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 Ein lange überfälliges Geständnis...

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Natascha Romanova
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BeitragThema: Ein lange überfälliges Geständnis...   Do 13 Aug 2015 - 20:27

EIN LANGE ÜBERFÄLLIGES GESTÄNDNIS...

Natascha und Nathaniel im St. Mungo's | Donnerstag, 18. September 2014 | abend

______________________________________________________________________


"Ja, auf wiedersehen, Doctor Flemming", knurrte sie, als der Arzt ihr Zimmer verließ, nachdem er ihr alles wesentliche über ihren Zustand erzählt hatte. Die Russin war am gestrigen Morgen im Gang ohnmächtig geworden, und hätte der Kollege Kirkwood sie nicht noch rechtzeitig gefunden und so professionell reagiert, wäre die Halb-Veela jetzt wohl Geschichte. Dramatisch war das alles gewesen, ja, man hatte ihr in einer dreistündigen Operation ein Magengeschwür entfernt, und wahrscheinlich hätte es so weit gar nicht erst kommen müssen, wenn sie die angeblich harmlosen Bauchschmerzen nicht einfach immer ignoriert hätte. Doch was war die Ursache?
Doctor Flemming hatte sie ernst angesehen und ihre miesen Leberwerte angesprochen. Mit seiner Frage, ob sie dazu neigte, hin und wieder Alkohol zu trinken, traf er genau ins Schwarze, doch er beschuldigte sie nicht als Alkoholikerin. Er hatte mehr über die Hintergründe wissen wollen, da er vermutete, dass die Professorin gestresst war und im Alkohol ein geeignetes Ventil fand, um die Sorgen des Alltags zu vergessen. Er lag richtig, doch die Halb-Veela ließ es völlig kalt und selbstverständlich schüttete sie ihm nicht ihr Herz aus. Sie konnte doch eh nichts an der momentanen Situation ändern. Sie war allein zu schwach, um gegen Grischas Bande anzukommen.
Nun saß sie in dem Krankenzimmer, zu ihrem Glück jedoch allein, da das zweite Krankenbett leer war und wohl nicht gebraucht wurde. Für ein Krankenhaus für Zauberer war der Raum erstaunlich muggelmäßig eingerichtet - ja, sogar einen Fernseher gab es. Immerhin das. So konnte sie sich wenigstens die Zeit vertreiben, während sie auf Nathaniel wartete.
Ungeduldig blickte sie auf die Uhr. Es war schon 2 Stunden her, dass sie ihm mit einer geliehenen Eule einen kurzen Brief hatte zukommen lassen, in dem sie ihn darum bat, ihr ein paar Sachen vorbei zu bringen. Zwar würde sie nur noch zwei Nächte im Krankenhaus bleiben müssen, doch gab es einige Dinge, die eine gepflegte Frau nun einmal brauchte. Saubere Kleidung, ihr Parfum, ihre Zahnbürste, und selbstverständlich ihr Portemonnaie und den Zauberstab. Ohne letzteren fühlte sie sich irgendwie nackt. Und sie war sich sicher, sich auf Nathaniel diesbezüglich verlassen zu können - er war eine treue Seele, und zugegeben, irgendwie ein toller Mann. Kaum zu fassen, dass sie ihn so lange nicht gemocht hatte. In den letzten Wochen hatten die Kollegen wirklich viel Spaß gehabt, und irgendwie müsste sie sich noch bei ihm dafür revanchieren, dass er sie die Sache mit Grischa zumindest für kurze Zeiträume hatte vergessen lassen. Ob er die Nachricht überhaupt bekommen hatte?
Die Russin hätte nie gedacht, dass dies etwas schlimmes sein würde, doch sie fühlte sich irgendwie... einsam. Man kannte diese Filmszenen, in denen die Patienten im Krankenhaus von ihren Angehörigen umgeben waren, Blumen und Süßes geschenkt bekamen und so über den Grund des Aufenthaltes hinweggetröstet wurden. Natascha hatte sowas nicht - wer sollte sie schon besuchen? - und umso mehr freute sie sich darauf, hoffentlich gleich in Nathaniels strahlendes Gesicht blicken zu können...


Zuletzt von Natascha Romanova am So 7 Aug 2016 - 12:38 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Nathaniel Jones
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BeitragThema: Re: Ein lange überfälliges Geständnis...   Fr 14 Aug 2015 - 12:39

Die Dame am Empfang hatte den Zauberkünstler in den dritten Stock geschickt. Dort auf Zimmer 302 sollte er seine Kollegin vorfinden, welche aus für ihn noch unbekannten Gründen ins St. Mungos gebracht worden war. Der Brief, welcher ihn an diesem Nachmittag erreicht hatte, enthielt lediglich die Bitte ihr ein paar Dinge ins Krankenhaus zu bringen. Der Grund für ihren Aufenthalt teilte dieser nicht mit. Aber allein die Tatsache, dass es definitiv ihre Schrift war, sie also noch selbstständig schreiben konnte, zeigte ihm, dass es nicht so schlimm sein konnte. Zumindest musste sie bei Bewusstsein sein. In strammen Schritten erklomm der Zwilling die Treppen zum dritten Stock. Der Fahrstuhl, welcher mit kranken Menschen vollgestopft war, war für ihn keine Alternative. Die Tasche mit Nataschas Zauberstab, der Zahnbürste und den restlichen Gegenständen, um welche sie gebeten hatte, klemmte unter seinem Arm.
Neben dem Gefühl der Sorge um die Kollegin beherrschte den Zauberer noch ein weiteres beklemmenderes Gefühl. Die Suche nach Nataschas Gegenständen hatte Fragen aufgeworfen, mit welchen der Zwilling nie konfrontiert werden wollte. Auf ihrem Schreibtisch neben dem Portemonnaie fand Nathaniel einen Stapel Ausweise vor. Es handelte sich um russische Ausweise mit verschiedenen Namen. Lediglich das Bild zeigte immer wieder Natascha. Man musste kein besonders kluger Kopf sein, um festzustellen, dass die Russin Geheimnisse hatte, welche anscheinend die eine oder andere Grenze der Legalität überschritten. Der Zauberkünstler wusste auf einmal nicht mehr mit wem er es zu tun hatte. Die Frau, welche in den vergangenen Wochen zu einer guten Freundin geworden ist, wirkte plötzlich wieder völlig fremd. Nathaniel wusste gar nicht wer sie überhaupt war. Sie schien keine kleinen Geheimnisse zu haben, sondern sich in ein Netzwerk aus Lügen verstrickt zu haben. Was würde sonst eine solche Vielzahl an falschen Identitäten begründen? Erschreckend war, dass das nicht einmal alles war. Er hatte ebenfalls einen Zeitungsartikel gefunden, welcher zwar auf russisch war, sich mit dem richtigen Zauber jedoch entziffern ließ. Es ging um eine russische Familie, welche bei einem Hausbrand vollständig ausgelöscht wurde. Natalja Petrova, die zwölfjährige Tochter der Familie, war mit ihren Eltern auf einem Foto abgebildet und hatte erschreckende Ähnlichkeit mit Natascha Romanova. Ein weiteres Rätsel, welches wohl nur Natascha selbst lüften konnte.

