Harry Potter - Foren-RPG
 
StartseiteFür NeulingeNeulingsportalMitgliederAnmeldenLogin
Gryffindor

38 Punkte

Slytherin

111 Punkte

Ravenclaw

46 Punkte

Hufflepuff

102 Punkte
____________

Orden

114 Punkte

Professoren

2 Punkte

Todesser

0 Punkte

Ministerium

6 Punkte

Gesucht:


Unterricht (Gruppe 3):




Zu Starten:

Zu Beenden:

Wichtige Eilmeldungen
des Tagespropheten:


Umloggen
Benutzername:

Passwort:


Teilen | 
 

 Irrungen & Wirrungen

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten 
AutorNachricht
Maeve O'Hara
Hexe
avatar

Anzahl der Beiträge : 62
Anmeldedatum : 03.12.16

Charakterbogen
EP:
5600/5800  (5600/5800)

BeitragThema: Irrungen & Wirrungen   Di 13 Dez 2016 - 0:42

Irrungen & Wirrungen
Gero Warin Schofelskohl & Maeve O'Hara
20. September 2014
Hohes Venn, Belgien

Die Sonne war untergegangen und Maeve steckte tatsächlich noch in dem belgischen Hochmoor fest, welches gemeinhin als 'Hohes Venn', 'Hautes Fagnes' oder auch 'Hoge Venen' bekannt war: Kurzum, es handelte sich bei diesem Ort um ein sich größtenteils in Belgien, aber auch Teilen von Deutschland spannendes Naturschutzgebiet, welches hauptsächlich aus Sumpfland bestand. Für eine Archäologin wie Maeve, welche die meisten ihrer Ausgrabungen und Forschungen in den warmen Regionen Italiens und Ägyptens durchgeführt hatte, war das feuchte Sumpfgebiet kein Ort der ihr allzu großes Wohlbehagen bereitete. Immerhin war der Herbst bereits angebrochen und die Feuchtigkeit entsprechend der eher kühlen Temperatur erträglich. Maeves blasse Haut tat diese Umgebung daher besser als die sengende Hitze Ägyptens, auch wenn sie jenes Land und dessen Bedingungen mittlerweile sehr gut kennengelernt hatte.
Der an diesem Tag aufgekommene dichte und hohe Nebel, sowie die Anwesenheit eines Hinkepanks schufen im Zusammenhang mit dem nun vollends verlöschenden Licht, welches es zuvor ohnehin kaum vermocht hatte durch den Nebel zu dringen, nicht gerade ideale Bedingungen für ihre kleine private und sichtlich doch recht spontane Forschungsreise in die belgischen Gefilde.
Auf einer gewöhnlichen Forschungsreise wäre sie nicht allein gewesen, doch diese hier behandelte wieder einmal einen privaten Aspekt ihres Lebens, den sie nicht mit anderen zu teilen gedachte. In diesem Moor sollte ihren Nachforschungen zufolge eine Ansammlung von Ruinen aufzufinden sein, die einst, bevor Verfall und Verwaisung durch Zeit, Witterung und Vertreibung stattfanden, einen Forschungskomplex beachtlicher Größe mit Spezialisierung auf dem Alchemismus bildeten.
Ihrem Wissen nach wurden besagte Ruinen seit Jahrhunderten nicht mehr aufgesucht, zumindest wies im Vorfeld nichts darauf hin, sodass Maeve auch niemandem von ihrer Reise in das belgische Sumpfland berichtet hatte, um etwaige Konkurrenz und möglicherweise aufkommende Fragen zu dem Gegenstand dieser Forschungsreise zu vermeiden. Erhoffen tat sich die Hexe von der Entdeckung dieses Ortes mögliche verschollene Werke, sowie seltene Reagenzien und einzigartige Rezepte.
Die Wanderung durch die weitläufige Sumpflandschaft verhinderte es, dass Maeve sich in der ansonsten so sehr von ihr präferierten, lockeren und eleganten Mode der 20er Jahre kleidete. Stattdessen trug sie eher praktische Kleidung, die es ihr ermöglichte ohne allzu große Probleme durch das unwegsame Gelände zu streifen. Doch Maeve wäre nicht sie selbst, wenn sie nicht trotz dieser Tatsache eine gewisse Eleganz an den Tag legen würde. So hatte sie selbst für derlei Zwecke Kleidung ausgewählt, die ihrer Figur und ihrem Geschmack entsprachen und daher nicht ausschließlich zweckdienlich wirkten, wenn es dennoch vordringlich auf Nutzen ausgelegt war. Die bereits längere Zeit andauernde Wanderschaft durch das weitläufige Gebiet haben ihre Spuren an der schönen Hexe hinterlassen und ihr für diesen Aufenthalt eine gewisse wilde Schönheit verliehen. Nichtsdestotrotz haftete ihr der sie stets begleitende Duft von Lavendel an, der sich durch einen speziellen Zauber weniger leicht verflüchtigte als es bei einem gewöhnlichem Parfüm der Fall war. Zu dieser Note schwang allerdings auch der Geruch von Zigaretten mit, den der sanfte Lavendel nicht völlig zu verdrängen vermochte. Es war möglich solche anhaften Gerüche zu trennen und beispielsweise die Spuren ihres Zigarettenkonsums zu verbergen, doch war dies deutlich komplexer, als es klang und in dieser Wildnis wirklich nicht vonnöten.
Sie lehnte sich zum Zwecke einer kurzen Verschnaufspause an einen hohlen, grauen, toten Baum und ließ ihren Blick schweifen. Viel sah sie nicht, denn war die Sonne bereits kurz als beinahe blutig leuchtender Feuerball hinter dem Horizont zu verschwinden. Die roten Strahlen durchbrachen nur hier und da den Nebel und verliehen dem ganzen Gebiet in diesem Moment etwas gar Morbides.
In ihren Augenwinkeln erkannte Maeve eine andere, ebenfalls eher undeutliche Lichtquelle, doch im Gegensatz zu der natürlichen der Sonne, war diese künstlicher Natur und entsprang der Laterne desjenigen Hinkepanks, der sie bereits seit geraumer Zeit verfolgte und nicht aufgab sie in tiefe Löcher führen zu wollen, die sich mancherort im Moor verbargen, von Vegetation, sowie Nebel und nun auch aufziehender Dunkelheit verhüllt.
Diese geisterhaften, einbeinigen Gestalten waren nicht zu unterschätzen, denn ob man sie nun beachtete oder nicht, so waren sie doch trickreich und boshaft genug um mit beiden Reaktionen auf ihre Anwesenheit umzugehen und sich diesen anzupassen. Allein das Wissen der Anwesenheit und der Laternenschein im Augenwinkel konnte Ablenkung genug sein. Desweiteren täuschten diese Wesen Wege vor, wo keine waren, doch ebenso konnten sie Gegenteiliges tun, wodurch sie für Verwirrung sorgten, was an einem solchen Ort kein idealer Zustand war.
Maeve schwang ihren griffbereiten Zauberstab und erzeugte non-verbal eine Lichtquelle, die in der Nähe ihres Kopfes schwebte und ihr zukünftig folgen würde, um der aufkommenden Dunkelheit entgegenzuwirken. Dieser Vorteil brachte allerdings gleichzeitig den Nachteil mit sich, dass sich zwar ihr Blick auf die unmittelbare Umgebung verbesserte, doch gleichzeitig den Blick auf ferner Gelegenes erschwerte, welcher durch den umherwabernden Nebel ohnehin schon eingeschränkt war.
Ein Seufzen entkam der Kehle der brünetten Hexe, ehe sie sich von dem knorrigen, toten Baum abstieß, an dem sie eben noch geruht hatte.
Es war nun daran für die Nacht einen Unterschlupf zu finden. Natürlich trug sie eine Tasche bei sich, dessen Innenraum mittels Zauberei ungemein vergrößert war und in welcher sich unter anderem auch ein mit einem ähnlichen Zauber ausgestattetes Zelt befand, welches sie auf etwas festerem Untergrund würde aufstellen müssen um dort dann die Nacht zu überbrücken, welche sie keinesfalls auf Wanderschaft durch das beinahe verwunschen wirkende Moor zu verbringen wünschte.
Der Schrei eines ihr unbekannten Tieres ließ die Forscherin zusammenzucken. Andere hätten diesen Schrei sicherlich identifizieren können, Maeve hingegen hatte nie ein gutes Verhältnis zu der Tierwelt gehabt, ob magisch oder nicht, und hatte sich daher nie allzu sehr um dieses Themengebiet geschert, weswegen der Schrei ihr lediglich einen kalten Schauer über den Rücken jagte, klang er in ihren Ohren doch seltsam verzerrt und aus mehr als einer Richtung zu kommen.
"Langsam beginnt der Sumpf mir Streiche zu spielen...", murmelte sie leise mit ihrer eher dunklen, doch gleichsam sanften Stimme vor sich hin, als sie einen Weg entfernt vom Hinkepank einschlug und sich dabei den in ihr unweigerlich aufsteigenden, an ihr nagenden Gedanken gefallen lassen musste, ob dieses hinterhältige Wesen es nicht vielleicht genau darauf angelegt hatte.
Ein vergebliches Kopfschütteln zur Abschüttelung dieser Gedanken später, huschte etwas um ihre Beine herum, in einer Geschwindigkeit, die es ihr nicht ermöglichte, einen guten Blick auf dieses schwarze Etwas zu werfen, ehe es wieder entschwunden war. Doch sein Auftauchen war genug gewesen um Maeve aus dem Gleichgewicht zu bringen und mit dem rechten Bein, Fuß voran, in eines der erwähnten Löcher zu gleiten, was ihr unweigerlich einen Schrei entlockte, der durch die Umgebung hallte.
"Beim Kopf des Dullahan", entfuhr es ihr, erbost über ihren Moment der Einfältigkeit und Unachtsamkeit. Maeve war normalerweise eine sehr bedacht vorgehende Hexe, doch auf dieser spontanen Reise, die ihre letzte sein sollte, ehe sie sich im Frühjahr um eine Stelle an der 'Hogwarts Schule für Hexerei und Zauberei' bemühen würde, ging einfach alles schief, was in ihr allerdings eine Art Trotz weckte, den sie gar nicht von sich kannte und sie nur noch stärker dazu antrieb nicht aufzugeben. Zeit hatte sie durchaus, weswegen es umso ärgerlicher war, dass sie an diesem Tag nicht auf den Stand der Sonne geachtet hatte und mit der über sie gekommenen Finsternis des anbrechenden Herbstabends eine solche Situation heraufbeschworen hatte.
Bei ihrem Ausrutscher und dem Einsinken in den Morast war ihr Ellenbogen gegen einen hohlen, umgekippten Baumstamm geknallt, was zwar aufgrund des morschen Zustand dieses Holzes keine Schmerzen verursachte, ihr doch aber ihren Zauberstab aus der Hand schlug. Das einzige was diese Situation erträglich machte war die weiterhin über ihr schwebende weiße Lichtkugel, die Maeve davor bewahrte neben dem Morast auch noch in der Dunkelheit zu versinken.
Ihre eher kühle und geduldige Mentalität. die nach diesem kurzen Ausbruch der Frustration direkt wieder Einzug hielt, verhalf ihr zur Ruhe zu kommen und durchzuatmen.
Noch war nichts Fatales geschehen, sie steckte ein wenig fest, doch dies war nichts, woraus sie mit etwas Anstrengung und ruhiger Überlegung nicht auch selbst herausfinden würde.
Einmal atmete Maeve noch durch, ehe sie sich an dem Baumstamm klammerte, dem sie den Verlust ihres Zauberstabs zu verdanken hatte und sich mit einem Aufbegehren ihrer körperlichen Kräfte langsam aus dem tiefen Loch zog, in welches ihr gesamtes rechtes Bein versunken war. Langsam aber sicher entriss sie sich dem kalten und nassen Griff des Sumpfes und wechselte daraufhin darauf sich mit beiden Händen von dem unglücklicherweise wenig festem Boden abzustoßen, als der Winkel nach einiger Zeit ungeeignet erschien um sich weiterhin mit dem Stück toten Holz zu behelfen. Nach einigen Pausen und weiteren Minuten, die ihr weitaus länger vorkamen als sie tatsächlich waren, gelang es ihr endgültig sich aus der Umklammerung zu winden und sich wieder aufzurichten. Mit einer knappen Handbewegung schickte sie die noch über ihr schwebende Lichtkugel nach vorne um dadurch den Weg vor ihr zu beleuchten und den fallengelassenen Zauberstab daraufhin wieder aufzuheben, der, zu ihrer Erleichterung in einem kargen Busch hängengeblieben und nicht im weichen Boden versunken war.
Sie strich einmal zärtlich über ihren langjährigen Begleiter, ehe sie an sich herabsah, ihr Bein schüttelte und mit einem leichten Hitzezauber ihr Beinkleid trocknete.
Eine Drehung um die eigene Achse verriet ihr die Position des Hinkepanks, der näher war als zuvor, doch weiterhin hinter ihr.
Diese Ausgeburt...., ging es der Archäologin durch den Kopf, ehe sie vorsichtig den zuvor eingeschlagenen Weg weiter voranschritt. Es hatte keinen Sinn nun noch einen anderen Weg auszuwählen, sie blieb bei diesem und hoffte auf ein wenig festeren Boden zur Aufstellung des Zeltes.
Nach wenigen Minuten, die sie in ihrer kleinen hellen Blase inmitten des nebeligen Feuchtgebiets verbrachte, welche den Nebel nur auf wenige Meter zu verdrängen vermochte, spürte sie unter ihren Füßen etwas Festes, welches ein erleichtertes Lächeln auf das Gesicht zauberte.
Selten war das Gefühl von festem Boden unter den eigenen Füßen eine solche Erleichterung gewesen. Ohne dieses Gefühl zu zelebrieren, setzte sie ihre Tasche ab, rief mit einem Accio-Zauber das Zelt zu sich und ließ es sich mit einem weiteren Zauberstabschwenker vor sich aufbauen.
Doch gerade als sie durch die große Zeltklappe treten wollte, vernahm sie ein Geräusch, welches sie zu einer blitzschnellen Reaktion veranlasste: Mit gezücktem Zauberstab drehte sie sich um, bereit für entweder Angriff oder Verteidigung. Sie war eine mächtige Hexe, doch geschulter in defensiver Zauberei, als in offensiver, was ihr allerdings in vielen Situationen ebenso nützlich erschien.
Gleichzeitig zu ihrer Drehung erhellte sich noch die schwebende Lichtkugel um den potentiellen Angreifer zu blenden, der, sofern sich Maeve das Geräusch nicht bloß eingebildet hatte, vermutlich erst an das Licht gewöhnen musste, sollte er direkt aus den Nebeln gekommen sein.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Gero Warin Schofelskohl
Zauberer
avatar

