie auf dem von ihr ausgesuchten Stein, doch als der Wind ihr Haar zur Bewegung zwang, realisierte der Wildhüter diese kleine unnatürliche Regung aus dem Augenwinkel und ein Ausdruck der Überraschung legte sich auf sein ernstes Gesicht, sowie er die Leiterin erblickte. Gleich wurden die Schritte umgelenkt und der großgewachsene Mann, der wie üblich in eine dunkle Hose, ein schlichtes Shirt und eine Lederjacke gehüllt war, näherte sich dem stillen Gast des Waldes.

„Guten Tag, Schulleiterin.“, durchdrang schließlich seine raue Stimme in höflichem Tonfall die Ruhe, während die Mundwinkel des Mannes sich zu einem sanften Lächeln verzogen. Auch ihm wurde die eine oder andere Strähne seines dunklen Haares, welches er in einer mittleren Länge und meist zurück gestreift trug, ins Gesicht geweht, doch er schenkte dieser Naturregung zunächst kaum Beachtung. Viel mehr inetressierte es ihn, aus welchem Grund Farine sich in den Wald begeben hatte, war es doch schließlich anzunehmen, dass sie dies nicht einfach aus einer Laune heraus getan hatte. Ob etwas passiert war? „Was führt Sie heute in den Wald, wenn ich mir die Frage erlauben darf?“, sprach Clayton seine Gedanken weiterhin mit höflichen Formulierungen aus, doch sein Blick sah forschend ins Gesicht der hübschen Hexe, nach einem Anzeichen suchend, das ihm vielleicht bereits eine Antwort versprach, noch ehe sie zu sprechen begann. Allerdings hatte der Wildhüter bereits bei seiner ersten Begegnung mit Miss Chantealee gemerkt, dass diese kaum leicht zu lesen war, weshalb es wohl doch am Sichersten war, abzuwarten, ob die Hintergründe für ihren Aufenthalt hier nicht doch weniger besorgniserregender Natur waren.
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Farine Chantealee
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BeitragThema: Re: Ein in der Sonne stehender Baum, ein verwitterter Stein, ein Tier, ein Berg - sie haben ein Leben, sie haben eine Geschichte, sie leben, leiden, trotzen, genießen, sterben, aber wir begreifen es nicht.   Di 4 Apr 2017 - 0:20

Ihr Schopf hob sich leicht, als sie angesprochen wurde von dem hochgewachsenen Zauberer der sich hier um die Tierwesen kümmerte und auch das gesamte Gelände mehr oder weniger allein in Schuss hielt. „Bonjour, Monsieur,“ erwiderte die junge Schulleiterin mit der rauchigen, dunklen Stimme, ehe sie den Kopf gänzlich zu dem Mann drehte und sich somit von den Thestralen abwandte. Ihren Rock zupfte sie ein wenig zurecht, während der Wind noch immer das Stück Stoff bewegte. Was genau führte sie hier her. Es gab einiges. „Wir sind, was wir denken, sehe ich das richtig? Alles, was wir sind, entsteht aus unseren Gedanken, denke ich, wenn ich mich umsehe. Mit unseren Gedanken formen wir die Welt in der wir leben, denn aus dem was wir denken entstehen die Ideen welche wir mit unseren Händen zum letzten Schliff verhelfen.“ Meinte sie leise und sah wieder auf die dunklen geflügelten Tierwesen die sich nicht an der Nähe der beiden erwachsenen Zauberer störten.

