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 Stechende Argumente

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Evgenija Moravac
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BeitragThema: Stechende Argumente   Di 20 Dez 2016 - 1:27

@ Meadow McMahon


Der Tag war sonnig und erfrischend warm, für einen Frühlingstag in London. Die Sonne schien herab und schien es sich zur Aufgabe gemacht zu haben, die Winkelgasse mit all ihren Wundern, Läden, Menschen, Schenken und Kuriositäten im besten Licht dastehen zu lassen. Die Luft war klar und frisch und die Sonnenstrahlen brachen sich munter in Fensterscheiben. Der geschäftige Lärm der Zauberer und Hexen bildete eine beständige Geräuschkulisse im Hintergrund, während Evgenija ziellos umher wanderte. Sie war erst seit kurzem wach, hatte sich frisch gemacht, angezogen und beschlossen das ein Spaziergang in der Mittagssonne genau das Richtige wäre. Erneut nahm sie den Anhänger, den sie gestern erstanden hatte in die Hand. Es war in Form eines silbernen Drachen gefertigt worden, der mit seinen Flügeln einen grünen Stein bewahrte und diesen zu liebkosen schien, wie ein Liebhaber seine Angebetete.

Sie lächelte und ließ den Anhänger wieder unter ihr Oberteil zwischen ihre Brüste fallen. Es kam ihr nicht darauf an diesen Schmuck offen zu tragen. Nein, sie liebte Drachen und diese erwiderten diese Liebe zu ihr in den allermeisten Fällen. Es war der einzige Anhänger gewesen, welcher ein Drachenmotiv zur Schau trug. Die Verkäuferin hatte ihr erklärt, der Stein habe die magische Eigenschaft, sie jedes Mal wenn sie es denn wolle, in eine dezente Chorona aus sanftem grün-blauem Licht einzuhüllen. Tatsächlich hatte die Verkäuferin sie zuerst angesprochen, da sie meinte, dieser Anhänger würde wundervoll zu ihrem Haar passen. Sie hielt eigentlich nichts von Schicksal, aber die Tatsache, dass dieses Schmuckstück so perfekt zu ihr passte, hatte sie auch dazu veranlasst es zu kaufen, zu einem günstigem Preis. Natürlich hatte sie das Schmuckstück nach allen Regeln ihrer Kunst auf etwaige Flüche untersucht, war jedoch zu dem Ergebnis gekommen, das es keine Gefahr für sie bedeuten würde, diesen Anhänger zu tragen. Auch seine Wirkung schien sich kein Stück schädlich auszuüben und sie wusste gut, wie man Flüche erkannte. Nein, dieses Ding hier würde keine Gefahr für sie bedeuten.

Sie hatte davon gehört, das am gestrigen Abend noch etwas in der Winkelgasse passiert sein sollte. Angeblich habe man einen Mann aufgefunden, welcher steif, einen Meter über dem Boden schwebte. Sein Haar und seine Kleidung waren unbeweglich und härter gewesen als Stahl. Was das bedeuten sollte, konnte sie sich nicht zusammenreimen, aber sie war auch nicht zugegen gewesen. Sie wurde jedoch jäh aus ihren Gedanken gerissen, als erst ein Schatten über sie fiel und sie schließlich jemand glatt über den Haufen lief. Evgenija fiel auf die Erde und ließ einen Schwall serbischer Schimpfworte aus ihrem Munde frei. Der Mann, ein Zauberer, beteuerte gerade, wie sehr ihm das wohl leid tun würde, doch Evgenija war zu erzürnt. Passen sie verdammt auf wo hinlaufen! Verstanden?! Sie brüllte ihm diese Worte regelrecht entgegen. Das war nun schon das zweite Mal in zwei Tagen, das so etwas geschah. Erst wurden ihr aus versehen Bücher aus den Armen gestoßen, dann wurde sie heute noch umgerannt. Entschuldigen sie bitte. Ich hätte aufpassen sollen, wo ich hinlaufe. Eine Frau mit südländischem Teint gesellte sich an die Seite des Mannes des Mannes und bedachte Evgenija mit einem wütenden Blick. Entschuldige dich nicht immer für alles Russel. Diese unverschämte Göre kann genau wie du auch auf den Weg aufpassen! Evgenija explodierte schier. Zwischen ihr und der Frau entbrannte ein wütendes Wortgefecht, welches ihr Mann Russel wohl irgendwie zu schlichten versuchte, jedoch kläglich versuchte zu schlichten.

Es dauerte nicht lange und es versammelte sich eine kleine Menschentraube um das Geschehen, während Evgenija und die Frau, welche sich als eine Spanierin namens Carmen entpuppte sich immer noch wütend eine Beleidigung und Beschimpfung nach der Anderen um die Ohren warfen. Keiner von ihnen bemerkte die Grüne Stechmücke, deren hässlicher wulstiger Hinterleib ein kristalliner Stachel zierte. Ihre Flügel schienen wie aus hauchfeinem grünen Kristall. und schwarze Facettenaugen saßen vorne am Kopf. Mit einem absolut leisem metallischem Summen, stieß das Wesen hinab und versenkte den Stachel in Carmen. Die Spanierin, mit dem Kastanienbraunem Haar und den Bordeaux-roten Lippen schrie vor Schmerz auf, während das Wesen immer weiter auf sie einstach. Die Menge wich. Unschlüssig über das Geschehene wichen die Zauberer Stück für Stück ab, bis einige beherzt auf die Spanierin zutraten. Ein Zauberer hatte seinen Zauberstab gezückt und drängte die Stechmücke mit einem Schockzauber zurück, als auch schon eine zweite hinabstieß. Nun waren die Zauberer alarmiert. Evgenija zückte ihren Zauberstab und erhob ihn in die Luft, als ein weiteres dieser Wesen auf einen Menschen zustieß. "Reductio!" Bellte sie und das unbekannte Wesen zersprang. Immer mehr Mücken erschienen wie aus dem Nichts und die Hälfte der Menge geriet in Panik. Evgenija stand inzwischen in einem Pulk Zauberer, Rücken an Rücken und zerstörte eine Mücke nach der anderen. Dann hörte der Ansturm auf. Was zum Teufel war das gewesen? Ungläubig suchte sie den Himmel ab. Sie hatte niemals von solchen Wesen gehört. Geht es allen gut? Ist niemand verletzt? Erkundigte sich ein älterer Zauberer in Umhang und Zylinder, als die Spanierin ein Keuchen von sich gab und schließlich das Bewusstsein verlor. Ihr Haar und ihre Kleidung erstarrten und bewegten sich nicht mehr im Wind, als ihr Körper sich vom Boden löste und etwa einen Meter in die Luft stieg, um dort in der gleichen erstarrten Position zu verharren.
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BeitragThema: Re: Stechende Argumente   Sa 7 Jan 2017 - 21:36

@Evgenija Moravac @Warrick McMahon  // Nochmal Entschuldige wegen der langen Wartezeit //

John George Taylor Jr. hatte vermutlich sein ganzes Leben lang davon geträumt Auror zu werden. Begonnen hatte dieser Traum und der damit verbundene Werdegang – Meadow war so frei die ein oder andere willkürliche Annahme über den ihr eher unbekannten,  nahezu perfekt glatt gestriegelten, groß gewachsenen Ken-Verschnitt neben sich zu machen – höchstwahrscheinlich mit seiner Einteilung nach Gryffindor im ersten Schuljahr in Hogwarts und aufhören würde er wohl erst mit seinem heroischen Tod in einem Schusswechsel, oder auch mit der Amtsantretung des Mannes als Leiter der Aurorenzentrale, je nachdem, ob man ein Freund von tragischen Geschichten oder kitschigen Happy Ends war. Aber ganz gleich welches dieser Schicksale auf Taylor wartete, ein ruhmreicher Tod, oder eine erfolgreiche Karriere, die mit einem stressbedingten Herzinfarkt endete, eines stand fest: er würde einmal eine wichtige Person werden, weil er eine wichtige Person werden wollte und sonst nichts. Sein ganzes Leben, seine Art sich zu kleiden, sich auszudrücken, die Entscheidungen, die er traf, alles war darauf ausgerichtet ein großer Mann zu werden. Und Meadow war sich ziemlich sicher, dass die einzige Person, die jemals an der Wahrwerdung dieses Traumes zweifeln könnte, Taylor selbst war. Denn egal wie kompetent und selbstsicher er sich gab und wie sehr er versuchte ihn zu verstecken, ein winziger Blick der nackten Panik schien in seinem Gesicht festgefroren zu sein. Meadow persönlich war der Meinung, dass dies eine sehr sympathische Seite ihres sonst so roboterähnlichen Kollegen war, denn sie traute Menschen nicht, die alles zu jedem Zeitpunkt fest im Griff hatten. Sie war der festen Überzeugung, dass mit diesen Leuten, makellosen, zu 100% patenten Menschen, etwas nicht stimmen konnte. Dass Taylor ihr an dieser Stelle widersprechen würde, lag auf der Hand. Der Perfektionismus und das unendliche Streben nach „mehr“ waren ihm vermutlich schon in die Wiege gelegt worden. Und es war kein Geheimnis, dass Taylor die Arbeitsmoral bzw. den Lebensstil von Meadow und ihrem Bruder nicht guthieß. Und noch weniger begeistert war er von der Tatsache, dass er hin- und wieder mit ihnen zusammenarbeiten musste. Ihnen, den Menschen, die immer nur so viel gaben, wie sie geben mussten, um nicht gefeuert zu werden.

Taylor war ein Fan von Fletcher, ihrem Ex-Arbeitskollegen, gewesen, was zu 99% an der Tatsache gelegen hatte, dass Fletcher sehr viel besser darin gewesen war, Engagement vorzutäuschen als sie und ihr Bruder.  Sehr, sehr viel besser. Denn obwohl er ebenso wenig jemals einen Finger im Ministerium gekrümmt hatte, hatte er stets einen soliden Eindruck gemacht, war im Anzug zur Arbeit erschienen, war mehrmals pro Tag mit Akten unter dem Arm geklemmt im Schnellschritt durch die Gänge geschritten, und hatte dringliche Aufgaben für gewöhnlich an arbeitstüchtige Praktikanten weitergegeben, so dass sie generell mehr oder weniger zur Zufriedenheit aller erledigt worden waren. Und die Abteilung hatte nie reibungsloser funktioniert wie zu der Zeit, in der sie unter Fletchers Führung gestanden hatte. Dann… dann war Warrick passiert. Oder besser gesagt Althea. Althea McMahon, ihre liebende Mutter, die es nicht hatte mit ansehen können, dass ihr Sohn ohne Job und Aussichten auf einen solchen dagestanden hatte. Also hatte sie getan, was sie immer getan hatte: sie hatte die Angelegenheit selbst in die Hand genommen. Sie hatte ihre Beziehungen zu allen Menschen, die schon einmal illegal mit magischen Kreaturen gehandelt hatten – und ironischerweise arbeiteten die meisten von diesen Personen fürs Ministerium – spielen lassen, dieselben Beziehungen, die auch schon Meadow in ihre aktuelle Position verholfen hatten, und hatte Warrick im selben Abteil untergebracht… zu Fletchers Nachteil. Dieser hatte nämlich wegen Warrick seinen Job verloren. Und er war sich dessen sehr bewusst. Er wusste, dass jemand aufgrund von Vitamin B an seine Position gekommen war; er wusste, dass diese Person Warrick M. hieß und nicht qualifiziert für die Stelle war. Was er nicht wusste war, dass Warrick M. Meadows Bruder war und dass sie damit nicht ganz unschuldig an der Tatsache war, dass er seinen Job verloren hatte. Doch nicht nur das: da der Hass Fletchers gegenüber ihres neuen Kollegen ein wenig fanatisch geworden war, hatte Meadow ihm bei seiner Abschiedsfeier versprechen müssen, dass sie Warrick das Leben in der Arbeit zur Hölle machen würde. Irgendwie schien Fletcher der Gedanke, dass noch jemand außer ihm selbst an seiner Situation litt, zu helfen mit ihr umzugehen. Also tat Meadow was sie konnte. Mehrmals pro Woche traf sie sich mit Fletcher zum Mittagessen und jedes Mal berichtete sie ihm von all den Gräueltaten, die sie dem Jobdieb angetan hatte, wobei sie normalerweise nur etwa die Hälfte frei erfinden und den Rest lediglich etwas ausschmücken musste.

Gibt es noch Fragen?“, ertönte plötzlich die Stimme ihres Vorgesetzten, der sie und Taylor in den letzten fünf Minuten, in denen Meadow geistig abgedriftet war, über ihren aktuellen Fall gebrieft hatte. Grob hatte Meadow mitbekommen worum es ging… erstarrte, fliegende Menschen in der Winkelgasse… oder so. Mücken, vermutlich importiert aus dem Ausland, hoffentlich nicht von ihrer Mutter, sollten die Übeltäter sein. Als EXPERTE für magische Kreaturen und einzige Person der Abteilung, die sich an diesem Tag nicht krank gemeldet hatte, war Meadow mit dem Auroren Taylor gepaart worden, um die Mücken einzufangen und die herumfliegenden Menschen zurück auf den Boden zu bringen. Meadow hatte nicht die geringste Idee, wie man bei einer Aufgabe wie dieser vorzugehen hatte und baute schwer auf Taylors Expertise, bzw. auf das Noch-Erscheinen ihres Bruders Warrick, dessen Abwesenheit scheinbar nur ihr aufgefallen war.
Etwa zwei Minuten lang wurden Taylor und ihr noch Details über Vorgehensweisen und Sicherheitsvorschriften vorgebetet, wobei es sich hier eher um Standartfloskeln als hilfreiche Hinweise handelte, dann wurde beiden in leuchtend gelbe Schutzanzüge geholfen, die vor den Stichen der Mücken bewahren sollten... Theoretisch.

Bist du soweit?“, fragte Taylor Meadow, nachdem sie ihren letzten Reisverschluss am Kopfteil des Anzuges zugezogen hatte und nun gegen einen klaustrophobischen Anfall ankämpfte. Sie nickte und fragte sich, ob diese Geste aufgrund des massigen Anzuges überhaupt erkennbar gewesen war. Im selben Moment, in dem sie sie deutlicher bzw. theatraler hatte wiederholen wollen, spürte sie wie Taylor nach ihrem Arm griff und sie gemeinsam zum Ort des Geschehens apparierten.

Meadow wusste nicht was sie erwartet hatte. Vermutlich, dass die erste Aufregung sich bereits gelegt hatte und sie eine völlig leere Winkelgasse vorfinden, für eine halbe Stunde nach den Mücken suchen und dann erfolglos zurück ins Ministerium kehren würden, wo ein trockener Bericht über das Ganze verfasst werden würde, um den Fall dann ins Archiv zu geben. Doch dem war nicht so. Ganz und gar nicht. Vermutlich lag ihre fälschliche Annahme an der Tatsache, dass Meadow noch niemals pünktlich an einem Tatort aufgetaucht war, denn tatsächlich war genau das Gegenteil der Fall. Sie waren in das pure Chaos hineinappariert und ihr Auftreten in den großen, klobigen Schutzanzügen hatte die ohnehin schon herrschende panische Grundstimmung wohl noch intensiviert. Überall rannten Menschen umher, manche starrten panisch in den Himmel und schützten ihre Gesichter mit den Händen, andere hatten sich in einem Halbkreis an einer Stelle etwas weiter von ihnen entfernt versammelt. Mücken konnte Meadow allerdings nirgends erkennen, weshalb sie den Helm ihres Schutzanzuges abnahm, da dieser begonnen hatte zu beschlagen und ihre Sicht enorm eingeschränkt hatte. Taylor tat es ihr nicht gleich. Sein Helm war auch nicht beschlagen, was mehr oder weniger eine perfekte Erklärung seiner Person war.

Der Mann ging einige Schritte auf die Menge zu, hielt sich die Spitze seines Zauberstabes an die Kehle, um seine Stimme lauter wirken zu lassen und forderte dann alle auf sich zu beruhigen. Meadow schmunzelte, da die Wirkung dieser Worte selbstverständlich ausblieb. Als Taylor dies auch klar wurde, forderte er – so wie es das Protokoll verlangte – Verstärkung an, die nur ein paar Sekunden später und ebenfalls in Schutzanzügen auftauchte und die Menschenmenge auflöste. Meadow betrachtete die Szene ohne etwas zu tun, was von einer kleinen Gruppe Schulkinder beobachtet wurde. Nach einigen Momenten des Angestarrt-werden kam sie sich schließlich etwas dumm vor und schritt auf die Gruppe zu, die sich ich im Halbkreis um etwas versammelt hatte, das Meadow erst erkennen konnte, als sie näher am Geschehen war.
Es handelte sich um… um eine mitten in der Luft schwebende, erstarrte Frau, die Meadow im ersten Moment für eine Wachsfigur oder lebensgroße Puppe gehalten hatte, weil sie so starr war. Soweit Meadow das erkennen konnte, war die Unbekannte südländischen Ursprungs und ihr stand ein Ausdruck des Schreckens ins Gesicht geschrieben. Ihr gesamter Körper, zumindest die Teile, die nicht von Kleidung verdeckt waren, offenbarten angeschwollene, rötliche Beulen, die nur die Stiche der im Notruf bereits erwähnten Mücken sein konnten.

Kann irgendwer erklären was hier passiert ist?“, rief Meadow in die Menge und kämpfte sich nach vorne durch zu der Frau. Einen Plan hatte sie allerdings nicht.
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Evgenija Moravac
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BeitragThema: Re: Stechende Argumente   Sa 14 Jan 2017 - 2:10

Der Angriff war schnell und hart über sie hereingebrochen. Doch genau so schnell, war er auch wieder vorbei gewesen. Die grünlichen Hybriden aus Mücken und Wespen, hatten sich jedes Mal in Luft aufgelöst, wenn ihre Körper von einem Zauber getroffen worden waren. Irgendwann hatten sie nurnoch mit Flächendeckenden Zaubern gekämpft, um so viele dieser Gefährlichen zu töten, wie irgends möglich. Dann war es vorbei gewesen. Evgenija hielt noch immer Zauberstab in der Hand und atmete tief durch. Jetzt, wo sich das Adrenalin des Kampfes langsam verflüchtigte, spürte sie Erschöpfung. Was war das nur für ein verfluchter Tag? Gestern musste man ihr die Getränke aus der Hand reißen, heute musste man sie umrennen, nur damit dann diese Plage über sie hereinbrach? Sie beantwortete die Frage des Zauberers nicht, welcher ihre Verteidigung so wirkungsvoll organisiert hatte und sich nun der Unversehrtheit der Kampfgefährten versicherte.

Die Menschen sahen immer noch sorgenvoll in den Himmel und hielten Krampfhaft nach den widerlichen Tieren Ausschau. Zum Glück waren sie deutlich größer als normale Insekten und waren so deutlich zu erkennen. Überall huschten panische Blicke durch die Luft. Eltern hielten ihre Kinder an sich gerafft, welche sich tief in diesen Schutz vergruben. Dieser Schock hatte tief gesessen. Noch immer standen Evgenijas Muskeln unter Spannung. Ihr Körper war noch immer darauf gefasst, sich jede Sekunde verteidigen zu müssen und vielen anderen musste es ebenso, denn als die gelben Gestalten unter sie apparierten, hoben sich noch im selben Atemzug über ein Dutzend Stäbe und richteten sich auf die Neuankömmlinge. Die Luft war zum zerreißen gespannt und es war abzusehen, dass nur eine falsche Bewegung einen wahren Hagel aus Zaubern entfesseln würde. Einer der Neuankömmlinge trat vor und ließ laut seine Stimme erklingen, mit der Anweisung Ruhe walten zu lassen. Doch noch immer suchten Menschen in Hauseingängen Schutz. Kinder versteckten sich noch immer bei den Eltern und die Stäbe blieben immer noch auf die Menschen in Gelb gerichtet. An diesem Tage wollte eindeutig niemand mehr überrascht werden. Aus dem Nichts apparierten immer dieser Gestalten herbei und gerade wollte ein übereifriger junger Mann den ersten Schlag abgeben, als der Mann mit dem Backenbart und Zylinder einschritt.

"Zauberstäbe runter!" bellte er. Er hatte das M des Ministerium auf den Anzügen erkannt  und bedeutete nun den aufgebrachten Zauberern und Hexen die Stäbe zu senken, welche zögerlich gehorchten. Auch Evgenija ließ den ihren sinken. Anscheinend drohte ihr keine Gefahr mehr. Eine Frau hatte ihren Helm abgenommen und kam auf ihren kleinen Kreis zu, während die anderen die Verängstigten Bürger langsam beruhigten und der Trubel sich langsam auflöste. Die bebrillte Frau in dem albernen gelben Aufzug drängte sich zwischen ihnen hindurch, während sie sich nach dem Vorfall erkundigte und blieb vor, in der Luft schwebenden Spanierin stehen, deren Haar sich sogar versteift hatte. Evgenija hatte gerade den Mund aufgemacht, klappte ihn jedoch wieder zu, als der selbe Zauberer mit diesem dominanten Auftreten seinen Zylinder abnahm, als er zu sprechen anfing.

"Miss, mit Verlaub. Arnold von Ginsburry mein Name. Es war eine ziemliche Überraschung. Wir wurden einem Schwarm von Wesen angegriffen, von denen ich noch niemals gehört, geschweige denn sie gesehen habe." Russel, der Ehemann der Spanierin hatte inzwischen neben seine Frau gekniet und begann ängstlich und leise auf sie einzureden. Arnold räusperte sich und fuhr inzwischen wieder fort. "Aber ich fange besser am Anfang an. Ich kam gerade hier entlang, als ich einen Streit mitbekam, zwischen dem zum Glück einzigen Opfer des Angriffs..." Er deutete auf die Spanierin. "...und dieser jungen Frau dort." Nun deutete er auf Evgenija.

"Die beiden haben sich ziemlich unflätige Beschimpfungen an den Kopf geworfen, aber soweit ich es sehen konnte, hatte sich niemand angeschickt den Zauberstab zu zücken. Dann landete eines dieser Wesen auf der Schulter des Opfers und stach ohne zu zögern zu, mehrmals, wieder und wieder. Ich brauchte leider zu lange um die Situation zu realisieren und mein Schockzauber, der das Wesen traf kam zu spät. Dann kamen sie. Ein ganzer Schwarm war aus dem Nichts erschienen und ich meine aus dem Nichts erschienen. Es war ein ziemlicher Ansturm. Wir haben uns gegenseitig den Rücken gedeckt und haben sie zurück getrieben. Sobald diese Wesen starben, lösten sie sich auf, was erklärt, warum sie hier keine Überreste sehen. Dann tauchten sie auch schon auf. Ich entschuldige mich noch einmal in aller Form dafür, dass sie umgehend bedroht wurden, Frau Aurorin, aber ich denke sie verstehen, wie angespannt wir waren. Jedenfalls war es das soweit." Er nickte zufrieden, in dem Wissen nichts ausgelassen zu haben.

Evgenija war ein wenig kalt geworden, als die Geste des Zauberers und aller Augen sich danach auf sie gerichtet hatten. Sie sah sich unschlüssig um und kratzte sich am Hinterkopf, als ein weiterer Zauberer vortrat. Er lief leicht gebeugt und wirkte eher wie ein klappriger Vogel in Schwarz. Die lange scharf geschnittene Nase bestärkte diesen Eindruck noch zusätzlich. Er furchte die Stirn und verengte die scharfen grauen Augen, als er Evgenija musterte. "Verzeihen sie Miss..." Erhob er seine kratzige, lächerlich hohe Stimme, an Evgenija gewandt. "Waren sie nicht auch gestern anwesend, als sowas schon einmal passiert ist? Evgenija weitete die Augen. Was wollte dieses lächerliche Klappergestell von Mann da andeuten? Wut huschte über ihr Antlitz, als sie nun wieder die Blicke bemerkte, welche alle ihr zuwandten. "Sie wollen sagen, das ich gemacht?!" Entgegnete sie ihm drohend und hob herausfordernd ihren Zauberstab. "Wir haben Streit gemacht!" Gab sie mit gereizter Stimme in die Menge ab. "Aber dann kam Ding und hat gestochen." Ihr slawischer Akzent überschlug sich ein wenig vor Empörung, während sie mit Herausforderndem Blick die kleine Zuhörerschaft musterte.

"Und ich habe gestern nicht gesehen. Ich habe nur gehört, das passiert ist, nachdem gegangen." Sie schnaubte, noch immer leicht wütend, als Arnold die Hände hob. "Nehmen sie doch erst einmal den Zauberstab herunter, ich bin sicher das war keine Verdächtigung in ihre Richtung von Seiten dieses Herren." Versuchte er zu schlichten. "Aber ganz im Gegenteil" Erwiderte der klapprige Zauberer mit einem gehässigen Ausdruck. "Sie war die einzige, welche die kleine Kneipe verlassen hatte, bevor es passiert ist und nun passiert es hier wieder wenn sie da ist? Merkwürdiger Zufall, oder?" Evgenija explodierte fast. Sie hatte ihren Zauberstab sinken lassen, doch als sie diese direkte Anschuldigung traf, schnellte sie vor und wäre dem Unverschämten Mann fast an die Gurgel gesprungen, doch Arnold stellte sich mit abwehrend erhobenen Händen in den Weg. "Bitte bitte, so bringt das doch alles nichts. Reden wir vernünftig miteinander, was soll denn die Frau Aurorin von ihnen halten?" Evgenija schenkte dem lächelnden schwarzen Vogel noch einen wütenden Blick zu, und drehte sich demonstrativ mit verschränkten Armen um.
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BeitragThema: Re: Stechende Argumente   Di 14 Feb 2017 - 14:57

Sicher zehn bis fünfzehn Augenpaare waren auf Meadow gerichtet, was der jungen Frau geradezu schmerzhaft bewusst war. Schon immer hatte sie es verabscheut im Mittelpunkt zu stehen, hatte sich immer passiv gehalten, darauf gewartet, dass andere Menschen die Führung übernahmen. Mit Anweisungen, direkten Anweisungen konnte sie umgehen, konnte ihnen entweder folgen oder sie diskret ignorieren, je nach Dringlichkeit der Sache. Aber in der Rolle der Person, die Direktionen gab, fühlte sich Meadow alles andere als wohl. Deshalb war sie immens erleichtert, als eine der Personen, der an der Nasenspitze anzusehen war, dass sie gerne im Mittelpunkt standen, gerne die Zügel in die Hand nahmen, hervortrat und anfing eine detaillierte Nacherzählung der Geschichte zu geben. Alle Augenpaare wanderten von Meadow zu dem Mann; Meadows Herzschlag normalisierte sich.

Arnold von Ginsburry, wie er sich vorstellte, stach zunächst aufgrund seines Zylinders, der gut zehn Zentimeter höher als notwendig war, und seines dichten Backenbarts, der frustrierenderweise eine andere Farbe als die Haare auf seinem Kopf hatte, aus der Menge heraus. Gestützt wurde der eher schrullige erste Eindruck von einer arg förmlichen Stimmlage und Wortwahl. Aber auch auf den zweiten Blick wirkte der Mann, der jedes Alter zwischen 40 und 500 Jahren haben konnte, mehr als nur verquer. Sowohl Kleidung als auch Mimik und Haltung erinnerten an einen Aristokraten, der sich aufgrund eines unglücklichen Zufalls im falschen Jahrhundert befand und dies noch nicht bemerkt hatte. Meadow konnte ihren Blick nicht von ihm abwenden. Aus irgendeinem Grund fesselte sie das ulkige Erscheinungsbild des möglicherweise Zeitreisenden mehr als die schwebende Gestalt neben ihm, was wohl mehr als genug über sie aussagte. Nur aus dem Augenwinkel heraus beobachtete Meadow, wie sich ein spanisch… oder portugiesisch sprechender Mann sich zur schwebenden Frau vordrängte und hastig auf diese einredete. Ob der Arnold gelegentlich ein Monokel trug?

Fast im selben Moment, in dem Arnold seinen Monolog beendete, sah Meadow wie ihr Kollege Taylor in ihre Richtung sah, beschloss, dass Meadow mit der Zeugenbefragung nicht zu vertrauen war, und sich auf den Weg machte. Schon von weitem warf er ihr einen fragenden Blick zu, der so viel ausdrückte wie: „Und? Was sagen die Zeugen? Hast du es versaut?“ Meadow dachte noch darüber nach, welche neuen Informationen sie Taylor nun präsentieren würde: ein Streit, Mücken aus dem Nichts, Schockzauber, blaaaa – Sie hatte zwischendurch vergessen zuzuhören – als sich die Ereignisse plötzlich überschlugen.

Zunächst trat ein zweiter Zauberer aus der Menschenmenge heraus – warum sich die Leute so verhielten wie Figuren in einem Theaterstück, die immer zuerst einen Schritt nach vorne machen mussten, bevor sie sprechen durften, war Meadow ein Rätsel - und sprach eine willkürliche Person, eine wasserstoffblonde, nervös wirkende Frau an und schien ihr vorzuwerfen, dass sie etwas mit den Mücken zu tun hatte. In gebrochenem Englisch begann diese dann sich unbeholfen zu rechtfertigen, bevor sie ganz plötzlich ihren Zauberstab hob und damit eine stille Bedrohung aussprach. Meadow, die es versäumt hatte, irgendwie auf dieses plötzliche Zücken einer Waffe zu reagieren – sie meinte ihren Zauberstab im Büro vergessen zu haben – ließ Arnold den Vortritt, der die Situation selbst in die Hand nahm.

Meadow fühlte sich fehl am Platze, während sie zusah wie jemand anderes die Lage rettete, beruhigend auf den wütenden Mann, der mit Anschuldigungen um sich warf, einredete und gleichzeitig die frustrierte Frau mit osteuropäischem Akzent dazu brachte, ihren Zauberstab zu senken. Go, Arnold. Als er allerdings plötzlich unerwarteterweise Meadow zurück in die Situation manövrierte, aus der sie sich bisher trotz unbestreitbarer Hauptrolle hatte heraushalten können, wandte diese sich einfach vom Geschehen ab, um nachzusehen wo Taylor blieb. Dies lag nicht zuletzt daran, dass Meadow nicht danach war der Meute zu erklären, dass sie keine Aurorin war und niemals eine sein würde.

Glücklicherweise tauchte Taylor neben ihr auf, bevor das Thema weiter vertieft werden konnte. Meadow, die noch nie in ihrem Leben so froh gewesen war den 12-jährig wirkenden Auroren zu sehen, öffnete ihren Mund und begann mit einem langen: „Ehh“, bevor sie von einer Frau aus der Menge unterbrochen wurde. „Die da war‘s!“, rief diese in hetzendem Tonfall. Meadow musste nicht hinsehen, um zu wissen, auf den wen die Frau zeigte. Stattdessen blickte sie zu Taylor hinüber. 

Scheinbar war sie hier als das letzte Mal genau das Gleiche passiert ist… oder so“, erklärte Meadow und hoffte, dass sie die Situation richtig verstanden hatte. Taylor nickte.

Dass die Menge kurz davor war sich in einen wütenden Mob zu verwandeln, schien auch er bemerkt zu haben, weshalb er der angeschuldigten Frau einen abschätzenden Blick zuwarf und dann ruhig und in sachlichstem Tonfall sagte:

Mam, wenn Sie bitte mit uns mitkommen könnten, wir haben ein paar Fragen zu dem Geschehen.“ Er zeigte in Richtung des Erste-Hilfe-Zeltes, das provisorisch auch als Befragungszelle für Verdächtige benutzt werden konnte, da es unmöglich war aus diesem herauszuapparieren. „Machen Sie sich keine Gedanken, Sie sind nicht in Schwierigkeiten. Wir möchten nur sichergehen, dass wir alle notwendigen Informationen über das Geschehen haben.“ Meadow musste sich ein Grinsen verkneifen. Oh, Taylor, du unendlich kompetente Person.

@'Evgenija Moravac' @'Warrick McMahon' // & Entschuldigt die Wartezeit. //
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BeitragThema: Re: Stechende Argumente   Di 14 Feb 2017 - 18:11

Evgenja kochte. Noch immer juckte es ihr in den Fingern, diesen Mann einfach den Hals umzudrehen. Sie kniff die Augen zu, als sie spürte, wie diese sich langsam verformten und zu geschlitzten Reptilienaugen wurden. Das Blut rauschte durch ihren Kopf, doch irgendwie schaffte sie es irgendwie unter dieser enormen Wut ihre Augen wieder in ihre normale Menschliche Form zu bringen. Dieser kleine Kampf benötigte ihre ganze Willenskraft. Bild blitzten vor ihren Augen auf, wie sie diesem Drang einfach nachgab und sich in ihrer anderen Gestalt, der eines kleinen Drachens auf dieser Figur stürzte. Es würde sich so gut anfühlen, es wäre richtig in dieser Form zu sein.

Dies war ihre zweite natürliche Haut. Nein. Sie musste sie selbst bleiben. Langsam kam sie ein wenig zur Ruhe. Hier waren zu viele Menschen, ebenso wie ein Haufen vom Ministerium. Wenn diese erfuhren, wer sie wirklich war, wäre das relativ entspannte und normale Leben in London vorbei und wenn sie erkannten, was sie war, würde das auch vermutlich so einiges nach sich ziehen. Beruhigen! Beruhigen! Sie dachte an das Meditationstraining, welches sie mit dem Zauberer Dax absolviert hatte, obwohl sie darin niemals sonderlich erfolgreich war. Auch die Art dieses Zauberers musste sie ausblenden, wenn sie sich nicht direkt wieder aufregen wollte.

Ja. Endlich gelang es ihr mehr Fassung zu bewahren, während ihre menschlichen Augen wieder über die Anwesenden schweiften. "Die da war's!" Aus. Das war das Ende. Die beiden Ministeriumsmagier schienen sich zu besprechen, als der junge und selbstgefällig blickende Auror sie ansprach. Evgenija verstand seine Worte nicht einmal richtig. Sie fühlte sich eingeengt. Umzingelt. Für kurze Zeit war sie wieder in den Wäldern Ungarns, dann Polen, dann Deutschland. Die Augen um sie herum schienen sie mit jeder Sekunde erneut anzuklagen. "Die muss es gewesen sein!" Keifte das Frauenzimmer erneut, ein feistes Stück, mit grell geschminkten Lippen und einem Zelt von Zauberumhang, welches von einer braunen Dauerwelle gekrönt wurde.


"INCARCERUS!"
Brüllte sie in die Richtung der Frau und aus ihrem Zauberstab lösten sich Seile, welche Arme, Beine und Kopf dieser Frau umschlungen und sie stark genug einquetschten, dass ihre Körpermassen über die Seile quoll. Die Frau fiel schockiert zu Boden und sie fiel direkt in die Arme einiger aufächzender Umstehender. Sofort wirbelte Evgenija zu dem Auror um. Sie würden sie nicht fangen. Die Lichtung! Die Zauber welche nach ihr brüllten. Erde die neben ihr aufspritzte. Feuer, das gierig nach ihr leckte. Die geifernden Rufe der Schergen ihrer Familie. Wut und ein Hauch von Verzweiflung stand in ihrer Miene, als sie schützend ihren Zauberstab hob und dem Auror mit Beserkerhaften Wildheit in die Augen sah, wie ein in die Enge getriebenes Tier.

"ICH HABE NICHT GEMACHT!" Brüllte sie hysterisch. Zischend sog sie Luft durch die Zähne, während sie sich abschätzend umsah. Überall Gesichter, überall Gegner. Sie trat einen Schritt nach hinten. Weg von dem Zelt, in welches der Auror gewiesen hatte. "ICH HABE NICHT GEMACHT! LASST MICH IN RUHE!" Die Verzweiflung in ihrer Stimme nahm zu. Warum bestürmten diese Leute sie so? Regen. Das nasse Gesicht des Auroren vor ihr, sah sie verzweifelt gebrochen, als ihr Feuerball auf ihn zustürmte und ihn verzerrte. Dunkelheit. Das Verließ, Ugrens Gesicht. Hatten sie sie gefunden und dies war ein Trick um sie zurück zu holen?

"Beruhigen sie sich doch!" Sie hörte die Worte von Arnold wie durch Watte gefiltert. Tief im Inneren wusste sie sehr gut, dass sie mit dieser Aktion nicht gerade ihre Unschuld beteuerte, aber ihre Emotionen hatten die Oberhand gewonnen. Wieder blickte sie sich um, schien abzuwägen, bis sie den Vogelartigen Zauberer sah, dessen Gesicht ein selbstzufriedenes Grinsen trug.

Der Auror Taylor versuchte einen Schritt auf sie zu zu machen und noch etwas zu sagen, doch sie hob nur wieder mit wachsamer Miene den Zauberstab. Gab es hier denn niemanden, der auf ihrer Seite war? Ihr Blick hastete über die Menge, bis sie diese Aurorin sah, die sich bisher zurück gehalten hatte. Sie war die einzige, welche sie bisher nicht angeklagt hatte. "Ich habe nicht gemacht..." Ihre Stimme zitterte, als sie diese an die Aurorin wandte. Taylor fühlte sich sichtlich übergangen und ein Verärgerter Zug huschte über sein Gesicht. Er hatte glänzen wollen. Er hatte die Situation nach Fachbuch deeskalierend lösen wollen und nun.... wurde er einfach ignoriert, wenn er nicht gerade bedroht wurde. "Vielleicht solltest du mit dieser Zeugin reden Maedow und ihr klar machen, dass sie bis JETZT nur das ist, eine Zeugin." Taylor's Stimme war leicht beißend in ihrer Richtung gewandt. Es war dem stolzen Bilderbuch-Auror anzumerken, das es ihm gar nicht gefiel, dass er es wohl nicht vermochte sich hier vor dieser besonders hervorzutun. Am liebsten hätte er sie allein für diese Drohung bereits fest genommen.
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Warrick McMahon
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Charakterbogen
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3800/4000  (3800/4000)

BeitragThema: Re: Stechende Argumente   So 19 Feb 2017 - 0:01

Warrick hatte einen langen, erholsamen Schlaf genossen, das heiße Wasser in der Dusche verbraucht, die letzten Cornflakes mit der letzten Milch gefrühstückt, wobei er beide Verpackungen wieder an ihren ursprünglichen Ort zurückstellte, um Wegwerfen und Einkaufen jemand anderem (Meadow) zu überlassen, und war gerade dabei gewesen, ein geeignetes Versteck für  Meadows Zauberstab, den sie auf der Küchentheke liegengelassen hatte, zu finden, als ihm eingefallen war, was den ganzen Morgen über schon in seinem Hinterkopf gelauert hatte: Es war mitnichten Sonntag, sondern vielmehr Dienstag, was bedeutete, dass er zum dritten Mal in ebenso vielen Wochen mehrere Stunden zu spät zur Arbeit war. Kurz zog er in Erwägung, sich einfach krank zu melden, bis er sich wieder an die Natur seines Jobs erinnerte. Das letzte Mal, dass er tatsächlich „gefährliche Geschöpfe“ beseitigt hatte, so wie es in seiner Berufsbeschreibung stand, war beim letzten Besuch zuhause bei seinen Eltern gewesen. Davor? Warrick war sich nicht sicher, ob es ein Davor auf seiner Etage jemals gegeben hatte. Der Grund dafür lag nicht, wie man meinen könnte, daran dass es nie Vorfälle gegeben hätte, die die Aufmerksamkeit des Ministeriumsbereiches zur Beseitigung gefährlicher Geschöpfe auf sich ziehen würde. „Würde“ war hier das entscheidende Wort. Warricks Kollegen würden, so war die allgemeine Vermutung, höchstwahrscheinlich auf jede Menge Vorfälle aufmerksam werden, die sich in London und Umgebung zutrugen und die streng genommen zu ihrem Aufgabenfeld zählten, sofern sie denn daran interessiert wären, letzterem nachzugehen. Praktisch sah die Lage so aus, dass alle Mitarbeiter jedes Mal Ching-Chang-Chong spielten, um zu entscheiden, wer ans Telefon ging, und zu dem Zeitpunkt, an dem der Unglückliche ausgewählt war, der Klingelton jedes Mal schon wieder verstummt war. Bisher hatte noch nie jemand versucht, ein zweites Mal anzurufen. Folglich war nicht davon auszugehen, dass die Abteilung ausgerechnet an diesem Tag einen Notfall klären musste, beziehungsweise dass irgendjemand den Hörer abhob, um von einem solchen zu erfahren. Den Krankentag konnte Warrick sich also bedenkenlos für eine andere Gelegenheit aufheben.

Auf dem Weg zur Arbeit, die inzwischen offiziell vor knapp dreieinhalb Stunden begonnen hatte, machte Warrick lediglich einen kurzen Stop bei dem Coffeeshop um die Ecke, ehe er mit nur vier Stunden Verspätung endlich durch die Aufzugstüren in seine Abteilung eintrat.
Der Empfangstresen war leer, was nicht weiter verwunderlich war. Meadow hatte Meryl, die Empfangsdame, schon mehrmals beiläufig erwähnt, und auch andere Kollegen Warricks hatten ihren Namen gelegentlich in den Mund genommen, weshalb Warrick sich ihrer generellen Existenz relativ sicher war. Bisher fehlte ihm allerdings jeglicher Beweis dafür, da Meryl in all den Wochen seit seinem Jobantritt noch nicht ein einziges Mal aufgetaucht war. Ohne sie je kennengelernt zu haben, bewunderte Warrick sie zutiefst.

Ebenso wenig überraschend war es, dass die ganze Etage menschenleer war. Vermutlich hatte das Telefon zur Abwechslung doch zweimal geklingelt, und alle Mitarbeiter hatten zufälligerweise gleichzeitig beschlossen, eine frühe Mittagspause zu machen. Ohne jede Erwartung, seine Schwester vorzufinden, stieß Warrick die Tür zu ihrem gemeinsamen Büro auf, und blieb wie angewurzelt stehen. Auf seinem Schreibtisch klebte ein Zettel. Ein Zettel, beschrieben in Meadows unordentlicher Handschrift. Fast so, als hätte sie ihm etwas mitteilen wollen. Etwas – Warrick wagte kaum, die Worte auch nur in Gedanken auszusprechen – Arbeitsrelevantes. Mit einem Stirnrunzeln und dem Wissen, das er in diesem Moment, von dem mit Kaffee beflecktem Hemd einmal abgesehen, Gus zum Verwechseln ähnlich sah, griff er nach dem Papier.

***

Mit einer Box Donuts in der einen und seinem Zauberstab in der anderen Hand bahnte Warrick sich einen Weg durch die Menge, die sich aus einem ihm noch unerfindlichen Grund mitten in der Winkelgasse gebildet hatte. Für den Bruchteil einer Sekunde überlegte er, einfach wieder zu gehen, als jemand ihn am Zauberstab-Handgelenk packte und aus dem Gedränge zog. Warrick fand sich in einer Nische zwischen einem Eiscafé und einem Buchladen, der sich auf Bücher zur Anleitung vom Züchten magischen Gemüses spezialisiert hatte, gegenüber von George John Taylor Jr., dessen Namen Warrick nur kannte, weil der Mann dafür gesorgt hatte, dass so ziemlich jeder einzelne Ministeriumsangestellte innerhalb kürzester Zeit, seit Taylor die Aurorenabteilung übernommen hatte, um seine Anstellung gebangt hatte. Taylor war effizient auf eine Art und Weise, die Warrick unbehaglich machte. Jedes Mal, wenn er auf den Auror traf, verspürte er ein wages Gefühl der Unzulänglichkeit, das er mit Witzen über den Arbeitseifer des anderen kompensierte.
Heute war das erste Mal, dass er Taylor in etwas anderem als Anzug und Krawatte sah, obwohl dieses Outfit mutmaßlich nur unter dem leuchtend gelben Schutzanzug versteckt war.

„Uhm“, sagte Warrick und gestikulierte unbestimmt in Richtung der Schutzkleidung, während er versuchte, seine Frage in Worte zu packen. „…Mhh?“  Taylor schloss kurz die Augen und kniff sich in den Nasenrücken, so als fehlten auch ihm die Worte, um Warricks Inkompetenz auszuformulieren.
„Diese Schutzkleidung dient zu unserem Schutz. Warst du nicht bei der AAVM?“ AAVM stand für Abteilung für Arbeitsschutzkleidung und Vorbeugende Maßnahmen, und Taylor war der einzige Mensch im ganzen Ministerium, der diese Abkürzung verwendete. Beziehungsweise Abkürzungen generell. Ein weiterer Beweis für seine Effizienz.
Warrick zuckte mit den Schultern und verlor kurzzeitig die Kontrolle über die Donutbox. Taylor fing sie reflexartig auf, nur um sie dann finster anzusehen. In Warricks Vorstellung hatte Taylor noch nie in seinem ganzen Leben etwas Ungesundes wie Donuts zu sich genommen. „Donut?“, bot er dennoch an. Der Auror streckte ihm wortlos die Box entgegen.
„Also, was ist passiert? Mord? Totschlag? Ein Streit zwischen Liebhabern? Irgendwas, das den Bericht später nicht sterbenslangweilig machen wird?“ Taylor zeigte nicht einmal den Anflug eines Lächelns.

Stattdessen deutete er ruckartig in Richtung des mehrere Meter weiter aufgebauten Erste-Hilfe-Zeltes, in dem Warrick zu seinem Entzücken Meadow, ebenfalls in quietschgelbem Schutzanzug und offenbar inmitten einer Befragung, entdeckte.
„Bitte lass dir die Details von deiner Schwester schildern. Glücklicherweise liegt die größte Gefahr für den Augenblick hinter uns, deine fehlende Ausrüstung wird deine Sicherheit also nicht signifikant beeinträchtigen. Für die Zukunft aber bitte ich dich, die möglichen Auswirkungen von mangelnden Sicherheitsvorkehrungen in Erwägung zu ziehen. Über deine chronische Unpünktlichkeit reden wir noch.“
„Jawohl, Sir“, sagte Warrick salutierend. Taylors Gesichtsausdruck blieb unverändert starr. Warrick senkte die Hand und schlenderte gemächlich zum Zelt.

***

„Sind Sie geschäftlich oder privat hier?“, fragte Meadow, einen Notizblock in der Hand. Warrick, der sich von hinten angeschlichen hatte, warf neugierig einen Blick auf das Blatt. Er erkannte mehrere Kringel, eine halb ausgemalte Schlange, die sich über das Papier erstreckte, und ein Strichmännchen, das sich von einer Klippe stürzte.
Ohne der hellhaarigen Frau Gelegenheit zum Antworten zu geben, setzte Warrick sich neben seine Schwester und stellte die offene Donutbox auf den Tisch, der sie von der … Zeugin? Verdächtigen? trennte.
Für ein paar Sekunden herrschte Schweigen. Dann schob Warrick die Box zu der jungen Frau, die ihm und Meadow gegenüber saß, und verschränkte die Arme hinter seinem Kopf.
„Sooo“, sagte er an die Frau gerichtet. „Du bist also die Verantwortliche für…was auch immer das hier ist?“

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