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 FREUNDeSCHAF(F)T

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Nôel Eliot Sulivan
Gast



BeitragThema: Re: FREUNDeSCHAF(F)T   Mo 30 Jan 2017 - 12:01

Während Tia davonflatterte und sich zu ihren Artgenosse auf die Äste der großen Bäume zurückzog, blieb Ira bei mir. Sie war schon immer die mutigere von beiden gewesen, die mir gegenüber den größten Beschützerinstinkt verspürt hatte. Beruhigend streichelte ich über ihr Gefieder und nickte Rasalas zu, als er mir die Erlaubnis erteilte an der Prüfung teilzunehmen. Es verwunderte mich nicht, dass die von Natur aus menschenmisstrauischen Zentauren erstaunt über die enge Bindung von mir und meinen Vögeln waren. Das sie jedoch dadurch ihren Standpunkt so grundlegend zu ändern schienen gab mir dann doch zu denken.
Bedeutete das, dass ich nur einen falschen Satz zu sagen brauchte um alle komplett gegen mich aufzubringen? Reichte das schon um alles zu zerstören, was Professor Melbourne so mühsam aufgebaut und gepflegt hatte?
AJs Stimme riss mich aus den trüben Gedanken – so wie es meistens der Fall war und ich drehte mich nach meinem besten Freund um. Ein Lächeln, dass meine sonst so ernsten Züge in etwas kindliches und strahlendes verwandelte, huschte über meine Lippen. „Du bist ein Vollidiot...“, rügte ich ihn Unernst und strafte damit meinem Gesicht lüge. Natürlich wollte ich ihn bei mir haben und ich wusste, dass er es auch wusste... dennoch... er wusste genauso gut, dass ich ihn nicht in Gefahr sehen wollte. Wenn ihm etwas zustieß, war es alleine meine Schuld und das wusste ich so wahr, wie ich Ira auf meinen Schultern spüren konnte.
Dann wandte ich mich kurz wieder von ihm ab um mich ein letztes Mal vor Rasalas zu verneigen, von dem wir die letzten Anweisungen empfingen, ehe er sich zum Gehen wendete. Sein zweiter Sohn, der schon jetzt einen scheinbaren Hass gegen mich hegte, sah ich nirgendwo mehr. Unruhe breitete sich in mir aus und ich bekam ein schlechtes Gefühl. Wo war dieser Kerl?

Anscheinend hast du etwas an dir, was spezielle Arten von Lebewesen tierisch ankotzt, gackerte die Stimme in meinen Kopf und ich verzog die Mundwinkel nach unten.
Da war irgendwie etwas Wahres dran, wenn ich bedachte wie viele mich augenscheinlich nicht ausstehen konnten.
Als ich mir sicher war, dass wir wirklich alleine waren, drehte ich mich vollends zu AJ um und packte seine Schulter ohne auf das vorangegangene Gespräch zu achten.
„Bist du dir sicher das du mit willst?!“ Eine relativ unnötige Frage. Wäre er sich nicht sicher, würde er so etwas wohl kaum sagen. „Noch hast du Zeit dich anders zu entscheiden!“
Mein Augen jedoch sprachen auch und zwar eine Botschaft für meinen Freund, die ich vor Fremden niemals laut geäußert hätte: Wir sind zu angreifbar, wenn wir zusammen sind...
Ich hoffte das er verstand, was ich ihn damit sagen wollte.  Denn egal wie sehr ich ihn auch immer an meiner Seite haben wollte, war es doch letztendlich das, was für mich größere Priorität hatte. Seine Sicherheit.
Ich würde ihn mit allen beschützen was ich hatte und ich wusste, dass er etwas ähnliches für mich tun würde, wenn auch nicht ganz so aufopferungsvoll wie ich, denn immerhin gingen unsere Gefühle in entscheidenden Punkten ganz stark auseinander.

Egal was kommt, egal was diese Zentauren von dir de – denken, wenn ihm etwas pa – passiert, verzeih ich dir das nie...

Oh, glaub mir... ich mir auch nicht, stimmte ich der anderen Stimme in Gedanken zu. Erst Ricardos Worte rissen mich aus meinem inneren Monolog.
„Ich höre eure Worte wohl“, antwortete er und lächelte Ricardo schmal an. „Aber nehmt davon Abstand das als eure Schuld zu sehen, mein Herr. Ich habe mich bewusst für die Prüfung entschieden – nicht nur um euren Stamm etwas zu beweisen, sondern auch um es mir selber zu beweisen. Man kann viel von sich behaupten, wenn man es aber niemals ausprobiert ist es doch nur hohles Gewäsch...“ Ich zuckte die Schultern. „Ich sagte euch, dass ich bereit bin für meinen Glauben und die Tiere zu sterben – das meinte ich genauso wie ich es gesagt habe.“
Ich sah AJ an und seufzte. „Denk nicht einmal an so was... das will ich gar nicht hören...“
Aber da es nun einmal der Wahrheit entsprach, konnte ich auch nichts gegenteiliges sagen, also beließ ich es dabei und dachte eingehend über Ricardos Worte nach.
„Ihr könnt uns nicht verraten was uns als Gegner oder Freund erwartet, aber dürft ihr uns sagen, was genau von uns verlangt wird, mein Herr?“
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Aiden Jeremy Landon
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BeitragThema: Re: FREUNDeSCHAF(F)T   Mo 30 Jan 2017 - 23:22

