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 JayLi - Die Abenteuer auf dem Trockenen

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Aiden Jeremy Landon
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BeitragThema: JayLi - Die Abenteuer auf dem Trockenen   Sa 22 Okt 2016 - 23:21

Endlich war das vierte Schuljahr vorüber und Beginn der legendärsten Sommerferien die AJ je haben sollte. Dieses Jahr waren sollten seine Ferien etwas ganz besonderes werden, denn Eli würde ihn nachhause zu seinen Adoptiveltern begleiten. Nach vier Jahren hatte er sich schließlich dazu durchgerungen, den jungen Ravenclaw und besten Freund seiner Familie vorzustellen. Bereits seit sie ihre Koffer gepackt und sich in der Eingangshalle wieder getroffen hatten, bis zum Einstieg in den Hogwartsexpress, konnte der große Gryffindor von nichts anderem mehr sprechen, als von ihren gemeinsamen sechs Wochen. Seine Planung war gigantisch und würde von Eli jede Menge abfordern, vor allem, da er viele Ausflüge nach London plante, Nachmittage wo sie gemeinsam Comics lasen oder sich mit seiner Schwester beschäftigten. Doch das wichtigste für AJ war immer noch, dass er Eli mit seinen Eltern bekannt machte und ihnen zeigte, was für ein cooler Mensch er war. Nunja, zumindest wenn er mit einem redete und nicht gerade kühl und distanziert reagierte, wie er es bei den meisten Mädchen in der Schule tat. Einerseits glaubte er die Freude in den Augen von Eli zu sehen, aber andererseits auch, die tiefe Unruhe und Nervosität die er bei dem baldigen Kontakt mit AJs Familie vielleicht verspürte. Kein Wunder! Im Gegensatz zu AJ hatte er nie so viel Glück in den Genuss einer Familie zu kommen, die ihn bewirtete und ihm zeigte, was Liebe bedeutete. Allerdings fühlte auch AJ sich einen ticken unwohl bei der ganzen Geschichte, was auch der Hauptgrund dafür war, dass er sich bisher mit den Elternbesuchen sehr zurückgehalten hatte. Er wollte Eli nicht unbedingt mit etwas konfrontieren, was er nie besaß und sich immer stets wünschte. In seinen Augen war das eigentlich mehr eine Qual und Tortur als ein Segen. Aber da Eli ihn schon seit ewigen Zeiten anbettelte, wollte er ihm diese Bitte nicht erneut abschlagen und informierte seine Eltern brieflich über den mit ihm ankommenden Gast. Zu seinem großen Glück, stimmten sie dem Besuch zu und so nahm schließlich alles seinen Lauf und führte zu diesen wundervollen gemeinsamen Ferien, die sie nicht nur zuhause sondern auch auf spannenden Abenteuern unterwegs verbringen wollten.

Der große Vorteil an der Geschichte war, dass Eli mal unter Menschen kam und sich nicht wie sonst im Wald versteckte. Auch ein großes Manko für den sonst so zurückgezogenen Jungen, da  er diese Zuflucht bei ihm zuhause nicht haben würde und daher mit AJs Zimmer oder Bettdecke vorlieb nehmen musste.  Da AJ aber nicht der Typ war, der sich ungerechtfertigte Sorgen machte, wollte alles ganz spontan auf sich zukommen lassen und einfach das Beste hoffen. Vor allem das sein Vater sich Mühe gab und sich Eli gegenüber nicht allzu autoritär benahm, wie er es damals bei ihm getan hatte. Ob er Elis Zurückhaltung und Schüchternheit in dem Brief hätte erwähnen sollen? Er war sich da nicht sicher gewesen, weshalb er diesen Teil lieber heraus ließ, nicht das sie sich sonst noch mit dem Brief verplapperten und Eli ihm diese Zeilen übel nahm.

Die Zugfahrt mit dem Hogwartsexpress dauerte dieses Mal beinahe eine halbe Ewigkeit, es fühlte sich an als würde sich die Zeit wie ein Kaugummi langziehen und niemals enden, umso freudiger war es, als sie endlich die imposanten Hallen von Kings Cross erreichten und ihr Gepäck wieder an sich nahmen. Mit einem normalen roten Pulli, einer schwarzen Jeans und dunkelroten Sportschuhen, führte er Eli durch den Bahnhof, bis vor den Eingang, wo AJ von einem kleinen etwa sechs Jahre altem Mädchen überrascht wurde. Sie fiel ihm mit lautem
"JEEEEEEEEEEEEEEERRREEEMMYYY" um den Hals und sprang wie wild um ihn herum. Jetzt war es soweit! Nun würde Eli, das erste Familienmitglied, seine kleine Adoptivschwester Violet Landon kennenlernen. Das kleine Mädchen mit bräunlichen Haaren, einem süßem Gesicht und ihren leicht geröteten Wangen, konnte beinahe jeden für sich einnehmen. Das war aufgrund ihrer süßen kindlichen Art, ihre ganz große Stärke.
"Hey mein kleiner Sonnenschein. Wie geht’s dir? Warst du schön artig?", fragte AJ mit einer ungewöhnlich süßen und sanften Stimme. "Wie geht’s Mr. Bär?", fragte er und grinste über beide Ohren hinweg, während er sie mit leuchtenden Augen ansah. Auch Violet grinste, "Gut, mach ihn nochmal nach, mach seine Stimme biiittteee.", rief sie aus und sprang wie wild vor ihm her, so als wäre sie ein lebender Flummi, der gar nicht mehr aufhören konnte. AJ nickte und räusperte sich kurz, ehe er seine Stimme auf eine sehr kindliche Art und Weise auf eine sehr tiefe Stimme verstellte. "Hallo, ich bin Mr. Bär und du meine Freundin Violet"
Erneut räusperte er sich, als sie vor lauter Freude im Kreis hüpfte und anfing zu lachen. Er ging auf das Lachen ein, ehe er einen Arm um Eli legte und mit der anderen Hand auf ihn zeigte. "Das ist mein bester Freund Eli. Er wird die nächsten sechs Wochen bei uns sein.", das Mädchen sah schüchtern zu dem Jungen und da sie sehr gut erzogen war, wusste sie selbstverständlich was von ihr gefordert wurde. Schüchtern und sehr still streckte sie Eli die Hand entgegen, um ihn zu begrüßen. "Hallo Eli", sagte sie und wurde rot dabei und schmunzelte ein wenig, als sie den Jungen etwas genauer betrachtete und ihn aus heiterem Himmel umarmte. "Jay, hat mir schon viel von dir erzählt.", fügte sie grinsend hinzu, ließ aber Elis Hand nicht los, im Gegenteil mit der zweiten freien Hand ergriff sie die von AJ und führte beide zum Auto das nur wenige Meter vor ihnen stand.

Ein großer stämmiger Mann von geschlagenen 198 cm baute sich vor ihnen auf und taxierte die drei mit einem strengen Blick. Ja, ja sein Dad hatte immer diesen strengen Blick auf, der eigentlich überhaupt nichts über ihn aussagte, außer das er als Fluchbrecher nicht sonderlich freundlich gucken konnte. Aber wenn man das Gesicht schon kannte, gewöhnte man sich an den Anblick. Der Nachteil war nur, dass man das Gesicht häufig nicht von dem unterscheiden konnte, wenn er wirklich wütend war. Um die Kontaktaufnahme zwischen Eli und AJs Vater so reibungslos wie möglich über die Bühne zu bringen, übernahm er anfangs das sprechen. Violet hingegen lies die beiden Jungs sofort los und stellte sich neben ihren Daddy, ehe dieser AJ kurz umarmte. Seine Hände waren so groß wie Pranken, seine Nase etwas dicker und die Augen giftgrün. Tatsächlich empfanden viele neue Gäste ihn als angsteinflößend und unheimlich und auch wenn er manchmal ziemlich mürrisch war, war er eigentlich ein freundlicher und sehr aufgeweckter Zeitgenosse. "Hey Dad, schön wieder da sein." begrüßte AJ ihn, während er seinen Dad in den Arm nahm und nur noch mehr grinste. "Schön, dass du wieder nach Hause kommst Jeremy. Deine Mutter und ich haben dich schon sehr vermisst. Und das ist also Nôel?", fragte sein Vater, ehe sich AJ auf die Zunge biss, "Nein, er heißt Eli." korrigierte AJ schnell seinen Vater, weil er genau wusste, wie Eli auf diesen Namen regieren würde. Nur gut, dass er Eli nicht zum Zug kommen ließ. Der große Mann mit den riesigen Pranken, machte einen Schritt auf Eli zu und reichte ihm die Hand, "Angenehm Eli." sagte er und betonte den korrigierten Namen, "und da du jetzt sechs Wochen bei uns bleibst und AJ viel von dir hält, kannst du mich John oder Mr. Landon nennen. Ich höre auf beides. Willkommen bei uns." sagte er und sah zu AJ der auf sich mit einer kurzen Gäste aufmerksam machte. "Ist Mum nicht mitgekommen?", fragte er überraschend, als sein Vater den Kopf schüttelte und die Augen verdrehte. "Deine Mum kommt erst später nach Hause, sie meinte sie wolle noch in der Winkelgasse einkaufen gehen. ", AJ seufze, denn er wusste genau, dass sie ewig brauchen würde, bis sie wieder da war. "Dein Zimmer könnt ihr bereits benutzen, wenn ihr euch ausruhen wollt. Es ist soweit fertig." sagte der stämmige Mann, ehe er zu dem Oldtimer sah und dann zu Eli. "Hast du Höhenangst?", fragte er vorsichtshalber. "Denn wir werden gleich mit dem Auto durch die Luft fliegen...deswegen wollte ich nur vorher dich schon mal darauf vorbereiten. Wenn ihr dann soweit seid, könnt ihr euer Gepäck in den Kofferraum laden." fuhr er fort und ließ den Kofferraum mit einer Bewegung seines Zauberstabes aufspringen. "Wenn ihr soweit seid können wir dann zurückfliegen." sagte er und ging zur Fahrerseite um einzusteigen. AJ legte einen Arm um Eli und grinste breit. "Mach dir keine Sorgen ich bin bei dir wir setzen uns einfach alle drei nach hinten. Du wirst es nicht bereuen. Das werden die besten Ferien unseres Lebens. Wir müssen dringend alles auf Kamera festhalten! Ich hoffe, meine Mum leiht uns die, dann können wir uns schöne Erinnerungsfotos machen und jedem von uns einen Abzug machen. Dann hat jeder ein Erinnerungsfoto. Wäre doch cool oder?", fragte er und half Eli mit seinem schweren Koffer, ehe sie alle drei in den Wagen einstiegen. Violet rechts am Fenster, AJ in der Mitte und Eli links.
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Nôel Eliot Sulivan
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BeitragThema: Re: JayLi - Die Abenteuer auf dem Trockenen   Mo 24 Okt 2016 - 3:06

Ich schloss die Augen als der Zug losfuhr und mein Herz mit fast bis in die Kehle hinauf schlug. Es raste so schnell und laut in meiner Brust, dass ich beinah Angst hatte, das AJ es vielleicht hören konnte.
Ich war einfach noch nicht dafür bereit diesen Teil meines Freundes zu erkunden. Ich wollte nicht, dass irgendwer von der Familie mich hasste oder verachtete und ich hatte unheimliche Angst, dass genau das der Fall sein würde und sie es auf AJ übertrugen. Diese paranoiden Gedanken jedoch verfolgte ich am besten gar nicht weiter, sonst würde ich mich noch bevor der Express wirklich hielt, aus dem Fenster stürzen um vor der nächsten Herausforderung zu fliehen, die sich mir stellte.
Mein Magen war schon seit dem frühen Morgen nur noch ein kleiner Klumpen gewesen und ich hatte weder Frühstück noch Mittagbrot gegessen. Inzwischen waren auch meine Hände so eiskalt wie die Klauen die mein Herz belagerten und zitterten leicht in meinen Schoß.
Um dies besser vor AJ verbergen zu können, klemmte ich sie zwischen meine Schenkel und stellte mich schlafend, während er mit seinen Freunden scherzte und mit ihnen laut über die Ferien sprach. Auch wenn es mir schwerfiel bewegte ich mich kaum und versuchte meine Ängste und Bedenken loszulassen, während ich den Stimmen lauschte, die mir inzwischen schon ein wenig vertrauter waren.