Sie deutete auf den freien Platz neben sich, ehe sie ein geheimnisvolles Lächeln auf ihre Züge legte und einem der Thestralfohlen zusah, wie es um seine Mutter lief und spielte. „Wenn ich solche Gedanken hege, kommen mir neue. Denn der Bereich des Bewusstseins ist viel größer, als sich mental messen lässt. Wenn man nicht länger glaubt, was man denkt, löst man sich vom Denken und sieht klar, dass der Denker nicht der ist, der du bist.“ Perlte es leise über ihre Lippen, nur um den dunkelhaarigen Wildhüter aus grauen Augen anzusehen. „Fragen sind etwas essentielles, sie bringen uns weiter, so wir sie irgendwann einmal beantworten können.“ Kryptisch waren ihre Worte und eindeutig schien sie an diesem Tag sehr nachdenklich zu sein, noch stiller und ruhiger als sonst.

„Was, wenn sich neues vor unseren Augen auftut und wir es übersehen, weil wir so sehr von unserer Denkweise gefangen sind, dass wir es übersehen,“ raunte sie, nur um ihm die Tüte mit dem Fleisch hinzuhalten und selbst auch ein Stück vom Fleisch hervor zu holen, als sich einer der Thestrahlhengste näherte. „Hier ist es nicht so unruhig wie in der Schule und man kann seinen eigenen Gedanken folgen, vielleicht auch einen neuen Weg oder gar eine Antwort finden,“ erklärte sie sich mit einem zaghaften Lächeln nur um dem dunklen Wesen das Fleisch in flacher Hand hinzuhalten. Granianer unterschieden sich nicht sonderlich von den Artverwandten Pferdeähnlichen Tiere, außer die Ernährung. Wohl ein Grund warum sie mit ihnen überhaupt agierte. „Wie steht es um die magischen Barrieren? Kann ich ihnen bei irgendwas behilflich sein? Oder benötigen sie etwas?“ Waren aber ehrlich gemeinte Fragen gefolgt, während die Nüstern gegen ihre Haut gedrückt wurden.
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BeitragThema: Re: Ein in der Sonne stehender Baum, ein verwitterter Stein, ein Tier, ein Berg - sie haben ein Leben, sie haben eine Geschichte, sie leben, leiden, trotzen, genießen, sterben, aber wir begreifen es nicht.   Di 27 Jun 2017 - 15:20

