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 Ain't no rest for the wicked...

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Natascha Romanova
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BeitragThema: Ain't no rest for the wicked...   Mo 27 Jun 2016 - 21:17

AIN'T NO REST FOR THE WICKED...

Bill Melbourne + Natascha Romanova | Samstag, 15.03.15, mittags | privat | Schicksal: ja  

______________________________________________________________________


Es war auffällig warm diesen Frühling, und nicht nur die Temperaturen spielten verrückt, auch die Farben des Himmels und die Tiere des Waldes verhielten sich anders, als sie sollten. Ein Mysterium, mit dem sich die zuständige Abteilung des Ministeriums schon auseinandersetzte, und doch noch nicht zu richtigen Lösungen gekommen war. Oder vielleicht war sie das doch, aber die Russin erfuhr nichts davon, da sie sich mit dem Leiter eben dieser Abteilung verkracht hatte, weil dieser gemeint hatte, seine Meinung zu ihrer neuen Position im Sozialraum laut kundgeben zu müssen. Seine Meinung war ihr egal, ebenso wie seine Abteilung, doch was da gerade vor sich ging, das war ihr nicht egal. Und doch musste das Leben weitergehen.

Auch, wenn dieser Frühling nicht gewöhnlich war, löste er gewöhnliche Gefühle aus, wie man an einer leichten Färbung auf Nataschas Wangen erkennen konnte. Ein leichtes Rosa war dort zu sehen, als sie den Zauberstabladen von ihrem Exfreund Elliott mit einem Lächeln verließ, doch als ihr dieses Lächeln bewusst wurde, verkniff sie es sich sofort, und allmählich normalisierte sich die Farbe ihres Gesichts. Nun, sie würde es nie zugeben, aber es war durchaus möglich, dass sie ein wenig verliebt war. In den Mann, in den sie vor über zehn Jahren schon mal verliebt gewesen war. Aber eigentlich wäre es ihr zu kompliziert, darüber mal weiter nach zu denken, um sich darüber klar zu werden, was sie eigentlich fühlte. So, wie es nun war, funktionierte es doch. Und eigentlich schätzte sie ihre Unabhängigkeit zu sehr, als dass sie sich festlegen wollte... Und wenn sie ehrlich war, war sie schon mit ihrer Arbeit verheiratet und diese Ehe lief hervorragend - fast so gut wie die der Thatchers.

Eine sanfte, kaum merkliche Brise strich ihr um die Beine, welche nur bis zum Knie von einem hellgrauen Bleistiftrock bedeckt waren. Es war warm, also trug sie über der altrosanen, kurzärmeligen Bluse keine Jacke, und das Haar trug sie offen, ohne Hut. Vor einem Monat erst hatte sie die dunkle Mähne etwas kürzen lassen, doch es war kaum jemandem aufgefallen. Störte sie das? Nicht wirklich. Sie war keine Frau, die sich um sowas den Kopf zerbrach.
Die Sandalen mit Keilabsatz gaben kaum ein Geräusch ab, während sie langsam durch die Winkelgasse ging. Sie wohnte nicht weit von Elliotts Laden, genauer gesagt lag ihre Wohnung direkt über dem Laden seines Konkurrenten Ollivander. Auf dem Weg dorthin wollte sie allerdings noch ein wenig durch die Gegend schlendern, vielleicht etwas kaufen oder eine Kleinigkeit essen. Sie hatte schließlich heute ihren freien Tag und dadurch eine Menge Zeit.
Während sie an den Schaufenstern entlang ging, sah sie sich die Auslagen an und achtete nicht wirklich darauf, wo sie hin lief. Bis sie aus Versehen jemanden anrempelte, der zufällig vor genau diesem Schaufenster stand.

"Verzeihung, Mister", meinte sie sofort und hielt dann aber inne, als sie aufsah und ein bekanntes Gesicht erkannte. Es war ihr ehemaliger Kollege aus Hogwarts. "Professor Melbourne..." Ihre entschuldigende Miene hellte sich etwas auf. Sie war positiv überrascht, den älteren Professor anzutreffen. Er war einer der ersten in Hogwarts gewesen, der ihr positiv aufgefallen war. "... wie erfreulich, Sie hier anzutreffen. Verzeihen Sie meine Unachtsamkeit - ich war mit den Gedanken nicht ganz bei mir." Ihr Lächeln war kühl, aber aufrichtig. Und obwohl sie sonst nicht sehr gesprächig war, machte sie nicht den Eindruck, das Gespräch sofort beenden zu wollen. "Darf ich fragen, wie es Ihnen geht?"
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Bill Melbourne
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BeitragThema: Re: Ain't no rest for the wicked...   Mi 29 Jun 2016 - 22:30

Der Tag war warm und ein frischer Wind wehte um das längere Haar des älteren Professors, während er mit seinem schwarzen Spazierstock - auf dem ein silberner Drachenkopf ruhte -  durch die Winkelgasse spazierte. Er hatte sich in einem Buchladen ein neues Buch zur Vertiefung der Zauberei gekauft. Es handelte von Runen und ihrer ungewöhnlichen Entfaltung von Magie. Er wollte mehr wissen über die Erkenntnisse die man bis heute über die Kräfte von Runen gesammelt hatte, denn vieles von dem Wissen was man einstmals besaß, war über die Jahrhunderte leider verloren gegangen. Außerdem war es schon eine ganze Weile her, seit er so viele Menschen gesehen hatte, die sich alle durch die enge Gasse drängelten und Sachen einkauften. Teilweise tummelten sich viele vor den einzelnen Läden, besonders vor dem Rennsportbesen, die nun in neuester Generation auf dem Markt kamen. Einer der teuersten Rennbesen überhaupt und wahrscheinlich auch der schnellste seiner Klasse, mit dem großen Nachteil das er tatsächlich ein Mindestalter und ein Mindestgewicht voraussetzte. So wie es schien würde es Leute unter einem bestimmten Gewicht vom Besen reißen. Daher war dieser Besen wohl nichts für schwache Leute. Nunja, Bills Zeit als Besenflieger war eh vorbei, daher hatte er kein Interesse mehr daran sich einen so schnellen Besen zu kaufen. Außerdem war das bei seinem Beruf auch gar nicht nötig, er unterrichtete ja auf dem Boden.