Leicht außer Atem erreichte er endlich das dritte Stockwerk. Kurz richtete er Hemd und Sakko, bevor er sich auf die Suche nach dem Zimmer machte. Langsam schritt er über den Gang und bemühte sich noch einmal seine Gedanken zu ordnen. Er sollte sie nicht wütend anfahren, sondern ein ruhiges Gespräch suchen. Es lag fast auf der Hand, dass sie ihn belogen hatte, aber er wollte ihr die Möglichkeit geben sich zu erklären.
Ein Klopfen kündigte seine Ankunft an, bevor er schließlich die Tür öffnete und das Krankenhauszimmer der Russin betrat. "Guten Abend", machte er sich erneut bemerkbar. Die Kollegin lag im Bett und ein Fernseher, ein typisches Muggelutensil, sorgte dafür, dass im Zimmer nicht vollkommene Stille herrschte. "Wie geht es dir? Was führt dich hier hin?", wollte er schließlich wissen. Immerhin war sie ja nicht ohne Grund im Krankenhaus. Die Tasche wurde auf einem Tisch abgestellt und ein Stuhl ans Bett heran gezogen. "Sag mal, würdest du mir mal erklären wer Kristina Kasjanenkowa, Viktoria Natalja Iwanova und Natalja Petrova sind?", kam er sofort auf den Punkt. Er wollte ihr keine heile Freundschaft vorspielen, so lange dieses Rätsel nicht geklärt war.
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Natascha Romanova
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BeitragThema: Re: Ein lange überfälliges Geständnis...   Fr 14 Aug 2015 - 15:30