Das flüchtige Zucken eines Lächelns wischte über seine Lippen, als die Schulleiterin den Blick der grauen Augen zu ihm empor hob und grüßende Worte an ihn richtete. Nur kurz legte sich im Anschluss dessen Stille über die Hexe und den Zauberer, bevor Professor Chantealee die Absichten ihres Besuches im Verbotenen Wald zu erläutern begann. Es waren keine konkreten Gründe, wie etwa das bewusste überprüfen, ob hier alles mit rechten Dingen zuging, viel mehr schien es der jungen Frau um die Atmosphäre zu gehen, welche hier im Wald herrschte. Und es stimmte, dass das hektische Schloss mit seinen Terminen, den Lehrern und unzähligen Schülern manchmal einfach nicht der richtige Ort war, um sich über gewisse Fragen und Gedanken den Kopf zu zerbrechen, weshalb der Wildhüter es durchaus verstehen konnte, dass Farine sich in den Schutz der Bäume geflüchtet hatte. Ihre Worte drehten sich um ein Thema, das Clayton Sorge erschließen ließ und dies war wohl auch keine Überraschung, schließlich oblag ihr als Schulleiterin doch im Prinzip die gesamte Verantwortung des Schlosses und aller, die sich darin aufhielten. Und in Zeiten wie diesen, wo scheinbar alles, was man zu wissen geglaubt hatte, aus den Rudern geriet und die Stabilität des Schutzes von Hogwarts zu schwanken drohte, sprach es umso mehr für Professor Chantealees Pflichtbewusstsein, ihr eigenes Denken in Frage zu stellen und jenes in andere Perspektiven lenken zu wollen. Auch wenn jene auf den ersten Blick wohl mehr Ungereimtheiten aufwiesen, als sie lösten.
Clayton unterbrach den gedanklichen Faden der jungen Frau zunächst nicht, sondern folgte schweigend ihrem Angebot, sich neben ihr auf dem Felsen niederzulassen. Seine dunklen Augen richteten sich für ein paar Augenblicke auf die geflügelten Pferde mit der ledrigen Haut, während er Farines Worten aufmerksam lauschte. „Es ist die Angst vor dem Ungewissen, die in unserem Denken verankert ist. In Gedanken, in Handlungen... Keine Schande, wie ich meine, denn die Angst dient doch lediglich dem Schutz des Einzelnen, doch wird sie zu einer Gefahr, wenn man sich von ihr blenden lässt.“, erhob sich nun doch seine raue Stimme und stimmte in die nachdenklichen Formulierungen mit ein. „Veränderungen bedeuten, sich aus der eigenen Komfortzone zu begeben und etwas neues zu entdecken, ohne zu wissen, welche Auswirkungen dies annehmen kann. Schaut man von der Gegenwart zurück, kommt einem doch oft der Gedanke, gewisse Dinge erst viel zu spät in ihrer Anbahnung realisiert zu haben, doch trotzdem scheint man nicht daraus zu lernen und seine Perspektiven und Gedanken auch im Hier und Jetzt zu erweitern.“ Das leise Rascheln der Papiertüte, in welcher die Schulleiterin ein paar Häppchen für die Thestrale mitgebracht hatte, löste Claytons Aufmerksamkeit von den dunklen Geschöpfen und ließ ihn für einen kurzen Moment auf das Profil der jungen Hexe neben sich blicken. Sie sprach nun aus, was aus der Art ihres Grübelns bereits hervorgegangen war, der Wald sollte ihr die Möglichkeit bieten, ihre Gedanken neu zu formen und zu sortieren. Der Wildhüter neigte seinen Kopf zu einem leichten Nicken, während er nun ebenfalls ein Stück Fleisch aus der Tüte zog. Der Geruch des Futters hatte bereits die Aufmerksamkeit eines Hengstes auf sich gezogen, der nun mit ruhigen Schritten auf Professor Chantealee zuging. Etwas, das dem Thestralfohlen natürlich nicht unbemerkt blieb und neugierig trabte es nun ebenfalls in Richtung der menschlichen Gestalten. Die Mutter selbstredend nicht von der Seite ihres Jungen weichend.

„Doch leider sieht die Wahrheit auch manches Mal so aus, dass gewisse Ereignisse nicht zu verhindern sind, ob man sich nun rechtzeitig dafür wappnet oder nicht. Es ist lediglich die Vorbereitung, die den Unterschied macht und eventuell sogar über Leben und Tod entscheiden kann. Macht man sich dieses Detail allein bewusst, ist es die Mühe, Zeit und Überwindung allemal wert, zumindest den Versuch zu wagen, die eigenen Gedanken in andere Richtungen zu lenken und die Augen für das zu öffnen, was uns bevor steht. Gleichwohl wie viel Angst es uns vielleicht macht.“, führte der Dunkelhaarige seinen Gedankengang schließlich zu Ende und streckte die Hand, auf welcher sich das Stück Fleisch befand, ruhig von sich, während die Thestralstute und das Fohlen sich immer näher an ihn heranwagten.
Es überraschte den Wildhüter nicht, dass die Schulleiterin sich um die Schutzzauber und -barrieren erkundigte, was ihn dazu brachte, den Blick wieder auf seine Gesellschaft zu lenken. „Es ist derzeit alles unter Kontrolle und ich denke, Sie werden im Schloss genügend helfende Hände zu verteilen wissen. Demnach brauchen Sie sich zumindest was die Ländereien betrifft, keine weiteren Sorgen zu machen.“, versicherte er ihr mit aufrichtiger Stimme, auch wenn er natürlich wusste, dass es kaum möglich sein würde, sich in den derzeitigen Unsicherheiten nicht zu sorgen. Doch zumindest sollte Farine wissen, dass sie sich auf ihn verlassen konnte, immerhin würden sie Hogwarts nur beschützen können, wenn alle an einem Strang zogen.
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Farine Chantealee
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BeitragThema: Re: Ein in der Sonne stehender Baum, ein verwitterter Stein, ein Tier, ein Berg - sie haben ein Leben, sie haben eine Geschichte, sie leben, leiden, trotzen, genießen, sterben, aber wir begreifen es nicht.   Sa 22 Jul 2017 - 15:35