Tief in seinen Gedanken versunken und irgendwo zwischen den Welten umherschwebend sah er durch die einzelnen Läden hindurch und machte kurzer Hand einen Abstecher in die Noktungasse, was vielen Professoren sicher aufstoßen würde. Allerdings war Bill auch kein gewöhnlicher Professor, er hatte es sich zur Berufung gemacht die dunkle Magie zu studieren und entsprechende Verteidigungen für seine Schüler bereitzuhalten, damit sie im Ernstfall nicht aufgeschmissen waren. Sein Besuch führte ihn in einen heruntergekommenen  Laden, in dem er einige interessante Amulette und Ringe begutachtete die alle mit einem Zauberbann versehen waren. Aber sein Interesse galt eher den Büchern, die allesamt einen schwarzen Einband hatten und mit dem typischen Alarmzauber versehen waren. Er sah sich die Bücher genau an, eins nach dem anderem bis er schließlich, eben jenes Exemplar gefunden hatte, dass er suchte. Es war ein Buch über experimentelle Zauber die nie veröffentlicht wurden, zumindest nicht in seriösen Buchhandlungen.  Sogleich schlug er es voller Anspannung auf, holte ein kleines Stück Papier heraus und schrieb sich die Informationen die er benötigte ab, ehe er es wieder zurückstellte und der Ladenbesitzer einen ziemlich grimmigen Blick ihm entgegen warf. "Kaufen oder verschwinden sie!" fauchte der Besitzer ihn an, doch Bill ließ sich nicht ärgern, er nahm seinen Spazierstock wieder in die Hand, den er gegen das Bücherregal gelehnt hatte und ging auf die Theke zu, wo er das Buch aus dem er eben noch Informationen abgeschrieben hatte, nun auf den Tisch legte, zusammen mit einigen Gallionen. Kaum bezahlt steckte er es in eine Türe und verließ das Geschäft wieder, nun ging es auf direktem Wege zurück in die Winkelgasse wo er sich ein hübsches Café suchen würde, um dort eine kleine Pause zu machen und die vielen Menschen um sich zu genießen. Hier draußen war es anders als im Schloss. Im Schloss fühlte er sich durch die Unmengen von Schülern ziemlich isoliert und allein, was ihm hier nicht passieren konnte. Hier fühlte er sich gut aufbewahrt unter der Menge der Menschen, mit denen er gleich auf stand. Das einzige was er jetzt noch benötigte waren einige wenige Zutaten für seine Zaubertränke, die er hobbymäßig zubereitete. Er wollte beenden was er und Vicky angefangen hatten und die Forschungen ihres Vaters fortsetzen, vielleicht würde sie ja irgendwann aus dem Ausland zu ihm zurückkehren. Er hoffte, so sehr auf eine Chance ihr seine Liebe deutlich zu machen, ihr zu zeigen, dass all seine Zurückhaltung aus der Angst resultierte etwas Falsches zu tun. Jetzt wo sie weg war - so dämlich sich das auch anhört - bereute er es so zurückhaltend gewesen zu sein. Er musste an ihren Ausflug nach Ungarn denken, an ihre gemeinsamen Nachmittage und an den Regenbogensee, wo sie sich das erste Mal küssten. Sollte das Ganze etwa vergessen sein? Sollte sie für immer aus seinen Erinnerungen verschwinden und nicht mehr sein als eine einfache Affäre die er für eine kurze Zeit nur schön war. Weshalb war sie gegangen und welche Motive trieben sie? Ein Kunde? Ein neues Leben ohne ihn? Bill hatte keine Ahnung, aber immer zu fragte er sich, was er hätte anders machen können. Gab es überhaupt so etwas wie den ultimativ richtigen Weg? Fragen um Fragen und doch nur so wenige Antworten. Vielleicht würde sie ihm einen Brief schicken, zurückkehren oder zumindest ihm schreiben, dass es ihr gut ginge und sie ihn liebte.  Bill würde ihr bedingungslos folgen, wenn sie nur ein Wort sagen würde. Er würde für sie, seine Lehrtätigkeit an den Nagel hängen. Ein Wort von ihr genügt und Bill würde sich abmelden und alles niederlegen was ihm einst so viel bedeutete.

