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 I can't stand missing you...

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Emma Leblanc
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BeitragThema: I can't stand missing you...    Mi 15 Feb 2017 - 21:17

Mit sanften und geübten Bewegungen führte sie den Geigenbogen über die Saiten des Instruments, um die Tonintervalle fein zu stimmen. Hin und wieder spielte sie dabei einen gezielten Ton am Klavier, um sich die Aufgabe zu erleichtern, bis schließlich alle vier Saiten in reinen Quintabständen gestimmt waren und es Zeit war, das Instrument für seinen Zweck zu nutzen. Zu musizieren. Emma hatte in den letzten Wochen nicht so häufig wie sonst zu ihrer Violine gegriffen, denn es war eines jener Instrumente, bei welchen jeder gespielte Ton die Stimmung des Musikers widerspiegelte und wenn sie sich selbst dabei zuhören musste, wie traurig der Klang der Geige sich anhörte, war ihr die Motivation schon beim Einstimmen vergangen. Heute Abend hatte sie allerdings so einen heftigen Drang nach Musik verspürt, dass sie kurzerhand ihren Geigenkoffer genommen und in das meist leere Musikzimmer verschwunden war. Es wäre schließlich auch gelogen gewesen, zu behaupten, dass sie das Musizieren nicht ein bisschen vermisst hatte, immerhin war es diese Tätigkeit gewesen, die ihr das erste Mal über die Trennung von Dario hinweg geholfen hatte, also würde die Musik dies vielleicht wieder schaffen. Auch wenn die Situation nun natürlich eine ganz andere war, denn nun waren es keine äußeren Umstände, die zu der Trennung der Freunde geführt hatten, sondern es war die eigene Unachtsamkeit, das unbedachte Handeln der beiden Löwen gewesen, die sie hier her gebracht hatten. Emma hatte Dario nie absichtlich die Schuld geben wollen, doch es war nicht zu leugnen, dass seine unmittelbaren Worte nach dem gemeinsamen Kuss, der alles auf den Kopf gestellt hatte, ihr immer noch schwer im Magen lagen. Nach wie vor wollte sie sich den wahren Grund dafür nicht endgültig eingestehen, doch selbst wenn es tatsächlich der Wahrheit entsprechen würde, dass jener Kuss nichts bedeutet hatte, war es doch ein großer Unterschied, sich darüber im Stillen einig zu sein, als solche Worte an den Kopf geklatscht zu bekommen. Schon oft hatte die Gryffindor mit den schokobraunen Haaren versucht, die Sache zu vergessen und sich einzureden, dass sie einfach überreagierte, doch leider hatte dies bislang nicht viel geholfen und es war immerhin schon beinahe ein ganzer Monat rum, seit Pierre sie verlassen hatte. Es war schon irgendwie interessant, dass die Geschichte mit Dario ihre Gedanken viel mehr einnahm, als die Trennung ihres festen Freundes, doch der Franzose, der sie für ein anderes Mädchen verlassen hatte, besaß keinen Platz mehr in ihren Gedanken. Alles was ihr wichtig erschien war, wie sie ihren besten Freund wieder zurück holen könnte, denn sie vermisste den gutaussehden Akrobaten mehr, als sie es zugeben wollte.

Emma hatte ihre Schuluniform an diesem Samstag Abend gegen eine schwarze Jeans und einen ockerfarbenen Pullover eingetauscht, da sie am Nachmittag noch ein wenig über die Ländereien spaziert war. Das Wetter war für Mai zwar beunruhigend kalt, doch die frische Luft tat der Viertelfranzösin gut und sie brauchte sich draußen nicht ständig umsehen, ob Dario nicht plötzlich in den selben Raum eintreten könnte. Die glatten Haare fielen ihr offen über die Schultern und lediglich die Strähnen der vorderen Partien wurden mit dezenten Haarspangen nach hinten geklemmt, sodass sie ihr beim Spielen nicht ins Gesicht hingen. Die Violine spielbereit positioniert, stand die sechzehnjährige zum Fenster gewandt und mit dem Rücken zur Türe im Raum, welche sie in ihrer Zerstreutheit beim Eintreten gar nicht ganz zugemacht, sondern nur angelehnt hatte. Doch da sie nicht damit rechnete, hier gestört zu werden, da das Musikzimmer tatsächlich nur sehr selten besucht wurde, überprüfte sie gar nicht mehr, ob die Tür wirklich geschlossen war oder nicht, sondern setzte den Bogen an und begann zu spielen. Es war eine Melodie, die einen wohl sofort an Frankreich erinnerte, auch wenn Emma gar nicht gezielt ein Lied nachspielte, sondern einfach improvisierte, was ihr gerade in den Sinn kam. Und obohl der Klang der Geige ihre innere Trauer noch ein wenig nach außen trug, verlor sich die Viertelfranzösin schon bald in der eigens kreierten Musik und achtete nicht mehr auf ihre Umgebung.


Zuletzt von Emma Leblanc am Sa 6 Okt 2018 - 13:43 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Dario de Luca
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BeitragThema: Re: I can't stand missing you...    Mi 15 Feb 2017 - 23:49

Quest: Menschenkenntnis


09.05.15 | Abend | Musikzimmer

@Der Rumtreiber schrieb:
Voraussetzung:

- 1 Person


Hauptaufgabe:

• Beschreibe  deinen Freund, seine Entwicklung, sein Aussehen, was du von ihm denkst, welche Ecken und Kanten er hat. Wie lange ihr befreundet seid, Erlebnisse aus eurer Freundschaft (ein Spannendes, ein lustiges, ein trauriges Erlebnis).  Zwei weitere Aspekte eurer Wahl. (1000 Wörter)


Zusatzaufgabe:

•Spreche mit jemand anderem (NPC oder Spieler) über diese Person.

Gesamt Punktzahl: 17

Er wusste nicht, wie lange er schon im Türrahmen gestanden und einfach nur gelauscht hatte, aber es war gewiss schon eine Stunde vergangen, bis er merkte, dass er eigentlich nicht gekommen war, um Emma beim Spiel der Violine zu beobachten. Er war gekommen, um das zu tun, was er schon längst hätte tun sollen, und doch war da diese Schwelle, die er übertreten musste. Nicht die Türschwelle des Musikzimmers - jene hatte er schon oft überschritten, er bemerkte sie schon gar nicht mehr - sondern die Hemmschwelle, sich selbst einzugestehen, dass er einen unfassbar dummen Fehler gemacht hatte. Diese Einsicht allein hatte viele schlaflose Nächte, ein paar kluge Ratschläge vom Wildhüter und die Raffinesse seiner Großmutter gebraucht. Kein leichter Weg für eine so simple Sache, und ebenso schwierig wäre nun der nächste Schritt für den sturen Akrobaten. So schwierig, dass er eine Stunde lang einfach nur da stand und sich nicht rühren konnte.
Doch diese vorübergehende Lähmung war nicht nur mit seinem Stolz verbunden. Vielmehr war es die Faszination, die der Italiener in diesem Moment verspürte. Er sah sie nur von hinten, und doch war er sich sicher, noch nie jemanden gesehen zu haben, der beim musizieren so wunderschön und anmutig aussah wie Emma. Sie war gekleidet in eine dunkle Jeans und einen - wie er die Farbe stumpf bezeichnen würde - dunkelgelben Pullover, und doch rockte die Löwin diese simple Kombi, als wäre dies ein Trend, den sie soeben gesetzt hatte. Das dunkle Haar fiel glatt über ihre Schultern, behinderte sie jedoch nicht beim Spiel der Violine. Er wusste es nicht sicher, doch bei all dem Gefühl, dass sie in die Töne ihrer Violine legte, schätzte er, dass sie ihre schokobraunen Augen geschlossen hatte, um sich voll und ganz auf die Melodie zu konzentrieren.

