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 FREUNDeSCHAF(F)T

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Nôel Eliot Sulivan
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BeitragThema: FREUNDeSCHAF(F)T   Di 8 März 2016 - 0:14

Vor einer langen Zeit hatte ich ihn das erste Mal kennengelernt und schon damals wusste ich, dass er etwas Besonderes für mich werden konnte und ich habe ihm das bisschen Essen geschenkt, was ich bekam. Damals war noch nicht abzusehen was aus mir oder ihm werden würde, doch heute… heute wusste ich es und dieses Wissens war schön und grausam gleichermaßen. Denn auch wenn ich ihm noch immer eine große Vertrautheit empfand, wurde ich doch das nagende Gefühl der Schuld nicht los, die ich mir aufgebürdet hatte, als ich ihn alleine ließ. Auch wenn er nicht darüber sprach und wir beide eigentlich dieses Thema immer noch – nach fünf Jahren – gekonnt umschifften, spürte ich manchmal seine brennenden Blicke auf mir, die nicht ganz so wohlgesonnen waren wie er immer tat. Natürlich hatte ich mich entschuldigt, auch wenn es nicht unbedingt in mündlicher Form passiert war, aber wer hätte es mir verdenken können? Ich hatte einfach zu viel Angst dieses eine Thema anzuschweigen, von dem ich wusste, dass er mich sowieso abblocken würde – außerdem wollte ich sein Lächeln sehen… jeden Tag. Und ich wusste, wenn ich damit anfing würde es erlöschen und genau das war es, was ich am meisten fürchtete…
Seufzend riss ich mich von dem Rücken meines besten Freundes los, den ich bis jetzt angestarrt hatte und folgte mit dem Blick der Person, die gerade durch mein Blickfeld eilte. Der Schüler aus meinem Haus kam mir nur vage bekannt vor, genau wie fast jeder andere auch. Neben den ganzen Büchern und meinen immer länger werdenden Aufenthalten im Wald hatte ich kaum Zeit mich um andere Menschen zu kümmern oder diese sogar kennenzulernen. Nein, mein Kontakt beschränkte sich auf eine Handvoll Mitschüler, mit denen ich ganz gut zurecht kam und eben jenem Jungen, der sowieso die Hälfte meiner Freizeit einnahm. Seit ich AJ kannte, war es so… er hatte schon immer versucht mich aus meinen Mauern zu reißen und in die Welt zu zerren, auch wenn es ihm nur mit mäßigen Erfolgen gelang – aufgegeben hat er das nie.
Lustlos schob ich meinen Teller zur Seite und stand schließlich auf um auch den Ausgang anzustreben an dem ich wartete, bis auch der Gryffindor endlich zu mir stieß.
„Hey“, begrüßte ich ihn und legte ein sanftes Lächeln auf meine Lippen, das nur für eine Person in meinen Gesicht zu überleben schien. „Alles klar?“
Besagte Person grinste mich breit an und ich wusste schon jetzt genau, was mich heute erwarten würde…
Diese geballte Ladung an guter Laune, die mir entgegenströmte war mir absolut bekannt und doch konnte ich mich über das sonnige Gemüt meines Freundes doch immer wieder nur wundern. Anscheinend war ich da der einzige aber das war schon in Ordnung… immerhin war ich auch der einzige, der ihn in einer anderen Lage kannte.
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Aiden Jeremy Landon
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BeitragThema: Re: FREUNDeSCHAF(F)T   Do 17 März 2016 - 19:30

Freiheiten im Leben gehörten dazu und genauso wollte AJ seines führen, mit viel Spaß, Freude und Glück, alles im Grunde was ihm in seiner Kindheit vergönnt war. Aber seit er in Hogwarts seine Heimat wiederentdeckt hatte, wollte er nie wieder hier weg. Hier waren seine Freunde, Menschen die mit ihm lachten und seine sonnige Art das Leben in vollen Zügen zu genießen, akzeptierten und sogar zu lieben schienen. Sicherlich manchmal schoss er ein wenig übers Ziel hinaus, wenn er gerade mit seinen Freunden scherzte oder er hier und da einen kleinen spaßigen Flirt vom Zaun riss. Jeder der ihn kannte wusste ganz genau, dass seine Flirtereien rein auf Freundschaft und einem lockerem Umgang basierten und so gut wie nie ernst gemeint waren.

Jade war zumindest eines dieser Mädchen die seit zwei Jahren mit seiner Art das Leben zu genießen umgehen konnte und jeden Flirt aus reinem Spaß mitmachte. Nie war etwas ernstes draus geworden oder hatte ihre Freundschaft ins wanken gebracht. Der Flirt war eben nur rein verbal und niemals körperlich. Warum sollte man nicht locker und ohne Scham vor dem anderen miteinander umgehen können? Das Leben war doch genau dazu da, um es zu genießen und frei das auszusprechen was man dachte. Daher sah er auch kein Problem darin, als Jade sich an diesem Tag in der großen Halle auf seinen Schoss setzte und ihm sanft über die Brust strich. Im Gegenteil er konterte mit einem großen Grinsen und dem Wackeln mit seinen Augenbrauen. Hier und da entglitten seinem Mund ein paar liebliche Worte, die mit anzüglichen konterte. Sein Arm war um ihre Hüfte gelegt und gerade als sie sich entspannte, piekste er ihr sanft in die Seiten, um sie ein wenig zu kitzeln und zu ärgern.

Das er gerne mit Mädchen flirtete und eigentlich nie damit rechnete das, dass mal in die Hose gehen könnte, war seine typische Art und Weise. Hier und da während sie mit fünf Leuten wie eine eingeschweißte Gruppe am Gryffindortisch saßen, stopfte er sich einen Löffel von dieser köstlichen Pastete in den Mund, riss Scherze mit Jeffrey, einem guten Freund aus seinem Haus, oder gab Jade, die immer noch auf seinem Schoss saß und mit ihm gemeinsam lachte hier und da einen Bissen ab.

Aber wie egal wie viel Spaß er auch hier hatte, es gab immer etwas das fehlte und das war der Mensch der ihm eigentlich als bester Freund stets zur Seite gestanden hatte, aber dummerweise im falschen Haus war. Sein bester Freund und Gefährte Eliot...wobei er ihn kurz Eli getauft hatte. er war einer von ganz wenigen, ja vielleicht sogar der einzige Mensch in Hogwarts der ihn je so nennen durfte. Die meisten mussten ihn mit Eliot ansprechen, da ansonsten ziemlich pikiert reagieren konnte. Der Junge war ohne ihn über den grünen Klee loben zu wollen, ein Genie und ohne Zweifel ein ganz klarer Ravenclaw. Doch wie viele Genies hatte auch er einen enormen Schwachpunkt, den AJ schon seit Jahren versuchte bei ihm auszumerzen. Eli hatte diese unschöne Art sich von anderen abzukapseln, sich im Wald zu verkriechen und lieber mit den Tieren dort abzuhängen, als mit Jeffrey, Jade und ihm in einem der Korridore. Vielleicht warens auch AJs Flirtereien die er nicht mochte oder einen seiner Freunde, aber was es auch war, es trieb ihn immer zu in die Einsamkeit.

Normalerweise war es ihm eigentlich egal, Eli konnte ja tun und lassen was er wollte und wenn er seine Ruhe vor anderen haben wollte, sollte es eben so sein. Aber doch brachte es ihn hin und wieder in einen großen Zwiespalt, weshalb er seine Zeit oft gut aufteilen musste, zwischen ihm und seinem Freundeskreis, zumindest solange bis er den Jungen endlich soweit in die Gruppe integriert hatte. AJ war sich sicher, dass er das mit seiner einnehmenden Persönlichkeit schon irgendwie hinbiegen würde und wenn es sein musste, würde er ihn halt schlicht und ergreifend gemeinsam mit in der Gruppe irgendwo hinzerren und nicht mehr weg lassen.Das war zwar dreist aber nur zu seinem Besten und hey! Wer würde nicht seinen besten Freund dabei haben wollen, wenn man grade mit einigen anderen eine Menge Spaß hatte. Außerdem verdiente auch Eli es mal zu lächeln. Etwas das dieser Junge nur sehr selten und nach AJs Meinung nach viel zu selten tat.
Aber das würde er dem Jungen schon noch austreiben und wenn er dafür Berge versetzen müsste!

Es verging einige Zeit, als er bemerkte, dass Eli sich von seinem Platz erhoben hatte und offenkundig auf ihn wartete. Mit sanften aber lieblichen Worten, verabschiedete er sich von Jade, die ihm abschließend noch was ins Ohr flüsterte und sich dann auf die Bank neben ihn setzte, sodass er sich erheben konnte und zum Schluss jedem noch einen Handschlag gab. Seinen Umhang etwas glatt streichend kehrte er zum Eingang der großen Halle zurück und schaute Eli bereits auf dem Weg zu ihm grinsend entgegen.

Bei ihm angekommen und von zwei oder drei Schülerinnen kurz aufgehalten, nahm er Eli ohne ein Wort zu sagen kurz freundschaftlich in den Arm, ehe er sich von ihm löste und sein Strahlen beinahe noch größer wurde, als er das Lächeln seins Freundes bemerkte. "Na klar ist alles klar! Was denkst du denn? Einem AJ geht es immer gut." erwiderte er gut gelaunt und musterte Eli ein wenig. "Wie gehts dir? Und vor allem was hast du heute vor? Du gehst doch nicht wieder in den Wald und bist den halben Tag alleine oder?" Fragte er lächelnd und Eli wusste, dass er ihn erneut versuchen würde zu irgendwelchen Aktivitäten mit anderen zu bewegen.
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Nôel Eliot Sulivan
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BeitragThema: Re: FREUNDeSCHAF(F)T   So 20 März 2016 - 14:48

Die Umarmung, die ich bekam kurz nachdem AJ bei mir angekommen war, war zwar überraschend aber nicht unangenehm, deswegen lehnte ich mich an ihn. Im Gegensatz zu vielen anderen Menschen fühlten sich die Berührungen des Gryffindors für mich nie fordernd oder unbehaglich an – wahrscheinlich weil es eine Zeit in meinem Leben gegeben hatte, wo ich sie zum Überleben brauchte… aber das konnte auch nur Einbildung sein. Er jedenfalls war momentan der einzige in ganz Hogwarts bei dem ich versuchte weder Berührungen noch Kommunikation zu umgehen. Mein Blick glitt über meinen besten Freund und das Lächeln vertiefte sich bei seinen Worten.
„Schön zu hören…“, sagte ich halblaut und fädelte mich mit ihm in die Schlange von Schülern ein, die hinausging. Wie von selber benutzte ich AJ, um den ganzen Rempeleien und ungewollten Körperkontakt zu entgehen, als Deckung und ging seitlich dicht hinter ihm. „Es geht… du weißt doch, schlechten Menschen geht immer gut und bei dir klingt das wie ein Staatsverbrechen. Sag das nicht so abwertend im Wald ist es schön… und nach dem ganzen Unterrichtsblabla brauche ich eben meine Ruhe!“
Als sie die Engstelle überwunden hatten, ließ ich mich wieder neben ihn gleiten, indem ich meine Schritte etwas anzog und den seinen anpasste. „Und was hast du heute vor? Schiebst du deine Hausaufgaben mal wieder auf und flirtest mit irgendwelchen Mädchen, einfach so?“, fragte ich trocken und mit einer ähnlichen Abwertung in der Stimme, die vorher auch mein Freund in die eigenen Worte gelegt hatte.
Egal wie gut wir uns auch verstanden und wie sehr wir uns brauchten in dieser Sache würden wir niemals auf einen Nenner kommen und das wussten sowohl er, als auch ich. Denn unsere Leben hatten sich irgendwann einfach unterschiedlich entwickelt und das was er geschenkt bekommen hatte und jetzt für sich umsetzte, hatte ich noch nie auch nur im Ansatz besessen. Ich wusste, das AJ mich bekehren wollte, einfach weil er es schon mehr als einmal versucht hatte und ich wusste auch, dass er sich jedes Mal hin und her gerissen fühlte, wenn ich mich doch wieder zurückzog anstatt bei ihm und seinen sogenannten Freunden zu bleiben… das tat mir Leid, mehr als man mir vielleicht glauben würde, aber aus meiner Haut konnte ich doch nicht. Die Atemnot, die ich bekam wenn mehrere Augenpaare gleichzeitig auf mich gerichtet waren und die Ablehnung, die in mir Aufstieg, wenn ein anderer mich berührte – und war es auch nur Ausversehen, waren und sind einfach immer noch zu übermächtig. Mir blieb nur zu hoffen, dass er begriff, dass ich ihn nie verletzten wollen würde, genauso wenig wie die Menschen, die ihm wichtig zu sein schienen.
„Was machst du am Wochenende  so?“
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Aiden Jeremy Landon
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BeitragThema: Re: FREUNDeSCHAF(F)T   Fr 17 Jun 2016 - 17:50

Manchmal kapierte AJ seinen Freund einfach nicht, Eli konnte echt kompliziert und verwirrend sein. Das was er suchte lag praktisch genau vor ihm und dennoch schien er sich selbst zu grämen und lieber im Wald allein sein Unglück zu suchen, als sich mit Menschen zu umgeben, die ihm gut getan hätten. Viel zu oft schon hatte AJ versucht ihn aus seinem Mauseloch in die Welt hinauszuzerren, aber jedes Mal schien er sich wieder zurückzuziehen. Vielleicht drängte er ihn zu sehr? Oder lag es einfach daran, dass es die falsche Sorte von Menschen waren? Er wusste es nicht und so gut er es auch mit Eli meinte, so sehr machte es auch den Eindruck, als ob er es prinzipiell ablehnen würde jemand anderen kennenzulernen. An manchen Tagen bedrückte AJ das Wissen, dass Eli in genau diesem Moment allein irgendwo im Wald hockte und sein Leben in Einsamkeit verbrachte, anstatt einfach mal ein wenig Spaß zu haben und das Leben zu genießen. Viel zu oft hatte sich AJ daran den Kopf zerbrochen und merkte, dass er immer weniger dagegen tun konnte. Versuchte man Eli zu sehr nach außen zu ziehen, schnaubte er nur und lenkte vom Thema ab oder rannte davon. Zumindest sah es wie davonrennen aus, Eli nannte das immer "seine Zeit zum nachdenken". Aber mal ehrlich muss man über alles nachdenken? Über jeden Schritt? Wieso kann dieser Junge sich nicht einmal gehen lassen, sich einfach mal fallen lassen und einfach das tun was wirklich Spaß macht, anstatt sich in seiner Einsamkeit zu grämen?  AJ war kein Türpel und schon gar nicht gefühlslos oder so, aber Eli hatte das was er sich so lange wünschte. Freiheit. Aber diese Freiheit schien er überhaupt nicht auszunutzen, im Gegenteil er verhielt sich als ob ihn jeden Tag das Grauen erneut einholen könne.

Hier und da wenn Eli hinsah und AJ ihn heimlich beobachtete wie er da im Wald hockte und den Tieren zusah, lächelte und spürte wie glücklich der kleine zwischen den Tieren war. Wie konnte man einen Jungen, der sich ständig abkapselte egal wie gut ihn die eigenen Freunde auch behandelten, in den eigenen Freundeskreis integrieren? War das überhaupt möglich? Er wusste, dass er einen dünnen Drahtseilakt zwischen seinen Freunden und Eli zu beschreiten hatte. Einerseits durfte er seine Leute nicht vernachlässigen und andererseits durfte er auch Eli nicht das Gefühl geben nicht willkommen oder sogar eine Last für ihn zu sein.

AJ drückte Eli fest an sich und spürte wie sich der kleinere Ravenclaw an ihn lehnte, sich jedoch stark in der Umarmung zurückhielt. Aber das war AJ ja schon gewöhnt, weshalb er auch nichts sagte und ihn durch das Gedränge hindurch aus der großen Halle hinausführte auf den Gang. "Naja ein Verbrechen ist es nicht, aber du solltest dich nicht jedes Mal von allen Menschen abkapseln. Ich mein wie viele Freunde hast du in den letzten Jahren gewonnen?", fragte AJ mehr rhetorisch als ehrlich, denn er kannte die Zahl von Eliots Freunden.

"Wenn du dich immer im Wald aufhälst, kannst du keine neuen Freunde finden, dessen bist du dir doch wohl bewusst oder?" , fragte er und sah ihm in die Augen. Seine selbstsicheren Blicke trafen auf die kleinen Augen seines Freundes. Für einen Augenblick glaubte er etwas in Elis Augen ablesen zu können, aber das war wohl nur Einbildung. in Momenten wie diesen fragte er sich wirklich was in dem Kopf von dem jungen Ravenclaw nur vor sich ging. Was bezweckte er damit, wenn er sich die ganze Zeit über nur zurückzog? Welcher Sinn steckte dahinter? War er schüchtern? Oder war da noch etwas anderes, dass ihn davor zurückschrecken ließ neue Bekanntschaften zu machen?

"Gib dir einen Ruck und lass uns mal was mit anderen gemeinsam machen. ich habe eine neue Strategie um dich besser in die Gruppe einzuführen, was denkst du? Probieren wir es nochmal?", fragte AJ mit demselben herzlichen Grinsen, dass immer seine Lippen zierte, wenn er besonders gut drauf war. Es war breit und dahinter schimmerten seine weißen Zähne hervor. Er liebte es einfach jeden Tag aufs Neue so zu leben als sei es sein letzter. Die Vergangenheit hatte ihn gelehrt jeden Tag in Freiheit zu genießen und aus jedem ein neues unvergessliches Ereignis zu machen. Um Eli noch mehr für seine Idee einzunehmen, legte er, wie unter Freunden so üblich, seinen Arm um ihn und durchlöcherte ihn förmlich mit seinen großen leuchtenden Augen. Dieselbe Masche wandte er an, um Eli hin und wieder dazu zu überreden ihm bei den Hausaufgaben zu helfen. Na gut, zugegeben er tat mehr als ihm helfen, hier und da schrieb er auch mal die kurzen Tete für den Geschichtsunterricht für AJ, aber das wars dann auch schon. Vielleicht den einen oder anderen Text für Zaubertränke oder alte Runen.  

Der Arm mit der Sportjacke war warm und fühlte sich auf der etwas kühleren Haut seines Freundes etwas kribbelnd an. Man roch das Shampoo das AJ an jenem Morgen genutzt hatte und an seinem T-Shirt sah man einen kleinen Klecks von Honig, der ihm wohl beim Frühstück darauf getropft sein musste. Für einen Augenblick sah er sich unter den Schülern um, die die große Halle hinter ihnen verließen, ehe er wieder abwartend zu eli sah.

Als Eli plötzlich die Frage stellte, was er heute so tun würde, grinste AJ zu ihm herunter. Er ließ sich damit nicht provozieren, für ihn waren die Flirtereien nur Spaß und jedes Mädchen das AJ auch nur ein wenig kannte wusste ganz genau, dass er nichts ernstes damit erreichen wollte. Sie taten einfach so als ob, denn wenn AJ wirklich ernst machen würde, wären seine Flirtereien sogar noch anzüglicher von der Stimmart her. Eli schien das nicht zu verstehen, für ihn war das kein Spaß, warum auch immer. Vielleicht war es ihm einfach fremd, dass Menschen einen so engen Kontakt zueinander haben konnten ohne wirklich miteinander zusammen zu sein. Was auch immer dagegen hatte, AJ hatte damit noch nie ein Problem und diejenigen die AJ kannten ebenso wenig. Er wollte nie jemanden verletzen und hatte jedem Mädchen klar gemacht, dass das nur Spaß sei und nicht ernst gemeint war. Er wollte nur sein Leben genießen und das ging am einfachsten wenn man das locker mit anderen Menschen reden konnte, ohne darauf ständig achten zu müssen was man sagte. So fühlten sich die Menschen in der eigenen Gegenwart viel wohler und wirkten auch viel entspannter.

"Keine Ahnung, aber wenn du willst können wir beide ja was zusammen machen und uns dabei ein wenig unterhalten. Ich denke ich kann die Flirtereien auch auf das Abendessen und morgen verschieben." scherzte er und knuffte Eli ganz leicht auf den Oberarm, sodass dieser keinen Schmerz verspürte.
"Meine Hausaufgaben haben noch ein wenig Zeit, ich hab heute dafür echt keinen Kopf und will den Tag so gut es geht angenehmeren Aktivitäten verbringen. Wer will schon Hausaufgaben machen, wenn er mit anderen was machen kann?" fragte er grinsend  und zuckte mit den Schultern, ehe er ein Stück weiter voranging, ohne ein wirkliches Ziel vor Augen zu haben.

"Eigentlich wollte ich dich fragen, ob du am Wochenende mit mir nach Hogsmead gehst, im drei Besen gibt es gutes Butterbier und es ist eine ganze Weile her, dass ich unten war. Na komm, du kriegst auch Karamelbonbons von mir." flüsterte er mit einem großen Schmunzeln im Gesicht. Er wusste, dass er Eli die kleine Naschkatze damit eigentlich immer rumkriegen konnte.
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Nôel Eliot Sulivan
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BeitragThema: Re: FREUNDeSCHAF(F)T   Sa 18 Jun 2016 - 15:14

„Ach weißt du sehr viele“, antwortete ich spöttelnd. „Und wahrscheinlich bessere als du je haben wirst. Es ist ja deine Sache wenn du die Definition ´Freund´ nur auf Menschen beziehst in einem Schloss in dem es von Tieren und Geistern nur so wimmelt.“
Natürlich wusste ich, dass ich ihn damit etwas aufziehen konnte und wirklich als Freunde betrachtete ich die Tiere, die aus irgendeinem Grund leichter zu mir fanden auch nicht. Mal abgesehen von meinen eigenen Haustieren vielleicht, egal ob gekauft oder zugelaufen. Trotzdem erkannte ich AJs Problem an meiner Zurückhaltung nicht ganz. Er wusste was mir die Menschen angetan hatten – spezielle die Zauberer… was sie uns angetan hatten und doch ging er mit Fremden um, als würde er sie schon Jahre kennen. Manchmal fragte ich mich ob er wirklich einfach alles vergessen hatte oder einfach ein Meister der Täuschung war; denn obwohl wir uns so lange kannten, gelang es mir doch nicht immer seine Gedanken zu erraten.
„Natürlich ist mir das klar und dir sollte endlich bewusst werden, dass ich darauf auch keinen Wert lege“, erwiderte ich und hielt seinen Blicken stand. Die kleine Lüge in meinen Worten hatte er hoffentlich nicht gemerkt, auch wenn ich schwören könnte, dass kurz ein Verstehen durch seine Augen gehuscht war. Er musste nicht wissen, dass ich mir manchmal nichts mehr wünschte, als so wie er auf andere zuzuschreiten und einfach die Umarmungen der anderen zu genießen. Einfach als Gruppe durch Hogsmead zu ziehen und über andere zu lachen und den Tag gemeinsam zu genießen, musste wirklich schön sein. Das war mir durchaus bewusst und ich freute mich, dass AJ das alles erleben durfte. Auch wenn es bedeutete, dass ich oft – zu oft alleine unterwegs war. Einsamkeit war heilsam und schützte davor verletzt zu werden, aber sie konnte auch zur Qual werden, denn es gab niemanden der dich verstehen konnte… niemanden der nach dir sah oder den es interessierte was du denken oder fühlen könntest. Doch auch in Gruppen war ich stets alleine, denn ich gehörte zu niemandes Gruppe wirklich. Jedenfalls zu keiner Menschengruppe. Ich fühlte mich nicht wohl bei ihnen, egal wie nett sie mich begrüßten, sah ich doch in jeder Geste einen Hohn. Wahrscheinlich weil ich mich selber niemals als vollwertiger Mensch betrachten konnte.
Ein zittriges Seufzen entkam mir, als ich durch meine Gedanken hinweg bemerkte, wie die dunkelbraunen Augen meines Freundes einen fast flehenden Blick annahmen. Nun wirkte er wie ein Hundewelpe, das man im Wald aussetzen wollte. Die darauffolgende Frage konnte ich vermuten, doch sie brachte mich erneut zum Seufzen. Dieser Blick war eine Qual!!

Wieso siehst du mich so an und machst alles nur noch schwerer als es ist? Wieso kannst du es nicht einfach akzeptieren und für mich da sein?

Ein Grund warum ich AJ nie die Wahrheit sagte – zumindest was meine Gefühle und Gedanken von menschlichen Treffen anging, war die unterschwellige Sorge meines besten Freundes, die ich jedes Mal wahrnahm, wenn wir wieder auf dieses Thema zu sprechen kamen. Ich wusste, das der Gryffindor, auch wenn er auf Außenstehende oft oberflächlich und schnelllebig wirkte, sensibler und umsichtiger war, wenn es um Menschen ging die ihm viel bedeuteten. Und es tat mir in der Seele leid, dass er sich mit diesen Thema so quälte. Das war auch der einzige Grund warum ich den letzten Treffen ohne weiteres Protestieren zugestimmt hatte, denn irgendwie schien mein Freund dann noch heller zu strahlen, als er es sowieso schon tat.

Der Vergleich mit der Sonne ist manchmal treffend. Er ist die Sonne um die ich Kreise und meistens bin ich im Schatten seines Lichtes nicht zu sehen. Erst wenn ihn etwas aus dem Gleichgewicht bringt und in ihm dunkle Nacht herrscht, sieht man mein kühles Licht als Mond wirklich…

Kurz blitzte eine Erinnerung von einem in der Ecke gekauerten AJ auf, der auf und ab wippt und mich anbettelte etwas zu singen, weil er sich vor den Geräuschen von Außerhalb so sehr fürchtete. Ob ihn schon einmal jemand so gesehen hatte hier in Hogwarts? Natürlich war er damals wesentlich jünger gewesen und wesentlich instabiler, aber trotzdem… konnte einer dieser Freunde die er jetzt hatte behaupten ihn wirklich einmal aufgefangen zu haben?
Sein Arm riss mich aus dieser schrecklichen Erinnerung und schickte die angenehme Wärme durch meinen Körper, die mich unweigerlich wieder zum Lächeln brachte. Ich mochte seinen Geruch und seine ruhige Präsenz, die immer übertüncht von seinen Tatendrang war. Und ich mochte auch jeden Fehler an ihm, egal wie sehr er mich manchmal in die Weißglut trieb. Ein kurzes Flattern in meinem Bauch kündigte die aufkommenden Schmetterlinge an und ich fragte mich – nicht zum ersten Mal in diesen Jahren – wie ich dieses starke Gefühl jemals hatte übersehen können
„Ich… also…“, stotterte ich etwas aus dem Konzept gebracht, als sich unsere Augen erneut trafen und mir einfiel das ich schon viel zu lange schwieg. „Muss das heute sein? Ich… mir ist nicht so nach irgendwelchen Experimenten.“ Bei dem letzten Wort zuckte ich selber etwas zusammen und schüttelte über mich den Kopf. „Ein anderes Mal, okay?“, machte ich einen vorsichtigen Vorschlag, den ich sicher sehr bald bereuen würde. Aber das Grinsen was ich daraufhin bekam machte das alles wieder wett und ließ die Schmetterlinge, die bis eben kleine Raupen gewesen waren, in meinen Bauch auf Flugsauriergröße anschwellen.
Bescheuerte Hormone
Was mich wie immer auf eine Frage brachte…
Ich hasste es, wenn die Mädchen sich vor AJ so anbiederten, als würde er jeden Moment eine von ihnen mit auf sein Zimmer nehmen. Ob das nun an meiner nagenden Eifersucht oder einfach an den Unverständnis dieser Art Tätigkeiten lag, war mir schleierhaft, aber ich wusste, dass mir regelmäßig dabei schlecht wurde. Ein Grund warum ich mich immer sehr schnell von solchen Szenerien entfernte, auch wenn das oft Diskussionen mit sich brachte, das war mir egal.
Das war der Grund warum ich den Scherz meines Freundes auch nicht als solchen verstehen wollte und schnaubend seinen Arm von mir löste. Kindisch ich weiß, doch diese Nähe, die in mir so viel ungeahnte Wärme hervorrief, fühlte sich einfach falsch an, wenn er über sowas sprach.
„Schon in Ordnung, dass musst du nicht“, meinte ich schroffer als es wirklich gewollt war. „Auf mich warten noch ein Aufsatz und ein Buch in der Bibliothek und nachher will ich einfach spazieren gehen um den Kopf frei zu bekommen. Also mach was du willst…“

Wieso schaust du denn jetzt wieder so!??, dachte ich schon mit einem schlechten Gewissen, als sich unsere Blicke wieder kreuzten und ich erneut die unterschwellige Sorge erkannte. Wieso musst du das alles gleich immer auf dich beziehen oder auf meine Zukunft!?