So tief wie er nun in seine Gedanken abgerutscht war, bemerkte er gar nicht wen er da plötzlich umrannte. Er spürte nur wie ein kräftiger Ruck ihn in die Realität zurückzog und er einer jungen Frau gegenüber stand. "Pardon." sagte er aus Reflex auf Französisch und bemerkte, dass er einem vertrauten Gesicht gegenüberstand, dass er bereits seit einer ganzen Weile nicht mehr gesehen hatte. Seine Augen wurden größer und auf seinem Gesicht breitete sich ein ganz leichtes Lächeln aus, was eh schon sehr selten für ihn war. "Miss Romanova, es ist eine Ehre sie wiederzusehen. Bitte Verzeihen Sie, der Zusammenstoß war meine Schuld, ich trage meinen Kopf heute unter dem Arm...um es sprichwörtlich auszudrücken." erwiderte er und signalisierte ihr mit den Händen, dass alles in Ordnung war. Seine Augen musterten sie scharf, er hielt sich mit der Antwort deutlich zurück. Letzten Endes jedoch entschied er sich diese Konversation doch weiterzuführen, auch wenn es mehr eine Notlüge war. "Nun, mir geht es blendend danke der Nachfrage. ich fühle mich in Hogwarts sowohl wie in meiner Kindheit." sagte er und eigentlich war es größtenteils die Wahrheit, wenn man mal davon absah, dass ohne Professor Branson er ziemlich allein da stand.

"Und wie es geht Ihnen? Erzählen Sie, ich würde mich sehr freuen zu hören, ob ihr Eintritt ins Ministerium von Erfolg gekrönt war. Um der Wahrheit die Ehre zu geben, ich vermisse Sie in Hogwarts und viele unserer Kollegen ebenfalls. Auch viele Schüler, vor allem aus ihrem Haus vermissen Sie Professor. Sie haben eindeutig dieses Fach und auch die Schüler darin geprägt." lobte Bill sie und schmunzelte.
"Sagen Sie, hätten sie vielleicht Lust mich ins Café dort drüben zu begleiten? ich würde sie auf etwas zu trinken einladen und wir könnten uns ein wenig unterhalten, wenn sie Zeit haben." fragte er und versuchte in ihren Reaktionen zu lesen, was sie wohl tun würde.
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Natascha Romanova
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BeitragThema: Re: Ain't no rest for the wicked...   Mi 29 Jun 2016 - 23:57

Er entschuldigte sich zunächst auf Französisch - ausgerechnet einer der Sprachen, die Natascha nicht beherrschte - doch dieses eine Wort kannte sie. Und er überraschte sie direkt mit einem leichten Lächeln, welches sie so nicht erwartet hätte. Tatsächlich hatte sie den Kollegen seit ihrer ganzen Zeit in Hogwarts nicht einmal Lächeln sehen, doch dafür hatten sie vielleicht auch zu wenig miteinander zu tun gehabt. Nun aber passierte es - er lächelte. Und er ließ sich auf eine Konversation mit ihr ein.
Kaum merklich verengten sich die Augen der Halb-Veela, als der Gentleman behauptete, dass es ihm 'blendend' ginge, denn wenn sie eines in ihrer langen Karriere als Aurorin gelernt hatte, dann wie man Menschen las. Sie würde nicht behaupten, dass sie Gedanken lesen konnte, aber ihre Menschenkenntnisse waren gut genug, um sicher sagen zu können, dass es Professor Melbourne nicht 'blendend' ging. Er sah eher nach einem 'Kann nicht klagen' aus, aber vielleicht hatte er seine Gründe für diese kleine Übertreibung, weshalb sie nicht darauf herum ritt. Die Aurorin selbst rieb es ja auch niemandem unter die Nase, wenn es ihr nicht so 'blendend' ging, und sie war generell nicht der Typ, der sich für die privaten Problemen anderer interessierte, wenn diese es nicht verlangten - wobei sie es für den Professoren tun würde, sollte er bei ihr einen Rat suchen. Wenn ihr jemand sympathisch war - und das war der ältere Professor allemal - dann war die temperamentvolle, kühle Russin absolut handzahm, ja, fast schon aufgeschlossen.

Ein Schmunzeln konnte sie sich ob der schmeichelnden Worte des ehemaligen Kollegen nicht verkneifen. Dass man sie vermisste, damit hatte sie in der Tat nicht gerechnet, vor allem nicht bei den Schülern. Miss Healy vielleicht, aber diese Schüler-Mentor-Beziehung war eine andere gewesen als bei den anderen Schülern. Auch bei den Kollegen hatte sie sich nie als sonderlich beliebt gesehen, es hatte schließlich doch sehr lang gebraucht, bis sie sich mit Nathaniel Jones verstand, und dieser war doch eigentlich jemand, den man einfach mögen musste. Zu der Erkenntnis war sie erst vor einem halben Jahr gekommen, als er sie mal in ein Muggelkino begleitet hatte und er beim Versuch, mit einer Galleone ein Bahnticket aus dem Automaten zu ziehen, diesen außer Betrieb nahm. Er war vielleicht ein kleiner Trottel mit lächerlich weißen Zähnen, aber er war ein liebenswerter Trottel.
"Danke sehr." Die lobenden Worte des geschätzten Ex-Kollegen ließen die leichte Röte auf ihren Wangen wieder erscheinen, und das, obwohl es normalerweise gar nicht so leicht war, die Aurorin zum erröten zu bringen. Komplimente zu ihrem Aussehen ließen sie meist völlig kalt, doch diese Worte lobten ihre Arbeit, und das ging bei der ehrgeizigen Hexe runter wie Öl. "Ich muss zugeben, ein wenig fehlt mir die Lehrtätigkeit. Es war eine bereichernde Erfahrung, und eine spannende Zeit, in der ich auch viel über mich selbst gelernt habe. Es freut mich, zu hören, dass es Ihnen und Hogwarts gut geht." Sie selbst könnte sich dort nicht mehr wohlfühlen, nicht, nach dem sie die Leichen ihrer Schüler im verbotenen Wald hatte aufsammeln dürfen. Sie genaue Todesursache von Connor und Evanora war noch immer nicht geklärt, und doch hatte sie immer noch das ungute Gefühl, dass es so weit nicht gekommen wäre, wenn sie besser auf ihre Schüler geachtet hätte. Doch darüber wollte sie nun nicht reden - es war ja nun schon dreieinhalb Monate her.
Es war in der Zwischenzeit vieles passiert und es gab ebenso vieles zu erzählen, sodass es Natascha gerade recht kam, dass der Professor sie ins Café einladen wollte.