Während er sie so betrachtete, rekapitulierte er noch einmal, wie er sie vor dem Wiedersehen in Hogwarts in Erinnerung gehabt hatte. Vor ihrem tragischen Abschied war sie deutlich kleiner und deutlich unweiblicher gewesen, hatte sogar ein paar Zahnlücken gehabt, welche man nun einmal in diesem Alter durchaus hatte, doch die Pubertät hatte ihr bestes getan. Aus der unscheinbaren Raupe war ein Schmetterling geworden und entsprechend vorsichtig musste sie nun behandelt werden. Dario hatte dies nicht erkannt und sich stattdessen wie ein Elefant im Porzellanladen benommen. Denn anders als in der Musik konnte der Akrobat in zwischenmenschlicher Hinsicht durchaus taktlos sein, und das wusste er. Das Problem war nur, dass er es zumeist viel zu spät bemerkte. Ob es zu spät war, die Freundschaft zu Emma zu retten? Er hoffte nicht, denn mit ihr verband er so viele schöne Erinnerungen, und er hatte eigentlich vorgehabt, noch viele weitere hinzukommen zu lassen.
Leicht schmunzelte er, als er sich daran erinnerte, wie sie als Kinder dämliche Streiche gespielt und Süßigkeiten bis zur Übelkeit gegessen hatten. Vor einem Monat noch hatten sie sich lachend daran erinnert, wie er nach einer Überdosis Raffiouli hatte erbrechen müssen und dabei Onkel Antonio getroffen hatte, welcher seit jeher nicht einmal mehr das Wort 'Raffiouli' aus Darios Mund hören wollte. Auch war der Lieblingsonkel Darios nie wieder mit ihm in Florenz in den Süßwarenhandel von Prettocini gegangen - man konnte also wirklich sagen, dass er traumatisiert war. Damals war dieses Erlebnis für den kleinen Dario unangenehm gewesen, doch im Nachhinein, wenn man zurückblickte, konnte er nur noch darüber lachen, und auch Emma hatte gelacht, als sie sich zuletzt darüber unterhalten hatten. Es war das letzte Mal gewesen, dass er sie hatte lachen hören. Das letzte Mal vor dem Kuss, welcher alles verändert hatte.

Und doch war dieser Kuss in Darios Augen keine schlechte Erfahrung gewesen. Er wusste bis heute nicht, was ihn dazu geritten hatte, ausgerechnet in dieser Situation seine Grenzen austesten zu wollen, aber seine Lippen kribbelten noch immer, wenn er sich den Kuss wieder in Erinnerung rief. Ihre Lippen waren weich und warm gewesen, hatten sich sanft an seine geschmiegt und bei dem Akrobaten für Gänsehaut gesorgt. Natürlich war es nicht sein erster Kuss gewesen ... und doch konnte er ihn nicht vergessen. Er war eben doch etwas besonderes gewesen. Etwas, das er sich unmittelbar danach nicht hatte eingestehen wollen, doch nun hatte er genug Zeit gehabt, um diese Tatsache zu erkennen. Ja, der Kuss war besonders gewesen. Sie war besonders. Nicht die nervige Sorte von 'besonders', mit der man Jessica beschreiben würde. Besonders im Sinne von: einzigartig, atemberaubend, faszinierend. Besonders im Sinne von: Dieses Mädchen raubt einem auf wunderschöne Art und Weise den Atem, die Stimme, den Schlaf.

Es stimmte ihn nachdenklich, zu erkennen, dass sie doch gar keine Ecken und Kanten zu besitzen schien, während er sich selbst nicht einmal als ungeschliffenen Diamanten bezeichnen würde, sondern viel mehr als... Stein, den man am Wegesrand nicht einmal beachten würde. Für einen Moment dachte er, es wäre besser, Emma in Ruhe zu lassen und die Freundschaft aufzugeben, schließlich hatte sie Freunde verdient, die ihren Wert erkannten und zu schätzen wussten, und so wie er sich die letzten Wochen verhalten hatte, musste sie denken, dass er eben dies nicht tat - und das, obwohl er genau das nachdem sich Pierre postalisch von ihr getrennt hatte an dem Franzosen bemängelt hatte. Er hatte sie mit den Worten ermutigt, dass jemand, der sie so behandelte, sie einfach nicht verdiente, als ihre Welt in Scherben gelegen hatte. Und doch hatte er sich unmittelbar danach nicht viel besser verhalten. Um es mit Cosimas Worten auszudrücken: er war ein Idiot. Und er wusste es eigentlich. Er erkannte es eben nur immer sehr spät.

Doch er würde daraus seine Schlüsse ziehen und daraus lernen. Die Freundschaft zu Emma und auch das Erlebnis mit dem Körpertausch-Streich durch Peeves hatten ihm gezeigt, dass er unbedingt erwachsener werden sollte, wenn er mit ihr mithalten wollte. Und das wollte er unbedingt. Er sah für sich nicht vor, wie ein Beauxbatons-Schüler gerade auf einem Stuhl sitzen und die Finger länger als fünf Minuten stillhalten zu können. Auch war er sich sicher, nie so geschickt im Umgang mit Tierwesen zu sein, wie es seine beste Freundin war. Aber sie inspirierte ihn mit ihrer Höflichkeit und ihrem Anmut. Sie wirkte immer so souverän und gefasst und schien ihr Temperament immer unter Kontrolle zu haben. Es gab generell einige Aspekte an ihr, von welchen sich der Löwe ein paar Scheiben abschneiden sollte und wollte. Generell musste er noch eine ganze Menge lernen - und er wollte es von ihr lernen, denn auch, wenn er es nicht offen zugeben würde, war sie das Mädchen, welchem er gefallen wollte. Vielleicht, weil sie eine tolle Freundin war, vielleicht aber auch, weil Cosima recht hatte mit dem, was sie in Hogsmeade zu ihm gesagt hatte: weil sie ihm gefiel. Und wie sie das tat - anderenfalls würde er sie wohl nicht seit einer Stunde bewundern, wie sie einfach nur am Fenster stand und Violine spielte.
Es fiel ihm wirklich schwer, nun auf sie zu zu gehen, und das, obwohl seine Großmutter Cosima ihn ermutigt hatte, sich endlich einen Schubs zu geben. Nach dem gemeinsamen Nachmittag in der Winkelgasse und in Hogsmeade hatte er sich frisch gemacht und sein Lieblinghemd angezogen. Jenes aus dunklem, verwaschenem Jeansstoff, welches er auch damals in Hogsmeade getragen hatte, als er sich mit Emma getroffen hatte, um mit über all das zu sprechen, was sie voneinander verpasst hatten, jedoch trug er es an diesem Abend offen mit lässig hochgekrempelten Ärmeln über einem grauen Shirt mit urban wirkenden Prints. Die Hose war khakifarben im Used-Look und wurde mit einem dunkelbraunen Gürtel und dunkelbraunen Schnürstiefeln kombiniert.
Es war bei den momentanen Temperaturen schwierig gewesen, doch im Wald hatte er mit der Hilfe des Wildhüters noch eine einsame, frische Zinnie gefunden und gepflückt, und jene zarte Blume drehte er seit er im Türrahmen stehen geblieben war unruhig zwischen Daumen und Zeigefinger der linken Hand.

Tief aber kaum hörbar atmete er durch, bevor er das Musikzimmer endlich mit lautlosen Schritten betrat. Mit ihr in einem Raum zu sein ließ einen Knoten in seiner Brust entstehen, welcher es ihm erschwerte, weiter zu atmen. Lediglich die Tatsache, dass ihr Parfum in einer leichten Nuance in der Luft lag, ließ ihn diesen Knoten überwinden, sodass er nicht wegen Sauerstoffmangels zusammenbrechen würde.
Sie schien ihn nicht zu bemerken, also setzte er sich an das Klavier und klappte die Tastenklappe des alten Flügels hoch, worauf er die Zinnie auf dem Flügel ablegte. Einige Momente lauschte er noch der Abfolge von Tönen, die Emma mit ihrer Violine erzeugte, bis er die einzelnen Töne identifiziert und ein Thema und Motiv in der gespielten Melodie erkennen konnte. Er wollte sie nicht einfach unterbrechen, also entschied er sich dafür, ihre Aufmerksamkeit auf andere Art und Weise auf sich zu ziehen: indem er mit ihr musizierte.
Sanft legte er seine Finger auf die Tasten und spielte zunächst nur Akkorde, die die Violine begleiteten, und wenn sie nicht sofort abbrach, würde er - einem Tanz nicht unähnlich - ihre Tonabfolgen mit improvisierten, aber harmonischen Klängen untermalen und umspielen, wie ein Rahmen ein Bild umschloss.
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Emma Leblanc
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BeitragThema: Re: I can't stand missing you...    Do 16 Feb 2017 - 0:34

Nein, sie hatte es nicht bemerkt. Nicht eine Sekunde lang war ihr aufgefallen, wie die hübschen Augen ihres ehemals(?) besten Freundes auf ihrem Rücken lagen und auch war ihr nicht bewusst, wie lange sie eigentlich schon spielte. Die Melodie, welche sie selbst zusammengesetzt hatte, hatte sie in den Bann gerissen, es war wie eine Erlösung, all den aufgestauten Gefühlen, der Verwirrtheit und dem Chaos endlich eine Form von Ventil geben zu können. Die Lider waren nach wie vor über ihre Augen gelegt und vor ihrem inneren Auge spielten sich unzählige Bilder ab. Erinnerungen an die Kindheit, an ihr erstes Kunststück im Circus de Luca, das erste Mal, dass sie einem Tier erfolgreich beigebracht hatte, was es tun sollte, um das Publikum zu begeistern. Die Verbundenheit zu jedem Elefanten, Pferd, Kamel, die sich durch die Arbeit mit jenen Wesen aufgebaut hatte. Und natürlich die Familie de Luca. Die langen Nächte, die sie im Zirkuszelt verbracht und auf gelungene Vorstellungen angestoßen hatten, während Dario und Emma fast schon hyperaktiv durch den Adrenalinschub über die Tribünen rannten. Sie waren wie eine große, bunte Familie gewesen und Emma konnte sich noch heute an den Glanz erinnern, der in den Augen ihrer Mutter geschimmert hatte. Die kühle Halbfranzösin hatte immer eine gute, aber auch strenge Haltung bewahrt, die von ihrer viel autoritären Erziehung herrührte, als sie es ihrer Tochter zuteil hatte werden lassen. Doch an jenen Abenden war es, als hätte auch sie ihre Steifheit abgelegt und einfach den Zusammenhalt der beiden Familien genossen.