Ruhig war die Stimme der Astronomin deren graue Augen für einen Moment auf dem älteren lagen. Nachdenklich war sie, und auch die Stimmung ihrerseits wirkte wohl entsprechend. Sie würde wohl jünger als sonst wirken, denn sie hatte nicht die aufrechte Haltung eingenommen die sie sonst auszeichnete. Aber es tat gut allein und doch noch allein zu sein, nicht nur wegen der Thestrale sondern auch wegen dem Wildhüter. Sie öffnete sich ein wenig bei dem dunkelhaarigen und gab eine eher kryptische Erklärung von sich, aber doch war es einfacher so zu sprechen, als ganz direkt. Und es half dabei die Gedanken zu ordnen. Denn wenn man nicht einmal die Dinge aussprach, konnte man wohl niemals Ordnung in die vielen Wege bringen die vor einem lagen, wie ein Labyrinth das vor einem lag und was man nicht kannte.

Und hier war die zierliche Hexe nicht eingeengt, nicht in der Position, dass sie sich um Lärm oder den Poltergeist kümmern musste. Hier gab es die Möglichkeit durchzuatmen und die Magie zu spüren, welche Aykjell ihr näher brachte. Und die Nähe zu den magischen Wesen mit denen sie vertraut war. Granianer und Thestrale waren für sie etwas besonderes, etwas was sie benötigte um die Gedanken in neue Bahnen zu lenken, fern von den Plätzen und Orten die ihre Gedanken immer in den gleichen Wogen ließen und kaum einen Spielraum zu ließen. Neue Perspektiven mussten her, um zu überprüfen wie falsch man lag oder eben wie richtig. Ein ausloten der neuen Möglichkeiten und das Heben eines Schleiers. Dabei ging ihr Blick zu dem Thestral-Hengst dem sie eines der Fleischstücke reichte, ehe sie seine Nüstern berührte.

Clayton kam ihrem Deut nach und setzte sich zu ihr auf den Fels, ehe er ihr Antwortete auf die konfusen Gedanken die sie hegte und die in ihrem Kopf grade noch so klar und deutlich gewesen waren. Vorsichtig neigte die Brünette den Kopf und strich eine der Strähnen zurück, ließ die Worte auf sich wirken. „Angst,...“ Murmelte sie. „Es ist keine direkte Angst die ich verspüre. Zumindest nicht im eigentlichen Sinne. Indirekt aber ist sie da, unterschwellig. Angst etwas zu übersehen, was essentiell wichtig ist und was uns einen Schritt weiter an die Lösung bringen könnte. Früher dachte ich, dass alles klar wäre, und wenn man nur aufmerksam genug war würde man alles erkennen können. Aber jetzt fühle ich mich eher so, als wäre ich Blind und würde in einen dichten Wald gestellt werden, Millionen mögliche Wege liegen vor mir und ich muss den richtigen finden. Und in meiner Blindheit jene schützen, über die ich meine Hand halte. Ein falscher Schritt jedoch, eine Unebenheit und das ganze Gebilde fällt zusammen. Eine Fehlentscheidung, und schon kann alles was man für sicher gehalten hat unter einem zerbrechen.“ Fast zärtlich fuhren ihre Finger über die lederne Haut des Thestrals.