Denkst du wirklich mit dieser Einstellung wirst du es schaffen? So wirst du nie sein Herz gewinnen können! Du bist eine feige, unwürdige Kreatur, die nicht einmal ein Mensch ist! Als würdest du jemals zu seiner Familie gehören!

Als es mir auch nach mehrmaligen Versuchen nicht gelang die Stimme abzuwürgen und ich langsam Atemnot bekam, entschuldigte ich mich und verließ das Abteil beinah fluchtartig. Beinah eine halbe Stunde ging ich die Wagons auf und ab in der Hoffnung mich ein wenig zu beruhigen und kehrte dann zwar deutlich erschöpfter, aber wenig beruhigter zu den anderen zurück. Auf AJs besorgten und fragenden Blick schenkte ich ihm nur ein fahriges Lächeln und setzte mich wieder an das Fenster um hinaus zu starren.
Egal wie sehr ich mich auch anstrengte, ich konnte niemals der Norm entsprechen, die andere von mir erwarteten.

Als der Zug anhielt, hatte sich mein Herz zwar wieder beruhigt, doch meine Ängste waren geblieben und ich stieg mit tauben Beinen und klammen Händen aus dem Wagon. Ich wartete bis AJ sich von seinen Freunden verabschiedet hatte und kassierte sogar das ein oder andere aufbauende Wort, die ich nickend entgegen nahm. Wieso war ich hier? Warum war ich nicht einfach dort geblieben wo ich war? Weit weg von hier?

Weil du weißt, dass er es sich wünscht…, flüsterte eine leise Stimme. Ihr seid schon viel länger eine Familie als sie…

Gedankenverloren schob ich den Koffer vor mir her und zuckte heftig zusammen, als ein kleines Mädchen kreischend auf uns zukam und AJ um den Hals fiel.
Zurückhaltend beobachtete er seinen Freund und sah die Liebe und die Glückseeligkeit in seinem Gesicht, die er so nur sehr selten erblickt hatte. Das also war Violet…
Aus meinen Beobachtungen gerissen wurde ich durch AJs Vorstellung und zwang mir sofort ein Lächeln auf die Lippen. „Hey Violet…“
Etwas überrumpelt versteifte ich mich kurz, als sie auch mir um den Hals flog, strich ihr dann aber vorsichtig über die Haare. „Das habe ich von dir auch und nur Gutes.“
Die Steine, die von meinen Schultern rollten, als Violet uns zum Auto führte ohne meine Hand loszulassen, hätten wohl ein kleines Gebirge formen können. Aber die kurze Erleichterung über den netten Empfang hielt nur einige Augenblicke an, denn als ich den Adoptivvater von AJ sah, spürte ich erneut den Himmel auf mich hinunterkrachen.
Ich versuchte mir ein Lächeln auf die Lippen zu zwängen, was dieses Mal jedoch deutlich gezwungener und schmaler ausfiel als noch Minuten zuvor. Jede Faser in meinen Körper spannte sich an und meine Muskeln sirrten. Meine Gesichtszüge wurden finsterer, als ich meinen Erstnamen hörte und mein Lächeln verrutschte, als ich meinen Kosenamen aus dem fremden Mund vernahm. Als dieser Mann ein Schritt auf mich zukam, hatte ich einen Moment die große Angst, dass ich ihm einen Schlag verpassen könnte, doch ich schüttelte nur seine Hand noch immer unter Hochspannung und war mehr als erleichtert, als er sich wieder von mir entfernte.
Das ist falsch… falsch! Nenn mich nicht so! Hör auf damit!!
Ruhig atmen.
„Danke, Mr. Landon“, rang ich mich meine Höflichkeit zu bewahren, während mein Inneres in Aufruhr geriet. „Ich freue mich sehr, dass sie eingewilligt haben mich die ganzen Ferien bei sich zu behalten. Und ich hoffe es macht keine zu großen Umstände!“
Alles um mich drehte sich, als sich düstere Erinnerungsfetzen hinter dem Schleier hervorschoben und versuchten Besitz von mir zu ergreifen. Doch ich hielt mein Lächeln eisern aufrecht.
Erst als John mich erneut ansprach zuckte ich wieder etwas, ehe ich den Kopf schüttelte und meinen Koffer packte um der Aufforderung zu folgen. Warum? Warum konnte ich nicht einfach normal sein? Warum?
AJs Arm, der sich um mich legte und dessen Wärme den kalten Ozean in mir einzudämmen schien ließ mich aufblicken. Meine Muskeln entspannten sich etwas und für einen winzigen Moment hatte ich das Gefühl wieder frei atmen zu können.
„Ja sicher…“, meinte ich heiser und wuchtete mit Hilfe meines Freundes meinen Koffer in den Kofferraum und dann seinen. „Ich habe nur das Gefühl, dass ich einen Fehler gemacht habe.“
Ich sah ihm dabei nicht ins Gesicht und auch, wenn ich wusste dass er mich wahrscheinlich auch so sehr gut verstand, führte ich diesen Gedanken nicht weiter aus. Ich würde jetzt einfach da durch müssen. Egal was auf mich zukam ich hatte mich dafür entschieden und musste jetzt mit dieser Entscheidung leben, egal was sie im Endeffekt für mich bedeutete.
Das macht es aber auch nicht unbedingt besser, dachte ich, während ich mich anschnallte und lehnte meine Stirn an die kühle Autoscheibe. Eher im Gegenteil…
Und als ich so dabei zusah, wie die Landschaft unter mir hin weg zog, erinnerte ich mich an meine erste Zeit alleine im Wald.
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Aiden Jeremy Landon
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BeitragThema: Re: JayLi - Die Abenteuer auf dem Trockenen   Fr 18 Nov 2016 - 17:45

"Ach Quatsch, vertrau deinem JayJay." erwiderte AJ leise und nahm Elis Arm um ihn mit sich ins Auto zu ziehen. Das Gefühl, einen Fehler gemacht zu haben, kannte AJ gut und hielt es lediglich für die typische Unsicherheit, wenn man in eine fremde Familie kam, um dort für eine Weile zu bleiben. Aber irgendwo war sich AJ sicher, dass er diese Zeit gut überbrücken konnte und Eli so dermaßen beschäftigte, dass er keine Zeit haben würde, sich über sowas Gedanken zu machen. Er wollte nicht, dass Eli sich bei ihm unwohl fühlte oder glaubte er wäre nicht willkommen. Das einzige was ihm tatsächlich etwas Sorgen bereitete war die ungewöhnliche Art wie sein Vater mit Menschen umging, aber solange er dabei war und die Chance zum eingreifen sah, blieb er optimistisch.

Nachdem sie alle eingestiegen waren und Violet die beiden Jungs hinten voneinander trennte, in dem sie in der Mitte saß, startete John auch schon den Wagen und ehe sie sich versehen konnten, hoben sie in die Luft ab. Unglaublich was Magie alles bewirken konnte und wie gut sie selbst auf mechanische Dinge wie ein Auto funktionierte. Während des Fluges, war es allein Violet die den ganzen Wagen auf Trap hielt und ständig Eli und AJs Aufmerksamkeit auf sich zog. Sie war wirklich der Sonnenschein des Hauses, ihre Unschuld und Verspieltheit weckten jedes Mal in AJ einen sehr starken Beschützerinstinkt aus. Vielleicht war sie ihm deshalb so ans Herz gewachsen. Zu Anfang war sie nur so etwas wie eine Fremde, ein kleines Mädchen mit dem AJ nicht viel anzufangen wusste. Anfangs hielt er sie zwar für lieb und nett aber durch seine Erfahrungen geprägt, empfand er ihre Naivität irgendwo als nervend und störend. Er hatte in ihr niemandem mit dem er reden konnte und mit seinen Adoptiveltern wollte er nicht sprechen...zumindest nicht über die Zeit vor ihnen. War das normal?
"Sag mal Eliot, ist es für dich denn in Ordnung, dass ihr beiden Jungs in einem Zimmer schlaft? Besser gesagt in einem Bett?", fragte er und blickte dabei regelmäßig in den Rückspiegel in der Mitte der Frontscheibe. Einen Moment lang hatte AJ das Bedürfnis, das Thema wegzulenken, sein Vater hatte die dumme Angewohnheit neue Menschen einem buchstäblichen Verhör zu unterziehen und das wollte Eli keinesfalls zumuten. Seufzend trat er leicht gegen den Sitz seines Vaters, aber nur so, dass er ein leichtes Ruckeln verspürte. Es war schon nicht unpraktisch direkt hinter dem Fahrer zu sitzen. Er wollte ihm damit nur signalisieren, dass er nicht schon wieder so anfangen sollte, Jeffrey war das damals ziemlich auf die Nerven gefallen und irgendwie hatte er eine Abneigung gegen AJs Vater entwickelt. Die beiden waren sich nicht sonderlich grün, weswegen sie sich meistens aus dem Weg gegangen waren. Wer konnte es ihm verdenken?
"Ach Eliot, ich darf dich doch so nennen oder? Meine Frau hat mich gebeten dich zu fragen, was du gerne isst und was du gar nicht isst.", die Frage war noch okay für AJ, dass seine Mum den Drang hatte sich ihren Gästen anzunehmen war normal und würde Eli sicherlich nicht missfallen. Sie war eine gute Seele, eigentlich so ziemlich das krasse Gegenstück zu AJs Vater. Irgendwie war es verwunderlich, dass Violet ein so fröhliches Mädchen geworden war, trotz ihres männlichen Spenders, der kein unglaublich aufgeweckter Mensch war.

Beinahe eine halbe Stunde flogen sie durch die Luft, ehe sie zur Landung ansetzten. Aus dem Fenster sah man einige Reihen an Häusern, die mit größeren Abständen zueinander standen. Jedes schien einen Garten und einen Zaun vor der Eingangstüre zu haben. Es war ein ruhiger Ort- Zu ihrer rechten konnten sie das Haus der Landons sehen. Ein zwei Etagenhaus, für eine große Familie und zugleich die Herberge für einen schüchternen jungen Ravenclaw. Grinsend und voller Vorfreude auf die nun beginnenden Ferien, stieg AJ aus dem Wagen aus und hiefte erst Elis Koffer und dann seinen eigenen aus dem Auto.
"Jetzt zeig ich dir erstmal mein Zimmer! Das wird richtig cool!! Es ist sooo toll, dass du die nächsten Wochen bei mir verbringst." sagte er mit einem riesen großen Strahlen im Gesicht. Sofort legte er seinen Arm um Eli und sah zu seinem Vater. "Jeremy, um vier Uhr gibt es Mittagessen. Seid bitte dann auch da. Nicht das ihr heute schon den ganzen Tag sonst wo verbringt und denk dran, dass du noch nicht zaubern darfst!", ein wenig Seufzend nickte er seinem Dad zu, der manchmal echt ein ziemlicher Miesmacher war. Erwachsene! Ein schrecklicher Haufen! AJ wollte nie so werden wie die. Wenn er einmal erwachsen war, wollte er ein cooler sein, jemand der lustig war und das Leben in vollen Zügen zu genießen wusste.

Eilig zog er Eli hinter sich her, ohne noch länger auf seinen Vater zu warten, schloss die Türe auf und ging schnur stracks auf die Treppe die nach oben führte zu. Er nahm mit einem kurzen Griff Eli den Koffer ab und ging voran die Treppe hinauf und dann einen kurzen Flur entlang. An beiden hälften des Flures waren zwei Türen, die schräg gegenüber lagen. AJ ging durch die hintere in ein größeres Zimmer, mit einem Kleiderschrank, einem größeren Bücherregal, roten Vorhängen und einem Eichenbaum direkt vor dem Fenster. Seine Bettdecke war weich und ebenfalls in einem Gryffindorrot gehalten. Direkt am Fuße des Betts stand ein kleiner Schreibtisch und im Bücherregal standen Bücher über Segelschiffe, Romane, Comics und Bücher über Zauberei, eigentlich alle Bücher die er die letzten Jahre gebraucht hatte.