Als hätte er ihre Gedanken gelesen öffnete sich die Tür und der Strahlemann kam rein - nur dass er irgendwie nicht so strahlte wie sonst, sondern irgendwie ernst und verstört wirkte. Die Russin war jedoch so froh, ihn zu sehen, dass es ihr vorerst nicht auffiel.
"Guten Abend Nathaniel", lächelte sie, und man merkte, dass sie von der Operation noch ziemlich geschafft war. Sie wirkte müde und schwach, doch sie wäre nicht Natascha Romanova nicht versuchen würde, das zu verbergen. So ein Magengeschwür konnte sie doch nicht umhauen!
Begeistert sah sie zu der Tasche, die ihr Kollege dabei hatte. Er hatte ihr tatsächlich ihre Sachen vorbei gebracht! Und er trug sogar ein Sakko, um ihr die Sachen herzubringen - eine Jogginghose hätte es doch auch getan!
"Du siehst wirklich toll aus. Danke, dass du hier bist.", kam es aufrichtig von ihr, als sie dem Zauberkünstler in die Augen sah. Sie war eben doch nicht allen egal. Was für ein schönes Gefühl. Ja, es wurde Zeit, dass sie ihn mal wieder ins Singapore Garden einlud.
"Mir geht es ganz gut", sagte sie beschwichtigend, während sie seine Bewegungen aufmerksam beobachtete. Er verhielt sich anders, ja, die Art wie er den Stuhl heranzog, und seine Stimme wirkte - gepresst. Aber vielleicht bildete sie sich das ja auch nur ein. "... Ich bin gestern früh ohnmächtig geworden. Scheinbar hat unser Kollege Kirkwood es noch nicht herum erzählt." Sie war deshalb erleichtert und dem Amerikaner irgendwie dankbar. Musste ja nicht jeder wissen, was ihr fehlte. Aber Nathaniel sollte es wissen, schließlich war er der einzige, dem sie es erzählen könnte
"Die Ursache war wohl ein Magengeschwür", fügte sie hinzu, "Es war vermutlich stressbedingt entstanden." Sie lächelte ihn beruhigend an, doch nun fiel ihr endlich auf, dass auch sein Gesichtsausdruck nichts gutes verhieß. Ihr Lächeln verblasste, und als er seine nächste Frage stellte, war es ganz verschwunden.
Sie fasste sich mit der Hand, an der ein Infusionsschlauch hing, an die Stirn. Er wusste es, doch woher? Hatte Grischa etwa damit zu tun? Hatte er sie aufgespürt und ihre Kollegen darüber informiert, was für ein falsches Spiel sie trieb, damit sie nicht länger in Hogwarts Schutz suchen könnte? Sie dachte fiebernd nach, kam dann jedoch zum Entschluss, dass Grischa es nicht gewesen sein konnte. Er wusste nicht, dass sie das Mädchen war, das vor 20 Jahren beim Brand mit ihrer Familie umgekommen war, von dem jedoch nie eine Leiche gefunden wurde. Nathaniel musste es aus anderer Quelle erfahren haben. Aber es wusste doch keiner, abgesehen von ihr.
Und dann kam die Erleuchtung - ihre Ausweise! Sie hatte sie auf dem Schreibtisch liegen gelassen, als sie ihre persönlichen Sachen hatte sortieren wollen. Bevor sie fertig wurde, hatten ihre Bauchschmerzen sie in den Krankenflügel verschlagen, und unterwegs war sie Dean begegnet... sie war nie dazu gekommen, die geheimen Identitäten wegzuräumen. Oh man, Natascha...
"Du hast die Ausweise gefunden...", knurrte sie bitter, worauf sie die Hand wieder von der Stirn nahm und ihren Kopf in den Nacken warf. Wie konnte sie nur so ein Pech haben? Und was noch wichtiger war - wie konnte der Zauberkünstler so ruhig bleiben? Sie wäre ausgerastet, wenn sie erfahren hätte, dass sie belogen wurde, und hätte die persönlichen Sachen des Lügners nicht noch zu ihm gebracht sondern verbrannt.
Langsam drehte sie ihren Kopf wieder zu ihm, sie sah ihn an und schwieg. Alles, was den Raum erfüllte, waren die Stimmen des Fernsehers, welcher gerade eine Show zeigte, in der zwei Frauen ihre Familien für zehn Tage tauschten. Ein Typ namens Andrew schrie die Tauschmutter an, dass 'alles so bleibt, wie's is', ob se hier is' un' nich'!' Das wäre sogar ganz witzig, wenn Natascha mit Nathaniel und einem Bier auf einer Couch gesessen hätte, um sich über die Leute lustig zu machen. Aber die Situation war todernst. Und es brachte nichts, noch weiter zu lügen. Nathaniel verdiente es, die Wahrheit zu hören.
"Kristina...", begann sie mit kratziger Stimme - ihr Mund war schlagartig ganz trocken, "Ist eine muggelstämmige Hexe, die für die russische Ausgabe der GQ arbeitet. Ich hatte sie bei Aufträgen genutzt, in denen ich hauptsächlich unter Muggeln sein würde. Zuletzt war das 2012 auf einem Kreuzfahrtschiff..." Eine interessante Sache war das gewesen. Damals hätte sie die fette Kamilla fast umgebracht - wäre ihr norwegischer Flirt nicht dazu gekommen.
"Natalja Petrova ist ein Mädchen, das mit zwölf Jahren angeblich mit ihrer Familie angeblich verstarb. Ihre Leiche wurde nie gefunden, doch wer kontrolliert schon den Sarg bei der Bestattung?" Sie lachte ironisch, da sie es selbst absurd fand, wie schnell man sie aufgegeben hatte. Dass Iwan die Behörden bestochen hatte, damit dieses Detail nie an die Öffentlichkeit kam, ahnte sie noch nicht. "Natürlich ist sie nicht gestorben, sondern hat eine neue Identität angenommen, da man ihr eingeredet hatte, dass dies der einzige Weg sei, wie sie einer Strafe für den durch sie verursachten Tod ihrer Eltern entgehen könnte. Und diese neue Identität war Viktoria." Sie schluckte schwer und versuchte in seinem Gesicht zu lesen, was er jetzt wohl dachte.
"Ich bin Viktoria. Oder Natalja, wenn man so will, aber offiziell gibt es Natalja nicht mehr. In Russland bin ich offiziell als Viktoria gemeldet, doch viele meiner Pseudonyme sind eingetragen, da sie dienstlich bedingt waren." Und hier sollte schon die nächste Lüge aufgedeckt werden. "Ich war nämlich nie Professorin in Russland gewesen... sondern Aurorin." Sie biss sich auf die Unterlippe und sah ihren Kollegen angespannt an. Sie wollte ihm noch so viel dazu sagen, wollte sich ausführlich erklären, doch sie hatte Angst, dass er jeden Moment aufstehen und gehen würde, und er sie verachtete und ihr nie wieder ins Gesicht sehen wollte.
"Und Natascha Romanova ist nur eine Erfindung, um einen Namenswechsel offiziell zu legitimieren. Ich habe letzten Sommer nicht geheiratet, sondern brauchte einen neuen Namen, da ich Russland als Verfolgte verlassen musste." Nun war die Katze aus dem Sack und sie presste ihre Lippen aufeinander. Wieder war es still, nur Andrew im Fernseher sprach davon, dass er seinen Kaffee getrunken und sich doch nicht beruhigt habe.
"Es tut mir leid, dich angelogen zu haben, Nathaniel." Reumütig sah sie auf ihre Hände, welche auf ihrem Schoß über der Decke lagen. Jetzt, da sie ihm ihre Geschichte erzählt hatte, fühlte sie sich irgendwie... ungeschützt. Nackt, geradezu. Sie hatte sich ewig hinter Masken versteckt, doch zum ersten Mal seit langem durfte jemand mal wieder einen Blick auf die wahre Halb-Veela werfen. Es war ein wirklich unschönes Gefühl, so unschön, dass es sich enger in ihrer Brust anfühlte, ihr unmerklich Tränen in die Augen stiegen und sie sich am liebsten versteckt hätte.
"... Aber es ging um meine Sicherheit."
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Nathaniel Jones
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BeitragThema: Re: Ein lange überfälliges Geständnis...   Fr 14 Aug 2015 - 23:11