„Du hättest aber einen freieren Kopf, wenn du deine Aufgaben schon erledigt hättest“
, meint er deswegen etwas versöhnlicher. „Danach kannst du immer noch dein Leben genießen ohne daran zu denken das du später noch das und das machen musst… außerdem ersparst du dir dann den Stress kurz vor der Angst zu mir zu kommen und verzweifelt darum zu flehen, dass ich es für dich schreibe.“
Nachdem wir eine Weile schweigend vor sich hin gegangen sind und ich ihn nach dem Wochenende gefragt hatte, errötete ich leicht. Es war manchmal gruslig wie gut er mich kannte und wie genau er wusste, was mir gefiel. „Damit ich mit dir weggehe, brauchst du mir nichts kaufen… das fühlt sich an wie Bestechung.“
Und dennoch, der Gedanke an die weichen, braunen Toffeestangen oder die süßen, klebrigen Karamellbonbons brachten ein zartes Lächeln auf das Gesicht, das sonst nur so selten ein solches zeigte. Es sprach von Vorfreude und Erleichterung darüber, dass doch ein einziger Mensch sich sehr wohl für mich interessierte.
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Aiden Jeremy Landon
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BeitragThema: Re: FREUNDeSCHAF(F)T   So 26 Jun 2016 - 16:57

Stirnrunzelnd sah er Eli mit einem funkelndem Blick an, der beinahe alles sagte. Er hasste spöttische Bemerkungen und Vergleiche, vor allem wenn sie etwas mit seinen Leuten zu tun hatten. Woher zum Teufel nahm er sich das Recht über seine Freunde zu urteilen? Eli mochte ja sein bester Freund sein aber um über sie zu urteilen müsste er sie erstmal richtig kennenlernen und solange er das nicht tat, hatte er auch nicht das Recht dazu!
Seine Freunde sollten also besser sein, als die die AJ je haben würde? Für einen Moment kam ihm der Gedanke ebenso spöttisch zu antworten und Eli damit einen  Seitenhieb zu verpassen. Aber er kannte die Reaktion darauf und wusste ganz genau, dass das nichts bringen würde. Er liebte es unter Tieren zu sein und sah sie als weitaus bessere Freunde an, als die Menschen mit denen er sich umgab. Und doch übersah er in seiner Abneigung, den Menschen gegenüber, dass ein Tier zwar immer treu war und auch besonders in den schlechten Momenten einem nicht von der Seite wich, aber ein Tier konnte ihm keinen Rat geben oder ihn in den Arm nehmen, wenn er traurig war. Mit einem Tier konnte er sich nicht austauschen. Auch wenn man ein Tier als guten Freund neben sich hatte, kam dennoch irgendwann die Einsamkeit, die einem wieder vor Auge führte, dass man niemanden hatte mit dem man seine Gedanken teilen konnte. AJ kannte die Einsamkeit mehr als die meisten ihm wohl glauben würden. Niemand würde einem so sonnigen Menschen wie ihm abnehmen, dass er früher einmal viel ärmer dran war als sich die meisten Schüler auch nur im entferntesten ausmalen konnten. Daher wusste er von was er sprach, wenn er verhindern wollte, dass Eli diese Einsamkeit ebenso intensiv nochmal zu spüren bekam.

"Lern sie doch erstmal kennen und gib ihnen eine Chance bevor du sie abwertest. Vor allem braucht man Freunde auf die man zählen kann, auch wenn du darauf - wie du sagst- keinen Wert legst, muss auch dir bewusst sein das du nicht alles allein schaffen kannst. jeder braucht Freunde, auch du." konterte AJ und lächelte dabei so als ob es diesen spöttischen Vergleich nie gegeben hätte.
Er wollte ja keinen Streit oder eine Diskussion vom Zaun brechen, schließlich hasste er Konflikte die seine Art zu Leben verkomplizierten. Und außerdem, warum sollte er sich jetzt mit Eli auch noch darüber streiten? Das einzige was dabei heraus käme wäre, dass Eli schnaubend die Flucht ergriffund sich den ganzen Tag mal wieder irgendwo weit ab von jeglichen Menschen, verkroch.

Ein ungleiches Gespann…ja so konnte man sie nennen. Sie waren wie Sonne und Mond, wie Ying und Yang, zwei Menschen die in ihren Lebensauffassungen nicht unterschiedlicher  sein könnten. Beide lebten sie unterschiedlichen Welten und versuchten sich bei ihren Treffen stets aus beiden Welten zu befreien und sich eine gemeinsame aufzubauen. Leider wurden ihre Bemühungen durch ihre Ansichten und unterschiedlichen Lebensmethoden immer wieder untergraben. Ihre gemeinsame Welt wurde dadurch erschüttert und von schweren Rissen in der Erde geprägt. Woran das lag? Sie versuchten zwei unvereinbare Welten in einer zu vereinen, da war die Kollision von Ansichten und jeglicher Unterschiedlichkeit der beiden unvermeidlich. Aber so unterschiedlich sie auch sein mochten, sie verband ein starkes Band, ein Band der innigsten Freundschaft. Ein absolutes Vertrauen herrschte zwischen beiden und band sie wie Handschellen einander.  Sie konnten manchmal nicht miteinander aber meistens nicht ohne einander. Egal was dieses Band angriff, wie sehr man auch daran sägte und es beschädigte, ihre Wege führten sie stets wieder zusammen. Der Beweis dafür? Der Beweis ist die Vergangenheit die sie mehr als nur einmal zusammenführte. Auch wenn sie beide vorgeben von nur einem Mal zu wissen, führte sie das Schicksal bereits öfter wieder in die Nähe des je anderen.  Gab es wirklich Zufälle dieser Art in der Welt oder war es das Schicksal das sie auf diese zu gleich grausige aber auch schöne Art zusammenband? Keiner von beiden wusste es, aber sie beide spürten, dass dieses Band weit über den Begriff der normalen Freundschaft hinausgeht. Wie weit, dass steht wohl in den Sternen der Zukunft geschrieben.  

Trotz all dem mochte AJ ihn so sehr, dass er für Eli so gut wie alles tat und sich darüber hinaus einfach nur Sorgen um sein Wohlbefinden machte. Er wollte ihn integrieren um ihm eine Welt zu zeigen in der es auch Menschen gab die wesentlich freundlicher, gerechter und hilfsbereiter waren als die die er im Labor kennengelernt hatte. Deswegen konnte er nicht aufhören Eli mit seinem Hundewelpen Blick anzusehen, ihn förmlich anzubetteln es sich zu überlegen. Er wusste, dass er Eli damit kriegen konnte, es war seine Geheimwaffe wenn alles andere versagte. AJ liebte den Blick,  den Eli dann immer zurückwarf, es war dieser schüchterne Blick mit dem Leuchten in seinen kleinen Augen.  Als wäre in jedem Auge ein Mond versteckt der nur dann leuchtet wenn AJ ihm nahe ist. Ein Blick von dem Eli gar nicht wusste welchen Einfluss er damit auf ihn nahm. Dieser Blick hatte Ajs Herz besonders in den schwierigen Zeiten schon oft ein warmes Gefühl gegeben, ihm geholfen wieder positiver zu denken. Ja, man könnte sagen, dass jener Blick eine Art Wetzstein für AJs positive Einstellung war. Er liebte es einfach wenn sein bester Freund ihn so ansah, am liebsten würde er ihn dafür jedesmal in den Arm nehmen und ihm allein für diesen Anblick danken.  

AJ wusste nicht einmal wieso sich bei diesem Blick ein so warmes Gefühl in ihm ausbreitete, es ließ sein Herz höher schlagen und weckte seine Beschützerinstinkte für den Jungen. Er war ihm praktisch ans Herz gewachsen und auch wenn er das Eli nie erzählte, könnte er sich niemals von ihm lossagen. Die Zeit die er ohne ihn verbringen musste, war die schlimmste Lebens, beinahe schon schlimmer als das was alles davor geschah.  AJ konnte nicht anders, er musste seinen Arm um ihn legen, die Wärme spüren die von seinem Freund ausging, selbst wenn seine Haut kalt war. Die Gewohnheit machte es, denn früher waren sie sich oft so nahe und jedes Mal hatte er dadurch seine Angst vor den Gewittern verloren, die wie Monster über sie hinwegzogen und AJ beinahe in Panik versetzten. Sie waren für ihn immer mit reißenden Klauen und widerlichen Gesichtern versehen, Gewitter waren früher seine Horrorvorstellung, er fürchtete jedes Mal  verloren zu gehen, vom Blitz getroffen zu werden und sich nicht wehren zu können,  gegen das Ungeheuer das mit schwarzen Mantel über ihnen schwebte.

AJ Blick war nun mit seinem typischen Lächeln versehen, er spürte wie er Eli praktisch aus seinen Gedanken herausgezerrt hatte an die Oberfläche wo AJ auf ihn wartete.  Ein tiefes Seufzen entkam seinem Mund als Eli sich weigerte, seine Augen starrten in seine für einen Moment, ehe er locker wie immer mit den Schultern zuckte.
„Von mir aus, aber ich werd dich noch in meinen Freundeskreis integrieren.“  Scherzte er hämisch und knuffte Eli leicht auf den Arm. „Dann lass uns einfach gemeinsam was machen. Wir könnten zum Quidditchfeld gehen und ich bringe dir das Fliegen bei oder wir gehen in den Wald spazieren, da fühlst du dich doch wohl oder? Vielleicht kannst du mir dann ja mal zeigen was du da so treibst oder wir gehen in die Bibliothek und ich zeige dir einige lustige Bücher die ich fand.“ , sie könnten sich natürlich auch auf eine Bank setzen und sich einfach nur unterhalten, aber ob das in Elis Sinn war bezweifelte AJ doch stark. Er wollte unbedingt etwas mit ihm unternehmen und ihn um sich haben.
„Na, worauf hast du Lust? Komm schon sag es mir. Ich bin heute zu allem irgendwie gut aufgelegt.“ Gab er grinsend und mit großer Selbstsicherheit an.  
Vielleicht war es auch besser wenn sie heute etwas allein unternahmen, er wusste ja  das Eli aus einem für ihn nicht nachvollziehbaren Grund seine Flirtereien nicht ausstehen konnte. Die Frage war nur wieso? Fühlte er sich etwa dadurch von AJ in den Hintergrund gestellt?  Oder lag es daran, dass niemand mit ihm flirten wollte? AJ hatte nie herausgefunden was der wahre Grund für Elis Abneigung gegen seine nicht ernst gemeinten Flirtereien war.  Vielleicht war es ja eine Mischung aus all diesen Gründen und er traute sich nicht damit an AJ heranzutreten? Das wäre ja immerhin möglich und sogar nachvollziehbar. Aber das er deswegen gleich wieder die Kurve kratzen wollte, dass verstand AJ nicht.  Mit einem Seufzen hielt er Eli noch ein wenig länger fest um ihn daran zu hindern zu gehen. Er kannte diese Aktion und wusste ganz genau was sie zu bedeuten hatte und auch wenn es ihn massiv störte, dass er das jedes Mal tat, hielt er ihn doch immer und immer wieder davon ab. Zumindest meistens, es gab auch schon Fälle in denen AJ ihm zeigen wollte, dass er ihm nicht immer hinterherrennt, wenn er es nicht einsieht offen mit ihm über ein Problem zu reden.

„Das war doch nur Spaß!“  polterte es aus AJ heraus und ließ seinen Griff nicht locker.  „ und jetzt bleib hier meine Güte. Du brauchst  nicht direkt wegzurennen nur weil ich meine Flirtereien erwähne. Deinen Aufsatz kannst du auch noch später beenden! Jetzt will ich das wir beide zusammen etwas Zeit miteinander verbringen, es sei denn du hast keinen Bock. Aber dann sag das jetzt.“ Führte Aj zuende und sah ihn mit einem unwiderstehlichen Welpenblick an, um Eli ein weiteres Mal zu etwas zu verführen.  Trotzdem musste er die Augen verdrehen als er ihm mal wieder eine Standpauke über seine Hausaufgaben erteilte. Was sollte das? Er wollte keine Hausaufgaben machen, nur um wieder stundenlang vor seinem Schreibtisch zu sitzen und keine Ahnung zu haben wie er anfangen oder enden sollte. Besonders nicht was Geschichte der Zauberei anging. Eli hatte da gut reden, er war ein Hypergenie und einer der besten aus der Klasse. Er brauchte da ja nicht viel zu lernen, sondern kannte bereits viele Antworten durch die tausenden Bücher wie er verschlang.
„Ich weiß ich weiß, aber ich hab keinen Bock Geschichte zu machen, du weißt wie schlecht ich bin in Geschichtsanalysen, ich krieg das einfach nicht hin! Kannst du mir da vielleicht morgen oder so nochmal helfen? Nur beim Mittelteil…biiiiiiitteeee.“ Bettelte er und blinzelte dabei zusätzlich mit den Augen. Seine Note in Geschichte hielt sich immer im Durchschnittsbereich, leider war das nicht sein Verdienst sondern eher der von Eli. Er hatte ihm schon so oft bei seinen Analysen geholfen, dass es AJ wunderte, dass Professor Kirkwood noch keinen Verdacht geschöpft hatte. Andererseits kannte Eli, Ajs Schreibstil sehr genau und wusste was er eintragen konnte und was nicht.

Nachdem sie eine Weile schweigend nebeneinander hergingen und übers Wochenende sprachen, grinste AJ bei der Reaktion auf die angebliche Bestechung. Obwohl….das war keine ANGEBLICHE Bestechung, es war EINE Bestechung!  Elis Schwäche für Süßigkeiten war beinahe schon legendär und diese nutzte AJ um ihn zu verführen mitzukommen.  Besonders wenn er einen ganz speziellen Laden erwähnte von dem Eli wusste, welche Köstlichkeiten sich dort drin verbargen.
Vor kurzem hatten die Teigbällchen mit einem frischen Schokoladenguss oben drauf. Braungebrannt und mit Karamel im inneren waren sie mithin der Kassenschlager seit über drei Jahren. Die besten Süßigkeiten der Welt.
„Naja wenn die Bestechung funktioniert“ sagte er grinsend, „ außerdem haben die jetzt  Teigbällchen mit warmen frisch glasiertem Schokoguss oben drauf und Karamel im inneren. Die sollen so gut sein dass sie nur noch diese Woche im Angebot sind.“ Erklärte AJ,  „Stell dir doch mal vor ich kaufe dir davon eine Tüte und du isst eines dieser leckeren Bällchen, warm aus dem Ofen, die Schokolade noch ein wenig flüssig, wie du ganz leidenschaftlich hineinbeißt. Du kannst mir doch nicht erzählen, dass du das ausschlagen würdest oder?“ langsam näherte sich AJ, Elis Ohr und flüstete leise,
„ Ich hab gehört die tun da auch gerne Kaffee-Sahne Mischungen rein. Die sollen ein absoluter Hit sein.“ , ihm ins Ohr hauchend entfernte er sich langsam wieder und sah ihn mit großen Augen an. „Also ich kauf dir welche, aber nur wenn du mit mir kommst.“
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Nôel Eliot Sulivan
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BeitragThema: Re: FREUNDeSCHAF(F)T   So 26 Jun 2016 - 21:39

Ich hatte die Härte in seinen Augen sehr wohl bemerkt, die sich über sein Gesicht legte wie ein Schatten und das brachte mich zu einem ehrlichen Lächeln. AJ war noch nie ein Mensch, der etwas Schlechtes auf seine Freunde und auf seine Familie kommen ließ. Einer der Gründe warum ich in seiner Gegenwart meistens befreit war von jeder Art der Anfeindung meiner Mitschüler. Niemand schien sich mehr zu trauen mich vor seinen Augen anzupöbeln oder zu bedrohen, auch wenn es hinter seinem Rücken noch ab und an passierte. Aber auch das behielt ich meistens für mich und redete mich schnell heraus, wenn unsere Gespräche in diese Richtung abglitten.
Dennoch, egal wie mutig und edelmütig ich diese Eigenart meines Freundes fand, hatte sie etwas an sich, das ich nicht verstehen konnte. Die Menschen, die er da verteidigte – mal von einer leiblichen Familie abgesehen, die wir beide nicht besaßen – waren Fremde. Er konnte sie nicht einschätzen, sondern sich nur blind darauf verlassen, das sie Wort hielten. Mehr nicht.
Es war ein Drahtseilakt, den er sich nicht einmal vorstellen konnte und der alles übertraf an das er glaubte.

Ich hasse alle Menschen, weil sie hässlicher als hässlich sind und viel zu gerne lachen – weil sie aus den schönsten Dingen, nichts als Fressen für die Säue machen, weil sie alles herzen, küssen, schmecken, einverleiben müssen, rezitierte die Eisstimme weit hinten in seinem Kopf und ließ ihn leicht erschaudern.

„Ich habe bis jetzt immer alles alleine geschafft“, erwiderte er ernst. „Und ich habe weiß Merlin schon mehr geschafft, als die Hälfte der verzogenen Schüler hier, also denke ich nicht, dass wir darüber diskutieren müssen. Außerdem wollte ich damit nur sagen, dass man nicht jedem Menschen einfach so vertrauen sollte.“

...weil sie Schimmelpilzen ähnlich nur aus faulen Boden sprießen…

Ich presste die Lippen zusammen und versuchte mich von der Stimme abzulenken, die wie durch Wasser zu mir empor drang, noch war die Kälte kaum spürbar. Noch hatte sie nur den äußeren Rand erreicht, doch ich wusste, dass wenn ich sie gewähren ließ, sie mit ebensolcher Brutalität hervorbrechen würde, wie die Worte es immer wieder taten. Um mich abzulenken musterte ich das Seitenprofil meines besten Freundes und stellte fest, dass sein Lächeln ein wenig tiefer hing als üblich. Es wirkte aufgesetzt… ob es nur durch diesen provozierenden Vergleich war oder ob es noch etwas anderes gab, was ihn bedrückte konnte ich nicht sagen.
Ein warmes Gefühl der Zärtlichkeit stimmte mich friedlich und ließ es zu, dass ich hingegen meiner üblichen Gewohnheiten seine Hand, deren Arm noch auf meiner Schulter ruhte, packte. Der Hautkontakt fühlte sich gut und merkwürdig kribbelnd an.
„Ein Spaziergang klingt gut…“, sagte ich und lächelte ihn sanft an.

Um Himmels willen, setz dich bloß auf keinen Besen!, hörte ich die leise Stimme meines Inneren und für einen Moment befand ich mich wieder in dem gläsernen Kasten.
(KOMM SCHON DU VERDAMMTER HOSENSCHEIßER! SPRING ENDLICH, ODER WILLST DU DAS ER STIRBT!??)

Ein Ruck fuhr durch meinen Körper und nur der Arm um meiner Schulter und der Geruch von AJ konnten mich in der Wirklichkeit festhalten. Trotzdem sah ich für einen Moment das Gesicht meines damaligen Freundes aus der Vogelperspektive und das liebe Lächeln, das er mir schenkte.
„Ich… ich-…“, stotterte ich noch völlig aus dem Konzept gebracht. „Würde auch gerne die Bücher sehen, die du mir zeigen willst, wenn wir wieder zurückkommen.“
So unauffällig wie möglich lehnte ich mich etwas näher an ihn um den Halt der Realität nicht zu verlieren und wieder etwas mehr zur Ruhe zu kommen. Meine Gedanken hörten schon bald wieder auf zu rotieren und konnten sich den Gesprächsthemen wieder zuwenden, die gerade anstanden.
Auch wenn sie mir nicht gerade gefielen.
Ohne Gegenwehr ließ ich mich zurück in seine Arme ziehen und schwieg über den letzten Satz.
Ein Spaß, ja genau! Genauso wie es auch alles nur ein Spaß war, wenn er und diese aufgetakelten Tussis ineinander krochen und sich irgendwelchen Bullshit ins Ohr hauchten. Trotzdem äußerte ich mich nicht mehr dazu, denn ich wusste sehr wohl wie AJ darüber dachte. Auch wenn wir beste Freunde waren teilten wir nicht die gleiche Lebenseinstellung und auch wenn wir Freunde waren, sah ich nicht ein ihn eines Besseren zu belehren, das war noch nie meine Art gewesen. Irgendwann würde er verstehen was ich daran auszusetzen hatte… irgendwann…
Sicher nicht von heute auf morgen, aber mir machte es nichts aus noch länger zu warten – ich war es zu sehr gewöhnt zu warten und ich konnte ja in seinen Armen auf die Erleuchtung harren, die er bekommen würde. Früher oder später.
„Gehst du jetzt schon dazu über mich gleich nach der Aufgabenstellung anzubetteln?“, meinte ich erstaunt. „Du hast dir doch sicher nicht einmal die Aufgabe genau angeschaut wie ich dich kenne, also warte doch erst einmal ab, vielleicht kannst du es selber schreiben.“
Ich erschauderte, als er mir so nahe kam und eine dicke Gänsehaut kroch über meinen Rücken. Ein leichtes Summen stellte sich in meinen Kopf ein und ich musste mich zusammenreißen um nicht hektisch nach Luft zu schnappen. Was machte er denn nur mit mir?!
Als  AJ sich von meiner empfindlichen Stelle entfernte, ohne zu wissen was er da angerichtet hatte, grub ich meine Finger in meinen Umhang fest und nickte.
„Ich… würde… auch so mit dir weggehen“, hauchte ich leise ohne den anderen dabei anzusehen. Gerade fühlte ich mich wie ein pubertierendes Teenagermädchen und wenn mich nicht alles täuschte waren sogar meine Wangen ein wenig gerötet, also würde ich ihn sicher nicht ansehen!! Ein liebevolles Lächeln breitete sich über meinen Lippen aus, wurde aber kurz darauf wieder von einem weiteren Gedanken erschüttert, der ohne sein Zutun durch seinen Kopf schoss.

Wenn er dich überhaupt dabei haben will, nicht wahr?

Plötzlich wurde mir der Zusammenhang des Gespräches bewusst und das Glück über die liebe Einladung erhielt einen bitteren Nachgeschmack, den ich auf meiner Zunge spüren konnte. Mein Lächeln rutschte ab, als ich etwas sagte, das mir selber zutiefst wehtat.
„Aber ich denke, es wäre besser wenn du mit deinen Freunden dorthin gehst, dann hätte ich wenigstens nicht das Gefühl du würdest es tun, weil du mich bemitleidest…“, sagte ich nüchtern und versuchte die Kälte zu unterdrücken die mit ihren gierigen Fingern nach mir griff. „Du kannst mir dann ja erzählen wie es war.“
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BeitragThema: Re: FREUNDeSCHAF(F)T   Mo 27 Jun 2016 - 16:33

Ein lautes "paaah" entglitt AJ als er diese misantropischen Worte von Eli vernahm. Was war die Alternative? Was dachte er sich eigentlich? Glaubte er allen ernstes nur wir sie beide eine schlechte Vergangenheit mit Menschen hatten würde sie jetzt jeder andere Mensch genauso behandeln? UNFUG!!! Die Vorurteile seines besten Freundes erschraken ihn ein wenig, sie ließen sein Gesicht wieder ein Stück ernster werden und wenn er nicht genau wüsste, dass Eli niemals sich als etwas besseres darstellen würde, hätte er seine Worte eben falsch interpretiert. Was sollte das heißen, er hätte schon mehr geschafft als die meisten VERZOGENEN Schüler hier? Glaubte er ernsthaft an seine Worte oder war das nur so dahingesagt? Aj konnte echt nicht glauben was er da hörte und überlegte noch im selben Augenblick ob er ihm einen gekonnten Seitenhieb verpassen sollte, damit er wieder zurück auf den Teppich kam.
"Verzogene Schüler? Pff...wir sollten darüber nicht diskutieren. Lass uns über was schöneres reden."
sagte AJ innerlich aufgewühlt und doch lächelnd. Er wollte nicht das Eli ging also biss er sich auf die Zunge und verkniff sich weitere Worte die ihm noch im Kopf herumschwirrten. Es hatte doch sowieso keinen Sinn mit ihm darüber zu reden, er wollte niemandem vertrauen. Für ihn waren doch sowieso alle böse Menschen die ihm ein Leid zufügen wollten und nur darauf warteten ihn zu hintergehen, zu belügen und zu betrügen. Manchmal konnte diese Einstellung echt anstrengend sein aber wahrscheinlich beruhte das auf Gegenseitigkeit. Daher schluckte er seinen Ärger und alles andere wieder herunter und wechselte so schnell er konnte das Thema.

"Ist der sich überhaupt im Klaren was er da sagt? Pffff was meint er denn mit verzogen? Nur weil andere ihr Leben genießen und sich nicht im Wald mit Büchern verstecken und sich vonder Welt abschotten, heißt das nicht das sie nichts tun. Ja ja du hast mehr geschafft, ja ne is klar! Nur weil du niemandem vertraust muss das nicht heißen das alle Menschen schlecht sind! Aber irgendwann wirst du noch einsehen, dass das alles nicht wahr ist was du dir da zusammenreimst. Im Grunde....tust du das doch nur um vor dir selbst zu rechtfertigen, wieso du alleine bist!" dachte er und es kostete ihn eine ganze Menge Kraft diese Worte nicht auszusprechen. Aber zumindest denken musste er sie , weil er sonst in diesem Augenblick ziemlich an die Decke gegangen wäre und seine Hand sich in seiner Hosentasche vergrub um seine wahre emotionale Lage zu verdecken.

Nachdem Eli einen gemeinsamen Spaziergang abgesegnet hatte gingen sie in Richtung Ausgang um über den Trampelpfad in Richtung verbotener Wald zu wandern. Er wollte Eli eine vertraute Atmosphäre bieten und legte dementsprechend einen Arm um ihn, drückte ihn beim gehen etwas an sich und lächelte über beide Ohren als er Interesse an AJs Büchern bekundete.

"Stimmt Eli weiß noch gar nichts von meinen neuen Lieblingsbüchern! Das muss ich ihm ja noch erzählen!"

Das Grinsen wurde strahlender und jetzt wo er bemerkte das Eli sich dafür interessierte konnte er das Geheimnis nicht mehr länger für sich bewahren. "Ich habe eine  neue Sorte von Büchern, die ich am liebsten lesen, die Jules Verne Romane." prahlte er stolz, "ich finde diese Romane einfach göttlich. Sie sind so abenteuerlich und wenn man sie liest glaubt man, man ist selbst in dieser Welt." fügte er grinsend hinzu.
"Du weißt ja, ich bin kein schneller Leser aber ich habe die letzten zwei Abende lang nichts anderes getan als dieses eine Buch von Jules Verne zu lesen, nur schade das ich damit durch bin. ich muss mir unbedingt weitere Bücher ausleihen." , erzählte er stolz auf dem Weg nach draußen.
"Kennst du die Bücher überhaupt?", fragte er nachdem er erstmal realisierte das er Eli hier zu redete ohne dabei überhaupt zu wissen ob er überhaupt einer dieser Geschichten überhaupt schon mal gelesen hatte. Aber warum fragte er überhaupt? Gab es eigentlich irgendein Buch das Eli nicht kannte? Er war ein hochgradiges Wissens-Genie wieso also sollte er ausgerechnet so berühmte Werke nicht kennen? AJ schüttelte den Kopf bei  diesen Gedankengängen und wartete einfach gespannt die Antwort seines Freundes ab.
Während sie nebeneinanderher gingen spürte AJ jedoch irgendetwas, es war mehr wie eine Art Welle, die ihm signalisierte das irgendetwas nicht zu stimmen schien. Eli verhielt sich für wenige Augenblicke so still und ungewöhnlich ruhig, beinahe so wie wenn er irgendwo im Wald hockte und über etwas sehr angestrengt nachdachte. Meistens bedeutete das jedoch nichts Gutes. Prompt legte er den Gedanken beiseite, weil er glaubte sich das einbilden zu müssen. Andererseits...Eli sprach auch nie über Dinge die ihn bedrückten, was für AJ schon immer ein lästiges Problem innerhalb ihrer Freundschaft darstellte.

Um sich von dem Gedanken daher abzulenken und nicht weiter darauf einzugehen, wechselte er das Thema zu seinen Geschichtshausaufgaben wo Eli ihn mal wieder mit seinen Ausflüchten quälte.

"Du weißt doch ganz genau das ich Geschichtsanalysen und Interpretationen noch nie wirklich gut hinbekommen habe! Wieso musst du mir diese lästige Fragerei jetzt auch noch so schwer machen?" fragte er sich in Gedanken und sah kurz zu Eli herüber, ehe er ein leises Seufzen von sich gab.