Anzahl der Beiträge : 27
Anmeldedatum : 26.07.16

Charakterbogen
EP:
3800/4000  (3800/4000)

BeitragThema: Re: Irrungen & Wirrungen   Di 13 Dez 2016 - 15:12

Ein Ort der Magie, alter – fast vergessener – Magie, war es an dem das kleine Lager sich zusammen gefunden hatte. Das Moor war der Schutz welches diese Ruinen vor allzu neugierigen Blicken der Muggel verbarg, Irrlichter, Hinkepanks und andere Abscheulichkeiten waren hier zu finden, führten zusätzlich zu den aufkeimenden Nebeln die Menschen in die Irre. Wieviele Moorleichen es hier gab wollte der dunkelhaarige Zauberer lieber nicht wissen. Mit nur einem nekromantischen Zauber hätte man wohl seine eigene kleine Armee hier Ruhen. Und doch genoss er, zusammen mit seiner Sippe, diese Ruhe welche sich hier in dem Moor grade bei Einbruch der Nacht ausbreitete. Einige wenige Mondkühe schienen diesen Ort als einen angenehmen Platz zu empfinden, denn die kleine Herde ruhte auf einem Plateau im Moor, unweit des Lagers in dem warmer Feuerschein von einer Feuerstelle ausging.

Über diesem Feuer hin an einem Dreibein ein Kessel mit warmer Suppe, dazu reichten sie Brot und roten Burgunder. Seit Generationen hatte seine Familie hier schon auf ihren Reisen gerastet, die Hippogreife mochten zwar die Umgebung nicht sonderlich aber für ein oder zwei Nächte konnten die edlen Tierwesen es sich hier gemütlich machen. Mit einigen kleinen Leckerbissen wie Hühnern oder Frettchen – oder dem ein oder anderen Hinkepank – waren sie ganz zufrieden. Doch etwas war in dieser Nacht anders, jemand war – neben der Truppe – noch hier, jemand fremdes, das konnte man spüren, nicht weil man das Licht unbedingt zwischen den bemoosten Bäumen sehen konnte, sondern vielmehr weil sie das Verhalten der Wesen veränderte. Hier wussten sie, dass jemand war, waren zwar scheu aber nicht aufgeschreckt wie durch diese andere Person. Nun war die Frage der fahrenden Hexen und Zauberer natürlich: Freund oder Feind.

Letztes hatten sie zu Genüge, ersteres war jedoch mindestens genauso wahrscheinlich, dank eines speziellen Zaubers, welcher die Freunde an den selben Ort brachte wie die Zigeuner. Zumindest in die unmittelbare Nähe. Fraglich war es dennoch, denn diese Unruhe hielt länger, auch nachdem die Sonne schon den Horizont geküsst hatte und die Dunkelheit über ihnen hereinbrach. Immer mehr und mehr verdunkelte sich der Himmel, die Unruhe jedoch lieb, während man in der Ferne ein Licht erkennen konnte. Gero erhob sich vom Lagerplatz, legte einen Finger an seine Lippen und deutete den anderen an den Platz nicht zu verlassen. Nie war er lang genug an einer Schule gewesen um alles zu erlernen, viele hatte er sich nach und nach angeeignet, aber für einen Eindringling sollte es allemal genügen. Langsam schlich er sich näher, während er Licht, Hinkepank und die schemenhafte Person beobachtete.

Seine weichen Niffler-Lederstiefel sanken etwas in den sumpfigen Boden ein, die dunklen Augen fokussierten jedoch weiterhin die nächtliche Umgebung, während der Zauberstab sich langsam hob. Lautlos wie nur irgend-möglich bewegte er sich fort, doch sobald er seine Füße hob, schmatze das Moos, als hätte es von einer Spezialität gekostet. Ließ ihn nur ungern wieder gehen. Und doch befreite er sich gekonnt aus den Fängen. Wer sein Leben so gut wie auf der Flucht lebte, kannte die Möglichkeiten der jeweiligen Schutzorte die man aufsuchte. Geräusche verrieten die andere anwesende Person, ein Zelt welches sich aufbaute zwischen einigen Birken und anderen Bäumen lenkte ihn dann nur noch mehr auf die Fährte, bis der Kerl irgendwann zwischen den Bäumen auftauchte und ein vernehmliches Geräusch machte.

Wie lange er ihr gefolgt war, sie gesucht hatte, konnte er nicht sagen, im Moor verlor man jedwedes Zeitgefühl, aber bei einer Kleinigkeit war er sich sicher. Es musste sich um eine Frau handeln. Wer sonst würde einen dezenten Duft von Lavendel hinter sich herziehen an einem Ort wie diesem. Leicht hob er seinen Hut, kaum dass die Person aus dem Zelt zurück kam, ihn zu blenden suchte. „Einen wundervollen guten Tag,“ sprach der dunkelharige, bärtige Kerl und grinste schief. Ob sie ihn verstand wusste er nicht, denn er sprach der hier ansässigen Leute entsprechend. Ein ziemlich nützlicher kleiner Aspekt, wenn man viel auf Reisen war und an verschiedenen Orten halt machte. Man lernte mit der Zeit die Sprachen, wenn auch nicht perfekt. Jetzt aber lehnte er an dem alten Baum, schlug ein Bein über das andere, nur um die dunklen Augen auf die Hexe zu richten.

„Ein wenig behaglicher Ort den ihr Euch ausgesucht habt,“ feixte er. „Mit noch unwirtlicheren Gästen, wenn man hier alleine ist.“ Damit deutete er hinter sich, wo der Hinkepank sich noch immer aufhielt und leise zischelte. Weiter hinter Ihnen konnte man das unruhige scharren der Hufe der Zugtiere hören, während eine Eule über ihrer beider Köpfe hinweg flog. Viele Reisen hatte der Mann schon hinter sich und fast ein wenig verwundert konnte man seinen Blick erkennen, als sich die Augen wirklich an das vorherrschende Licht gewöhnt hatten. Denn irgendwie mochte die Frau nicht zu diesem Zelt und dem Ort passen, an dem sie sich befanden. Andererseits, abermals trat das schmunzeln in den Vordergrund, nichts ist so wie es scheint, man musste sich nur überraschen lassen können in einer Welt wie dieser.