Ein Magengeschwür war also die Ursache für Nataschas Krankenhausaufenthalt. Eigentlich ein Grund, um ihr nicht weiteren Stress zuzumuten, aber ihr eine heile Welt vorzuspielen wäre für Nathaniel auch keine Option. Das Rätsel um die Russin musste gelüftet werden, auch wenn das wohl einiger Überzeugungsarbeit bedurfte.
Die direkte Frage des Zauberkünstlers schien die Kollegin deutlich in Anspannung zu versetzen. Das Thema ließ sie alles andere als kalt und es dauerte auch nicht lange, bis sie herausfand, was die Quelle für Nathaniels Wissen war.
Zu Nathaniels Verwunderung rückte die Russin direkt mit ihrer Geschichte raus. Ob diese vollständig war, oder eine weitere Lüge vermochte er nicht einzuschätzen. Aber wie sollte man auch einen Menschen einschätzen, den man anscheinend überhaupt nicht kannte. Alles was Nathaniel kannte war die Rolle der Natascha Romanova, welche die unbekannte Russin gespielt hatte. Die Frau, welche er für eine Freundin gehalten hatte, war nie wirklich existent. Er hatte sogar das Gefühl seine Zeit für sie verschwendet zu haben. Alles an ihr war falsch. Ihr Name, ihre Vorgeschichte, der Beruf, sogar ihr angeblicher Ehemann. Wieso sollte ausgerechnet die Freundschaft echt gewesen sein. Womöglich war diese nur ein Mittel um die Rolle plausibler zu gestalten und sich selbst in Sicherheit zu bringen. Denn natürlich hätte Nathaniel diese gespielte Natascha Romanova geschützt. Eine Tatsache, welche er nun nicht mehr behaupten konnte.
Nachdenklich erhob er sich vom Stuhl. Er konnte jetzt nicht ruhig sitzen bleiben. Denn neben der Enttäuschung gingen ihm auch noch tausende Fragen durch den Kopf. Die Informationen waren zahlreich und verwirrend. Vorsichtig schob Nathaniel den Vorhang zur Seite, um einen Blick auf das silberne Licht des aufgehenden Mondes zu werfen. Eigentlich eine Strategie, um sich Zeit zu verschaffe und die Gedanken zu ordnen. "Gehen wir mal davon aus, dass ich dir das alles so glaube. Deine Geschichte wirft Fragen auf." Die Stimme des Zauberkünstlers blieb ruhig. Er war nicht wütend oder ähnliches. Er fühlte sich hintergangen, aber ein lauter Tonfall würde daran nichts ändern. "Wer redet einem jungen Mädchen, was die ganze Familie verloren hat, ein, dass es an diesem Umstand die Schuld trage?" Der Vorhang fand wieder seine ursprüngliche Position und Nathaniel schritt durch das Zimmer in Richtung des Bettes. "Natascha... Victoria...., ach verdammt, wie soll ich dich überhaupt ansprechen?" Ein weiteres Zeichen dafür, dass die Russin nun wie eine Fremde für ihn war. Deshalb stellte er seine nächste Frage ohne einen der zahlreichen Namen in den Mund zunehmen: "Wieso wirst du verfolgt und von wem? Wer bringt dich so sehr in Bedrängnis?"
Nun näherte er sich dem Bett und lehnte sich mit den Händen auf die Metallstange an dessen End, um die Frage zu stellen, welche ihm fast am wichtigsten war: "Wie viel von der Natascha die ich kennengelernt habe bist wirklich du?"
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Natascha Romanova
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BeitragThema: Re: Ein lange überfälliges Geständnis...   Sa 15 Aug 2015 - 2:40