"Willkommen in meinem eigenen kleinen Reich.", sagte er zu Eli und drehte sich strahlend zu ihm herum, um die Koffer hinter der Türe abzustellen.  "Machs dir gemütlich, zieh dir die Schuhe aus und entspann dich. Kannst auch mein Bett mal austesten, schließlich schläfst du ja drin.", die Breite des Bettes war angemessen, sodass genau zwei Personen drin schlafen konnten. "Ursprünglich war das mal das Gästezimmer, heute ist es meines und für die nächsten Wochen auch deines.", sagte er grinsend und beobachtete Eli dabei, wie er sich umsah, ehe er das Fenster öffnete um etwas frische Luft herein zulassen. Seine Bettdecke roch immer noch nach ihm und wie es schien hatte sich im Vergangenheit nicht viel verändert außer der Staub der regelmäßig weggeputzt wurde.

Gerade als er Eli ein paar seiner Lieblingsbücher zeigen wollte, hörten sie eine eher ungewöhnliche Stimme die auf dem Flur "AU!" sagte, aber beinahe so ulkisch, das es sich nicht gerade sehr überzeugend anhörte. Kurz daruaf flog die Türe herein "ahhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh", kleines Geschöpf flog über die Schwelle der Türe und landete direkt vor ihren Füßen mit dem Gesicht auf dem Boden. Bei genauerer Betrachtung erkannte man einen Hauselfen, allerdings anders als die die in reichen Zaubererfamilien als Diener gehalten wurden. Dieser trug einen großen roten Pulli und wirkte überhaupt nicht abgemagert oder verdreckt. AJ verfiel in ein Schmunzeln und half dem Hauselfen auf die Beine, der AJ mit großen Kulleraugen ansah. Mit einem Mal zog ein riesiges Lächeln über sein Gesicht und wie von einer Biene gestochen sprang er AJ um den Hals. "Jeremy du bist zurückkk!!" rief er voller Freude und AJ lachte laut, als der Elf ihn ansprang. "Klar. Hab doch gesagt, dass ich zurückkomme Sephy.", sofort ließ der Hauself ihn los und schaute zu Eli, ehe er einen leichten Knicks vor ihm machte und ungewöhnlicherweise eine Hand nach ihm ausstreckte. "Ich bin Sephy. Sir."
kurz blickte der Gryffindor-Schüler zu Eli hinauf, "Sephy ist Violets Aufpasser und Freund. Mein Dad hat ihn damals mal gefragt ob er gegen Bezahlung auf Violet aufpasst, wenn niemand im Haus ist. Er ist ein guter Freund der Familie und wird von Violet sehr geliebt.", erklärte AJ mit einem großen Grinsen im Gesicht, um Elis schlimmste Befürchtungen aus dem Weg zu räumen. Nicht das er am Ende noch dachte, sie würden sich einen Diener halten.

"Das ist Eli, mein bester Freund, er wird ein paar Wochen bei uns sein.", erklärte AJ dem Hauself der Eli mit einem Lächeln im Gesicht ansah und doch war in seinen Augen noch etwas zu erkennen. Irgendetwas schien Sephy an Eli zu überraschen, so als ob er irgendetwas bei ihm spürte, obgleich Eli sich ihm noch nicht einmal gegenüber vorgestellt hatte. "Freut mich Sie kennenzulernen Eli Sir...darf ich fragen wie ihr voller Name ist, Sir?"
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Nôel Eliot Sulivan
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BeitragThema: Re: JayLi - Die Abenteuer auf dem Trockenen   Sa 19 Nov 2016 - 7:22

Ich blickte auf, als ich angesprochen wurde und nickte stumm, als ich die Augen durch den Spiegel auf mir liegen spürte. Hätte ich diese Lüge laut ausgesprochen, wäre das Risiko zu groß gewesen, dass AJ etwas bemerkte. Auch wenn er gerade mit seiner kleinen Schwester beschäftigt war – man wusste ja nie!
Danach wandte ich mich wieder ab und schluckte schwer. Wie sollte ich es nur überleben AJ die Wochen über so nahe zu sein ohne ihn anfassen zu dürfen? Es war ja schon eine Qual in einem Zimmer mit ihm schlafen zu müssen in der Aussicht ihn jedes Mal anzusehen – warum denn auch noch in einem Bett?!
Langsam wurde mir klar, dass mich irgendeine höhere Macht anscheinend nicht leiden konnte, sonst hätte ich wohl kaum so ein Schicksal zu beklagen.
Alleine bei dem Gedanken das AJ nur in Shorts bekleidet neben mir lag, wurde mir schon heiß und kalt. Wie sollte ich diese Ferien denn nur überstehen ohne völlig durchzudrehen?!
„Ja, natürlich Sir“, meinte ich fast automatisiert und sah kurz auf. „Sie müssen sich keine Umstände wegen mir machen, ich esse alles.“
Ich betrachtete weiter abwesend die vorbeirauschende Landschaft und dachte an die Autos in denen ich schon gesessen hatte. Meistens hatte ich auf der Rückbank gelegen und durch die Verdachung in den Himmel gesehen oder das Geäst von den Bäumen beobachtet, das an ihnen vorbeizog und von Sonne durchleuchtet wurde. Damals hatte er das gebraucht um nicht in Panik zu geraten, heute würde wahrscheinlich auch das nichts mehr nutzen. Mit meiner freien Hand griff ich nach meinem untersten Kettenanhänger und umschloss das Ansatakreuz für wenige Zeit vollkommen mit meiner Hand, ehe ich wieder zu Violet sah, die aufgeregt Aufmerksamkeit forderte. Zumindest sie schien innerhalb kürzester Zeit ihre Meinung über mich festgelegt zu haben und soweit ich sehen und hören konnte, war das keine schlechte.
Ich spielte geduldig immer wieder das Finger – weg Spiel mit ihr, was ich auch schon unzählige Male mit Cassie gespielt hatte um sie ein wenig zu beschäftigten. Irgendwie wuchs in mir der Wunsch, dass diese Fahrt niemals vorbei gehen sollte – so etwas Unsinniges!
Und natürlich war es der Zeit scheißegal was ich mir wünschte, denn sie tickte wie immer gegen mich und als ich aus den Wagen stieg und mit meinem riesigen Koffer auf das Haus zuschritt, fühlte sich mein Magen merkwürdig prickelnd an. Mehr denn je sehnte ich mich nach AJs Armen, doch diese waren im Moment mit anderen Dingen beschäftigt, als mich in eine beruhigende Umarmung zu ziehen, deshalb waren ich und mein glühender Magen auf uns alleine gestellt.
Als mich AJ in sein Zimmer führte, war ich schon vollkommen überwältigt von dem Eindruck des Hauses. Alles wirkte so… persönlich, gemütlich und wohnlich ohne klischeehaft zu sein. Nichts von dem was ich zuvor in meinen Leben gesehen hatte, reichte auch nur ansatzweise daran. Zwar hatte ich Hogwarts als mein Zuhause akzeptiert, doch das Schloss als solches war mir zu groß, die Räume, die ich noch mit vier weiteren Schülern teilte zu unpersönlich und der Wald zu weit weg. Das hier war etwas anderes – etwas Eigenes und es roch nach typisch AJ. Jedenfalls dem Neuen AJ der hier seine Wäsche waschen ließ und dessen Haare und Haut den Geruch speicherten, der hier vorherrschte.
Die Treppe, die mich in AJs persönlichstes Zimmer führte, wirkte plötzlich Kilometer lang. Nichts davon was wir bisher geteilt hatten war auch nur vergleichbar mit dem Schritt, den er jetzt tun würde. Immerhin zeigte er mir nun den Teil seines Lebens an dem ich bisher noch nicht
teilgenommen hatte. Etwas womit ich nichts zu tun hatte.
Ein wenig eingeschüchtert betrat ich das Zimmer, was nichts im Vergleich zu den Zimmern war, die wir gemeinsam betreten hatten. Es war ungefähr viermal so groß wie das Zimmer das wir damals bewohnt hatten und zwar kleiner als die Schlafsäle in Hogwarts aber um einiges persönlicher… um einiges mehr AJ. Alles darin spiegelte meinen Freund wieder, sogar die Bücher im Regal. Ein Lächeln legte sich auf meine Lippen und ich mich sofort ein Stück weit geborgen hier.
Ich wollte gerade etwas erwidern, als wir von dem lauten Ausruf unterbrochen worden, der mich leicht die Augenbrauen hochziehen ließ. Etwas verblüfft sah ich dabei zu wie das kleine Wesen, was ich erst beim dritten Blick als Hauself identifizieren konnte, augenscheinlich AJs Wiederkommen begrüßte. Hatte es da Sachen an?
Ich beobachtete die Freude und konnte nicht anders als leicht zu lächeln, als er meinen Freund spontan umarmte. Anscheinend hatten die Landons ihre eigenen Methoden Hauselfen an sich zu binden. Nicht schlecht.
Ich nahm die mir dargebotene Hand und schüttelte sie immer noch lächelnd. „Schön dich kennenzulernen, Sephy. Ich bin Eli – nur Eli“, meinte ich und störte mich nicht weiter daran, dass der Hauself mich nun mit meinen Spitznamen ansprechen würde. Es gab durchaus schlimmeres. „Du bist also quasi er Babysitter hier, hm? Gefällt es dir denn auf Violet aufzupassen?“
Ich schlenderte zum Bett und setzte mich darauf, als auch dieser kleine Smalltalk abgeschlossen war. Von hier aus hatte man einen schönen Blick in den Himmel, wenn man sich seitlich legte. Ja, ich dachte schon, dass es mir hier gefallen würde.
Vorsichtig zog ich den schlafenden Acedia aus meiner Tasche und setzte ihn auf meinen Schoß wo er sofort zu schnüffeln begann und sich streckte um sich umzusehen. Vielleicht würde es hier doch ganz schön werden…
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Aiden Jeremy Landon
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BeitragThema: Re: JayLi - Die Abenteuer auf dem Trockenen   Mo 28 Nov 2016 - 10:31