Was wollte Eli denn noch von ihm hören? Er wusste doch ganz genau, dass er es sich nie verzeihen würde, wenn Eli etwas zustieß. Schließlich besaß er auch eine gewisse Verantwortung dafür das Eli nun diese blöde Prüfung absolvieren musste. Immerhin hatte AJ ihn gehen lassen, obwohl sein Instinkt ihm sagte, er sollte das nicht tun. Aber jetzt wo es einmal geschehen war, war es eh zu spät. Nun mussten sie dadurch und auch wenn er sich beinahe denken konnte, was Eli mit seinem vielsagendem Blick ihm mitteilen wollte, blieb er fest entschlossen bei ihm zu bleiben. Erneut grinste er Eli frech an, um ihm seine Entschlossenheit diesmal auf dem Silbertablett zu servieren. "Natürlich bleibe ich. Du glaubst doch nicht, dass ich dich da allein durchgehen lasse.", sagte er und auch wenn AJ so ziemlich genau erahnen konnte was Eli dachte und ihm sogar zugestimmt hätte, wollte er ebenfalls ein Zeichen für die Zentauren setzen. Denn wie sähe es aus, wenn der Kumpel des Jungen der die ehrenhafte Prüfung der Zentauren absolvierte, sch wie ein Feigling verkroch? Das würde Nash mehr Angriffsfläche bieten als alles andere was er in diesem Moment für Eli tun könnte. Zumindest war das seine Sicht der Dinge. Letztendlich musste er sich aber jedoch eingestehen, dass seine Tat nicht geschahen um die Zentauren zu beeindrucken oder den Helden spielen zu wollen, sondern um für seinen besten Freund da zu sein. Der junge Ravenclaw würde für ihn genau dasselbe machen, darin war sich AJ absolut sicher. Wäre die Situation umgedreht, wäre es Eli der sich freiwillig melden und sich durch keinem Argument vom Gegenteil überzeugen lassen würde.

Natürlich bereitete es ihm große Sorgen, dass sie quasi ins Ungewisse schipperten und besonders um Elis Ausbrüche musste man sich Gedanken machen. Die meisten unterschätzten ihn gewaltig, aber wenn seine Magie ausbrach während er Prüfung und alle sehen würden was wirklich in ihm steckte, würde der Stamm ihn mit anderen Augen sehen. Und dann war da noch Nash, dieser Spinner machte die ganze Situation nur noch undurchschaubarer. Was wenn er ihr Gegner war? Hätten sie überhaupt gegen einen ausgebildeten Krieger wie ihn eine Chance? Ohne Magie? Selbst die beiden Jungs zusammen hätten nicht die Körperkraft um es mit einem Zentaur aufzunehmen. Sie waren Jugendliche und keine Schwergewichtskämpfer. Er atmete tief durch und versuchte sich zu beruhigen, sich einzureden das alles gut sei und nichts passieren könnte, solange sie nur Ricardos Anweisungen befolgten. Leider waren die Informationen die er ihnen gab, nicht gerade sehr eindeutig oder hilfreich. Wie sollten sie denn so auf die Prüfung vorbereitet werden? Wenn alle Vorbereitungen so abliefen, dann hatten Neulinge hier garantiert keine hohe Lebenserwartung. Und wenn Nash seine Finger im Spiel hatte, war es sowieso aus.

Er musste positiv denken, denn sich jetzt von negativen Gedanken übermannen zu lassen, bedeutete die Kontrolle zu verlieren oder im schlimmsten Fall auf das Versagen hinzuarbeiten. Irgendwo hatte er mal darüber gelesen, dass Menschen die schon mit einer schlechten Einstellung an eine Aufgabe ran gingen, auch instinktiv und unbewusst auf ihr Versagen zustrebten. Der Mensch war schon ein seltsames Wesen, dass AJ nie wirklich verstand. Besonders viele der Eigenarten, waren ihm nicht ganz geheuer.
Elis Frage an den Zentaur interessierte AJ ebenso, daher brachte er seine Gedanken für den Augenblick zum schweigen und sah hoch zu dem edlen Geschöpf, dass nicht minder finster dreinblickte. Sehr aufmunternd, wirklich!
"So ist es, ihr müsst wissen, nichts was in dieser Prüfung geschieht ist wirklich relevant. Es geht eigentlich viel tiefgreifenderes als das bloße Bestehen einer Mutprobe. Doch höret mich sehr genau an. Ihr seid in erster Linie eure eigenen Gegner und schlimmster Feind auf dem Schlachtfeld! Nur wenn ihr mit euch im Einklang seit und bereit seit gemeinsam und entschlossen vorzugehen habt ihr eine Chance. Was euch erwartet ist die Dunkelheit des Waldes. Alles hat seine guten und schlechten Seiten. Auch dieser Wald, der besonders in der Nacht von dunklen gefährlichen Kreaturen geprägt ist. Seid aufmerksam, vorsichtig und vor allem gewappnet. Es geht darum dem Wald euren Respekt zu erweisen. Die Frage ist nicht gegen was ihr kämpft, sondern gegen wen? Die eigentliche Frage lautet viel mehr, WELCHEN Kampf müsst ihr da draußen kämpft. Wenn ihr diese Botschaft verstanden habt, werdet ihr siegreich sein.", sichtlich verfiel AJ in Gedanken, er versuchte die Botschaft zu knacken um den Schlüssel zu ihrem Sieg herauszufinden.
WELCHEN Kampf müsst ihr da draußen kämpft., diese Worte gingen ihm nicht aus dem Kopf.

Plötzlich jedoch sah er zu Eliot und AJ herunter, sein ernster Blick wurde nur noch finsterer. Er wirkte als würde er an irgendetwas herumknabbern. "Ihr habt nie den Umgang mit Pfeil und Bogen erlernt oder? Ihr dürft vor der Prüfung wählen, ob ihr einen Speer oder Pfeil und Bogen mit euch tragen wollt. Wählt weise und mit Bedacht. Zuvor wird Nash als derzeitiger Thronfolger einige Worte sprechen, egal was er sagt, haltet euch bedeckt und sprecht nicht dagegen. Besteht ihr die Prüfung habt ihr viel sicher und die Sache mit den Krähen hat euch bereits viel Sympathie in den Reihen der Zentauren eingebracht.", sagte er und sah die beiden mit einem sorgenvollem Gesicht an, dass AJ nur zu gut deuten konnte. Diese Angelegenheit ging ihm nahe und er wirkte als ob er nicht erwartete, dass sie je zurückkehren würden. Also was zur Hölle erwartete sie da draußen für ein Ungetüm?
"also ich nehme lieber einen Speer...mit Pfeil und Bogen kann ich überhaupt nicht umgehen.", sagte er und nuschelte etwas für Ricardo unverständliches vor sich hin, "auf der Straße lernt man leider kein Krieger zu sein.", höchstens Eli hätte es hören können, aber sonst auch niemand. "Eli...glaubst du nicht, dass das alles ein wenig viel ist? Ich meine, warum zwingst du dir das auf? Du musst niemandem und dir auch nichts beweisen. Ich weiß, dass du jedes Tier liebst und verteidigen würdest. Ist es wirklich notwendig, dass du dich für dieses Ritual in Gefahr begibst?", fragte AJ und hatte Eli dabei sanft am Arm gepackt, um eine gewisse Nähe zwischen ihnen herzustellen. Ricardo schwieg und überließ es Eli ohne jeglichen Einfluss darauf zu antworten. Eine Tatsache für die AJ Ricardo sehr dankbar war.