Er war skeptisch. Ja, natürlich war er das. Wieso sollte er auch einer Frau glauben, die ihn über ein Jahr lang angelogen hatte? Es gab da so ein Sprichwort, welches diese Situation ganz gut wiedergab...
Und doch wollte sie es versuchen. Sie wollte ihm ihre Geschichte erzählen und hoffte, dass er zuhörte. Ob er sie glauben würde stand in den Sternen, sie konnte es wirklich nicht einschätzen wie betrogen der Zauberkünstler sich wohl fühlte. Aber sie hoffte inständig, dass er ihre Motive zu der Lüge verstand und ihr vielleicht noch eine Chance gab. Sie hatte ihn ja nicht aus Boshaftigkeit angelogen - es war ihr wirklich nur um ihre Sicherheit gegangen. Und vielleicht würde er das verstehen, wenn sie seine Fragen beantwortete.
"Iwan. Iwan Pavlov. Mein ehemaliger Lehrer für defensive und offensive Magie - so heißt Verteidigung gegen die dunklen Künste in Russland, nur dass man die Verteidigung nicht auf die dunklen Künste beschränkt, schließlich werden jene ja auch in der Schule in Maßen behandelt und praktiziert." Wieder schluckte sie schwer und sah immer noch auf ihre Hände. "Iwan hat mich bereits am ersten Schultag anders behandelt als alle anderen. Er hat mich wie eine Tochter behandelt und mir so vieles gezeigt - unter anderem wie man mit Magie Wasser entzündet, obwohl ich für diese Art Zauber noch zu jung und unvorsichtig war. Nach dem Brand meines Elternhauses nahm Iwan mich bei sich auf und ließ keine Situation aus, um mir zu sagen, dass ich mich mit dem Zauber überschätzt hatte. Dabei kann ich mich nicht einmal daran erinnern, ihn an dem Tag gewirkt zu haben. Aber wie sollte das Feuer sonst entstanden sein?" Nun rollte tatsächlich die erste Träne über ihre Wange. Sie hatte es lange verdrängt, doch nun kamen wieder die Schuldgefühle. Iwan hatte es geschafft, dass sie sich wirklich für den Brand und den Tod ihrer Eltern verantwortlich fühlte. "Ich kann mich wirklich nicht an den Brand erinnern. Und doch fühle ich mich so schrecklich schuldig..." Sie nahm das Glas vom Nachttisch und trank einen Schluck Wasser daraus. Den Fernseher hörte sie schon gar nicht mehr.
"Iwan hatte mir richtige Schauergeschichten erzählt - was mich im russischen Waisenhaus erwarten würde, und dass man mich ächten würde dafür, dass ich meine Familie auf dem Gewissen hatte, weshalb er es für sinnvoll fand, mich heimlich hinter verschlossenen Türen groß zu ziehen und als seine uneheliche Tochter auszugeben, wenn die Zeit reif war. Und ich hatte Angst und habe solange gewartet, bis ich das Haus verlassen durfte. Fast 7 Jahre." Es war so absurd, aber wenn man als Kind richtig manipuliert wurde, machte man fast alles mit. 7 Jahre lang hatte Iwan seine vermeintliche Tochter auf ihre neue Identität vorbereitet, und sie war ihr in Fleisch und Blut übergegangen. Doch mit der Zeit war sie auch abgestumpft, weshalb sie völlig überfordert war, als sie wieder den Kontakt zur Außenwelt hatte. Sie hatte Schwierigkeiten sich anzupassen und Freunde zu finden, doch auch das hatte sich geändert, als sie sich das erste Mal verliebt hatte. Ihr erster Freund, Elliott Smethwyk, hatte sie daran erinnert, was Liebe war und ihre sozialen Kompetenzen wieder gestärkt. Sie war auf dem besten Weg gewesen, wieder die alte zu werden, bis Iwan ihr selbst das genommen hatte, indem er sie solang psychisch fertig machte, bis sie sich von dem Briten trennte. Er habe sie nicht dazu erzogen, sich auf irgendwelche Männer einzulassen, so Iwan, und ferner habe ihre heimliche Beziehung zu dem jungen Mann für Streit zwischen Iwan und Gregorowitsch gesorgt... Nach der Trennung von Elliott lebte sie nur noch für die Arbeit, so wie Iwan es von ihr erwartet hatte. Und sie wurde die Frau, die Nathaniel an ihrem ersten Tag in Hogwarts hatte kennen lernen dürfen - eine kühle, distanzierte und eher rationale Russin mit begrenztem Sinn für Humor.
"Bitte - nenn mich Natascha", bat sie ihn. Seine nächste Frage ließ sich jedoch nicht so knapp beantworten. Sie brauchte einige Momente, um die Bausteine in ihrem Kopf zusammen zu setzen.
"Ich hatte es als Kind nicht verstanden und die Puzzleteile nicht zusammenfügen können, aber wenn ich so an meine Zeit bei Iwan zurückdenke, habe ich das Gefühl, dass seine Weste nicht ganz weiß ist. Er war immer lange weg, hatte spät nachts Besuch von unbekannten Männern und hatte viel mehr Geld, als ein Lehrer in Russland je bekommen würde." Schwach starrte sie auf das Glas. Einmal hatte sie ihn dabei heimlich beobachtet, wie er zusammen mit anderen Männern ein schwarzmagisches Ritual durchführte, bei dem eine junge Frau geopfert wurde. Sie hatten ihr die Gebärmutter herausgeschnitten, und bis heute wusste Natascha nicht, wieso Iwan sowas grausames getan hatte. Aber nie hatte sie sich getraut, ihn darauf anzusprechen. "Jedenfalls habe ich die Konsequenzen seiner illegalen Machenschaften im letzten Sommer am eigenen Leib erfahren dürfen. Er verschwand spurlos, und plötzlich erreichten mich Drohbriefe, in welchen mir befohlen wurde, ein bestimmtes Artefakt an die Entführer meines Ziehvaters zu übergeben. Ich weiß nur nicht, wie sie darauf kamen, dass es sich überhaupt in meinem Besitz befindet. Ich habe keine Ahnung, was sie von mir wollen..." Noch immer starrte sie auf den Rand ihres Glases und umklammerte jenes fest. "Aber als mich eines nachts eine hastig geschriebene Kurznachricht von Iwan erreichte, in der er mir dringend dazu riet, das Land zu verlassen, stand mein Entschluss fest und ich musste zurück nach Hogwarts. Und da war es fast schon zu spät, denn diese Bande - eine Gruppe von skrupellosen Kriminellen - hatte es auf mich abgesehen und mich in dieser Nacht durch halb Russland gejagt. Ich weiß nicht viel über diese Personen, nur dass ihr Anführer Grischa heißt und sie mich suchen. Aber ich weiß nicht wieso. Ich verstehe nicht, wieso die mich in ihre dreckigen Geschäfte mit reinziehen..." Und die nächste Träne lief, obwohl sie es mit aller Kraft versuchte zurückzuhalten. Ihre Stimme klang verzweifelt und gepresst, da sie versuchte, ein Schluchzen zu unterdrücken.
"Naja, und da ich mich sonst nirgends sicher fühle, bin ich wieder nach Hogwarts gekommen. Als Natascha Romanova, obwohl ich mich nach dem einen Jahr an Hogwarts eigentlich nicht mehr hier blicken lassen wollte. Ursprünglich war es nämlich nie geplant, dass ich so lange hier bleibe, Nathaniel. Das Ministerium hatte mir vor meiner Ankunft hier eine neue Identität besorgt - Natascha Iwanov - und mich ursprünglich für ein paar Monate hergeschickt, damit ich hier ein wenig rumschnüffel, und meine Kontakte zu Callista waren das ideale Sprungbrett. Nur leider lief die ganze Sache aus dem Ruder und das Ministerium verlangte plötzlich, dass ich das ganze Jahr bleibe, vor Allem nach den Todesfällen.... ich ließ es über mich ergehen, wollte aber lieber zurück in die Heimat. Aber man versprach mir, leitende Aurorin zu werden, wenn das Schuljahr vorüber wäre..." Und für ihre Karriere würde sie alles tun. Sie war doch alles, was sie hatte und womit sie sich noch identifizieren konnte. "Aber wie gesagt, Grischa hat mich aus Russland vertrieben und sucht immer noch nach mir. Und ich wette, dass er mir inzwischen schon ganz dicht auf den Fersen ist... Nathaniel, ich habe so Angst." Ängstlich und unsicher blickte sie ihn an, und sie umklammerte immer noch das Glas in ihren Händen. "Du hättest sehen müssen, wie stark diese Leute sind - ich hatte echt Glück, ihnen entkommen zu können, doch ein zweites Mal würde mir das wohl kaum gelingen." Und ein weiteres Mal schluckte sie schwer und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. "Vorallem schockiert es mich, dass Iwan mich da mit reinzieht ohne mir zu sagen, worum es geht. Eine kleine Notiz... ein Hinweis... verdammt..." Nun stellte sie das Glas wieder zurück und starrte auf die leeren Hände. "Er verheimlicht mir etwas, und ich glaube, dass es unter Anderem etwas mit dem Tod meiner Eltern zu tun hat. Aber ich werde es vielleicht nie erfahren, denn wenn sie ihn nicht gerade foltern haben sie ihn bestimmt schon umgebracht."
Dann kam seine vorerst letzte Frage. Und für die Antwort musste die Halb-Veela nicht einmal lange nachdenken.
"Nathaniel, du wirst es mir vielleicht eh nicht glauben..." Und nun sah sie tief in seine Augen. "Aber du bist außerhalb von Russland wohl der einzige, der Natalja kennen lernen durfte. Du hast mich daran erinnert, was Freundschaft ist, wie ich sie vor dem Unfall erfahren und gespürt hatte. Erinnerst du dich daran, wie ich war, als ich hier ankam? Das war nicht ich. Das war eine Maske, die ich so lange tragen musste, dass ich dachte, ich könnte sie nie wieder abnehmen. Und dann kamst du und hast sie mir einfach abgenommen. Der absolute Schlüsselmoment war an dem Abend, als du den Ticketautomaten in London mit einer Galleone verstopft und unbrauchbar gemacht hast..." Ein wenig geistesabwesend lächelte sie, als sie sich daran zurückerinnerte. "Man, hatte das gut getan, mal wieder so richtig zu lachen." Iwan war ein strenger Vater gewesen, und seine Strenge hatte ihr den Humor ausgetrieben, besonders wurde dies nach ihrer Beziehung zu Elliott deutlich. Doch sie war nicht ganz verloren. Und sie hoffte, dass ihr Kollege sie verstand und nicht einfach aufgeben würde.
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BeitragThema: Re: Ein lange überfälliges Geständnis...   Sa 15 Aug 2015 - 20:14