"Ja Sir, oh ja Mr Eli, es gefällt mir sogar sehr. Die kleine Violet ist ein entzückendes Menschenkind und die Landons sind großzügig zu Sephy. Jawohl Sir.", entgegnete der Hauself und lächelte, ehe er sich unter den beiden Jungs freudig lächelnd umsah und nur wenig später mit einer kleinen Verbeugung den Raum wieder verließ. AJ lachte kurz als Sephy hinter sich die Türe schloss. "Jetzt hast du sogar Sephy kennengelernt. Er ist ein cooler Hauself, kommt aber nur ein oder zweimal die Woche glaub ich."
erzählte AJ, während er seinen Zauberstab in seine Schreibtischschublade legte. Den Koffer ohne Magie auszupacken würde bestimmt noch ziemlich ungewohnt für AJ werden. Immerhin war er es seit fast einem Jahr gewöhnt den Koffer und alles andere mittels Magie zu handhaben. Aber jetzt waren sie außerhalb von Hogwarts und durften laut dem Gesetz für Minderjährige, nicht einmal mehr einen Lumos anwenden. Zumindest konnte er davon ausgehen, dass Eli sich über diese Tatsache wahrscheinlich sehr freute. Jetzt war er die Magie erstmal los und brauchte nicht ständig an seinen Zauberstab zu denken. Hatte er ihn überhaupt mitgenommen?! Es interessierte ihn irgendwie zu wissen, ob Eli zumindest bei seiner Abreise daran gedacht hatte oder ob er ihn so wenig ausstehen konnte, dass er ihn einfach dort ließ.
Das er sich mit der Zauberei nicht richtig zurecht fand, war AJ war ja schon von Anfang bewusst. Er war noch nie ein wirklicher Zauberer, dafür aber ziemlich talentiert, wenn er es denn wollte. Dafür war er umso besser in der Theorie und verstand es selbst die komplexesten Sachverhalte aufzulösen und so zu erklären, dass selbst ein begriffsstutziger AJ es verstand. Grinsend sah er Eli dabei zu wie er das Nagetier aus seiner Tasche holte, welches offensichtlich auf die neue Umgebung neugierig war. "Ähh Eli...lass ihn bitte nicht frei herumrennen okay? Meine Mum kriegt nen Anfall wenn sich Acedia an ihrem Essen vergreift. ", warnte er ihn und setzte sich neben ihm aufs Bett, ehe er sich nur mit seinem Oberkörper nach hinten auf die Decke fallen ließ. Seine Augen glitten zur Decke, während ein lautes Gähnen aus seinem Mund kam.
"Ich bin total erledigt...diese Zugfahrten sind sowas von anstrengend. Jetzt haben wir sechs Wochen Ferien und können nicht einmal mehr Magie verwenden. Nicht ohne, dass das dämliche Ministerium uns sofort von der Schule schmeißt.", murmelte er kleinlaut vor sich hin und konnte den Gedanken einfach nicht abschütteln, dass es ihm kräftig gegen den Strich ging. Dämliches Zaubergesetz, er lebte in einer Zaubererfamilie, wieso sollte er nicht auch mal ein wenig Magie praktizieren dürfen? Während seine Eltern es sich also ganz einfach machten, weil er ständig auf seine eigenen Fähigkeiten angewiesen. Das war ja sowas von lästig! Sein Blick glitt zu seinem Bücherregal, in dem diverse Romane, Comics und ein paar Bücher der Zauberei noch von den letzten Jahrgängen standen. "Hey dieses Jahr werden wir gemeinsam unsere Einkäufe in der Winkelgasse machen. Die neuen Zauberbücher und so. Wird bestimmt klasse. Stell dir vor, wir werden sogar gemeinsam wieder von hier weggehen. Wir haben also jede Menge Zeit zusammen. Was hälst du davon wenn ich dir morgen ein wenig die Gegend zeige und übermorgen fahren wir beide nach London. Hast du Lust? Ich zeig dir morgen sogar ein kleines Wäldchen hier in der Nähe. Nur zwanzig Minuten von hier entfernt. Kommt zwar nicht an den verbotenen Wald heran, aber hey, dir gefällt es bestimmt da."

Gähnend schloss er seine Augen und döste für einige Augenblicke ein wenig vor sich hin, ehe er Eli kurz erklärte, dass das WC auf der anderen Seite des Flures ist und er gerne nachts die Türe abschließt, damit Violet morgens nicht in sein Zimmer reinkommt. Er hasst es wenn er so früh und so plötzlich wach gemacht wird. Vor allem wenn er aus Schreck aus dem Bett fährt, brummt er danach den halben Tag. Eli kannte das bereits und selbst ihm dürfte bekannt sein, dass niemand einen brummenden AJ aushalten wollte.
"Ohja, wenn dir mal langweilig ist oder so, kannst du auch gerne dir irgendwas aus meinem Bücherregal schnappen. Die Bücher sind wahrscheinlich nicht so interessant für dich ,wie die Bücher in Hogwarts, aber sie vertreiben die Zeit." , fügte er grinsend hinzu und sah zum ersten Mal wieder zu Eli hoch. War er in Gedanken versunken? Er wirkte irgendwie blasser als sonst, was vielleicht am Luftwechsel liegen konnte oder daran, dass er sich immer noch unwohl fühlte.
"Ist noch nicht ganz real für dich hm? Keine Sorge mein Dad ist nicht so unheimlich und streng wie er vielleicht aussieht. Das ist nur heiße Luft.", fügte er hinzu und sah ihn von unten aus an.

"Sicher, dass alles okay bei dir ist?" , Eli wirkte seltsam ruhig, als ob er sich wieder nachdem verbotenen Wald sehnte. Für einen Jungen wie ihn war es bestimmt schwierig soweit entfernt von allem zu sein was er liebte und seit vier Jahren als sein Zuhause betrachtete. Schade, dass AJs Eltern keine Farm hatten, sonst würde er ihn mit magischen Wesen versorgen können, um die er sich kümmern konnte. Ein Jammer das Professor Gredward für Pflege magischer Geschöpfe nicht zufällig in der Nachbarschaft wohnte, sonst könnten sich die beiden gelegentlich mal unterhalten. Sicher würde Eli das sehr gefallen. Schließlich gab es hier nichts anderes womit er seinem Hobby nachgehen konnte.

Während sie sich ausruhten, hörten sie gelegentlich Violet und Sephy lachen, die ganz offensichtlich miteinander spielten. Die Geräusche von nebenan und die kleinen Unterhaltungen zwischen Eli und AJ wurden rege von der lauten Stimme seines Vaters unterbrochen, der sie nach unten zum Essen rief. Sofort signalisierte er Eli ihm zu folgen, aber kaum hatten sie gerade Mal die Treppe erreicht rannte eine freudige kleine Violet zu ihnen und ergriff Elis Hand.
"Sitzt du neben mir?", fragte sie schüchtern und sah mit leuchtenden unschuldigen jungen Augen zu dem großen Eli hoch. Sie war noch ziemlich klein, allein ihre Hand passte perfekt in seine, für sie waren Elis Hände beinahe Pranken. AJ lächelte, er fand die beiden süß zusammen. Daher ging er einfach schon vor und traf seine Mutter im Esszimmer wieder, die ihn mit einer freudigen Umarmung in Empfang nahm. Lächelnd löste er sich von ihr, während Eli mit Violet hereinkam. "Sei vorsichtig.", warnte AJ ihn als an Eli und Violet einige Gabeln und Gläser vorbeischwebten. Alles lief vollkommen automatisiert ab. AJs Mum nutzte Magie zum kochen, Tisch decken und Essen bringen. Sein Dad saß bereits am Kopfende des Tisches, während seine Mutter noch ein wenig mit dem Zauberstab um sich herum wedelte.
"Mum, das ist so unfair. Wir beide dürfen nicht zaubern und ihr könnt das ununterbrochen. Gibs keine Ausnahmeregelungen oder sowas? So für gut aussehende Zauberer, die erwachsen genug sind?", fragte rein rhetorisch, da er die Antwort bereits kannte.

"Ach Jeremy, du hast nur noch ein Jahr bis du volljährig bist." , sagte sie und als der Tisch gedeckt war ging sie zu Eli und hielt ihm mit einem sanften Lächeln eine Hand hin. "Du musst Eliot sein. Es freut mich dich kennenzulernen. Jeremy hat mir viel von dir erzählt, es ist schön mal Besuch im Haus zu haben. Fühl dich hier so wohl als wäre es dein Zuhause und wenn du mal zwischendurch Hunger hast, hab ich dir Schokolade mitgebracht. Jeremy sagte mir, dass du gerne Süßigkeiten isst.", sagte sie und kicherte leise, ehe sie auf einen Stuhl zeigte, um Eli zu signalisieren, dass er sich hinsetzen sollte.
"Na komm, jetzt iss dich erstmal satt, ihr müsst ja richtig leere Mägen haben, nach dieser langen Zugfahrt. Als ich früher aus Hogwarts nach Hause kam, war ich ganz ausgehungert, obwohl ich am Morgen noch richtig gefrühstückt habe. ", erzählte sie, während sie sich alle auf ihre Stühle setzten. Das Essen hatte sich bereits von selbst auf ihre Teller verteilt, sodass sie sofort loslegen konnten. Hungrig wie AJ war, haute er richtig rein, während Violet mehr damit beschäftigt war Eli anzusehen und ihre kleinen Späßchen mit ihm zu treiben. Wie ihn mit dem Finger zu berühren und zu sagen "du bist.", Violet war sehr verspielt, manchmal sogar ein wenig zu sehr.

Dieses kleine Spiel wurde jedoch schnell durch AJs Mutter unterbrochen, die natürlich mal wieder neugierig auf den Neuankömmling war. Eltern eben! "Eliot erzähl uns ein wenig von dir. Wie läuft die Schule, du bist in Ravenclaw stimmt das? Wirst du öfters in den Ferien zu uns kommen?", fragte sie, manchmal war sie kaum zu bremsen. Aber im Gegensatz zu seinem Vater, lächelte sie wenigstens und war immer eine herzensgute Frau, die niemandem mit ihren Fragen etwas Böses wollte. "Mum...", unterbrach AJ sie, um ihr zu zeigen, dass sie diese Fragerei sein lassen sollte. Er ahnte, dass sie Eli damit unbeabsichtigt in die Enge treiben würde. Er wollte nicht, dass Eli sich unwohl fühlte, schon gar nicht wegen seinen neugierigen Eltern.

Glücklicherweise mischte sich bereits Violet aus kindlicher Unschuld heraus in das Gespräch ein. Ein süßes Bild wie sie sanft an seinem T-Shirt zupfte, nur um Elis Aufmerksamkeit zu kriegen. "Spielst mit mir nachher?", fragte sie und sah ihn wie ein kleines Küken seine Mama an, als ob sie im nächsten Moment in seine Arme kriechen würde und dort einschlief. Selbst für AJ war es manchmal schwierig diesem kleinen goldenen Engel zu widerstehen. Sie schaffte es bei jedem, das Herz wegschmelzen zu lassen, ihre unschuldige Art, ihre kindliche Stimme, all das machte sie so liebenswert. Nur wenn sie traurig oder sauer war, wurde sie zu einem richtigen Biest! Oh ja solche Zeiten hatte er schon miterleben dürfen, besonders als er damals auf Violet zum ersten Mal aufpassen musste. Danach hatte er eine Woche Stubenarrest.
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Nôel Eliot Sulivan
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BeitragThema: Re: JayLi - Die Abenteuer auf dem Trockenen   Mo 16 Jan 2017 - 18:21