"Oh, ich freue mich über die Einladung und nehme sie sehr gerne an, Professor Melbourne." Denn tatsächlich hatte sie noch Zeit - es war ja ihr freier Tag - und es schmeichelte ihr irgendwie, dass der smarte Schwede ihre Gesellschaft zu schätzen schien. "... dort lässt es sich gewiss besser reden als hier. Sie dürfen mich übrigens gerne Natascha nennen." Er musste sie nicht duzen, aber beim Nachnamen nennen musste er sie auch nicht. Auf dem Weg zum Café begann sie dann schon mal, seine Fragen bezüglich ihres Wohlbefindens zu beantworten.
"Mir geht es gut, wirklich. Ich denke, der Jobwechsel war genau das richtige", erzählte sie selbstbewusst und entschlossen, wobei sie ihrem Gesprächspartner fest in die Augen sah. Sie musste nicht auf den Weg vor sich achten, sie kannte den Weg zum Café inzwischen in- und auswendig. "Und ja, man könnte schon behaupten, dass mein Eintritt ins Ministerium von Erfolg gekrönt war." Daraufhin grinste sie ihn geheimnisvoll an. Die Beförderung war durchaus etwas, worauf sie ziemlich stolz war, doch sie würde es ihm nicht direkt unter die Nase reiben. Vielleicht hatte er ja auch schon irgendwo davon gelesen...
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Bill Melbourne
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BeitragThema: Re: Ain't no rest for the wicked...   Fr 29 Jul 2016 - 19:07

Gemeinsam machten sie sich auf zu dem Cafe auf der anderen Seite, etwas weiter vorne liegend, während sie sich über die neuesten Entwicklungen in ihrem Leben austauschten. Erst als miss Romanova ihm vorschlug sie beim Vornamen zu nennen, entglitt ihm erneut ein charmantes Lächeln,dass nur wenige Augenblicke aufkam und dann wieder durch seine typisch ernste Mine ersetzt wurde. "Oh, es ist mir eine Ehre.." kurz zögerte er, weil er eigentlich immer in der Höflichkeitsform geblieben war, es war ungewohnt für ihn jemanden der einst eine Kollegin war, nun beim Vornamen zu nennen. "Natascha. Bitte, nennen Sie mich doch Bill." erwiderte er ebenso höflich und verneigte leicht den Kopf.

Normalerweise hegte er keinen Umgang mit Auroren, sie waren ihm unangenehm und erinnerten ihn ständig an ein ziemlich unfaires Urteil aus einer Zeit die er in Askaban verbringen musste. Aber bei Natascha machte er eine große Ausnahme, immerhin war sie damalige Professorin für Verteidigung gegen die dunklen Künste, jenen Posten den er damals besetzen wollte. Leider war sie damals zuerst da gewesen und seine Bitte wurde abgelehnt. und nun wo er die Chance hatte, sich auf diesen Posten zu bewerben, hatte er sich - auch wegen den Verhandlungen mit den Zentauren- dazu entschieden, auf seinem Posten für Pflege magischer Geschöpfe zu bleiben. Nur das er von der Schulleiterin befördert worden war, verschwieg er ihr, er hielt es nicht für nötig mit seinem Amt zu protzen oder irgendjemandem mitzuteilen welches Amt er nun belegte.

Natascha tat interessanterweise genau dasselbe, auch sie erzählte ihm nichts von ihrer Beförderung, von der Bill, dank seiner Quellen im Ministerium längst erfahren hatte. Gut, natürlich stand dies auch im Tagespropheten drinne, also von daher war es eigentlich kein großes Geheimnis und da sie ihren Erfolg eh schon erwähnte, ließ er sich die Chance nicht nehmen ihr zur Beförderung zu gratulieren

. "Sie untertreiben Teuerste, ihr Einstieg ins Ministerium und ihr damaliger Posten auf Hogwarts, hat ihnen ihre Beförderung zur Abteilungsleiterin der Auroren-Zentrale verschafft." erklärte er ihr und lächelte spitzfindig. Sie müssen ziemlich talentiert sein, nur die besten werden in diesen Rang erhoben, aber an ihren Fähigkeiten, habe ich ohnehin nie gezweifelt, sie waren einer dieser Professoren, die ihre Schüler stets mit der angemessenen Härte unterrichtet haben. Nur schade, dass die Schüler sie eintauschen mussten. Aber dafür wird die Gerechtigkeit auf den Straßen natürlich umso besser aufgehen mit ihnen im Amt. Ich hoffe nur, sie werden sich nicht von den alten Bürokraten etwas vorschreiben lassen." erzählte er und gerade als er fertig war, kamen sie an dem Cafe an, wo Bill seinen Spazierstock an einen Tisch lehnte, einen Stuhl zurückzog und mit einer Geste Natascha bat sich zu setzen. "Bitte sehr." sagte er kühl und schob den Stuhl etwas heran als sie sich drauf setzte. Sofort ging er um den Tisch herum und setzte sich ihr gegenüber.