"Bitte respektiert, dass auch ich an gewisse Regeln gebunden bin. Aber seit versichert, das ich damit rechne, das ihr es schaffen werdet. Du bist Eliot, der Schüler des Melbourne. Dein Mentor redet stets in guten Worten von dir. Das heißt wenn du jener bist, den er meint. Er spricht in den höchsten Tönen deiner Leistungen. Und wenn Melbourne dir dieses Vertrauen gibt, so werde ich mich dem anschließen. Nur ein Mensch mit reinem Herzen kann sich mit Tieren derartig einlassen. Es ist wenigen Menschen vorbehalten eine solche Verbindung aufzubauen, das ist etwas das du in Ehren halten solltest.", erklärte er und räusperte sich. "Hört mir zu, nachdem Nash die Ansprache zur Einleitung der Prüfung gesprochen hat, wird von euch erwartet, dass ihr laut "Ashem Mabek" ausruft und dabei mit der jeweils gegenüberliegenden Faust zeitgleich euch gegen die Schulter sanft schlagt. Aber die Arme über Kreuz, dass ist ein Zeichen das ihr die Herausforderung mit Mut und Respekt vor dem Wald akzeptiert. Macht diese Geste den anderen Zentauren zugewandt, dreht euch dann um und geht in die Richtung die euch gewiesen wird. Der Weg wird mit Fackeln versehen sein, weicht nicht vom Weg ab. Am Fackelende wird euch die Prüfung irgendwann erwarten. Es ist wichtig, dass ihr dieses Ritual einhaltet. Und wichtig ist, dass ihr das laut und entschlossen tut. Wenn ihr zögert, wird euer Ausruf von den anderen nicht erwidert und als Ängstlichkeit abgetan. Verzeiht, ich verlange viel von euch. Aber all das sind unsere Riten die man beachten muss.", erklärte er, als AJ plötzlich ihn seltsam schräg von der Seite musterte, "Warum zur Hölle wird das als Missachtung angesehen? Ist doch klar das wir Angst verspüren oder?! Was hat ihr Volk nur gegen Angst?", fragte er und sein Gesichtsausdruck wurde immer ernster. Er konnte es gar nicht leiden, dass die Zentauren die Angst von anderen Wesen mit so wenig Toleranz hinnahmen, während sie sich vollkommen ihrer Kultur angleichen mussten für irgendein bescheuertes Ritual.

Ricardo ging auf ihn zu, "Junge, sag so nie mehr in der Gegenwart eines Zentauren. Nash würde dich auseinanderpflücken. Angst ist etwas Normales und etwas Gutes, etwas weises. Aber mit diesem Ausruf zeigt ihr nicht, dass ihr keine Angst habt. Jeder weiß, dass jeder der dort steht wo ihr steht, Angst verspürt. Nur ein Dummkopf würde ohne Angst in diese Prüfung gehen. Mit dieser Geste demonstriert ihr euren Willen, sich eurer Angst zu stellen. Ihr beide werdet mir sicherlich zustimmen, dass es mutig und viel Willenskraft erfordert sich seiner eigenen Angst zu stellen und sie zu überwinden. Das ist wahrer Mut und nicht mehr wird von euch erwartet. Ich hoffe, ihr versteht all diese Rituale. Habt ihr noch weitere Fragen?"
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Nôel Eliot Sulivan
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BeitragThema: Re: FREUNDeSCHAF(F)T   Di 7 Feb 2017 - 20:31