Ich bemerkte den neugierigen Blick meines Freundes, als er seinen Zauberstab in die Schublade legte und konnte mir denken, was er sich insgeheim fragte. Auch wenn ich wusste, dass er niemals so taktlos war um diese Frage auszusprechen – würde es mir doch implizieren ein scheußlicher Zauberer zu sein.
Womit er auch recht hätte, dachte ich und seufzte kaum hörbar als ich an die Suchaktion zurückdachte, die die Abfahrt ausgelöst hatte.
Ich war schlau genug meinen Zauberstab nicht über die Ferien herumliegen zu lassen. Mal von Diebstahl und dergleichen abgesehen, war unser Band zueinander sowieso durch meine Weigerung zu zaubern ziemlich gestört und mir war klar, dass er mir für immer den Dienst quittieren würde, wenn ich ihn sechs Wochen irgendwo alleine in meinen Schlafsaal herumliegen ließ. Zumal es eigentlich die Ferien waren, die mein Zauberstab (wenn er denn denken und fühlen könnte) am meisten lieben müsste. Denn immerhin war es die Zeit in der ich versuchte die Zauber in die Praxis umzusetzen, die ich in der Theorie schon seit der zweiten Klasse beherrschte. Da ich meistens in Hogwarts war, hatte ich auch kein Problem mit dem Zauberrecht und konnte mich ein wenig mehr auf meine ZAGs vorbereiten, genauso wie es mir AJ und einige der Professoren immer ans Herz legten.
Diese Ferien wirst du dich wohl mit den Koffer begnügen müssen, Enn. Tut mir wirklich Leid – aber zaubern ist dieses Mal nicht.
Ich blickte erst wieder auf, als AJ sich zu mir setzte. „So etwas würde er niemals machen. Das einzige, was passieren könnte ist, dass er ein paar Freunde einlädt.“ Bei diesen Gedanken musste ich schmunzeln, weil ich mir nur zu gut vorstellen konnte wie die Eltern von AJ auf die neuen Gäste reagierten. „Aber er wird sich schon benehmen… keine Angst.“
Ich sah Acedia dabei zu wie er AJ erklomm und auf seiner Brust bis zu den Schultern hinauftrippelte um sich dann wieder hinunter zu seilen und den Kopf des Jungen zu beschnüffeln – inklusive der Ohren. Was ungefähr die ausmaße eines kleinen kitzelnden Orkans hatte. Ich lächelte und sah meinem vierbeinigen Freund zu wie er Zentimeter für Zentimeter das Bett erkundete, nachdem er von AJ abgelassen hatte.
„Du solltest es positiv sehen“, meinte ich und rutschte nach hinten um mich an die Wand zu setzten. „Es sind nur sechs Wochen und in denen kannst du viel lernen. Zum Beispiel wie man einen Koffer auspackt ohne es bequem zu haben. Denk einfach daran das es andere Menschen jeden Tag so machen müssen und du diese Schmach nur für eine geringe Zeit ertragen musst.“ Den Zynismus konnte ich nicht ganz aus meiner Stimme heraushalten. Das war einer von AJs neuen Zügen die ich weder verstand noch leiden konnte. Damals noch lange bevor er in diese Familie kam, hatte ihn die Zauberei zwar fasziniert, doch noch genauso viel Angst gemacht. Immerhin wurde sie sehr oft dazu benutzt uns zu quälen. Manchmal – und ich wusste wie egoistisch das war – wünschte ich mir er wäre in eine unmagische Familie gekommen und hätte erst mit Hogwarts wieder den Eintritt in die Zauberwelt gemacht. Vielleicht wäre seine Einstellung dann eine andere – aber nur vielleicht.
Ich schüttelte den Gedanken ab, weil ich gar kein Recht dazu hatte so etwas zu denken und lehnte meinen Kopf an die Wand.
So sehr ich mich auch über die Einladung des anderen gefreut hatte und den Schritt den er damit machte zu schätzen wusste, umso mehr wurde mir nun klar wie sehr ich mich selber auch vor ihm entblößte. In Hogwarts konnte ich meine Unzulänglichkeiten gut kaschieren um ihn nicht zu sorgen oder auf die Palme zu bringen… hier wird mir das alles nicht mehr möglich sein und alleine bei dem Gedanken lief mir ein hässlicher Schauer über den Rücken. Was wenn er nach zwei Wochen genug von mir hatte und mich nicht mehr hier haben wollte? Ich konnte schlecht einfach wieder nach Hogwarts zurückkehren… - was sollte ich denn dann nur machen?
Ich kaute auf meiner Unterlippe herum und hoffte inständig, dass es niemals so weit kam. Alleine das würde mir das Herz in tausend Stücke reißen, doch zu wissen das AJ dann wahrscheinlich auch die letzten oberflächlichen Geheimnisse von mir erfahren und mich deswegen verstoßen hatte, würde ich nicht ertragen.
Danach würde –
Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen, als mich der Größere wieder ansprach und als könne er meine Gedanken lesen ein Thema anschnitt, dass mir genauso unangenehm war, wie das Thema der heutigen Nachtruhe.
„Ich… also… ich…“, stotterte ich ein wenig überfordert und senkte den Blick ehe ich mich zwang den Satz vernünftig zu artikulieren. „Ich kaufe meine Bücher nicht in der Winkelgasse AJ…“ Mein Versuch meine Hände vom Zittern abzubringen indem ich sie ineinander verschränkte scheiterte und ich verfluchte diese elendige Situation. Durch die vorangegangenen Worte, konnte ich mich nicht einmal mehr über sein Versprechen freuen mir die Natur hier ein wenig genauer zu zeigen.
Eigentlich hätte ihm das auch klar sein können, immerhin hatte ich keinerlei einnahmen oder Hilfen so wie er. Woher also sollte ich das Geld nehmen? Hatte er darüber jemals nachgedacht?

Nein, natürlich nicht. Warum denn auch? Es ist doch nicht seine Sache wo du was auftreibst. Muggle würden sagen: Was geht mich fremdes Elend an, nicht wahr? Er hat ja eine Familie…

Ich schluckte bei dem Gedanken, der mir ungewollt mehr wehtat als ich jemals zugeben müsste und wechselte ganz schnell das Thema. „Ma – machen wir noch eine Roomtour?!“
Nicht, dass es für mich wirklich wichtig war etwas anderes vom Haus zu sehen außer dieses Zimmer und vielleicht die Toilette, aber etwas Besseres war mir spontan einfach nicht eingefallen.
„Danke“, meinte ich auf das Angebot und senkte meinen Blick auf die Hände um ihm nicht genau in die Augen sehen zu müssen. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ich das ab heute ziemlich lange nicht mehr können würde. „Alles noch ziemlich unwirklich und grotesk…“, stimmte ich ihm zu, weil ich wusste, dass das die beste Erklärung für ihn war.
Es verging einige Zeit des Schweigens, nachdem ich auf das erneute Nachfragen ob alles in Ordnung sei lediglich nur genickt hatte. Ich saß stumm da und ließ AJ vor sich hin dösen, anscheinend schien er wirklich recht müde zu sein. Der heutige Abend würde wahrscheinlich nur noch aus dem Essen, dem Bad, ein paar wenigen Gesprächen und dem Bett bestehen – mir nur recht.
Ich lauschte einer weile dem Lachen und den leisen Worten von Violet und dem Hauselfen und verschwand in meine eigenen Gedanken von dem langsamen Atem meines besten Freundes begleitet. Gerade als ich auch schläfrig wurde und schon mit dem Gedanken spielte die Decke und AJ hervorzuziehen um uns beide zuzudecken, hörte ich die Rufe zum Abendessen, die auch den Dösenden sofort wieder aufweckten. Noch ziemlich benommen von den ganzen Eindrücken, den Sorgen, die ich mir machte und den plötzlichen Aufbruch, ging ich einfach hinter AJ her die Treppe hinunter, überließ Violet meine Hand und nickte auf ihre Frage.
„Sicher.“
Ich ging den Stimmen entgegen und führte das kleine Mädchen, dass mich nicht mehr losließ, neben mir her wie ein Vater sein Kind ohne es zu bemerken. Erst AJs Warnung drang wieder durch den Schleier des Unglaubens und ich versteifte mich sofort, ehe ich sah was er meinte. Meine Mundwinkel zuckten missfällig nach unten und ich widerstand den Impuls das Geschirr einfach zu Boden zu schlagen. Doch schließlich siegten meine Manieren wieder und ich verschloss mein Gesicht komplett vor den anderen, ehe ich mich mit Violet an den Tisch setzte.
Tief ein und ausatmen… atme!
Ich stand noch einmal auf um die Mutter von AJ anständig zu begrüßen und lächelte sie mit einem herzlichen Lächeln an, das meine Augen nicht erreichte. „Vielen Dank, ich freue mich sehr hier zu sein… und… das wäre doch nicht nötig gewesen – wirklich!“, antwortete ich mit dem richtigen Quäntchen an Scham und Zurückhaltung und wurde sogar ein wenig rot.
Auch wenn ich immer noch etwas verprellt von der Vorstellung war –

Das ist ein Zauberhaus… was hast du denn erwartet? Dass sie jedes Messer einzeln zu Tisch tragen oder was? Du bist ein Idiot!

konnte ich gute Miene zum bösen Spiel machen und lächelte weiter mein gestelltes Lächeln in die Runde, das nicht einmal im Ansatz so strahlend war wie mein echtes. Selbst das AJ es wahrscheinlich nicht einmal bemerken würde, weil er so sehr mit dem Essen beschäftigt war, störte mich nicht.
Ich ertrug Violets kleine Spielerein und fing ihre Finger immer wieder mit meinen ein, bis ich bemerkte, dass sie mehr mit dem spielen als dem Essen beschäftigt war. „Das reicht jetzt…“, meinte ich milde und zog meine Hand weg. „Wenn du deinen Teller leergegessen hast, zeige ich dir einen Zaubertrick mit den Fingern, okay? Aber erst das Essen…“
Als mich die Frau wenig später wieder ansprach – damit hatte ich fest gerechnet – sah ich auf und nickte. „Stimmt, ich bin Ravenclaw und die Schule läuft gut. Ich bin gerne in der Schule und mag vor allem dem angrenzenden Wald, aber hier bin ich auch gerne. Danke, dass sie sich die Mühe gemacht haben mich die Ferien über hier wohnen zu lassen“, sagte ich und blickte sie lächelnd an. „Ich komme bei Gelegenheit sogar gern wieder, aber warten wir doch erst einmal ab, wie es sich so entwickelt, oder?“
Das Zupfen an meinem T – Shirt, das mir sagte, dass die Kleine sich noch immer nicht wirklich auf das Essen konzentrierte, ließ mich meinen Kopf drehen. Für einen kurzen Augenblick huschte mein ehrlichstes, liebevollstes Lächeln über meine Lippen und ich bedachte Violet mit einem gespielten, strengen Blick. „Ja, das habe ich doch versprochen, aber nach dem Essen!“
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Aiden Jeremy Landon
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BeitragThema: Re: JayLi - Die Abenteuer auf dem Trockenen   Mo 23 Jan 2017 - 21:36

Der Zynismus in Elis Stimme war für AJ unüberhörbar deutlich. Und auch wenn er seine Worte innerlich verurteilte und diese leicht herablassende Art nicht leiden konnte, beließ er es dabei. Warum auf Ansichten herumhacken, wenn keiner von beiden bereit war die eigenen zu ändern? Er wollte keinen Streit mit Eli anfangen und für so eine ernste Diskussion, über ihre Ansichten, war er einfach zu müde. AJ würde seinen Koffer per Hand auspacken, auch wenn er das für verschwendete Zeit hielt. Schließlich war die Nutzung von Alltagszaubern nicht nur reine Bequemlichkeit sondern auch ein gutes Training für die eigenen Fertigkeiten. Es war ja nicht so, dass AJ sich zu fein dazu war, um Hand anzulegen, er war nur darauf bedacht seine Fähigkeiten zu trainieren. Manchmal hatte er das Gefühl, dass Eli ihn nicht verstehen wollte oder einfach nur negativ auf gewisse Aspekte und Vorteile des Lebens hinabsah. Man konnte in allem etwas schlechtes finden, aber das war nicht Sinn und Zweck des Lebens. Vielleicht resultierten ihre Meinungen einfach nur auf den Erfahrungen die sie gemacht hatten. Sein Instinkt verriet ihm schon seit dem Augenblick als sie sich wiedergefunden hatten, dass er es wesentlich schwieriger und härter gehabt hatte, als AJ sich vorstellen konnte. Seine Augen verrieten ihn, besonders in Situationen der Anspannung oder wenn sie in Schwierigkeiten steckten. Gewisse Reaktionen und Abläufe die in Eli verankert waren, konnten nur von sehr traumatischen Erfahrungen herrühren. Und da er im Labor bestimmte Verhaltensweisen nie gezeigt hatte, mussten diese mit seinen Erlebnissen danach zu tun haben. Man konnte ja vieles über AJ sagen, auch das er manchmal verantwortungslos, impulsiv und vielleicht sogar naiv in den Tag lebte, aber nicht das er Eli nicht beobachtete. Und auch wenn AJ selbst eine harte Zeit gehabt hatte, hatte er sich stets etwas positives bewahrt. Er wollte niemals irgendwo in einer Ecke sitzen und mit sich selbst hadern. Für ihn musste etwas Gutes im Leben geben, ganz gleich welche Hindernisse oder Herausforderungen dafür der Preis waren. Diese Einstellung, dieses Positive hielt ihn all die Zeit die er überwinden musste, am Leben. Es gab Momente in denen er am liebsten alles hingeworfen hätte, Momente wo er bereit war sich vom Leben brechen zu lassen und alles aufzugeben an das er glaubte. Letzten Endes jedoch war er immer wieder bereit aufzustehen und dem Schicksal den Krieg zu erklären. In all der Zeit war er zu einer wichtigen Erkenntnis gekommen, die er stets als seine persönliche Philosophie in sich trug. es ist kein Kunstwerk ein Haar in einer Suppe zu finden, aber dafür etwas Gutes im Leben. Wer das Gute erkennen konnte, war langfristig glücklicher als die Menschen die sich aufgaben. Auch wenn er es Eli nie sagen würde, glaubte er manchmal das auch er sich längst aufgegeben hatte. Die Gründe dafür blieben ihm jedoch verschlossen.