"Du weißt doch wie das ist mit mir und Geschichte. ich kann das Fach, den Lehrer und seine Aufgaben nicht ausstehen. Ich kriege die nie richtig hin und wenn ich dann mal eine abgebe heißt es immer: Mr. Landon ihre Interpretation ist weit hergeholt oder Mister Landon das akzeptiere ich so nicht, dass ist der reinste Schund!" äffte er den Professor auf seine lustige Art und Weise mit einer großen Spur Sarkasmus in der Stimme nach.
"Komm schon hilf mir...biiiiitteeee...du bist doch einer der besten Schüler in unserem Jahrgang da wirst du doch wohl, es schaffen mir ein wenig, nur ein klitzelklein wenig zu helfen." sagte er und furchtelte mit der Hand ein wenig herum und zeigte ihm die Größte der Hilfe mit Zeigefinger und Daumen. Was erwartete er? Er hatte keinen Bock stundenlang davor zu sitzen auf die Uhr zu starren und dann in Gedanken darüber zu verfallen was er gleich tun sollte. Aber genau wie er seine Taktik - bestehend aus Betteln und einem Dackelblick- schon häufiger für seine Hausaufgaben einsetzte, setzte er dieselbe auch ein wenn es darum ging Eli dazu zu überreden mit ihm irgendwo hinzugehen, sei es Hogsmead, der Raum der Wünsche oder sonst irgendein Ort. Meistens funktionierte das, aber dieses Mal war er um einiges schwerer zu knacken, daher musste er mit einem kleinem Bestechungsversuch nachhelfen.

Aber gerade als er siegessicher lächelte und glaubte ihn auf seiner Seite zu haben, schien sich das Blatt von jetzt auf gleich zu ändern. Elis Lächeln verschwand und als wäre er ein Gefühlsakrobat tauchte plötzlich wieder dieses nagende Gefühl anscheinend in ihm auf, zumindest hörte man es aus den nachfolgenden Worten heraus. Mit einem Mal zog AJ seinen Arm weg und blieb mit einem eher ernsteren Gesichtsausdruck mitten auf dem Weg stehen. Seine Augen funkelten und alles an ihm spannte sich an.

"BEMITLEIDEN?!!!! WILLST DU MICH VERARSCHEN?? ICH BESTECHE DICH UND DU HÄLST MIR VOR DICH AUS MITLEID MITZUNEHMEN WAS DENKST DU DIR ??? ARRG" in Gedanken regte er sich ziemlich heftig auf, seine impulsive Ader drohte durchzudringen, denn beim besten Willen raffte er nicht was diese plötzliche Unterstellung sollte. Wie versteinert blieb er stehen und hielt Eli am Arm fest damit auch er stehen blieb und nicht die Chance hatte einfach so weiterzugehen.

"Was zur..." er zögerte und sah ihn für einige Augenblicke ziemlich enttäuscht an."Sag mal was geht bei dir da oben im Kopf vor? Wieso unterstellst du mir, dass ich dich aus Mitleid mitnehme hä? Hab ich das mit einem Wort gesagt? "

"Warum musst du in den Worten anderer immer was Negatives sehen? GRRR du treibst mich zur Weißglut kleiner!" dachte er Zähne knirschend. Doch er versuchte sich zusammenzureißen und ihm nicht genau das entgegenzuschleudern was ihm gerade auf der Zunge lag. ERNEUT!

"Eli...ich dachte, ich lade dich ein damit wir etwas ZEIT miteinander verbringen! Glaubst du echt, ich würde dich nur mitnehmen weil ich dich bemitleide? NEIN! Wir sind beste Freunde, ich glaube da ist es normal wenn man zusammen was unternimmt oder? Also, wenn dich nichts anderes davon abhält und du wirklich Lust darauf hast, dann komm mit mir aber wenn du sagst du hast keinen Bock dann bleib hier! Ist es so schwer zu glauben, dass ich gerne Zeit mit dir verbringe? Glaubst du, ich würde dich mit Süßigkeiten bestechen, wenn ich dich nur aus Mitleid mitschleifen würde? Ganz bestimmt nicht. Ich besteche dich damit, weil du sie gern hast und ich dir eine Freude bereiten will. Grr. Also kommst du mit?" fragte er mit einem plötzlich wieder auftretendem sanftmütigen Lächeln im Gesicht, dass Eli für seine Worte zwar nicht verdiente aber trotzdem bekam. AJ war einfach nicht der Typ der große Lust hatte sich mit ihm über irgendetwas zu streiten. Daher entspannte er sich wieder und legte den Arm um Eli um weiter mit ihm spazieren zu gehen, in der Hoffnung, dass er JA sagte. Dennoch war er innerlich durch Eli aufgewühlt, ließ sich das aber keinesfalls anmerken.
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Nôel Eliot Sulivan
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BeitragThema: Re: FREUNDeSCHAF(F)T   Mi 29 Jun 2016 - 18:17

„Ganz wie du meinst...“, sagte ich widerstandslos und ließ AJ mit seinen Gedanken allein. Der Druck seiner Hand und die Spannung seiner Muskeln sagten mir genug, aber auch ich fand es nicht klug an diesem Tag einen Streit vom Zaun zu brechen. Immerhin war ich eh schon merkwürdig drauf.

Ja, genau, lass ihn weglaufen! Wie immer! Darin seid ihr beide große Meister, nicht wahr? Und immerhin ist er in diesem Punkt noch erbärmlicher als du mit seinem vorgeheuchelten, lächerlichen Grinsen, nicht wahr? Wie gerne würde ich es ihm einmal aus dem Gesicht fegen indem ich ihm die Narben zeige, die er auf unseren Körper hinterlassen hat, meinst du nicht auch? Dieser heuchelnde Witzbold –

Mit Mühe und Not schaffte ich die Stimme zum Schweigen zu bringen und mit einem gewaltigen Ruck aus meinem Bewusstsein zu reißen. Dabei zuckte ich selber kaum merklich zusammen und dachte an meinen besten Freund, der sich tränenüberströmt bei mir entschuldigt hatte. Immer und immer wieder, während er mich anflehte nicht zu gehen und die blutenden Wunde mit seinen bloßen Händen bedeckte, ehe jemand anderes zu Hilfe kam. Niemals würde ich es mir verzeihen, wenn ich ihn erneut mit dieser schrecklichen Sache konfrontieren würde, egal ob es aus Wut geschah. Er konnte nichts dafür…
Das konnte niemand außer diesen Männern.
Als ich ihn schweigend hinausfolgte, geschützt durch seinen Arm, der die Blicke und spitzen Bemerkungen von mir abprallen ließ, konnte ich die Schule endlich wieder einmal neutral betrachten. Die meisten Schüler hielten sich zurück, wenn AJ bei mir war, weil viele ihn respektierten oder mochten. Meistens machte es nur Slytherins gerade Spaß unsere Nähe zu verspotten und AJ gegen sich aufzubringen. Seine Anwesenheit brachte mir meistens jedoch nur Ruhe und Ausgeglichenheit, einer der Gründe warum ich mich sehr oft nach seiner Präsenz sehnte.

Aber nicht der einzige, nicht war LiLi? Immerhin handelt jeder deiner feuchte Träume von ihm!

Dieser Gedanke war alleine schon grotesk an sich, jedoch leider nicht abzustreiten. Ich hatte eine ganze Weile gebraucht um mir einzugestehen was es zu bedeuten hatte, dass ich nur AJ soweit in mein Leben ließ, das es nur sein Arm war, der in mir so einen gewaltigen Sturm auslöste und warum er es in beinah jeden meiner Träume schaffte. Das erste Mal, als ich diese ganz speziellen Träume von ihm bekam, hatte ich ihn den ganzen Tag nicht ansehen können – was auffälliger kaum hätte sein können – ohne an seinen Körper –
ARGH!
Mit einigem Kraftaufwand schob ich die Gedanken beiseite, doch ganz so einfach ließen sie sich nicht verscheuchen.
Bevor diese Träume kam, habe ich den Verdacht oft damit abgetan, dass es keine richtige Liebe, sondern einfach Abhängigkeit sei – was in keinem Fall deutlich besser sondern um einiges Schlimmer gewesen wäre. Immerhin kannte ich ihn nicht nur mein halbes Leben lang, sondern er hatte mir auch mehr als einmal eben jenes Leben gerettet… dennoch hörten die Gefühle mit jener Gewissheit nicht auf. Im Gegenteil, sie wurden nur immer stärker.
Kurz blickte ich auf und musterte sein Profil mit dem altbekannten Lächeln darauf. Jetzt war es eindeutiger… ich war verliebt.
Belustigt von der offensichtlichen Begeisterung nickte ich. „Ich mag >Die geheimnisvolle Insel< und >20 000 Meilen unter dem Meer< sehr gerne…“ Das es eher selten war, dass AJ sich für Bücher so dermaßen begeistern konnte (das hieß nicht, dass er nicht las nur leider nur das was ihn interessiert), lenkte ich sofort ein. „Du kannst mir bei Gelegenheit ja mal zeigen, welcher von den Romanen dir am besten gefällt und was daran.“
Ich wusste, dass es unnötig war, immerhin hatte ich die meisten Bücher dort schon gelesen, vor allem in der Ecke die nicht Sachlich war, aber ich habe schon immer AJs Stimme gemocht, wenn er vorlas. Das war schon so, als wir uns noch ein kleines Zimmer hatten teilen müssen. Meistens hat er diese Schwäche benutzt um mich von Schmerzen oder Krankheit abzulenken und mir Geschichten (damals hatten wir keine Bücher) und Anekdoten erzählt.
„Ich helfe dir unter der Bedingung, das du es wirklich gleich morgen erledigst“, meinte ich und schnaubte leise. Wie konnte man nur eine so einfache Aufgabe so überdramatisieren. „Dann kannst du den Rest der Woche von Geschichte freinehmen, aber dieses Mal bist du es, der über fünfzig Prozent deiner Aufgabe schreibt, sonst lernst du es nie!!“ Ich konnte mir die Erheiterung in der Stimme wirklich nicht mehr verkneifen. Manchmal konnte dieser große Junge wie ein Kleinkind sein.
Und doch war er immerhin mein bester Freund, der schon mehr als einmal für mich in die Bresche gesprungen war. Würde ich nicht wissen, dass er sich damit nur selber betrog und frühsten bei Arbeiten und spätestens bei den ZAGs den Kürzeren ziehen würde, hätte ich jede Hausaufgabe ohne jeden Widerstand für ihn gemacht.
Die Gedanken jedoch, die dann aus mir herausplatzten, ohne dass ich wusste woher sie eigentlich kamen, kippten die Situation, die sich gerade wieder entspannt hatte noch einmal vollkommen. Ich sah auf, als mir der Arm, der für mich so viel Schutz und Wärme bedeutete weggerissen wurde. Die dunklen Augen meines Freundes, die mich geschockt ansahen, brachten mir einen stechenden Schmerz des schlechten Gewissens ein und doch… da war nicht nur der Schock. Tiefer, viel tiefer, lag noch etwas anderes und ich sah die Veränderung in dem Gesicht des Gryffindor, die für jeden anderen das Aus bedeutet hätte, ich jedoch wurde nur mit scharfen Worten bedacht. Sie waren nicht wütend oder verletzend, eher mahnend und enttäuscht und ich spürte erneut ein Stich nahe dem Herzen.
Und auch wenn AJ mir seinen Arm zurückgab und ein sanftes, aber unecht wirkendes Lächeln schenkte, wusste ich wie es in ihm aussah. Nein, eigentlich nicht es war nur so ein Gefühl, aber ich wusste wie es mir gehen würde, wenn er mir so etwas unterstellt hätte.
(Kruzifix…)
Ich schüttelte den Kopf und machte einen seitlichen Schritt um ihn den Weg zu versperren und noch einmal sein Gesicht zu studieren. „Ich habe nicht gesagt, dass es so ist, Jeremy. Ich habe gesagt, dass es sich so anfühlt.“ Wann hatte ich ihn das letzte Mal so genannt? „Hast du nur die leiseste Ahnung wie es ist selbst dort angestarrt zu werden, als wäre ich die größte Attraktion im Zirkus, während ich mit dir unterwegs bin?“ Das bezweifelte ich stark, immerhin war AJ beliebt. Ich senkte meinen Blick, damit er den tiefen Schmerz nicht sah, der durch meine Augen hin durchzog. „Ich verbringe gerne Zeit mit dir… immer… aber manchmal – ich habe einfach nicht das Gefühl, dass diese Ausflüge nicht schön für dich sein können, wenn du dich vor allen und jeden rechtfertigen musst wen du in Begleitung hast… es ist nicht einfach verstehst du? Und deswegen… deswegen fühlt es sich manchmal so an.“
Erneut sah ich in die schönen, braunen Augen und versuchte ein Lächeln, das mehr als missglückt aussehen musste. „Es tut mir Leid, dass ich heute so unausstehlich bin. Ich wollte dich nicht aufregen…- verzeih.“
Auch wenn sie grundverschieden waren und sich in mehreren Hinsichten wohl niemals einigen konnten, bestand das Band, dass sie vor Jahren aufgebaut hatten noch immer. Dieses starke und sehr emotionsbeladene Band sagte mir jetzt, dass etwas nicht stimmte. Ich wusste nicht was genau es war und ich wusste nicht was genau in den Kopf meines Freundes vor sich ging, aber ich wusste, dass ich etwas wiedergutzumachen hatte.
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BeitragThema: Re: FREUNDeSCHAF(F)T   Fr 1 Jul 2016 - 18:53

"Gern" erwiderte AJ mit einem sanften zufriedenem Lächeln, als Eli ebenso Interesse an den Romanen von Jules Verne bekundete und von ihm hören wollte, was er am besten fand. Im Allgemeinen hatten Eli und AJ eigentlich kaum irgendwelche gemeinsamen Hobbys, während Eli gerne im Wald verschwand und stundenlang auf nur einem Fleck saß, brauchte AJ Action. Er trieb sich in dieser zeit meist mit Freunden  im Schloss herum oder trainierte für die Quidditchspiele in diesem Jahr. Auch was Bücher betraf hatten sie nur wenige Gemeinsamkeiten, weil AJ meistens die Sachbücher geschickt umging und sich direkt zu seinen Romanen gesellte. Wenn er das Ende von einem Buch wissen wollte, musste er eigentlich nur Eli fragen, die meisten hatte er gelesen. Supergenie eben. So schnell machte ihm das keiner nach, trotzdem fragte sich AJ oft, ob sein Gehirn nicht einfach nur überladen war mit zu vielen Informationen.
Die wenigen Hobbys die sie miteinander teilten, wie Schachspielen oder Spazieren gehen, waren dafür umso mehr wert und umso Zeit intensiver als der Rest von dem was sie so ziemlich alleine taten. Vor allem deswegen war es eine große Freude und eine Premiere für den großen Gryffindor, dass sie einmal dieselbe Leidenschaft für ein und dasselbe Buch teilten Wahrscheinlich kannte Eli die Romane schon auswendig, aber das war AJ egal, für ihn waren sie wie Neuland und daher umso aufregender. Innerlich freute er sich, dass sie endlich wieder etwas hatten was sie verband, worüber sie sich leidenschaftlich austauschen konnten. Etwas das sie teilten und wo sie eine Menge Spaß rein investieren konnten und wer weiß, vielleicht konnte Eli ihn ja noch zu ein paar anderen Romanen verführen.

An diesem Tag schien ihm das Glück geradeso vom Himmel zu zukommen, denn nicht nur das sie eine neue Gemeinsamkeit besaßen, nun stimmte Eli ihm auch noch zu, ihm beiden Geschichtshausaufgaben zu helfen. Mit großen Augen sah AJ den kleinen Eli an und blinzelte mehrfach mit den Augenlidern. Auch wenn er eine große Bedingung dafür erfüllen musste und über die Hälfte der Aufgabe selbst zu erledigen hatte, war es dennoch ein mehr als faires Angebot von ihm. In diesem Augenblick war er ihm so dankbar, dass er sich nicht zurückhalten konnte Eli zu umarmen. Er machte ihn so glücklich mit seinen Worten, dass er das gar nicht in Worten ausdrücken konnte, auch wenn es für AJ mehr Arbeit bedeutete, war Elis Hilfe schon mehr als genug für den jungen Gryffindor um wenigstens halbwegs eine bescheidene Note zu kriegen. Zumindest rettete ihn das vor dem Hausarrest in den Ferien.
"Danke Mann! Du bist echt der beste Freund den man sich nur wünschen kann, du hast was gut bei mir. Versprochen!"  sagte AJ mit einem großen Grinsen im Gesicht und löste sich langsam von Eli, ehe er seinen Arm um ihn legte und weiter den Weg entlang ging in Richtung Wald.

Alles war perfekt und AJ dachte wirklich, dass jetzt nichts mehr die Stimmung kippen könnte, bis...
bis Eli DIESEN einen Satz aussprach der AJ innerlich zum überkochen brachte. Sofort entzog er ihm den Arm und blieb mit einem Gesicht, wie ein wütender Stier stehen. Hätte er in diesem Augenblick noch Hörner auf dem Kopf gehabt, wäre er wohl auf Eli zu gerannt. Sofort spürte man wie das Thermometer von warm auf eiskalt herunter sank und die Stimmung gen Nullpunkt brachte. Was dachte er sich dabei?! Er kannte AJ nun schon seit frühester Kindheit und hätte eigentlich wissen müssen, das er sowas nicht aus Mitleid sondern aus reiner Freundschaft tut. Wieso sollte er das vorheucheln? Jede Menge Fragen und wütende spitze Kommentare zogen durch seinen Kopf und er musste sich wirklich zusammenreißen nicht all das auszusprechen was er gerade dachte.
Leider waren sie sich in dieser Situation nur allzu ähnlich. Denn sie verband eine eher negative Gemeinsamkeit die sich zwischen ihnen irgendwie eingebürgert hatte. Sie verstanden es BEIDE eine wunderschöne Atmosphäre in die tiefsten Minusgrade stürzen zu lassen und mit einem Mal die ganze Stimmung zu ruinieren.

Für einen Moment blieb AJ wirklich wütend stehen und fokussierte Eli wie einen Verbrecher den er schon die ganze Zeit jagte. Seine Augen beobachteten jede Bewegung, jede Reaktion die er zeigte und so sehr er sich auch darum bemühte, hielt er ihm lautstark eine Standpauke. Aber als Eli plötzlich begann sich zu erklären, wurden AJs Blicke mit einem Mal verständnisvoller und seine ganze Haltung entspannte sich wieder. Plötzlich stand die Situation für ihn in einem ganz anderem Licht. Trotzdem blieb ernst und ging langsam nun auf Eli zu und legte einen Arm um ihn. Sein Gesicht war aufgehellt, auch wenn kein strahlendes Lächeln zu sehen war, konnte man ihm zumindest ansehen, dass er über Elis Worte nachdachte.

"Ich  denke mal, wenn man überall so angestarrt wird, fühlt man sich ziemlich scheiße und fehl am Platze hm? Ja, dass kann ich verstehen. Wie lange geht das schon so mit den Leuten? Also das sie dich anstarren. Kennen sie dich überhaupt?" fragte er mit einem leisen Seufzen. Wie könnte er Eli bei dieser plausiblen Erklärung noch einen Vorwurf machen? In so einer Situation würde sich wohl jeder ziemlich unwohl fühlen. Das was Eli ihm da erklärte ergab für ihn Sinn und jetzt begriff endlich wieso er sich gerade eben versuchte aus der Sache mit Hogsmead herauszureden.
Ein sanftes Lächeln zog ohne Vorwarnung über seine Lippen und er stoppte abermals seinen Gang und stellte sich Eli in den Weg, sodass auch er stehen bleiben musste.

"Ich sage dir jetzt mal was." dabei legte er beide Hände auf seine Schultern und sah ihm dabei tief in die Augen.
"Ich rechtfertige mich vor niemandem mit wem ich wohin gehe. Du bist mein bester Freund und das hat jeder zu akzeptieren, denn ändern kann es niemand! Mir ist egal was die Leute sagen, du bist mein engster Vertrauter Eli und ich würde dich niemals wegen dem Geschwätz der Leute von mir stoßen. Dafür mag ich dich viel zu sehr und dafür bist du mir viel zu wichtig. Von mir sollen sie mir nachsagen was sie wollen, wenn das bedeutet, dass wir beide was miteinander unternehmen, soll es mir recht sein. Wer das nicht akzeptieren kann hat Pech gehabt, mit solchen Menschen möchte ich auch nicht befreundet sein. " erklärte er ihm und streichelte Eli sanft mit einer Hand durchs Haar.
"Du bist zwar der intelligenteste Schüler der Fünfer aber von meinen Gefühlen musst du noch ne Menge lernen. Eli...ich mag unsere Ausflüge sehr! Ich will Zeit mit dir alleine verbringen, wenn ich dich auf sowas einlade wie ein Butterbier, dann versuche ich dich doch nur in meine Welt reinzulassen. Weißt du wieso? Weil ich dich sehr gern hab und ich dich niemals verlieren möchte." fuhr er fort und lächelte Eli verständnisvoll an.
"Pass auf, ich mach dir ein Angebot, lass uns hier etwas machen und Hogsmead erstmal vergessen. Ich möchte dich nicht irgendwo mit hinnehmen wo du dich offensichtlich unwohl fühlst. Also wenn es dir lieber ist, machen wir etwas auf dem Gelände hier oder gehen in den Wald und besorgen uns Essen von den Hauselfen, irgendwas in diese Richtung. Und ja das meine alles sehr ernst." , fügte er hinzu und löste sich im selben Atemzug von Elis Schultern, ehe er ihm den arm um die Schulter legte und weiterging.

"Mach dir nicht soviele Gedanken...ok? Du bist und warst mir niemals peinlich. Niemals!" versicherte AJ ihm und zuckte mit den Schultern, "du bist nicht unaustehlich...ich glaube das würde jeden irgendwo belasten, tut mir Leid das ich so scharf reagiert hab." , es kam tatsächlich selten vor, dass sie sich so schnell von einem Konflikt erholten wie bei diesem Mal, vielleicht lag es daran, dass AJ die Gründe für das merkwürdige Verhalten seines besten Freundes sofort nachvollziehen konnte. Jedenfalls war der große Gryffindor ziemlich glücklich darüber, dass Eli sich ihm geöffnet hatte und ihm direkt erzählte was sein Problem sei. Auch das geschah nicht häufig, zumindest empfand er es so, daher war er froh das Eli es dieses Mal tat.

"Was hälst du davon, wenn du mir auf unserem Spaziergang eines dieser Zauberwesen zeigst, die ich noch nicht kenne und du mir was über sie erzählst? Du weißt doch, ich mag Tiere und so lerne ich auch mal was neues darüber wer sich hier alles so im Wald herumtreibt." sagte er und versuchte damit Eli von seinen schlechten Gedanken abzulenken, unter anderem damit er etwas fröhlicher aussah und nicht die ganze Zeit so betrübt wirkte.
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Nôel Eliot Sulivan
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BeitragThema: Re: FREUNDeSCHAF(F)T   So 3 Jul 2016 - 15:23

Etwas unbeholfen stolperte ich in AJs Arme und musste über diese Überschwänglichkeit lächeln. „Das werte ich dann mal als: Ja, klar machen wir die Aufgaben morgen!“
Auch mir war klar, dass er dies nur tun würde, weil es zur Abmachung meiner Hilfe gehörte und ich wusste auch schon, dass ich es irgendwann nicht mehr ertragen konnte und ihn Tipps geben würde, wenn er nicht weiterkam, eben weil ich so war. Nichts konnte mich davon abbringen ihm zu helfen, wenn ich spürte, dass er schwankte. Und nichts konnte mich davon abbringen dieses Lächeln in sein Gesicht zaubern zu wollen. Ich erwiderte es – nicht annährend so strahlend, aber ebenso glücklich, einfach weil es mich glücklich machte, dass er sich darüber so sehr erfreuen konnte.
Nicht nur das Zugeständnis, auch meine Interesse an seinem neu entdeckten Hobby machten ihn glücklich, auch wenn er sich sicher denken konnte, dass ich die Bücher mehr als einmal gelesen hatte. Ich wusste, dass es ihn freute, wenn wir mehr Gemeinsamkeiten hatten, denn es war immerhin der größte Knackpunkt unserer bisherigen Freundschaft. So sehr wir uns auch vertrauten, so sehr wir uns brauchten und so viel Zeit wir auch miteinander verbrachten, die Jahre hatten uns doch verschieden großwerden lassen. Manchmal hielt ich es für ein kleines Wunder, dass wir immer noch zwei, drei Dinge hatten, die sich überschnitten. Es war mehr Aufwand zu überlegen was man mit dem je anderen machen konnte, ohne ihn aus seinen Gewohnheiten zu reißen und zwangsläufig dafür zu sorgen, dass er sich unwohl fühlte. Doch egal wie schwierig es auch war, ein Blick in AJs lächelndes Gesicht verriet mir, dass er so schnell nicht aufgab, weil er nun eine neue Bestärkung gefunden hatte.
AJ hatte schon als Junge ein dutzend verschiedene Lächeln besessen. Früher habe ich ihn dafür gerügt, wenn er wieder und wieder versuchte über Dinge zu lächeln, die einfach nicht zu belächeln waren, aber das war seine Art. Einfach weglächeln.
Inzwischen – Jahre später, als ich seine Lächeln alle gesehen hatte und die meisten durchschauen konnte, wirkte es gar nicht mehr so auf mich. Dort war ein verletzlicher Mensch, der so sehr das Gute im Leben sehen wollte, dass er sich seine Maske aus reiner Fröhlichkeit aufgebaut hatte. Er hatte einfach, genau wie ich zu viel Mist erlebt. Und dieses Lächeln war es, das ihn aufrecht erhielt und das mich immer aufrechterhalten hatte. Dieses Lächeln, dass man anderen schenkt damit sie sich nicht traurig fühlten, auch wenn man selber bald innerlich zerreißen würde – dieses Lächeln hatte er mir in dem engen Zimmer oft zukommen lassen und auch wenn ich es damals nicht völlig hatte durchschauen können, war mir seine Unechtheit schon da bewusst. So sehr mich dieses Lächeln auch trösten konnte, so sehr habe ich es gehasst. Ich habe es dafür gehasst, dass es ihm so Kraft abverlangte. Kraft, die er kaum hatte und trotzdem nur für mich investierte.
Umso unverzeihlicher ihm diese Dinge zu sagen, obwohl ich genau wusste, dass er alles für mich auf den Kopfstellen würde, alles für mich stehen lassen würde, wenn ich ihn brauchte, egal wie oft er sich dafür rechtfertigen musste. So war er schon immer.
Ich blickte in das wütende Gesicht, während ich meine Erklärung gab und sah wie die Wut mehr und mehr dem Verständnis wich. Sein unbändiger Wille alles für seine Freunde zu tun und jedem so zu nehmen wie er war, diese unbekümmerte Art – er war ein Mensch der seinen Grund zum Leben in anderen Menschen und seiner Freiheit gefunden hatte. Ein Mensch den nichts mehr verletzten konnte, als die Menschen die ihm am nächsten standen.

Probier es doch aus… zeig ihm deine Narben, vernichte ihn ...

Meine Augen blickten in die Tiefen seiner Seele und ich lächelte schwach. „Schon seit dem ersten Jahr…“
Das Verständnis in seinen Augen war für mich kaum erträglich, deswegen wandte ich die meinen ab. Am liebsten hätte ich ihn angeschrien, dass er aufhören sollte so zu schauen, das es alles meine Schuld gewesen war. Ich wollte schreien, dass er es doch einfach wie die anderen machen sollte und mich wegstoßen sollte, dass ich dann nicht ewig darum bangen musste, wann der Moment kam an dem auch er mich als das durchschaute was ich war.