Ich dachte über Ricardos Worte sehr gründlich nach, weil ich mir sicher war das er eine Botschaft für uns verbarg. Doch trotz der herannahenden Prüfung empfand ich keine Angst, nicht wenn ich AJ neben mir hatte und das Gewicht meiner treusten Beschützerin auf den Schultern spürte.
Ich wusste, dass es irgendwie wieder gut werden würde; das wir es irgendwie schaffen würden zu bestehen, auch wenn es sicher alles andere als einfach war.
„Wenn du den Speer nimmst, nehme ich Pfeil und Bogen“, meinte ich an AJ gewandt und forschte in mir nach. Auch wenn ich sicherlich nicht so trainiert darin war die Sehne mit voller Kraft zu spannen, ich war guter Hoffnung das ich es hinbekommen würde mich vernünftig damit zu verteidigen. Und so hatten wir eine gewisse Waffenausgeglichenheit. Während ich noch darüber grübelte was noch alles wichtig für uns werden könnte, hörte ich AJs leise Worte und konnte seine Nervosität heraushören. Natürlich verstand ich ihn; er war noch niemals im Dunkeln im Wald gewesen und es waren nun einmal nicht nur friedliche Wesen die hier hausten. Dennoch brachten mich seine Worte zum Schmunzeln. „Nein es ist nicht notwendig, aber genau deswegen mache ich es doch, verstehst du das? Ich mache es eben weil es für mich absolut nicht notwendig ist... damit auch die anderen Zentauren begreifen, dass es durchaus Menschen gibt die uneigennützig handeln...“ Ich strich mit meinen Fingern über die Hand meines Freundes.  „Ich habe nicht verlangt das du mitkommst, Jay... das würde ich auch niemals! Aber wenn du noch zurück willst, ist das jetzt wirklich die allerletzte Chance. Ich würde es verstehen...“
Mein Instinkt sagte mir, das auch meine Worte und seine Angst nichts an seiner Entschlossenheit rütteln konnten und ich sollte Recht behalten, denn er blieb weiterhin dort wo er war und machte nicht die Anstalten dazu den Wald zu verlassen. Etwas das mich aufwühlte und glücklich stimmte in gleicher Maßen. Ich mochte diese Sturheit an meinem besten Freund genauso wenig wie ich den Blick mochte, den er mir gerade jetzt in diesen Augenblick schenkte. Aber ich erwiderte ihn und für einen Moment konnte ich nicht anders als mich in seinen braunen, warmen Augen zu verlieren. Ich würde alles geben um ihn unbeschadet aus dieser dummen Prüfung herauszubringen, auch wenn es mich den Arm oder das Augenlicht kosten würde...
Als der Zentaur der bei uns geblieben war wieder das Wort ergriff, wandte ich mich wieder ihm zu. Andächtig lauschte ich seinen Worten und versuchte mir all das einzuprägen was wichtig dafür war, dass wir vom Stamm akzeptiert worden. Irgendetwas in mir hatte Fieber gefangen. Ich konnte nicht anders als mit dem bestmöglichen Ergebnis nach Hogwarts zurückzukehren, alles andere würde mein Ehrgeiz und meine Kämpfernatur nicht zulassen. Ich lächelte schief zu Ricardo auf: „Werdet ihr in unserer Nähe sein und uns beobachten, oder wartet ihr auf uns da wo ihr uns aussetzt?“
Es war mehr eine Frage aus bloßer Neugier, denn wirklich Relevanz hatte sie wohl kaum. Immerhin war von vornherein klar gewesen, dass uns niemand helfen würde und das würde auch die Distanz der Zentauren nicht ändern.
Für einen Moment schwieg ich und blickte abwechselnd Ricardo, AJ und Tia an, dann wandte ich mich Ricardo zu. „Mein Herr verzeiht mir die Bitte, aber wäre es möglich das ihr uns noch eine Weile alleine lasst?“, fragte ich wohl weißlich, dass der ruhige Zentaur der Bitte eigentlich nichts entgegen zu setzen hatte. „Ich möchte mich noch ein wenig im Stillen vorbereiten und etwas meditieren, bevor ihr uns vor euren Stamm führt. Da euch nicht erlaubt ist uns Details zu nennen, wird das eh alles gewesen sein was ihr uns sagen könnten...“ Ich verbeugte mich tief vor Ricardo. „Ich danke euch für euren Glauben und eure Hilfe in dieser Situation.“
Ich blickte ihm in die ernsten Augen um ihm klar zu machen, dass es für mich von äußerster Wichtigkeit war das er meiner Bitte nachkam. Ich wollte in den letzten Minuten vor dieser Prüfung, egal ob ich sie mir nun selbst auferlegt hatte oder nicht nur AJ bei mir haben. So wie es auch schon von jeher gewesen war... von Anfang an...
AJ und ich gegen den Rest der Welt!
Ich würde nichts mehr als Vorbereitung brauchen außer einen Blick in seine Augen – das reichte aus damit ich Berge versetzen, Flüsse stoppen und jedes Wesen unter dieser Sonne besiegen konnte. Ich lächelte ihm dankbar zu, als es so schien als würde Ricardo meiner Bitte tatsächlich folgen und als AJ und ich dort alleine mitten im Verbotenen Wald standen, etwas entfernt von den Hütten der Zentaur, die wie stille Zeugen unserer Zweisamkeit aus dem Rasen ragten, kam ich den ersten Impuls nach der mich übermannte. Ich überbrückte den letzten Abstand zwischen mir und meinen Freund und zog ihn ganz fest in meine Arme.
Meine aufgebrachten Gefühle zeigten sich lediglich in einem kleinen Zittern meiner Hände, die sich um AJs Nacken geschlungen hatten, während ich mein Gesicht an seiner Schulter verbarg und seinen Geruch in mich aufsog.
Alles was ich brauchte um Kraft zu sammeln, war hier. „Ich habe schon immer gewusst, dass du verrückt bist, aber nachts im Verbotenen Wald bleiben? Professor Chantealee reißt dir den Arsch auf...“ Das leise Lachen in meiner Stimme klang beinah entspannt, doch natürlich konnte ich AJ nichts vormachen. Auch wenn mein Freund wahrscheinlich wusste, dass ich mir mehr Sorgen um ihn als um mich selbst machte.
Ich löste die Umarmung und legte eine Hand an seine Wange um seine volle Aufmerksamkeit zu bekommen, so wie ich es als Kind oft getan hatte, damit ich meinen aufgedrehten Freund überhaupt bändigen konnte, der sich von alles und jedem hatte ablenken lassen. „Hör mir genau zu, Jay Jay... das ist jetzt sehr wichtig.“ Ich sah ihn tief in die Augen. „Drei Regeln die du nicht brechen darfst – niemals in Ordnung? Versprich mir das du mir zuhören und dich daran erinnern wirst, wenn es hart auf hart kommt!“ Ich wartete geduldig bis ich sein Wort hatte um fortfahren zu können. „Regel Nummer eins: Wenn wir uns verlieren, ruf nicht nach mir und irr auch nicht wahllos umher. Bleib ruhig und vorsichtig an der Stelle sitzen wo wir uns verloren haben – mach dich nicht zum Zielpunkt sondern warte! Ich werde dich finden!“ Kurz ließ ich das Gesagte wirken, ehe ich fortfuhr: „Regel Nummer zwei. Werden wir angegriffen und ich gerate ins Visier eines wilden Tieres greife niemals frontal an! NIE! Damit rechnen die Tiere und genau darauf sind sie ausgelegt. Wenn du uns retten willst greife immer aus dem Hinterhalt an. Atme einmal kurz durch und überlege womit unser Angreifer nicht rechnen würde, okay? Stürz nicht blind drauf los, auch wenn es bedeutet, dass ich vielleicht verletzt werde – scht!“, brachte ich ihn zum Schweigen, als er widersprechen wollte und lächelte dann. „Eine kleine Verletzung können wir uns leisten, wenn wir dafür beide am Leben bleiben, nicht wahr?“ Ich nickte bestätigend. „Und die Dritte Regel – die wichtigste, Jeremy, ich meine es ernst -  du darfst niemals – niemals über die Barriere gehen! Die Barriere um das Schloss hält abscheuliche Wesen fern und glaub mir dagegen sind die Riesenspinnen noch sehr friedlich! Du erkennst das Ende dieses Waldabschnittes durch einen Steilhang er führt zu einer Art Moor. Hinter diesem stehen die Blutbuchen und Schwarzstammlinden – das ist der letzte Abschnitt des geschützten Terrain. Auch das Moor ist sehr gefährlich, weil du sehr schnell an tieferen Stellen die nicht wie solche aussehen versinken kannst. Halt dich einfach fern davon, okay?“ Ich schenkte meinen Freund ein sanftes Lächeln. „Ich würde es nicht ertragen, wenn dir etwas zustieße, also pass gefälligst auf dich auf, haben wir uns verstanden?“
Dann setzte ich mich auf die Wiese und lockerte meine Muskeln bevor ich meine Augen schloss und meine Atmung regulierte.
„Komm setz dich... wir haben noch etwas Zeit. Lass uns ein wenig geistliche Vorarbeit leisten.“
Die meiste Zeit des Wartens verbrachten wir schweigend. Nur ab und an blickte ich kurz zu meinem Freund rüber und manchmal erwiderte er meinen Blick. Das er noch immer bei mir war, tat gut. Es gab mir die nötige Stärke um nicht vor dem was mir noch bevorstand Reißaus zu nehmen und damit meinte ich nicht einmal explizit die Prüfung im Wald, sondern das Ritual das mir davor blühte. Ich hasste es mehr als alles andere im Mittelpunkt mehrere Wesen zu stehen – seien es nun Menschen oder Zentaur -, sie würden mich anstarren und über mich flüstern und ich wusste schon jetzt, dass es mich viel Überwindung kosten würde einfach still vor all den gaffenden Schaulustigen dazustehen und so zu tun, als würde mich das alles überhaupt nicht interessieren.
Meine Gedanken wurden von Ricardo unterbrochen, der uns abholen kam und schließlich auf die Lichtung führte wo alles beginnen sollte.
Tia, die inzwischen wieder auf meiner Schulter saß und Ira, die sich auf die von AJ gesetzt hatte, begleiteten uns auf unseren Weg in die Mitte der Lichtung wo wir so handelten wie Ricardo es uns vor einer gefühlten Ewigkeit suggeriert hatte. „Ashem Mabek!“
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Aiden Jeremy Landon
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BeitragThema: Re: FREUNDeSCHAF(F)T   So 26 Feb 2017 - 19:51