„Wenn es nur um mich ginge, wäre es einfacher. Ich habe die Befürchtung nicht alles mögliche in Erwägung gezogen zu haben, etwas vergessen zu haben. Etwas, was direkt vor meiner Nase liegt und ich Blind bin.“ Sie seufzte schwer, bemerkte aber, dass auch das Fohlen und seine Mutter dem Beispiel des Hengstes folgten. „Ich fühle mich wie der Hengst sich gefühlt haben muss, ehe er sich das erste Mal an einen von uns getraut hat. Er wusste nicht, worauf er sich einließ, und tat es dennoch. Jetzt zeigt er es seiner Herde. Und doch kann man nie wirklich sicher sein, wer etwas gutes und wer etwas anderes möchte.“ Leise perlten die Worte über ihre Lippen, nur um ein weiteres Stück Fleisch dem schwarzen Tier zu geben.

„Ich habe die Schutzzauber erneuern lassen, weitere Schutzzauber über das Schloss gelegt oder legen lassen. Und ich bin froh, dass alle Professoren und alle Angestellten soweit unter die Arme greifen und mir helfen. Und doch fühlt sich die Last schwer an,“ zaghaft Lächelte sie und vielleicht auch ein wenig verloren. „Nur wie kann man sich gegen etwas wappnen, was man nicht erklären kann, was man nicht kennt. Was viele Generationen vor einem gewesen ist. Diese Prophezeiung die es gibt, lässt mich schaudern, doch weiß ich nicht mal ob ich es in den richtigen Kontext setze. Fragen, die ich nicht beantworten kann und mit jedem Tag habe ich das Gefühl, dass mein Ultimatum abläuft.“

Sanft glitten ihre Hände an dem Hals des dunklen Wesens entlang, ehe der Hengst sich löste und erstmal woanders hin ging, wenn auch nicht weit entfernt von Stute und Fohlen. „Es ist Hilflosigkeit die mich erfasst, obwohl jeder hier sein bestes tut, und ich Hilfe auch von außerhalb bekomme.“ Damit ließ sie sich nach hinten sinken und sah in den Himmel der alles andere als normal aussah.
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Clayton Adams
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BeitragThema: Re: Ein in der Sonne stehender Baum, ein verwitterter Stein, ein Tier, ein Berg - sie haben ein Leben, sie haben eine Geschichte, sie leben, leiden, trotzen, genießen, sterben, aber wir begreifen es nicht.   Mo 29 Jan 2018 - 14:22

Es entging dem Wildhüter nicht, dass die Schulleiterin sich hier gerade von einer etwas anderen Seite zeigte. Traf man sie im Schloss an, mitten unter Lehrern und Schülern, dem gesamten Schulgebilde, das es zusammenzuhalten galt, wirkte sie manchmal älter, als sie war. Sie hatte etwas ansich, das große Kompetenz ausstrahlte, obgleich ihre Jugend manch einen bestimmt daran zweifeln ließe, wenn man ihr noch nicht begegnet war. Doch nun, wie sie hier mitten im Wald auf einem Stein saß und sich erlaubte, ein Mensch zu sein und nicht lediglich das Gesicht der Schule, war es klar zu bemerken, dass die Stärke, die sie tagtäglich ausstrahlen musste, auch an ihr zehrte. Clayton konnte es sich nur am Rande vorstellen, unter welchem Druck die junge Frau leiden musste, denn obwohl er damals in seiner Zeit als Auror durchaus das Gefühl großer Verantwortung verspürt hatte, war er doch noch nie in einer Führungsposition gewesen, die sich um alle, die unter ihm standen, kümmern musste. Schutz versprechen musste und dies nicht nur für Erwachsene, sondern in erster Linie für Kinder, Schüler. Deren Eltern sich unbarmherzig zeigen würden, wenn ihren Lieblingen etwas geschah, was natürlich das menschliche Recht war, doch nahm es der Schulleiterin wohl kaum die Last von den Schultern. Diese gestand ihm nun, dass sie sich davor fürchtete, etwas übersehen zu haben und es klang ein wenig, als würde sie trotz der helfenden Hände das Gefühl haben, letztlich doch alleine mit der Sache fertig werden zu müssen. Eine Empfindung, die der dunkelhaarige Ex-Auror nachvollziehen und verstehen konnte.