Ein elendes, erbärmlich jammerndes, Teufelskind…

Meine Hände krampften sich zusammen und ich dachte an die erschrockenen blauen Augen, die mich angestarrt hatten. Noch heute hörte ich die Schreie in der Nacht und noch immer spürte ich die Fesseln, die meinen zuckenden Körper gefangenen nahmen. Ich konnte verstehen, warum sie mich hassten. Ich konnte verstehen, warum in der ganzen Schule herumerzählt wurde ich wäre ein Dämon und man sollte mich meiden. Ich konnte nachvollziehen, warum mich die jüngeren Schüler als Mutprobe verfluchten oder mich anfeindeten, auch wenn ich das niemals zugeben würde, ich konnte es sehr gut verstehen.
Schon die Tatsache, dass ich vor der Einschulung in der Schule war und dass ich in einem der Gästezimmer für Personal hauste, hatte viel Aufsehen und viele Gerüchte entfacht. Gerüchte, die sich bis heute unter den Schülern gehalten hatten und mich wahrscheinlich auch mein ganzes Schulleben verfolgen würden, immerhin wurden sie gerne und oft von einem zum anderen gegeben.
Erst die warmen Hände weckten mich aus diesen eiskalten Gedanken und Erinnerungen, deren Ursprung ich genau kannte. Ich sah zu AJ auf – inzwischen waren meine Nägel schon tief in dem Fleisch meiner Handinnenfläche verschwunden. Da war es wieder dieses Lächeln, wenn auch abgewandelt. Die Worte die er sprach, brachten meine Augen wieder dazu zu jucken und ein fester Knoten bildete sich in meiner Kehle. Um zu verhindern, dass er vielleicht ein Tränenfilm sehen konnte, senkte ich meinen Kopf und genoss kurz die Hand in meinen Haaren. Ich wollte diese Worte, ich brauchte sie so sehr und doch war mir klar, dass ich das alles nicht verdient hatte. Das ich ihm nicht antun konnte irgendwann alles zu verlieren, wenn er weiterhin so unüberlegt für mich eintrat, denn genau das tat er und würde er auch immer tun, wenn er sah wie ich verspottet oder angefeindet wurde. Das ging eine Zeit lang gut – auch das wusste ich… solange er beliebt war, konnte ihm nicht viel passieren, doch was geschah, wenn sich sein Ansehen eines Tages ändern sollte. So etwas kam vor in einem riesigen Schloss voll pubertierender Teenager – was wenn er mir irgendwann vorhalten würde, dass ich seinen Ruf ruiniert hätte!? Würde ich es ertragen, wenn er sich von mir abwand?

Du kennst die A- a- an – antwort oder? Es w – wird w  - wie damals sein…

Meine Beine bewegten sich nur mechanisch mit ihm und auch die sonst so betörende und schützende Wärme, konnte das Karussell meiner Gedanken nicht aufhalten, dass sich wie eine Spirale nach unten zu drehen schien. Plötzlich erschien es mir glasklar, dass ich ihn verlieren würde – natürlich irgendwann würde auch er erfahren was damals passiert war. Er war nicht selten unter Menschen und Menschen tratschten. Alles in mir zog sich zusammen und ich krümmte mich etwas in seinen Arm ohne es bewusst mitzubekommen. Meine Augen starr geradeaus gerichtet, ertrug ich den ziehenden Schmerz, den die Vorstellung verursachte, dass ich irgendwann all das nicht mehr haben würde. Dass ich irgendwann wieder allein sein würde, so wie ich es auch vor Hogwartszeiten gewesen war. Nur das ich AJ dann sehen konnte, nur nicht mehr mit ihm sprechen durfte. Der Gedanke alleine war schon so unerträglich für mich, dass ich die enorme Hitze spürte, die sich um meinen Geist legte und mir die Welt entzog. Ich fühlte wie meine Haut an den Oberarmen aufplatzte und zuckte heftig zusammen. Das Blut floss meine Haut hinab und wurde von dem Stoff meines Shirts aufgesogen. Das überreizt Brennen meiner geschundenen Haut registrierte ich nur am Rande. Noch immer fühlte ich mich fiebrig, als würde die Magie, die durch meine Adern floss und sich einen Weg nach draußen zu bahnen versuchte, mein Blut soweit erhitzen das es gerann.

Halt ihn a – a – au – auf! Du mu – musst dich zusammen nehmen! Komm schon!

Knapp unter meinem Ohr brach sie erneut heraus und das Blut floss meinen Hals hinab, erst die Hände die mich packten, brachten mich dazu halb im Delir nach oben in das völlig entsetzte Gesicht von AJ zu blicken, der mich festhielt. Ich sah seine Angst und seine Sorge, als er erkannte was ich hatte und als er nach meinen Kopf griff um sich die Wunder zu zudrehen. Schon damals hatte ich diese Art Anfälle, nur wusste ich in früheren Jahren nicht woher sie kamen und warum ich sie hatte. AJ jedoch hatte schon sehr oft meine frischen Schnitte und Platzwunden verarzten müssten, die bei so einem selbstzerstörerischen Magieausbruch entstanden. Meine Lippen formten ein tröstendes Lächeln, so als wollte ich die Gedanken von vorhin umdrehen. Dieses Lächeln was er mir immer geschenkt hatte, damals… dieses Lächeln, was einem sagt: Mach dir keine Sorgen, es wird alles gut!
Dieses Lächeln glitt für Minuten über mein Gesicht, ehe ich in die Dunkelheit gerissen wurde und für einen Moment… für einen winzigen Moment die Kontrolle über alles verlor.
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Aiden Jeremy Landon
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BeitragThema: Re: FREUNDeSCHAF(F)T   Mo 4 Jul 2016 - 20:44

Sie hatten gerade den Trampelpfad erreicht und wollten weiter bis zum Rand des Waldes, als AJ bemerkte, dass sein Freund sich nur noch in kurzen Sätzen äußerte. Er wirkte plötzlich still, resigniert, in sich gekehrt, so als ob er in seiner eigenen Gedankenwelt fest saß. Man sah ihm an, dass er plötzlich schwitzte und sein gesamter Gesichtsausdruck sich seltsam veränderte. Seine Hautfarbe wechselte hin und wieder von weiß zu normal und wieder zu blass. Was war los mit ihm? Hatte er etwas Falsches gesagt? Oder musste er erst über seine Worte nachdenken? Nichts von dem wie Eli sich verhielt, ergab einen Sinn im Augenblick, er wirkte merkwürdig und schien darauf bedacht zu sein, dass AJ ihm nicht in die Augen sehen konnte. Zunächst machte er sich nichts draus und ging neben ihm her, aber selbst Elis Gangart schien mehr automatisch zu sein als wirklich gewollt. So langsam machte er sich Sorgen, mehr und mehr gewann er den Eindruck das sich die Stimmung massiv verändert hatte und bereits tiefer saß als jeder Keller, den er sich vorstellen konnte. In solchen Situationen wünschte er sich manchmal Elis Gedanken lesen zu können.

Hätte er auch nur geahnt was für schräge Gedanken Eli da hegte, hätte er ihn mit einem Ruck ins kalte Wasser geschubst damit er ein wenig abkühlt wäre. Zu Schade das ihm die Gedankenlese-Fähigkeit verwehrt blieb. Denn genau das wurde ihm nur wenig später  zum Verhängnis. Ohne das er es merkte, platze an Elis Oberarm die Haut auf und Blut lief herunter, was vom Shirt aufgefangen wurde. Als jedoch unter dem Ohr ebenfalls die Haut aufplatzte und das Blut am Hals herunterlief und Eli plötzlich nach hinten zu fallen drohte, spürte er das Gewicht, dass sich auf seinen Arm legte. Die plötzliche Erhöhung des Gewichtes auf seinen Arm, ließ AJ ein wenig nach hinten taumeln und von jetzt auf gleich zum Stillstand kommen. Erschrocken bemerkte er wie Eli in seinem Arm sich langsam zu Boden geleiten ließ, wie eine Puppe deren Fäden durchgeschnitten waren. AJs Augen weiteten sich, der Schock stand ihm förmlich in den Augen geschrieben, sein Herz raste vor Angst um seinen besten Freund. Ein wenig überfordert hielt er ihn mit beiden Armen fest und verschmierte mit seinem Ärmel ausversehen das Blut an Elis Hals als er ihn versuchte festzuhalten und mit beiden Händen zu Boden zu führen. Ein merkwürdiges Lächeln legte sich auf sein Gesicht, seine Augen schienen AJ anzusehen und doch wirkte er wie unter Schock, so als ob sein Kreislauf kollabiert war. Es war genau wie damals, Magie brach aus ihm heraus und ließ seine unwillkürlich aufplatzen Kaum am Boden angekommen, sah sich AJ die Blutungen an die Eli hatte und zerriss ein Stück von seinem T-Shirt um sie ein wenig einzudämmen.

"Hey Eli! Was ist los? Rede mit mir..." sagte er ein wenig erschrocken über den plötzlichen Zusammenbruch seines Freundes und sah ihm dabei tief in die Augen, während er seinen Kopf im Arm hielt und das Stück vom T-Shit gegen die Wunde drückte. Was war passiert? Wie konnte er einen Magieausbruch haben, ohne wirklich wütend zu sein? Bislang hatte er angenommen das Eli dafür extreme Emotionen durchleben müsste und wenn dem so war, dachte er tatsächlich über etwas nach das von ihm mehr abverlangte als er dachte. Wahrscheinlich kochte seine Magie deswegen über. Aber was könnte ihn so sehr emotional mitgenommen haben, dass es direkt seine Magie zum Ausbruch brachte? Was es auch immer sein mochte, es hatte garantiert nicht nur eine Stelle zum Aufplatzen gebracht, in diesem Punkt war sich AJ mehr als sicher. Schon damals waren es mehrere Stellen, die Kunst lag nur darin sie zu finden.

Sofort zog er ihm mit einer Hand die Umhang ab und legte Eli auf den Boden, zog sein rotes T-Shirt aus und legte es ihm unter den Kopf, damit er nicht auf dem kalten harten Boden liegen musste. Er krempelte Elis Shirt und seine Ärmel soweit wie möglich hoch und suchte nach weiteren Stellen.
"Eli komm schon rede mit mir! du musst wach bleiben!"
sagte AJ laut und spürte wie sein Freund langsam aber sicher in die Dunkelheit abdriftete, er fühlte sich ziemlich heiß an, seine Wangen glühten förmlich und der kalte Schweiß lief von seiner Stirn herunter. Dank AJs gezielter Suche dauerte es nicht lange bis er die die restlichen Wunden gefunden hatte, die beide jeweils auf den Oberarmen rechts und links zu finden waren. Die Wunden bluteten stark, sodass AJ sich zusammenreißen musste und seinen Zauberstab zog.

"Scheiße AJ jetzt beweise, dass du den erste Hilfe Zauber im Ernstfall darauf hast!" , dachte er und zielte auf die Wunden die erste Wunde und sprach "Ferula", ein grüner Schein entglitt seinem Zauberstab, doch es entstand kein Verband wie erwartet, stattdessen verpuffte der grüne Schein wieder, sodass AJ frustriert aufschrie und es mehrmals hintereinander probierte, bis sich schließlich ein Verband aus seinem Zauberstab löste und sich um die Wunde links am Oberarm wickelte. Sofort wandte er sich dem rechten Oberarm zu und versuchte dort dasselbe. Sein Atem rasste, sein Herz pulsierte und hämmerte stark gegen seinen Brustkorb.

"Ich wünschte du würdest einmal im Leben nicht soviel nachdenken! Dann hättest du weniger Probleme!" dachte er Zähne knirschend und hatte Glück das direkt beim zweiten Anlauf auch der andere Arm mit einem Verband bedeckt wurde. “Eli?", er sah ihm ins Gesicht und es wirkte als sei er in Ohnmacht gefallen, weshalb AJ ihm gegen die Wange klatschte und sein T-Shirt wieder herunterkrempelte um mit einem Stück seines Shirts, dass er neben sich gelegt hatte auf die Wunde unterhalb seines Ohrs zu pressen.
"Bleib bei mir...gib mir ein Zeichen, irgendetwas...sag was, beweg was...aber bleib bei Bewusstsein und hör auf nachzudenken oder was auch immer du getan hast..." rief er etwas lauter aus, seine Sorgen wurden zunehmend größer und alles um ihn herum schien mit einem Mal plötzlich unwichtig geworden zu sein. Es war als seien in diesem Moment Zeit und Realität um sie herum einfach weggeflossen, so als hätte man den Rahmen eines Bildes entfernt und einfach nur diese eine Situation eingefangen. Kein Zeitgefühl, keine anderen Gedanken behelligten ihn, außer seine Sorge um den Jungen den er um jeden Preis beschützen wollte.
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Nôel Eliot Sulivan
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BeitragThema: Re: FREUNDeSCHAF(F)T   Sa 9 Jul 2016 - 17:09

Für einen Moment verlor ich völlig die Kontrolle über meinen Körper, meine Empfindungen und meine Bewegungen. Alles wurde Schwarz, als mein Bewusstsein auf eine andere Ebene gezogen wurde, hinein in einen Strudel. Meine Wahrnehmung schärfte sich, als ich die Hitze erneut spürte und der Kampf darum mein Bewusstsein zu behalten war nicht leicht. Immer wieder spürte ich, wie die Welt sich zurückzuziehen begann und ich kämpfte darum an der Oberfläche zu bleiben, was ungefähr so war wie wenn man gegen ein dutzend Hände kämpfte, die an einem zerrten.
Nur verschwommen nahm ich wahr, dass ich in AJs Armen lag. Sein Geruch umhüllte mich und ich versuchte nur umso verzweifelte wieder Herr meiner Sinne zu werden und nicht vor ihm Schwäche zu zeigen.  
Ich spürte das Blut meine Arme und meinen Hals hinunterfließen und spürte das brennen, als die Wunde etwas berührte. Es roch nach Blut und Tränen und zwischen all den Gerüchen, die ich mit der Straße in Verbindung brachte und mit der Zeit, die ich bei Sehldon verbringen musste, roch ich AJs Eigengeruch.
Mein Herz setzte ein paar Schläge aus und schlug dann im doppelten Tempo weiter. AJ war hier! Er machte sich Sorgen! Was war denn nur los mit mir?
Ja, mir geht es gut, keine Sorge, wollte ich am liebsten sagen, aber ich spürte wie kein Wort meinen Mund verließ und dann wurde es mir klar. Ich hatte meinen Platz lange verloren. Ich spürte zwar die Vibration seiner Stimme, wenn er mich enger an seine Brust zog und roch sein Deo, aber ich konnte ihn nicht hören – ich konnte nicht sprechen! Im Endeffekt hatte ich also schon verloren.
Doch die Dunkelheit hatte sich noch nicht um mich geschlossen, das bedeutete, dass ich noch immer die Möglichkeit hatte etwas daran zu ändern. Es musste gehen, irgendwie…
Der Druck um meinen Armen sagte mir, dass AJ ein Ferula angewandt hatte und dass das Stück Stoff an seinem Hals langsam durchweichte, merkte ich auch.
Ich hätte gerne gehört was er dazu gesagt hatte – wie konnte das eigentlich noch einmal genau passieren?
Ach ja…
Der Gedanke. Ich stieß ihn von mir. Meine Lippen hatten sich inzwischen wieder von dem verzerrten Lächeln gelöst und bebten leicht unter einem Schmerz, der von meinen bandagierten Armen ausging. Das ich jedoch immer noch in der Lage war meinen Körper aktiv war zunehmen beruhigte mich etwas. Das heißt, dass ich noch nicht ganz verdrängt worden war. Es konnte noch alles gut werden…
Ich spürte wie er auf meine Wangen schlug, nicht gerade sanft, aber auch nicht zu fest. Anscheinend sah ich weggetreten aus, das wunderte mich nicht. Immerhin musste ich die Augen offen haben, aber sehen tat ich nichts.  
Ich konnte seinen beschleunigten Atem auf meinem Gesicht fühlen, als er sich zu mir hinunter beugte und die Wärme seiner Arme auch. Ich lag in seinen Armen…
Eigentlich konnte ich mir doch einen besseren Platz gar nicht wünschen, oder? Mal von den Umständen abgesehen natürlich. Trotzdem lullten mich die Wärme und der Geruch ein und ich blinzelte träge.
Das alles erinnerte mich so sehr an die Zeit, als er mich noch sehr oft hatte in seinen Armen schlafen lassen, weil ich jedes Mal aus einem Alptraum aufgeschreckt bin und stundenlang nicht wieder einschlafen konnte, wenn ich alleine schlief. Mit der Nähe meines besten Freundes war das alles möglich. Sein Herzschlag hatte mich schon als ich kleiner war immer beruhigt. Damals haben wir oft miteinander in einem Bett geschlafen, meist um sicher zu gehen, das der andere noch da war und sie die Nähe voneinander spüren konnten. Wenn ich ihm lauschte, konnte ich sehr bald einschlafen und mich entspannen. Schade… jetzt konnte ich ihn nicht hören.
Vorsichtig streckte ich mich aus. Ich hatte keine Ahnung wo ich mich befand und wie weit oben ich in seinen Armen war. Durch die Abgeschnittenheit meiner begrenzten Wahrnehmung konnte ich kaum sagen wo mein Körper aufhörte und wo er begann. Ich streckte mich also solange aus, bis ich auf einen Widerstand traf und als ich erörtert hatte, das dies sein Oberarm war, wusste ich in welche Richtung die Reise gehen musste. Die Umfangreiche Stille, die meine Ohren nicht gewöhnt waren, erschaffte einen Tinitus durch die Reizarmut. Das langgezogene PIEP machte mich schon nach kurzer Zeit wuschig, aber ich wusste dass ich es auch sobald nicht ändern würde. Stattdessen konzentrierte ich mich auf das vorhaben näher an ihn heran zu kommen. Noch ein wenig. Nicht länger gab ich Ruhe, als meine Wange sich endlich an den weichen Stoff des Shirts angelangt war, der sich langsam unter den regelmäßigen Atemzügen meines Freundes hob und senkte. Jetzt schien er stoßweise zu atmen und wieder nahm ich eine Vibration wahr. Was er mir wohl sagen wollte?
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Aiden Jeremy Landon
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BeitragThema: Re: FREUNDeSCHAF(F)T   Fr 29 Jul 2016 - 19:12

Die Bandagen saßen fest und waren erfolgreich um die aufgeplatzten Stellen an Elis Körper gewickelt. Es war großes Glück gewesen, dass die Zauber so erfolgreich funktionierten, denn im Unterricht waren sie deshäufigeren schon bei AJ schief gegangen. Seine Versuche mit Eli zu reden scheiterten an der fehlenden Reaktion seines besten Freundes, der immer noch ziemlich apathisch in seinen Armen lag und sich von einem zum nächsten Moment plötzlich ausstreckte. Der junge Gryffindor hatte keine Ahnung was Eli plötzlich vorhatte, aber was es auch war, er ließ ihn einfach gewähren und damit er sich dabei nicht verletzte hielt AJ ihn mit beiden Händen fest und versuchte seinen Oberkörper ruhig zu halten. Umso mehr wunderte es ihn, als sich Eli von selbst einige Zentimeter bewegte, bis schließlich seine Wange an AJs Shirt angelangt war. Zunächst verharrte AJ in der Position und wartete – etwas angespannt - ab was als nächstes geschah, aber zu seiner Enttäuschung schien er sich nicht aus seiner Apathie befreit zu haben, im Gegenteil es wirkte mehr so als wolle er bei ihm Schutz suchen.

Stillschweigend beobachtete AJ den sich anschmiegenden Eli, der wie ein Häufchen Elend in seinen Armen lag und wie eine schutzbedürftige Katze wirkte, die sich ganz klein machte, in Erwartung eines Angriffes. Ob er sich vor irgendetwas fürchtete? In genau solchen Momenten wünschte sich AJ in den Kopf seines besten Freundes sehen zu können, um herauszufinden was da drinne so vor sich ging, welche Gedanken ihm durch den Kopf schossen und was man gegen seine Apathie machen konnte.

Sanft strich er beruhigend durch die Haare des jungen Ravenclaws und versuchte ihn einfach nur im Arm zu halten, nur um ihm zu zeigen, dass er sich vor nichts zu fürchten brauchte. Anscheinend hatte Eli gar nicht das Bewusstsein verloren, aber wieso konnte er ihm dann offensichtlich nicht antworten und weshalb signalisierte er ihm dann nicht, dass es ihm gut ging? Stand er etwa wirklich wegen dem Blutverlust unter Schock? Für den Gryffindor war diese Situation ziemlich undurchschaubar, weshalb sich seine rechte Hand erneut löste und wieder zum Zauberstab griff. Zunächst sah er mit pochendem Herzen zu ihm erneut hinunter und hoffte inständig, dass er nochmal so viel Glück hatte und auch dieser Zauber etwas bewirken würde. Es war der einzige Heilungszauber, den sie noch erlernt hatten und der für genau solche Situationen wie gemacht war. „Eli…ich weiß nicht ob du mich hören oder verstehen kannst, aber ich werde jetzt versuchen dich aus deinem Schockzustand herauszuholen.“ Sagte er mit gedämpfter Stimme und streichelte noch einmal abschließend mit der Hand, die er eben noch von seinen Haaren gelöst hatte, durch seine nun zerstörte Frisur.

Oh Mann, bitte lass es funktionieren, bitte lass es funktionieren.“ Dachte er innerlich und schloss für einen Moment die Augen. Die Wärme von Elis Gesicht an seinem Shirt durchdrang ihn und tauchte tief in ihn ein, was ein seltsames Gefühl ergab. Er spürte förmlich das sein bester Freund an ihn glaubte und aus dieser Quelle Mut schöpfend, öffnete AJ seine Augen und richtete seinen Zauberstab auf ihn. „Ennervate!“ rief er aus, doch nichts geschah. Für einen Augenblick seufzend auf den Zauberstab starrend, versuchte er es erneut, diesmal mit einer etwas lauteren und eindringlicheren Stimme. „Ennervate!!“ diesmal schien der Zauber zu funktionieren und spendete dem augenscheinlich geschwächten Eli mehr Energie. Normalerweise beendete der Zauber jeglichen Schockzustand und half den Leuten wieder langsam aber sicher zu Kräften zu kommen.

Da sah man wieder einmal, wie nützlich und praktisch doch die grundlegende Magie war und welche Vorteile sie hatte, wenn man sie richtig einsetzte. Ohne diese hätte er garantiert eine ganze Nacht im Krankenflügel verbringen müssen und das wäre ihm aufjedenfall nicht so recht gewesen. AJ kannte Elis Abneigung gegen einen Aufenthalt im Krankenflügel und besonders seine Abneigung gegen die Nutzung von Magie im Alltag. Eigentlich war es Ironie des Schicksals, dass ausgerechnet jene Magie ihm nun half, die er eigentlich so verurteilte. Nur gut, dass er sich nicht dagegen zu verwehren vermocht hatte, sonst sähen die Dinge jetzt wohl ganz anders aus. Ein sanftes, zuckendes Lächeln zog sich über das Gesicht von AJ, während er seinen Freund beobachtete nach irgendwelchen Reaktionen die auf eine etwas aktivere Haltung hindeuteten. „Hey, alles klar bei dir alter Freund? Geht’s dir jetzt besser?“ fragte er, auf eine Antwort wartend. Innerlich war er sichtlich erleichtert, dass nicht seine Magie ausgebrochen war. Die Konsequenzen eines solchen Ausbruchs wären fatal gewesen und außerdem hatte er schon genug Probleme mit Schülern und musste sich nicht unbedingt mehr Feinde als nötig machen. Eli lebte eh schon so isoliert von den anderen, dass es haufenweise Gerüchte über ihn in den Häusern gab. Das wohl skurrilste Gerücht, über das AJ bisher lachen musste war, dass Eli bei den Tieren aufgewachsen sei , ja es gab sogar Schüler die allen Ernstes glaubten, dass er gar kein Mensch sondern ein Tierwesen sei, dass sich als Mensch tarnen würde. Zum Glück wusste AJ es besser als die meisten und solange Eli in seiner Gegenwart war, würde ihn keiner anfassen. Jeder wusste was geschah, wenn man AJs Leute attackierte oder mit Worten verletzte. Zugegeben AJ war als der Sunnyboy, Frauenheld, Flirtheini und noch als vieles anderes verschrieben aber eines hatte er sich immer zum Guten bewahrt. Er war jemand der immer zu seinen Freunden hielt und diese vor jedem verteidigte. Manchmal übertrieb er es wenig oder handelte viel zu impulsiv, aber jeder wusste, dass er stets zu ihnen hielt. Seine Loyalität konnte niemand in Frage stellen, mal von Gregor und Günthern – auch Dick und Doof genannt – mal abgesehen. Das waren auch die einzigen Vollidioten die meinten sie könnten sich mit AJ und seinen Freunden immer und immer wieder anlegen, besonders auf Eli hatten sie es abgesehen, seit sie gemerkt haben, dass sie ihn wunderbar ärgern konnten.
„Eli?“ fragte er nochmal zur Sicherheit nach und hoffte die zarte Stimme seines Freundes zu hören.

„Wenn du jetzt was sagst, kaufe ich dir eine ganze Tüte Karamelbonbons und lade dich zu einem tollen Essen ein.“ Flüsterte er scherzhaft und grinste breit über sein Gesicht. Irgendwie hoffte er innerlich, Eli damit bestechen zu können. Aber ob das wirklich gelang? Süßigkeiten waren immerhin etwas womit AJ ihn schon immer herumgekriegt hatte, vielleicht klappte das ja auch jetzt.
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Nôel Eliot Sulivan
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BeitragThema: Re: FREUNDeSCHAF(F)T   Sa 30 Jul 2016 - 16:41

Die Stille wurde immer drückender und ich begann mich selber für diese Unaufmerksamkeit zu verfluchen, als ich deutlich das Zittern spürte, das durch meinen Freund fuhr. Ob es nun vor Aufregung oder vor Hilflosigkeit war, konnte ich nicht sagen weil ich ihn nicht verstand. Ich spürte nur, dass er ohne große Pausen mit mir redete und ihn zu streicheln begann.
Das Kribbeln setzte wieder ein, als AJ die empfindliche, bloße Haut meines Nackens berührte und ich nahm wahr, wie mein Körper leicht erschauderte. Denn egal in welcher Hülle ich auch stecken mochte, solange ich im Bewusstsein aktiv war, teilte jeder meine Empfindungen, die den Körper dominierten.
Ich weiß nicht mehr genau wann es begonnen hat oder wann sich meine Gedanken für meinen besten Freund so grundlegend geändert hatten. War es bei unseren Wiedersehen in Hogwarts gewesen? Oder weit davor wo ich den Begriff „Liebe“ noch nicht einmal richtig erklären konnte? Wann war ich in diese bestimmte Abhängigkeit gefallen?
Wobei ich eigentlich schon immer von dem anderen abhängig gewesen bin – schon als wir ganz klein waren, war er immer für mich da und hat mich davor bewahrt den Verstand zu verlieren. Und egal was jeder gegen mich gesagt hat, er hat sich standhaft dagegen gewehrt mich einfach so in diesem Zimmer alleine verrotten zu lassen.
Erst habe ich versucht ihm das auszureden, ihn aus der von mir gelebten und von den anderen gewobenen Isolation zu treiben, denn ich wusste das er ohne mich hätte nicht in diesem kleinen Zimmer hocken müssen. Aber irgendwann war seine Stimme und sein Lächeln, das er mir schenkte, meine einzige Stütze geworden und ich ließ es sein ihn überreden zu wollen.
Ziemlich egoistisch nicht wahr? Das weiß ich…
In Anbetracht dessen, dass ich ihn quasi in die Tiefe riss, wiegt meine Schuld ihn alleine gelassen zu haben noch schwerer und sie war es schließlich die sich wie Säure so tief in mich eingrub und mich aufs Neue von innen zerriss.
Ja, eigentlich war es niemals anders gewesen als in Hogwarts. Ich war schon immer jemand, der von anderen abgestoßen wurde und AJ war schon immer das Verbindungsglied für mich und die Realität der Menschheit. Jemand der mich beschützte und gleichzeitig versuchte mich aus meiner Einsamkeit zu reißen; nicht verstehend das er schon immer der einzige Mensch war und ist der mich bis tief in meine Seele durchschaut hatte. Niemand sonst war so weit gekommen – auch wenn es noch nicht reichte um mich ganz zu verstehen…
Natürlich gab es Menschen, die versuchten mit mir auszukommen und mehr oder weniger Erfolg hatten. Leute denen es egal war, dass ich sie nicht auf ein Butterbier begleitete oder quatschend mit ihnen durch die Gänge zog. Leuten die mein Wissen schätzten und meine Stille respektierten, auch wenn diese Menschen rar gesät waren, es gab sie auch hier.
Wieder spürte ich das Vibrieren seiner Stimme und stellte mir vor, was er wohl zu mir sagen wollte. Seit unserer gemeinsamer, grauen Zeit war seine Stimme tiefer geworden… schöner irgendwie…
Ich schmiegte mich wohlig an ihn und genoss seine Wärme wieder ohne mich in sinnlose Überlegungen zu verstricken, sondern nur AJ wahrzunehmen. Dann fuhr plötzlich magisch produzierte Energie durch mich hindurch, die mein inneres Gleichgewicht für einen Moment völlig durcheinander wirbelte. Mein Körper krampfte sich kurz zusammen und entspannte sich wieder, als ich begriff was vor sich ging und die Energie zuließ – sie tief in mich aufnahm um wieder an die Oberfläche zu kommen.
Noch immer ziemlich verzerrt, aber schon viel deutlicher konnte ich plötzlich AJs Stimme wahrnehmen und wusste, dass ich auf den richtigen Weg war. Ich schloss die Augen um mich zu konzentrieren und spannte unwillkürlich auch meine Muskeln an. Der Sog nach unten in die Dunkelheit war noch immer so stark, wie schon lange nicht mehr. Seit ich hier war konnte ich mich nicht einfach der Bewusstlosigkeit hingeben und darauf hoffen, dass alles schon gut lief. Hier hatte ich die Aufgabe die anderen Schüler zu schützen, egal wie sehr sie mich dafür verspotteten, wenn ich zuließ das sie verletzt wurden, würde ich damit nicht lange leben können.
Ich stieß nach oben durch die Oberfläche meines Bewusstseins, was sich ungefähr zu anfühlte als wäre man eine lange Zeit unter Wasser gewesen und tauchte dann wieder auf. Als ich meine Augen öffnete, warten sie karamellfarben von der Anstrengung und der Magie, die mich das gekostet hatte.
AJ!!
Ich konnte seine verschwommene Umrisse sehen! Noch ein wenig weiter!!
AJ!
Meine Hand streckte sich nach dem Gesicht meines Freundes aus, das selbst in meiner jetzigen Sehqualität furchtbar besorgt aussah und ich strich über seine Wange. Immer mehr öffnete sich mein Sehnerv und nahm die Reize seiner Umgebung auf, auch meine Ohren hatten das eintönige Summen aufgegeben und filterten wieder die Geräusche meiner Umwelt.
„AJ…“ Meine Stimme war rau und kratzig und es klang eher wie ein tiefes Seufzen, als nach einem Namen, doch ich war mir ziemlich sicher, dass er mich verstehen würde.
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Aiden Jeremy Landon
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BeitragThema: Re: FREUNDeSCHAF(F)T   Mi 3 Aug 2016 - 18:52

Eine ganze Weile verging, nachdem er in dieser Position verharrt war, inzwischen spielte AJ bereits mit dem Gedanken ihn tatsächlich in den Krankenflügel zu bringen, denn weitere Heilungszauber kannte er nicht und ihn hier auf dem kalten Boden der Ländereien weiter im Arm zu halten, war auch auf Dauer nicht gerade gesund für den jungen Ravenclaw-Schüler. Trotzdem hielt er länger als so manch anderer die Hoffnung aufrecht, dass Eli von alleine es schaffen würde, sich wieder aufzuraffen und kaum das er den Gedanken erfasst hatte, schien es sich zu bewahrheiten.