"Hogwarts hat es im Augenblick nicht leicht. Der Tagesprophet dreht die Schulleiterin ziemlich durch die Mangel. Und dann ist da noch dieses ziemlich auffällige Wetter. Ich wette sie und die Auroren-Zentrale haben deswegen alle Hände voll zu tun was? Ich meine, immerhin sind ziemlich viele Gerüchte im Umlauf und die Zaubereiministerin dementiert öffentlich, dass es ein größeres Problem sei." erklärte er und sah Natascha fragend an, in der Hoffnung einige Informationen aus erster Hand gewinnen zu können.

Manchmal waren die Wege des Schicksals schon merkwürdig, in der Schule wo sie sich Tag ein Tag aus über den Weg rannten, hatten sie beide eigentlich so gut wie nie Zeit miteinander zu reden und jetzt wo sie nicht mehr in Hogwarts arbeitete und wo sie sich kaum noch sahen, fanden sie endlich die Zeit dazu sich etwas besser kennenzulernen. "Erzählen sie mir, wie ist es Ihnen privat seit ihrem Weggang von Hogwarts so ergangen?" fragte Bill interessiert und legte die Hände zusammengefaltet auf den Tisch, während er den Erzählungen der jungen Hexe aufmerksam lauschte und dabei hin und wieder einen Blick auf die vielen Menschen warf, die sich durch die Winkelgasse tummelten. Groß, klein gingen hier nebeneinander her und kauften in den Geschäften allerhand Zeug. Die einen für die Schule, die andere zum Gebrauch zuhause. Er erinnerte sich noch wie aufgeregt er war, als er zum ersten Mal durch diese Gasse schlenderte und auf die hohen Gemäuer der Bank von Gringotts sah. Damals konnte er es kaum fassen, dass er mit waschechten Kobolden sprach oder sich einen Besen in einem der Geschäfte kaufte. Geschweige denn, selbst einmal als Zauberer eines Tages mit einer ehemaligen Kollegin in einem der Cafes zu sitzen und zu plaudern. Sovieles war für den kleinen Bill damals undenkbar gewesen und doch ist es heute sehr real.

Erst als Natascha aufgehört hatte zu erzählen, glätte er die Wogen seines Anzuges und beugte sich etwas auf und sah sie mit einem ernsten Gesichtsausdruck an. "Darf ich Sie etwas persönliches fragen Natascha?" fragte er und wartete kurz auf eine Antwort, ehe er die Frage unvermittelt stellte, "Wieso haben sie damals wirklich Hogwarts verlassen?", fragte er und ahnte, dass er ein sensibles Thema getroffen hatte, über das sie womöglich gar nicht sprechen wollte. Er war neugierig und wollte unbedingt wissen, wieso sie gegangen war und das obwohl sie an der Schule einen mehr als guten Ruf als Hauslehrerin hatte und sowohl vom Kollegium als auch von den Schülern respektiert wurde.

Seine Frage hatte er nicht umsonst gestellt, denn er glaubte, dass die ehemalige Professorin aus renen Schuldgefühlen die Schule verlassen hatte und sich selbst nicht mehr ins Gesicht sehen konnte, nach all dem was geschehen war. Er dachte an diese Möglichkeit, weil es ihm relativ ähnlich ergangen war und auch er sich für viele Dinge aus der Vergangenheit, sowohl in Hogwarts als auch auf Schloss Durmstrang die Schuld gab. Sie beide hatten etwas gemeinsam, sie beide hatten einen Schüler verloren, der ihnen sehr nahe und sehr wichtig war. Und dieser gemeinsame Schmerz verband sie auf einer Ebene, wie sie nur von Natascha und ihm erfahren werden konnte. Aber noch war es nicht an der Zeit Natascha diese Gemeinsamkeit aufzuzeigen, denn im Augenblick wollte er nicht ihren Schmerz, sondern einfach nur das Gespräch weiter anregen.
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Natascha Romanova
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BeitragThema: Re: Ain't no rest for the wicked...   Sa 20 Aug 2016 - 18:58

"Keine Sorge, ich lasse mir von niemandem etwas vorschreiben", versicherte sie dem ehemaligen Kollegen mit einem zuversichtlichen Funkeln in den Augen. Sie war an der Spitze ihrer Abteilung und hatte das sagen. Sie war eine dominante Frau - in vielerlei Hinsicht - daher passte diese Position auch zu ihr. Wenn jemand ihr blöd kam, musste derjenige halt fliegen. Momentan schonte sie die Auroren noch mit dieser Härte, da sie sich noch immer an die neue Vorgesetzte gewöhnen mussten, doch wenn der Macho Peter nicht bald aufhörte, hinter ihrem Rücken dumme Sprüche zu reißen, würde er bald arbeitslos sein.
"Danke sehr", bedankte sie sich höflich, als sie auf dem vorgezogenen Stuhl Platz nahm. Sein Benehmen war wirklich tadellos und er verstand es, einer Frau das Gefühl zu geben, dass sie die Zeit wert war. Dass Briten scheinbar eine gute Kinderstube genossen hatten, hatte die Russin schon bei Elliott, Clyde und Nathaniel bemerkt, doch der Schwede wusste ebenfalls, wie er sich in Gegenwart einer Dame zu verhalten hatte. Das war beeindruckend und imponierte der Aurorin.