Der Wille dazu musste vorhanden sein, und wenn es so war, konnte man jeden Tag aufs neue Abenteuer erleben, etwas was er auch Saphira schon mal gegenüber erwähnt hatte. Ob die kleine Südafrikanerin das wohl je verstanden hatte? Er wusste es nicht. Und es war auch irrelevant, wobei die Abenteuer mit ihr immer sehr amüsant waren, rein freundschaftlicher Natur und doch immer wiederkehrend. Sein Blick glitt musternd über die Fremde, während er also auf Worte ihrerseits wartete, so sie ihn denn verstand. Das würde man dann sehen. Aber klar war, das (noch) nichts bedrohliches von dem Kerl ausging, sondern er sich erstmal nur orientierte an dem was sich ihm dort bot. Selten traf man jemanden hier, denn die meisten wurden vom Moor verschlungen.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Maeve O'Hara
Hexe
avatar

Anzahl der Beiträge : 62
Anmeldedatum : 03.12.16

Charakterbogen
EP:
5600/5800  (5600/5800)

BeitragThema: Re: Irrungen & Wirrungen   Di 13 Dez 2016 - 20:08

Maeve blickte ihrem Gegenüber, dem Eindringling in ihre Kreise, mit ihrem durch den Nebel und das weiße Licht nur umso grauer und kälter wirkenden Augen in die seinigen, die von einem dunklen Braun waren und daher vergleichsweise warm wirkten. Ihre Miene verharrte in einer ebenfalls kalten Position, verriet ihre Gedanken nicht, die sie zu der Situation hatte.
Sie machte einen Schritt zurück, ohne den in Leder gekleideten Mann aus den Augen zu lassen, der durch seine Kluft, sowie den Hut und Bart den Eindruck eines Bilderbuch-Abenteurers machte. Bereits bevor sie ihren Zauberstab sah, war sie gewiss, dass er der Zauberei mächtig war oder sie zumindest kannte, denn er zeigte kein Erstaunen über die schwebende Lichtkugel, die sie mit einer leichten Bewegung ihrer freien Hand wieder ein wenig dimmte, um selbst auch nicht mehr dem grellen Schein ausgesetzt zu sein, oder den Hinkepank, der in der Umgebung sein Unwesen trieb. Unwissende Muggel wären vermutlich bereits ein Opfer dieses Geschöpfes oder der anderen Kreaturen geworden, die durch das Moor krauchten, weswegen dieser Gedankengang ohnehin nicht in ihr aufgekommen war.
Der Mann schien in Maeve keine Gefahr zu sehn, nahm er nach der Konfrontation doch eine lässigere Haltung ein, lehnte sich an einen Baum, überschlug die Beine und sprach sie in einem ruhigen und gar verschmitzten Tonfall auf Deutsch an. Sie erkannte die Sprache, auch wenn sie bloß wenige Brocken dieser verstand. Allerdings hatte sie bereits Muttersprachler diese nordische Sprache sprechen hören und der Mann, der nur vor ihr stand klang nicht nach einem solchen. Womöglich war es ein Dialekt oder er ging davon aus es würde sich bei Maeve um eine Deutsche handeln, da sie sich beide im deutschen Gebiet des Moores aufhielten und eine solche Schlussfolgerung entsprechend logisch erschien.
"Wer sind Sie und was tun Sie hier?", sprach sie schlichtweg auf Englisch, wobei man deutlich den Akzent Nord-Dublins heraushören konnte, sollte man in derlei Dingen bewandert sein. War dies nicht der Fall, erkannte man bloß, dass es weder ein britischer, noch amerikanischer Akzent war. Maeves Muttersprache war Irisch, doch da Englisch weitaus verbreiteter war, sprach sie letztere Sprache auch weitaus häufiger.
Höflichkeiten sparte sie sich, war dies doch keine offizielle Angelegenheit, sondern ein hoffentlich zufälliges Treffen inmitten von Wildnis und auch ging sie davon aus, dass eine Person in seinem Alter, sie schätzte ihn auf Mitte 30, der englischen Sprache mächtig war. In ihrer Stimme schwang weiterhin ein gewisser Nachdruck mit, sie war nämlich trotz seines Gebaren nicht völlig von seiner vermeintlichen Friedfertigkeit überzeugt. Theoretisch könnte dies eine Masche sein um die Hexe in Sicherheit zu wiegen. Sobald sie unaufmerksam würde, käme der Angriff. Diese Möglichkeit durfte an einem solch finsteren Ort nicht ausgeschlossen werden.
Die Geräusche des Sumpfes vernahm sie, doch konzentrierte sie sich nicht auf diese um sie genau zu identifizieren, wollte sie sich doch keine Blöße gegenüber diesem Fremden geben.
Angst verspürte sie nicht, sie fühlte sich vorbereitet und gar der Hinkepank machte einen angsterregenderen Eindruck als dieser Bartträger, in dessen braunen Augen sie kurzzeitig geglaubt hatte eine gewisse Verwunderung festgestellt zu haben, doch da das Licht zu dem Zeitpunkt noch einen stärkeren Schein ausgestrahlt hatte, war sie sich diesbezüglich unsicher.
"Legen Sie den Zauberstab beiseite und ich werde auch den meinen senken.", fügte sie noch an, um neben den geforderten Antworten auch noch aus dieser Situation zu entkommen. Es wäre leichter nicht durchgehend mit der Möglichkeit rechnen zu müssen einen Angriff einzustecken. So würde sich ein Gespräch, falls die Sprachbarriere zu überwinden war, leichter führen lassen.
Mittlerweile waren einige ihrer braunen Haarsträhnen verrutscht, fielen ihr leicht ins Gesicht und kitzelten die Haut, die sie berührten ein wenig. Hinzu kam der in ihr aufsteigende Hunger, der sich natürlich an einem denkbar schlechten Zeitpunkt bemerkbar machte. Natürlich hatte sie Proviant dabei, völlig unvorbereitet war sie niemals, egal wie spontan eine Reise war.
In einem großen Gebiet wie diesem sollte mich die Anwesenheit eines anderen Zauberers wohl nicht wundern..., dass er allerdings ausgerechnet auf mich treffen musste...vielleicht sucht er ebenfalls die Ruinen, ein wenig etwas von einem Schatzsucher hat er schließlich. So oder so, grundlos sucht niemand diesen Ort auf, es wird kein Spaziergang sein., machte sie sich ihre Gedanken, während sie auf die Reaktion des in Leder gekleideten wartete, der für den Moment das Zentrum ihrer Überlegungen darstellte, und von welchem sie hoffte er sei der englischen Sprache fähig, oder zumindest der Französischen, diese könnte sie wenigstens etwas besser verstehen als die Deutsche. Falls er keine positive Antwort geben sollte, würde sie es mit Französisch probieren. Mit Arabisch oder Italienisch könnte sie es noch versuchen, diese Sprache hatte sie für ihre intensiven Forschungen in Ägypten und Italien benötigt und konnte diese entsprechend fließend, wenn auch mit deutlichem Akzent. Danach waren die Möglichkeiten aber auch schon aufgebraucht, da sie wirklich nicht annahm, dass ein dahergelaufener Wanderer oder was auch immer er darstellte, dem Lateinischen mächtig war oder gar in der Lage war Hieroglyphen zu entziffern.
Dass unter den vielen Sprachen, mit denen sich Maeve im Grunde verständigen konnte, weder Niederländisch, noch Deutsch oder Französisch waren, stellte bis zu dieser Begegnung trotz der Lokalität kein Problem dar, schließlich waren die Texte, die sie in den Ruinen zu finden hoffte vermutlich ohnehin in einem alten Englisch verfasst, welches sie unter Zuhilfenahme entsprechender Werke selbstständig würde entziffern können. Dies war ihr wichtig, denn wusste seit dem Tod ihres Ehemannes niemand anderes mehr von ihren privaten Forschungen, die sie von ihren Ängsten befreien sollten. Solch ein heikles Thema mit jemanden zu teilen, dem sie nicht vollends vertraute, hielt sie für eine schlechte Idee, schließlich hatte selbst ihr Ehemann sie in gewisser Weise verraten, indem er hinter ihrem Rücken mit Todessern paktiert hatte. Zwar hatte sich dadurch keine Unfähigkeit bezüglich Vertrauen zu anderen entwickelt, doch blindes Vertrauen würde vermutlich nicht mehr von ihr ausgehen können.
Dem Mann vor ihr vertraute sie natürlich nicht, sie kannte ihn nicht, und in einer Lage wie dieser, inmitten eines von Nacht und Nebel umhüllten und mit allerlei Kreaturen gefüllten Sumpfes, würde dies wohl selbst die fleischgewordene Naivität nicht tun.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Gero Warin Schofelskohl
Zauberer
avatar

Anzahl der Beiträge : 27
Anmeldedatum : 26.07.16

Charakterbogen
EP:
3800/4000  (3800/4000)

BeitragThema: Re: Irrungen & Wirrungen   Fr 16 Dez 2016 - 14:32

Musternd glitt der Blick des Zigeuners über die Hexe die sich ihm zeigte, graue Augen, starre Miene, kühl, berechnend. Das gedimmte Licht ließ es ihm leichter fallen die Hexe zu mustern, da er nicht mehr geblendet wurde. Seine lockere Haltung zeugte eher davon, dass er nicht vorhatte sie anzugreifen, doch vertrauen schenkte der Kerl ihr weniger. Er war in dunklen Zeiten groß geworden und man lernte aus allem was sich einem an Abenteuern bot. Der stablosen Magie war er nur bedingt kundig, kleinere Flickereien, mehr Tricks denn wirkliche Magie, doch war die non-verbale wichtig in seinem Leben, damit man schnell handeln konnte, so man überleben wollte. Nicht immer hatte man viel Zeit den Stab zu zücken, so waren also kleine Tricks und Spielereien wichtig um das Überleben zu sichern. Wie auch jetzt das lässige am Baum stehen und die Situation beurteilen.