In tiefen Gedanken versunken, musste er an ihre gemeinsame Vergangenheit denken. Besonders an jene Momente, die so ähnlich waren, wie die Situation hier. Er dachte an den Moment, in dem er damals Eli zum ersten Mal stundenlang im Arm hielt, weil es ihm so dreckig und elendig ging, dass er kaum ansprechbar war. Damals wollte ihm keiner helfen und so war AJ schon sehr früh auf sich allein gestellt gewesen. Er hatte keine Ahnung was Eli fehlte oder ob dieser Zustand lebensbedrohlich war. Die Angst ihn zu verlieren war so groß und schwer, dass sich selbst seine gesamten Gelenke verkrampften, kein Muskel wollte sich mehr bewegen, in der bloßen Angst, dass selbst eine Bewegung Elis Zustand verschlechtern würde. Sie schnürte ihm die Luft ab und ließ das Blut in seinen Adern gefrieren.

Wozu hatte man Freunde, wenn sie dir in der größten Not nicht einmal helfen konnten, sondern einfach nur völlig unbedarft daneben saßen und nichts weiter taten, als dich mit sanften Streicheleinheiten zu beruhigen? Noch nie zuvor wurde der Gryffindor mit so etwas konfrontiert und damals konnte er noch nicht einmal zaubern. Wenn er heute so daran zurückdachte, war die Situation damals ziemlich verkorkst, nur sie beide in einem kleinen Raum, umgeben von Stille und der Panik nicht zu wissen, wie er ihm helfen sollte. Er sich so unbeholfen und machtlos dem Leiden seines Freundes ein Ende zu bereiten, es gab keine Medizin oder eine offene Wunde, die er hätte verarzten können, nur ein unbekanntes Leiden, dass AJ den Schrecken seines Lebens verpasste. Tränen liefen an seinen Wangen hinab, er hatte jedes Zeitgefühl eingebüßt und wagte es nicht einmal seine eingeschlafenen Gliedmaßen wiederzuerwecken. Sein Körper fühlte sich träge an, seine Augen schmerzten und in ihm pochte ein Herz so laut vor Panik, dass es beinahe rauszuspringen drohte. Die Hilflosigkeit machte ihn wütend und traurig, er fühlte sich nutzlos und weit ab von einem echten Freund. AJ könnte nicht damit leben, zu wissen das Eli in seinen Armen starb, ohne das er etwas dagegen hätte unternehmen können. Aber was sollte man von einem so jungen Menschen erwarten? Noch nie wurden ihm erste Hilfe Techniken beigebracht oder gezeigt wie er sich verhalten musste. Er konnte gerade Mal lesen und schreiben, sich anziehen und selbstständig duschen.

Jetzt wo er die Magie beherrschte und zumindest zwei Erste-Hilfe Zauber durchführen konnte, fühlte er sich jedoch wesentlich sicherer, vor allem mit einem Heiler ganz in der Nähe. Er wusste, er müsste Eli nur hochheben und mit ihm zum Schloss zurückkehren, denn dann würde ihm dort von gebildeten Menschen geholfen werden.

Seine Gedanken rissen ihn so sehr mit, dass er gar nicht registrierte wie Eli seinen Arm nach AJs Gesicht ausstreckte, erst als er ihm sanft über die Wange strich, wurde er wie von einem Katapult wieder in die Gegenwart geschleudert. Überrascht und erleichtert zugleich sah er mit großen leuchtenden Augen und einem sehr intensiven Strahlen im Gesicht zu seinem besten Freund hinunter. Eine Mischung aus Glück und tiefster Zufriedenheit erwärmten und beruhigten zugleich sein Herz. Genau wie damals, als Eli wieder erwachte, spürte er mehr denn je wie tief er sich mit ihm verbunden fühlte, nur war das Gefühl dieses Mal sehr viel stärker als sonst. Nicht mehr so wage und flüchtig wie damals, sondern sehr intensiv und von Dauer. Er konnte das Glück, dass in ihm aufkam kaum beschreiben, so wohl fühlte er sich und wenn Eli nicht so geschwächt klingen würde, hätte er ihn nun mit einer bärigen Umarmung liebevoll an sich gedrückt und nie wieder losgelassen. Waren das normale freundschaftliche Gefühle? Es musste wohl so sein, auch wenn er diese Art von intensivem Glück zum ersten Mal so deutlich verspürte. Kein Wunder, immerhin war Eli praktisch ein Teil seines Lebens, seiner Vergangenheit und seiner Gegenwart und sehr wahrscheinlich auch Teil seiner Zukunft. Sie hatten so viel miteinander durchgemacht und so viele Geheimnisse geteilt, dass egal wie oft Eli ihn auch auf die Palme brachte, er ihn immer wieder aufsuchte. Sicherlich, manchmal mochte es so wirken, als seien Kayla, Jeffrey und die anderen sehr viel stärker mit ihm verbunden, aber diese intensive Bindung - das rote Band - das sie verband, war einzigartig und nicht mit einem anderem zu vergleichen. Geschmiedet aus Leid und Freude, aus Zusammenhalt und Ehrlichkeit, war es beinahe unzerbrechlich geworden. Kein anderes Band, dass er zu jemandem aufbaute, war so stark in seiner Festigkeit. Lächelnd erwiderte er die Streicheleinheiten an Elis Wange und sah ihn für einige Sekunden einfach nur schweigend an. Die Wärme die Eli ihm gab tat so gut und wären sie nicht an einem so ungemütlichen Fleck, würde er garantiert noch weiter so sitzen bleiben. Schade!

"Hey...geht´s dir etwas besser?", fragte er mit einer liebevollen gedämpften Stimme. "Ich hab mir Sorgen um dich gemacht...ich dachte schon, ich müsste dich in den Krankenflügel bringen. Wenn du dich besser fühlst, gehen wir beide dir erstmal was zu trinken besorgen." sagte und hörte schon fast gar nicht mehr auf zu lächeln. "Mach aber erstmal langsam, du hast ziemlich an Blut verloren.
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Nôel Eliot Sulivan
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BeitragThema: Re: FREUNDeSCHAF(F)T   Mo 15 Aug 2016 - 13:38

Als meine Sinne endlich wieder angemessen funktionierten, betrachtete ich meinen besten Freund, der die Erleichterung praktisch ausstrahlte. Beinah tat mir das Wissen ihm erneut solche Sorgen bereitet zu haben physisch weh.
Eigentlich war es nicht der Rede wert und doch… ich wusste ungefähr was in ihm vorgegangen war, als er nach mir gegriffen und mich in seine Arme gezogen hatte, so wie er es auch damals tat.
„Verzeih… ich wollte dich nicht beunruhigen…“
Als wäre es erst gestern gewesen, hörte ich noch immer AJs verzweifelte Rufe, als ich einst mit meinem Bewusstsein ringend in dem alten Bett lag. Damals hatte ich hohes Fieber ausgelöst durch die Injektion, die den Anfang meiner Qualen beschrieben hatte. Ich konnte kaum atmen, war nur kurz immer wieder bei Bewusstsein und driftete sonst zwischen Schlaf und Delirium hin und her.
In dieser Zeit war es AJ gewesen, der mich irgendwie am Leben gehalten hatte, auch wenn ich mich das ein oder andere Mal gerne selbst aufgegeben hätte. Er hielt mich, redete mit mir und kühlte meine glühenden Glieder mit kalten Handtüchern. Er hatte große Angst, das habe ich selbst in diesem Zustand mitbekommen können, doch ich konnte nicht viel dagegen machen. Ich selbst hatte auch riesige Angst, wenn man bedenkt, dass wir zu dieser Zeit erst sechs oder sieben gewesen sein können, war das auch wirklich kein Wunder.
Welches Kind konnte schon in dem Alter mit so etwas gelassen umgehen.
Wieder bemerkend wie wenig Zeitgefühl ich in jener Zeit besessen habe, seufzte ich leicht. Jeder Tag kam mir damals vor wie ein ewig erscheinendes Jahr und schon sehr bald hatte ich den Überblick über die Daten verloren. Ich wusste nicht wann mein Geburtstag war und wie alt ich war, einfach weil es sowas dort in diesem tristen Zimmer nicht gab. Den Tag an dem ich AJ getroffen hatte, kannte ich aber und ich feierte ihn immer wieder. Es war der Tag an dem das Wetter wieder milder wurde und die Sonnenstrahlen langsam an Kraft gewannen. Meine innere Uhr sagte mir was ich wissen musste – damals reichte mir das, solange bis ich die kalten Mauern verlassen hatte.
Jetzt konnte ich es mir nicht einmal mehr vorstellen.
„Schon okay, es geht wieder“, murmelte ich und richtete mich auf. Nur wiederwillig löste ich mich aus der Umarmung, aber es schien mir nicht mehr angebracht in der Geborgenheit der mir so vertrauten Arme auszuharren, wenn es mir doch wieder deutlich besser ging. Denn jetzt, da sich mein Körper wieder etwas gefangen hatte und ich die Wunden an meinen Armen nur noch undeutlich pochen spürte, nahm ich die Nähe meines besten Freundes wieder viel zu intensiv war und seine Hände entfachten kleine Herdbrände unter meiner Haut, wo auch immer sie mich gerade berührten. So sehr ich ihm auch nahe sein wollte, so sehr hatte ich die Angst, dass ich mich durch eine falsche Geste verraten und ihn für immer verjagen könnte. Immerhin war mein unfreundschaftliches Verlangen nicht alltäglich und für jemanden heterosexuelles wie AJ sicher auch nicht nachvollziehbar.
Etwas wacklig richtete ich mich wieder auf und griff mir an den Kopf, als sich die Welt um mich zu drehen begann. Ja, Blutverlust hatte ich tatsächlich, aber es war nicht so schlimm wie ich es befürchtet hatte, denn das Gefühl legte sich schnell wieder.

Es ist ja ni – nicht so als wä – wä – wärst du das nicht schon gewohnt…

Ich versuchte mich an einem etwas wackligen Lächeln, weil mir nichts weiter einfiel um die Situation zu überspielen. „Wollen wir weiter? Wir können ja in einem großen Bogen zum Schloss zurücklaufen.“
Ich deutete in die Richtung, die mir vorschwebte wohl wissend, dass sich mein Freund nicht einfach so abspeisen lassen würde, wenn ich meine Verletzungen herunterspielte. „Ich denke das ist kein Problem.“
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Aiden Jeremy Landon
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BeitragThema: Re: FREUNDeSCHAF(F)T   So 21 Aug 2016 - 1:28

"Sicher, dass es wieder geht?", fragte AJ ein wenig unsicher und musterte seinen besten Freund mit seinen typisch skeptischen Blicken. Eli hatte genau wie er selbst die unangenehme Eigenart Verletzungen herunterzuspielen und so zu tun als wäre alles in bester Ordnung, einfach um einen anderen Menschen nicht unnötig zu beunruhigen oder auch um andere nicht mit seinen Problemen zu behelligen. Eben weil AJ ihn so gut kannte und diese Eigenart an sich selbst schon oft bemerkt hatte, ging er damit etwas verständnisvoller um, als er es normalerweise tun würde. Schließlich konnte er Eli schlecht für einen Fehler verurteilen, den er selbst immer und immer wieder beging, so waren sie beide nun einmal, ständig darauf bedacht anderen die starke und weniger schwache Seite zu zeigen. Vermutlich weil es sich in der Vergangenheit als äußerst nützlich erwiesen hatte, Gefühle wie Schmerz, Leid und Kummer vor anderen Menschen zu unterdrücken. Offensichtlich hatte die Vergangenheit doch noch einige Spuren an AJ hinterlassen, die er nicht mit einem einfachen Lächeln, einem Abwinken oder mit etwas anderem überschatten konnte. Nur gut, dass es hauptsächlich Eli war, der diese Eigenschaft an ihm meistens erkannte und nicht einer der anderen. Jeffrey war auch dieser Art Mensch, der einen sofort durchschaute und von dem sich AJ schon mehr als eine Standpauke hatte anhören müssen.

Eli hingegen schien sich seiner Sache sehr sicher und überspielte die von Blut getränkten Bandagen. Ob sein Kreislauf das gut heißen würde, wenn sie jetzt seelenruhig spazieren gingen? Entzünden konnte sich vermutlich nichts, immerhin waren die Wunden bedeckt, sodass kein Dreck hineingelangen konnte. Andererseits machte er sich größere Sorgen um den Blutverlust, der seinen Kreislauf ursprünglich hatte kollabieren lassen. Ob das wirklich so eine gute Idee war, ihn jetzt quer über die Ländereien mitzuschleppen?
Er presste die Lippen aufeinander, schlagartig wurde ihm bewusst, dass er einfach nicht aus seiner Haut heraus konnte und auch wenn es Eli nerven würde, er musste ihn einfach erneut auf seinen Zustand ansprechen.
"Eli, du hast gerade eine Menge Blut verloren, ich würde es an deiner Stelle echt ruhig angehen lassen. Ich weiß nicht, ob dein Kreislauf das gut heißt, wenn du jetzt einen Spaziergang mit mir machst. Bleib doch noch ein oder zwei Minuten sitzen und dann können wir losgehen." erwiderte er, die ein oder zwei Minuten würden seinem Kreislauf zumindest noch ein wenig mehr Zeit einräumen sich zu stabilisieren, auch wenn es vielleicht keinen großen Unterschied machte. Und so wie er Eli einschätzte würde er so oder so nicht dort sitzen bleiben wollen, also hatte es keinen Sinn ihn dazu zu zwingen.
"Aber wenn dir schwindelig oder übel wird, sagst du mir Bescheid. Versprochen?", fragte er und sah seinem Kumpel mit einem schmalen Lächeln in die Augen. Er machte sich nur Sorgen um ihn und wollte nicht ein zweites Mal erleben wie er einfach so zusammenklappte, vor allem weil es sehr unangenehme Kindheitserinnerungen in ihm wach rief.
Da er Elis Frage schnöde umgangen hatte und zunächst nur auf seinem Zustand herumgehackt hatte, wollte er ihm seine vorher gestellte Frage auch noch beantworten.
"Und ja, wir können gerne in einem großen Bogen zurück zum Schloss gehen. Den Bogen gehe ich aber nur, wenn du das kannst." antwortete er und lächelte erneut, erleichtert über die Tatsache Eli wieder so lebendig und wach zu sehen, so war er ihm viel lieber als in diesem dämmernden Zustand in dem er sich mehr graue Haare vor Sorgen wachsen lassen musste, als bei jedem anderem Ärgernis.

Nachdem er gefühlte fünf Minuten mit Eli dort wartete und ihn dabei eindringlich beobachtete, erhob sich AJ schließlich und hielt seinem Kumpel eine aufhelfende Hand hin.
Nachdem er sich schließlich erfolgreich aufgerichtet hatte und ein wenig an AJs Schulter noch festhielt - wenn auch nur ganz leicht und unauffällig - gingen sie gemeinsam den Trampelpfad entlang, um noch ein wenig Mutter Natur zu genießen.
Sein Blick wanderte über die weiten Ländereien mit der Vielfalt an Pflanzen und Bäumen, das weite Gras und die ehrfürchtigen Mammutbäume die sich im verbotenen Wald dicht an dicht aneinanderreihten und sich in Größe und Breite deutlich von den anderen abhoben. Man sah sie selbst vom Waldrand aus und konnte immer wieder aufs neue bestaunen wie gut sie doch das Licht aus dem Wald fernhielten.

"Eli..ich ehm, wollte dir noch etwas sagen. Ich wollte dir einfach nur sagen, egal ob du mit nach Hogsmead möchtest oder nicht...du wirst immer mein bester Freund bleiben. Egal was kommt, ich bin immer für dich da.", er atmete erleichtert auf als er es endlich los war und hoffte Eli, damit ein zwanghaftes Gefühl zu ersparen, dass ihm befahl aus reiner Freundschaft mitzugehen.

Sein Blick glitt zum Himmel empor, in weiter Ferne sah man diesen türkisen Schimmer in der Luft, den Lehrern hatte man angesehen, dass sie furchtbar besorgt deswegen waren und angesichts der überall kursierenden Gerüchte, wusste AJ nicht so genau was er davon halten sollte. Alles nur Halbwahrheiten und kuriose Theorien, die sich allesamt nicht beweisen ließen.
"Sag mal Eli, was glaubst du was dieser türkise Schimmer zu bedeuten hat? Ich habe hier schon die komischsten Geschichten und Spekulationen gehört. Weiß du? Ist doch irgendwie irrsinnig das sich alle einen so heftigen Kopf darum machen oder?" fragte er leicht grinsend und versuchte die sich annährende Gefahr herunterzuspielen. Er wollte nicht darüber nachdenken müssen, ob er morgen noch wie gewohnt seinem Lebensalltag nachgehen konnte oder aber sich davor fürchten musste, dass dieses Etwas, das Schloss oder die Menschheit auseinander nahm. Na gut, die Menschheit war vielleicht übertrieben, aber er hasste es wenn irgendetwas dieses schöne Lebe gefährdete. War das egoistisch? Sicher interessierte AJ sich auch für das Leben anderer Menschen und er wollte auch das andere glücklich waren, besonders Eli, auf den er einen sehr besonderen Blick hatte. Egal wie kalt und abweisend er anderen sich auch gegenüber verhalten mochte, AJ hatte den liebenswürdigen Menschen in ihm kennengelernt. Denjenigen der verletzbar war und nach Nähe suchte, der Eli der sich an ihn schmiegte, wenn er sich einsam fühlte. Viele mochten ihn für einen Einzelgänger halten, teilweise war er das sogar, aber es gab da einen Teil in ihm der stets nach jemandem suchte. Er konnte nicht verleugnen, dass er die Gegenwart suchte, wenn es auch nur die von AJ war, aber allein das war schon ein Zeichen, dass er nicht völlig allein sein wollte. Zumindest interpretierte AJ diese Signale so.
"Eigentlich schon komisch, wir wollten keine Gefahren mehr und jetzt stehen wir hier und blicken ihr direkt am Himmel entgegen.", murmelte er und hoffte für sich, tief in seinem Inneren, dass es stets noch ein Morgen geben würde und das egal was dort auf sie wartete, irgendwann sich von allein auflösen würde. Und auch wenn es ein Wunschdenken von einem, von Glück besessenen, Schüler war, fühlte er sich in diesen Gedanken viel wohler als in der harten Realität.




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Nôel Eliot Sulivan
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BeitragThema: Re: FREUNDeSCHAF(F)T   Mo 5 Sep 2016 - 16:45

„Klar bin ich sicher… es ist alles gut“, beschwichtigte ich meinen besten Freund leicht, auch wenn ich mich noch leicht klamm und beduslig fühlte. Mein Kopf fühlte sich an, als hätte ihn jemand aufgeschnitten und mit Watte und Papier ausgestopft, doch darüber verlor ich keinen Ton. Auch über den inzwischen dumpfen Schmerz in meinen Armen sagte ich nichts.
Ich wusste, dass AJ bereits den Verdacht hatte, dass ich meine Verletzungen herunterspielte. Ihn dahingehend noch zu bestärken wäre nicht wirklich sinnvoll gewesen, deswegen ließ ich den sehr deutlichen Blick und seine mahnenden Worte einfach über mich ergehen und nickte schwach. Für einen Moment schwiegen wir und ich nutzte den Moment um mir seiner Anwesenheit wieder vollkommen bewusst zu werden.
Es war sehr selten, dass ich ihn über mehrere Stunden für mich alleine hatte und das er nicht von irgendjemanden angesprochen oder abgefangen wurde – mit jemanden anderen verabredet war.
Auch wenn ich das Thema noch nie wirklich angesprochen hatte und ihm das niemals zum Vorwurf machen würde, es tat mir irgendwie weh.
Die Zeiten in dem ich seine ungeteilte Aufmerksamkeit hatte, waren definitiv für mich für immer vorbei, denn jetzt gab es andere, für ihn wichtige Menschen, die ebenfalls nach dieser verlangten und ihn von mir wegrissen. Auch wenn das vielleicht etwas zu dramatisiert klang.
So etwas war ich nicht gewohnt.
Ich ließ mich leicht gegen den anderen gleiten, auch wenn dieser sich längst ein gutes Stück von mir entfernt hatte. Mit den Kopf auf seiner Schulter war es mir möglich ein wenig meiner inneren Ruhe zurückzufinden, die ich gerade erheblich eingebüßt hatte.
Der Geruch…
Nichts war für mich jemals mehr Heimat gewesen, als der Geruch meines besten Freundes, der mich in den Armen hielt und mir tröstende Worte oder Geschichten zuraunte. Damals als ich viel jünger und viel sensibler war, war das mein einziger Anker in einer Welt voll Schmerzen und Schatten gewesen. Damals hatte nur seine Stimme und der für ihn so typische Geruch nach Minze und Körpereigengeruch mich davor bewahrt zu zerbrechen. Mein Geist hatte beides bis heute gespeichert und das würde er wohl auch für immer tun.
Jetzt waren noch der Geruch von Aftershave und sonnengebrannter Haut dazu gestoßen, die ihn jedes Mal eine leichte Gänsehaut verschaffte, wenn er ihn tief inhalierte.
„Ach was, mach dir keinen Kopf“, meinte ich unbedacht und zuckte die Achseln. „Ich habe schon durchaus mehr Blut verloren, als das bisschen…“
Jetzt selbst auf die unvorsichtigen Worte aufmerksam geworden, senkte er den Blick um den Augen seines Freundes zu entkommen. Warum sagte er ihm sowas denn ausgerechnet jetzt?
Warum mussten diese verfluchten Erinnerungen immer dann hochbrechen, wenn er sie am wenigsten gebrauchen konnte?!
„Versprochen“, sagte ich schnell und sah ihn dann mit gespielten Missmut an. „Und jetzt führ dich nicht auf wie meine Mutter, sondern lass uns endlich gehen!“
Doch der Blick in die misstrauischen Augen ließ mich einhalten und ich seufzte tief, als mir klar wurde das AJ auf diese Ruhepause bestehen würde. So war es schon immer gewesen, wenn mir mein Körper den Dienst versagt hatte, dann hatte er mich umsorgt und bewacht wie eine Löwenmutter und kaum einen Menschen an mich heran gelassen. Eigentlich ein passender Vergleich, wenn er bedachte das sein Freund in das Löwenhaus gekommen war. Belustig blickte er in die dunklen Augen und versuchte dem anderen so zu verstehen gegeben, dass es ist Ordnung war das er sich sorgte und das er solange sitzen bleiben würde, wie AJ es für richtig hielt.
Manchmal konnte man mit Blicken einfach mehr ausdrücken als mit Worten.
Ich wartete also geduldig dort auf den Boden sitzend und musterte sowohl meinen Freund, als auch meine Umgebung. Ich wusste das AJ irgendwann ein Zeichen des Aufbruchs geben würde, dann wenn er es leid war zu warten. So war er schon immer gewesen und wenn er es war, der den Zeitpunkt des Aufbruchs bestimmte, konnte er sich im Nachhinein wenigstens nicht beschweren, dass ich nie auf ihn hörte. Bei diesen Gedanken schmunzelte ich leicht.
Auch wenn ich mich oft lautstark über seine Fürsorglichkeit mir gegenüber aufregte, weckte diese doch ein warmes Gefühl der Dankbarkeit in mir, denn so konnte ich mir sicher sein, dass ich die Stelle in seinem Herzen noch nicht verloren hatte, die ich damals so kopflos aufs Spiel setzte. Dieses Zeichen seiner Gefühle für mich… die Tatsache, dass er sich sorgte und mich glücklich sehen wollte, machten mich stolz. Denn nur zu genau erinnerte ich mich an die Zeit ohne diese Art von Zuneigung. Sie hing wie der Schatten einer Sense über mir, der über meinem Genick schwebte und es mir drohte zu brechen, wenn ich nicht Acht gab.
Ein ehrliches und wirklich seltenes Lächeln erhellte meine ernsthaften Züge und ich konnte nicht umhin ihn dabei anzusehen. „Das weiß ich doch…“
Trotzdem stürzten sich meine strapazierten Nerven auf die Worte und klammerten sich an ihnen fest, auch wenn ich sehr genau wusste, dass Worte manchmal keine Bedeutung hatten. Sie waren wie Balsam auf den eben noch mit Salz bestreuten Wunden, dessen Schmerz ich immer noch wie ein Nachklang meiner Vergangenheit spürte.
Erst als AJ abrupt stehen blieb, riss er mich aus meinen wieder trüber werdenden Gedanken und ich wendete meine gesamte Aufmerksamkeit wieder ihm zu, der die Augen in den Himmel gerichtet hatte.
Ich folgte seinem Blick, als er mich zu meiner Überraschung auf die Wetterverhältnisse der letzten Tage ansprach. Auch wenn es sich merkwürdig anhören sollte – dass AJ dieses tat, verwunderte mich doch. Er war eher der Typ Mensch, der Probleme solange aus seiner Reichweite schob wie es ging und sich erst dann mit ihnen beschäftigte, wenn es beinah schon zu spät für eine Lösung war. Andererseits wiederum war dieses Problem viel größer und monströser als ihre bisherigen je gewesen waren und um ehrlich zu sein bezweifelte ich das man so einfach eine Lösung dafür finden konnte, selbst wenn man der Gefahr ins Auge sah.
„Magie“, sagte ich ohne wirklich darüber nachzudenken. „Spürst du denn nicht die Aufladungen in der Luft und die Schreie der Lebewesen?“
Der Blick den ich daraufhin von meinem Freund erntete, war mir Antwort genug und ich sah zurück in den türkis schillernden Himmel. Einen Moment standen wir schweigend nebeneinander und als ich in sein Gesicht sah, sah ich den alten Schatten über seinen Augen liegen, den ich dort schon sehr oft gesehen hatte. Etwas in mir zog sich bei diesem Anblick zusammen.
„Es wird immer wieder einen Morgen geben“, sagte ich leise, als ich deutlich die Gedanken meines besten Freundes in seinem Gesicht hatte ablesen können. Und auch wenn ich den grausamen Teil meiner Theorie für ihn beiseiteließ um jenen Traum nicht zu zerstören, fühlte es sich auch für mich nicht falsch an. „Auch wenn ich den Sonnaufgang jedes Mal selber in den Himmel malen müsste… es wird immer einen Neubeginn geben.“
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BeitragThema: Re: FREUNDeSCHAF(F)T   Do 15 Sep 2016 - 18:44

Sanft schüttelte der große Gryffindor den Kopf und sah ein wenig irritiert zu Eli, ehe seine Blicke sich wieder in den Himmel richteten. "Nein ich spüre gar nichts. Ich habe nicht so eine kraftvolle Magie wie du, vielleicht liegt es ja daran.", erwiderte er leise mit einem zutiefst besorgten Gesichtsausdruck, der seine innere Unruhe vor dem Unbekannten ausdrückte. Normalerweise war AJ niemand den man so leicht aus der Ruhe bringen konnte. Aber im Angesicht dieser unnormalen Magie und der Macht die sie zu haben schien, war er alles andere als ruhig. Seine Sorge um Eli vergrößerte sich mit jedem Tag, an dem es schlimmer wurde. Er könnte den jungen Ravenclaw niemals alleine vor einer so großen Macht beschützen und trotzdem war er jederzeit bereit sich selbst zu opfern, um Eli das Weiterleben zu ermöglichen. Nichts war ihm wichtiger als seine Freunde und insbesonders seinen besten Freund mit einem glücklichen Lächeln im Gesicht zu sehen. Er könnte es niemals ertragen, wenn Eli etwas passieren würde, während er tatenlos daneben stand.