Hogwarts schien es gerade nicht leicht zu haben, doch so war es mit vielen Dingen momentan. Das Wetter spielte verrückt und die Hexen und Zauberer in Groß Britannien drehten durch. Tatsächlich hatten die Auroren momentan viel zu tun, doch das lag nicht am Wetter. Wenn Bill mehr als ein Nicken und betretenes Schweigen erwartet hatte, so wurde er nun enttäuscht. Natascha gab damit zu, dass es im Ministerium hektisch zuging, aber sie würde die Sache nicht hochschaukeln und damit zugeben, dass sie die Sache nicht im Griff hatte - denn noch hatte sie sie im Griff.
"Privat...", erwiderte sie dann mit einem Schmunzeln auf den Lippen und legte den Kopf etwas schief, "Hätten Sie mich vor zwei Jahren nach meinem Privatleben gefragt, hätte ich Ihnen wohl geantwortet, dass es keins gibt, und ich nur für die Arbeit lebe. Aber ich habe festgestellt, dass so ein Privatleben wirklich gut tut. Ich habe Zeit gefunden meinen Hobbies nachzugehen und sogar Freundschaften geschlossen..." Sie sah aus dem Fenster zum dem Café gegenüberliegenden Zauberstabladen ihres Freundes Elliott, und kurz huschte dieses verräterische Lächeln auf ihre Lippen, worauf sie den charmanten Zauberer wieder ansah. "Und bei Ihnen?" Er hatte in Hogwarts immer ein bisschen verlassen gewirkt, außer wenn Professor Branson in der Nähe gewesen war, doch diese war inzwischen auch nicht mehr da. Er war ein guter, gutaussehender Mann - ob er inzwischen auch jemanden gefunden hatte?

"Sie haben bereits etwas persönliches gefragt, oder war die Frage nach meinem Privatleben etwa nichts persönliches?", fragte sie mit einem herausfordernden Grinsen, welches allerdings bei seiner nächsten Frage erstarb. Ihre wahren Gründe dafür, dass sie Hogwarts verlassen hatte, hatte sie nur Nathaniel und Farine anvertraut. "Wie kommen Sie darauf, dass der Tod der beiden Schüler nicht der alleinige Grund für meine Entscheidung war?" Ihre dunklen Augen verengten sich etwas und sahen konzentriert in die ihres Gegenübers, als könnte sie so erfahren, was in ihm vorging, woran er wohl dachte. Ob er mehr wusste, als er sollte? Farine und Nathaniel hätten ihre Geschichte nie einfach so weiter gegeben. Hatte er gelauscht oder einfach nur ein verdammt sensibles Gespür?

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BeitragThema: Re: Ain't no rest for the wicked...   Di 27 Sep 2016 - 16:03

Er schenkte ihr auf ihre Antwort über ihr Privatleben hin, ein kleines Lächeln, während er sich für einen kurzen Moment im Cafe umsah. Sofort richteten sich seine Augen wieder auf die junge Aurorin. Normalerweise mochte er keine Auroren, sie hatten ihn damals einfach so in Askaban eingesperrt, ihn vorverurteilt und schlampig ermittelt. Aber er hoffte, dass diese Ära unter miss Romanova endlich ein Ende fand. Sie war eindeutig eine sehr ehrgeizige junge Frau, mit einer dominanten und harten, sowie einer empathischen und gefühlsvollen Seite. Vermutlich war genau das der Grund, weshalb die Schüler damals alle zu ihr aufgesehen haben. Eigentlich war es für ihn absolut unverständlich, dass sie nicht von Verehrern geradeso umgeben war, schließlich war sie charakterlich sehr vernünftig und besaß das Aussehen einer Sirene aus den griechischen Legenden. Eine Frau die durchaus wusste was sie wollte, welche Ziele sie erreichen wollte und worauf es ihr im Leben ankam. Sowas nannte man heutzutage Powerfrau. Irgendwie erinnerte ihr Ehrgeiz und ihr Selbstbewusstsein ihn stetig an Viktoria. Sie besaß zwar nicht dasselbe charmante Lächeln wie die Frau, der sein Herz gehörte, aber sie besaß durchaus ihren Ehrgeiz und ihren Willen hohe Ziele im Leben zu erreichen. "Ich? Nun, wenn ich nicht gerade Verteidigung gegen die dunklen Künste und Pflege magischer Geschöpfe unterrichte, widme ich mich der Zaubertrankbrauerei und dem Studium der Magie. Alles in allem lebe ich so ziemlich das Leben eines Professors. Genau das was ich damals angestrebt habe. Ich bin sehr froh wieder in Hogwarts zu sein. Ich werde nie vergessen, wie das Schloss nach der Schlacht gegen Voldemort aussah und in welchem alten Glanz es heute erstrahlt." , erzählte er und geriet dabei ein wenig ins Schwärmen für das Schloss seiner Jugend und seiner Heimat. Doch in letzter Zeit wirkte das Schloss leer, verlassen, kalt und unliebsam. Seit Viktoria von der Schule gegangen war, besuchte er beinahe tagtäglich ihr altes verweistes Büro. Alles was sich dort drin befand, trug ihren Geruch, ihren Stil und jedes Mal wenn er eines der Bücher berührte, war es als ob sie ihm neben ihm stand und ihn anlächelte. Er sah sie noch immer in diesem Stuhl sitzen, nachdenklich, tief in eine ihrer Ideen versunken. Ihr Ohr zitterte jedes Mal wenn sie eine neue Idee hatte. Ein Leuchten umgab sie sobald sie anfing ihre Arbeit zu verrichten und wenn sie ihren Zopf öffnete und die Haare seitlich zu den Schulter hinunter geleiten ließ, konnte Bill nicht anders als diesen wundervollen Anblick zu genießen. Der Staub belegte langsam all die Sachen die sie zurückgelassen hatte. Vor kurzem als er in ihrem Büro ihre Sachen zusammenpacken wollte, setzte er sich in ihren Stuhl, nachdenklich und ohne wirklich sich bewusst darüber zu sein, öffnete er die oberste Schublade. Überrascht fand er nur einen Bilderrahmen vor, den er hervorholte und sich das Bild genauer ansah. Ein Lächeln zuckte über sein Gesicht, aber gleichzeitig entglitt ihm eine kleine Träne aus seinem rechten Auge. Es war ein Bild von ihnen beiden am fünffarbigen See, irgendwo in den tiefen Wäldern von Ungarn, der Ort an dem sie zusammenkamen. Ganz sanft streichelte er über das Bild, wischte den Staub davon ab, als wäre er eine Bedrohung für den Wert dieses Bildes. Da wurde ihm schlagartig wieder bewusst, wie sie ihm fehlte und wie weit sie wirklich voneinander getrennt waren.