Ricardo sah besorgt zu dem jungen Ravenclaw hinab, der die gesamte Aufmerksamkeit des Zentauren hatte. Seine Blicke ließen einiges vermuten, aber was beide Schüler nicht wussten war, dass Ricardo sehr viel mehr von dieser Zeremonie wusste als ihnen lieb war. Nash benutzte die beiden Schüler für seinen Aufstieg und würden sie versagen oder flüchten, würde er sich politisch gegenüber Ricardo als nächster Thronfolger des Rasalas bewähren. Für ihn galt zwar nur das was das Schicksal ihnen abverlangte, aber trotzdem wäre es für die Schule und den Frieden im Wald sehr gefährlich wenn Nash an die Macht käme. Denn sobald er die Thronfolge bestieg, würden die Anfeindungen mit dem Ministerium noch weiter andauern und die Zentauren würden niemals als gleichberechtigte Wesen akzeptiert werden. Doch die Sitte seines Volkes, seine Ehre und sein Kodex verboten es ihm, sich seinem Bruder in die Quere zu stellen. Immerhin war Nash ein Teil der Familie und wer sich bei den Zentauren nicht nur gegen seine Familie sondern auch gegen den Stamm richtete galt wie, Riossett als Verräter und Abtrünniger. Riossett der Einäugige so wurde der einzig überlebende Abtrünnige des Stammes genannt. Kein Späher hatte ihn seit seinem Verschwinden nach den Kämpfen gegen die Todesser je wiedergesehen. Es gab zwar Gerüchte über seine Erscheinung an geweihten Orten, aber nie konnte man ihn wiederfinden. Einzig und allein Nash brüstete sich damit ihn irgendwann höchstpersönlich zur Strecke zu bringen. Aber sein Bruder würde sich mit Riossett nicht messen können, er galt als einer der besten Bogenschützen des Stammes, während Nash nur ein guter Schütze war. Vielleicht war auch dieser Zentaur der Grund wieso Ricardo die Thronfolge nicht anstrebte. Er war ihm begegnet und hatte ihm erlaubt wieder zu gehen und das obwohl er als Feind des Stammes deklariert war. Der Sohn eines Oberhauptes durfte sich so eine Schmach nie zu Teil werden lassen und doch hatte er getan wofür er immer eingestanden hatte. Für Gerechtigkeit. Und trotz der vielen Gerüchte über ihn, glaubte Ricardo nicht dass er wirklich ein Abtrünniger war. Besonders nicht nachdem was Riossett ihm damals anvertraute. Jener regnerische Tag, lange vor Beginn dieser düsteren Prophezeiung.

"Du hast mir mein Leben gerettet, Riossett."
"Das war meine Pflicht, Sohn des Oberhauptes, Ricardo"
"Obgleich wir beide Feinde sind?"
"Du musst entscheiden, ob ich dein Feind oder dein Freund bin. Siehst du mich als Feind und stimmst deinem Stamm zu, musst du mich jetzt töten. So verlangt es die Tradition."
"Du hast mein Leben bewahrt, ich stehe damit in deiner Schuld. Ich kann dich nicht einfach töten. Aber du muss die Wahrheit sagen. Wieso hast du mein Leben bewahrt, obwohl ich dein Feind bin."
"Weil du dich irrst. Du bist mein Freund, ebenso wie alle außer Einer im Stamm."
"Einer? Du sprichst in Rätseln Riossett!"
"Belaste dich nicht damit. Verschweige dass du mir begegnet bist, so kommt keine Schande über dein Gemüt und selbst wenn man mich schnappt werde ich es nie verraten. Mach es gut, Sohn des Rasalas. Ehre für den Stamm."