Seine Worte waren auf deutsch an sie gerichtet, doch war kurz darauf klar, dass sie keine Deutsche war, sondern eine Britin, ein nordischer Akzent, ob es nun eher walisisch oder irisch war, es hatte auf jeden Fall einen keltischen Einschlag. Leicht hob sich der Mundwinkel, der Bart des Kerls zuckte leicht unter der Bewegung. Dezent zückte er seinen Hut. „Man nennt mich Gero, Madam,“ schmunzelte er. „Und wie es ausschaut treibt uns beide das selbe Ziel hier her. Eine ruhige Nacht. Ich kann jedoch versprechen mit Eurem kleinen Begleiter dahinten, wird es weniger angenehm werden. Spätestens wenn er Tiere aufscheucht in der Nacht und ihr panisch das Zelt verlasst, wird er Euch zu einer der hier verschollenen Personen machen und sich an diesem Unglück laben,“ sagte er ohne umschweife, deutete auf den Hinkepank in seinem Rücken der unwirsch auf und ab wippte und auf den rechten Moment wartete.

Sein Englisch war durchsetzt von weiteren sprachlichen Einschlägen, vielleicht Französisch und Spanisch. Aber auch noch eine eher unbekannte Sprache schwang in seinen Worten mit. Sie schien jemand zu sein der direkt auf den Punkt kam, wenig rhetorisch wirkte es, eher abgeklärt und somit klar und scheinbar rational. Er selbst sprach gern und viel, mehr blumig und umschweifend, was aber auch zu seiner Welt gehörte. Wortgewandtheit war ein Gut was er mit in die Wiege gelegt bekommen hatte. Gut, zuweilen es ihm schon manches mal den Hals gerettet hatte. „Es wäre unklug den Zauberstab zu weit weg zu stecken an einem Ort wie diesen, Madam,“ meinte er ruhig und doch hatte er ihn zumindest sinken lassen.

„Hier ist man auf die Gesellschaft anderer angewiesen, wenn man sich nicht verlieren will. Nehmt diesen Rat an, es soll Euer Schaden nicht sein,“ damit stieß er sich ein wenig von dem Baum ab und drehte sich halb, nur um auf den Hinkepank zu sehen, der sich hier noch immer tummelte. „Er ist hier eine der weniger großen Sorgenkinder,“ antwortete er, während sich weitere Kreaturen in dem riechenden Moor bewegten, auf sie zu, angelockt von dem Licht, dennoch sich fernhaltend – wegen dem Licht. Man umkreiste sie schon, vereinzeltes rascheln und das knacken von Gehölz im Untergrund war deutlich zu vernehmen, durchbrach es doch die nebelverhangene Nacht. Er selbst drehte sich wieder hier.

„Sie sollten Wanderer nicht fragen, was sie an einem Ort wie diesen machen, nicht immer wird ihnen die Antwort gefallen,“ zwinkerte er, abwartend was die Hexe mit den interessanten grauen Augen nun tun würde. Ein wenig erinnerte sie ihn an Saphira, auch sie hatte er abenteuerlich kennengelernt. Und wer wusste schon, wo sich die kleine Luftpiratin jetzt grade aufhielt. Er selbst warf den Zauberstab in die Luft, nur um das Holz wieder aufzufangen. „Wir sollten zu einem sicheren Ort als diesen gehen, dort kann man sich setzen, aufwärmen, und ist geschützt vor dem was hier noch lauert.“ Das er selbst eine Gefahr sein könnte sagte er mal nicht, er glaubte nicht, dass er das zarte Weib einschüchtern musste, auch wenn natürlich das Äußere täuschen konnte, aber wann täuschte es nicht?

Meistens war doch der Weg der besonders sicher aussah eben jener, der besonders unwegsam und gefährlich war. Und der dunkelste und unwegsamste Pfad am Ende der bessere gewesen wäre. Doch, wer wusste das schon im Vorhinein. Die Lichter der Gegenwart beleuchteten nur den Pfad der hinter einem lag und ließ nur erahnen was noch vor einem zu finden war, schemenhaft. So wie die Umgebung nun war, düster und verbergend was alles in der Dunkelheit noch lauern konnte.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Maeve O'Hara
Hexe
avatar

Anzahl der Beiträge : 62
Anmeldedatum : 03.12.16

Charakterbogen
EP:
5600/5800  (5600/5800)

BeitragThema: Re: Irrungen & Wirrungen   Mo 19 Dez 2016 - 19:43

Eine ganze Weile lang sah Maeve lediglich in die tiefen, braunen Augen des Fremden, ohne sich zu bewegen oder zu sprechen. Ein leichtes Seufzen entkam ihr schließlich, ein kurzes Wedeln ihres Zauberstabes und das Zelt verschwand geschwind in ihrer Tasche, die zu ihr flog, sodass sie diese im Flug in einer fließenden Bewegung schulterte.
"Ich weiß wohl mit einem Hinkepank fertig zu werden, doch mit dem Wissen über die Anwesenheit eines Fremden in meiner unmittelbaren Umgebung stünden mir wohl wahrlich unruhige Nächte bevor. Ich denke ein Kennenlernen würde meinen Schlaf begünstigen, ich werde Ihnen folgen.", sprach sie, wobei ihre Mine nicht unbedingt aufhellte, sie schien diese Lösung als rational sinnvollste zu erachten ohne einen Kampf anzuzetteln. Darüberhinaus war ihre stark ausgeprägte Neugier geweckt. Wer war dieser Mann und was genau suchte er in diesem Sumpfland? Sie würde Antworten erhalten, wenn sie mit ihm ging.
"Doch seien Sie gewarnt: Treiben sie keine Scherze mit mir.", fügte sie an, nachdem sie sich ihm etwas genähert hatte. Ihre Augen und ihre Tonlage fügten diesen Worten den nötigen Ernst hinzu, wodurch dies nicht nach einer leeren Drohung erschien, sondern nach einer gehaltvollen Warnung.
"Außerdem bedarf ich Ihrer Ratschläge nicht. Ich befand mich bereits in ganz anderen Situationen und kam auch ohne die Hilfe eines, zugegeben interessanten, doch allemal vorlauten Fremden zurecht.", stellte sie außerdem klar, wobei ein leicht amüsiertes Lächeln auf ihren Lippen lag, welches signalisierte, dass sie seine Art, wenn sie diese auch nicht unbedingt befürwortete, durchaus als amüsant empfand.
Mit einer kurzen Bewegung des bereits gezückten Zauberstabs folgte ihr das Licht wieder, welches kurzzeitig eine feste Position angenommen hatte. Ihr Blick glitt zu dem Mann, der sich als 'Gero' vorgestellt hatte. Eine knappe Handbewegung bedeutete ihm voran zu gehen, denn schließlich gab es sich als Kenner dieser Gegend aus, da konnte er gerne die Führung übernehmen und möglicherweise Maeve vor einem Sturz bewahren, indem er diesen vollführte.
"Maeve. Maeve O'Hara ist mein Name.", erwiderte sie nach kurzer Zeit nun auch seine Vorstellung. Normalerweise war die Hexe höflicher, doch in dieser Wildnis war sie darauf gefasst gewesen für sich zu sein, nun jedoch, da ein Fremder ihres Weges kam, würde sie doch nicht unnötigerweise strikt zu diesen Gepflogenheiten der Gesellschaft zurückkehren. Sie waren schließlich nicht in der Gesellschaft, sie befanden sich im Niemandsland, wenn man es so nennen mochte. Hier galten nicht wirklich Gesetze, zumindest konnten die wenigen Naturschützer diese in einem solch gewaltigen Gebiet nicht durchsetzen.
"Nun. Werden Sie mir nun verraten, was genau Sie hier in dieses unwirtliche Land treibt? Niemand kommt wegen der Lust auf Wanderung oder Natur in die Sümpfe. Nach einem Naturforscher sehen Sie auch nicht unbedingt aus.", wiederholte sie und beachtete seinen Hinweis nicht wirklich, mit dem er dieser Frage wohl ausweichen wollte.
In den Augenwinkel bemerkte sie den aufgeregten Hinkepank.
Dieses Biest ist wahrlich hartnäckig. Es hat wohl für längere Zeit nicht mehr diese Menge an potentiellen Opfern erblickt. Für ihn wird es sicher ein wahres Fest sein. Doch habe ich kein Interesse daran auf seiner kleinen Gäste- oder Speiseliste zu stehen., ging er ihr durch den Kopf, während sie gleichsam darauf achtete den Boden unter sich, der vom Licht erhellt wurde, zu beachten, als auch die Umgebung im Auge zu haben, für den Fall, dass es einigen Kreaturen in den Sinn kommen sollte einen Angriff zu starten.
Maeve war dieses feuchte Sumpfgebiet nicht gewohnt, sie hasste es bereits vom Tag ihrer Ankunft an. Das Klima, die Kreaturen, die Unwegsamkeit, die schlechte Sicht. Es war ein wahres Grauen. Sie sehnte sich nach ihren Wüsten Ägyptens oder den Ruinenfeldern und Katakomben Roms. Dass einer ihrer Studienkollegen tatsächlich die Dschungelgebiete Südamerikas als Ort seines Wirkens auserkoren hatte, konnte sie nicht verstehen. Zum einen empfand sie die Kulturen, die sie erforschte deutlich interessanter und für Europa bedeutsamer, zum anderen würde sie das feuchte Klima auf Dauer wahnsinnig machen.
Dschungel stellte sie sich wie diese Sümpfe vor, nur wärmer und heller. Eigenschaften, die die Forschungen in diesen Gebieten womöglich ein wenig erleichterte. Ein kurzes Kopfschütteln brachte sie von derlei unsinnigen Gedanken ab. Ihre Reise in dieses Hochmoor war bedeutsam, die Strapazen des Weges würden verblassen, sollte sie tatsächlich fündig werden. Selbst wenn sie nur die Ruinen fand und nicht das Gesuchte, wäre es ein Erfolg. Als Archäologe sollte man stets etwas Wertvolles in seinen Funden sehen. Jeder Fund war auf seine Weise von Bedeutung, auch wenn es natürlich kleinere und größere Erfolge gab.
Ihr größter Erfolg war der Fund eines geradezu legendären Artefakts in Rom während einer anderen privaten Reise. An diesen Fund würde sicherlich nichts in den hier gesuchten Ruinen heranreichen, doch mit diesen Erwartungen war sie auch nicht ins 'Hohe Venn' gereist.
"Sind Sie alleine hier oder in Begleitung?", fragte sie noch, als ihr diese Frage in den Kopf schoss. Er hatte davon gesprochen diesen Ort als zu gefährlich einzustufen für eine einsame Wanderung, hatte er also Begleitung dabei oder war er ein Heuchler? Selbst ohne eine Antwort würde sie es wohl oder übel herausfinden, schließlich würde er sie voraussichtlich zu seinem Lager führen, wo sie entweder weitere Personen antraf, beziehungsweise Anzeichen für diese, oder eben nicht.
Dieser Gero hatte keinen wirklich festen Akzent, soweit sie dies beurteilen konnte, Linguistin war Maeve nicht, trotz der Tatsache, dass sie einige Sprachen fließend beherrschte. Es klang ein wenig wie eine Mischung auf verschiedensten romanischen Sprachen, doch wieso sollte jemand einen solchen Akzent besitzen? Er sprach auf eine Weise, die ihn wie eine Figur auf einem Abenteuerroman wirken ließ. Etwas altmodisch, mit Witz und Charme und in einer Tracht, wie man sie sich für einen solchen 'Helden' vorstellte. Es war amüsant, ebenso wie es eigenartig war einer solchen Person ausgerechnet an einem Ort wie diesem zu begegnen. Wüsste Maeve es nicht besser, hätte man annehmen können die Sumpfgase hätten ihre Sinne vernebelt und Gero wäre bloß ein Hirngespinst, welches sie in die Klauen des versessenen Hinkepanks locken würde und damit in die Reihe von Verschollenen einreihte, von denen der fremde Wandersmann gesprochen hatte.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Gero Warin Schofelskohl
Zauberer
avatar