"Oh doch, natürlich war das auch eine persönliche Frage." erwiderte er und spürte, dass sie auf seine nächste Frage hin mit einem sehr ernsten Gesichtsausdruck angebissen hatte. Offensichtlich hatte er sie mit seinen Schlussfolgerungen überrascht, kein Wunder aber irgendwo hätte sie damit rechnen müssen. Immerhin hatte sie sich praktisch selbst verraten. Aber trotz all seiner Vermutungen und Schlussfolgerungen, war er nie hinter die wahren Gründe gekommen, wieso eine so talentierte Professorin ihren Job niederlegte. Einen Augenblick lang war es ein Duell zwischen ihren Augen, beide mit ernsten Blicken sahen sie sich an, ehe Bill den ersten Zug machte und sich sanft in seinem schwarzen Anzug zurücklehnte. "Sie haben sich selbst verraten Natascha. Ich glaube, sie wissen sehr genau wie ich darauf gekommen bin. Natürlich sind das nur Spekulationen, aber ich trage Ihnen gerne meine Schlussefolgerungen vor" antwortete Bill und machte für einen Moment Pause, um ihre Reaktionen zu beobachten. Ja, tatsächlich hatte sie sich selbst verraten, ihr Berufswechsel war für ihn der entscheidende Beweis.

"Korrigieren Sie mich bitte, wenn ich mich irre.", sagte er kurz, ehe er anfing ihr seine Gedanken offenzulegen. "Es ist eigentlich ganz einfach, sie haben sich mit ihrem Berufswechsel in die Aurorenzentrale so ziemlich für mich verraten. Denn eine Frau die mit einem vermeintlichen Selbstmord zweier Schüler, für den sie nicht einmal verantwortlich war, nicht zurecht käme, würde wohl kaum in einen Beruf wechseln in denen Menschen andere umbringen, foltern oder sich selbst erhängen. Und schon gar nicht würde so eine Frau die Abteilungsleitung der gesamten Aurorenzentrale übernehmen. Wie ich ihnen bereits sagte, waren Sie bei ihren Schülern und im Kollegium hochangesehen. Jeder respektierte und mochte sie. Bedenkt man mal in welchen Beruf sie gewechselt sind und die Tatsache, dass sie den Selbstmord niemals hätten verhindern können, liegt die Schlussfolgerung nahe, dass es noch weitaus andere Gründe gegeben haben muss. Denn jemand der die Leitung der Aurorenzentrale übernimmt, hätte sich von einem Selbstmord nicht davon abbringen lassen, weiterhin als Hauslehrerin zu arbeiten. Immerhin ist die Aurorenzentrale eine noch größere Verantwortung und die Leitung von Ermittlungen kann bekanntlich sehr zermörbend sein. Man muss also verdammt gut sein, wenn da alles im Griff behalten will. Besonders in den jetzigen Zeiten. Deswegen habe ich nach ihren wahren Motiven gefragt." , erklärte er und beendete seine Darstellung der für ihn zurechtgelegten Fakten,wobei sein Blick erneut auf Natascha lag, um ihre Reaktionen auf seine Darlegungen zu überprüfen. Ob sie ihm wohl darauf antworten würde? "Liege ich bei etwas falsch?" fragte er und sah sie weiterhin mit einem ziemlich gut eingeübten Pokerface an. Er war gespannt ob sie ihm die Wahrheit eröffnen würde oder ob sie lieber dazu schwieg und es weiterhin geheimhielt. Hatte es etwas mit Hogwarts zu tun? Oder tatsächlich mit Schuldgefühlen? Würde sich jemand in der Aurorenzentrale bewerben, wenn er sich einen Selbstmord so zu Herzen nahm?
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Natascha Romanova
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BeitragThema: Re: Ain't no rest for the wicked...   Sa 26 Aug 2017 - 1:30

Er schwärmte vom Schloss, seiner Heimat, und seinem Beruf, und doch war Natascha weder blind noch taub für die subtilen Schwingungen, die von seiner Stimme unterschwellig transportiert wurden. Tatsächlich wirkten seine enthusiastischen Worte eher verzweifelt, wenn man einmal darüber nachdachte, dass sich der arme Mann eigentlich nur noch in der Arbeit vergrub. Nicht, dass die Russin dies verurteilen würde, schließlich hatte sie dies bisher auch stets so gemacht, um sich bloß nie mit ihrer Einsamkeit konfrontiert zu sehen, doch gerade weil sie damit schon ihre Erfahrungen gesammelt hatte, glaubte sie, dieses Verhalten bei Professor Melbourne wieder zu erkennen und folglich richtig deuten zu können. Ihn darauf anzusprechen wäre ihr allerdings nicht angebracht erschienen, weshalb sie den Mund hielt, ihn einfach nur ernst ansah und vorsichtig nickte. Auch wenn sie durchaus neugierig war.