Was war wirklich damals passiert? Wieso wurde Riossett zum Abtrünnigen erklärt? Bei Firence hatte der Stamm wenigstens noch einen Grund, aber hierbei wurde nie etwas erwähnt, stattdessen schien es als würde man die Geschichte tot schweigen.
Aus seinen Gedanken hervorkommend wandte er sich wieder den beiden Schülern zu und schüttelte sanft den Kopf. "Nein, verzeiht aber ich fürchte ich muss euch dort zurücklassen wo ihr das Ritual beginnt.", erwiderte er und legte sich die Faust auf die Brust als Eli ihn darum bat sie allein zu lassen. Diese Geste war wie bei den Menschen eine Art Verabschiedung und gleichzeitig ein Zuspruch das er sie sich selbst überließ. "Natürlich, ich hole euch ab, sobald es an der Zeit ist.", sagte er und legte die zuvor ausgewählten Waffen auf den Boden, damit sie von den Schülern genommen werden konnten, sobald sie bereit waren. Beide waren selbst geschnitzt und mit viel Handarbeit mit wunderschönen Verzierungen versehen. Geschwungene, sanfte und symbolische Eingravierungen die eine Art Sprache darstellten. Übersetzt bedeuteten die Zeichen am Pfeil und am Speer so viel wie: Möge dein Übertritt ins andere Leben kurz und schmerzlos sein. Es war eine Art Gebet an ihre Feinde gerichtet, die durch dieses schnell und einfach ins andere Leben übertreten sollten.

AJ hatte sich überrascht Eli zugewandt als dieser Ricardo fortschickte und den Abstand zwischen ihnen stark verringerte. Seine Augen glänzten, die Besorgnis und Nervosität standen Eli geradezu ins Gesicht geschrieben und doch war da etwas was den großen Gryffindor erwärmte und nur noch mehr anspornte bei ihm zu bleiben. "Nicht nur mir. Dir auch.", hängte AJ grinsend dran und spürte das Eli etwas sehr schweres belastete, allerdings brauchte er nicht lange darauf zu warten, dass der junge Ravenclaw es ihm mitteilte. Seine Augen verengten sich mit einem Mal, als ihm ein Versprechen abgerungen wurde. Er ahnte schon fast was jetzt kam, es musste irgendetwas in die Richtung sein, dass er Eli unter keinen Umständen beschützen sollte. Überraschenderweise kamen da drei Regeln die ihn zunächst zögern ließen. Er wusste nicht ob er das gut oder schlecht heißen sollte oder ob er wirklich zulassen konnte, dass Eli sich dem allein stellte falls sie sich verloren. Andererseits jedoch stand für AJ eines ganz klar fest. Eli würde seine Teilnahme sofort revidieren lassen, sollte er sich nicht auf diese Regeln einlassen. Sein Einfluss auf Ricardo und die übrigen Zentauren war größer als der von AJ. Daher zwang ihn die Situation und auch sein gesunder Menschenverstand dazu, sich seinen Regeln zu unterwerfen.

"Okay, abgemacht. Aber...ich möchte etwas im Gegenzug dazu. Nämlich das auch du etwas beachtest. Erstens: Du riskierst nicht unnötig dein Leben oder machst dich absichtlich für mich zur Zielscheibe. Zweitens: Kein Selbstmordkommando okay? Ich verkrafte es nicht noch einen wichtigen Menschen in meinem Leben zu verlieren. Und drittens: Wir zeigen es diesem Nash!", sagte er mit vollen Elan und grinste Eli frech an. Ja, das war typisch AJ. In einer heiklen Situation noch Witze und Ansporn leisten. Auch wenn es vielleicht etwas unpassend war, versuchte er diesmal nichts runterzuspielen, sondern eher ihnen beiden Mut zu machen (also sich und Eli).
"Ich werde so vorsichtig sein, dass ich nicht über die Grenze gerate. Aber sag mal, kommen wir wirklich so nahe an die Waldgrenze heran?", hakte er aus reinem Interesse nach und setzte sich zu Eli auf den Boden, wo sie die meiste Zeit schweigend verbrachten.
"Schon eine Ahnung was uns erwartet? Oder erwarten könnte? Und was meinte er damit, wir sollten gut darüber nachdenken welchen Kampf wir dort draußen kämpfen?"

Erst als es in den Büschen rasselte, sah AJ auf und bemerkte den besorgten Ricardo der auf die Lichtung kam und ihnen zunickte.
"Es ist Zeit für die Zeremonie...", sagte er und trug selbst einen Bogen auf dem Rücken. Wieso auf einmal war er bewaffnet?
AJ und Eli erhoben sich von ihren Plätzen und folgten ihm auf die traditionelle Lichtung. Sie waren umringt von höher liegendem Gelände, das in einem riesigen Halbkreis höher lag, als der Teil auf dem sie standen. Man konnte im Licht der Fackeln die vielen Zentauren erkennen die dort versammelt standen und von oben auf sie herabblickten. Sie jubelten und die Trommeln ertönten in einem heroischen Klang, als sie auf der Lichtung ankamen. Im hellsten Licht, standen Nash und Rasalas, umringt von weitaus mehr Fackeln als die anderen. Vermutlich um mehr aus der Menge zu stechen.
Ricardo ging den Hügel hinauf, verbeugte sich kurz vor seinem Vater und seinem Bruder, ehe sie dasselbe ihm gegenüber taten. Er sagte ihnen etwas, dass Eli und AJ nicht mehr hören konnten, weil das Gejubel der Zentauren zu laut war. Nash trat ins Licht und hob seine Hände empor, sodass mit einem Mal alle verstummten. Er sah mit hasserfüllten Augen zu den beiden Schülern hinab und dann zu seinem Volk.
"Meine Brüder, Frauen und Jünglinge. Heute ist eine besondere Nacht in der zwei Außenseiter eine Prüfung bestehen sollen, um sich des heiligen Rituals als würdig zu erweisen. Mein eigener Bruder hat sie für Reinigung vorgeschlagen und obwohl ich mich dagegen ausspreche, ist es meine Pflicht sie ebenso zu würdigen wie jeden anderen der diese Prüfung ablegt. Möge euch das Schicksal leiten und die Sterne euch wohlgesonnen sein, auf das ihr die Ehre meines Bruders nicht beschämt. Tarek, mabulu lasarem! (übersetzt: Blut getaucht in ewigen Mut). Lasst uns heute feiern, lasst sie aufsteigen und sich ihren größten Feind stellen, auf das sie dem Wald die Ehre erweisen und sich den Gesetzen die hier vorherrschen unabhängig der menschlichen Kultur unterwerfen."