Hin und wieder schlich sich der Hauch eines Lächelns auf Emmas Gesicht, während sie spielte, denn dies waren Zeiten gewesen, in denen die Welt vollkommen erschienen war. Geld war kaum da gewesen, doch es hatte ihnen an nichts gefehlt. Es waren jene Zeiten gewesen, wo die Viertelfranzösin gelernt hatte, auf was es wirklich ankam. Und in ihrem Fall waren es die Tiere und Dario gewesen. Er hatte die Bedeutung von Familie für sie gehabt und niemals würde sie den kleinen Jungen vergessen, mit dem sie all die verborgenen Schätze aufbewahrt hatte. Natürlich keine Schätze aus Gold und Silber, sondern Erinnerungen, die sie für immer im Herzen tragen würde.
Doch dies waren nicht die einzigen Bilder, die sie von der Musik in ihr Bewusstsein rufen ließ. Es folgte der gefährliche Unfall Darios, die Nächte, in denen die Kinder ihre Eltern streiten hörten, bis irgendwann der schicksalhafte Tag kam, an dem es hieß Abschied zu nehmen. Noch etwas, das Emma nie vergessen würde. Unzählige Tränen waren es gewesen, die sie vergossen hatte. Geschrien und getobt hatte sie, während ihre Mutter mit aller Kraft versucht hatte, sie von Dario und dem Zirkus wegzuzerren. Erst als sie im Flugzeug gesessen hatten, war das Mädchen so erschöpft vom Weinen gewesen, dass sie der Apathie verfiel. Die ersten Tage, Monate, Jahre in Frankreich waren wohl für Mutter und Kind die reinste Hölle gewesen. Ohne Arbeit, ohne Familie. Erst, als Emmas magische Fähigkeiten ans Licht gekommen waren, hatte sich der Fokus ein wenig verlagern können, sie fanden die Gelegenheit im Varieté aufzutreten und schafften es, ihr Leben nun alleine weiter zu führen. Doch vergessen konnten sie beide nie, auch wenn Emmas Mutter dies nie zugegeben hätte.

Wenn Granny Cosima Emma damals schon gesagt hätte, was noch alles passieren würde, dann hätte die Viertelfranzösin es wohl für einen Scherz gehalten. Allein die Prophezeihung, dass sie und Dario getrennt werden, aber sich wieder finden würden hatten die Kinder abgetan. Und über die Jahre hinweg hatte die Löwin sich dem Glauben hingegeben, dass Cosima nur behauptet hätte, dass sie sich wiederfinden würden, um die Kinder nicht zu ängstigen. Selbst als die Rückkehr nach England anstand, hätte sie nie zu träumen gewagt, die de Lucas je wiederzusehen. Sie war fest überzeugt gewesen, dass die Italiener mit ihrem Zirkus bereits weiter gezogen wären. So ist es wohl nicht überraschend, dass Emma das Wiedersehen in Hogwarts als glücklichsten Moment in ihrem Leben beschreiben würde und auch diese Bilder waren es, die ihr durch den Kopf gingen, während sie immer noch mit geschlossenen Augen spielte.
Auch versuchte ihr Gehirn wohl immer noch zu rekonstruieren, wie die Dinge schließlich so schief gehen konnten. Dario hatte sie geküsst und obwohl sie behaupten könnte, dass deshalb er dafür die Verantwortung tragen musste, wusste sie doch genau, dass sie den Kuss erwidert hatte. Und so sehr sie auch versuchte, diese Szene hinter sich zu lassen, sie löste sich nicht aus ihrem Gedächtnis. Ganz im Gegenteil, sie spürte noch genauso lebhaft das Kribbeln in ihrer Bauchgegend, als wäre es erst gestern gewesen. Es war verwunderlich, dass sie keine Reue empfand, obwohl danach alles auf den Kopf gestellt worden war.

Plötzlich veränderte sich der Klang der Violine. Die Melodie wurde plötzlich voll, als würde sich etwas wie ein Teppich darunter legen. Emma musste mit ihren Gedanken ganz weit weg sein, um nicht sofort zu bemerken, dass dies der Klang des Klaviers war, welches in die Musik eingestimmt hatte. Nur ganz langsam verblassten die Bilder in ihrem Kopf und die Realität kehrte in ihr Bewusstsein zurück. Ja, jemand spielte am Klavier. Spielte mit ihr. Und für diesen kurzen Moment fühlte es sich vollkommen an, als wüsste dieser Klavierspieler ganz genau, was in ihr vorging. Als spürte er genau dieselben Dinge, die auch sie wahrnahm.
Schließlich schlug sie die Augen auf und ihr Körper drehte sich wie selbstständig vom Fenster weg, um freie Sicht auf den Flügel zu erhaschen und auf denjenigen, der jenen zum Spielen brachte. Und als sie endlich realisierte, wer sich zu ihr ins Musikzimmer geschlichen hatte, zog sich ihr Magen vor Schreck zusammen, der Bogen rauschte in einem unkontrollierten schrägen Klang über die Saiten, bevor er ihren Fingern entglitt und auf dem Boden aufschlug. Die Geige selbst musste Emma nun mit beiden Händen umklammern, dass sie dem Bogen nicht folgte, währed ihre braunen Augen sich erschrocken und verwundert zugleich weiteten und der Mund ihr ein wenig offen stand. „D-Dario?“, brachte sie stockend hervor, als sähe sie ihn heute zum ersten Mal. Sogleich beschleunigte sich ihr Herzschlag und ihre Gedanken begannen wieder zu rasen. Nicht wissend, ob sie lieber verschwinden oder sich endlich überwinden sollte, mit ihm zu sprechen, stand sie wie paralysiert da und sah ihm seit fast einem Monat wieder direkt ins Gesicht. Es half ihren Gedanken nicht, doch kam sie nicht umhin zu bemerken, wie wahnsinnig toll er aussah und dass sie ihm am Liebsten um den Hals fallen und sagen würde, wie sehr sie ihn vermisste.
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Dario de Luca
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BeitragThema: Re: I can't stand missing you...    Do 16 Feb 2017 - 12:24

Unbeirrt spielte sie weiter, ließ sich absolut nicht aus dem Konzept bringen, als wäre es selbstverständlich, dass sich jemand dazu setzte und ihr Violinspiel mit dem Klavier begleitete. Kurz dachte Dario, dass sie ihn absichtlich nicht beachtete, um ihm ein Zeichen zu setzen, dass er sich wieder aus dem Staub machen sollte, doch dann drehte sie sich um und ließ vor Schreck fast ihre Geige fallen. Ein Glück war es nur der Bogen, der auf den Boden aufschlug, denn ein Musikinstrument mit Magie zu reparieren brachte selten bis nie die Ergebnisse, die man erwartete. Durch der Schreckenssekunde brach auch Dario sein Klavierspiel ab, um den Blick auf Emma zu richten, welche perplex da stand und stockend seinen Namen hervorbrachte.
"Anwesend", murmelte er, und in einer anderen Situation hätte er nun wohl schief gegrinst, doch nun wollte ihm diese mimische Untermalung seines Scherzes nicht so wirklich gelingen. Nun, da sie ihn mit ihren schokobraunen Augen ansah wie ein Reh im Lichtkegel schnürte es ihm die Kehle zu. Er wollte etwas sagen, und er hatte sich Worte zurecht gelegt, doch seine Lippen fühlten sich starr an und die Worte in seinem Kopf waren verschwunden. Er hatte nicht den Hauch einer Ahnung, was er ihr nun sagen sollte. Hatte er vielleicht überstürzt gehandelt? War es vielleicht doch zu früh für eine Versöhnung?