Wie sollte ich es auch spüren? Ich habe nicht einmal deine Begabung und ich beneide dich auch nicht wirklich drum. Ich frag mich sowieso wie du das aushälst.

sagte er zu sich selbst in Gedanken und versuchte gar nicht erst darüber nachzudenken, was passieren würde, wenn diese unglaublich Kraft über sie hinwegziehen und ihre volle Macht entfalten würde.
"Spürst du denn etwas? Was spürst du?", fragte er sichtlich interessiert und sah seinen besten Freund für eine Sekunde wie gebannt an. "Vielleicht wäre es klug, einem Professor von deinen Empfindungen zu erzählen, meinst du nicht? Immerhin arbeitet doch jeder fieberhaft daran, dieses Rätsel zu lösen."

Hatten die Menschen überhaupt die Chance sich einer solchen Kraft entgegenzustellen? Sie beide waren gerade Mal sechs Jahre in Freiheit und schon sahen sie sich einer neuen Katastrophe gegenüber, die dieses Mal vielleicht alles und jeden verschlingen würde. Nicht einmal Eli mit seiner unglaublichen Magie, könnte sich dagegen stemmen. Und so sehr AJ auch versuchte es in den Hintergrund seines Kopfes zu verbannen, die türkise Färbung am Rande des Horizonts erinnerte ihn stetig daran, welche Gefahr ihnen tagtäglich aufs Neue auflauerte und näher kam. Daher war er sehr froh als Eli die passenden Worte fand um ihn zu trösten und von seinen Gedanken abzulenken.

Es war für den jungen Gryffindor immer wieder aufs Neue erstaunlich wie viel Kraft und Willen in Eli steckte. Bei weitem war Eli ein Junge der sehr viel mehr durchgemacht hatte als AJ je in seinem Leben. Nur er kannte bisher das volle Ausmaß dessen was ihm widerfahren war. Egal was in all den Jahren, in denen sie gemeinsam aufwuchsen, auch passiert war, er stand immer und immer wieder auf. Egal wie verletzt oder krank er wurde, jedes Mal aufs Neue erhob er sich trotz seiner Qualen nur um AJ die Angst zu nehmen. Wie oft hatte er sich für ihn opfern wollen? Wie oft hatte er schon den Kopf für ihn hin gehalten? Oder sich die Nächte um die Ohren geschlagen? Die meisten hielten AJ für einen starken, selbstbewussten und niemals aufgegebenen Jungen, aber keiner von ihnen, weder Kayla noch Jeffrey oder irgendjemand anders an dieser Schule hatten eine Ahnung wer der wirklich starke ist. Wäre AJ an Elis Stelle, wäre er vermutlich längst zusammengebrochen und gestorben, den Kampf den Eli Tag für Tag durchmachte war mehr als jeder von ihnen vermutlich aushalten konnte. Er hatte es ihm zwar nie gesagt, aber insgeheim bewunderte er den jungen Ravenclaw für seine enorme Willenskraft.

Selbst jetzt wo die Lage völlig aussichtslos erschien, war er noch optimistischer als AJ und das war wirklich eine Seltenheit. Dennoch rang er ihm damit ein Lächeln ab und legte ihm einen Arm um die Schulter.

Egal was auch kommen mag, egal was dort am Horizont auf uns wartet, ich lass nicht zu das dir was passiert!

dachte er und sah noch einen Augenblick hinauf, ehe er seinen Blick direkt auf Eli richtete. "Danke." flüsterte er ihm zugewandt und nahm ihn sanft in den Arm. Wieso? Er konnte es sich nicht erklären, es war irgendwo seine Art sich bei Eli für seine aufbauenden Worte zu bedanken. "Ich hab einfach Angst, dass jetzt wo wir gerade uns wiedergefunden und unsere Freiheit wieder haben, wir wieder voneinander getrennt werden und diesmal für immer.", das AJ jemals solche Worte in den Mund nehmen würde, hätte er nie von sich selbst gedacht. "Aber ich werde immer auf dich aufpassen. Ganz gleich was auch immer da wie eine Taschenlampe am Himmel leuchtet, es wird uns beide nicht voneinander losreißen!", rief er mit wilder Entschlossenheit aus und löste sich wieder langsam von Eli. Ein großes breites Grinsen zuckte über seine Lippen und ein kleines Zwinkern sollte seine Selbstsicherheit wiederspiegeln.

Mit einem sanften Klopfen auf Elis Schulter, signalisierte er ihm, dass er weitergehen wollte, um nicht noch mehr auf diese Angst einflößenden Dinge zu starren und sich die wildesten Theorien darüber auszudenken. Vielleicht war es wirklich besser sich nicht allzu viele Gedanken zu machen und das den Erwachsenen zu überlassen.
Nachdem sie sich endlich dazu aufgerafft hatten weiterzugehen, kamen sie während ihres Spazierganges sehr nahe an den Waldrand heran und gingen in einem größeren Bogen bis zur Wildhüterhütte. Von dort aus wollten sie wieder zurück zum Schloss zurück. Aber noch bevor sie überhaupt in die Nähe der Hütte kamen, entdeckte AJ etwas merkwürdiges vor ihnen zwischen den Sträuchern liegen. ein seltsames leidendes Geräusch drang an ihre Ohren. "Hörst du das?", fragte er und blieb mit einem Mal auf er Stelle stehen. Sein Blick wanderte umher, ehe er das Geräusch aus den Sträuchern zu ihrer rechten ausmachen konnte. Zunächst sah man rein gar nichts, nur Blätter und einen dichten Strauch, der direkt neben anderen Sträuchern stand. Aber wenn man genau hin sah, konnte man ein kleines pelziges Lebewesen entdecken, dass im Strauch lag und alle viere von sich streckte. Die Farbe verriet eindeutig, dass es ein Kniesel war, der wohl verwundet sein musste. "Das ist eine Kniesel!!" sagte er und rannte zu dem Stauch, durch den er sich durchquetschte und blass zurückschreckte. Der Anblick der sich ihnen bot war kein schöner. Das Tier lag schwer atmend im Dreck, eine große Fleischwunde ragte aus seinem Bauch heraus, der Boden um das Tier herum war von Blut getränkt. An einer Pfote fehlte sogar bereits ein Zeh, die Ohren lagen dicht an den Kopf angepresst, während das Tier mit offenen Augen, leise Schreie des Schmerzes von sich gab. "Hilf mir mal. Schnell, das arme Tier braucht dringend Hilfe!! Kannst du irgendetwas tun Eli?"
rief er aus dem Gebüsch und hob das Tier vorsichtig auf seine Arme und legte es vor dem Strauch wieder nieder auf den Boden. So hatten sie wenigstens genug Platz um dem armen Wesen helfen zu können. Es blutete AJ schon im Herzen, dieses arme Tier so dermaßen leiden zu sehen. "Was zur Hölle, verursacht eine solche Verletzung?", fragte er, als plötzlich noch mehr Blut aus der Wunde ausströmte und das Shirt von AJ mit der roten Flüssigkeit tränkte. Sofort stieß das Wesen einen Schrei aus, die Augen wurden müder und müder, während es hier und da vor Angst zitterte oder war es der Blutverlust? Was es auch immer war, die Wunde schien tief und wenn sie es nicht schafften dem Kniesel zu helfen, würde es ihnen wohl unter den Händen wegsterben.
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Nôel Eliot Sulivan
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BeitragThema: Re: FREUNDeSCHAF(F)T   Sa 1 Okt 2016 - 17:39

Ich musterte den besorgten Blick und seufzte leise. Ja, manchmal vergaß ich, dass ich in dieser Hinsicht den meisten Jugendlichen hier voraus eilte und das nicht mal aus freien Willen. Ich hatte mir dieses Wissen ebenso wenig ausgesucht wie meine Vergangenheit und meinen Werdegang. Die Fremdbestimmung in meinen Leben, die mich bis jetzt niemals richtig losgelassen hatte, wurde mir vor allem in Situationen wie diesen wieder bewusst. Was hatte ich denn schon alleine entschieden in meinen bisher kümmerlichen Leben?
Wann hatte ich jemals die freie Wahl gehabt?

Niemals…

Ich sah in den türkisenen Himmel und die Erinnerung, die sich wie Säure durch meine Gedanken fraßen schmerzten. Ich hielt ihnen einen Moment lang stand und blickte zurück in die Zeit die ich bisher erlebt hatte, doch auch das schaffte ich nicht lange. Ich wollte nicht mehr an diese Zeiten denken – diese Zeiten waren vorbei. Ich hatte AJ wieder und ich hatte ein Stück Selbstkontrolle wiedererlangt, auch wenn ich die Hoffnung darauf schon fast verloren hatte. Konnte ich im Moment mehr verlangen?
„Es ist ein Gefühl, als wenn du Bild betrachtest, dessen Teile falsch zusammengesetzt wurden“, meinte ich nachdenklich nicht wirklich wissend wie ich es ihm erklären sollte. „Das Gleichgewicht stimmt nicht mehr… irgendetwas stört es und ich höre das weinen des Waldes – das Rauschen des Windes und die Tierrufe haben sich verändert… sie klingen anders – besorgter.“
Wenn ich das alles so aussprach klang ich doch ein wenig verrückt was mich leicht zum Schmunzeln brachte. „Was soll ich denn deiner Meinung nach sagen? Ich höre das die Tiere besorgt sind und spüre den Wald sterben? – wer würde das denn ernst nehmen?“ Ich schüttelte den Kopf nachdrücklich um meinen Freund zu bedeuten, dass ich nichts davon irgendjemanden sagen würde.
Bei ihm war das anderes… er wusste, dass ich anders war als alle anderen und er hatte mich trotzdem in sein Herz gelassen. Eine Tatsache, die mich auch heute noch mit so großer Dankbarkeit erfüllte, dass ich heulen könnte.

Auch seine Geduld wird ein Ende haben, wenn er weiß wie anders du bist…
kicherte die hämische Stimme in seinem Kopf.

Der Arm um meine Schultern riss mich aus den Gedanken und ich blickte auf in AJs lächelndes Gesicht, dass mir selber ein liebes Lächeln auf die Lippen zwang, ob ich wollte oder nicht. Auch wenn ich in den braunen Augen meines langjährigen Freundes noch immer die Sorge und eine tiefliegende Angst sehen konnte, schien er sich doch etwas von meinen Worten beruhigen zu lassen. Alleine das machte mich irgendwie zufrieden, denn auch wenn die Welt untergehen würde – solange er noch so einen Arm um mich legte, konnte ich stehen. Das wusste ich…
AJ war es gewesen, der mir nach einer halben Ewigkeit von kriechen und knien das Gehen beigebracht hatte – vor allem im übertragenen Sinne. Er hatte mich aufgehoben, als die anderen mich fallen ließen und hat mich mit sich genommen ohne irgendeine Gegenleistung zu verlangen.
Noch heute fehlt mir an manchen Tagen der Antrieb und die Last, die durch meine Erinnerungen und Gedanken kriecht, liegt oft so schwer auf meiner Brust, dass ich das Atmen verlerne. An diesen Tagen bin ich rastlos und so instabil wie sonst kaum und auch jetzt ist er es, der mir von neuem zeigt wie man atmet wenn ich in mir selbst zu ertrinken drohe brauche ich diesen Arm. Er war schon immer mein Anker in dem Meer, das ich selber erschaffen habe.
Zu spät registrierte ich seine Worte und zuckte ein wenig zusammen, als ich so unvermittelt in die kräftigen Arme gezogen wurde. Doch nur Augenblicke später schmiegte ich mich an ihn und atmete seinen Geruch ein.
„Das weiß ich doch“, antwortete ich leicht erheitert über seinen Enthusiasmus. „Ich glaube nicht, dass es etwas gibt was mich jetzt noch von dir trennen könnte, Jay.“
Außer dir selbst…, aber das sagte ich nicht laut. Alleine der Gedanke er könne mich irgendwann von sich stoßen zerriss mich von innen.
Als ich ihn das erste Mal verloren hatte, war ich innerlich gestorben. Ich dachte immer ohne ihn würde ich aufhören zu existieren und einfach umfallen – niemals wollte ich erfahren, dass nur etwas in mir stirbt und ich mit diesem Leichnam in mir weiterleben musste.
Das schlimmste an diesem toten, modernden Teil von mir, war das Wissen das ich selber an dieser Trennung schuld gewesen war und auch heute waren die Überreste dieser Schuld vorhanden, auch wenn wir beide niemals mehr darüber gesprochen hatten. Ich konnte sie noch spüren und ich wusste, dass auch AJ das noch tat.
Auf eine Intension hin gingen wir ein Stück weiter den Feldweg hinunter und schlossen den Kreis, den wir gehen wollten schließlich fast komplett. Meine Gedanken hingen noch ein wenig in der Vergangenheit, deswegen wusste ich auch nicht sofort was mein Freund von mir wollte, als er mich so abrupt mit seiner Frage aus ihnen herausriss.
„Was bitte?“ Ich sah ihn verdutzt an und begriff erst was er eigentlich meinte, als er schon auf den Strauch zusteuerte. „AJ, was machst du? Sei vor-“
Weiter konnte ich nicht sprechen, denn inzwischen schien er die Quelle des Geräusches erspäht zu haben. Ein Kniesel? Hier?
Auch ich trat näher und meine Augen weiteten sich entsetzt, als ich das ganze schreckliche Ausmaß erblickte, was sich mir darbot.
Der nächste Ausruf seines Freundes und die Tatsache dass er so unbedacht das verletzte Tier anfasste, brachten mich dazu zu handeln. Ich griff nach der Schnauze des Tieres, die gerade herumfuhr um AJ zu packen, der es einfach so hochgehoben hatte.  Ein leises Winseln entglitt ihm und ich strich vorsichtig über die Seite seines Kopfes um ihn zu beruhigen, ehe ich dem anderen half die Wunde zu verarzten.
„Scht… scht… halt still wir kriegen das schon irgendwie wieder hin“, versuchte ich das verwundete Kniesel zu beruhigen, das immer wieder Schmerzenslaute austieß.
„Sieht nach einem Höllenhund oder einen Cransis aus…“, murmelte ich und einen Moment blieb ich so sitzen; ich fühlte das Blut, dass meine Hose völlig durchtränkt hatte und meine Hände benetzte. Ich sah in die müden Augen und erkannte den Schmerz darin.
„Es ist okay loszulassen, weißt du?“, meinte ich mit belegter Stimme und blickte zu dem Tier hinunter. „Wenn du zu große Schmerzen hast, kannst du gehen…“ Ich wusste, dass diese Worte nichts bedeuteten… dass das Kniesel sie genauso wenig verstehen würde wie ich AJ die Tatsache, dass ich so etwas sagte. Aber ich hatte das starke Bedürfnis diese Worte zu sagen, denn ich spürte wie das Leben aus dem Körper unter meinen Händen schwand und wie aus einer Art Reflex begann ich das Lied zu singen, was ich ´für jeden Sterbenden gesungen hatte. Sanft strichen meine Finger durch das struppige Fell an dem Kopf und den bebenden Flanken. Ruhig und klar kam die Melodie aus meinem Herzen über meine Lippen.
„Seelen werden vom Winde weggefegt – Menschen reißen zu viele Herzen aus. Ich bitte die Erde, den Regen und Wind, den Himmel und das Licht! Setze dem ein Ende, befreie diese Welt – verberge diese tiefe Dunkelheit und erblühe wieder.“ Leise summte ich vor mich hin. Und als der letzte Ton verklungen war, starrten die Augen des Tieres leblos in den Himmel – spiegelten die unnatürliche, türkisene Farbe als hätten sie nie was anderes getan und waren seelenlos. Fast so als hätte mein Lied die Seele fortgetragen.
Ich schwieg.
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Aiden Jeremy Landon
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BeitragThema: Re: FREUNDeSCHAF(F)T   Mo 17 Okt 2016 - 17:24

Ein wenig entsetzt sah er Eli dabei zu, wie er das arme Tier dazu ermutigte in den Tod überzugehen. Er wollte nicht glauben, dass sein bester Freund dieses Wesen auch noch zum sterben gehen ließ, nicht solange vielleicht noch die geringste Chance auf eine Rettung bestand. Aber vermutlich wusste Eli schon längst was ihm durch den Kopf schoss, daher waren jegliche Worte des Entsetzens unnötig und da AJ kaum Kenntnisse zum Thema Heilungsmagie aufwies, hätte er ohne die Hilfe seines Freundes sowieso nichts machen können. Ihm blieb also nichts anderes übrig als das arme Wesen sanft zu streicheln und es mit einem freundlichen Lächeln dem Jenseits zu überlassen. Es war ein merkwürdiges Gefühl, diesem armen Tier beim Sterben zu zusehen, anzusehen wie das Leben langsam dem Körper entwich und sich wieder mit der Natur und dem ewigen Kreislauf vereinte. Aber das wohl spektakulärste kam erst als Eli anfing eine Melodie vor sich hin zu summen, verblüfft aber auch irgendwo beeindruckt von dieser spontanen Hingabe an dieses unschuldige Geschöpf, sah er Eli wie verzaubert an. Ein kribbelndes Gefühl, dass ihm zugleich eine ungewöhnliche Wärme schenkte, machte sich dabei breit, es war als würde Eli die Atmosphäre um sie herum aufheizen, als würde er alles schlechte das in diesem Augenblick vorherrschte, verbannen. Seine Stimme war so schön, besonders wenn er eine Melodie vor sich hin summte oder anfing zu singen, jedes Mal konnte er ihm dabei zuhören und jedes Mal wäre AJ am liebsten vor Begeisterung geplatzt. Diese beruhigende Stimme, diese Wärme und Zuneigung die er in diesen Augenblicken ausstrahlte, waren so einzigartig und wunderschön, dass man manchmal das Bedürfnis hatte ihn nie wieder loszulassen. Er hatte noch nie begriffen wie man diesen Jungen hassen, quälen oder foltern konnte. Trotz all seiner schlechten Erfahrungen und dem manchmal sehr distanziert kühlem Verhaltens, war sein Herz doch von Wärme und Liebe durchsetzt. Hatte er ihm eigentlich je gesagt wie anziehend er das fand? Nein, sie hatten nie über dererlei Dinge gesprochen, weil AJ sich nicht sicher war, wie und ob er darüber mit ihm reden sollte. Nachdem Brief, den Eli ihm damals geschrieben hatte, diesen einen Liebesbrief, hatte man ihm angesehen wie peinlich berührt er auf diese Themen reagierte.

"Sag mal..ich will ja nicht respektlos erscheinen..aber hab ich dir je gesagt wie wunderschön deine Singstimme ist? Du hättest dem armen Kniesel kein schöneres Geschenk machen können. Es ist so beruhigend, so...einmalig schön...ich könnte dir den ganzen Tag dabei zuhören.", hatte er ihm das grade wirklich gesagt? Komisch eigentlich wollte er das für sich behalten, aber letztlich verdiente Eli es das man ihm von Zeit zu Zeit auch mal ein Kompliment machte. Nicht, dass er nicht schon genug Komplimente von ihm bekam, allein wegen seinem unglaublichen Brain und seiner im Kopf gespeicherten Bibliothek hatte er schon mehrfach von ihm die wildesten Komplimente erhalten. Wer im versuchte den Genie abzuerkennen war ein größerer Narr als AJ selbst, der sich beim Zauberschach wirklich damit rühmte es mit Eli aufnehmen zu können. Dabei war der derzeitige Punktestand ziemlich vernichtend für AJ. 56:2.... ja....ein vernichtender Punktestand, den AJ wahrscheinlich in den nächsten 60 -70 Jahren nicht mehr aufholen könnte. Trotzdem setzte er sich das feste Ziel den Jungen mindestens noch acht mal zu schlagen. Aber wahrscheinlich wäre dann der Punktestand bei 1000: 10...so wie es jetzt stand, war es beinahe unmöglich für ihn, an Eli auch nur annährend heranzukommen.

Respektvoll stand AJ auf, als das Wesen seinen letzten Atemzug getan hatte und streichte Eli liebevoll über den Rücken, er ahnte das ihn das mitnehmen würde, vor allem weil er sich mit den magischen Wesen wesentlich verbundener fühlte als mit den Menschen. Selbst ein Klotz wie der Gryffindor konnte sowas sehr eindeutig erkennen.
"Was hälst du davon, wenn wir dem Kniesel eine ehrenvolle Bestattung geben und es im Boden vergraben. So können sich keine anderen Tiere an der Leiche zu schaffen machen.", außer die Würmer in der Erde und alles andere an Insekten das in der Erde so herumkroch. Allein die Vorstellung war eklig.
Da AJ aber nunmal keine Schaufel besaß und Eli wahrscheinlich keine zufällig in seiner Hosentasche mit sich trug, zog er seinen Zauberstab und  hob einen großen Ballen Erde aus einem rechteckigen Loch aus. Mit ganz sanften und geschmeidigen Bewegungen, ließ er die Erde neben dem Loch zu Boden geleiten und sah Eli dabei zu, wie er das Wesen zu grabe trug.
Erst als sie den Kniesel in das Loch eingebettet hatten, murmelte AJ ein paar leise Worte, die er in seiner Zeit im Labor einmal in einem Buch gelesen hatte. "Asche zu Asche, Staub zu Staub..." murmelte er und schob Eli vorsichtig, aber respektvoll ein paar Schritte nach hinten,ehe er die Erde mit dem Zauberstab erfasste und wieder in das Loch schweben ließ, wodurch es nun aussah wie ein gut gepflegtes Grab.
"Alles okay?", er sah Eli an und legte einen Arm um ihn und hoffte, es würde ihn nicht allzu sehr mitreißen.
"Willst du noch eine Blume drauf legen bevor wir gehen oder reicht dir das so?", er wollte Eli mit dieser Bestattung einen Gefallen tun, ihm zeigen, dass er seine Ansichten bezüglich der Tiere hier im Wald respektierte und ihn dahingehend sogar unterstützte. Letztlich meinte er es nur gut mit ihm und versuchte ihn auf eine gewisse Art und Weise glücklich zu machen. Er liebte das Lächeln im Gesicht seines Freundes und konnte einfach nicht genug davon kriegen. Daher tat er alles um es immer wieder sehen zu dürfen.

Gerade als sie sich aufmachen wollten zu gehen, blieb AJ wie versteinert stehen, als eine riesige Gestalt vor ihnen stand, ein Pferdekörper so edel und glänzend, verbunden mit einem menschlichen Körper und einem langen Haar das hinten den Schultern herunter hing. Eli kannte den Zentaur schon aus dem Unterricht Pflege magischer Geschöpfe, es war Ricardo, zweiter Sohn des Stammesanfürhers und Assistent von Bill Melbourne im Unterricht, zumindest wenn es um die Zentauren ging. Aus reinem Reflex packte AJ Eli schützend bei der Hand und zog ihn leicht hinter sich, um ihn vor einer möglichen Bedrohung zu schützen. "Woaahhh...wer sind denn sie?", fragte  erschrocken, während der große Zentaur die beiden Schüler musterte.

"Verzeiht euch erschreckt zu haben. Ich war auf den Weg zurück in den Wald und konnte nicht umhin mitanzusehen wie respektvoll ihr mit diesem Wesen umgegangen seid. Mein Herz war erfüllt von höchster Bewunderung für die Ehrerbietung die er damit dem Wald zukommen lasst. Ein ungewöhnliches Verhalten für Menschen. Sprecht und erzählt mir, wieso ihr das tut.", sagte er mit tiefer Stimme und sah die beiden mit einem beinahe durchdringenden Blick an. AJ blieb ein Kloß im Hals stecken, da er sich noch nie mit einem Zentauren unterhalten hatte. Er wusste nicht einmal was er beachten musste, bei diesem Gespräch und hoffte innerlich, dass Eli ihm half und da sprechen übernahm."Sagt mir eure Namen, damit ich euch in meine Gebete zum Schicksal einbeziehen kann. Ihr seid würdige Menschen, ehrenhaft und gutherzig. Möge euch das Schicksal beschützen.", erklärte er, verschwieg ihnen aber den wirklichen Grund warum er sich so nahe am Schloss aufhielt und so fern von seinem eigenen Stamm. Das ein Zentaur den weiten Weg auf sich nahm und dann auch noch alleine, war eine Seltenheit für sich. Aber in Anbetracht der sich verändernden Bedingungen durchs Wetter, war es ein sicheres Indiz, dass die Situation ernster war, als man den Schülern wirklich mitteilte.
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Nôel Eliot Sulivan
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BeitragThema: Re: FREUNDeSCHAF(F)T   Mi 26 Okt 2016 - 0:47

Abwesend beobachtete ich die Beerdigung des Wesens, das gerade noch gelebt hatte. Es zog an mir vorbei wie ein Film und ich konnte ein zittern nicht verkneifen. Warum mussten die unschuldigsten immer zuerst sterben? Das einzige was mich tröstete war, dass dieses Tier nun wieder im Schoß der Erde war und nicht von irgendeinem Aßfresser angefressen und dann verrottend liegen gelassen wurde.
Ich folgte der Aufforderung und ging zum Waldrand an dem verschiedene Wildblumen wuchsen. Ich entschied mich für eine weiße und schritt dann zurück um sie auf das frische Grab zu legen. Es rührte mich das AJ so viel Mitgefühl zeigte und mich ehrte sein Kompliment. Deswegen lehnte ich mich sofort in seine halbe Umarmung. Mit leicht geröteten Wangen sah ich lächelnd zu AJ auf und nickte. „Danke…“
Mehr wusste ich nicht zu sagen und wahrscheinlich gab es in diesem Moment auch nichts anderes, was man noch sagen könnte, deswegen blickte ich eine Weile stumm auf den kleinen Erdhügel auf dem nun eine einzelne Blume ruhte. Ich fühlte die Wärme von AJs Körper und konnte nicht anders als froh darüber zu sein, dass er hier bei mir war und nicht unter dieser Erde ruhte. Das wir hier zusammen waren.
Mein Herz schien sich langsam wieder auseinanderzufalten – so verkrampft wie es sich anfühlte, war das der beste Begriff – und ich drückte AJs Hand, damit er wusste wie sehr er mir damit geholfen hatte. Mein Lächeln vertiefte sich noch. „Ich glaube nicht das du – “
Bei dem erschrocken Aufschrei meines Freundes, der sich halb zum Gehen umgewandt hatte, verstummte ich und suchte mit den Augen die Umgebung nach einem Grund für eben jenen ab. Der Grund war schnell gefunden. Er war knapp an die zweieinhalb Meter groß und trabte auf einen braunen Pferdekörper zu ihnen hin. Ricardo.
Zuerst war ich zu überrascht um zu sprechen, doch ich drückte AJs Hand, der noch nie Kontakt zu einem solchen Wesen gehabt hatte. Immerhin besuchte er nicht den Unterricht von Bill Melbourne.
Schließlich jedoch konnte ich mich zu einer ehrenvollen, halben Verbeugung zwingen und blickte dann in die dunklen Augen. „Wir haben sie nicht bemerkt, mein Herr.“ Das war etwas zu offensichtlich gewesen, weswegen ich schnell anfügte: „Aber es ist doch ein logischer Akt der Verbundenheit, wenn man seine Brüder oder Schwestern ehrenvoll bestattet und dafür sorgt, dass ihr Körper unversehrt bleibt, bis sein größerer Sinn erfüllt ist. Auch wenn wir nicht gleich aussehen und andere Urinstinkte haben, bewohnen wir doch alle diesen Planten und haben alle das Blut in unsere Adern und ein Herz das im ähnlichen Takt schlägt.“ Ich blickte zu dem Erdhügel und lächelte traurig. „Es ist nicht das Beste, aber das Beste was wir ihr geben konnten, damit sie Ruhe findet.“
Dann sah er wieder auf und nickte. „Das ist Jeremy Landon und ich bin Eliot Sulivan“, antwortete er und unterdrückte die Frage warum ein einzelner Zentaur hier herumlief. „Aber die Ehre in eure Gebete mit einbezogen zu werden ist fast zu viel, mein Herr. Wir wollten doch lediglich unsere Pflicht als fühlende Wesen nachkommen.“
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Aiden Jeremy Landon
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BeitragThema: Re: FREUNDeSCHAF(F)T   Sa 29 Okt 2016 - 19:28

Der große Zentaur beobachtete die beiden Jungs sehr genau, seine erhabene Mähne und die kräftige muskolöse Figur des großen Halbmenschen warf einen langen Schatten. Schweigend hörte er der Ansprache von Eliot zu und runzelte etwas überrascht von den Worten die Stirn. Ricardo wirkte aufrichtig begeistert von seinen Worten und lächelte leicht. Aber so schnell wie das Lächeln auf seinem Gesicht aufgekommen war, so schnell war es auch wieder davon verschwunden. "Du nennst die Wesen im Wald deine Brüder und Schwestern, obgleich du ein Mensch bist der solche monströse Bauten erschaffen kann?", fragte er und musterte den Jungen mit argwöhnischen Blicken, während er AJ nicht mehr zu beachten schien. AJ hingegen war ebenso überrascht wie Ricardo und wäre er nicht darauf vorbereitet gewesen, dass Eli seine Intelligenz zum besten gab, würde ihm wohl die Kinnlade bis zum Boden geleiten.