„Je früher wir lernen, dass es keine Garantie für etwas gibt, desto leichter wird es uns fallen, die Konsequenzen unserer Handlungen zu ertragen. Wie Sie sagen: Der Hengst kann sich bis heute nicht sicher sein, ob nicht irgendwann ein Tag kommt, an dem sein Vertrauen zu Menschen missbraucht wird. Doch solange dies nicht geschieht, stärkt es das Band zwischen ihm und uns und vielleicht wird er irgendwann sogar gezwungen sein, zu differenzieren, wem er sich annähert und wem nicht. Ein Instinkt, den Tiere ohnehin besser perfektioniert haben, als wir Menschen.“, teilte er seine Überlegungen mit der Hexe neben sich und drehte dann seinen Kopf, um Professor Chantealee anzusehen. „Ihre Empfindungen sind verständlich. Ich glaube, wir alle teilen das Gefühl, das noch etwas fehlt, bevor wir von uns behaupten können, wirklich alles Erdenkliche versucht zu haben. Und es ist keine Lüge, dass auf Ihnen die Verantwortung ruht. Dennoch ist es wichtig, dass Sie sich nicht alleine fühlen. Möglicherweise müssen Sie wie der Hengst differenzieren, wem Sie vertrauen und auf wen Sie sich stützen können. Doch sobald Sie Menschen um sich haben, aus deren Unterstützung und Vertrauen Sie selbst Kraft schöpfen können, werden die Konsequenzen tragbar sein, ganz egal welchen Weg Sie wählen.“, redete er nun direkt auf sie ein und wandte den Blick schließlich erneut zurück zum Thestralfohlen, das nun neugierig an seiner Hand schnupperte, welche das Fleichstück hielt. „Manchmal ist es ein Irrglaube zu denken, dass es nur einen richtigen und viele falsche Wege gibt. Es ist in jenen Zeiten, wo Unglück herrscht und Unfälle Todesopfer fordern schwer zu glauben, doch daran zu festzuhalten, dass jeder Weg der richtige sein kann, wenn man ihn als diesen deklariert, kann einem selbst helfen, mit jener Angst umzugehen. Das Wichtigste für das System, an dessen Spitze Sie sitzen ist, das Gefühl vermittelt zu bekommen, sich auf etwas verlassen zu können. Egal, wofür Sie sich entscheiden, egal, welchen Weg Sie gehen. Stehen Sie dazu und Sie werden sehen, man wird Ihnen folgen. Ich sage nicht, dass es leicht ist und es gibt ohnehin keine Garantie für einen positiven Ausgang. Doch Sie können nur eine Schutzfunktion darstellen, wenn Sie mit beiden Beinen dafür stehen. Konsequenzen wird es immer geben, man muss nur wissen, wie man damit umzugehen hat.“ Er hoffte, mit seinen Worten nicht belehrend zu klingen, denn natürlich waren viele Dinge einfach gesagt, wenn man selbst nicht in der Situation steckte. Doch er wollte Farine ermutigen, dass sie sich von ihrer Bürde nicht übermannen ließ, sondern die Dinge selbst in die Hand nahm und ihrem eigenen Instinkt folgen sollte. Sie trug die Verantwortung, weswegen ihre Intuition die einzige war, die zählte und nur zu einem positiven Ausgang führen konnte, wenn sie selbst davon überzeugt war.