Nein. Im Gegenteil. Es war fast schon zu spät. Je länger er gewartet hätte, desto schwieriger wäre es wohl geworden. Er konnte nun nicht aufstehen und gehen. Er hatte nun schon angefangen und musste es durchziehen, sonst würden sie sich vielleicht nie vertragen.
"Emma. Entschuldige die Störung." Es fiel ihm schwer, sie länger als einige Sekunden am Stück anzugucken. Stattdessen blickte er auf den Bogen, der noch immer auf dem Boden lag, während er mit einer Hand seinen Zauberstab zog, um ihn mit einem non-verbalen Wingardium Leviosa wieder aufzuheben. Auf dem Flügel, direkt neben der Zinnie, ließ er ihn dann landen, worauf er den Zauberstab auf die schmale Ablage für Noten legte. "Ich weiß, du willst vielleicht nicht mit mir reden, weil ich der größte Volldepp auf Erden bin. Und da gebe ich dir auch Recht. Aber bitte, hör dir an, was ich zu sagen hab, und entscheide dann, ob ich dich für immer in Ruhe lassen soll oder wir vielleicht sogar von vorne anfangen." Dann blickte er sie wieder an und rutschte auf der Klavierbank ein wenig zurück, worauf er sich so drehte, dass er rittlings auf der Bank saß und so noch genug Platz für Emma war, so sie sich denn hinsetzen wollte. Er würde es verstehen, wenn dem nicht so war.
Nun wurde es ernst. Die Angst, wieder unbewusst etwas falsches zu sagen, begleitete ihn ständig, weshalb der sonst so selbstsichere Italiener ziemlich ins Stocken geriet.

"Dich zu ... küssen war nicht richtig gewesen."
Das könnte sie falsch verstehen. Korrigier das. "Also, es hat sich nicht falsch angefühlt aber... ich weiß nicht, wieso ich das getan habe. Nach all den Gerüchten über mich musst du mich für das größte Arschloch auf der Welt halten, aber ich bin wirklich nicht so, wie du nun vielleicht denkst..." Er war kein Herzensbrecher, zumindest nicht mit Absicht. Und er sammelte Mädchen nicht wie Trophäen - das hatte er nicht nötig. Er hoffte nur, dass Emma das erkannte. "Ich bin nur ein Mensch, und Menschen machen nun mal Fehler." Ob das das richtige Wort ist? "Wobei ich den Kuss nicht als Fehler bezeichnen würde... ähm..." Gerade noch gerettet. "Aber in erster Linie bin ich ein Mann, und Männer neigen nun einmal zu merkwürdigen Handlungen.... würde ich sagen. Zum Beispiel dazu, ihre beste Freundin zu küssen, nachdem ihr Freund Schluss gemacht hat, weil sie ihm für einen Moment in diesem roten Kleid und mit diesen hypnotisierend braunen Augen den Verstand geraubt hat." Ach? "A-also, versteh mich nicht falsch. Es ist nicht so, wie das nun vielleicht klingt. Da sind keine Gefühle im Spiel, die unsere Freundschaft behindern könnten. Und doch würde ich kein zweites Mal behaupten, dass es nichts besonderes gewesen war. Der Kuss war etwas besonderes..." Aber hallo... "Und das meine ich ernst. Ich habe nur einfach nicht die richtigen Worte in dem Moment gefunden. Ich war noch nie besonders gut mit Worten..." Er schluckte schwer und wusste nicht so recht, wo er nun hinblicken sollte. "Ich kann dir wirklich nicht sagen, wieso ich das getan und gesagt habe, was ich nun mal getan und gesagt habe, aber ich schätze es als eine Kurzschlussreaktion ein, denn wenn ich ehrlich bin, beschäftigt es mich schon seit du in Hogwarts aufgekreuzt bist, wie gut du dich entwickelt hast. Kreuzt einfach so auf und haust uns alle vom Hocker... Da kann man schon mal durchdrehen...." Wieder folgte eine Pause, in welcher er tief durchatmete und seine Freundin aufrichtig anblickte. "Emma... Du bist..." ... wunderschön. "...Du bist eine tolle Fr..." Missverständlich... "...ein toller Kumpel, und das sollst du auch bleiben. Ich bitte dich nicht darum, nein. Ich flehe dich an." Schuldbewusst blickte er aus blauen Augen in ihre dunklen, und unsicher legte er eine Hand in seinen Nacken. Er fühlte sich nackt, denn in seiner stockenden Ansprache hatte er vieles offenbart, von dem er selbst nicht einmal wusste, was das zu bedeuten hatte. Und ein wenig hatte er die Befürchtung, dass Emma ihn besser verstand als er sich selbst. "Du fehlst mir, Emma. Du bist meine bessere Hälfte, mein Herz-Ass. Ich will dich nach Paris und Florenz entführen, mit dir Raffiouli essen und Kunststücke proben. Ich will dich wieder mit zum Zirkus nehmen und ich möchte, dass alles wieder so wie früher ist. Wie damals. Als ich noch kein Idiot und du noch keine Lady warst. Meinst du, wir kriegen das hin?"
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Emma Leblanc
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BeitragThema: Re: I can't stand missing you...    Do 16 Feb 2017 - 22:52

Augenblicklich hatte auch Emmas Kehle sich zugeschnürt und es wäre ihr wohl unmöglich gewesen, noch einen weiteren Ton von sich zu geben. Sie wusste nicht wieso, doch diese unvorbereitete Gesellschaft Darios machte sie nervös und wo sie zuvor noch vollkommen ruhig auf ihrem Instrument gespielt hatte, rasten nun ihre Gedanken um die absurdesten Fragen, bezüglich ihres Aussehens, wie sie sich verhalten sollte und ob er ihr Unbehagen erkennen könnte. Nach seiner ersten Antwort legte sich für ein paar Sekunden Stille über die beiden Löwen und ein paar Mal wollte Emma eigentlich den Versuch starten, etwas zu sagen, doch da sie fürchtete, ihre Stimme hätte sich durch den Schreck über seine plötzliche Anwesenheit verabschiedet und ihr lediglich taktlose Fragen wie Was machst du denn hier? einfielen, drückte sie schließlich die Lippen aufeinander und senkte den Blick auf ihre Violine, welche sie etwas fester als notwendig umklammerte. Und schließlich war er es, der die Stimme erhob und sich bei ihr für die Störung entschuldigte. „Schon okay...“, murmelte sie prompt und räusperte sich ein bisschen, nur einen ganz flüchtigen Blick auf sein Gesicht werfend, ehe sich die braunen Augen wieder auf ihr Instrument richteten, das ihr im Moment Halt zu geben schien. Den Bogen, welchen sie zuvor fallen gelassen hatte, hatte sie fast schon vergessen gehabt und erst als dieser sich durch Darios Zauber wie von selbst in die Luft erhob und zum Klavier schwebte, folgten Emmas braune Augen dem Gegenstand und weiteten sich plötzlich, als sie die Zinnie erblickte. Zuvor war ihr die Blume natürlich nicht aufgefallen, doch nun wo der Italiener den Geigenbogen direkt neben die Pflanze gelegt hatte, war sie von jener wie gefesselt und erinnerte sich unwillkürlich an ihre und Darios erste Verabredung in Hogsmeade. Auch an diesem Tag hatte er ihr eine Zinnie geschenkt, welche sie sorgfältig getrocknet und in ihrem Schlafsaal aufbewahrt hatte. Eine Welle des Bedauerns kam über die Viertelfranzösin, als ihr wieder einmal bewusst wurde, wie viel sich seit diesem Tag verändert hatte.

Erst als es wieder Darios Stimme war, die die Stille zwischen ihnen durchbrach, konnten sich Emmas Augen von der hübschen Blume abwenden und legten sich scheu auf ihren Kindheitsfreund. Er war tatsächlich gekommen, um mit ihr zu reden? Ein Monat lang hatten sie sich kaum in die Augen gesehen und nun wollte er ein Gespräch? Wieder beschleunigte sich der Herzschlag der Löwin, denn natürlich war die Ungewissheit darüber, was Dario ihr bei einem klärenden Gespräch vielleicht sagen mochte, der Grund dafür gewesen, dass sie sich selbst nie getraut hatte, auf ihn zuzugehen. Und auch jetzt spürte sie einen gewissen Fluchtinstinkt in sich laut werden, doch sie unterdrückte ihn und neigte ihren Kopf schließlich zu einem Nicken, um dem Italiener zu signalisieren, dass sie bereit war, ihn anzuhören. Dass sie dabei die Violine erneut fest an sich drückte, bemerkte sie gar nicht und mit einem schweren Schlucken beobachtete sie, wie er sich so auf dem Klavierhocker platzierte, dass auch für eine zweite Person noch Platz wäre. Und obwohl der Teil in ihr, welcher für das Vermissen ihres besten Freundes verantwortlich war, sie dazu bringen wollte, sich einfach zu ihm zu setzen, war das Unbehagen noch stärker und sie blieb erst einmal regungslos stehen.