Wieso haben die Lehrer Eli nie zum Botschafter des Waldes ernannt? , fragte er sich innerlich, während er immer noch die große Gestalt des Zentauren bewunderte. So einen stählernden Körper hätte er gerne gehabt. Damit würde ihm bestimmt alles gelingen. Leider müsste er dafür ewige Zeiten im Wald trainieren, etwas was die Zentauren vermutlich jeden Tag taten. Sie waren die reinsten Arbeitstiere zum Krieger geboren, was man von AJ und den wenigen Muskeln die er besaß nicht wirklich behaupten konnte. Zu Mal einige nicht einmal echt waren, aber das war ein anderes Thema über das er mit niemandem außer Eli sprach. Zu viele Erinnerungen hingen daran, als das er wirklich darüber reden wollte und vor allem waren zu viele Qualen damit verbunden, als es irgendjemandem anzuvertrauen. Er hatte Angst,dass die Menschen um ihn herum, die nichts über die Vergangenheit von Eli und AJ wussten, sie danach mit anderen Augen sehen würden, mit diesen besorgten mitleidigen Augen, die er nicht ertrug. Er wollte weder Mitleid noch irgendwelche Fürsorge. Und schon gar nicht wollte er, dass man ab diesem Zeitpunkt ständig ihr Verhalten analysierte und auf irgendwelche vergangenheitsbezogene Probleme zurückführte. Nein! Er war sich sicher, dass Eli das genauso wenig wollte und dabei sollte es auch bleiben!

Aus seinen Gedankengängen herausgerissen, lauschte er den Worten des Zentauren. "Mein Name ist Ricardo, Sohn des Rasalas, zweiter Thronfolger und Sprachrohr für mein Volk. es ist mir eine Ehre Herr Landon und Herr Sulivan, sie zu kennen. Ich empfinde es als eine Wohltat zu hören das es noch Menschen gibt, die ein anderes nicht menschliches Lebewesen als ihre Geschwister betrachten. Es ehrt euch und macht euch zu guten Beispielen, wie Menschen und Zentauren gemeinsam leben könnten.", fuhr er fort und ging etwas näher auf Eli zu, was von AJ jedoch eine Reaktion provozierte. Sofort stellte er sich schützend vor Eli, was Ricardo zum stehen brachte. Mit hochgezogener Augenbraue taxierte er Landon und schien für einen Moment ihn mit ernster Mine anzuschauen, ehe sich ein schmales Lächeln auf seine Lippen setzte.

"Fürchtet euch nicht Herr Landon, ich bin keine Bedrohung für euch. Wir würden niemals unprovoziert angreifen und außerdem würden wir niemals einen Menschen angreifen die man bei euch Kinder und Teenager nennt. Macht euch keine Sorgen." beschwichtigte er AJ mit hoher Stimme. Irgendetwas in dieser Stimme beruhigte ihn und schien zu bewirken, dass Jay tatsächlich zur Seite wich. Ricardo kam etwas näher an Eli heran und legte ganz vorsichtig und behutsam eine Hand ihm auf die Stirn. Die Berührung dauerte nur wenige Augenblicke, ehe er sie wieder wegnahm und in den Himmel sah. "Aekta Kals Quaaktem schadrem. Klitrias, vares mirasa tolem. Prasitas Tolas mariem schalem" (Oh ihr Sterne dort oben, helft diesem Jungen seinen Weg aus der Finsternis seines Herzens zu finden. Und reinigt ihn von dem schwarzen Fleck in seiner Seele)

AJ versuchte erfolglos irgendetwas von diesen Worten zu begreifen, aber alles was er verstand, war Gleis 9 3/4. Mehr begriff er nicht von den Worten, die der große Zentaur sprach.Ob das deren eigentlich Sprache war? Verwirrt lehnte er sich unsicher an Eli und flüsterte leise in sein Ohr. "Verstehst du auch nur eine Silbe?", fragte AJ ihn und hob eine Augenbraue. Wundern würde es ihn nicht, immerhin war Eli ein wandelndes Lexikon und wusste beinahe alles. Ricardo blickte erneut zu Eli hinab, "Sie sind kein gewöhnlicher Mensch Herr Sulivan, Sie sind anders als alle anderen, Sie tragen eine große Last mit sich herum, eine über die sie nicht sprechen wollen. Ihre Verbindung zum Wald ist deswegen ungewöhnlich stark. Aufgrund dem was ich fühlte, würde ich euch zu einem Ritus des Scarleb einladen, ein Reinigungsritual, dass euch womöglich helfen könnte. Es ist eine seltene Ehre und wird nicht jedem zu Teil. Aber vielleicht hilft es euch, eure Last besser zu ertragen. Ihr müsst dafür keine Mutprobe bestehen oder so etwas. Ihr werdet völlig unverletzt sein.", entgegnete Ricardo und sah zu dem Jungen hinab, dem er eben noch seine Hand auf die Stirn gelegt hatte. Eli hatte ganz offenkundig das Interesse von Ricardo erlangt, auch wenn AJ immer noch sehr skeptisch war, was die Motive des großen Zentauren anbelangte.

Aber er zuckte mit den Schultern und überließ Eli diese Wahl, wenn er sich dazu entscheiden würde, würde AJ mit ihm gehen und bei ihm bleiben. Entschied er sich dagegen, würde AJ trotzdem bei ihm bleiben, er hätte also nichts dabei zu verlieren, egal wie er sich auch entschied. Dennoch war es extrem selten das ein Zentaur ein solches Interesse an einem Menschen bekundete und ihn zu einem seltenen internen Stammesritual einlud. Vielleicht war genau das die Art von Ehrerbietung und Kompliment die Eli schon lange mal gebraucht hatte. Die Wertschätzung die er sich selbst versagte, von jemandem zu kriegen der sie nur ganz wenigen zu Teil werden ließ.
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Nôel Eliot Sulivan
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BeitragThema: Re: FREUNDeSCHAF(F)T   So 30 Okt 2016 - 23:05

Ich bemerkte das kurze Lächeln und dachte einen Moment über diese Frage nach, während ich den Zentaur ernst musterte. So etwas wie Angst verspürte ich nicht, egal wie mächtig er wirken mochte. Deswegen legte ich den Kopf schief und meinte ehrlich:  
„Was nützen mir die größten und prunkvollsten Paläste, wenn ich meinen Ursprung verloren habe und auf verlorenen Platz lebe? Ich lege keinen Wert auf Menschen und materielle Dinge, wenn ich Geschwister habe, die alleine die Tatsache erfreut mich zu sehen.“
Und das war mein Ernst. Wozu brauchte ich Menschen, die mit ihrem Besitz und ihrer Magie prahlten – die nichts glücklich machen konnte und die ihren Blick für das Schöne der Welt verloren hatten? „Ich glaube wir können viel von den Geschöpfen lernen, die wir versuchen klein zu halten, weil wir sie fürchten...“

Lernen, stimmte die raue, knurrende Stimme ihm zu. Wissen, sagen, riechen, leben...

„Ich danke ihnen, mein Herr.“ Ich nickte, weil ich diese mehr als alles andere hoffte. Ich hoffte das Bill Melbourne dafür sorgte, dass sich die Zentaur und die Menschen sich wieder annäherten. Das die alte Feindschaft die seit Jahrhunderten herrschte wieder in kleinen Teilen beigelegt wurde und er das vollenden konnte was der damalige Schulleiter Dumbledore angefangen hatte.
Ich wurde aus den Gedanken gerissen, als Ricardo auf mich zukam und AJ sofort in Verteidigungsposition ging, was mich schief zum Lächeln brachte.
„Scht... was machst du denn, entspann dich“, murmelte ich und strich über seinen Rücken, während auch ich den Worten des Halbmenschens lauschte. Anscheinend schien mein Freund seinen Worten Glauben zu schenken, denn er trat wieder zur Seite und ließ Ricardo zu mir, der mich kurz berührte und etwas sprach, dass sich anhörte wie ein Gebet.
„Irgendetwas mit Finsternis und Herz“, flüsterte ich zurück, ehe ich mich wieder auf Ricardo konzentrierte, der weiter mit mir sprach.
Als er die Worte des anderen vernahm, geschah etwas das sehr selten bei Fremden passierte. Sein sonst recht ernstes Gesicht wurde von einem ehrlich begeisterten Lächeln erleuchtet, das in sich die Kraft eines Atomkraftwerkes besaß und jedes Herz zum schlagen brachte. Es war das breite Lächeln eines kleinen Jungen, den man verkündete das es morgen ein Geschenk geben würde.
„Ich... danke“, meinte er und dieses Mal war seine Verbeugung nicht nur angedeutet, sondern kam von Herzen. „Es wäre mir eine außerordentliche Ehre an eurem Ritual teilzunehmen!“
Ich konnte AJ neben mir fühlen, da er noch immer näher als sonst bei mir stand und hatte mit einem mal den übermäßigen Drang ihn zu umarmen und einen Jubelschrei auszustoßen, stattdessen lächelte ich ihm zu und wusste, dass er mich nicht alleine lassen würde.
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BeitragThema: Re: FREUNDeSCHAF(F)T   So 6 Nov 2016 - 22:45

Ricardo lauschte schweigend den Ausführungen des Jungen, wobei er erneut eine Augenbraue nach oben zog und ein leichtes Schmunzeln sich auf sein Gesicht legte. Ricardo war mehr als begeistert von dem was Eli da sagte, man sah es dem Zentauren förmlich im Gesicht an. Zunächst war es so ernst gewesen, dass man hätte denken können, dass er noch nie in seinem Leben gelächelt hätte. Aber in diesem Augenblick wirkte es viel sanfter und fröhlicher als noch zuvor. Kein Wunder, selbst AJ war verblüfft von den diplomatischen Fähigkeiten seines Freundes und den vielen unerwarteten Gesten. Ob er das von Professor Melbourne gelernt hatte? Zu dumm aber auch das AJ nicht Pflege magischer Geschöpfe gewählt hatte. AJ bemerkte das unglaublich glückliche Strahlen im Gesicht seines Freundes, als der Zentaur ihn zu einem Reinigungsritual einlud. Eine seltene Geste, die offenbar nur seinem besten Freund zuteil wurde. Unfassbar, was das Genie in Eli drin mal wieder vollbrachte. Nicht nur, dass er eine halbe Bibliothek auswendig konnte, er schaffte es außerdem noch eine Ehre zu erhalten, die sonst keinem Menschen zu Teil wurde und wie es schien war sich auch Eli dessen bewusst. Dennoch beäugte AJ den großen vierbeinigen Zentauren mit eher kritischen Augen, irgendetwas kam ihm daran so seltsam vor. Warum ausgerechnet Eli? Würde sich nicht jeder Schüler so respektvoll zeigen und diese Meinung vertreten, weil sie alle wissen, dass man sowas in der Gegenwart von Zentauren sagte? Wie könnte er dann Eli von anderen unterscheiden? Und wieso überhaupt hatte er ihm an die Stirn gefasst? All das waren Abläufe, deren Bedeutung AJ nicht begriff, zumindest jetzt noch nicht. Tatsache war aber, dass sein Freund unglaublich glücklich wirkte, schon seit einer ganzen Weile hatte er ihn nicht mehr so strahlen sehen, wie in diesen Minuten. Er musste diese Chance einfach wahrnehmen und AJ war der letzte, der es im verbieten würde. Natürlich würde er ihn in die tiefsten Tiefen des Waldes begleiten, auch wenn er eigentlich keine Lust dazu hatte, sich in solch Gefahr zu begeben. Aber für Eli würde er auch viermal durch die Hölle und wieder zurück fahren.

"Herr Sulivan, Herr Landon, begleitet mich bitte. Ich versichere euch sicheres Geleit hin und zurück.", sagte er in seiner typisch hohen Zentaurenstimme und machte sich auf den Weg zurück in den Wald, darauf vertrauend, dass wir ihm folgen würden. Ungewöhnlich sowas mitzuerleben, aber irgendetwas an Eli schien diesen Ricardo tatsächlich zu faszinieren. Hatte er es ihm nicht immer und immer wieder gesagt? Er war etwas besonderes und genau diesen Beweis erbrachte Ricardo ihm gerade oder gab es eine andere Erklärung für das Geschenk das ihm zuteil wurde?
"Herr Sulivan, es gibt da ein paar Sachen die Sie beachten sollten. Es ist wahrscheinlich, dass der Schamane sie durch das Ritual geleiten wird, daher seien sie ehrlich zu ihm. Das Ritual kann nur dann erfolgreich sein, wenn der der es durchführt, diese Sache ernst nimmt und seine Ehrlichkeit unter Beweis stellt. " sagte er und fuhr schon nach einer kurzen Pause weiter fort, "Sie werden meinem Vater und meinem Bruder begegnen, bitte seien sie respektvoll, egal wie sehr mein Bruder auch seinen Zorn aus sich sprechen lässt. Ihr müsst wissen, er ist ein sehr impulsiver Zentaur und versteht noch nicht, wieso der Frieden für meinen Vater und mich so wichtig ist. Gebt ihm bitte keine Gelegenheit euch zu hassen.", erklärte er und ging dabei an den großen Mammutbäumen vorbei tief in den Wald hinein.
AJ hob eine Augenbraue und legte seinen Arm um seinen besten Freund.

Na hoffentlich geht das gut...ich hab keine Lust, um mein Leben zu rennen. , dachte er und sah zu Eli, um seine Reaktionen in seinem Gesicht ablesen zu können.
"Alles okay? Willst du das immer noch durchziehen?", fragte er und schaute weiterhin zu Eli, während sie ganz nahe nebeneinander einhergingen. Das eine oder andere Mal sah AJ auf den Rücken des Zentaurs, an dem ein Behälter für Pfeile und ein Bogen befestigt war, den sie wohl zum jagen ihrer Beute benutzten. "Ich bin stolz auf dich. Du steckst echt voller Überraschungen. Ich wusste ja schon immer das du was besonderes bist.  Deine Diplomatie ist echt genial gewesen.", lobte AJ ihn und ahmte den einen oder anderen Satz nach, den Eli seiner Meinung nach so großartig über die Bühne gebracht hatte. Man merkte dem großen Gryffindor an, dass er sich wirklich richtig für seinen Freund freute und mit Herz und Seele dabei zu sein schien.

Es dauerte eine halbe Stunde, bis sie in den Tiefen des Waldes, endlich ein größeres Lager der Zentauren erreichten. Als sie es betraten wurden sie von allen Seiten mit skeptischen Blicken gemustert, während wieder andere einen Knicks vor dem Thronfolger Ricardo machten. Ihr Weg führte sie quer durch das Dorf hinzu einem größerem hölzernen Gebilde, dass beinahe ein Haus hätte sein können, aber eher einem hölzernen Zelt glich. Ein großer Zentaur trat aus diesem heraus und schlagartig verbeugten sich alle vor ihm, alle außer Ricardo und ein weiterer Zentaur der im selben Moment noch etwas laut und mit aggressivem Unterton in die Menge schmiss. "Was haben denn diese Ungeheuer in unserem Heiligtum zu suchen?!", spottete der große Zentaur und Ricardo stellte sich vor die beiden Kinder. "Bruder...Nash..beruhig dich, du wirst den Grund gleich erfahren.", sofort wandte er sich an seinen Vater, "Rasalas, ich Ricardo dein Sohn, habe einen Menschen gefunden der die Traditionen des Waldes ehrt, ich war zeuge wie er einem toten Lebewesen die letzte Ehre erwies. Er ist nicht wie die anderen und durch mein Gespräch mit ihm, ist mir klar geworden, dass er dem Reinigungsritual würdig ist. Bitte gewährt ihm diese Ehre.", erklärte Ricardo und berichtete was genau er gesehen hatte, ehe Rasalas sich an Ricardo und Nash vorbeischob und die beiden Kinder genau in Augenschein nahm. "Eli..ich hab ein ungutes Gefühl...", flüsterte AJ leise als Rasalas sich vor ihnen aufbaute.

"So so, mein Sohn ist von euch begeistert, ist es wahr das ihr den Traditionen des Waldes eher folgt, als denen der Menschen? Obgleich es eure eigene Art ist? Ist das nicht widersinnig und riskant sich gegen sein eigenes Volk zu stellen?", fragte Rasalas ernst, allerdings wollte er ihn damit nur auf seine Ansichten hin prüfen und weniger die Erfahrungen seines Sohnes in Zweifel ziehen. Alle Augen waren auf die beiden Jungs gerichtet und als AJ bemerkte, wie sie ihn alle anstarrten, ergriff er sanft seine Hand und drückte sie um ihm ein wenig Mut zu geben.
"Das Reinigungsritual, ist eine seltene und noch nie vorgekommende Ehre bei einem Menschen. Es soll dich von Dämonen und anderen dunklen nicht aufspürbaren Dingen beschützen. Also...sag mir, würdest du einen Schwur darauf leisten, niemals die Rituale und alles was du siehst, preiszugeben? Für immer dich in Schweigen zu hüllen, ganz gleich was andere davon halten?", AJ schmunzelte leicht und drückte erneut seine Hand.

Einen verschwiegenderen und vertrauenswürdigeren Menschen werdet ihr nirgends finden. , dachte er und beobachtete genau wie Eli auf den großen Anführer der Zentauren reagieren würde. Seine Erscheinung war imposant, seine Haltung eines Anführers würdig und seine lange braune Mähne war ein Zeichen von Weisheit und Alter, ganz wie man es von einem Stamm von Kriegern erwartete. Wenn man sie denn wirklich als Krieger bezeichnen konnte. Dennoch beunruhigte es AJ irgendwo, dass alle sie anstarrten. "Vater! Du kannst diesem Menschen nicht vertrauen!! Menschen sind gefährlich, herablassende Wesen, die glauben ihnen gehöre alles!! Er hat es nicht mal verdient in unserer Mitte zu..." aber weiter kam er nicht, denn mit einem lauten Aufschrei, verbat er ihm den Mund, ehe seine Blicke wieder auf Eli fielen. Ganz offensichtlich, erwartete er eine Antwort.
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Nôel Eliot Sulivan
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BeitragThema: Re: FREUNDeSCHAF(F)T   Sa 19 Nov 2016 - 7:34

Aus meinen Gedanken gerissen wurde ich schließlich von dem großen Zentaur, der mich noch immer ansah. Ich sah zu AJ und in dem Moment wo sich unsere Augen trafen wusste ich, dass er mich nicht alleine gehen lassen würde. Eine Tatsache die mich beruhigte und entnervte zugleich. Der Beschützerinstinkt, den mein Freund an den Tag legen konnte, war mir leider nur allzu vertraut und doch… doch war ich froh, wenn er bei mir war. Solange der Gryffindor an meiner Seite war, hatte ich das Gefühl alles schaffen zu können und mit jeder neuen Situation fertig zu werden.
Ich setzte mich in Bewegung und folgte Ricardo, der mir nun Hinweise gab wie ich mich am besten Verhalten sollte.
Komischerweise empfand ich keinerlei Nervosität in Anbetracht der Tatsache, dass ich mich gleich mehreren Zentauren stellen musste und in Kreise eintrat, die ich noch nie zuvor betreten hatte. Nicht einmal die Warnung, dass der Bruder dieses ruhigen Wesens anscheinend nur einen Grund suchte um mich hassen zu können, konnte mir meine Freude verderben. Es war nur ein Wort, der mein Inneres in Aufruhr versetzte.
Wahrheit.

Bist du sicher das, dass eine gute Idee ist?! Du weißt, dass das übel ausgehen kann oder?

Natürlich wusste ich das. Mir war bewusst was ich riskierte um mit den Bewohnern des Waldes Frieden zu schließen, aber es erschreckte mich dennoch nicht. AJ hingegen schien sich Sorgen zu machen. Als sich sein Arm um mich legte und mich zu mehr Nähe zwang, lächelte ich ihn süßlich an und schmiegte mich kurz an ihn. „Mach dir keine Sorgen, okay? Ich weiß, dass alles gut laufen wird…“
Natürlich nur, wenn mich besagter Bruder nicht vor allen bloßstellen wollte. Sorgen machte ich mir trotzdem nicht. Ich war schon von viel wichtigeren Menschen und Lebewesen gehasst worden, warum also sollte es mir gerade bei besagtem mehr ausmachen?
Mit Abneigungen und Hass gegen meine Person konnte ich umgehen. Damit eine solche Chance aus falschem Scham zu verpassen nicht.
Mein Bewusstsein wurde von AJ wieder nach außen gelenkt, der anfing mit mir zu sprechen und ich merkte, dass wir uns inzwischen im Wald befanden. Die innere Ruhe die mich umschloss war schön und ich lauschte für einen Moment der Natur, ehe ich meinem Freund antwortete:
„Klar, alles bestens. Wenn du nicht mitwillst – ich bin dir nicht böse…“ Alleine der Blick der mir daraufhin zugeworfen wurde, sprach Bände. Natürlich wusste ich, dass er mich nicht alleine lassen würde; wahrscheinlich auch weil er spürte das ich seine Anwesenheit brauchte um sicherer zu sein, vielleicht auch einfach nur um das Gefühl zu haben mich beschützen zu können, wenn etwas schief lief. Ich lächelte liebevoll.
„Übertreib nicht. Es war doch gar nichts Besonderes bei dem was wir taten und was ich gesagt habe…“
Dennoch sah man die Freude weiterhin in meinen Augen leuchten, die sonst sehr selten dort Einzug fand – außer vielleicht man schenkte mir Süßigkeiten. Im Moment konnte ich nicht fröhlicher sein, was auch der Tatsache geschuldet war, dass mein Freund sich ernsthaft für mich zu freuen schien und hinter mir stand. Ich war nicht alleine, egal wie dieses Ritual verlief. Ich teilte etwas mit AJ.
Die meiste Zeit des Weges legten wir schweigend zurück und irgendwann zog AJ auch seinen Arm von meiner Schulter, weil wir beide Hände brauchten um durch das dichter werdende Geäst zu kommen. Der Geruch von Harz und nasser Erde wurde stärker, je tiefer wir kamen und langsam begann auch mein Herz schneller zu schlagen. Wie weit mussten wir noch laufen bis wir das Lager erreicht hatten?
Der rationale Teil meines Verstandes begann sofort die Entfernung zum Schloss zu schätzen und sich die Route, die wir genommen hatten noch einmal vor Augen zu führen. Kein Wunder, dass ich niemals zufällig auf dieses kleine Lager treffen konnte. Ich war unvorstellbar beeindruckt.
Der unangenehmste Teil bestand darin Ricardo durch das Lager zu folgen in dem wir angestarrt wurden, als hätten wir die Pest eingeschleppt. Auch wenn ich anklagende Blicke gewohnt war – das hier war etwas anderes, denn dieses Mal wusste ich, dass es nicht nur Vorurteile waren, sondern ernstzunehmende Skepsis aus guten Grund. Ich suchte nach AJs Hand und drückte sie, während ich mit gesenktem Blick voran schritt.
Warum fühlte ich mich für die Verbrechen, die an den Zentauren ausgeführt worden, schuldig obwohl ich keines davon selbst begangen hatte? Warum schämte ich mich für eine Rasse, der ich mich fast gar nicht verbunden oder verwandt fühlte?!
Mein Atem und meine Gedanken kamen zum Stehen, als zwei weitere Zentauren den Platz betraten und jeder Umstehende in eine tiefe Verbeugung fiel. Das war er also, der große Anführer… derjenige, der den Stamm leitete und dem die Ehre gebührte den Sternen am nähsten zu sein. Und der andere war wohl besagter Bruder. Ich setzte eine neutrale Maske auf um keine falsche Regung zu zeigen und hielt mich davon ab auf die Knie zu fallen.

Nur die Ruhe…

Stattdessen drückte ich AJs Hand fester und hielt mich an ihr fest um sicherzugehen, dass er noch da neben mir stand. Und das tat er.
„Scht…“, machte ich leise und schenkte meinem Freund einen kurzen beruhigenden Blick, ehe ich zu dem mächtigen Zentaur aufsah und im nächsten Moment in einer tiefe Verbeugung einknickte in die ich auch AJ zog. Respekt, rief ich mir ins Gedächtnis. Alles was zählt ist Respekt und Ehrbietung… nichts wird passieren…
Als Rasalas, der Führer der Zentauren mich ansprach, löste ich mich aus meiner Verbeugung und sah ihn an. Dabei traf ich instinktiv nie zu lange seine Augen, sondern unterstrich meine Worte nur mit Blicken, wenn es angepasst erschien. Ich wusste, dass nicht nur Menschen offenes Starren als Herausforderung ansahen.
„Es ist wahr, dass wir den Wald ehren, mein Herr“, antwortete ich ihm pflichtbewusst und nickte bekräftigend in dem Versuch die Augen, die mich taxierten zu ignorieren. „Und natürlich haben sie Recht, es wäre widersinnig sich gegen das eigene Volk zu stellen. Das tun wir nicht. Wir vertreten nur lediglich die Meinung, dass die Menschen einen Fehler begehen, wenn sie die Natur missachten und leben es den anderen so vor wie wir es für richtig halten. Eine eigene Meinung darf schließlich jeder haben und diese auch vertreten ohne dem Gesetz zu wiedersprechen.“ Ich setzte ein schiefes Lächeln auf meine Lippen.
Ich spürte den stärker werdenden Händedruck von AJ und war ihm dankbar, dass er mir versuchte Kraft zu geben, auch wenn es ohne Worte geschah. Allein das er da war, ließ die Angst und die Abscheu verschwinden… so konnte ich reden ohne zu erstarren.
„Auch wenn es von Menschen sicher unglaublich klingt, wir wissen diese Ehre zu schätzen“, noch einmal verbeugte ich mich, dieses Mal jedoch kürzer und flacher als das erste Mal. „Wenn ihr uns gestattet das Ritual zu vollziehen, mein Herr – uns diese unglaubliche Ehre zu erweisen und uns trotz unserer Herkunft gestattet für kurze Zeit in eurer Mitte zu verweilen… - “ Ich blickte auf, als ich die Rufe des Zentaur hörte, die meine Worte übertönten. Kurz sah ich zu dem zornigen Gesicht, das jünger wirkte, als das von Ricardo und rief mir noch einmal in Erinnerung was mir gesagt wurde. Das war Nash von Zorn zerfressen. Und auch wenn mich etwas warnte auf ihn einzugehen, tat ich es trotzdem.
Mein Gesicht verzog sich und für wenige Augenblicke zog eine tiefe Traurigkeit durch meine Augen, die ich bei den Worten empfand und ich spürte wie meine Augen sich veränderten, wie sie schärfer wurden.
„Sie haben Recht“, sprach ich nun Nash an und wandte mein Gesicht zu ihm. Meine Stimme war ruhig und mit einem traurigen Ernst bedeckt, nichts von der inneren Wut ließ ich nach außen dringen. „So sind wir Menschen und AJ und ich würden es verstehen, wenn die Wunden die wir eurem Volk zugefügt haben zu stark sind. Aber mich hat die Natur gelernt, dass man nicht jedes Individuum für die Taten eines Volkes oder einer Rasse verantwortlich machen kann. In diesem Wald habe ich gelernt, was es heißt den Wesen zu vergeben die verblendet ihren Instinkten folgen ohne die Nachwirkungen zu bedenken.“
Als ich dies gesagt hatte, wandte ich mich wieder dem Anführer entgegen um die Worte zu vollenden, die ich angefangen hatte. „Sollten sie uns den Platz in eurer Mitte gewähren und ist es auch nur für vorbestimmte Zeit…“ Ich sah auf und direkt in die Augen des Anführers, damit er den ernst meiner Worte begriff. „Würde ich eher sterben, als irgendetwas davon preiszugeben was hier geschehen wird.“
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Aiden Jeremy Landon
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BeitragThema: Re: FREUNDeSCHAF(F)T   Do 24 Nov 2016 - 4:54

Ein Lächeln zuckte über Ricardos sonst so ernstes und tiefsinniges Gesicht, ganz offenkundig schien es ihm zu gefallen wie der Schüler sich sowohl Rasalas gegenüber als auch Nash gegenüber verhielt. Lediglich AJ machte sich große Sorgen und verhielt sich daher genauso wie es Eli von ihm verlangte und erwartete. Hier durfte er nicht den lockeren Sunnyboy raushängen lassen. Diese Zentauren waren für ihn viel zu steif und alt eingesessen, Relikte einer alten Zeit die längst vergangen war. Wieso musste man sich so verstellen um miteinander zu reden? Für AJ war diese ganze Prozedur und dieses hochgequollene Gequatsche einfach nur zuviel. Und dann noch diese Augen die ihn überall musterten, so als ob sie noch nie einen gebräunten Menschen gesehen hätten. Klar die meisten hatten wahrscheinlich noch nie einen gesehen, aber mussten sie ihn deswegen mit so verächtlichen Blicken anstarren? Aber der wohl unheimlichste und unsympathischste aus der gesamten Zentauren-Gruppe war dieser Miesmuffel von Nash. War der Typ mit dem falschen Fuß aufgestanden? Der sah so aus als hätte er einen Besen verschluckt! Nein schlimmer einen ganzen Baum, so steif wie er da stand und eifrig versuchte Eli bei seinem Vater in Ungnade fallen zu lassen. Irgendwie amüsierte es AJ sehr, dass Nashs Versuche scheiterten, obwohl er jedes Mal die Nase rümpfte und anscheinend alles nutzte um seiner Abneigung Geltung zu verschaffen.
Rasalas hingegen schien die gesamte Situation und das Getuschel in seinem Volk, sehr ernst zu nehmen. Er wirkte sehr majestätisch, was wohl von einem Anführer hier erwartet wurde. Irgendwie ziemlich arrogant so auf sie herabzuschauen, schade das man das nicht ändern konnte. Ein so lockerer Mensch wie AJ wäre hier alleine ziemlich aufgeschmissen, allein deswegen war er froh das er Eli dabei hatte. Plötzlich erhob Rasalas eine Hand, wodurch alle zum Schweigen kamen, mit Ausnahme von Nash, der voller Zorn erst zu Eli, dann zu Ricardo und abschließend zu seinem Vater blickte. Seine Augen verrieten die tiefe Missgunst die er ihnen offensichtlich entgegenbrachte. Was wenn er sie angriff? Würde Ricardo sie selbst vor ihrem eigenen Bruder schützen? Konnte er das überhaupt? Lauter Gedanken schossen AJ durch seinen Kopf, seine Hand glitt in seine Hosentasche und umklammerte seinen Zauberstab, allzeit bereit seinen Eli vor allen Gefahren zu verteidigen.