Das Fohlen hatte sich mittlerweile das Fleischstück geschnappt und ließ sich von dem Wildhüter sanft über die Nüstern streichen, was auch die Mutter schließlich dazu brachte, den Menschen nicht länger argwöhnisch gegenüber zu stehen. Professor Chantealee gab indessen das Gefühl der Hilflosigkeit zu, was Clayton sanft nicken ließ und nachdem das Fohlen schließlich wieder zurück zur Herde getrabt war, ließ auch er die Hand sinken und lenkte seinen Blick in die Ferne. „Menschen unterliegen oft dem Fehlglauben, alles würde mit ihnen Stehen und Fallen. Dass die Welt jedoch schon viel länger existiert, als unsere Spezies, dazu sind die meisten zu stolz, sich jenes Detail einzugestehen. Wir können nicht alles in die Hand nehmen. Sollen wir nicht. Die Natur lebt in irgendeiner Form weiter, egal ob wir hier sind oder nicht. Deshalb können wir auch nicht alles verstehen und manche Fragen werden erst im Nachhinein beantwortet sein, andere gar nicht. Das Gefühl der Hilflosigkeit lähmt Sie bestimmt nicht alleine, doch gerade davon müssen wir uns lossagen, denn von jenem gefangen zu sein, nimmt uns die Kraft, gegen das anzukämpfen, was möglicherweise auf uns wartet. Es zu akzeptieren und uns zu arrangieren, was auch immer kommen wird.“, endete er schließlich und empfand es als ungewohnt, so viele Dinge auszusprechen. War er doch sonst eher ein stiller Zuhörer. Und doch, auch wenn die Schulleiterin ihn nicht um Rat gefragt hatte, war es ihm wichtig, ihr mitzuteilen, dass er sie verstand und dass es in Ordnung war, so zu fühlen, wie sie es tat. Schwäche war in Ordnung. Man musste es nur schaffen, sie in eine Stärke zu verwandeln.
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BeitragThema: Re: Ein in der Sonne stehender Baum, ein verwitterter Stein, ein Tier, ein Berg - sie haben ein Leben, sie haben eine Geschichte, sie leben, leiden, trotzen, genießen, sterben, aber wir begreifen es nicht.   Fr 9 Feb 2018 - 18:19

Leicht veränderte sich das Grau der Augen jener jungen Sternwanderin, die mit dem Wildhüter bei den Thestralen saß, die Natur genoss und für einen Moment die Enge des Schlosses hinter sich ließ. Selten passierte es, dass sie der Meinung war sich mit anderen austauschen zu müssen, und doch wollte sie es in diesem kleinen und im Vergleich zur Unendlichkeit schon längst nicht mehr messbaren Augenblick genau dies. Sich austauschen. Die sonst so starke Persönlichkeit der jungen Hexe mit den brünetten Haaren war seit dem Verlust ihres engsten Vertrauten noch immer lädiert, der Fels den sie sonst beanspruchte war nicht mehr da und sie suchte nach einem neuen Ufer auf rauer See. Dabei half es, wie sie feststellte, nicht immer nur jene zu sein welche alles beobachtete und analysierte. Und so nahm sie die Worte auch neutral auf die man ihr entgegen brachte.

Sanft nickte sie hin und wieder, ließ die Fingerkuppen über die ledrige Haut des Fohlens streichen, während sie die Aussage verinnerlichte, den Rat annahm und ihn für sich nutzen wollte. Erst als der ältere geendet hatte und sie für sich einige Vergleiche zu anderen, früher geführten, Unterhaltungen gezogen hatte setzte sie sich wieder so aufrecht hin, wie es sonst die Art der Französin war. Doch antwortete sie nicht sofort mit der dunklen, rauchigen und irgendwie samtenen Stimme, sondern richtete ihren Kleidersaum des weich fallenden Rockes. „Oui, wir sind nicht die Schöpfung.“ War jedoch das erste was über ihre Lippen perlte. „Wir sind ein verschwindend kleiner Teil davon und doch sind wir so arrogant und halten uns für das höchste Machwerk. Ein Grund warum ich die Astronomie wählte als mein Hauptfach,“ weicher als sonst waren die Züge jener Schulleiterin die sonst als verstockt galt und nicht umsonst die Eiskönigin genannt wurde.