Schließlich fing er an zu reden und Emma unterbrach ihn nicht. Sie wusste selbst, dass sie wahrscheinlich nicht in der Lage gewesen wäre, sich klarer auszudrücken, weswegen sie versuchte, ihre Emotionen über seine Worte so lange im Zaum zu halten, bis er fertig gesprochen hatte. Dies war zwar nicht gerade ein leichtes Unterfangen, denn bereits bei den ersten Erklärungsversuchen, wie es überhaupt von seiner Seite her zu dem Kuss gekommen war, gerieten ihre Gefühle in ein gemischtes Chaos. Die ganze Zeit über hatte sie die Worte, die er ausgesprochen hatte, um die Situation unmittelbar nach dem Kuss zu entschärfen, nicht aus dem Kopf bekommen. Es hatte sie so belastet, dass es ihm scheinbar nichts bedeuetet hatte und er tatsächlich wahllos im Schloss herumzulaufen schien, um ein Mädchen nach dem anderen zu küssen, dass sie nun gar nicht wusste, wie sie das Gegenteil davon überhaupt verarbeiten sollte. Fakt war, dass ihr Herz einen Hüpfer machte, als er gestand, dass sie ihm den Verstand geraubt hatte und dass es es Fehler gewesen war, den Kuss als unbedeutend abzutun. Gleichzeitig löste die Versicherung, dass er keine Gefühle für sie hegte, die ihre Freundschaft behindern würden eine Mischung aus Erleichterung und einem Funken Enttäuschung in ihr aus, auch wenn sie letzteres wohl nie zugeben würde. Immerhin hatte sie selbst innerhalb des letzten Monats nur darauf gehofft, dass es irgendeinen Weg zurück geben würde. Zurück zu ihrer ungezwungenen Freundschaft, zu dem kindlichen Spaß, der sie immer noch verband. Und nun gab es vielleicht sogar eine Möglichkeit, die Sache wirklich hinter sich zu lassen. Immerhin saß Dario nun hier und sprach ehrlich aus, was er empfand. Ja, nach dem Gespräch mit Amanda hatte Emma sich auch dabei ertappt auf eine gänzlich andere Richtung der Versöhnung zu spekulieren, doch nun wurde ihr bewusst, dass auch wenn ein Teil von ihr dies vielleicht sogar gerne gehabt hätte, die Angst davor, Dario als Freund zu verlieren, viel größer war. Und es wohl auch immer sein würde.

Während der gelockte Italiener ihr nun also sein Herz ausschüttete, merkte die Viertelfranzösin, wie ihre Paralyse sich langsam legte. Ja, sogar das schwache Anzeichen eines Lächelns erschien auf ihren Lippen, als er beteuerte, wie sehr sie alle vom Hocker gehaut hatte. Die Wahrscheinlichkeit, ihre Freundschaft tatsächlich retten zu können, tatsächlich nochmals von vorne anfangen zu können und den letzten Monat hinter sich zu lassen, ließ ein warmes Gefühl in der Braunhaarigen aufsteigen und wieder wurde ihr schmerzlich bewusst, wie sehr Dario ihr gefehlt hatte. Er war der wichtigste Mensch ihres Lebens, von dem sie gedacht hatte, sie hätte ihn für immer verloren. Und das ehrliche Geständnis, dass sie auch ihm fehlte, fühlte sich an, als würde ein riesiger Stein von ihrer Brust fallen. Es rührte sie, mit welcher Aufrichtigkeit er ihr all das gesagt hatte und um nicht in die Verlegenheit zu geraten, vor lauter Erleichterung in Tränen auszubrechen, machte sie ein paar Schritte auf das Klavier zu und legte ihre Geige nun neben dem Bogen ab. Dann nahm sie die Zinnie behutsam zwischen die Finger, trat langsam um den Flügel herum, um sich anschließend nun doch zu Dario auf den Klavierhocker zu setzen. Für einen Augenblick sah sie ihn nur an, bevor sie wortlos die Arme um ihn legte und ihn fest an sich drückte.

„Du fehlst mir auch, Pik.“, flüsterte sie ihm schließlich nach ein paar Momenten ins Ohr und musste sich nun wirklich stark zusammen reißen, nicht zu zeigen, wie fertig sie die letzten Wochen gemacht hatten. Dann löste sie sich von ihm, um in seine Augen blicken zu können und ein schwaches Lächeln legte sich auf ihre Lippen. „Und es tut mir so Leid... Einfach alles... Ich wünschte, ich hätte den Mumm gehabt, ehrlich zu dir zu sein... Ich war mir nur so sicher, dass du das gemeint hattest was du gesagt hast und hab gedacht, dass es alles nur schlimmer machen würde, wenn ich dir nun sage, dass mir der Kuss sehr wohl etwas bedeutet hat...“ Pass auf was du sagst, sonst sorgst du gleich wieder für das nächste Missverständnis! „Also ich meine, ich bereue es nicht... Aber wenn ich gewusst hätte, was das auslöst, hätte ich es nie getan... Unsere Freundschaft ist mir wichtiger, als alles andere.“ Und das war die Wahrheit. Selbst wenn tief in ihrem Inneren irgendwelche Gefühle verborgen wären, die über Freundschaft hinaus gingen, würde Emma sie nicht anhören. Sie wollte nie wieder in die Situation kommen, Dario zu verlieren. Sie wollte, dass sie es hinbekamen, die Geschichte hinter sich zu lassen und dorthin zurück zu kehren, wo sie am Anfang des Schuljahres gestanden hatten. Und jetzt, wo sie endlich ehrlich zueinander waren, gab es vielleicht tatsächlich eine Chance darauf.
„Lassen wir das alles hinter uns, okay? Ich will meinen besten Freund wieder zurück haben. Ohne ihn macht das Leben keinen Spaß. Gemeinsam kriegen wir doch alles hin, oder?“, beantwortete sie nun indirekt seine letzte Frage und griff mit ihrer freien Hand nach seiner. Sie hatte keine Lust mehr, Trübsal zu blasen und zu grübeln und wollte auch jetzt keine Zeitlupenwiederholung des vergangenen Monats aufrollen. Das wichtigste war, dass sie beide immer noch an einem Strang zogen, dass sie sich vermissten und dass die Geschehnisse ihnen Leid taten. Dass sie scheinbar über den Kuss doch ähnlicher dachten, als Dario es hatte durchblicken lassen und dass dies aber nichts sein würde, was die Freundschaft beeinträchtigen sollte. Und das waren die Dinge, die zählten.
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Dario de Luca
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BeitragThema: Re: I can't stand missing you...    Do 16 Feb 2017 - 23:59

Kaum hatte er seinen letzten Satz ausgesprochen, gingen ihm tausend Fragen durch den Kopf, denn sie reagierte nicht sofort. Noch immer starrten diese bezaubernden Rehaugen ihn an, doch wieso? Hatte er etwas falsches gesagt? Oder hatte er sich wieder missverständlich ausgedrückt? Er versuchte, die eben gesprochenen Sätze in seinem Kopf zu rekonstruieren, nur um festzustellen, dass er alles, was er eben gesagt hatte, schon vergessen hatte. Panik machte sich in ihm breit, und er konnte nichts tun, um diese Panik einzudämmen. Lediglich die Tatsache, dass Emma mit ihm Raum war, hielt ihn davon ab, nun durchzudrehen. Hörbar ging sein Atem, während er sie ansah und auf eine schnelle, positive Reaktion hoffte. Und seine Hoffnungen erfüllten sich, denn sie kam auf ihn zu, nahm die zarte Zinnie und setzte sich zu ihm, um ihre Arme kurz darauf um seinen Hals zu legen. Sie umarmte ihn - das erste Mal seit einem qualvollen Monat, und es fühlte sich für den Italiener wie der Himmel auf Erden an. Ihr Haar duftete nach ihrem Shampoo und ihrem Parfum und dieser Duft reichte schon um dem Akrobaten ein seliges Lächeln auf die Lippen zu zaubern. Die Tatsache, dass er sie endlich wieder berühren durfte verstärkte das Glücksgefühl in seinem Inneren dazu noch um ein tausendfaches.
Sanft legte er seine Arme um ihre Taille, um die Umarmung zu erwidern, und da auch ihm nun endlich ein Stein vom Herzen fiel, atmete er erleichtert auf und schloss die Augen, um den Moment einfach nur zu genießen. Er hatte sich endlich entschuldigt - und es hatte überhaupt nicht weh getan. Im Gegenteil. Ihre Umarmung sah er sogar als großzügige Belohnung für seine Einsicht.
Ein warmer Schauer lief ihm über den Rücken, als er ihren Atem an seinem Ohr spürte. Auch sie hatte ihn vermisst, und diese gehauchten Worte klangen in seinen Ohren schöner als jede Melodie. Wie sehr er auf Worte wie diese gehofft hatte, erkannte er erst jetzt, da er sie hörte.