AJ sah mit lauter Verachtung zu Nash hinauf, er wusste das das aus seinem Munde nichts weiter als Heuchelei war. Im Grunde genommen wünschte er ihnen den Tod und würde alles daransetzen sie beide nie wieder sehen zu müssen. Dennoch mussten sie das tun was ihnen auferlegt wurde. Daher schlugen sie sich gleichzeitig mit beiden Händen überkreuz mit der Faust auf die je andere Schulter. „Ashem Mabek!“, ein lauter Jubelschrei brach von allen Seiten aus und der Spruch wurde von allen erwidert, ehe alle verstummten und die Trommeln anfingen laute Geräusche von zu geben. Das war der Beginn des Himmelfahrtskommandos in die Tiefen des Unbekannten. Gemeinsam, Seite an Seite folgten die beiden Schüler dem Weg den die Fackeln ihnen erleuchteten. Der Fußmarsch zog sich eine ganze Weile, mindestens eine halbe Stunde folgten sie dem Weg durch den Wald und je tiefer sie hineingingen, desto nebliger wurde es um sie herum.

"Von dem Nebel wurde nichts gesagt...man hätte uns ruhig vorwarnen können." sagte AJ leise und hatte Eli am Arm festgehalten damit er die Wurzel nicht übersah. Seltsamerweise wurde AJ kalt, die Temperatur um sie herum hatte ein wenig abgenommen und gerade als der Nebel wieder nachgelassen hatte, endeten die Fackeln am Ende des Weges. Eine Lichtung hatte sich vor ihnen offenbart, sie war duster und AJs Hände krallten sich umso fester um den Speer. Der Nebel nahm deutlich zu, noch mehr als je zuvor, er wurde dichter und dichter, ehe sie plötzlich ein gruseliges Geräusch hörten, dass von einer dieser Bestien stammen musste. Der Nebel nahm an dichte mehr und mehr zu, sodass sie schon bald nur noch knappe vier Meter Sicht in alle Richtungen hatten. Das Geräusch war wie ein bedrohliches Knurren mit unglaublicher Lautstärke. Die letzten drei Fackeln an denen sie vorbeigekommen waren, waren erloschen. Wodurch war allerdings unbekannt. "Shit...was zur Hölle ist das...", fragte er Eli und sah sich mehr als beängstigt um. Plötzlich erspähte er inmitten des Nebels einen riesigen Schatten. "DA!" rief AJ aus, aber kaum das er das ausgesprochen hatte war der Schatten schon verschwunden.

AJ verspürte Angst als der Schatten aufgetaucht war, zunächst dachte er sie hätten das Monster verscheucht aber schon nach einem kurzen Moment verspürte er einen starken Luftzug und etwas riss ihn von den Beinen. Er verlor das Gleichgewicht und landete auf seinem Hinterteil auf dem Boden. "Autsch...alles okay..", dass Vieh war unglaublich schnell und mit einem Mal auch wieder im Nebel verschwunden. er rappelte sich wieder auf und versuchte seine Angst zu unterdrücken. Das Knurren wurde leiser man hörte immer wieder das Geräusch von Pfoten die über den Waldboden tapsten. Mal näher, mal weiter weg. Eine Gänsehaut überfuhr AJ und ließ seine Angst wieder etwas größer werden. Und als ob das Vieh es gewittert hätte, griff es erneut an, diesmal jedoch riss er lediglich das weite T-Shirt von AJ an der Seite auf, wodurch ein großer Riss im Shirt entstand nicht jedoch in der Haut.
"VERFLUCHT! Was...wie sollen wir so schnell reagieren bei dem Nebel?", fragte er Eli und sah zu seinem besten Freund, dessen Gesichtsausdruck er kaum interpretieren konnte. Scheinbar war er darauf konzentriert was dieses Wesen wohl als nächstes vorhatte.
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Nôel Eliot Sulivan
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BeitragThema: Re: FREUNDeSCHAF(F)T   Mi 5 Apr 2017 - 21:59