Anzahl der Beiträge : 27
Anmeldedatum : 26.07.16

Charakterbogen
EP:
3800/4000  (3800/4000)

BeitragThema: Re: Irrungen & Wirrungen   Mi 4 Jan 2017 - 20:29

Ohne etwas zu sagen, hielt der Zigeuner dem Blick stand, welchen die Hexe ihm zuwarf, tief in die dunklen Augen, während ebendiese in ihren graublauen zu ruhen schienen, ohne dass er sie jedoch wie ein Objekt betrachtete sondern interessiert und abwartend. So lange, bis sie einen Laut ausstieß, wenn auch kaum hörbar, und damit ihr Zelt abbaute, scheinbar hatte er sie überzeugt. Mit einem leichten schmunzeln neigte also der Kerl den Kopf, kaum dass er die Stimme der Frau vernahm. „Wohl an,“ lachte er dunkel, aber eher weil er sich selbst als nicht so gefährlich wie manch anderes in diesen Sümpfen, Mooren und Wäldern ansah.

„Auf das die Träume ruhig sein können,“ womit er sich vom Baum abstieß. Das sie rational handelte sagte ihre Worte schon aus, denn die meisten die er kannte handelten mehr aus dem Affekt und dachten erst hinterher nach. Oder aber sie besaßen diese gesunde Mischung aus Kopf- und Bauchgefühl. „Du, treibe Du keine Scherze mit mir,“ verbesserte er sie und sah zu ihr rüber, während er den Weg einschlug. Ihr anbieten die Sachen zu tragen würde er nicht, außer sie fragte ihn danach. Weder war er ein Gentleman noch war er in diesem Sinne vorausschauend, denn sie hatte es allein schon bis hier her geschafft, also würde die Hexe es auch bis zum Lager der Truppe schaffen.

„Ich bin nicht von hoher Geburt, und so werde ich ohnehin von den meisten Geduzt, das möchte ich daher auch so belassen.“ Grinste er, während er immer weiter den Weg entlang ging und sie aufschließen konnte, dabei hielt er jedoch nicht an sondern passte seinen Schritt dem ihren an. „Zudem habe ich daran keinen Nutzen, wenn ich Scherze treiben sollte, besonders nicht in einer Gegend wie dieser,“ erklärte er ruhig, nur um schief zu ihr rüber zu sehen. „Jeder kommt einmal in die Situation einen gut gemeinten Ratschlag anzunehmen, auch ich befand mich schon in ganz anderen Situationen, aber da wo mein Heim ist, da kenne ich mich aus, so auch hier. Und jemand wie Sie, kommt nicht einfach so hierher.“

Seine Worte waren geflissentlich und ruhig gesprochen, duckte sich unter einem niedrig hängenden Ast durch ehe er weiter lief, noch immer gefolgt von dem Hinkepank. Immer tiefer ging er ins Moor, weiter sich annähernd den Platz wo die Familie, die Sippe lagerte. „Dann willkommen Maeve, mein Heim soll das deine sein für die Zeit wie Du oder auch wir hier lagern.“ In der ferne konnte man das Feuer allmählich erkennen und die ersten leisen Stimmen vernehmen, wie auch die Hippogreife, welche nervös mit den Hufen scharrten. Mit einem belustigten Lächeln drehte er sich bei ihrer weiteren Frage zu ihr um, der Mundwinkel war leicht angehoben und sie wurde gemustert.

„Du schaust auch nicht aus, wie jemand der dauernd in einem Sumpf herum wandert,“ konterte er belustigt. „Mein Weg führt mich in regelmäßigen Abständen hierher, hier gibt es keine Muggel die einen auf die schnelle finden können und damit ist es ein guter Lagerplatz, wenn man weiß wo der Boden fest genug ist.“ Er klärte er unnötigerweise, während sie sich immer weiter den Ruinen und damit dem Lager näherten. „Wir sind bald da, und ich wäre wahnsinnig wenn ich hier alleine nächtigen würde, dazu würde man sich niemals entschließen, wenn man bei klarem verstand war, oder schon einmal eine Nacht hier verbracht hat,“ es war keine Kritik an die Frau, lediglich der Hinweis, dass man es höchstens einmal hier eine Nacht alleine aushielt.

Nach einer weiteren Kurve kamen sie an einem Strauch an, den er zur Seite schob und damit den Blick auf das Lager frei gab. „Willkommen in meiner kleinen Welt,“ raunte er dunkel und hieß sie einzutreten, eingerahmt wurden die Zigeunerwagen von den Ruinen in denen sie lagerten, das Feuer prasselte und hielt die Wesen der Nacht fern, jedoch würde die Nacht nicht ohne Wächter durchgestanden werden. Aber bei den ungefähr zwölf sichtbaren Personen die reihum saßen, schien dies kein Problem zu sein.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Maeve O'Hara
Hexe
avatar

Anzahl der Beiträge : 62
Anmeldedatum : 03.12.16

Charakterbogen
EP:
5600/5800  (5600/5800)