Viel zu schnell, wenn es nach ihm ginge, löste sie die Umarmung, doch sie entfernte sich nicht gänzlich von ihm, sondern blickte ihm noch in die Augen und schenkte ihm ein schwaches Lächeln. Unbewusst, gar ein wenig unbeholfen, erwiderte der Gryffindor dieses Lächeln und den Augenkontakt, doch das Lächeln wich einem perplexen Gesichtsausdruck, als sie weitersprach. Kaum hatte sie zugegeben, dass auch ihr der Kuss etwas bedeutet hatte, wurde dem frechen Italiener auffällig warm und er konnte seine blauen Augen nicht davon abhalten, noch einen Blick auf ihre Lippen zu riskieren. Noch immer war deren Geschmack präsent auf den seinen, und wenn er ehrlich zu sich selbst war, würde er den verhängnisvollen Kuss von vor einem Monat gerne wiederholen. Ein verstohlener Gedanke machte sich in seinem Kopf breit, doch die seltene Vernunft in ihm trieb diesen rasch davon. Das, was Chase mit Gwyneth hatte, würde zwischen ihm und Emma wahrscheinlich schief gehen. Und doch gab es Eindrücke vom Körpertausch, die ihn einfach nicht in Ruhe ließen. Eindrücke von Emma, die ihn nicht in Ruhe ließen. Mit einem knappen Kopfschütteln machte er sich von dieser Schnapsidee frei, schließlich hatte er das Vertrauen seiner besten Freundin gerade erst wieder erlangt. Er sollte vorerst nichts mehr riskieren, egal, wie groß die Versuchung war.

Ihre nächsten Worte gaben ihm einen kleinen Dämpfer, obwohl er kurz zuvor nichts anderes gesagt hatte. Die Freundschaft zwischen ihr und Dario war ihr wichtiger als alles andere. Eigentlich etwas, worüber er sich freuen würde, wären da nicht auf einmal 7281073 neue Fragen in seinem Kopf. Was wäre, wenn er doch eines Tages Gefühle für sie entwickelte? Was wäre, wenn der Kuss doch keine Kurzschlussreaktion gewesen war, sondern einfach seine Art, sein Verlangen auszudrücken? Er hatte das Gefühl, dass es wohl besser wäre, diese Gedanken mit ihr zu teilen, doch er bekam den Mund nicht auf. Nun, da die Friendzone eine reale Bedrohung zu werden schien, die ihm zum Verhängnis werden könnte, sollte er doch mehr für sie empfinden als er sich eingestand, bekam der Begriff 'Freundschaft' eine negative Färbung. Dabei war die Lösung für das Problem in seinen Augen doch so simpel: Er durfte sich einfach nicht ernsthaft in sie verlieben. Dürfte doch zu schaffen sein, oder? Ein Teil von ihm war zuversichtlich, während der andere Teil schon sicher zu wissen schien, dass es dafür schon zu spät war.

Leicht zuckte er zusammen, als sie seine Hand nahm, und aufmerksam blickte er in ihre dunklen Augen, während er in seinem Kopf die Worte wieder zu ordnen versuchte, die sie mit ihrer Berührung durcheinander gewürfelt hatte. Sein Puls beschleunigte sich und seine Pupillen waren leicht geweitet, als er sie ansah. Er konnte sich selbst einreden, dass er nicht mehr für sie empfand, als es für Freunde angebracht wäre, aber sein Körper sprach eine eindeutige Sprache, die seinen inneren Überzeugungsversuchen widersprach.
"Ja, natürlich kriegen wir das hin. Wie der Salto vom Rücken von Summer damals." Damit spielte er auf die Erinnerung an, über welche sich die Freunde kurz vor dem folgenreichen Kuss zuletzt unterhalten hatten. "Und es muss dir nichts leid tun. Wir haben uns beide ziemlich verändert und mussten damit erst einmal klar kommen, denke ich. Ich bin jedenfalls froh, dass ich meine beste Freundin zurück habe." Aufrichtig lächelte er sie an, worauf er ihr die Zinnie aus der Hand nahm, um sie ihr, zusammen mit einigen Haarsträhnen, hinter das linke Ohr zu klemmen. Blumen im Haar standen ihr, wie er fand. Sie unterstrichen ihre Weiblichkeit. "Aber bitte sag mir nächstes Mal direkt, wenn ich mich wie der letzte Vollidiot verhalte, okay? Du hast keinen Idioten als besten Freund verdient, sondern einen Superhelden. Einen Super Dario, sozusagen." Und wie gern er einfach nur ihr Superheld wäre, wurde ihm immer mehr bewusst, je länger er sie so vor sich sah, mit dieser Blume im Haar und diesen unverschämt schönen Augen...
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BeitragThema: Re: I can't stand missing you...    Fr 17 Feb 2017 - 0:53

Der Moment, in welchem er die Umarmung erwiderte, löste eine angenehme Wärme und ein Kribbeln in Emma aus und am Liebsten hätte sie ihn gar nicht mehr losgelassen. Das letzte Mal, als sie ihn berührt hatte, war als sie selbst in seinem Körper gesteckt hatte, doch in diesen vierundzwanzig Stunden war so viel anderes passiert, dass man hierbei nicht wirklich von einem Vergnügen hatte sprechen können. Dies bedeutete nicht, dass nicht ein Teil von ihr durchaus gewisse Eindrücke genossen hatte, doch da sie sich diese Art der Gedanken gar nicht eingestehen wollte, wurden sie auch prompt in einem Hinterstübchen ihres Gedächtnisses gesperrt. Statt dessen genoss sie es nun umso mehr, endlich wieder das Gefühl zu haben, dass alles wieder wie früher sein könnte. Dass sich eigentlich gar nicht so viel verändert haben musste und dass sie einfach weitermachen konnten, ohne jemals wieder über den letzten Monat und den Kuss sprechen zu müssen.
Es war also auch von ihrer Seite ein leiser Widerwillen da, als sie sich von ihm löste, doch ein paar Dinge gab es noch, die sie selbst auszusprechen hatte. Immerhin war Dario nicht der einzige gewesen, der die letzten Wochen kein Wort über die Lippen gebracht hatte, vielleicht hätte sich die Situation gar nicht so zugespitzt, wenn Emma früher den Mut gefasst hätte, um mit ihm zu reden. Und da er nun letztlich den ersten Schritt gemacht hatte, fühlte sie, es ihm auch ein wenig zu schulden, ebenfalls eine Erklärung abzugeben.

Seinem Gesicht war dabei deutlich anzusehen, dass er damit wohl nicht gerechnet hatte, doch Emma würde es auch nicht richtig finden, ihm die ganze Verantwortung dafür aufzuladen. Schließlich hatte sie damals den Kuss auch zuerst erwidert, bevor sie ihn beendet hatte, was sie genauso schuldig an der gesamten Lage machte, wie ihn. Es war schon seltsam, denn die Erklärung, dass ihr die Freundschaft wichtiger war, als alles andere, wirkte irgendwie auf ihr Bewusstsein, als würde sich damit eine Tür schließen. Jene Tür, welche sie seit dem Gespräch mit Amy erst bewusst als Möglichkeit wahrgenommen hatte und die ihr zwar große Angst eingejagt hatte, doch war sie gleichzeitig dafür verantwortlich, dass Emma sich den Kuss immer wieder ins Gedächtnis gerufen und sich erlaubt hatte, dem kribbelnden Gefühl auf ihren Lippen und in ihrer Bauchgegend nachzugeben und sich auf die Suche nach dessen Ursache zu machen. Zwar hatte sie eigentlich nie wirklich daran geglaubt, dass irgendein Szenario möglich wäre, in welchem Dario und sie mit mehr als einer rein freundschaftlichen Beziehung zueinander dastünden, doch jetzt, wo sie sich quasi selbst dazu entschlossen hatte, dass dies nicht einmal mehr eine winzig kleine Eventualität in der Zukunft sein würde, fühlte Emma selbst eine gewisse Ernüchterung. Es war eine Sache, dass er selbst vorhin etwas ähnliches gesagt hatte, doch nun hatte sie eigenhändig diese Türe geschlossen und auch wenn sie immer noch überglücklich darüber war, Dario wieder in ihrem Leben zu haben, stumpfte die Euphorie ein wenig ab.