"Dieser Junge spricht weise Worte, er ehrt die Traditionen des Waldes und das ehrt ihn.", sprach Rasalas aber ehe er auch nur zu Wort kam, fiel ihm Nash ins Wort. "Vater! Diese reudige Promenadenmischung schleimt doch nur, weil es um sein Leben fürchtet. Menschen reden viel wenn der Tag lang ist und mein naiver Bruder, lässt sich von einem Menschen verführen nur weil dieser EINMAL die Traditionen des Waldes ehrte.", sagte er und wandte sich zu den anderen Zentauren des Stammes um

. "IST DAS AUS UNS GEWORDEN? EIN MENSCH TUT EINE GUTE TAT UND WIR LASSEN IHN AN UNSEREN HEILIGEN RITUALEN TEILNEHMEN? UND DAS NUR WEIL DER KÖNIGSSOHN SAGT DAS ER EHRENVOLL IST? WOHER WISSEN WIR DENN OB DAS ALLES NICHT EIN FINSTERER PLAN VOM MINISTERIUM IST UNS ZU UNTERWANDERN?", rief er aus und grinste Eli mit einem ziemlich schäbigen und schadenfreudigen Gesicht an, als alle um sie herum anfingen zu tuscheln und aus dem Volk heraus überall Zustimmung für Nash hervortrat. Rasalas sah sich um und vernahm die Stimmen seiner Untergebenen und als AJ schließlich in Ricardos Gesicht sah, bemerkte er den besorgten Gesichtsausdruck. Das konnte nichts Gutes heißen. "Eli, die machen uns fertig! Lass uns hier verschwinden!", flüsterte AJ, doch Ricardo schien genau zu wissen was in AJs Kopf vorging denn er schüttelte den Kopf, obgleich er sie garantiert nicht hören konnte. Was dachte dieser Ricardo sich dabei? Sie steckten bis zum Hals in der Scheiße und jetzt sollten sie seelenruhig abwarten?

"ICH FORDERE EINEN BEWEIS!SIE SOLLEN SICH EINEM TEST UNTERZIEHEN! WENN SIE DAS HERZ EINES WIRKLICHEN BEWOHNER DES WALDES HABEN, DANN WERDEN SIE AUCH BESTEHEN ODER STERBEN!" , zischte er wie eine Schlange und sah mit gestochen scharfen Augen zu seinem Vater, ehe Ricardo ihm ins Wort fiel.
"Bruder...Vater...es sind Kinder...die Traditionen des Waldes gebieten ihnen Schutz. Es war stets Brauch, dass man Kinder keiner Gefahr aussetzt, außer es ist der absolute Notfall.", kaum hatte er den Satz beendet, verbeugte er sich vor seinem Vater.
"Vater...weiser Anführer, ich bitte dich, nein ich flehe dich an, bitte bewahre die Tradition die zum Schutz von Jünglingen besteht und vertraue auf mein Wort. Nash mein Bruder, gepeinigt und geprägt von der Vergangenheit, lässt sich immer noch von den dunklen Flüssen der Dämonen leiten.", sprach er und sah zu seinem Vater auf, der sein Gesicht angehoben hatte, um Ricardo in die Augen zu sehen und dann mit einem strengen Blick erst Nash und dann Eli zu begutachten schien. AJ war schon mal beruhigt, dass Ricardo sich an sein Wort hielt und alles zu ihrem Schutz unternahm, vielleicht weil er die laufenden Verhandlungen mit Hogwarts nicht gefährden wollte. Allerdings war dieser Nash jemand den niemand als Nachfolger des Anführers sehen wollte. Ansonsten gab es bestimmt Krieg zwischen den Zauberern und den Zentauren.

AJ drückte Elis Hand beinahe noch fester. "Eli...wir bringen uns hier in Teufelsküche, dieser Zentaur würde uns bestimmt am liebsten platt machen.", flüsterte er als Rasalas näher kam. Für einen Moment sah er sich unter seinem Volk um, dass sich eben noch für Nashs Meinung ausgesprochen hatte. Ein Anführer wie er musste sich dem Willen des Volkes beugen, ansonsten blieb er nicht lange Anführer. Andererseits war es ein ziemlicher Spagat zwischen seinen Söhnen die praktisch wie Tag und Nacht waren. Rasalas sah wohlwollend zu Eli hinab und sah dann in den hellen Himmel, ehe er wieder zu ihnen herabsah. "Eliot. Wie denkst du über das was mein Sohn soeben sagte. Kannst du beweisen, dass du dich den Traditionen des Waldes als würdig erweist? Das du nicht nur bei diesem einen Mal die Tiere ehrst? Wärst du bereit, dafür eine Prüfung zu bestehen? Vielleicht sogar eine gefährliche Prüfung?" , fragte er, ehe AJ sich genötigt sah einzugreifen. "Ehm, wenn ich mal was dazu sagen darf? Wieso sollten wir uns auf eine Prüfung einlassen, nur weil ihr Sohn offensichtlich einen Groll gegen uns hegt? Wir wurden eingeladen...wenn ihr das nicht wol..."aber in diesem Augenblick spürte er schon wie Eli ihn wieder zurückriss und seine Hand nur noch fester drückte. "Was?!", fragte AJ ihn und erkannte allein an seinen Blicken was er sagen wollte. AJ sollte sich zurückhalten, wahrscheinlich würde er ansonsten einen Krieg vom Zaun brechen. Allein bei dem überzogenen Gedanken verdrehte AJ schon leicht trotzig die Augen. Um seinem besten Freund jedoch den Gefallen zu tun, hielt er sich zurück.
"Da siehst dus Vater...dieser Junge da hat keinen Respekt!", Rasalas jedoch wies seinen Sohn an zu schweigen und sah dann wieder zu Eli als sei das mit AJ nicht gewesen. Offenbar hörte er nur auf das was der junge Ravenclaw ihm sagte. Ricardo stand nun neben seinem Vater.
"Vater, reicht mein Wort nicht aus?", Rasalas sah zu ihm,
"Ricardo mein Sohn, ich muss auf die Stimmen meines Stammes hören, obgleich ich meinem zweiten Sohn absolutes Vertrauen entgegenbringe. Deine Motive sind ehrenvoll. Aber Nash hat Recht, eine Tat beweist nichts.", Ricardo sah zu seinem Bruder, der mit einem hämischen Lächeln den Blick nur erwiderte, so als ob er sich am Leid von Eli und AJ ergötzen würde. Mit großer Sicherheit tat er das sogar! Dieses miese Schwein wollte sie bestimmt tot sehen! Aber soweit würde AJ es nicht kommen lassen.
"Verstehe meine Motive Eliot. Ich bin an das Urteil meines Stammes gebunden, daher...muss ich dich noch einmal fragen was du dazu denkst. Als nicht Mitglied des Stammes und Jüngling darf ich dich laut Tradition zu nichts zwingen. All das ist freiwillig, entschließt du dich die Prüfung nicht anzutreten wird Ricardo euch zurück eskortieren. Solltest du dich der Prüfung stellen, so wird dir die Ehre am Ritual der Reinigung teilzunehmen gewährt."
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Nôel Eliot Sulivan
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BeitragThema: Re: FREUNDeSCHAF(F)T   Sa 21 Jan 2017 - 19:15

Ich spürte die Ungeduld meines Freundes und konnte sein Unbehagen sehr gut verstehen. Auch mir gefielen die Blicke nicht, die man uns zuwarf auch wenn ich sie wahrscheinlich besser verstehen konnte als AJ.
Natürlich war mir das Misstrauen bewusst, das die Zentauren gegenüber den Zauberern hatte, seit sie so unwürdig und rücksichtslos ihrer Rechte beraubt und ihrer Rituale belächelt wurden. Ich konnte verstehen was sie zu diesem Verhalten trieb und dass es sie mit tiefer Unruhe versetzte, wenn zwei Menschen – und seien es nur Kinder – plötzlich in ihrer Mitte auftauchten, aber dennoch empfand ein Teil von mir dieses ganze Gewese als überzogen.
Nichts desto trotz ließ ich mir nichts anmerken und blickte weiter mit offenen, jedoch ernsten Blick die drei Anführer des Volkes an, die sich wahrscheinlich nie mehr uneins gewesen waren.
Die Blicke machten mir zu schaffen und ich verschränkte meine Finger mit AJs, als die Stimme des jüngsten Sohnes wieder laut wurde. Die Wärme seiner Hand war meine einzige Stütze. Sollte ich eine falsche Entscheidung treffen, würde ich und wahrscheinlich auch jeder in Hogwarts das bereuen... der Frieden wäre damit massiv gestört und die Verantwortung würde bei mir liegen.
Dennoch – auch wenn diese Aufgabe so schwer wie ein ganzes Gebirge auf meiner Seele lastete – ließ ich mir nichts anmerken. Weder meinen Zorn über diese abschätzigen Worte, noch meinen leisen Groll über die Zustimmung; auch meine Angst, die sich langsam in den Emotionsmix einmischte, ließ ich nicht nach außen durchsickern. Ich blickte die drei einfach weiter ernst und ruhig an, als würde mir das alles was gesagt wurde nichts ausmachen.
Mein Blick wanderte zu Ricardo und ich sah die Sorge auf seinen Gesicht. Wahrscheinlich hoffte er, dass er nicht die falsche Entscheidung getroffen hatte und uns in mehr Schwierigkeiten statt Annehmlichkeiten gebracht hatte.
„Warte...“, flüsterte ich genauso leise und ohne meine Lippen zu bewegen und wie aus einer Art Reflex strichen meine Finger über den Handrücken meines Freundes. Mir war klar das wir aus dieser Sache nicht mehr ungestraft fliehen konnten. Auch das würde als „Schuld“ angesehen werden. Als wahr...
Und wenn es etwas gab das ich nicht wollte, dann war es Nash durch ein falsches Verhalten Recht und Genugtuung zu geben.
Mit äußerer Gelassenheit hörte ich mir das Gespräch der Führerfamilie an und bemerkte wie zerrissen Rasalas zwischen seinem Glauben, seinen Söhnen und dem Volk war. Etwas Mitleid wallte in mir auf.
Ich reagierte fast gar nicht auf AJs Worte. In mir arbeitete alles an einem Plan wie wir günstig hier herauskommen würden, möglichst ohne den Frieden zwischen Mensch und Zentaur zu stören, den Professor Melbourne versuchte aufzubauen.

Dieser Kerl... überlass ihn mir... lass mich ihn zeigen wie unwürdig er ist! Lass mich ihn an den Rand des Wahnsinns treiben!

Diese Stimme nicht beachtend, sah ich Nashs Blick und zog meinen Freund zurück der soeben das Wort ergriffen hatte. „Nicht, Jay!“
Ohne ihn loszulassen trat er näher und meinte gedämpft so das nur AJ es hören konnte: „Ich weiß das wir in Schwierigkeiten stecken, aber bitte... vertrau mir... mach das jetzt nicht kaputt. Es steht soviel mehr auf dem Spiel! Ich werde mir nicht vorwerfen lassen das leichtfertig verdorben zu haben nur weil ein Zentaur beschließt den Kotzbrocken zu miemen!“, lächelte ich kurz und strich noch einmal beruhigend über seinen Handrücken. „Du gibst mir doch Deckung oder?“
Natürlich tat er das – ich wusste, dass diese Frage unnötig war, sonst wäre er nicht hier, aber alleine das zu hören, gab mir genug Kraft.
Ich hatte das Gespräch außerhalb meiner kleinen Auseinandersetzung durchaus mitbekommen und mein Gemütszustand schwankte wieder leicht von diplomatisch zu zornig.
Mich zu meiner vollen Größe aufrichtend blickte ich Nash scharf an und um mich entlud dich knisternd Magie, wogegen ich nicht viel tun konnte. „Mangelnder Respekt hat nichts damit zu tun, mein Herr. Ich denke nicht, dass man Angst in dieser Lage als verwerflich ankreiden sollte. Jeder geht anders mit Angst um, meinen sie nicht auch?“
Meine Stimme war höflich, beugsam, beinah sanft, aber meine Augen sprachen eine ganz andere, viel härtere Sprache.

Du weißt das nicht wahr, Nashy – Boy, sagten sie aus. Warum sonst grölst du hier herum und hältst dich für den besten. Du hast doch auch nur Angst vor uns... habe ich nicht recht?

In meinem Blickduell gefangen und vom Drang überwältigt diesem arroganten Wesen wehzutun, bekam ich nicht einmal mit das Tia und Ira begleitet von einigen anderen ihrer Gefährten auf die Lichtung gekommen waren. Sie setzten sich links und rechts auf meine Schultern und versuchten meine Aufmerksamkeit zu erregen, indem sie ihre kleinen Köpfchen an meine Wange stießen. Wahrscheinlich hatte sie mein Erregungszustand auf den Plan gerufen. Erst ihr unruhiges Gurren, das von ihren Artgenossen in etlichen Echos erwidert wurde, rief mich aus meiner Wut.
Mit einem kehligen Geräusch, das den ihren zum verwechseln ähnlich war, erwiderte ich den Laut und lächelte sie schwach an. „Keine Sorgen, meine Mädchen. Es ist alles gut...“
Beide Krähen hörten sofort auf mit den Flügeln zu schlagen und saßen nun ruhig auf meinen Schultern. Ihre schwarzen Knopfaugen starrten mich an, genauso wie die ihres Schwarms und die der Zentauren.
Meine Augen hefteten sich auf Rasalas und ich ahmte Ricardos Verbeugung nach. „Ich verstehe, mein Herr. Ich sehe euch und eure Rituale sehr wohl an und auch, wenn ich nichts davon habe und mit meinen menschlichen Verstand nicht begreife, was mir dieses Reinigungsritual bringen soll, werde ich die Prüfung ablegen!“ Ich blickte in die Runde, der mir am nächsten stehenden Zentaur – ihnen direkt in die Augen ohne unangemessen zu starren -  und ich wusste das sie Entschlossenheit und kein bisschen Angst in meinen eigenen sehen konnten.
„Ich bitte nur darum meinen Freund diese Entscheidung selbst zu überlassen und uns nicht über einen Kamm zu scheren.“
Kurz drehte ich mich zu AJ um und ein Blick in seine Augen sagte mir alles was ich wissen musste, dann sah ich meine beiden geflügelten Gefährten an und nickte. „Ich werde dem Wald immer seine Ehre erweisen, egal ob man mich prüft oder nicht, deswegen habe ich nichts zu verlieren. Wohl an!“
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Aiden Jeremy Landon
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BeitragThema: Re: FREUNDeSCHAF(F)T   Fr 27 Jan 2017 - 2:15

AJ nickte obwohl ihm ganz anders zumute war. Dieser Dreckskerl oder Dreckzentaur versuchte seinen besten Freund vor allen anwesenden schlecht zu machen. Und Eli ließ sich auch noch zu irgendeiner bescheuerten Mutprobe überreden, die wahrscheinlich mehr als nur ein wenig gefährlich war. Was taten sie, wenn Eli einen Ausbruch seiner Magie haben würde? Wie würden sie dann auf ihn reagieren? Würden sie ihn als Bedrohung einschätzen? Ein sinnlosen Krieg beginnen und sich gegen die magische Welt auflehnen? Oder würden sie vor Ehrfurcht vor seiner Stärke sich vor ihm verneigen und Nash seine große Kappe endlich halten?
Eli Blick ließ ihn erst wieder zur Vernunft kommen. Wie könnte er Eli keine Deckung geben? Wahrscheinlich würde es sich noch als fataler Fehler herausstellen, dass er sich vonEli dazu hatte hinreißen lassen. Den größten Fehler hatte er ja schon begangen. Zuzulassen das Eli sich von diesem Ricardo hat verführen lassen und das nur wegen diesem Ehrengeschwafel. Man konnte es halten wie man wollte, Eli hatte wirklich keinen Stand hier und es wirkte mehr denn je so, als würde sich das Blatt mehr und mehr von ihnen abwenden.

Bereits in diesem Augenblick wo er sorgenvoll darüber sinnierte was als nächstes auf sie zukommen würde, spürte er das fatale Knistern von Elis Magie in der Luft. Kein gutes Zeichen! Für ihn nicht und für Nash und seine Anhänger noch ein viel schlechteres. Sollte er Eli echt auf die Palme bringen, wäre er das erste Ziel. AJ würde nicht mit ihm tauschen wollen und gleichzeitig musste er zugeben, dass er es diesem hochnäsigen Dünnbrettbohrer wirklich gönnte. Nash hingegen starrte wütend zu Eli und grinste als ob man ihm gerade in die Karten gespielt hätte.
"Angst? Du meinst wohl Feigheit? Ihr Menschen seid alle gleich. Ihr sprecht von Mut und habt ihn dennoch nicht. Ihr redet gerne, aber wenn es ernst wird, versteckt ihr euch wie Kleinkinder hinter faulen Ausreden."
sagte er mit einer unglaublichen Gehässigkeit in der Stimme, als plötzlich sein Vater, der Anführer Rasalas ihm ins Wort fiel. "Nash! Höre auf mit deinen Urteilen! Es reicht! Stelle niemals Verallgemeinerungen an. Angst kann ebenso gut ein weiser Schritt sein, der zu einer weisen Entscheidung führt. Wage es nicht so über etwas zu reden was auch in uns selbst steckt!", sagte er, ehe mit großen Augen zu den beiden Krähen sah, die bei Eli landeten. Plötzlich entstand in den Mengen der Zentauren leises Getuschel, die Augen wurden nur noch mehr auf Eli gerichtet und langsam aber sicher bekam AJ eine Gänsehaut. Hatten die noch nie in ihrem Leben zwei Krähen gesehen?! Nash verstummte mit einem Mal, besonders als Eli mit den beiden Krähen zu reden schien, schauten ihn alle wie gebannt an. Offensichtlich zahlte sich dieses Mal ELis Liebe zu den Tieren wirklich aus, zumindest war das ein Wunschdenken von AJ.

Noch ehe jemand das Wort ergreifen konnte, tat Eli es und sprach in seiner typisch diplomatischen Art und Weise, die ebenso hcohgestochen klang wie die der Zentauren. Unglaublich, welche ungeahnten Fähigkeiten in diesem Jungen steckten und dabei war er noch jünger als der große Gryffindor. Was würde er sich noch aneignen oder besser gefragt: Was konnte er eigentlich NICHT?
Manchmal und das musste sich AJ wirklich eingestehen, hatte er das Gefühl, neben Eli ein kleines Licht zu sein, jemand unbedeutendes mit einem IQ eines Weißbrots. Andererseits was AJ seines Lebens zu glücklich um sich von solchen Gedanken wirklich einnehmen zu lassen. Eli hob sich stark von den anderen ab, sowohl im Unterricht wie auch privat, er fiel völlig aus der Reihe als ob er nicht dazu gehören würde. Und doch war er ein fester Bestandteil. Für AJ sogar ein Teil seiner Familie.
"Ricardo sah zu seinem Vater und trat erneut einen Schritt vor. "Vater. Ich berufe mich auf Kalahrates. Dem Begleiter obliegen nicht die Pflichten des zu prüfenden. Er darf wählen die Prüfung mit ihm gemeinsam zu bestehen oder ihm zu zusehen.", erklärte er Ricardo, ehe Nash laut auflachte und das Getuschel und Ricardo versuchte zu übertönen. Sein Gesichtsausdruck hatte sich verändert. Offenbar hatte ihn die Sache mit den beiden Krähen auf Elis Schultern ziemlich aus der Bahn geworfen und das Blatt zu seinem Nachteil gewendet. Denn jetzt wo man die Zuneigung der Tiere zu dem jungen Ravenclaw sah, war es leichter ihn als ehrenhaften Menschen anzuerkennen.
"Das ist doch unsinnig! Ihr alle habt es gehört, er weiß mit diesem Ritual nichts anzufangen, er weiß nicht mal was er davon hat!! Welch größere Schmach kann man uns noch entgegenbringen. Er hat keinerlei Interesse und tut das alles doch nur um seinem Begleiter zu imponieren. Wahrscheinlich hat er einen Zauber benutzt, um diese Krähen im richtigen Moment herbeizurufen! Ich sage, er sollte unseren kreis verlassen!! ", Posaunte Nash umher, erneut provozierte er damit Getuschel, doch diesmal schien es sich nicht zu seinem Gunsten zu sein, denn ehe Rasalas reagieren konnte, klopften jene die um sie herumstanden mit den Hufen auf den Boden. Im Chor hörte es sich fast schon wie bei einem Ritual an. Erneut überzog AJ eine Gänsehaut. Nash hingegen schnaubte und zog sich in den Schatten seines Vaters zurück, wie eine Schlange die auf verlorenem Posten kämpfe. Rasalas trat vor, hob die Arme und mit einem Mal wurde das Klopfen der Hufe beendet. Sein ernster Blick glitt zuerst zu Eli.
"Eliot Sohn des Sulivan. Du hast die Sympathie der um dich herumstehenden. Ich gewähre dir den Antritt zur Prüfung. Dein Begleiter darf nach unserem Recht sich aussuchen was er will.", sagte er und sein Blick glitt zu AJ der ihn nun auch vollends ernst anschaute. AJs Herz schlug ziemlich schnell im Takt, er wusste nicht was er tun sollte, nur das Eli es wahrscheinlich nicht gut heißen würde, wenn er jetzt für ja plädierte. Andererseits sollte Eli da draußen was passieren, würde er sich das nie verzeihen.

"Aiden Jeremy Sohn des Landon. Du, darfst deinen Weg wählen.", sagte er ihm zugewandt und schien auf eine Antwort zu warten, die schon sehr kurz darauf folgte. "Ich entscheide mich dafür meinen besten Freund zu unterstützen." Rasalas Augenbraue zog sich nach oben.
"Es ist keine Schande nicht mitzuwirken. Du musst das nicht tun um uns etwas zu beweisen."
"Das tue ich auch nicht. Er ist mein bester Freund, und ich wäre kein ehrenhafter Junge, wenn ich einem Freund nicht helfe.", gut, das war sehr hochgegriffen aber in anderen Worten ausgedrückt sollte es nicht mehr bedeuten, als das er sich Sorgen machte und Eli stets zur Seite stand, egal wie die Dinge standen.
Erneut trat Ricardo vor seinen Vater und sah nur kurz besorgt zu Eli und schenkte AJ ein Lächeln, was dem großen Gryffindor einen Stein vom Herzen fallen ließ. Schon Mal einer der von seiner Entscheidung begeistert zu sein schien.
"Vater gewähre mir das Recht Tanatarem. Dem Recht auf Aufklärung.", erbat er und verneigte sich erneut vor seinem Vater, der ihn kurz nachdenklich ansah.
"Eine Stunde. Bringe sie zur Höhle des Goliath. Dort soll die Prüfung stattfinden.", sagte er ehe er davon ging und die Menge sich auflöste. Nash verschwand spurlos im Schatten und Ricardo ging mit ernstem Gesichtsausdruck auf die beiden zu.
Ricardo gab ihnen ein Zeichen ihm zu folgen, bis sie schließlich auf einer unbeobachteten Waldlichtung direkt außerhalb des Dorfes ankamen und er sich herumdrehte. AJ konnte nicht anders als die erste Frage zustellen. "Ähm welches Recht haben sie sich jetzt herausgenommen?", fragte er und sah ihn ein wenig irritiert an.
Ricardo sah ernst zu ihm. "Laut den bestehenden Ritualen darf eine Art vorbereitender freiwilliger Führer die Prüflinge über das aufklären was sie erwartet. Er kann als spiritueller Führer gesehen werden und als jemand der Fragen beantwortet. Was ich euch jedoch nicht sagen kann und darf ist was genau euch entgegentreten wird. Ein Zentaur würde durch den Fürher auf spiritueller Ebene geführt werden. Da ihr nicht unsere Rituale und Glaubenswege kennt spielt das für euch keine Rolle nicht wahr? Wir haben eine Stunde Zeit. Um Fragen zu besprechen die euch noch belasten.",erwiderte er und wirkte sichtlich besorgt, ehe er sich Eli zuwandte und eine Faust auf seine eigene Brust schlug. "Junge, du hast das Herz eines Kriegers und die silberne Zunge eines wahren Diplomaten. Deine Rede war stets aufrecht und ehrenhaft. Ich begrüße deinen Mut und deine Tapferkeit. Umso mehr muss ich euch um Vergebung bitten. Es war nie meine Absicht euch einer Gefahr auszusetzen. Ich war ein Narr und sollte euch etwas zustoßen, so ist es meine Schuld und euer Blut das an meinen Händen klebt." , es schien ihm ernst damit und er wirkte tatsächlich ziemlich reumütig was man von Zentauren eigentlich selten erwartete.

"Sagen sie.ich schätze mal, dass man dabei sterben könnte hm?
", fragte AJ und Ricardo sah nur einen kurzen Moment zu ihm. "Ja. Jene die sich dem Wald stellen, sind an das Gesetz der Natur gebunden. Nur der best angepassteste und listigste Krieger überlebt. Doch lasst euch sagen, die Prüfung kann gut bestanden werden. Viele aufsteigende Jünglinge der Zentauren haben sie gemeistert, so werdet auch ihr es schaffen. Wenn ihr gestattet, möchte ich euch noch einen Rat geben, verwendet keine Magie. Mein zerfressener Bruder würde das nur als Vorwand nehmen um euch und eure Bemühungen zunichte zu machen. Wenn ihr aber ohne Magie besteht, habt ihr das Wohlwollen aller anderen auf eurer Seite. Habt ihr noch Fragen Sir Eliot?", fragte er und sah zu Eliot, in der Hoffnung das er die Zeit gut nützen würde, um für ihn wichtige und überlebenswichtige Frage zu stellen.

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