Die Erklärungen der Russin ließen ein ungutes Gefühl in dem Zauberkünstler aufsteigen. Noch nie hatte er die starke Russin so verletzlich und verzweifelt gesehen. Natürlich konnte er noch immer nicht einschätzen, ob sie nicht einfach eine exzellente Schauspielerin war. Allerdings wäre er nicht Nathaniel Jones, wenn er nicht an das Gute im Menschen glauben würde. Sein Gefühl sagte ihm, dass er hier eine verzweifelte Frau vor sich hatte, welche dringend Hilfe benötigte und keine chronische Lügnerin, welche ihn erneut hinters Licht führen wollte. Vor allem ihre letzten Worte überzeugten ihn davon. Nicht weil er sich wirklich sicher war, dass diese der Wahrheit entsprachen, sondern weil er sich einfach wünschte, dass diese das taten. Der beste Weg diesen Wunsch mit Hoffnung zu füllen war es der Russin als Freund gegenüber zu treten und nicht als verurteilender Richter.
Nathaniel nahm erneut auf dem Stuhl neben ihrem Bett platz. Eine Hand legte er auf ihren Unterarm. Die Worte der Kollegin hatten ihm die Kraft gegeben in der Frau, die er kennen gelernt hatte, keine Rolle mehr zu sehen, sondern die Freundin, welche sie auch zuvor für ihn war. Die Berührung sollte ihr zeigen, dass sie nicht alleine war. Nathaniel wollte ihr halt geben und für sie da sein. Es musste einen Weg geben, welcher es ihr ermöglichte nie wieder eine Rolle spielen zu müssen.
"Ich glaube dir", versicherte er der dunkelhaarigen zuerst, um ihr jegliche Zweifel daran zu nehmen. "Bist jetzt warst du vielleicht alleine, aber das ist nun vorbei. Du musst da nicht alleine durch." Es gab einfach Pakete, die konnte ein Mensch nicht alleine tragen. Das der Russin war so groß, dass der Zauberkünstler sogar daran zweifelte, dass das zu zweit möglich war. Allerdings änderte das nichts daran, dass er es versuchen würde. Schon früh hatte der Zwilling gelernt, dass man als Team weiter kam, egal worum es ging. Alles was man benötigte war ein guter Freund an seiner Seite. Dieses Denken beruhte auf Erfahrung. Schon in seiner Kindheit hatte es sich immer wieder als richtig erwiesen. Der damalige Freund an Nathaniels Seite war sein Bruder Zach. Die beiden hatten im Waisenhaus wirklich viel zu ertragen und dennoch würde der Zwilling seine Kindheit als glücklich beschreiben. Das hatte er seinem Bruder zu verdanken und das war wohl auch der Grund, warum er Zach tief in sich nie mit voller Abscheu hassen konnte. Die Dankbarkeit würde nicht vergehen. Lediglich die Vernunft hielt ihn von seinem Bruder fern.
"Du kannst nicht dein restliches Leben flüchten. Es muss einen Weg geben, um diesen Fluch zu beenden", sprach der Zwilling, welcher es nicht einmal fertig brachte sich um die deutlich kleineren Dämonen in seinem Leben zu kümmern. Immer stärker wurde der Drang in ihm für andere da zu sein. Er bot Hilfe an, wo er nur konnte. Dass das eigene Leben dabei auf der Strecke blieb ging in den diversen Aufgaben, welche er sich vor allem für andere zumutete vollkommen unter. Andererseits verdrängte es auch immer wieder den Gedanken, dass er abgesehen von einem guten Job nicht viel erreicht hatte. In seiner Schulzeit hatte er fest geplant in seinem jetzigen Alter eine Familie zu Gründen und eine Frau zu haben. Allerdings schien nichts davon auch nur im entferntesten greifbar zu sein, oder in der kommenden Zeit zu werden.
"Glaubst du wir können gemeinsam herausfinden, um welche Art von Erbstück es sich handelt? Diese Information könnte den ganzen Fall in ein vollkommen anderes Licht rücken." Noch immer lag seine Hand auf ihrem Unterarm und sein Blick war fest auf Natascha gerichtet.
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BeitragThema: Re: Ein lange überfälliges Geständnis...   Sa 15 Aug 2015 - 23:23