Um ihm dies aber nicht bemerkbar zu machen, zwang sie sich gleich wieder zu einem Lächeln, sobald er ihr bestätigte, dass sie es gemeinsam schaffen würden, die Sache hinter sich zu bringen und erinnerte sich ebenfalls an das Kunststück mit Summer. Der waghalsige Salto, der glücklicherweise nicht schief gegangen war, sondern Emma als Dompteuse einen Riesenerfolg eingebracht hatte. Dario sprach weiter und die Gryffindor drückte unwillkürlich sanft seine Hand, während ihre Augen sich nun auf seine legten. „Ich bin auch unglaublich froh.“, erwiderte sie mit gedämpfter Stimme, immerhin saßen sie sich unmittelbar gegenüber, sodass es nicht notwendig wäre, die Stimme mehr zu erheben. Kurz brach Emma dann aber den Blickkontakt, als Dario ihr die Zinnie aus der Hand nahm, um sie anschließend hinter ihrem Ohr zu befestigen. Ihr Lächeln vertiefte sich und ohne dass sie es merkte, fuhr ihr Daumen in sanften Bewegungen über seine Finger. „Du warst schon immer mein Superheld. Aber ich werde es dir in Zukunft sagen, wenn sich daran was ändert, versprochen.“ Ihre Stimme wurde noch ein wenig leiser, als sie diese Worte aussprach, was wohl damit zusammenhing, dass sie sich in dem Augenblick, in welchem der Blickkontakt wieder hergestellt wurde, an den See zurückversetzt fühlte, kurz bevor jener verhängnisvolle Kuss passiert war. Die Art, wie Dario sie damals angesehen hatte, war der jetzigen nahezu gleich und nur am Rande fühlte Emma wie ihre Wangen ein wenig heiß wurden. Es war, als hätte sich mit einem Mal ihr Gehirn ausgeschaltet, ihr Körper schien zu handeln, ohne dafür das Kommando bekommen zu haben, als würde Dario sie magnetisch anziehen. Nach wie vor lag ihre Hand in seiner und wie vor einem Monat baute sich zwischen ihnen eine Spannung auf, die fast schon elektrisch schien. Emma wusste nicht mehr, was sie tat, sie fühlte sich wie in einem Tunnel, dessen einziger Ausgang Darios Gesicht war, welchem sie sich langsam annäherte, ohne dass sie es wirklich bewusst tat. Die braunen Augen flackerten für den Bruchteil einer Sekunde hinab zu seinen Lippen, bevor die Lider sich schlossen und ihr Mund sich mit seinem verschloss. Wieder kribbelte und flatterte es in ihrem Bauch und ihr Herz pochte so schnell gegen ihre Brust, als wollte es ihr entspringen. Immer noch kein Bewusstsein darüber erlangend, was sie eigentlich tat, legte sich Emmas freie Hand an Darios Wange, während nun auch ihr Atem merklich schneller wurde.
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BeitragThema: Re: I can't stand missing you...    Fr 17 Feb 2017 - 2:08

Es beruhigte ihn, als sie zugab, dass er schon immer ihr Superheld gewesen war, und ja, ein Stück weit schmeichelte es ihm auch. Er wusste, dass er sich die letzten Wochen alles andere als super benommen hatte, doch Worte wie diese aus dem Mund einer derart hübschen Frau gaben einem jungen Mann durchaus schon mal das Gefühl, der krasseste Typ auf der Welt zu sein. Das war er natürlich nicht, doch solang Emma auch nur kurz davon überzeugt war, so würde ihn das schon zufrieden stimmen. Tief blickte er in ihre Augen, während er spürte, dass sie seine Finger streichelte, und dies war wohl der Moment, in welchem seine Sturheit weiche Knie bekam und seine mühsam errichtete Festung einstürzte. Mit einem Schlag schien er zu erkennen, dass Cosima recht gehabt hatte.
Er wollte ihr gefallen, ja, denn sie gefiel ihm.
Er würde sich sogar hier und jetzt zum Volldeppen machen, um ihr zu gefallen. Er würde es nicht direkt als Liebe bezeichnen - eher als starke Zuneigung - aber er war auf diesem Gebiet erfahren genug, um zu wissen, dass seine Gefühle nicht nur freundschaftlicher Natur waren. Wieso nur hatte es so lange gedauert, diese Empfindungen als solche zu identifizieren? War es ihm wirklich so abwegig vorgekommen, sich zu seiner besten Freundin hingezogen zu fühlen? Gewiss war da diese Hemmschwelle gewesen, diese Überbleibsel eines Schwester-Bruder-Verhältnisses zueinander, welches dadurch entstanden war, dass sie zusammen aufgewachsen waren. Doch sie waren nun beide junge Erwachsene, keine Kinder mehr. Nicht nur die Menschen veränderten sich in dieser Phase, sondern auch die Beziehungen, die sie miteinander hatten. Und nicht selten war so eine Entwicklung mit einigen Komplikationen verbunden, wie Dario zuletzt am eigenen Leibe hatte erfahren dürfen.

Er war gedanklich so sehr mit seiner neuen Erkenntnis beschäftigt, dass er zuerst gar nicht realisierte, wie sich der Vorfall vom See wiederholte. Die Art, wie sie ihn ansah, ihr Duft und die Tatsache, dass sie ungestört waren - alles erinnerte an den Abend, der alles verändert hatte. Unbewusst wanderte sein Blick zu ihren Lippen, welche sich langsam zu nähern schienen. Er ahnte, in welche Richtung dies gehen würde, doch er hinterfragte es nicht und vereitelte es auch nicht, denn dies war genau das, was er ohnehin gewollt hatte. Nur ein einziges, weiteres Mal wollte er ihre Lippen auf seinen spüren, diesen unvergesslichen Kuss vom See Revue passieren lassen, und danach konnten sie wieder Freunde sein, völlig unkompliziert, wie Emma es offenbar wollte.
Doch war dies wirklich, was sie wollte? Eben noch hatte sie davon gesprochen, dass ihr die Freundschaft wichtiger war als alles andere. Nun aber schmiegte sie ihre wundervollen Lippen an Darios und hatte eine Hand an seine Wange gelegt, womit sie ihm tausend kleine, angenehme Stromschläge verpasste. Der Akrobat erwiderte den Kuss natürlich nicht nur, er genoss ihn sogar und legte frech eine Hand an ihre Taille, um Emma sanft aber bestimmt ein bisschen zu sich zu ziehen. Es wäre leicht, sich in diesem Kuss zu verlieren, wäre da nicht dieser Widerspruch.

Ihre Handlung widersprach ihren Worten von vorhin; ihren Worte über den Wert ihrer Freundschaft, und als Dario dies realisierte, öffnete er die Augen und löste den Kuss. Er ließ es jedoch nicht zu einem unangenehmen Schweigen kommen. Auch entschuldigte er sich nicht. Nein, dieses Mal würde er gefasster reagieren. Nicht wie ein Junge, der etwas Verbotenes getan hatte und sich dafür schämte, sondern eher wie ein Mann, der um das Verbot wusste und es mit Vorsicht genießen wollte.
Eine Hand hielt noch immer ihre, und langsam führte er diese zu seinen Lippen, um ihr einen sanften Kuss auf den Handrücken zu drücken. Eine Geste der Wertschätzung, bei welcher er den Blickkontakt zu ihr nicht unterbrach. Stattdessen schenkte er ihr sogar noch ein entwaffnendes Lächeln. Es tat ihm selbst weh und hinterließ ein bitteres Gefühl von Wehmut, diesen Moment hier zu unterbrechen, doch nun, da er wusste, dass er doch mehr für Emma empfand, als sie für ihn, wäre es unklug, sich Hoffnungen zu machen, die vielleicht gar nicht berechtigt waren. Er verstand nicht, wieso sie ihn geküsst hatte, aber er würde es ihr auch nicht zum Vorwurf machen, schließlich hatte es ihm gefallen. Dario war sich jedoch fast schon sicher, dass es nur eine Kurzschlussreaktion war, so wie bei ihm vor einem Monat. Er wäre daher der letzte, der sie dafür verurteilen würde, dass sie nicht ganz zu wissen schien, was sie eigentlich wollte. Zeit für Dario, ein guter Freund zu sein und sie daran zu erinnern. Nicht zuletzt, um auch sich selbst zu schützen.
"Das hatten wir schon mal, nicht wahr, Principessa?", raunte er tief mit einem verständnisvollen Blick, worauf er ihre Hand sinken ließ. Innerlich überlegte er fiebernd, ob er ihr seine neuesten Erkenntnisse mitteilen sollte, doch dann hallte ihre Stimme in seinem Kopf nach. Unsere Freundschaft ist mir wichtiger als alles andere. Und das sollte sie nach all dem, was in den letzten Wochen passiert war, auch für Dario sein. Einerseits wollte er sich mitteilen, andererseits hatte er nun wirklich Angst, wieder alles damit zu vermasseln, weshalb er sich dagegen entschied. Ein wenig hoffte er sogar darauf, dass diese Gefühle nur temporär waren und nach einigen Nächten von selbst verschwanden. An diesem Abend sollte sie es nicht mehr erfahren. "Ich werde dich nicht fragen, was du dir dabei gedacht hast. Und bitte komm nicht auf die Idee, dich zu entschuldigen. Es ist okay. Ich sehe nicht, inwiefern ein Kuss unserer Freundschaft schaden könnte, denn letztendlich war es nicht der Kuss gewesen, der die Situation zwischen uns so erschwert hatte, sondern viel mehr unsere Art, damit umzugehen." Er bemühte sich noch immer um ein charmantes und zuversichtliches Lächeln, doch hatte einen leicht bitteren Beigeschmack. Er war unwiederbringlich in der Friendzone und durfte in Aktionen wie diesen Kuss nicht zu viel hinein interpretieren. ".... selbst wenn du mich noch zwanzig Mal küsst, bleibe ich dein bester Freund. Es ist okay. Lass uns dieses Mal bitte einfach so tun, als wäre dies nie passiert, okay?" Unbewusst biss er sich auf die Unterlippe, welche noch immer ein wenig kribbelte. Irgendwann würde er ihr sagen, was er über sie dachte. Doch nicht jetzt. Sie hatten sich gerade erst versöhnt. Wenn er damit rausplatzte, wollte er ganz sicher sein, dass diese Gefühle auf Gegenseitigkeit beruhten. Nun aber wollte er erst einmal das Thema wechseln, bevor es wieder zu unangenehmem Schweigen kommen konnte weshalb er aufstand und Emma eine Hand anbot, damit auch sie aufstehen konnte. Wenn sie es tat, würde er sie in eine tänzerische Drehung um ihre eigene Achse ziehen. "Ich habe Hunger - lass uns in die große Halle gehen und allen zeigen, dass Herz-Ass und Pik-Ass wieder vereint sind. Was sagst du dazu?" Mit einem frechen Grinsen lenkte er davon ab, wie verletzlich er sich in diesem Moment doch fühlte. "Wir können Jessica mit Kartentricks veräppeln. Das haben wir schon lange nicht mehr gemacht..."