Das Eli von den Einkäufen in der Winkelgasse nicht sonderlich begeistert war, war AJ klar gewesen. Auch der offensichtliche Versuch vom Thema abzulenken war ihm nicht entgangen.

Dir ist es peinlich hm? Mach dir keinen Kopf mein Freund, du bist mir jedes Geld der Welt wert. Egal wie unangenehm es für dich ist, du hast etwas besseres verdient, wenn es nur ein Lächeln in dein Gesicht zaubert.,
dachte er sich in jenem Augenblick und nickte Eli bestätigend zu. Ja, er würde diese Roomtour mit ihm machen, aber nicht sofort. Zunächst musste er sich ein wenig ausruhen, denn seine Augen waren inzwischen schwer wie Blei geworden. Sein Magen war absolut leer und sein Körper fühlte sich zwanzig Kilo schwerer an. Erstmal gleich etwas essen und dann ab in die Dusche.
"Das wird vergehen, entspann dich einfach. Man fühlt sich anfangs immer etwas unwohl, weil man nicht so richtig weiß wie man sich verhalten soll. Sei einfach du selbst. Mein Zimmer ist dein Zimmer.", sagte er, während er sich den Rest des Satzes nur dachte.
Die Ausnahme ist der Schuhkarton der weit unter mein Bett geschoben liegt. Das ist ein absoluter Sperrbereich für dich, meine Eltern und BESONDERS für meine kleine Schwester!, dahingehend war er sehr konsequent, er wollte nicht das auch nur einer von ihnen da hineinschaute. Schließlich waren dort sehr persönliche Dinge drin, die niemand unbedingt sehen sollte. Vor allem Dinge über die er mit niemandem sprechen konnte.

Als es endlich Zeit zum Essen war, gingen Eli, Violet und er hinunter um sich an den gedeckten Tisch zu seinen Eltern zu setzen.  Irgendwo war es AJ ja klar, dass es zu einem Verhör kommen musste, aber das es ausgerechnet von seiner Mutter geführt wurde, damit hatte er nicht gerechnet. Dabei hatte er sie extra gebeten Rücksicht auf Eli zu nehmen, besonders was empfindliche Themen anbelangte! Glücklicherweise jedoch schien Eli sehr gelassen damit umzugehen und sich tatsächlich mi ihnen zu unterhalten. Allerdings war es nur eine Frage der Zeit bis sie etwas falsches sagten, spätestens dann, wenn sein Vater das Wort ergriff.
"Du musst ein kluger Schüler sein, wenn du nach Ravenclaw gekommen bist. Das ist ein ehrbares Haus. Und was hast du so für Zukunftsvorstellungen? Ich meine beruflich ? Willst du ins Ministerium oder was schwebt dir vor?", fragte er während alle aßen. Das Fleisch schmeckte hervorragend, ebenso wie der Reis und die anderen Beilagen die auf dem Tisch standen. Einzig und allein Violet schien sich gerne von den beiden Jungs ablenken zu lassen. Hier und da lehnte sie ihren Kopf bei Eli am Arm an und machte deutlich, dass sie müde wurde. Selbst zu müde zum kauen, weshalb sie länger brauchte als alle anderen am Tisch.
"Schatz...lass den jungen Mann essen. Hm, wenn du fertig bist, kannst du dir ja die Zähne putzen gehen. Du kannst ja noch morgen mit ihm spielen.", unterbrach die Mutter das Gespräch, ehe AJ ihr durch die Haare streichelte und sie ihn mit ihren kleinen verschlafenen Äuglein ansah. Sie hob beide Arm und drückte sich wechselnd schnell an AJ, der sie liebevoll streichelte und ihr einen Kuss auf ihren Haaransatz gab. Man konnte die Liebe und Fürsorglichkeit , die Wärme die er seiner kleinen Schwester entgegenbrachte in seinen Augen ablesen. Sie wurden in ihrer Gegenwart stets viel weicher und friedlicher als sonst. Viel tiefgründiger und durchschaubarer. Ja, es machte fast den Anschein, dass sie in seine Seele zu schauen vermochte.

"Sag mal Eliot. Jeremy erzählte uns, dass du ein echtes Ass in Pflege magischer Geschöpfe sein sollst und sogar Einzelstunden nimmst. Du hast wohl ein Händchen für Tiere was? , fragte AJs Mutter und lächelte den jungen Ravenclaw dabei sanft an.
"Vielleicht könntest du ja AJ sogar ein wenig Nachhilfe geben. Er könnte bessere Zensuren gebrauchen.", fuhr sein Vater dazwischen und mit einem Mal begann ein Blickduell zwischen ihm und AJ. "Dad!", sagte er empört und funkelte ihn an. Die Atmosphäre zwischen beiden war angespannt und wurde schlagartig kühler.
"Jeremy, du brauchst in den ZAGs dringend gute Zensuren! Du willst doch mal was aus dir machen. Und wen du im Ministerium eine respektable Stelle..." aber weiter kam AJs Vater nicht, denn in AJs Augen funkelte bereits ein Ansturm von Wut. Schlagartig fuhr seine Faust auf den Tisch, sodass Violet kurz aufschreckte. "Ich will überhaupt nicht ins Ministerium. Ich mache aus meinem Leben was ich will!! Wann akzeptierst du das endlich?"
"Jeremy! Rede in einem anständigen Ton mit deinem Vater! Ihc meine es nur gut mit dir. Ich möchte nur das aus dir was wird."
"Danke Dad..." erwiderte AJ ziemlich unterkühlt. Das liebevolle Lächeln war für einen kurzen Moment verschwunden. "Aber ich habe mich noch zu nichts entschieden. Das ist meine Entscheidung wohin ich gehe."
für einen Moment herrschte Stille am Tisch, alle stocherten in ihrem Essen herum, während AJ sich versuchte zu beruhigen. Wieso musste er ihn unbedingt in ein Schema pressen, in das er nicht reingehörte?! Er wollte das nicht! Er wollte sein Leben leben und nicht das seines Vaters.
"Jeremy...dein Vater möchte dir nur damit helfen und wenn Eliot dir helfen kann, sei doch froh um die Noten. Was du dann später machst, obliegt ja dir.", sagte sie zu AJ und warf dann ihrem Ehemann einen beschwichtigen Blick zu, als wollte sie ihm sagen, das sie sich nicht in seine Entwicklung einmischen sollte.
Sie war schon immer diejenige die es verstand den letzten noch bestehenden Konflikt zwischen AJ und seinem Vater ein wenig herunterzukurbeln. Ein leichtes Lächeln lag wieder auf AJs Gesicht, die Worte seine Mutter hatten ein wenig geholfen und den Druck von seinen Schultern genommen. Jedoch als er in das Gesicht seines Vaters sah, bemerkte er diesen einzigartigen vielsagenden Blick. Die Intoleranz und das Unverständnis über den Willen der Freiheit, der AJ so sehr antrieb. Es würde wohl noch einige dauern bis sein Vater ihn wirklich verstand.

Violet aß ihren Teller leer, scheinbar mehr aus innerem Zwang als aus wirklichem Hunger. Offenbar wollte sie unbedingt das Versprechen von Eli eingelöst bekommen. Gerissenes kleines Mädchen, mehr fiel AJ dazu nicht ein. Wenn sie einmal einen Entschluss gefasst hatte oder etwas wollte, konnte sie ziemlich zielstrebig und hartnäckig werden. AJ sah schon, dass er Eli für mindestens zwei Stunden nicht wiedersehen würde. Zumindest bis er Violet zum einschlafen brachte. Eher würde sie eh nicht mehr von seiner Seite weichen.

"Und welche Hobbys hast du so, Eliot?", fragte AJs Mutter, ehe AJ selbst grinste, "Er beobachtet gerne Tiere und sieht mir zu, wenn ich fürs Quidditchspiel trainiere.", füte er grinsend hinzu und zwinkerte seinem Freund zu.
"Hach..wenn ich euch beide so ansehe, könntet ihr glatt Geschwister sein. So merkwürdig es sich anhört und so verschieden ihr auch ausseht. Wenn man euch so sieht, seht ihr aus wie ein perfektes Team, wie Zwei die wie Brüder sind.", sagte sie euphorisch und schenkte Eli ein freundliches Lächeln. "Eliot, bevor ich es vergesse. Magst du Schokoladenpudding zum Nachtisch?", fragte sie auf ihre warme zuvorkommende Art, die AJ so liebte. Sein Vater verhielt sich in der Zwischenzeit ungewöhnlich ruhig, eher so als wollte er die Diskussion wieder aufleben lassen, die eben so grob unterbrochen wurde.

"Dad? Ich würde Eli gerne in den nächsten Tag den Wald hier in der Nähe zeigen und mit ihm in die Stadt reisen. Kannst du mir deinen Stadtplan leihen?", fragte er um die unterkühlte Atmosphäre zwischen ihnen wieder aufzutauen. Er hasste Konflikte und war kein nachtragender Mensch. "Sicher Sohn, wo wollt ihr denn hin? Habt ihr schon Pläne?", fragte er und lächelte die beiden ganz leicht an, ehe er sich in seinem Stuhl zurücklehnte. AJs Grinsen wurde umso größer als er Eli ansah.
"Ich hab vor ihn zu überraschen und ihn auf eine unvergessliche Tour mitzunehmen.", sagte er und sah dann zu Eli, "oh glaub mir, du wirst keinen schöneren Urlaub haben als diesen.", plötzlich kam AJ ihm näher und flüstete ihm zu, "ich kenne einen Süßigkeitsladen, wo die besten selbstgemachten Süßigkeiten von einem Konditor gemacht werden. Ich will sie mit dir probieren. Glaub mir, dass wird die beste Schokolade sein, die du je gegessen hast! Und es kommt noch besser.", dann richtete sich wieder auf und sah zu seinem Vater der die beiden zufrieden beobachtete, ehe das Dessert gereicht wurde. "Probier ihn Eli. Glaub mir, niemand in ganz England macht besseren Schokoladenpudding als meine Mum. Darin ist sie ungeschlagen. Nicht mal Kleines?", fragte er und sah zu Violet deren Augen bereits wie Geier auf den Pudding stierten. Wären ihre Augen nicht in ihren Höhlen fest verwachsen, würden sie sich wahrscheinlich vor Gier schon nach dem Pudding strecken. "Jaaaa Pudding, Pudding, Pudding!", rief sie aus, auch wenn ihre Augen bereits rot waren und man ihr die Müdigkeit ablesen konnte, gab sie sich noch relativ wach. Bereits im Gespräch war ihm aufgefallen, dass ihre Augen desöfteren schon zugefallen waren und sie wahrscheinlich nachdem Pudding nicht mehr allzu lange wach bleiben würde. Daher hatte Eli wahrscheinlich heute nur eine halbe Stunde oder weniger mit ihr, bevor sie ins Land der Träume einkehrte.
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Nôel Eliot Sulivan
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BeitragThema: Re: JayLi - Die Abenteuer auf dem Trockenen   Sa 18 Feb 2017 - 19:09