Natürlich war es unglücklich, dass ihr Kollege und Freund es auf diese Weise hatte erfahren müssen, aber irgendwann wäre eine Erklärung fällig gewesen, so viel stand fest. Vielleicht hätte sie nie den richtigen Moment gefunden und es immer weiter aufgeschoben. Ja, irgendwie war sie erleichtert, dass es jetzt endlich raus war. Natürlich hätte sie es ihm unter anderen Umständen erklärt, aber die Katze war nun einmal aus dem Sack.
Sie hatte ihn gespannt angesehen und seine Reaktion abgewartet. Sie hatte ihm seine Lebensgeschichte erzählt; eine unglaubliche Geschichte voller Schmerz ... die musste in seinen Ohren absurd klingen, er würde sich veräppelt fühlen, aufstehen und gehen, dachte sie. Aber er blieb. Er wirkte auch nicht wütend, nein. Er bestätigte ihr, ihr zu glauben. Damit hatte sie nicht gerechnet. Nach all den Lügen glaubte er ihr noch. Und er versicherte ihr, dass sie nicht allein war.
"Nathaniel...", brachte ihre Stimme perplex und schwach hervor, so verblüfft war sie von der Barmherzigkeit des Mannes. Er war eben nicht ohne Grund ein Hufflepuff gewesen. Und irgendwie bewunderte die Russin ihren Kollegen für diese Gabe, Menschen für ihre Fehler vergeben zu können.
Der Zauberkünstler ging äußerst souverän mit der Situation um. Er schien zu verstehen, wie schwer es Natascha fiel, über ihre Vergangenheit zu sprechen, und stellte daher keine Fragen, obwohl gewiss noch die ein oder andere Frage offen stand. Stattdessen sah er nach vorn; sprach das einzig richtige aus. Dass es so nicht weiter gehen könnte und die ewige Flucht keine Option wäre. Sie nickte stumm, obwohl sie wusste, dass das nicht so leicht werden würde.
Die Halb-Veela zuckte unmerklich, als er seine warme Hand auf ihren Arm legte. Seine Haut war erstaunlich weich für die eines Mannes. Etwas irritiert und schutzlos sah sie in seine blauen Augen und lauschte seinen Worten. Und wieder traute sie ihren Ohren nicht.
Er bot ihr seine Hilfe an. Selbstlos und als wäre es selbstverständlich nahm er den Fall an und versuchte mit Natascha, ihn zu lösen.
"... Du willst mir helfen?", harkte sie ungläubig nach, und ihre Augen verengten sich etwas. Was brachte einen Menschen dazu, so zu handeln, wenn man belogen und betrogen wurde? Offensichtlich konnte sie noch eine Menge von dem Zwilling lernen... "... aber ich habe dich angelogen. Wieso... wieso tust du das?" Es war kein Vorwurf und auch keine Bitte an ihn, zu gehen. Sie wollte es lediglich nachvollziehen können, um sich diesen edlen Charakterzug vielleicht selbst einmal aneignen zu können.
Nun brach doch ein Schluchzen hervor und sie ließ den Tränenfluss zu. Sie hätte nicht gedacht, dass sie derzeit jemanden hatte, der trotz allem hinter ihr stehen würde. Sie hatte es immer als Tatsache abgetan, dass sie keine Freunde in der näheren Umgebung hatte, doch da hatte sie sich geirrt. Nathaniel war ein Freund, und zwar einer von der Sorte, die jeder brauchte. Sanft legte sie ihre Hand auf seine, welche noch immer auf ihrem Unterarm ruhte, und sie beruhigte sich etwas.
"Ich... ich würde mich freuen, wenn du mir helfen würdest, das herauszufinden, Nathaniel." Sie versuchte wieder, jegliches Schluchzen zu unterdrücken, aber es ging nicht. Es hatte sich vieles angestaut in den letzten Monaten... "Ich fürchte aber, wie müssten dafür nach Russland. Wenn ich dieses Artefakt habe, dann in meinem alten Kinderzimmer bei Iwan oder in meiner Wohnung." Welche seit mehr als einem Jahr unbewohnt war. Aber es war ohnehin eine Eigentumswohnung von Iwan.
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Nathaniel Jones
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BeitragThema: Re: Ein lange überfälliges Geständnis...   Sa 15 Aug 2015 - 23:57