BeitragThema: Re: Irrungen & Wirrungen   Mo 16 Jan 2017 - 21:30

Innerlich amüsierte sich Maeve ein wenig über die Art des Mannes, der sich zuvor als 'Gero' vorgestellt hatte. Seine Art sich zu artikulieren, sich zu gebaren waren ungewöhnlich, schienen doch aber in sich stimmig zu sein. Es wirkte nicht etwa aufgesetzt, sondern natürlich, es war vielmehr die Seltenheit, an der man sich wunderte, denn man traf eine solche Person nicht täglich und so war dieses mehr oder weniger zufällige Treffen in diesen weitläufigen Sumpflanden tatsächlich etwas Besonderes. Daran störte sich die Irin auch nicht, trotz ihres Widerwillens ihre Sicherheitsvorkehrungen sinken zu lassen, sie achtete auf jedes Geräusch, auf jede Bewegung ihrer neuen Bekanntschaft, versuchte alle Eindrücke aufzunehmen um nicht irgendeinem Trick, irgendeiner Falle zu erliegen. Für gewöhnlich war Maeve zwar vorsichtig und ging stets bedacht vor, doch Paranoia war keine Eigenschaft, die man ihr zuschreiben würde, doch in einer solchen Situation an einem solchen Ort konnte die Vorsicht leicht die Überhand gewinnen und zumindest leicht paranoide Züge annehmen.
Er reagierte auf ihr Siezen mit einem kleinem bisschen Hintergrundwissen, indem er davon sprach nicht aus hohem Hause zu stammen und doch bitte geduzt werden mochte. Sein Grinsen nahm dieser Bitte die Ernsthaftigkeit, doch schien dieser Mann ohnehin nicht allzu ernsthaft und grimmig zu sein, wirkte eher, als hätte er gerne einen flotten Spruch auf den Lippen, welches einen Gegenpol zu seiner weltmännischen Erfahrung in solchen Feldern darstellt. Doch Maeve war nicht gut im Durchschauen von anderen und kannte diesen auch nicht genug um wahrhaft fundierte Urteile fällen zu können. Dies waren simple Gedanken, die in ihr aufkamen, als er sie zu seinem Lager führte. Das Duzen bot sie ihm nicht im Gegenzug an, da er ohnehin nicht darauf wartete, eine Erlaubnis dafür zu bekommen, und sie auch ohne diese schlichtweg aufhörte zu siezen.
Auch behauptete er, keinen Nutzen an etwaigen Scherzen zu haben, die sie angedeutet hatte ihm zu unterstellen, wobei es ihr in diesem Fall selbst eher darum gegangen war eine Warnung auszusprechen. Einige Worte darüber, jeder könne dann und wann einen gut gemeinten Ratschlag, gesprochen aus gesammelter Erfahrung, gebrauchen, verlor er, bezog diese auch in diesem Zuge auch auf sich, um wohl zu verdeutlichen, dass er sich nicht etwa diesen verschloss.
Sie näherten sich dem Lager, sie erkannte eine Lichtquelle, die sich nicht durch Magie zu nähren schien, ein Lagerfeuer, sowie drangen Stimmen an ihr Ohr, die wohl der Gruppe angehörten, in welcher auch 'Gero' sich zugehörig fühlte. Ob er lediglich teil dieser war, oder sie anführte, falls denn eine hierarchische Struktur etabliert wurde, wusste sie noch nicht, doch dies würde sie sicherlich allein anhand simpler Beobachtung erfahren, sobald sie angekommen waren.
Sie erwiderte nichts mehr auf seine Worte, sie würden ohnehin zu anderen Themen wechseln, sollten sie ankommen und für den Moment hatte es keinen wirklichen Sinn dem Gesprochenen noch etwas hinzuzufügen. Er hatte ihre Bemerkung zurückgegeben, in welcher sie davon sprach, ihn nicht unbedingt für einen Naturforscher zu halten. Außerdem hatte er auf die Frage geantwortet, was genau er und offenbar seine Gruppe, hier trieben. Sie schienen mehr auf der Durchreise zu sein, als wirklich ein bestimmtes Ziel in diesen Landen zu verfolgen, zumindest entnahm sie diese Aussage seiner Antwort auf ihre Frage. Ein kurzes Nicken ging diesbezüglich als Reaktion von ihr aus. Sie würde womöglich bei Interesse später noch Fragen zu seiner Lebensweise stellen, doch zunächst wollte sie ankommen und ihre Sachen abstellen, die Lage sondieren.
Seine Aussage darüber, dass sich niemand mit klarem Verstand und Erfahrungen in diesem Gebiet dazu entschließen würde, alleine Nächte in diesem Sumpf zu verbringen, nahm sie zur Kenntnis, zwar war sie der Meinung, sie wäre auch alleine zurechtgekommen, doch es stimmte, dass die Gesellschaft anderer sicherlich den ein oder anderen Vorteil mit sich brachte, auch wenn sie niemanden gehabt hätte, den sie auf ihre Reise hätte mitnehmen wollen. Es war privat, nichts von einer Institution geleitetes, ihre Reputation war ohnehin zu tief gesunken, als dass sie noch gute Beziehungen zu diesen führte.
Einige Momente weiter ging ihre kleine Wanderschaft, ehe sie das Lager erreichten. Er hieß sie in 'seiner kleinen Welt' willkommen und ließ ihr den Vortritt, nachdem er Sträucher zur Seite drückte, die den direkten Weg blockierten.
Ihr Blick schweifte über die Anwesenden, die ihre Blicke voneinander und ihren Aktionen lösten und zu den beiden Ankömmlingen richteten, von denen einer fremd war. Maeve wandte kein Wort an diese Menschen, nahm an Gero würde die Vorstellung übernehmen, was für alle Beteiligten unkomplizierter erschien. Stattdessen nahm sie die Eindrücke auf, die sich ihr boten. Wagen, Zelte, Lagerfeuer, auf denen diverses köchelte und sonstige Dinge, die man auf einem üblichen Rastplatz fand. Die Wagen wurden offenbar mithilfe von Hippogreifen gezogen, diese edlen, mächtigen, vor allem aber auch stolzen und durchaus ernstzunehmenden Kreaturen würden diese Wagen durch die Lüfte bewegen und Maeve stellte sich ein solches Fliegen durch den Himmel als faszinierend und gleichsam aufregend vor. Doch weder mit Tierwesen war sie jemals zurechtgekommen, weswegen sie sich diesen Zugtieren auch nicht nähern würde, als auch auf dem Besen konnte sie nie glänzen, weswegen es einerseits attraktiv wäre auf diese Weise die Reise durch die Lüfte zu erfahren, andererseits aufgrund dem Umgeben mit diesen Geschöpfen, ebenso abschreckend. Magische Tierwesen und auch gewöhnliche Tiere neigten dazu Maeve, bereits von Kindesbeinen an, nicht zu schätzen und dies auch gerne einmal zu demonstrieren. Dies führte im Endeffekt schnell dazu, dass auch die Hexe eine Abneigung gegenüber der Tierwelt, ob magisch oder gewöhnlich, entwickelte.
Auf ihrem Rücken befand sich der Rucksack, in welchem sie das zuvor an der Stelle, an welcher Gero sie auffand,  aufgebaute Zelt verstaut hatte, sowie alle anderen Utensilien, die man für eine solche Reise, als auch ihre Arbeit benötigte.
Ihr Blick harrte nicht lange bei den Hexen und Zauberern, den Feuern, Wagen oder Tieren, sondern glitten direkt zu den Ruinen, die das Lager umgaben. Ihre Augen nahmen sofort jeden Zentimeter dieser in sich auf, sie wirkten von dieser Entfernung wie die, nach denen sie Ausschau gehalten hatte, doch waren zu klein und zu dicht beieinander, als dass sie das Hauptgebäude darstellen konnte, Zerstörung und Witterung hin oder her. Vermutlich, sofern sie mit ihrem Ziel in Verbindung standen, waren sie ein Nebengebäude, eine Auslagerung, vielleicht ein Lager.
Maeve kümmerte sich, nun, da ihre Neugier und ihr Forschungsdrang entfacht war, wenig um Etikette oder dergleichen, sie waren nicht in der Gesellschaft, sie waren in einem Sumpf. Sie durchquerte das Lager und ging geradewegs auf die Ruinen zu, stoppte vor diesen und setzte den geschulterten Rucksack ab. Sie kramte kurzerhand ein großes, ledernes Etui heraus, legte es neben den Rucksack und zückte daraufhin ihren Zauberstab, welcher ohne ein gesprochenes Wort wieder ein magisches Licht erzeugte, welches jede Feinheit der zerrütteten Ruinen enthüllte. Direkt vor ihr schien sich eine Wand zu befinden, aufgrund der Beschaffenheit und Dicke wohl eher eine der Außenmauern des Gebäudes, welches einst hier gestanden hatte.
Ihre rechte, freie Hand fuhr sacht über den leicht von Fauna bewucherteten Stein. Die Feuchtigkeit des Sumpfes war eindeutig in den Stein gezogen, man konnte es sehen und spüren. Sie entfernte ihre Hand wieder, rieb den gelösten Staub zwischen den Fingern, leckte kurz an einem ihrer Finger um einen bestimmten Geschmack herauszufiltern. Es war nicht unbedingt nötig, denn das Auge reichte im Grunde aus, um zu erkennen, dass es sich dabei um Grünsandstein handelte. Dieser wurde unter anderem gerne im Mittelalter benutzt, in Deutschland hatte es diverse Abbaugebiete gegeben, davon wusste Maeve, sie hatte nach solchen Bauten Ausschau gehalten.
Ansonsten gab es nichts für sie Relevantes an dieser Mauer mehr, weswegen sie das lederne, aufgerollte Etui aus schwarzem Leder aufnahm, den Rucksack stehenließ, die Mauer abschritt, mit den Augen abfuhr, ehe sie diese umrundete und nach Auffälligkeiten suchte.
Sie hatte in diesem Moment Gero, sowie den Lagerplatz, den Hinkepank und auch die unbekannten Begleiter des Wanderers, vollkommen aus ihrem primären Gedanken gestrichen und ging in ihrer Arbeit auf.
Kurz verhaarte sie an der anderen Seite der Mauer, bohrte mit ihrem Fuß ein wenig im festen Untergrund, bis sie auf etwas härtere Masse stieß. Sie vollführte eine elegante Bewegung mit ihrem Zauberstab, nachdem sie einige Schritte zurückgewichen war und nach einer kaum spürbaren Erschütterung erhoben sich Erde, Flüssigkeiten, Blätter und sonstige Ablagerungen, in die Luft, ehe sie auf die Bewegung Maeves mit ihrem Zauberstab zur Seite, sich langsam und behutsam zu ihrer Rechten aufhäuften. Sie hatte nur die obersten Schichten damit abgetragen, für feinere Arbeiten waren Zauber solcher Art zu grob, weswegen sie das Licht nun näher zu Boden schweben ließ um den Boden genauer besehen zu können. An einigen Stellen ließ sich nun der einstige Boden des Gebäudes erahnen, den die Natur von allen Seiten zu durchbrechen und zuzuschütten vermochte in den Jahrhunderten, die sie auf den Stein eingewirkt hatte.
Es ging zunächst darum die genaue Natur des Gebäudes in Erfahrung zu bringen, sollte dies möglich sein, um dann darauf aufbauend Überlegungen anzustellen, ob dieses zum gesuchten Komplex gehörte oder unabhängig davon agierte.
Es war anfänglich stets eine eher mühselige Arbeit, doch die Kombination von der Arbeit mit den Händen und herkömmlichen, dafür geschaffenen Werkzeugen, sowie der Magie, erzeugte verhältnismäßig schnelle Ergebnisse.
Die Vorsicht und leichte Müdigkeit hatten die Irin verlassen, auch wenn sie natürlich darauf geachtet hatte sich nicht völlig blindlings in diese Gegend zu werfen. Nichtsdestotrotz hatte ihre Neugier klar überwogen und sie sofort zur Arbeit gezwungen, auch wenn sie wohl schnell einsehen würde, dass es womöglich sinnvoller wäre auf den Sonnenaufgang zu warten, anstatt sich lediglich mit der Hilfe von Lichtzaubern zu behelfen. Doch vorher wollte sie zumindest eine gewisse Ahnung davon gewinnen, worum es sich bei diesem Gebäude handelte, um am nächsten Tag dann gezielt vorgehen zu können.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Gero Warin Schofelskohl
Zauberer
avatar

Anzahl der Beiträge : 27
Anmeldedatum : 26.07.16

Charakterbogen
EP:
3800/4000  (3800/4000)

BeitragThema: Re: Irrungen & Wirrungen   Mo 30 Jan 2017 - 19:49

Schweigsam gingen sie weiter, kein Wort kam mehr über die Lippen des Kerls, als er sich zum Lager begab und sich zu den anderen ans Feuer setzte. Eigentlich hatte er damit gerechnet, dass jene Frau die er aufgegabelt hatte sich mit zu Ihm und den anderen setzte, sich aufwärmte, vielleicht etwas aß. Aber all das passierte nicht. Sie ging geradewegs durch das Lager hindurch, scheinbar niemanden dabei realisierend. Fragend waren die Blicke der anderen Zigeuner die es sich gemütlich gemacht hatten und auch der Hüne mit den dunklen Augen konnte nur ein wenig mit den Schultern zucken. Er kannte sie nicht, und so folgte er ihr also doch noch in die Schatten der Ruine. Lässig lehnte er sich an den Stein der alten Mauern an, stellte einen Fuß leicht ab, so dass dieser das andere Bein ein wenig überkreuzte.

„Ich wusste nicht, dass es hier Steinbeißer gibt,“ meinte der dunkelhaarige Kerl mit einem belustigten Blick, als Maeve das Gestein durch die Zunge abschmeckte. „Salz und Pfeffer haben wir drüben am Feuer, vielleicht mundet es dann mehr?“ Schlug er mit charmantem Lächeln vor, glaubte aber nicht daran, dass sie das Angebot annehmen würde. Sie wirkte verbissen und in die Arbeit stürzte sie sich trotz der Dunkelheit. Und auch wenn das alles ziemlich interessant sein könnte, der Kerl hatte Hunger und ging wieder. Wenn sie mitkommen würde, würde sie einen Platz am Lagerfeuer bekommen, könnte ihr Zelt aufbauen. Jedoch wandte er sich noch einmal um, das Weib war ihm zu dieser Stunde zu tüchtig. Mit einem Finite nicht unähnlichen Zauber den er zwar nonverbal aber mit dem Schwung seines Zauberstabes ausführte, knippste er ihr die Lichter aus.