Ich saß etwas zusammengesunken am Tisch und stocherte auf dem Teller herum. Schon jetzt hatte ich keinerlei Appetit mehr, zwang mich aber trotzdem weiter zu essen. Im Moment hätte ich viel darum gegeben neben AJ sitzen zu können um seine Nähe zu spüren. So niedlich die Kleine auch war, sie konnte mir nicht die Sicherheit geben, die ich brauchte um diese Blicke auszuhalten, die auf mir lagen. Normalerweise wäre ich in so einer Situation früher oder später mit einer Ausrede geflüchtet, aber das wollte ich meinen Freund nicht antun. Es musste schon so peinlich genug für ihn sein, auch ohne das ich ihn bis auf die Knochen blamierte. Diese Atmosphäre brachte mich noch um!
„Um ehrlich zu sein habe ich so etwas nicht, Sir.“ Meine Augen richteten sich auf den Mann, der eine erstaunliche Ähnlichkeit mit den Türstehern vom Evils In hatte. „Ich kann mir vorstellen mit Tieren zu arbeiten – ihre Lebensräume und Verhaltensweisen zu erforschen. Ich kann mir auch vorstellen im Außendienst des Ministeriums zu arbeiten und die Welt zu sehen – aber wenn mich meine Straßenzeit eins gelehrt hat, dann das man sich keine allzu genauen Vorstellungen der Zukunft machen sollte.“ Ich zuckte die Achseln und ein Schatten huschte über mein Gesicht. „Sie werden nur allzu schnell zerstört und dann steht man ohne alles da. Deswegen plane ich erst einmal nicht weiter als bis zum Abschluss.“, erklärte ich ihm und lächelte leicht, als ich den liebevollen Umgang von AJ mit seiner kleinen Schwester sah.
Ich wusste ja schon immer dass das Herz des jungen Gryffindors riesig war. Immerhin hatte er sich auch eine lange Zeit genauso liebevoll um mich gekümmert. Auch wenn das natürlich kein Vergleich war - zwischen ihm und seiner Schwester lagen fast zehn Jahre. Dennoch wusste ich genau das er fast alles für sie tun würde – das sagte dieses Lächeln. Seine Liebe hatte er schon immer nur schwer in Worte fassen können, aber für diejenigen die ihn wirklich kannten sagte dieses Lächeln einfach alles. Ich hatte es solange nicht mehr in seinem Gesicht gesehen.
Wann waren wir das letzte Mal so vollkommen ungestört gewesen, das er mich so anlächelte?
Meine Gedanken darüber waren so wirr, dass ich das Streitgespräch am Tisch erst realisierte, als der Ton angehoben wurde und das kleine Mädchen neben mir sich unwohl hin und her bewegte.
Aus reinem Reflex hatte ich die Hand unter dem Tisch über Violet gestreckt und auf AJs Knie gelegt. Eine Geste die nicht unbedingt zu seiner Beruhigung beitragen sollte, sondern ihn eher veranschaulichte, das er etwas zu weit ging und sich überlegen sollte was er als nächstes sagte. Nicht das ich seine Reaktion nicht verstanden hätte. Als die Mutter beschwichtigend eingriff, nickte ich als würde ich das Problem verstehen und sagte ruhig: „Wenn Sie meine Meinung hören wollen ist eine gute Arbeit durchaus wichtig um sich seinen Lebensstandard zu leisten und sich in der Gesellschaft zurecht zu finden, aber was nutzt einem die beste Arbeit, wenn man sie nicht gerne erledigt?“ In meinen Ton war nur eine kurze Schärfe zu hören, die ich sofort wieder unter Kontrolle brachte. „Eine Arbeit zu der man sich zwingt, wird nur halbherzig erledigt und irgendwann hört man ganz damit auf um sich etwas zu suchen was einen mehr ausfüllt. Warum sollte man also die Zeit verschwenden und sich wissentlich in eine Rolle drücken die einem nicht steht, wenn man sich irgendwann eh dagegen entscheidet.“
Zu meinem Glück wurde auch dieses Thema bald wieder fallen gelassen und ich konnte meinen Teller in Ruhe leeren. Das Essen war wirklich lecker, aber mein Unbehagen machte mir immer noch ein Strich durch die Rechnung. Eigentlich war es beinah verabscheuungswürdig ein so derart leckeres Essen so lustlos herunterzuwürgen.
Durch meinen inneren Kampf und meine Grübeleien über die Familie, die sich mir dort offenbarte, bekam ich erst zu spät mit, das mich die Mutter erneut angesprochen hatte.
Mein Blick glitt zu meinem Freund als er für mich antwortete, aber ich widersprach ihm nicht im geringsten. „Ja, gerne.“ Die Schüsseln wurden auf dem Tisch verteilt und ich trennte eine Portion mit den Löffel ab, die ich mir dann langsam in den Mund schob. Amüsiert beobachtete ich dabei wie sowohl AJ als auch seine kleine Schwester den Pudding hinunterschlangen. Ja, es war tatsächlich ein sehr köstlicher Pudding, aber ich ließ mir ein wenig mehr Zeit mit dem Essen und versuchte mir währenddessen ein Bild von der Familie zu machen.
Als die Tischrunde aufgelöst wurde, verbeugte ich mich höflich und sprach der Köchin ein Lob für das Essen aus, ehe ich mich ein wenig erleichtert mit der Jüngsten zurückzog. Es würde nicht lange dauern sie zum Schlafen zu bringen. Sie lief jetzt schon kaum noch selbst.
Nachdem ich sie dazu bewogen hatte ihre Zähne zu putzen indem ich die Zahnbürste mehrmals hintereinander einfach verschwinden ließ und an unterschiedlichen Orten wieder auftauchen ließ, lag das kleine Mädchen endlich im Bett. Ich denke sie zu und nickte auf die Frage hin ob ich ihr noch etwas vorsingen oder vorlesen konnte. „Ja, aber dazu musst zu einen Moment warten, okay? Ich hole eben etwas...“
Schnell huschte ich aus dem Zimmer hinüber zu dem was ich mir mit AJ für die nächsten sechs Wochen teilen sollte und öffnete meinen Koffer um die alte, eigentlich schon ziemlich kaputte Gitarre herauszuholen, die ich vor meinem Aufenthalt in Hogwarts auf einer Mülldeponie gefunden hatte. Sie sah zwar nicht besonders ansehnlich aus, aber sie machte noch die Töne die sie spielen sollte und als Instrument zur Begleitung reichte sie alle Male.  
Anscheinend hatte AJ die Gunst der Stunde genutzt und war ins Bad verschwunden, dass ich erst vor kurzem mit Violet verlassen hatte. Schulterzuckend ging ich zu dem Mädchen zurück, das tatsächlich auf mich wartete.
Ich setzte mich an das Bett der Kleinen und lächelte. „Ich habe was für dich mitgebracht...“
Die Augen des kleinen Mädchen leuchteten, als sie auf die Gitarre schaute und ich begann die ersten Akkorde zu spielen. Wenig später schwang meine melodische Stimme durch das Haus der Landons. Eigentlich sang ich nicht gerne vor Fremden, aber im Moment war niemand außer Violet im Zimmer und sie hatte die Augen geschlossen, also störte es mich auch nicht weiter.
„Schließ die Augen, mein Kind -  lass die Nacht an dich heran! Du musst schlafen ganz geschwind, dass der Sandmann kommen kann. Lass die Kraft die er dir schenkt in dein Leben – schließ sie ein! Das der Traum sie dir nicht nimmt – lass sie am Tage frei! Mein Kind, lad den Sandmann ein. Nimm ihn mit auf deine Reise in die Träume die dich peinen er vertreibt sie still und leise...“ Ich holte Luft und sang mit kraftvoller Stimme weiter, auch wenn ich bemerkte das Violet schon längst eingeschlafen war. „Du weißt noch nicht was es bedeutet sich des Frostes zu erwehren, der das Leben kalt umhüllt. Der dich hart macht – flügellos dein Herz mit kalter Leere füllt.“
Ein kleiner Stich fuhr durch mein Herz als ich an das letzte kleine Mädchen dachte für die ich dieses Lied gesungen hatte, während sie sich in Krämpfen wand. Meine Finger glitten weiter über die Saiten der ramponierten Gitarre. Seine Stimme wurde wieder leise und flüsternd. „Schließ die Augen finde Ruh – lass die Nacht an dich heran. Ich bin bei dir deck dich zu...“
Ehe sie noch einmal anschwoll und seine Worte durch die Zimmer des Hauses trug, deren Bewohner ich bisher erfolgreich verdrängt hatte. „Irgendwann wirst du es sein, der sein Kind durch Nächte lenkt. Sich gegen Lebenskälte wehrt – dem kleinen Herz die Gabe schenkt. Du schwebst auf Flügeln durch die Welt, du lässt den Lebensfrust verglühen – du hast die Kraft ganz weich zu sein! Dein kleines Herz wird wieder blühen!!“
Als ich die letzten Akkorde gespielt hatte, strich ich dem kleinen Mädchen noch einmal durchs Haar und flüsterte „Gute Nacht“ ehe ich das Zimmer verließ und wieder in das von AJ ging. Dort angekommen ließ ich die Gitarre in meinen Koffer fallen und lächelte schief, als ich die Blicke auf mir spürte. „Oh... du bist ja schon wieder da.“


Verwendetes Lied: Letzte Instanz - Sandmann.
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Aiden Jeremy Landon
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BeitragThema: Re: JayLi - Die Abenteuer auf dem Trockenen   Mi 15 März 2017 - 22:12

Die Strenge im Gesicht von AJs Vater wurde umso deutlicher als er Elis Worte vernahm und darauf mit einer scheinbar ruhigen und freundlichen Stimme antwortete. "Eliot, du bist ein intelligenter junger Mann mit bestimmt guten Noten. Jeremy muss etwas aus seinem Leben machen, sonst landet er wieder allein auf der Straße und das will ich nicht. Er soll nicht irgendwelchen Träumen hinterherhängen sondern sich in die Gesellschaft integrieren und zusehen das er eine Führungsposition übernimmt. Ich will nicht, dass mein Sohn irgendeine Illusion lebt, sondern eines Tages ein Mann von Rang und Namen wird. Und um diesen Weg gehen zu können, muss er sehr viel lernen und üben." , erwiderte der große Mann, worauf AJ nichts mehr sagte. Es war seine Mutter die das Thema beendete, auch wenn es dafür schon längst zu spät war. Denn wieder einmal war es AJs Vater gewesen der einen Abend zusammen vermasselt hatte, in dem er seinem Adoptivsohn wieder aufzeigte was von ihm erwartet wurde. Man konnte es vielleicht nicht in seinem Gesicht erkennen, aber doch an der Nachdenklichkeit die er den restlichen Abend über, an sich trug. Nachdem sie den Nachtisch gegessen hatten gingen Violet, Eli und AJ nach oben um sich fürs Schlafen fertig zu machen. Während Violet und Eli gemeinsam Zähne putzten, ging er in sein Zimmer um seine Sachen zu holen und bemerkte dabei das Bild seiner Familie auf dem Nachtisch ihn anlächeln. Aber in diesem Moment lächelte es ihn nicht an, sondern wirkte eher als wolle es ihn verhöhnen. Kurz blieb sein Blick auf dem Bild haften, ehe er seine Sachen nahm und ins Bad huschte, als es gerade frei geworden war. Unter der Dusche konnte er in aller Ruhe nachdenken und verschloss daher die Türe. Während das Wasser über ihn hinweg lief, dachte er über die Worte seines Vaters nach und egal wie sehr er sich anstrengte, er konnte ihnen nichts abgewinnen. Gab es in seinem Wortschatz noch etwas anderes als Erwartungen? AJ wollte frei sein und das schien niemand zu begreifen, denn seine Eltern waren nur darauf aus, ihn in irgendein Klischee hinein zu zwängen in das er sowieso nicht passte. Er in einer Führungsposition? Dann konnte man den Laden auch gleich dicht machen, zumal er keinerlei Führungsqualitäten besaß und nicht die Motivation hatte Mitarbeiter zu führen. Warum also sollte er sich das dann antun? Nur um den Erwartungen anderer gerecht zu werden? Es war nicht das Ziel seines Lebens nur das zu tun was andere ihm sagten, im Gegenteil er wollte das tun was ER wollte. Aber manchmal da wirkte es eher als sei er immer noch ein Gefangener, jemand der wie eine Marionette tanzte sobald jemand an seinen Fäden zog. Aber er durfte jetzt nicht in solche Gedankengänge abrutschen, nicht solange Eli da war. Der junge Ravenclaw war immer an seiner Seite geblieben, hatte ihn verteidigt, seine Ängste ausgetrieben und war da wenn es wirklich darauf ankam. Selbst er physisch nicht da war, war sein Geist immer um ihn herum. Deswegen musste er gerade jetzt fröhlich bleiben, schließlich wollte er ihm die schönsten Ferien seines Lebens bereiten. Vielleicht würde ihn das ein wenig auflockern und wenn er merkte das er bei den Landons immer willkommen war, hatte er sogar vielleicht so etwas wie eine zweite Heimat, in die er jedes Jahr zurückkehren könnte.
Der Gedanke allein an Eli, stimmte ihn beinahe wieder glücklich und ein Lächeln entstand auf seinem Gesicht. Es war wirklich schwer zu realisieren, dass er wirklich mitgekommen war, schließlich hatte er all die Jahre nur in Hogwarts verbracht wo man ja nicht all zuviel von der Außenwelt mitbekam. Leise zog er sich an und gerade als er dabei war, hörte er einige Töne von einer ihm sehr vertrauten Melodie. Kam sie aus Violets Zimmer? Leise öffnete er die Badezimmertüre und trat hinaus in den Flur, wo er sich an die Türe seiner Schwester lehnte und durch den Spalt hindurch Eli spielen sah. Unglaublich was dieser Junge so drauf hatte, wie er mit einem so alten Instrument selbst bei dem großen Gryffindor, ohne es zu wissen die Probleme wieder wegwischen konnte. Es war wirklich rührend mit anzusehen wie sie unter seiner Musik einschlief, wie viel Liebe er hineinsteckte und wie schnell AJ klar wurde, dass diese Seite von ihm nur ganz ganz wenigen Menschen zuteil wurde.