Wieso er das tat? Vielleicht, weil er zwanghaft versuchte sich davon abzulenken, wie wenig er in seinem Leben zu Stande gebracht hatte? Aber vielleicht auch, weil er es nachvollziehen konnte, dass die Russin zur eigenen Sicherheit log. Schließlich rieb er auch nicht jedem unter die Nase, dass er zu Schulzeiten mit seinem Bruder Drogen hergestellt und verkauft hatte. Ja sogar die Existenz seines Bruder verschwieg er den meisten Leuten. Von außen betrachtet waren sogar seine Motiv deutlich unbedeutender. Natascha ging es um ihr Leben, Nathaniel hingegen einzig und allein um seinen Ruf. Für kein Verbrechen konnte er mehr belangt werde. Alles war verjährt und dennoch würde er die Blicke der Menschen nicht ertragen, wenn sie ihn für einen Drogendealer hielten. Natürlich war es ein unterschied ein Lügennetzwerk aufzubauen, oder einfach seine Vergangenheit zu verschweigen. Allerdings würden die unterschiedlichen Motive wohl Rechtfertigung genug sein. "Du hast dich nur geschützt. Es war kein böser Wille, der dich dazu verleitet hat", antwortete er jedoch. Seine wahren Beweggründe in verschleierter Form. Eine Technik, welcher der Zauberkünstler nicht selten verwendete. So schützte er sich davor in einem Netzwerk aus Lügen zu versinken.
Schließlich kam die Antwort, welche der Professor hören wollte. Die Russin stimmte seinem Angebot zu und nahm die Hilfe an. Gleichzeitig stellte sie aber auch klar, dass das einen Ausflug nach Russland bedeuten würde. Da seine Schüler es auch eine Weile ohne ihn aushalten würde, war das jedoch kein Problem. Vor allem die junge Miss Wayland würde sich wohl um diesen Umstand freuen.
"Zusammen schaffen wir das. Egal wo wir dafür hin müssen." Das ganze barg eine gewisse Gefahr. Eine Gefahr, welcher der Zauberkünstler in seinem Alltag selten ausgesetzt war und welcher er wohl zum letzten mal ausgesetzt war, als Voldemort an der Macht war. Ihm fehlte ein wenig Nervenkitzel. In den vergangenen Jahren war er bequem geworden. Die Gefahren des Alltags waren die größten, welchen er sich stellen musste. Aber was war schon die Gefahr sich am Kaffee zu verbrennen oder über magische Treppen zu stolper im Gegensatz zu einer Auseinandersetzung mit wirklich üblen Gesellen. Hoffentlich war er für einer derartige Unternehmung nicht zu eingerostet, aber was sollte mit einer russischen Aurorin an seiner Seite schon schief gehen?
Nun erhob sich der Zauberkünstler erneut von seinem Stuhl, um die Tasche zu holen, welche an der Garderobe des Zimmer hing. "Eins musst du mir jedoch noch erklären", forderte er und musste ein wenig grinsen. Es war an der Zeit ein Lächeln in das verweinte Gesicht der Russin zu zaubern und sie selbst hatte die Vorlage dafür geliefert. "Was zu Hölle ist das?" Er zog ein Bild aus der Tasche hervor, auf welchem eine Gestalt in Frauenkleidern zu sehen war, welche mit seinem Namen betitelt wurde. Das Kunstwerk war ein weiterer Gegenstand, welcher sich auf dem Schreibtisch der Russin befunden hatte. "Ich würde ja fast auf Helena Wayland tippen", riet er amüsiert und wohl wissend, dass es genau zu der Art des blonden Mädchens passen würde.
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Natascha Romanova
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BeitragThema: Re: Ein lange überfälliges Geständnis...   So 16 Aug 2015 - 23:14

Der Zauberkünstler zeigte sich verständnisvoll und bewies damit, dass er die Absichten Nataschas erkannt hatte. Und darüber war die Russin wirklich heilfroh.
"Glaub mir, ich hätte dir irgendwann die Wahrheit gesagt. Ich hielt es nur für zu gefährlich, darüber zu sprechen... die Sache hat mich richtig paranoid gemacht, musst du wissen", gab sie beschämt zu und wischte sich wieder die Tränen aus dem Gesicht. Das letzte Mal, dass sie so heftig geweint hatte, war lange her. Es war fast schon überfällig, und irgendwie fühlte sie sich nun viel leichter als vorher. Es tat gut, einfach mal alles, ja wirklich alles losgeworden zu sein. Jemanden zu haben, der die Wahrheit kannte und trotzdem für sie da war.
Seine bestärkenden Worte waren wirklich ermutigend. Ja, gemeinsam würden sie das schaffen. Endlich sah die Halb-Veela mal wieder Hoffnung in ihrem Leben.
"Danke, Nathaniel", hauchte sie und zeigte ihm ein dankbares Lächeln.


Nun stand es fest, sie würde sich ihren Verfolgern stellen und sich nicht länger verstecken. Sie wollte ihr altes Leben zurück, und das ging nur, wenn sie dafür kämpfte. Und kämpfen war hier sogar der richtige Ausdruck, denn sie wusste, wie skrupellos Grischa und seine Leute waren. Es würde nicht einfach werden, nein, es würde sogar ziemlich gefährlich werden, und ein wenig hatte die ausgebildetete Aurorin ihre Bedenken, ob Nathaniel der richtige für so eine gefährliche Mission war. Aber er war intelligent und ein guter Zauberer - vielleicht müsste sie ihm in Russland einen kleinen Crashkurs in Sachen Schnelligkeit und Rationalität beim Kampf geben, aber auch das würden sie schon schaukeln.
Die Russin wurde ganz blass als der Zauberkünstler eine der Zeichnungen rausholte, die sie ihre Schüler bei einem Test als Zusatzaufgabe hatte malen lassen. Es war eigentlich nur eine kleine Idee gewesen, um sich selbst ein wenig zu amüsieren und Nathaniel irgendwann damit aufzuziehen, doch er war ihr zuvorgekommen. Er hielt die Zeichnung von Helena Wayland in der Hand. Aber er schien nicht sauer zu sein - sondern eher amüsiert. Und nun lachte die Halb-Veela.
"Naja, es war eine Art Zusatzaufgabe in einem Test, damit die, die nichts wussten, zumindest einen Punkt bekommen", erklärte sie lachend, "Miss Wayland hat für diese Zeichnung sogar zwei Punkte bekommen. Sie hat einen sehr sicheren Strich und diese Schattierungen... " Natürlich veräppelte sie ihn nur, aber es war stets liebevoll gemeint. Sie konnte wieder lachen, und das wollte sie ausnutzen.
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Ein lange überfälliges Geständnis...
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