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BeitragThema: Re: I can't stand missing you...    Di 28 Feb 2017 - 21:09

Es war fast wie in einem ihrer Träume, welche sie in jenen Nächten heimgesucht hatten, in denen sie es ausnahmsweise geschafft hatte, zu schlafen. Da hatte ihr Unterbewusstsein natürlich das Erlebnis am See verarbeitet und ihre Gefühle, welche sie stets zu verdrängen versucht hatte, waren deutlich an die Oberfläche getreten. Oft hatte sich in jenen Träumen eine Wiederholung des Kusses abgespielt, welche jedoch natürlich ganz andere Folgen mit sich gebracht hatte. Szenarien, in welchen Emma nicht der Mut gefehlt hatte, ihre wahren Gefühle für Dario zu offenbaren und solche, in denen er sogar den ersten Schritt machte und ihr gestand, dass er mehr wollte, als nur mit ihr befreundet zu sein. Nachdem sie erwachte, war es nicht immer leicht gewesen, diese Fantasien wieder zu verdrängen und sich einzureden, dass es niemals so weit kommen würde, doch nun schien ihr die Vernunft tatsächlich vollends entglitten zu sein. Würde man sie fragen, hätte sie keine Antwort parat, wieso sie ausgerechnet die Situation wiederholte, welche sie und Dario erst in diese missliche Lage gebracht hatte und wäre sie in der Lage gewesen, auch nur einen klaren Gedanken zu fassen, dann hätte sie es sich selbst verboten, ihm auch nur einen Millimeter näher zu kommen. Aber sie schien ihrer Sinne nicht mehr Herr zu sein und bereits im nächsten Augenblick durchströmte sie die schon einmal erlebte Wärme und das flatternde Kribbeln, als der Italiener den Kuss erwiderte. Emma wusste nicht, was sie tat. Wie von selbst fand ihre Hand den Weg an seine Wange und als Dario die seine an ihre Taille legte, wurde ihr heiß und kalt gleichzeitig und für den Bruchteil einer Sekunde konstruierte ihr Gehirn tatsächlich ein Szenario, in welchem sie den Kuss lösten und anschließend würde ihnen beiden klar sein, dass sie mehr füreinander sein wollten, als Freunde.

Doch es trat nicht ein, denn Dario war es schließlich, der sich sanft von Emmas Lippen löste und sobald ihre Augen sich öffneten und sie realisieren ließen, was gerade passiert war, verfärbten sich die Wangen der Akrobatin in ein tiefes rosa und rasch ließ sie die Hand von seiner Wange sinken. Blanke Panik drohte in ihr auszubrechen, denn natürlich befürchtete sie nun, dass die zuvor getätigte Aussprache quasi für die Katz gewesen war. Schon hatte Emma die Lippen geöffnet, um etwas zu sagen, als Dario ihr zuvor kam und sie zum Verstummen brachte. Er klang nicht verärgert oder enttäuscht. Noch nicht einmal verwirrt, sondern... Die Gryffindor konnte nur perplex zwinkern, als sie das Verständnis in seinen Augen sah und während ihre Wangen nur langsam wieder ihre gewohnte Gesichtsfarbe annahmen, brach in ihrem Kopf ein Strudel aus Fragen los. Wieder rauschte ein Kribbeln durch ihren ganzen Körper, als er einen Kuss auf ihrem Handrücken platzierte und sie rang nach den richtigen Worten. Eine Entschuldigung kam ihr nun dämlich vor, schließlich konnte man jetzt wohl kaum noch von einem Unfall sprechen. Eine Erklärung wäre sie ihm schuldig, doch sie hatte selbst keinen blassen Schimmer, wie ihr dies plötzlich passieren konnte. Ein Teil von ihr wollte am Liebsten weglaufen und sich irgendwo verkriechen, doch wenn sie dies täte, wäre es mit der Freundschaft vielleicht wirklich vorbei. Was also tun? Was sagen?
Und was dann passierte, hätte sie wohl nie für möglich gehalten. Wieder war es Dario, der die Stimme erhob, doch seine Worte ließen Emma im wahrsten Sinne des Wortes den Mund offen stehen. Sie war ratlos, wie er es plötzlich schaffte, ihr mit so viel Verständnis entgegen zu kommen und fühlte sich gleichzeitig schuldig, dass sie diese Größe damals am See nicht aufgebracht hatte. Und auch wenn die Tatsache, dass diese Entwicklung der Ereignisse kaum mit einer ihrer Träumereien übereinstimmte, ihr wiederum einen leisen Stich der Ernüchterung versetzte, kam sie nicht umhin, tiefe Dankbarkeit für seine Reaktion zu empfinden. Natürlich war es in einer Freundschaft dennoch nicht normal, sich zu küssen, doch er hatte auch recht damit, dass die Dinge nur deshalb so aus dem Ruder gelaufen waren, weil sie beide nicht gewusst hatten, wie sie sich verhalten sollten. „Dario...“, brachte sie nur mit Mühe hervor und wusste gar nicht, wie sie weitermachen sollte. Der Drang, sich zu entschuldigen wuchs, doch gleichzeitig schämte sie sich so sehr für diese unüberlegte Tat, dass sie nichts lieber wollte, als so zu tun, als wäre das eben nie passiert. Und auch er schien dies nun vorzuziehen, was wohl auch die einzige Möglichkeit war, um ihre Freundschaft nicht schon wieder auf dieselbe Weise zu gefährden, wie sie es in den letzten Wochen getan hatten. Schuldbewusst senkte Emma ihren Blick und drückte die Lippen aufeinander, ehe sie ihren Kopf kaum merklich zu einem Nicken neigte. „Ähm...okay... d-danke...“, hauchte sie zaghaft und hätte sich am Liebsten auf der Stelle geohrfeigt. Wie konnte sie so dumm sein?

Wieder wollte sie am Liebsten weglaufen und Gras über die Sache wachsen lassen, doch dann merkte sie, wie Dario aufstand und ihr anschließend die Hand anbot. Zögerlich und darauf bedacht, ihm nicht direkt in die Augen zu sehen, nahm sie jene an und ließ sich von ihm aufhelfen. Die Drehung erwischte sie dann ein wenig überraschend, sodass sie nicht umhin kam, ein wenig zu lächeln. Und als der Italiener dann so elegant das Thema wechselte, sah sie ihn für einen Augenblick mit einer Mischung aus Bewunderung, Dankbarkeit und einem Funken Schuld an, ehe sie sich selbst einen Ruck gab und ein Lächeln auf ihre Lippen zwang. Sie wusste nicht, ob er wirklich so neutral über den Kuss dachte oder ob er sich nur so verhielt, um es für Emma und ihre Freundschaft leichter zu machen, doch die Viertelfranzösin sah ein, dass es für den Moment wirklich das beste war, diesen erneuten Ausrutscher schnell zu vergessen. Sie hatten sich gerade erst wieder versöhnt und genauso empfindlich stand ihre Freundschaft noch im Raum. Um nichts in der Welt wollte die Gryffindor nochmals so einen quälenden Monat durchmachen müssen, wie den letzten, also schluckte sie alle aufgekommenen Gefühle tapfer hinunter und drückte kurz Darios Hand. „Das klingt perfekt. Wird Zeit, dass die Ruhe am Gryffindortisch wieder aufgewühlt wird.“ Es war auf seltsame Weise schwer, sich unbekümmert zu geben und weckte in Emma eine gewisse Betrübtheit. Doch auch diese versuchte sie so gut es ging zu verdrängen und um ihren Kopf möglichst rasch von den Gedanken an den zuvor getätigten Kuss zu entfernen, packte sie rasch ihre Violine und den Bogen zusammen und zog Dario im Anschluss zügig aus dem Musikzimmer.



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