Ich hatte den Bogen mit seiner Sehne und den Lederköcher um meine Schultern gehangen und die wenigen Pfeile, die mir gestellt worden waren schon darin plaziert.
Bei dem Tumult der um uns entstand und der merkwürdigen Rede, die mehr Heuchelei als alles andere zu sein schien, wurde mir leicht übel. Egal was nun auch immer geschehen mochte ich würde es aus eigener Kraft nicht mehr abwenden können.
Nachdem der Schlachtruf – zumindest kam er mir so vor – von den meisten umstehenden Zentauren erwidert wurde, konnten wir endlich einen Fuß vor den anderen setzen und meine Nervosität verschwand langsam. Mit einem Ruck zog ich meine Krawatte ab und band sie mir um die rechte Hand als provisorischen Schutz für meine Gelenke, wenn es wirklich jemals soweit kommen würde das ich die Sehne spannen musste, die jetzt noch harmlos über meiner Schulter hing.
Der Nebel um uns wurde immer dichter, als wir das Ende der Fackeln erreicht hatten und auch die leisen Gespräche der Zentauren waren nicht mehr wirklich zu hören. Nur mein Herz schlug gleichmäßig, aber in einem schnellen Tempo gegen meine Rippen.
„Vergiss nicht was du mir versprochen hast“, meinte ich leise ohne auf das Offensichtliche das AJ mir gerade mitgeteilt hatte einzugehen. „Ich...-“
Weiter kam ich jedoch nicht, bevor ich mich unterbrach. Der dichte Nebel war nicht das einzige auf dieser Lichtung. Das wurde uns beiden im gleichen Augenblick klar, als wir die Warngeräusche des Tieres hörten, das sich im Nebel gut verdeckt um uns herum bewegte.
Automatisch verengte ich meine Augen zu Schlitze um etwas besser durch die dichte Beständigkeit des Nebels zu spähen und meine Muskeln zogen sich zusammen. Mein Blut rauschte laut durch meine Ohren, als ich mich auf die Geräusche konzentrierte... und plötzlich...
Plötzlich waren alle meine Wahrnehmungen geschärft und ich konnte die Geräusche des anderen Wesens vernehmen. Es war schwierig etwas genaues zu orten, weil der Boden unter uns mit Gras und Moos überzogen war und so jeder Schritt geschluckt wurde. Nur das Rascheln der Zweige und das Streifen der Rinden sagten mir etwas über seinen Standort.
Durch den Angriff aus meiner Beobachtung gerissen sprang ich mit einen Pfeil in meiner Hand auf AJ zu, erwischte den unbekannten Gegner aber nicht. Ich sah besorgt zu meinen Freund, doch dieser schien mit einem Schrecken davongekommen zu sein und stand bereits wieder neben mir was mich beruhgte. Wieder versuchte ich mich zu konzentrieren. Dieses Mal jedoch ließ der Angriff nicht lange auf sich warten.
„Bist du wirklich okay?“, fragte ich AJ mit einem Blick auf den langen Riss in seinem T – Shirt. Wieso nur wurde nur er angegriffen und ich noch nicht? War es Zufall?
„Wir müssen uns einen Vorteil verschaffen. Wenn wir hier mitten auf der Lichtung stehen bleiben, kann uns das Biest von jeder Seite aus angreifen. Lass uns zumindest dafür sorgen das wir Rückenschutz haben“, meinte ich und versuchte mich in den dichten Nebel irgendwie zu orientieren. Wo hörte die Lichtung auf? Und noch viel wichtiger: Wie weit waren wir vom tödlichen Gebiet entfernt?! Dadurch das Ricardo uns geführt hatte und ich nicht genau darauf geachtet hatte in welchem Gebiet wir uns befanden, hatte ich natürlich auch jetzt keine Ahnung. Diese Erkenntnis ließ mein Herz noch schneller in meiner Brust hämmern und ich schluckte schwer.
„Stell dich in meinen Rücken, Jay... wir müssen aus diesem ungesichterten Gebiet weg. Gehen wir in meine Richtung, okay?“ Meine Stimme schwankte leicht, war aber noch ruhig und klar. Ich nahm den Bogen von meiner Schulter und legte einen Pfeil auf den Nockpunkt; richtete ihn aber erst einmal auf den Waldboden, als wir uns langsam nach links bewegten.
Ich spürte AJs Rücken leicht an meinen und merkte seine Anspannung – roch seinen Schweiß.
Es folgten ein paar Täuschmanöver seitens unseres unsichtbaren Gegners. Immer auf der Seite von AJ und wieder fragte ich mich ob es ein Zufall war oder ob es einen Grund dafür gab, dass das Wesen nur ihn angriff. Was machte ich denn anderes?
Schritt für Schritt bewegten wir uns durch den Nebel und ich versuchte mich anhand meines eingeschränkten Sehvermögens zu orientieren, während AJ mir den Rücken freihielt und sich tapfer gegen die Vorstöße unseres „Freundes“ wehrte.
Ich stoppte abrupt, als ich einen Schatten vor mir wahrnahm und spürte wie AJ in mich hineinlief.
„Verdammt... Sackgasse.“ Vorsichtig nahm ich meine Hand vom Bogen, stüzte ihn auf und betastete das Gebilde vor mir. Die kalte, raue Oberfläche machte mich auf einen Stein aufmerksam, der in einer Kurve verlief. Ich folgte mit meinem Blick den Schatten und im gleichen Moment wo ich unsere Lage verstand und AJ eine Warnung zurufen wollte, hörte ich den nächsten Angriff. Natürlich hatte das Tier – was auch immer es war – unsere Situation sofort erkannt und für sich ausgenutzt. Mit dem Stein im Rücken, der uns wie ein Halbkreis einzingelte, hatten wir fast keine Möglichkeit seinen Attacken auszuweichen und waren im Überraschungsmoment angreifbarer als noch auf der Lichtung selber. Der Schmerzschrei meines Freundes durchfuhr mich wie ein Stromschlag und ich ließ meine Waffe fallen um nach vorne zu springen. Die Angst um den wichtigsten Menschen, die mich regierte, war plötzlich so übermächtig, dass es sich für einen Moment so anfühlte, als würde mein Herz stehen bleiben.
Ohne zu überlegen griff ich an und bekam mit einer Hand dichtes, raues Fell zwischen die Finger. Die Beine des Gryffindors, der am Boden lag, brachten mich um mein Gleichgewicht. Ich stolperte, riss an dem Fell und hatte im nächsten Augenblick eine Reihe spitzer Zähne, die sich in meinen Arm vergruben. Ich spürte einen Stoß und plötzlich reagierte meine Magie wie ferngesteuert auf etwas, dass ich nicht beeinflussen konnte. Eine magisch erzeugte Erinnerung schoss in mir auf und als sich die Beine unter mir, auf denen ich nun lag anspannten, wusste ich das auch AJ von diesem merkwürdigen Phänomen betroffen war.
Holzkacheln blitzten vor meinen inneren Auge auf und ich sah zwei übereinandergeknotete Handgelenke, die sich in dicken Seilen wanden. Eine Stahlpritsche und den Schein eines flackerndes Feuers. Panik stieg in mir auf und wie durch Zauberhand wechselte ich in die Vogelperspektive – sah mich selber gefesselt und beinah bewegungsunfähig auf der Pritsche liegen. Mich in meinen Fesseln windend um den Feuer zu entkommen, das über mich gehalten wurde. Es kam näher und ein kleiner Tropfen brennendes Öl troff aus den Flammen auf meinen bloßen Oberkörper. Die Augen meines Erinnerungs – Ichs wurden riesig in dem blassen, abgemagerten Gesicht. Sie wirkten schwarz vor Panik und vor Schmerz, als es den Mund aufriss und begann gellend zu schreien. Man sah die Feuerspur die sich langsam über den schmalen Körper zog und ein Narbengeflecht hinterließ.
Die Schreie und das grausame Lachen klingelten mir noch immer in den Ohren, als ich zurück gegen die Felswand geschleudert wurde und mit aschfahlem Gesicht liegen blieb. Ich spürte das Blut meinen Arm hinunter rinnen und war erstarrt vor der Angst, die wie Gift wieder in meine Adern gekrochen war, so als hätte die Erinnerung an diese Folter einen Knoten gelockert. Ich merkte nicht wie anfällig ich in diesem Moment für einen Angriff war und wie sich die Aufmerksamkeit des Tieres nun ausschließlich mir zuwand.
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