Doch jetzt konnte man sogar eines der seltenen Lächeln im Mundwinkel erkennen und die kleinen Grübchen in den Wangen. Vollkommen erholt hatte sie sich noch immer nicht von dem mächtigen Zauber den sie gesprochen hatte und doch war sie auf dem Weg der Besserung. „Wie kann es nur einen Weg geben, wenn es doch so viele Lösungen geben könnte, und doch... vielleicht gibt es nur den einen Weg. Ich bin keine Verfechterin der Wahrsagekunst, und doch gibt es Prophezeiungen. Und manche von ihnen bestimmen das was war, was ist und das was kommen mag. Es ist nur die Frage, wofür man sich entscheiden will. Und die einfachsten Wege sind sicher nicht immer die besten, die sichersten Wege bergen nicht weniger Gefahren als andere. Wenn ich mich einmal entschieden habe, gehe ich den Weg den ich eingeschlagen habe. Mit all seinen Konsequenzen.“

Sie schürzte leicht die Lippen, ehe sie eine verwehte Strähne zurück strich und dann den Älteren abermals taxierte mit den wolkengrauen Augen. „Doch nur wer sich nicht von Zeit zu Zeit seinen Schwächen hingibt, läuft Gefahr, dass er an allem zerbricht. Es ist nur von belang, vor wem man seine Schwächen zeigt.“ Damit meinte sie wohl nicht nur, dass sie vor den Schülern als die Person gelten muss, die sie sonst ausstrahlte, sondern dieses Bildnis auch auf vielen anderen Ebenen wichtig war, nicht nur dem Alter geschuldet. „Aber, wenn man dann wieder den Kurs gefunden hat, die Landkarte des Lebens vor sich sieht, kann man sich von neuem auf den Weg machen, nach einer Rast an einem Quell der den Kopf befreit.“ Meinte sie leise.

Und es klang nicht wie ein Tadel, sondern mehr wie ein versteckter Dank an den Wildhüter, dass sie sich mit ihm Unterhalten durfte, eine andere Meinung und einen Rat erhalten hatte. Nur kurz legte sie abermals den Kopf in den Nacken und sah in den Himmel, wie ein Abschied für diesen Tag, ehe sie sich noch ein weiteres mal dem dunkelhaarigen zu wandte. „Ich habe schmerzlich gelernt, dass man nicht alles beschützen kann, was einem anvertraut wurde, aber man kann so umsichtig wie möglich damit umgehen. Und dabei werde ich immer versuchen alles mir mögliche in die Wege zu leiten, damit in meinem kleinen Leben das beschützt werden kann, was man mir anvertraute. Jedoch ist das Leben weder schwarz noch weiß, und genau das ist es doch, was wir ebenso im Blick behalten sollten. Ou pas? Schwache Momente bringen neue Ideen hervor. Hilflosigkeit bringt neues hervor, wenn man sich nur drauf einlässt.“ Langsam erhob sich die Astronomin, ließ die Finger über das Kleid streichen und neigte ihren Schopf dem anderen entgegen.

„Ich Danke Euch, Monsieur Adams, für diese anregenden Worte, ich werde darüber noch ein wenig sinnieren, und meinen Weg in neue Bahnen lenken. Ich hoffe wir sehen uns beim Abendessen in der großen Halle wieder.“
Ein leichtes neigen des Hauptes folgte, ehe sie mit einem kleinen Zauber ihre Haare wieder zu einem strammen Dutt band, und mit dem für sie so typischen aufrechten Gang langsam aber sicher den Platz zu verlassen schien, so er sie nicht begleiten würde oder noch einmal das Wort an sie richtete.
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Ein in der Sonne stehender Baum, ein verwitterter Stein, ein Tier, ein Berg - sie haben ein Leben, sie haben eine Geschichte, sie leben, leiden, trotzen, genießen, sterben, aber wir begreifen es nicht.
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