Als er dann weiter sprach, wünschte sie sich, sie hätte ihrer Neugier einfach nachgegeben, denn hätte sie gewusst, dass sie im Folgenden das Hauptthema des Gesprächs sein würde, hätte sie es gar nicht erst dazu kommen lassen. Ruhig und mit kühlem Blick lehnte sich die Hexe zurück, als der ältere Professor behauptete, sie hätte sich verraten, denn obwohl ihr diese offensive Äußerung nicht gefiel, war sie gespannt, wie er diese denn rechtfertigen würde. Sie lauschte seinen Worten, überschlug elegant die Beine und versuchte, sich nicht anmerken zu lassen, dass die Erwähnung des Doppel-Suizids ihrer Schüler sie noch immer nicht ganz kalt ließ. Der Blick der Aurorin verdüsterte sich zwar etwas und ihre Fingernägel gruben sich leicht in das Holz der Armlehnen, doch von diesen kleinen Zeichen abgesehen wirkte sie noch ziemlich entspannt. Skeptisch sah sie ihn an, nachdem seine Ausführung beendet war, und einige Momente verharrte sie so, bis diese Momente von einer Bedienung, die die Bestellung der beiden aufnahm, unterbrochen wurden. Erst, nachdem Natascha sich einen Cappuccino bestellt und auch Bill seinen Wunsch geäußert hätte, die Kellnerin folglich wieder von dannen gezogen wäre, lehnte sich die dunkelhaarige Hexe vor, um sich mit verschränkten Unterarmen auf dem Tisch aufzustützen.
"Sie sind aufmerksam. Sehr aufmerksam, Bill", raunte sie dann leise, worauf sie den Kopf etwas zur Seite neigte. Die grünbraunen Augen der Russin sahen tief in die Augen des Schweden. "Aber Sie baten mich darum, Sie wenn nötig zu korrigieren, weshalb ich es an dieser Stelle tun werde. Sie sagten, ich hätte den Suizid von Evanora Swan und Connor Mason nicht verhindern können, doch genau hier liegt der Fehler. Ich hätte ihn verhindern können - ich hätte zwei junge Menschen gerettet - wenn ich meine Augen für ihre Probleme geöffnet hätte. Ich habe nicht aufgepasst, Professor Melbourne, obwohl sie unter meiner Obhut standen. Die Masons und Swans haben sich darauf verlassen, dass ich ein Auge auf ihre Kinder haben würde, aber ich habe versagt." Mit einem kurzen Anflug des Bedauerns ließ sie den Blick auf die Tischplatte sinken, worauf sie sich wieder zurück lehnte. "Es juckt mich nicht, Tote zu sehen, und nennen Sie mich ruhig kaltherzig, aber ich finde, dass jeder Mensch, der Suizid begeht, selbst wissen muss, wofür er sich da entscheidet. Nur bei den beiden war es anders. Ich hatte die Anzeichen gesehen und ich hatte sie bewusst ignoriert, da ich sie unterschätzt habe." Sie überwand sich, den Blick wieder in Bills Gesicht zu richten, wenngleich sie die aufrichtige Schuld, welchen er in ihren Augen erkennen könnte, nicht verbergen konnte. "Vor etwa einem Jahr waren die Eltern der verstorbenen Schüler zu mir ins Büro gekommen, da sie Evanora von der Schule nehmen wollten, weil sie sich heimlich und gegen den Willen beider Elternpaare mit Connor getroffen hatte. Ich kenne mich mit den britischen Reinblutfamilien nicht gut aus, aber es war offensichtlich, dass sich die Häuser Mason und Swan nicht leiden können. Eine tragische Tatsache für die Jugendlichen, welche aufgrund dieser Fehde nicht zusammen sein konnten. Und ich habe nicht verstanden, wie sehr sie darunter litten, Bill. Ich habe gemerkt, wie sie sich über die letzten Monate verändert haben, aber ich habe sie nicht darauf angesprochen. Wäre dies nicht eigentlich meine Aufgabe gewesen?" Eine rhetorische Frage, da sie glaubte, die Antwort zu kennen. Ein leises Seufzen verließ ihre Lippen, als sie sich kurz über den Rock strich.

"... Außerdem lässt mich die Ungewissheit darüber, wie sie sich umgebracht haben, nicht ruhig schlafen. Es wird ein nicht nachweisbares Gift gewesen sein, aber ein solches können Schüler nicht selber brauen. Jemand muss es ihnen verkauft haben." Und sie glaubte auch schon zu wissen, wer so skrupellos wäre, dass er ohne Gewissensbisse eine tödliche Droge an Minderjährige verkaufte. "Solang diese Person noch durch die Gegend rennt, kann ich nicht in Hogwarts sitzen und hoffen, dass sich jemand anderes darum kümmert. Von meiner jetzigen Position aus kann ich meine Schüler besser beschützen, als ich es als Professorin je könnte." Und dies lag nicht nur daran, dass sie dazu eigentlich ausgebildet worden war. Ihre Erfahrungen in der Verbrechensbekämpfung waren zu wertvoll, um sie nun nicht zu nutzen, aber dies konnte der ehemalige Kollege nicht wissen. Noch immer war es ein gut gehütetes Geheimnis, dass Natascha nie auch nur eine Ausbildung zur Professorin hinter sich gebracht hatte, und sie glaubte, dieses Geheimnis noch etwas länger hüten zu können. "Verstehen Sie das, Bill?"

// @Bill Melbourne
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