„Zwar hält das Licht den Hinkepank fern,“ kams trocken von ihm. „Zieht aber andere Kreaturen an. Damit sollte man nicht scherzen, besonders nicht wenn man sich von den anderen entfernt.“ Damit ging er zurück Richtung Lichtquelle die Wärme, Essen, Schutz und Unterhaltung versprach. Die Dunkelheit umspann ihn, ließ seine Konturen mit der Umgebung zwar nicht verschmilzen, jedoch diese unkenntlicher werden. Er mochte es nicht wie seine Füße in dem sumpfigen Gebiet einsackten, doch zu ändern war es nicht, schließlich war es ein Moor. Wie hier damals wohl gebaut hatte werden können, eine Frage die er sich schon seit dem ersten Tag hier stellte. So oft hatten sie hier schon genächtigt, ihre Wagen abgestellt und sich in den Ruinen in Sicherheit gewähnt. Bisweilen hatte niemand hier Interesse gezeigt. Und nun war diese Frau hier und... aß (?!) die Mauern. Er sollte sie auf jeden Fall im Auge behalten. Eindeutig.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Maeve O'Hara
Hexe
avatar

Anzahl der Beiträge : 62
Anmeldedatum : 03.12.16

Charakterbogen
EP:
5600/5800  (5600/5800)

BeitragThema: Re: Irrungen & Wirrungen   Di 14 Feb 2017 - 17:27

Maeve stieß einen Seufzer aus und pustete sich verrutschte Strähnen ihres dunklen Haares aus dem Gesicht, als ihre neue Bekanntschaft das Licht erlöschen ließ und sie damit im Dunkeln zurückließ. Natürlich hätte sie schlichtweg eine neue Lichtquelle erschaffen können um mit ihrer Arbeit vorzufahren, doch sie hatte ohnehin nicht vorgehabt sich intensiv in die Forschung zu stürzen, nicht in der Nacht, sie hatte bloß erhofft erste, womöglich hilfreiche Anhaltspunkte zu entdecken und gerade, als das Licht erlosch, hatte sie etwas sehr Interessantes entdeckt. Das mangelnde Licht und die Einsicht, Weiteres zu verschieben, bis die Sonne aufgegangen war und zumindest etwas Licht durch den dichten Nebel hindurch spendete, trieben Maeve O'Hara aus den Ruinen heraus, zurück zu den Nomaden, welche die Irin bisher nicht wirklich zur Kenntnis genommen hatte. Sie klopfte ein wenig Staub von ihren Klamotten, nickte den Fremden zu, die sie ohne Hintergrund wohl für Vagabunden gehalten hätte, und begab sich zu dem Mann, der sie in dieses Gefilde geführt hatte und damit direkt zu einer Ruine, nach der sie womöglich gesucht hatte. Auf den ersten Blick war zwar zu erkennen, dass dies keinesfalls der Hauptkomplex sein konnte, doch nahm sie bereits an, dass diese Ruine, das Gebäude, das dort einst aus dem dichten Sumpf geragt hatte, sicherlich zu diesem gehören würde.
Maeve ließ sich elegant neben Gero nieder und offenbarte ein leichtes Lächeln als Reaktion auf ihre Unhöflichkeit.
"Meine Neugier ging ein wenig mit mir durch. Ich werde bei Tageslicht weiterarbeiten.", erklärte sie knapp und widmete sich dann dem Stück, welches sie in ihren schönen Händen hielt. Es war eine erstaunlich gut erhaltene, fingerdicke Metallplatte aus Eisen. Sie war vollständig erhalten, doch Rost hatte sie in ihrer Gewalt, zusätzlich zu einigen Verbiegungen und Dellen, welche sie über die Jahrhunderte erdulden musste.
Sacht pustete Maeve darüber, entfernte Staub und sonstige leichte Ablagerungen, die sich darauf befanden. Einkerbungen, offenbar nordisch anmutende Runen befanden sich darauf, sie wurden in die Eisenplatte eingekerbt. Maeve war keine Expertin in der Runenkunde, würde einige Werke zurate ziehen müssen, doch konnte durchaus auf den ersten Blick erkennen, dass ihr die Einkerbungen unbekannt waren. Sie muteten zwar wie Runen an, die vormals in Skandinavien verwendet wurden, doch gleichzeitig wirkten sie anders, zumindest auf ihr ungeschultes Auge. Es stimmte sie keinesfalls missmutig etwas gefunden zu haben, was sie nicht sofort und ohne Hilfsmittel übersetzen konnte, das kam immer mal wieder vor und ein geübter Archäologe wusste durchaus damit umzugehen. Selbst ohne den Inhalt zu kennen, verriet die Platte einiges und sobald sie bei Tagesanbruch sanft mit einigen Zaubern den Rost entfernt hatte, würde sie genauer darauf eingehen.
"Erstaunlich, dass der Rost diese Platte nicht vollkommen erfasst hat...sie muss auf irgendeine Weise über eine sehr lange Zeit durch einen Zauber konserviert worden sein..", murmelte sie vor sich hin, strich sacht über unbeschädigte Teile der Platte, die insgesamt die Größe einer Postkarte besaß. Sie drehte sie behutsam, sah sich die verschiedenen Seiten an, entnahm dann ihrem Rucksack eine hölzerne, schmucklose Schachtel und verstaute die metallene Platte darin. Diese magische Schachtel würde dafür sorgen, dass der Zustand erhalten wurde, in dem sich die Platte in den letzten Jahrhunderten befunden hatte, ohne jedoch weitere Zeit hinzuzufügen. Dies funktionierte bloß bei Gegenständen, diese würden auf diese Weise vor weiterem Verfall bewahrt, allerdings auch nicht über unbegrenzte Zeit, doch ausreichend um sich nicht weiter darum sorgen zu müssen.
Ihr Blick glitt zu Gero.
"Habt ihr auf eurer Reise noch weitere Ruinen entdeckt?", fragte sie neugierig. Diese Neugier war auch in ihren gräulich, blauen Augen ersichtlich, die davon erfüllt waren. Dass sie auf die Schnelle bereits etwas derart Vielversprechendes entdecken würde, übertraf ihre anfänglichen Hoffnungen, denn schließlich war das Sumpfgebiet gewaltig. Innerlich war sie dankbar dafür diesen Nomaden getroffen zu haben und dadurch an diesen bestimmten Ort geführt worden zu sein, auch wenn sie diese Dankbarkeit nicht offen ausdrückte, schließlich hatte er dies nicht mit eben dieser Intention getan, nein, er nahm an Maeve würde in diesem Gebiet des Nachts Gefahr laufen von den Kreaturen des Moores verschlungen zu werden, eine Befürchtung, welche die Irin gewiss nicht mit ihm teilte.
Sie erwähnte bisweilen nicht, wonach sie suchte, was genau sie glaubte gefunden zu haben oder weswegen sie wirklich hier war und solange ihr keine Fragen diesbezüglich gestellt werden sollten, würde sie von sich aus auch nicht allzu viele Worte darüber verlieren. Es war eine Privatangelegenheit. Zwar befürchtete sie von dem Abenteurer keine Konkurrenz, doch würde sie durchaus darauf achten, was genau sie mit ihm teilen würde, sofern er interessiert an ihren Machenschaften war und Fragen stellen sollte.
In Metall eingeritzt....damit habe ich nicht gerechnet. Es kommt gelegen, dieses Stück ist gut erhalten und eventuell wählte der Autor diese Methode auf um etwas Wichtiges über einen langen Zeitraum festzuhalten...ich hoffe bloß ich bin in der Lage diese seltsamen Runen selbst zu entziffern..., ging es ihr währenddessen durch den Kopf. Dieser erste Fund hatte definitiv ihre Zuversicht gestärkt, nicht vollkommen umsonst in dieses unwirtliche Gebiet gereist zu sein. Selbst wenn der Fund, sowie andere, sie ihrem Ziel nicht näher brachten, so befand sich vor ihrer Nase womöglich etwas Bedeutendes, was darauf wartete nach den Jahrhunderten der Einsamkeit wieder entdeckt zu werden und einen Nutzen zu erhalten.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Gero Warin Schofelskohl
Zauberer
avatar

Anzahl der Beiträge : 27
Anmeldedatum : 26.07.16

Charakterbogen
EP:
3800/4000  (3800/4000)

BeitragThema: Re: Irrungen & Wirrungen   Sa 18 Feb 2017 - 19:28

Ruhig saß der Hüne da, hob seinen Hut an, als würde er die Hexe abermals begrüßen, fuhr mit einer Hand durch seine dunklen Locken, nur um dann die Beine von sich zu strecken, als sie sich zu ihm gesellte, nachdem er sie in der Dunkelheit zurück gelassen hatte. „Neugierde ist eine Tugend und eine Sünde zugleich, legt man sie zur falschen Zeit an den Tag, kann sie schonungslos etwas hervorbringen, was einem selbst vollkommen missfällt.“ Sagte der Kerl, nur um seinen Bart ein wenig an den Spitzen zu zwirbeln. „Es ist weise, jetzt nicht weiter zu graben. Denn diese Mauern sind alt und verbergen Dinge, die man nicht sehen möchte, nicht in der Nacht,“ alte Schauermärchen die man sich schon lange in der Sippe erzählte, von Generation zu Generation.

Zwar schweifte sein Blick das was seine Begleitung gefunden hatte, jedoch konnte er keine große Begeisterung dafür aufbringen. Es war ein Stück Metall, weder groß noch wirklich klein. Verwittert wirkte es und da es nicht grade wie ein Schmuckstück wirkte was man verschachern konnte, tangierte es den Mann kaum, während die Hexe sich sorgsam darum kümmerte, dass es ein wenig seines alten Glanzes zurück bekam. Gero wirkte entspannt in der Umgebung in der sie sich befanden, das Feuer wärmte und das Essen hinterließ allmählich seine Duftspuren in der Luft. Eindeutig dass der Kerl sich dafür mehr interessierte als für dieses grob Postkartengroße etwas.