Um nicht aufzufallen, kehrte er zurück ins Badezimmer, zog sich in Ruhe an und ging dann in sein eigenes Zimmer wo er die alte Wäsche in den Wäschekorb schüttete und sich dann aufs Bett setzte.  Es dauerte nicht lange bis der junge Ravenclaw-Schüler wieder zu ihm zurückkehrte und dieses wohlig warme Gefühl in AJ auslöste, dass er schon bei der Musik verspürt hatte. Er war ihm so dankbar, dass er auf ihn zuging und sanft in den Arm nahm, nachdem Eli sein Instrument verstaut hatte. Er drückte ihn sanft an sich und flüsterte leise nur, "Dankeschön...du hast meinen Abend gerettet.", auch wenn Eli wahrscheinlich nicht dahintersteigen würde, worum es hierbei ging, war er froh ihm gedankt zu haben. Wieder einmal hatte Eli bewiesen, dass er doch ein guter Mensch war und das AJs Instinkt ihn bei ihm noch nie getrogen hatte, ganz gleich was er auch immer behaupten mochte.

Sanft löste er sich nach einigen Augenblicken wieder aus der Umarmung heraus und schenkte seinem besten Freund ein herzliches Lächeln. "Und gefällt es dir hier? Sind dir meine Eltern und meine Schwester sympathisch?", fragte er neugierig drauf los und grinste als er sich gespannt auf Elis Antwort aufs Bett setzte.

"Also, wir haben morgen viele Möglichkeiten. Ich kann dir das örtliche Waldgebiet zeigen mit seinen vielen Tierarten und einem kleinen alten Versteck das ich mal gefunden hab. Oder aber wir fahren nach London. Dort könnten wir Riesenrad fahren, Zuckerwatte essen, uns in Läden umschauen und ich könnte dir ein paar meiner alten Verstecke zeigen und wo ich mich so herumgetrieben habe.  Was meinst du? Worauf hast du Lust?", erklärte er und konnte seine Neugierde nicht zügeln. Die Melodie kam ihm zu vertraut vor und außerdem würde er am liebsten Eli ein Kompliment bezüglich der Musik machen.

"Sag mal...hab ich dich eben nicht singen und spielen gehört? Ich bin mir sicher, dass ich dich aus dem Bad heraushörte.", fragte er nachhakend und sah Eli neugierig mit leuchtenden großen Augen an. Seine kurzen Haare waren in der letzten Zeit ein wenig länger geworden, sodass das Haar inzwischen sich etwas weicher wieder anfühlte.
"Hörte sich wirklich toll an. Du hast immer noch so eine geniale Stimme und spielst wirklich erstklassisch. Vielleicht bringst du mir ja mal was bei und wir beschaffe mir auch ein Instrument. Sag mal, du kannst nicht zufällig Klavier spielen oder?", fragte er und musste an das Klavier seines Vaters denken, dass oben stand und auf dem AJ liebend gerne in seinen Ferien mal spielen würde.
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Nôel Eliot Sulivan
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BeitragThema: Re: JayLi - Die Abenteuer auf dem Trockenen   Mi 5 Apr 2017 - 21:49

Ich versteifte mich erschrocken, als AJ plötzlich auf mich zukam und seine Arme um mich schloss. Die Wärme die sich um mich schloss, war wie ein Versprechen aus der Vergangenheit, machte mir aber die Situation insgesamt nicht leichter.
„Was genau habe ich getan?“, meinte ich mit liebenswerter Verwirrtheit und wurde weicher in der Umarmung, die ich mehr genoss als ich eigentlich sollte. Der frische Duft seines Duschgels und die noch feuchten Haare riefen etwas völlig fremdes in mir wach. Beinah erleichtert darüber, dass er mich wieder losließ, ehe ich die Kontrolle über mich verlor, sah ich ihm in sein Gesicht das nun von einem wunderbaren Lächeln verziert wurde und erwiderte es schief. „Du erwartest das ich nach nicht einmal fünf Stunden eine komplette Bewertung von deinem Heim abgebe?“
Ich wusste das ihm diese Bewertung von meiner Seite wichtig war; genauso wie ich wusste das ich noch Zeit brauchte. Mein Freund wollte alles richtig machen damit ich mich wohl fühlte und brauchte eine Meinung zu seiner Familie, die für ihn das wichtigste auf der Welt geworden war. Dennoch war da immer noch der Teil in mir, der laut weinte und schrie das einmal ich diesen Platz in AJs Leben besetzt hatte – jetzt teilte ich ihn mit drei weiteren Personen und auch wenn ich wusste das es egoistisch und nicht fair gegenüber den Landons war, konnte ich nichts gegen die kleine Eifersucht in mir tun. Diese Familie hatte AJ glücklicher gemacht, als ich es je gekonnt hätte und das tat mir mehr weh, als ich wirklich zugeben konnte und wollte.
So nett das hier alles auch schien und so sehr mir die Kleine schon ins Herz gelacht hatte, irgendetwas in mir suchte noch nach einem Nachteil… nach etwas das ich kritisieren konnte. Aber warum? Lag es nur an dieser völlig kindischen Eifersucht? Um einen Grund zu haben die nächsten Ferien wieder im gewohnten Umfeld und fern von AJ zu verbringen?
Was sollte das für einen Sinn ergeben? Das war doch eigentlich das was ich am wenigsten wollte. Oder?
„Ich kann mir vorstellen das es gute Ferien werden, okay?“, meinte ich und mein Lächeln wurde tiefer. „Alles andere werden wir sehen, wenn ich die Möglichkeit hatte alles kennenzulernen.“ Natürlich wollte ich AJ nicht beunruhigen, aber eigentlich sollte vor allem er wissen, dass ich immer misstrauischer und langsamer war was neue Eindrücke anging und mich immer lieber völlig überzeugen ließ. Egal wie sehr ich mich fürchtete vor all den Wochen hier, die ich so nah mit fremden Menschen überstehen musste, wollte ich für ihn perfekt sein. Er war immer derjenige gewesen der mich in Schutz genommen hatte und es immer noch tat und alle meine Schwächen ertrug egal wie sehr er sie verabscheute. Und deswegen wollte ich es für ihn gut machen – egal was ich fühlte.
Ich setzte mich auf AJs Bett und legte den Kopf schief. „Hm… eine gute Frage. Ich weiß nicht genau, was hältst du vom Riesenrad?“
Mal davon abgesehen das ich wusste das AJ einfach nicht der Typ war, der sich stundenlang über Natur freuen und Tiere beobachten konnte, war ich doch auch neugierig. Noch niemals in meinen bisherigen Leben war ich in einem Vergnügungspark oder auf einer Kirmes gewesen. Ich kannte nur Artikel und Erzählungen davon. Vielleicht würde es mir sogar Spaß machen, wenn mein Freund bei mir war. Ich sollte bereit sein neue Erfahrungen zu machen, wenn ich wollte, dass mein Freund diese Ferien auch irgendwie genießen konnte, wenn er mich schon zu sich einlud. Nicht das ich das Gefühl hätte, das ich mich zu irgendetwas zwingen müsste. Dennoch wollte ich mein bestes tun damit diese Ferien besser wurden, als alle die er vorher erlebt hatte.
Ich wurde aus den Gedanken gerissen, als der andere mich auf mein kleines Musical hinwies. Ich wurde etwas rot und blicke zu Seite. „Ich… du … du musst dich verhört haben…“ Warum noch mal hatte ich vorher nicht nachgedacht und einfach drauflos gespielt? Das hatte ich noch nie getan – nicht einmal, wenn ich alleine im Gemeinschaftsraum saß. Immer aus Angst, dass mich jemand hören konnte. Wobei Angst nicht das richtige Wort war. Es fühlte sich einfach nicht gut an sich mit Fähigkeiten zu brüsten, die nicht meine eigene waren. Ich hasste es.

Genaugenommen sind es doch deine Fähigkeiten…, flüsterte die samtene Stimme in meinen Gedanken. Es weiß doch keiner, dass du sie von deinen eigenen abgrenzt.

„Sei bitte nicht albern…“, meinte er leise und seufzte. „Ich kann niemanden etwas beibringen.“ Es widerstrebte mir darüber zu reden, aber das Leuchten in den Augen des anderen das kurzzeitig wieder erlosch, als ich ihn ein wenig zu schroff abwies, brachte mich dazu einzulenken. Ich wollte nicht, dass AJ dachte ich würde noch immer nicht zu mir selber und meinen Fähigkeiten stehen. „Ich meine nur… das sind Schatten der Vergangenheit und eigentlich wollte ich damit auch nicht wieder anfangen, weißt du? Es fühlt sich so an, als würde ich etwas wiederbeleben… aber…“
Das klang irgendwie noch armseliger und ich zuckte einlenkend die Schultern um ihn stumm mitzuteilen wie unsicher ich mir war. Ich wusste das es ihm nicht schwerfallen würde mich zu überzeugen. Das hatte er schon immer am besten gekonnt, egal worum es gegangen war.
Ich ließ mich auf den Bett nach hinten fallen und ich versuchte den Gedanken zu verdrängen, der mir sofort wieder in den Kopf kam. Bald würde ich hier dicht neben AJ liegen und seinem Atem lauschen. Sofort zyrkulierte mein Blut schneller in meinen Adern. Seit wir aus diesem Zimmer entkommen waren, waren wir uns nicht mehr so nah gewesen. Ich hatte ihn jahrelang nicht mehr in sein schlafendes Gesicht gesehen und jetzt sollte ich hier sechs Wochen neben ihn liegen und klar Gedanken behalten. Ich würde -
Ich schob meine Bedenken zur Seite und konzentrierte mich wieder auf das jetzige Gesprächsthema. „Klavier ist nicht wirklich schwierig zu spielen – es hat viele mathematische Aspekte, weißt du?“, antwortete ich, als ich einige Augenblicke schweigend in mich hineingelauscht hatte. „Man kann es sich eigentlich relativ simpel herleiten.“
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JayLi - Die Abenteuer auf dem Trockenen
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