„Möglich wärs, wie sonst hätten diese alten Ruinen sonst hier Bestand haben können. Und ja natürlich, von der Luft aus kann man sie sehen, wenn man weiß auf was man achten muss, es sind in diesem Moor die sichersten Orte, wenn man verweilen will,“ leicht hob er eine Augenbraue. „Ich würde behaupten, dass im Untergrund mehr zu finden sein wird, als oberflächlich, schließlich ist das meiste tiefer verborgen, als man meinen mag.“ Stille Gewässer sind tief, schmutzig und in einigen schlief ein kleines Ungeheuer. So oder so ähnlich könnte man es wohl auch auf diese Ruinen beziehen. Wer wusste schon, was sich hier noch alles versteckte. Hinkepanks waren da nicht die größte Gefahr. Dem war sich der Zigeuner bewusst. Er konnte ihre filigranen Bewegungen ausmachen, als sie die Platte in eine kleine Schachtel legte. Was tat eine Frau wie jene an einem Ort wie diesem Wirklich, fragte er sich.

Sie wirkte nicht annähernd wie andere Abenteuersuchende Weibsbilder die er kannte. Das war wohl auch das einzige warum er sich weiter mit ihr unterhielt, er wollt verstehen, was eine Frau mit so feinen Zügen in Schlamm und Dreck suchte. Auch wenn er sie nicht auf ihre oberflächlichen Dinge ansprechen würde. Warum auch, die Dinge die dahinter lagen waren doch viel interessanter als das was wohl alle z7u hören bekommen würden. Eine Schale mit einem dicken Eintopf wurde gereicht, diese hielt der Hüne der dunkelhaarigen unter die Nase, während die anderen Männer tuschelten. „Was kalmäusert hier eine Combarin, eckern und auf geström, will von unserm Hackelputz haben und kann einen nicht mal Latscho Ratte?“ Fredrieca schlug einem von ihnen auf den Hinterkopf und knurrte etwas unverständliches, was wohl so viel wie 'Jeder ist hier Gast' bedeuten konnte.

So war es eh und je gewesen und keinem hatte man die Türen verschlossen. Bei ihnen im Gegensatz war es eben umgekehrt, viele mieden sie und nahmen die Gegenwart eher hin als das man sie bevorzugt suchte. Abwartend blickte der dunkeläugige Mann die Hexe mit den blaugrauen Augen an, ob sie Hunger hätte und sein Essen teilen würde. Bisweilen würde er nicht nachfragen, vielleicht nach der Mahlzeit, wer wusste dies schon so genau, bei einem Kerl wie dem Vagabunden, dem unruhigen, dem rastlosen.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Maeve O'Hara
Hexe
avatar

Anzahl der Beiträge : 62
Anmeldedatum : 03.12.16

Charakterbogen
EP:
5600/5800  (5600/5800)

BeitragThema: Re: Irrungen & Wirrungen   Mo 27 März 2017 - 19:03

Ein leichtes Lächeln umspielte die Lippen der irischen Hexe, als der Abenteurer und Vagabund Gero sie  mit dem Heben seines braunen, ledernen Hutes und zwei Sprüchen begrüßte, die wohl je nach Perspektive für Weisheiten, leere Worte oder Geschichten halten konnte.
"Neugier ist eine der festen und ständigen Eigenschaften eines energischen Geistes.", erwiderte sie auf seine Worte bezüglich des Durstes nach Wissen, welches ein fester Bestandteil des Seins Maeves darstellte.
"Es gibt keinen falschen Moment des Erfahrens, wenn das Erfahrene keinem anderem Zwecke als der Befriedigung der Wissbegier selbst dient.", fügte sie hinzu und behauptete damit, keinem anderen Ziel mit ihrer Forschung nachzugehen als dem edlen Streben nach der Wahrheit selbst. Natürlich war dies eine Lüge, eine der Art, die nicht als eine zu erkennen, doch aber zu erahnen ist. Maeve war eine grandiose Lügnerin. Weder durch Gestik oder Mimik, noch durch Intonation oder sonstigen Indikatoren, die dem Körper für das Aussprechen einer Unwahrheit abzulesen sind, deutete auf die Unwahrheit hin, doch war es für ein menschliches Wesen unüblich etwas ohne den leisesten Hauch von Eigennutz zu unternehmen. Maeve behauptete zwar vage, aufgrund purem Forschungstrieb in diesen ungastlichen Sumpf gereist zu sein, doch natürlich gab es weitere Gründe. Sie suchte nach einem Weg ihre, sie verfolgende, mit jedem verstreichenden Augenblick wachsende Angst zu bekämpfen, hoffte auf Informationen zu stoßen, die sie ihrem Ziel näherbringen würden. Das war das primäre Ziel dieser Unternehmung, doch tatsächlich spielte ihr Forscherdrang eine ebenfalls nicht insignifikante Rolle. Sie wurde ebenso von Neugier beherrscht, wie von ihrer Angst getrieben. Erstere war im Grunde von der Stunde ihrer Geburt ihr Freund und Begleiter gewesen, während sich Letztere im späteren Verlauf ihres Lebens wie ein Parasit in ihren Verstand genistet hat und sich dort nun von der Zeit nährt, die ihr zwischen den Fingern dahin rinnt.
Die Neugier verhalf ihr zu ihren außerordentlichen Leistungen, während ihre Angst ihr einen eisernen Willen verlieh. Wäre die Angst nicht eine solch schmerzvolle, quälende und sadistische Emotion, würde ihr diese sogar nützen, doch so wie es war, war es hauptsächlich dem Wunsch der Vernichtung ihrer Angst geschuldet, dass sie einen solchen Fokus auf ein einzelnes Ziel gerichtet hatte, anstatt ihrer Neugier zu erlauben in die verschiedensten Richtungen auszuschwenken.
"Allerdings wird das Licht des brennenden Giganten mir am Morgen von größerem Nutzen sein als das kalte Glimmen des Zwerges, dem stimme ich zu.", sprach sie und amüsierte sich innerlich über die von ihnen beiden ausgesprochenen Worte, sie waren etwas romantisiert, sie waren unüblich für Maeve, doch in dieser Hinsicht hatte sie sich ein wenig auf den bärtigen Nomaden eingelassen, dem es zu gefielen schien seine Worte mit Schmuckwerk zu versehen.
Ein leichtes Schütteln ihres Kopfes ging von ihr aus.
"Über das Gemäuer der Ruinen an sich lag kein solcher Zauber. Die Verwitterung dieser scheint natürlicheren Ursprunges zu sein, robust wurde gebaut, mit Sicherheit, doch es besteht ein Unterschied zwischen dem Gemäuer, an welchem auf den ersten Blick in der Dunkelheit zumindest wenig überraschend erscheint und an einer solchen metallenen Platte, welche...", sie stoppte in ihrer Erwiderung und sah ihn an, ehe sie in das knisternde Feuer blickte.
"..doch Sie scheinen verständlicherweise kein allzu großes Interesse an meinen Forschungen zu zeigen, schließlich erfüllen sie keinen Zweck, den die meisten als besonders praktisch einstufen würden.", setzte sie wieder an, fiel unbewusst erneut in das Siezen zurück und strich leicht gedankenverloren über die Schatulle in ihren Händen. Keine Missbilligung oder Arroganz lag in ihren Worten, die mit einer solchen Intonation einen vollkommen anderen Eindruck erweckt hätten. Nein, es war schlichtweg die Erkenntnis, dass neben ihr zwar ein durchaus intelligenter, doch wohl nicht allzu akademischer Mann weilte, dem es sicherlich mehr um seine Leute und ihr tägliches Überleben ging, als um jahrhundertealte Ruinen, die langsam vom Moor verschluckt wurden.
Ihr Blick wanderte nach einigen stillen Augenblicken, in denen sie nicht ganz im Hier und Jetzt zu weilen schien, wandte sie sich wieder ihrer neuen Bekanntschaft zu, welcher ihr gerade eine Schale des zuvor über dem Feuer gekochten würzigen Eintopfes, unter die Nase hielt.
Mit einem Nicken nahm sie die Schale entgegen. Der einfache, doch köstliche Duft des herzhaften Essen stieg in ihre Nase und hätte den meisten Menschen, die seit längerer Zeit nicht mehr gespeist hatten, wohl das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen, doch Maeve war niemals eine allzu begeisterte Konsumentin von Nahrung gewesen. Sie sah diese eher als notwendiges Übel an, wie auch den Schlaf. Beides konnte angenehm erscheinen, hielt einen doch aber von wichtigeren Angelegenheiten ab, verschwendete die kostbare, begrenzt vorhandene Zeit.
"Danke sehr.", sagte sie schlicht, nahm den dazu gereichten Löffel in die Hand und begann mit dem Essen, als auch Gero dies tat. Sie nahm einige Löffel zu sich, bemerkte den guten Geschmack und schätze die Wärme, die dieser in ihre Glieder sandte. Nach nicht einmal der Hälfte des Eintopfes, ließ sie den Löffel am Rand der Schale sinken, hörte auf mit dem Essen und ließ ihren Blick durch das Lager streifen.
Sie spürte, dass sie hier mehr geduldet, als geschätzt wurde, doch das störte sie nicht allzu sehr, schließlich würde sie bloß eine Nacht im Lager verweilen und am frühen Morgen nach einem Dank für diese Gastfreundschaft sich auch schon in ihre Forschung stürzen, das Warten bis zum Morgen würde bereits eine Geduldsprobe darstellen, sie hatte eine Ruine im Blickfeld, welche sich vermutlich als ein Teil des gesuchten Objektes herausstellte und konnte sich nicht direkt an die Arbeit machen. Dies hielt ihren Kopf nicht vom Arbeiten ab, schwirrten ihre Gedanken doch hauptsächlich um die Schritte, die sie beim ersten Lichtstrahl angehen würde.
"Sie haben doch sicher einige interessante Geschichten zu erzählen, Gero. Ich würde mich sehr freuen eine solche bei diesem gemütlichem Lagerfeuer zu lauschen, sofern es Ihnen keine Umstände macht, versteht sich.", sprach sie und klang dabei wirklich interessiert, auch wenn sie sich bloß nach einer Ablenkung sehnte um nicht vor Neugier zu vergehen. Es konnte nicht schaden ihren Gastgeber ein wenig besser kennen zulernen, für die kurze Zeit, die sie zusammen verbringen würden.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
 
Irrungen & Wirrungen
Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben 
Seite 1 von 1

Befugnisse in diesem ForumSie können in diesem Forum nicht antworten
Hogwarts - Dark Ages :: Inplay :: Denkarium :: Erinnerungen :: Andere Orte-
Gehe zu: