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 Nichts wird uns trennen. Niemals.

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Zachary Jones
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BeitragThema: Nichts wird uns trennen. Niemals.   Mi 18 Feb 2015 - 19:48

NICHTS WIRD UNS TRENNEN. NIEMALS.

NATH + ZACH | EINE SAMMLUNG GEMEINSAMER ERINNERUNGEN | VERSCHIEDENE ORTE

____________________________________________________________

MÄRZ 1987 : DER ACHTE GEBURTSTAG



Als der dunkelhaarige Junge an diesem Morgen seine Augen aufschlug und feststellte, welcher Tag nun endlich gekommen war, war er sofort hellwach und total aufgeregt. Die Sonne schien schon durch die Lamellen des billigen Rollos in den Schlafsaal der Jungen, welchen Zach sich mit 9 weiteren Jungen im Alter von 5-10 Jahren teilte. Einer von ihnen war sein Zwillingsbruder Nathaniel, welcher jedoch noch schlief. Zachary drehte sich auf seiner dünnen Matratze zum Bett seines Bruders um zu überprüfen, ob er nicht vielleicht doch schon wach war, damit er der erste sein konnte, der ihm zum achten Geburtstag gratulierte. Aber tatsächlich schlief der andere Zwilling noch. Nun - war das ein Hindernis für Zach? Er grübelte kurz und musste dann grinsen. Nein, war es nicht.
Er krabbelte aus dem Bett, aber möglichst leise, um die anderen schlafenden Kinder nicht auch noch zu wecken, zupfte seinen hellblauen Batman-Pyjama zurecht und legte sich auf den Boden, um unter das Metallgerüst seines Bettes zu greifen. Dort hatte er nämlich das Geschenk versteckt, welches er vor ein paar Monaten für seinen geliebten Bruder ... erworben hatte. Nun, genau genommen hatte er es geklaut, aber das würde nicht rauskommen, da er sich sicher war, dass sein Bruder ihn nicht verpetzen würde. Die beiden waren ein Team, ein Herz und eine Seele. Nein, niemals würden sie einander verraten. Sie hatten doch nur sich.
Langsam und geräuschlos zog er das Päckchen hervor und entfernte ein paar Staubmäuse von dem improvisierten Geschenkpapier.  Nun, genau genommen war es kein richtiges Geschenkpapier, sondern nur Backpapier aus der Küche des Waisenhauses, aber es erfüllte seinen Zweck. Aufwändig herum gewickeltes Paketband hielt die Verpackung zusammen - sogar eine Schleife hatte Zach gebunden.
Aber er wollte ihm das Geschenk nicht auf normalem Wege überreichen. Er schob es ganz vorsichtig unter das Kissen seines schlafenden Bruders, damit dieser es am Ende des Tages fand, wenn er zu Bett ging. Nun würde es aber erst mal zur Weckaktion kommen.
Ohne auch nur irgendwen vorzuwarnen sprang der Zwilling mit Anlauf und einem lauten Schrei auf das Bett seines Bruders, um diesen unsanft aus dem Land der Träume zu holen. Als er auf seinem Bruder landete, machte es aber laut Knack und die beiden sanken eine Etage tiefer.  Sieben Zimmergenossen waren durch den Lärm aufgewacht und rieben sich schlaftrunken die Augen. Der letzte, ein rothaariger Junge mit Sommersprossen welcher im Bett neben Nathaniel lag, saß allerdings urplötzlich kerzengrade in seinem Bett und sah sich erschrocken um.
"TU MIR NICHTS, JASON!", schrie er verängstigt und völlig verschwitzt. Scheinbar hatte er immer noch Albträume von dem Horrorfilm, in den er sich letztens geschlichen hatte. Freitag der Dreizehnte oder so. Ins Kino schleichen wollte Zach auch mal, aber er traute sich bisher noch nicht. Ferner war es erschreckend, was dieses eine Erlebnis mit Vince gemacht hatte. Vince war der Rotschopf mit den gruselig grünen Augen und den immer viel zu großen Hemden. Aber auch wenn er irgendwie komisch aussah, er war einer der besten Freunde der Zwillinge. Wieso er sie nicht mit ins Kino genommen hatte, wusste Zach aber nicht. "W-w...was machst du da, Zach?" Vince blickte Zach verwirrt an, so wie alle anderen auch. Als sie dann realisierten, dass Zach mit seiner Überraschungsaktion das Bett seines Bruders zerstört hatte, brach der ganze Saal in Gelächter aus. Keiner jedoch wagte es, den Zwillingen zum Geburtstag zu gratulieren, da alle wussten, dass Zach der erste sein wollte.
"Alles Gute zum Geburtstag, Nath!", lachte der Zwilling, wobei er Nath mit der Hand das Haar verwuschelte.
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Nathaniel Jones
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BeitragThema: Re: Nichts wird uns trennen. Niemals.   Mi 18 Feb 2015 - 20:57

Urplötzlich und mit einem lauten Knall wurde Nathaniel an seinem Geburtstag aus dem Schlaf gerissen. Bevor er die Situation überhaupt begreifen konnte, fing Vince auch noch an zu schreien. Es dauerte ein paar Sekunden, bis Nathaniel begriff, was hier vor sich ging. Alle anderen waren mittlerweile in Gelächter ausgebrochen. Aber Nathaniel würde nichts anderes tun, wenn es nicht sein Bett wäre, welches in Einzelteilen um ihn herum verteilt lag.
Schadenfroh grinsend streckte sich der Zwilling nach rechts, um an das Kopfkissen seines Bruders zu gelangen. Mit diesem verpasste er Zach dann blitzschnell einen Schlag, so dass dieser neben Nathaniel fiel. "Dir auch alles Gute, du Spinner."
Der dunkelhaarige Junge stand nun vom Boden auf und schaute sich im Raum um, bevor er auch Vince einen Schlag mit dem Kissen verpasste. "Ich wünsche mir eine Kissenschlacht!", verkündete er lautstark, bevor er auch versuchte nach den anderen Zimmerkameraden zu schlagen. Allerdings waren diese nun darauf vorbereitet und wichen aus, bevor ein Großteil der anderen ebenfalls zu Kissen griff.
Eine ganze Zeit lang gelang es Nathaniel sich geschickt unter den Kissen der anderen hinweg zu ducken. Dann allerdings traf ihn das Kissen des Rotschopfes genau ins Gesicht. Der Zwilling ließ sich zu Boden fallen, um weiteren Schlägen zu entgehen. Allerdings versammelten sich nun Vince, Logan und Sam um ihn herum und bearbeiteten ihn mit ihren Kissen. Logan war ein hochgewachsener Blonder Junge, welcher selten viel redete, aber dennoch für jeden Mist zu haben war. Sam hingegen war klein, dunkelhaarig und für einen Waisenjungen wirklich gut im Futter. Allerdings war es auch kein Geheimnis unter den Waisen, dass Sam immer der richtige Ansprechpartner war, wenn man Süßigkeiten haben wollte. Er schaffte es immer wieder welche zu beschaffen und ins Haus zu schmuggeln.
Schützend hob Nathaniel das Kissen seine Bruders, welches er immer noch als Waffe benutzte, vor sein Gesicht, um sich zu schützen.
Es waren nur die Schläge der Kissen und das Gelächter der Jungs zu hören, bis ein lauter Knall alles übertönte und die Kinder sofort aufhörten sich zu prügeln. In der Tür stand Mrs. Twigley. Sie hatte im Waisenhaus das sagen, wurde aber von den wenigsten respektiert. Das wurde aber dadurch ausgeglichen, dass die meisten Kinder eine unheimliche Angst vor ihr hatten. Man sagte sich, dass Schläge mit dem Stock noch eine milde Strafe waren, wenn man sich einmal mit ihr anlegte.
Mrs. Twigley war eine große und zugleich stämmige Dame. Man konnte schlecht sagen, ob sie einfach nur zu viel aß, oder ob sie muskulös war. Einige erzählten sich, dass sie ihre Muskeln vom Schlagen der Kinder bekommen hätte. Nathaniel wollte das nicht so wirklich glauben, auch wenn er selber schon häufiger unter ihrem Rohrstock gelitten hatte. Die stämmige Dame hatte ein eingefallenes und müde wirkendes Gesicht. Ihr Alter ließ sich nur schwierig einschätzen, aber die dunkeln Haare, welche von grauen Streifen durchzogen wurden deuteten darauf hin, dass sie nicht mehr die jüngste war.
"Was ist hier los?", brüllte sie lauthals und schaute in die erstarrten Gesichter der Jungs. "Ihr alle werdet heute nach allen Mahlzeiten den Abwasch übernehmen. Das hier ist kein Spielplatz, sondern ein Schlafsaal!"
Erneut schaute sie sich im Raum um und erblickte schließlich das zerstörte Bett. "Das Bett wird nicht von Waisenhaus ersetzt. Du bist selber Schuld wenn du es zerstörst Nathaniel Jones. Von nun an wirst du auf den Boden schlafen!" Mit diesen Worten knallte die Frau die Tür wieder zu und war verschwunden.
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Zachary Jones
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BeitragThema: Re: Nichts wird uns trennen. Niemals.   Sa 21 Feb 2015 - 21:59

Einen simplen Geburtstagswunsch hatte der andere Zwilling geäußert, aber er wäre wahrscheinlich auch erfüllt worden, ohne dass Nathaniel ihn ausgesprochen hätte. Der Jungenschlafsaal war häufiger Schauplatz wilder Kissenschlachten, aber auch dramatische Kriegsszenarien wurden in den kalten Mauern mit Holzschwertern ausgefochten. Zachary spielte am liebsten die Bösewichte - man sagte ihm nach, dass die Rollen des Seeungeheuers beim Piratenabenteuer oder des fiesen Cowboys beim Indianer spielen gut zu ihm passten. Eigentlich kein Kompliment, aber Zachary nahm es seinen Freunden nicht übel - schließlich war alles nur ein Spiel.
Bei einer Kissenschlacht jedoch gab es selten gut oder böse. Jeder Mitspieler gehörte potenziell zu den Bösen, es sei denn, es war ein Verbündeter. Aber bevor Zach sich verbündete suchen konnte, brauchte er ein Kopfkissen zur Verteidigung. Seines hatte Nathaniel schon geschnappt, aber das von Nathaniel konnte er nicht nehmen, da dadrunter das Geschenk versteckt war. Er steckte in einer Zwickmühle. Er müsste kapitulieren, das sah er ein, als etliche Kissen ihm ins Gesicht geworfen wurden. Als Sam dann schließlich Anlauf nahm, um seine 'Todesattacke' auszuführen, musste Zachary schreiend davonlaufen, da der stämmige Junge dabei schon häufiger anderen Waisen aus Versehen Gliedmaßen gebrochen hatte, und er konnte sich deutlich besseres vorstellen, als seinen Geburtstag im Krankenhaus zu verbringen.
Die Schlacht war voll im Gange, als ein Knall alles beendete. Mrs. Twigley war gekommen, um allen den Spaß zu verderben. Die Stimmung war sofort im Keller.
Noch schlimmer aber wurde Zach's Stimmung, als er hörte, welche Konsequenzen sein Streich für seinen Bruder hatte. Ein schlechtes Gewissen plagte ihn nun, schließlich hatte er das Bett zerstört. Nur wegen ihm musste sein Bruder auf dem kalten Boden schlafen. Das würde er aber nicht zulassen.
"Tut mir leid, Nathaniel... das war so nicht geplant...", meinte der dunkelhaarige Junge beschämt, wobei er sich nervös auf der Unterlippe rumkaute. Hoffentlich war sein Bruder nicht sauer.
"UND JETZT MACHT EUCH FÜR DIE SCHULE FERTIG, ABER DALLI!", brüllte die Twigley noch von draußen durch das gesamte Gebäude, worauf die Jungs genervt stöhnten und ihre Schuluniformen aus den Schränken und vom Boden aufsammelten.


Der Weg zur Schule ging ruhig von statten. Zach konnte vor Scham immer noch nichts sagen, da er zu beschäftigt damit war, eine Lösung zu finden, wie er das Bett seines Bruders vielleicht reparieren könnte. Aber er war handwerklich nicht geschickt - wie auch, mit 8 Jahren? - und konnte kein neues kaufen, da er das Geld nicht hatte.
"Habt ihr die Hausaufgaben in Mathe?", fragte Vince schließlich. Es war eine Frage, die er jeden Morgen stellte, da er grundsätzlich keine Mathehausaufgaben erledigte, obwohl sie doch so einfach waren. Zach selbst hatte sie auch nicht gemacht, weil er lieber spielte, als etwas für die Schule zu tun.
"Ja, iff geb fie dir im Taufsch gegen einen Fenter Shock", sagte Sam, welcher ein Kaugummi namens Center Shock meinte, es aber nicht richtig aussprechen konnte, da sich in seinem Mund schon irgendwas anderes klebriges befand.
Vince kramte in der Tasche seiner beigen Uniform und zog ein mit Fusseln bedecktes, unverpacktes Center Shock hervor. Sam nahm es an und versprach dem Rotschopf, dass dieser die Sachen für Mathe haben könnte, sobald sie in der Schule wären.
"Schaut mal, diese Uncoolen", sagte plötzlich ein älteres, blondes Mädchen in einer deutlich schickeren Schuluniform, welches von drei weiteren Mädchen umgeben war, als sie die Waisen sah. Die anderen Mädchen kicherten, und in Zach kam eine gewisse Wut auf. Er konnte es nicht leiden, wenn man so gehässig über ihn lachte, nur weil er nicht auf die beste Schule gehen konnte und seine Schuluniform vor ihm schon drei anderen Schülern gehört hatte (und dies sah man durch die vielen Flicken). Die Blonde lachte und warf ihr Haar über die Schultern, worauf sie einen Lippenstift zückte. Es wunderte Zach ein wenig, da sie doch höchstens 13 war. Und dann schon schminken? Mädchen hatten doch echt ein Rad ab.
"Als wenn das bisschen Lippenstift da noch irgendwas retten könnte", rutschte es ihm raus, worauf Vince ihn ansah, als hätte er einen schlafenden dreiköpfigen Hund geweckt.
"BIST DU DES WAHNSINNS?!", flüsterte er panisch. Zach versuchte, seine Freunde von den älteren Mädchen weg zu ziehen um einem Konflikt zu entgehen, aber Sam kam einfach nicht in Bewegung und Vince wollte sich vor Angst nicht bewegen, denn das blonde Mädchen, gegen welches der Spruch ging, lief knallrot an und zitterte vor Wut.
"Wie bitte?", fragte sie rhetorisch, ihre Fäuste waren geballt und sie schien sich darauf vorzubereiten, den Zwilling durch die halbe Stadt zu jagen. Zach verstand allerdings in dem Alter noch nicht viel von rhetorischen Fragen...
"Als wenn das bisschen Lippenstift da noch irgendwas retten könnte", wiederholte er seine Aussage, wobei er ihr provokant in die Augen sah. Er hatte keine Angst vor ihr - Vince schon, welcher sich mit einem entsetzten Aufstöhnen die Hände vors Gesicht schlug. Nun verlor das Mädchen entgültig die Fassung, und ihre Freundinnen schienen auch sehr wütend zu sein. Zach realisierte, was er angestellt hatte und wusste, dass das beste was sie tun konnten ein Rückzug war.
"LAUFT!"
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BeitragThema: Re: Nichts wird uns trennen. Niemals.   So 22 Feb 2015 - 10:49

Die Provokation der älteren bekam Nathaniel kaum mit. Schon den ganzen Schulweg verbrachte er damit über eine Lösung nachzudenken, welche ihn davor bewahrte auf dem kalten Boden zu schlafen. Er war seinem Bruder nicht böse. Das konnte er gar nicht. Außerdem musste er sich eingestehen, dass er wahrscheinlich ähnlich gehandelt hätte, wenn er als erster wach gewesen wäre. Aber all das änderte nichts daran, dass er die nächste Nacht unter keinen Umständen auf dem Boden verbringen wollte. Es musste also eine Lösung her.
Allerdings mussten alle Gedanken zu diesem Thema verschoben werden, als der Zwilling die panische Reaktion des Rotschopfes vernam. Sein Bruder wiederholte eine Provokation, welche Nathaniel beim ersten Mal gar nicht gehört hatte, weil er in Gedanken ganz woanders war.
Das es an der Zeit war die Flucht zu ergreifen merkte Nathaniel allerdings sofort. Die Jungs rannten so schnell sie nur konnten, aber trotzdem kamen die deutlich größeren Mädchen immer näher. Vor allem Sam fiel gefährlich weit zurück und würde mit Sicherheit der erste sein, der den wütenden Weibern zum Opfer fiel. Weglaufen schien also nicht mehr die beste Option zu sein.
Eigentlich war es immer das selbe. Einer der beiden Zwillinge brachte die beiden in Schwierigkeiten und dann gerieten sie in Zugzwang und mussten die Situation wieder lösen. Zum Glück war das bisher immer gelungen.
Nathaniel schaute über die Schulter nach hinten und betrachtete Sam, der immer weiter zurückfiel. "Er schafft es nicht, wir müssen ihm helfen."
Der dunkelhaarige Junge erblickte ein Springseil auf dem Weg, den sie entlang rannten. Irgendwer meinte es gut mit ihnen, denn das könnte die Rettung sein. Ohne etwas zu sagen, wusste er, dass sein Bruder das selbe dachte. Das war wohl so eine Zwillingssache.
Der Zwilling griff das Seil und drehte wieder um, so dass er auf die Mädchen zurannte. Ein Blick zu seinem Bruder versicherte ihm, dass auch dieser die Richtung gewechselt hatte. Schon bald passierten sie Sam, welcher verwundert stehen blieb und die Zwillinge beobachtet. In den Augen der Mädchen war die Wut förmlich zu sehen. Wie Löwen, die jeden Moment den finalen Schlag gegen ihre Beute machen würden.
Kurz bevor sie in die Fänge der älteren gerieten, wich Nathaniel nach rechts und Zach nach links aus. Im selben Moment warf Nath seinem Bruder ein Ende des Seiles zu und beide gingen in die Knie. Im Bruchteil einer Sekunde fielen alle drei Mädchen über die improvisierte Stolperfalle.
"Und jetzt?", fragte Sam entsetzt, als er den zorn in den Augen der Mädchen, welche alle drei aufgeschürfte Knie hatten, sah. Das war eine sehr gute Frage, denn darüber hatte Nathaniel vorher nicht nachgedacht. Ohne, dass jemand eine Antwort gab, begannen die Jungs wieder zu rennen. Glücklicherweise hatte ihnen die Stolperfalle genug vorsprung verschafft, um das Schulgebäude sicher zu erreichen. Leider kamen sie alle zu spät und auch das würde Konsequenzen bedeuten. Hoffentlich drang es wenigstens nicht bis zu der alten Twigley durch.
Mit gesenktem Kopf betraten alle Jungs den Klassenraum. In der Hoffnung noch etwas retten zu können, ergriff Nathaniel das Wort: "Es tut uns leid Miss Preston, wir haben heute morgen ein wenig den Geburtstag von Zach und mir gefeiert und die Zeit dabei vergessen." Eine Lüge, welche die gutmütige Lehrerin jedoch zu überzeugen schien. Miss Preston war eine junge Dame, Ende Zwanzig. Sie trug ihre schwarzen Harre stets hochgesteckt und war sehr ordentlich gkleidet. Zumindest um einiges ordentlicher als die Kinder aus dem Waisenhaus. Die Lehrerin mit den auffällig grünen Augen war das absolute Gegenteil von der alten Twigley. Nicht nur, dass sie deutlich angenehmer anzusehen war, sie war auch stets freundlich und Nathaniel hatte immer das gefühl, dass sie die Situation der Waisenkinder ein Stück weit verstand und sich auch damit befasste.
"Herzliche Glückwunsch ihr beiden. Lasst diese Verspätungen aber bitte nicht zur Gewohnheit werden", antwortete die gutmütige Dame und die Jungs konnten ohne weitere Konsequenzen ihre Plätze aufsuchen.
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BeitragThema: Re: Nichts wird uns trennen. Niemals.   So 22 Feb 2015 - 20:18

Zach stöhnte ein wenig genervt, als die Waisen durch Sam fast geschnappt wurden, aber er wusste, dass er helfen musste. Es war beinahe selbstverständlich, dass sich die Jungs einander halfen - wenn einer in der Klemme steckten, waren die anderen stets für denjenigen da. Sie hatten ja auch sonst niemanden. Sie waren wie eine kleine Familie.
Es war ein gutes Gefühl, Sam schließlich mit guter Teamarbeit aus der Patsche zu helfen. Aber es wunderte Zach nicht, denn gemeinsam mit seinem Bruder hatte er bisher schon alles geschafft. Es war, als wären sie nicht nur Geschwister, sondern irgendwie Seelenverwandte, die zur selben Zeit stets dasselbe dachten. Selten kam es zwischen den beiden zum Streit. Nun... eigentlich sogar nie.

Nun musste es aber schnell gehen, denn die Jungs waren spät dran. Kurz vor der Eingangstür des Schulgebäudes blieb Zach noch einmal stehen, ging zu einem Strauch mit rosanen Blumen und pflückte eine ab. Zu seinem Glück erwischte ihn der Hausmeister nicht dabei, denn dieser war wirklich zickig wenn es um seine Blumen ging. Schon dreimal hatte er Zach dabei erwischt, wie er Blumen für seine hübsche Lieblingslehrerin gepflückt hatte - ein weiteres Mal wollte er es nicht drauf ankommen lassen, denn man munkelte, dass er in seiner Hütte einen Schlachterhaken hatte, an dem er Kinder aufhing, aufschlitzte und ausbluten ließ. Seinem Aussehen nach waren dies nicht nur Gerüchte...
Nur wenige Sekunden nach seinem Bruder kam Zachary nun auch in das Klassenzimmer. Nathaniel erklärte die Situation mit einer plausiblen Erklärung, welche die hübsche Miss Preston zum Lächeln brachte. Sie lächelte oft, und das fand Zach gut, denn er fand ihr Lächeln wunderschön. Selber verträumt lächelnd streckte er ihr die Blume hin - ja, schon damals war er ein kleiner Charmeur.
"Ich hab Ihnen die als Entschuldigung gepflückt", flüsterte er, als wäre es ein Geheimnis, dass er ihr hin und wieder ein Blümchen pflückte, und Miss Preston kicherte ein wenig amüsiert, worauf sie die Blume dankend annahm. Kurz darauf setzte er sich zwischen Nath und Vince, welcher eifrig Sams Hausaufgaben abschrieb.
"Also, heute haben Nathaniel und Zachary Geburtstag!", kündigte sie noch einmal an, sodass alle Kinder es mitbekamen. Sie stand vorne am Pult gelehnt und legte die Blume nun neben sich ab. "Ihr wisst ja, was das bedeutet..." Und schon begannen alle Klassenmitglieder für die Zwillinge zu singen. Peinlich fand Zach diese Situation immer, und einen entsprechenden Blick schickte er seinem Bruder.


Schlecht gelaunt stampfte der kleine Zachary aus dem Schulgebäude. Nicht nur, dass er aus Versehen das Bett seines Bruders zerstört hatte und dieser deshalb auf dem Fußboden schlafen musste. Nein, er war sauer auf den Kunst Lehrer, Mister Borgaine, welcher sich öffentlich an Miss Preston ranschmiss! Es gefiel Zach nicht, wie diese Grinsebacke seine Lieblingslehrerin zum Lachen brachte und ansah. Und noch schlimmer fand er es, wie sie ihn ansah!
Dieser Geburtstag war wirklich für ihn gelaufen. Nichts könnte ihn jetzt noch retten. Oder vielleicht doch?
"Wir sollten uns beeilen, damit die alte Twigley uns nicht noch eine Strafe aufbrummt", sagte Sam, ausgerechnet die langsamste Fettbacke der Schule. Zach sah ihn zweifelnd an. Nein, so sollte sein Geburtstag nicht enden. Unauffällig kramte er in seiner Jackentasche und ertastete, wie viel Taschengeld er noch hatte. Zwei Pfund - vielleicht reichte das, um Nathaniel auf ein Eis einzuladen.
"Wollen wir wirklich schon zurück?", knurrte er mies gelaunt, sein Blick war nun auf seinen Zwillingsbruder gerichtet.
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BeitragThema: Re: Nichts wird uns trennen. Niemals.   Di 24 Feb 2015 - 17:47

Nathaniel verdrehte nur die Augen, als sein Bruder mit den Blumen in den Klassenraum kam. Seine Ausrede hatte völlig genügt, aber sein Zwilling musste sich natürlich noch einmal separat einschleimen. Im Grunde störte es Nathaniel nicht, aber er würde sich auch nicht für Zach aussprechen, wenn im Schlafsaal wieder Gerüchte über seine Schwärmerei für Miss Preston aufkamen. Damit musste er nun mal rechnen, wenn er diese so offensichtlich zu Schau stellte. Außerdem waren die Diskussionen über dieses Thema auch immer höchst amüsant, wie Nathaniel fand.
Die Zwillinge schauten sich gegenseitig an, als die anderen Kinder ein Geburtstagslied für sie sangen, bei dem nicht ein Ton stimmte. Sam nuschelte nur, weil er mal wieder etwas zu essen gefunden hatte. Wahrscheinlich würde es um einiges besser klingen, wenn man einfach jedem Kind etwas zu essen in den Mund gestopft hätte. Zum Glück konnte er seinen Bruder anschauen. Wäre er alleine in der Situation hätte er wahrscheinlich noch das Problem, dass er gar nicht wüsste, wo er hinschauen sollte. Allerdings schienen sich die Brüder einig zu sein, dass diese Situation echt peinlich war.

Gemeinsam verließen die Jungs das Schulgebäude, in dem Wissen, dass der restliche Tag aus Strafarbeiten bestehen würde. Und dann war da auch noch das Problem mit Nathaniels Bett. Eine Lösung suchte er immer noch vergeblich.
Wie wohl ein Kind, welches bei einer richtigen Familie lebte, Geburtstag feierte? Wahrscheinlich nicht mit Strafarbeiten und kaputten Betten, sondern mit Luftballons und vielleicht mit ein paar Partyspielen. Oft wünschte sich Nathaniel, dass er in einer richtigen Familie aufwachsen konnte. Natürlich gemeinsam mit Zach. Ohne seinen Bruder würde er nirgendwo hingehen. Lieber würde er ein Leben lang mit seinem Zwilling bei der alten Twigley leben, als im schönsten Schloss ohne ihn.
Trotzdem stellte er sich immer wieder die Frage, warum seine Eltern ihn und seinen Bruder nicht wollten. Vince hat mal erzählt, dass seine Eltern bei einem Autounfall gestorben wären. Er könnte sie also nie treffen, aber er kannte den Grund, warum er im Waisenhaus war.
Einmal hatte Nathaniel es gewagt die Twigley darauf anzusprechen. Er hatte sie freundlich gefragt, warum er im Waisenhaus lebte und wo seine Eltern sind. Die stämmige Frau hatte ihn damals angeschrien, dass er froh sein solle, dass sie ungewollte Bälger wie ihn aufnahm. Dann sagte sie noch, dass er nicht nach Leuten fragen solle, die ohnehin kein Interesse an ihm hätten. Danach hatte er es nie wieder gewagt jemanden auf seine Eltern anzusprechen. Die Worte der alten Hexe hatten ihn einfach zu sehr getroffen.
Zach befreite Nathaniel glücklicherweise von seinen negativen Gedanken, als er indirekt vorschlug die Regeln zu brechen und noch nicht ins Waisenhaus zurück zu kehren. Der Vorschlag kam dem dunkelhaarigen Jungen sehr gelegen, denn er hatte absolut gar keine Lust die Strafarbeiten zu verrichten.
"Bist du verrückt? Twigley bringt uns um! Ich gehe definitiv zurück!" Die anderen Jungs stimmten dem Rotschopf zu und weigerten sich mitzugehen.
"Also ich bin dabei.", verkündete Nathaniel und ging mit einem abenteuerlustigen Lächeln auf seinen Bruder zu. "Es war fön euch gekannt fu haben. Wenn ihr zurückkommt, wird die alte euch köpfen.", waren die letzten Worte von Sam, welcher erst nach seinem ersten Satz die Süßigkeiten in seinem Mund runterschluckte. Die anderen Jungs gingen Richtung Waisenhaus und Nathaniel zuckte nur mit den Schultern. Er wollte Abenteuer erleben.
Erwartungsvoll blickte er seinen Bruder an: "Und? Was hast du geplant? Erkunden wir die Stad, oder brechen wir irgendwo ein, wo Kinder eigentlich nicht hindürfen, oder legen wir irgendwelche Erwachsenen rein?" Der Junge konnte sich vor Vorfreude kaum noch halten und man merkte ihm deutlich an, dass er aufgeregt war und am liebsten jeden der eigenen Vorschläge durchgeführt hätte.
"Schau mal, der Baum dort hinten. Von oben hätte man eine super Aussicht!", stellte Nathaniel fest und zog seinen Bruder am Arm hinter sich her, als er auf den Baum zu lief.
Der Baum wirkte noch viel größer, als die beiden direkt davor standen. Nathaniel war fest entschlossen ihn zu erklimmen und er würde seinem Bruder gar keine Wahl lassen. "Wer zuerst oben ist!", forderte er Zach hinaus und sprang direkt auf den ersten Ast, bevor der andere Zwilling überhaupt reagieren konnte.
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BeitragThema: Re: Nichts wird uns trennen. Niemals.   Mi 25 Feb 2015 - 20:28

Natürlich hatten die anderen Schnarchnasen keine Lust, sich noch mehr Ärger mit der alten Twigley einzuhandeln, weshalb sie feiger die Schwänze einzogen und brav zurück zum Waisenhaus gingen. Zach verdrehte genervt die Augen. Wie konnte man nur so Angst vor diesem Biest haben? Er hasste sie einfach nur - Respekt hatte er vor ihr keineswegs.
Der Zwilling konnte von all den Vorschlägen, die sein Bruder machte, gar nicht sagen, welcher ihm am besten gefiel. Die beiden Jungs waren noch auf eine schöne, kindliche Art und Weise unbekümmert und fanden Freude in den meisten kleinen Dingen - umso freudiger erwarteten sie die Möglichkeit, größeres in Angriff zu nehmen. Ein verbotener Ausflug außerhalb des Waisenhauses war an sich schon ein Highlight, aber wenn sie dabei vielleicht noch ein paar Erwachsene reinlegen konnten....
Aber all diese Vorschläge schienen wie vergessen, als Nath auf einen Baum zeigte und direkt darauf zurannte. "Wer zu erst oben ist", rief er aufgeregt, während Zach ganz weiche Knie bekam und blass wurde. Klar, der Baum eignete sich gut zum Klettern, aber er war hoch, und die Äste nicht gerade die dicksten. Trotzdem folgte er seinem Bruder, aber nicht, um sich ebenfalls auf einen Ast zu stellen, sondern um ihm davon abzuraten, diesen Bauch hoch zu klettern. Nathaniel war zwar sportlich und motorisch fit, sodass so ein Baum kein Problem für ihn darstellen sollte, aber Zach wollte ihn davon überzeugen, etwas anderes zu machen, damit er nicht gestehen musste, dass er sich nicht auf den Baum traute.
"Hey komm, der Baum ist doch voll öde...", knurrte er unbeeindruckt, wobei er erfolglos versuchte, nicht rot zu werden,"Lass uns bitte etwas anderes machen, Nathaniel."
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BeitragThema: Re: Nichts wird uns trennen. Niemals.   Di 17 März 2015 - 20:48

"Hast du etwa Angst?", fragte Nathaniel spöttisch, bevor er merkte, dass sein Bruder wirklich Angst zu haben schien. Er konnte ihm nichts vormachen. Der zukünftige Lehrer kannte seinen Bruder und seine Angewohnheiten in und auswendig. Und im Moment hatte er definitiv Angst.
Der Zwilling, welcher mittlerweile schon die Hälfte des Baumes geschafft hatte, kletterte also wieder ein paar Äste hinunter und streckte seine Hand nach Zach aus. "Ich helfe dir. Wir schaffen das zusammen.", ermutigte Nathaniel seinen Bruder mit einem aufrichtigen Lächeln. Während der ersten paar Schritte unterstützte er den anderen Zwilling, indem er ihn festhielt und ihm Halt gab. Danach kletterte er nur noch in seiner Nähe, damit Zach sich nicht verloren fühlte. Es gab nichts, was die beiden gemeinsam nicht schafften. In dieser Situation war Nathaniel der, der seinem Bruder Halt geben konnte. In anderen Situationen war Zach der begabtere. Seine Ausreden waren zum Beispiel der Hammer und hatten die Zwillinge schon aus vielen Situationen gerettet. Aber am besten funktionierte alles, wenn die beiden gemeinsam an die Sache heran gingen. Egal worum es sich handelte.
Als die beiden den höchsten Punkt erreicht hatten, griff Nathaniel den Arm seinem Bruder, damit dieser sich sicherer fühlte und schaute dann über den Teil von London, welcher sich vor ihnen erstreckte. Der perfekte Ort, um den weiteren Tagesverlauf zu planen.
"So, was machen wir denn heute noch?", fragte er voller Vorfreude und betrachtete weiterhin die Stad, welche ihnen so viele Möglichkeiten bot.
"Wir könnten ins Einkaufszentrum gehen. Da gibt es sogar einen großen Spielzeugladen. Vielleicht können wir da sogar etwas mitnehmen, wenn keiner guckt." Der Junge wusste, dass das nicht erlaubt war, aber er wusste auch, dass er zu jung war, um in ein Gefängnis zu kommen. Was sollte die Polizei also mit ihm machen? Ihn ins Kinderheim schicken?
Manchmal hatte es auch seine Vorteile, wenn man nichts zu verlieren hatte.
"Wir könnten auch Mister Borgaine einen Besuch abstatten und ihm einen Streich spielen. Du magst ihn ja nicht besonders", schlug der zukünftige Professor vor und grinste den anderen Jungen frech an. Er wusste, warum er den Kunstlehrer nicht mochte. Er verstand sich zu gut mit Miss Preston. Aber auch dabei konnte Zach auf Nathaniels Unterstützung zählen. Wenn er dem Kunstlehrer eine auswischen wollte, dann wäre Nath sein Komplize.
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BeitragThema: Re: Nichts wird uns trennen. Niemals.   Di 17 März 2015 - 21:47

Ob er Angst hatte? Das zu sagen, wäre wohl untertrieben gewesen. Der junge Zachary hasste Höhen, seit er einmal als Kleinkind von einem Klettergerüst gefallen war und sich dabei einen Arm gebrochen hatte. Zumindest vermutete er, dass dieses Ereignis zu seiner Phobie geführt hatte - eine andere Erklärung hatte man ihm nicht liefern können, da er sich selbst an einen solchen Sturz nicht wirklich erinnern konnte. Nein, er hatte keine Angst - er hatte Panik. Beim bloßen Anblick des Baumes standen dem Zwilling schon die Schweißperlen auf der Stirn, aber eben jene sollten schnell trocknen, als sein Bruder die Hand nach ihm ausstreckte.
... Und in diesem Moment, in dem sein Bruder ihn erwartungs- und zugleich hoffnungsvoll ansah, mit einem Lächeln, dass ihm Mut schenkte, war die Angst Nebensache. Was konnte ihm schon passieren, wenn er mit seinem Bruder zusammen war? Die beiden waren doch unbesiegbar. Zumindest hatte Zach immer so dieses Gefühl gehabt. Und auf sein Gefühl konnte er sich bisher immer verlassen - so wie auf seinen Bruder.


Es war nicht einfach für das Geburtstagskind, aber er schaffte es schließlich mit seinem Zwillingsbruder in die Krone des Baumes, von wo die beiden einen guten Überblick über die Hauptstadt Englands hatten. Erhaben fühlte der junge Zachary sich, als läge ihm und seinem Bruder die ganze Welt zu Füßen, und das nicht nur, weil es in seiner momentanen Situation tatsächlich irgendwie so war. Nein, was ihm so ein gutes Gefühl bescherte war die Tatsache, dass er seine Angst überwunden hatte. Stumm und mit einem Ausdruck des Stolzes und der Dankbarkeit blickte er seinen Bruder an, sagte jedoch nichts - er war zu cool, als dass er jetzt irgendwas sentimentales sagen könnte! Er sprach es nie aus, aber dieser Moment war einer der bedeutendsten in seinem Leben.
Das große Gebäude, in dem sich das Einkaufszentrum befand, sprang auch Zachary ins Auge. Ja, dort gab es immer viel zu erleben! Eine tolle Idee hatte sein Bruder da. Nicht mal der Vorschlag, Mister Borgaine ("dieser niederträchtigen Ratte", murmelte Zach durch seine Zähne hindurch) einen Streich zu spielen, war besser. Aber merken würde Zach sich das auf jeden Fall, da er den Kunstlehrer ernsthaft verabscheute.
"Ich will seine Fratze für heute nicht mehr sehen. Lass uns ins Einkaufszentrum! Ich finde, wir sollten uns jeweils ein Geschenk aussuchen" - und damit meinte er, dass sie definitiv etwas mitgehen lassen sollten. Wenn sie wirklich etwas abstauben wollten, sollten sie sich jedoch beeilen, denn es war schon später nachmittag und werktags war das Einkaufszentrum nicht so lang geöffnet. Als Zach nach unten sah, um wieder runter zu klettern, hielt er inne, und ihm wurde bei der Höhe schlecht. Bis ihm jedoch einfiel, dass er nicht alleine war, und dass Nathaniel ihn im Ernstfall immer auffangen würde, so wie Zach es für ihn tun würde.
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BeitragThema: Re: Nichts wird uns trennen. Niemals.   Mi 18 März 2015 - 20:47

Nach eine kleinen Sprint durch die Stadt, bei dem die Zwillingsbrüder nicht selten jemanden angerempelt hatten, standen sie nun vor dem Einkaufszentrum. Nathaniel war noch nie hier gewesen, aber er hatte schon viele Geschichten gehört. Hier sollte es alles geben was man sich nur vorstellen konnte. Das würde mit Sicherheit ein großes Abenteuer werden.
Die Zwillinge betraten das große Kaufhaus und blieben erst einmal stehen. Die Reizüberflutung ließ Nathaniels Kinn runterklappen. Überall waren Läden zu sehen, welche über eine überdachte Straße in der Mitte zu erreichen waren. Auf dieser Straße konnte man an unzähligen Ständen etwas zu essen kaufen und es gab sogar einen kleinen Spielplatz. Wieso entdeckten die beiden dieses Paradies erst jetzt? Warum waren sie nicht schon eher hergekommen?
Als Nathaniel einen Laden entdeckte, welcher mit unzähligen Luftballons behangen war und an dessen Eingang lustige Clowns Luftballontiere verschenkten, hatte er seine Wahl getroffen. Er wollte unbedingt zuerst in diesen Spielzeugladen. "Komm mit, wir suchen uns jetzt unsere Geschenke aus!"  
Als die Zwillinge die Clowns passierten, bekam gerade ein Junge ein Ballon in der Form eines Schwertes geschenkt. Der Zwilling fand das echt super, denn ein kleiner Kampf mit Luftballonschwertern würde mit Sicherheit Spaß machen. Die Mutter des Jungen schien allerdings weniger begeistert zu sein. Sie nahm ihm den Ballon ab und wendete sich wütend an den Clown. "Hören sie mal, was fällt ihnen eigentlich ein. In welcher Welt soll das denn ein Schwert sein? Sehen Sie es sich doch mal an. Das ist ja pervers!" Nathaniel verstand nicht, was die Frau hatte, aber irgendetwas schien ihr an der Form des Schwertes nicht zu gefallen.
Unbeeindruckt ließen die beiden Jungs den Clown hinter sich und betraten den Laden. Überall standen große Regale mit den verschiedensten Spielsachen. Es gab Bälle aller Art, Cowboyhüte, Spielzeugpistolen und nachgebildete Waffen aus Superheldencomics. Der Junge konnte sich gar nicht entscheiden, was er mitnehmen sollte. Es durfte auch nicht zu groß sein, denn schließlich musste er es unter seiner Jacke verstecken können.
Schließlich blieb er an einem Spielzeugzauberstab hängen. Der Stab war schwarz und hatte an beiden Enden eine weiße Kappe. Der einzige Nachteil war, dass man nicht wirklich damit zaubern konnte. "Schade eigentlich, dass Magie nur in Märchen existiert. Wir könnten sonst die alte Twigley verzaubern und ihr eine Lektion erteilen." Nathaniel wäre so gerne ein echter Zauberer gewesen, aber zuerst einmal musste ihm wohl dieser Plastikstab genügen. "Ich nehme den Zauberstab und du?"
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BeitragThema: Re: Nichts wird uns trennen. Niemals.   Do 19 März 2015 - 20:12

Es war eine totale Reizüberflutung, aber das störte den Achtjährigen nicht. Nein, im Gegenteil: er war beeindruckt, wie bunt das Leben doch sein konnte. Das Einkaufszentrum war ganz anders als das, was er auf dem Weg zur Schule und zurück so sah. Es war viel besser.
Die zahlreichen Läden boten eine Vielzahl an tollen Dingen - Frozen Yogurt, Videospiele, ja, sogar einen Laden, in dem man seinen eigenen Fußball designen konnte, gab es. Von allem hätte Zach am liebsten etwas mitgenommen, aber er wusste, dass das nicht gehen würde. Nicht, dass er es nicht versuchen würde, aber wenn man realistisch blieb, waren seine Hosentaschen einfach viel zu klein für all die schönen Dinge, die er sich einstecken würde. Er müsste bei einer Sache bleiben, und er sah schon, wo er diese finden würde, ebenso wie sein Bruder: Im Spielzeugladen.
Nachdem sich die Jungen an der hysterischen Frau, die sich über einen schwertförmigen Luftballon beschwerte, vorbeischoben, sahen sie sich staunend um. Dieser Laden beherbergte mehr Spielzeuge, als jedes Kind besitzen könnte - und selbst wenn es das könnte, könnte es nie mit allem spielen! Allein schon beim Anblick der bunten Spielwaren schlug Zach's Herz höher. Sein Bruder hatte sich wohl schon recht schnell entschieden - ein Zauberstab sollte es sein. Bei Nath's Bemerkung, er würde am liebsten die alte Twigley verhexen, prustete Zach los. Wäre es möglich, würde er ihr wohl ein Ringelschwänzchen anzaubern, so wie Leute wie sie es verdienten.
So ein Zauberstab war zwar schön und gut, aber für Zach's Geschmack war er zu simpel. Wieso das Risiko für einen Stab aus Plastik eingehen, wenn es hier noch viel tollere Sachen gab? Es zog ihn zu dem Regal, in dem alle Spielwaren zu den Comics der Verlage Darvel und MC auslagen. Viele Comics hatte Zach nie gelesen, aber ein Schulfreund hatte ihm mal einpaar Hefte geliehen, darunter war auch eine Ausgabe von 'ScorpioMan', und seitdem war Zach irgendwie ein Fan von diesem Superhelden. Klar, sein enger Anzug sah irgendwie merkwürdig aus, aber er hatte unglaubliche Kräfte - konnte Wände hochklettern und seine Feinde mit einem Stachel vergiften - und sowas wollte Zach auch. Rasch griff er sich eine Actionfigur seines Superhelden.
"Schau mal, ist der nicht cool?", staunte er, worauf er auf einen Knopf an der Seite drückte und die Plastikfigur einen Stachel ausfuhr, "ICH WERDE MICH DAFÜR RÄCHEN, WAS DU MEINEM ONKEL ANGETAN HAST, COPPER MAN!" Copper Man war der Antagonist in der Comic Reihe, und so gesehen ein ziemlicher Lappen, da seine Ausrüstung nur aus Kupfer bestand. Technische Highlights hatte er nicht wirklich, aber scheinbar hatten die Leute von Darvel keine Ideen mehr.
Zach ließ die Figuren allerdings schlagartig fallen, als ihm zwei "Laserkanonen" ins Auge fielen. Prompt nahm er sich eine und zielte auf seinen Bruder.
"Hast du noch einen letzten Wunsch, bevor ich dich mit dieser Flash Gorden Strahlen Kanone erschieße?", grinste er verspielt.
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BeitragThema: Re: Nichts wird uns trennen. Niemals.   So 22 März 2015 - 20:05

Zach schleppte Nathaniel mit zu den Actionfiguren und der Junge war sich auf einmal gar nicht mehr sicher, ob er wirklich den Zauberstab haben wollte. Könnte er mit diesem wirklich Zaubern, dann wäre es etwas anderes, aber eigentlich handelte es sich nur um einen Plastikstock. Vielleicht könnte er sich eine der Actionfiguren mitnehmen und dann einen Zauberstab aus einem Stock schnitzen. Dann hätte er am Ende bei Spielsachen und musste sich nicht entscheiden.
Skeptisch betrachtete der Zwilling eine Figur von Ratman. Nathaniel konnte nie so wirklich begreifen, was so cool an dem Typen sein sollte. Er hatte noch nicht einmal eine Superkraft. Es war nur ein stinkreicher Kerl, der sich irgendwelche Ausrüstung kaufte, um das böse zu bekämpfen, weil mal irgendein Bösewicht seine Eltern getötet hat. Also war seine Superkraft das Geld seiner Eltern. Nicht sehr beeindruckend.
Bevor sich der Junge allerdings eine Actionfigur aussuchen konnte, die nicht einen reichen Schnösel ohne Superkraft darstellte, zielte Zach mit einer Spielzeugkanone auf ihn. Den Kampf konnte er haben.
Nathaniel griff ebenfalls nach einer Kanone und schoss seinem Bruder ohne Vorwarnung einen Schaumstoffpfeil an die Stirn. "Weniger quatschen, mehr schießen", spottete der Zwilling, bevor er sich für einen Rückzug entschied. Mit der Spielzeugkanone in der Hand rannte er durch den Laden und hoffte, dass er eine geeignete Deckung fand, bevor Zach ihn einholte. Schließlich fand er etwas viel besseres als eine lahme Deckung. In einer Ecke des Ladens gab es einen riesigen Bällepool. Dieser war mit einem Netz abgetrennt, um die Bälle an der Flucht zu hindern. Nathaniel sprang durch die Öffnung im Netz in den Bällepool und schaute kurz hinter sich. Zach war immer noch dort und hatte ihn fast eingeholt. Schnell erklomm der Junge die gepolsterte Treppe, welche auf eine Erhöhung führt, von welcher man über eine Rutsche in die Bälle rutschen konnte. Triumphierend stellte der Junge sich auf und zielte mit der Flsh Gorden Kanone auf seinem Bruder, bevor er lauthals: "Tod dem Ming!", verkündete.
Es war nur eine Frage der Zeit, bis das Gefächt zu ärger mit den Verkäufern führte, aber das war dem Zwilling egal. Er dachte noch nicht einmal daran. Er wollte nur seinen Geburtstag genießen. Gemeinsam mit seinem Bruder wollte er toben und Spaß habe, bevor sie sich gemeinsam der alten Twigley stellen mussten.
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BeitragThema: Re: Nichts wird uns trennen. Niemals.   So 22 März 2015 - 20:49

Lachend rannten die Jungs mit den Spielzeugpistolen durch den Spielzeugladen und taten so, als wären sie Rivalen.
"Du kannst meine Macht nicht unterdrücken, Flash Gordon! KAPITULIERE!", rief Zachary mit einer düsteren Stimme, als er vor dem Bällepool stand und zu seinem Bruder aufsah. Auch er richtete die Pistole auf Nathaniel. "Du wärst so nützlich, wenn du nicht auf der falschen Seite der Macht kämpfen würdest. Wir wären ein gutes Team. Wir könnten die Weltherrschaft an uns reißen! MUHAHAHA!" Als Imperator Ming fühlte Zach sich ziemlich cool, auch wenn er sich sicher war, bestimmt nie zu den bösen Jungs zu gehören. Er mochte einfach die Rolle des Bösewichts, weil es die einzige Möglichkeit war, mal eine finstere Seite zu zeigen. Das mehr dahinter steckte, ahnte der Achtjährige noch nicht.
Er wollte nun auch in den Bällepool springen, verhedderte sich mit den Füßen aber in einem Springseil, welches irgendjemand unklug auf den Boden gelegt hatte, sodass der stürmische Zwilling stolperte und er seine Kanone im hohen Bogen verlor. Sie krachte gegen die Wand und hinterließ einen Kratzer in der Tapete, und auch die Strahlenkanone hatte einen Kratzer abbekommen.
"Uuups...", meinte Zach kleinlaut, worauf er sich wieder aufrappelte. Wegen des beschädigten Spielzeuges war er so aufgeregt, dass er nicht bemerkte, dass er seine Knie aufgeschürft hatte. "Zum Glück hat das der Verkäufer nicht gesehen..." Rasch hob er die Kanone auf und wollte sie wieder zurück bringen, als plötzlich ein japanischer Verkäufer den Kopf um die Ecke reckte, um zu sehen, wo der Lärm her kam. Als er dann den Kratzer an der Wand sah, wurden seine kleinen Schlitzaugen plötzlich riesengroß.
"DU KAPUTTE MEINE WAAAAND!", kreischte er, worauf er zu Zach ging und ihm die Pistole wegnahm. Beschämt sah der Junge zu Boden. Bestimmt würden die beiden jetzt mit leeren Händen gehen müssen. "RAUS HIER!" Ja, der Geburtstag war ruiniert.
"Entschuldigen Sie, Sir...", sagte plötzlich eine tiefe, beruhigende Stimme. Zach sah auf, um festzustellen, dass die Stimme zu einem dunkelhäutigen Mann mittleren Alters gehörte. Er trug einen grauen Anzug und hatte ein rosanes Plüschtier in der Hand. Sein Gesicht war mit dunklen Flecken geziert - waren das etwa Sommersprossen? "Diese Jungs gehören zu mir. Ich werde nun besser auf sie aufpassen, versprochen." Ein freundliches Lächeln aus weißen Zähnen zeigte der Mann. "Die Pistole und den Schaden an der Wand kann ich natürlich zahlen." Der Japaner war nun still, schüttelte den Kopf und zog verbittert ab.
"Puhhh... danke, Mister", sagte Zach erleichtert und mit einem unsicheren Lachen, "Sie haben uns gerade den Geburtstag gerettet."
"Geburtstag? Ist ja witzig, meine Tochter hat heute auch Geburtstag", lächelte der Mann, wobei seine Augen einen verträumten Glanz annahmen, "Herzlichen Glückwunsch euch beiden!" Nun lächelte er auch Nathaniel zu.
"Danke!", bedankte sich der Zwilling höflich, "... aber sagen Sie, warum sind Sie denn nicht bei ihrer Tochter?"
"Nun..." Der Dunkelhäutige lachte amüsiert. "Weil sie noch nicht auf der Welt ist. Meine Frau ist gerade mit Wehen ins Krankenhaus gekommen und ich wollte noch schnell ein Geschenk für die Kleine kaufen..." Zach sah den Mann verblüfft an. Er wurde gerade Vater und schien darüber total entzückt. Scheinbar war es für ihn ein wirklich großes Ding.
"Herzlichen Glückwunsch, Mister... ähm..."
"Fitz. Aber ihr dürft mich Quentin, Montgomery oder Monti nennen", stellte sich der Mann vor, worauf Zach ihm die Hand reichte und sich ebenfalls vorstellte. Die Augen des Mannes verloren ihren Glanz und nahmen einen Ausdruck der Sorge an, als er die schmuddeligen, verwaschenen Schuluniformen bemerkte. Zach's Hemd hatte sogar einen riesigen Fleck, und er wusste nicht mal mehr, woher. "Oh, eure Mutter wird über diesen Fleck nicht sehr begeistert sein..." Aber das war es nicht, wieso der Mann so besorgt drein schaute. Seinen eigentlichen Gedanken sprach er jedoch nicht aus, da er nicht wusste, ob er den Jungen vielleicht zu nahe kam. "Ich zeig euch mal einen kleinen Zaubertrick. Macht die Augen zu."
Zach tat, wie Quentin ihn anwies, worauf der Erwachsene seine Hand über das Hemd schweben ließ und wortlos einen Zauber wirkte, um den Fleck zu beseitigen. Außerdem heilte er auch die aufgeschrammten Knie von Zach, ohne dass dieser etwas bemerkte.
"Ihr könnt die Augen wieder öffnen."
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BeitragThema: Re: Nichts wird uns trennen. Niemals.   So 22 März 2015 - 21:27

Bevor Nathaniel seinem Bruder den alles entscheidenden Schaumstoffpfeil zwischen die Augen schießen konnte, stolperte Zach und löste dadurch ein riesen Chaos aus. Der Zwilling stand immer noch bewaffnet auf der Rutsche und beobachtete das Debakel. Kurzerhand setzte er mit seiner Spielzeugpistole zum Zielen an und visierte den Kopf des asiatischen Verkäufers an. Das würde ihn mit etwas Glück genug ablenken, damit die Jungs flüchten konnten.
Der Finger lag am Abzug und der Pfeil würde mit Sicherheit sein Ziel finden. Allerdings stellte sich in genau diesem Moment ein weiterer Mann in die Schusslinie und nahm Nathaniel die Sicht auf den hysterischen Asiaten.
Dennoch hielt er die Waffe oben. Erst als er merkte, dass der andere Herr zu helfen schien, legte er das Spielzeug zur Seite und eilte zu seinem Bruder. Er war hier um seiner Tochter ein Geschenk zu ihrem Geburtstag zu kaufen. Ein wenig beneidete Nathaniel das Mädchen, welches ihre Kindheit bei diesem netten Mann verbringen durfte. Sie hatte wohl deutlich mehr Glück, als Zach und Nathaniel. Dieser Quentin schien wirklich mehr als in Ordnung zu sein. Außer Miss Preston wäre ihm kein anderer Erwachsener eingefallen, von dem Nathaniel solche Hilfsbereitschaft erwartet hätte. Aber anscheinend gibt es doch den einen oder anderen. Vielleicht lebte er einfach in der falschen Welt. In einer Welt, in der Erwachsene nur Befehle gaben, weil sie nicht die Möglichkeit hatten jedem Kind die Zuneigung entgegen zu bringen, welche es benötigte. Für die Angestellten im Waisenhaus waren die Kinder das selbe, wie der Teig für den Becker und die Feder für den Autor. Einfach nur ein Job. Eine Möglichkeit um Geld zu verdienen. Geld mit dem sie ihre eigenen Kinder glücklich machen konnten, während die Waisenkinder ungeliebt und ohne gute Vorbilder in einem runtergekommenen Waisenhaus vor sich hin lebten. Diese Welt war nicht fair. Das hatte der Junge schon sehr früh festgestellt. Auf der Leiter zum Glück startete man als Waisenkind nicht an der untersten Sprosse, sondern im Kellergeschoss. Erst wenn man sich aus seinem Loch gekämpft hatte, konnte man langsam Hoffnung schöpfen, dass das Leben noch ganz gut wird. Nathaniel hielt das ganze nur aus, weil er seine Freunde hatte und vor allem, weil er seinen Zwillingsbruder hatte. Ohne Zach wäre er absolut verloren. Die beiden waren ein Team und gemeinsam konnten sie es schaffen das Loch zu verlassen und in der Zukunft ein gutes Leben zu führen.
"Wow, wie haben Sie das gemacht?", fragte der dunkelhaarige Junge verblüfft, als er die Knie seines Bruder betrachtete, welche wieder geheilt waren.
"Ein guter Zauberer verrät nie seine Tricks. Aber vielleicht lernt ihr es eines Tages von ganz alleine." Nathaniel war enttäuscht, dass der Mann den Trick nicht verriet, aber eins hatte er in diesem Moment beschlossen: Er wollte auf jeden Fall den Plastikzauberstab mitnehmen.
"Entschuldige Sie? Sie mussen die Wahnd besahlen.", meldete sich der Asiate mit einem merkwürdigen Akzent zurück. "Ich wüsste nicht, was es da zu bezahlen gibt.", antwortete Quentin ruhig und freundlich. Nathaniel und auch der Verkäufer schauten an die eben noch beschädigte Stelle. Alles war wieder heile, so als wäre dort nie ein Kratzer gewesen. "Aber, das kann nicht...", stammelte der Verkäufer entrüstet und ging dann fassungslos seiner Wege.
"Kleiner Zaubertrick", verriet Quentin mit einem Grinsen und Zwinkern, woraufhin Nathaniel amüsiert lachen musste. Dieser Mann war wirklich mehr als in Ordnung.
"Vielen Dank Mister.... äh Monti", bedankte sich der Zwilling mit einem Lächeln.
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BeitragThema: Re: Nichts wird uns trennen. Niemals.   So 22 März 2015 - 21:45

Dieser Monti war echt cool, wie Zach fand. Er war total verblüfft, dass der Fleck und die Schrammen an den Knien wirklich wie weggezaubert waren. Wie hatte er das nur gemacht? Konnte er etwa wirklich zaubern? Nein, so etwas wie Magie gab es doch gar nicht! Zach schüttelte ungläubig den Kopf und sah den großen Mann ehrfürchtig an, während er auf die heile Wand deutete. Handelte es sich hierbei etwa doch um einen... Zaubertrick?
"Monti... wie haben Sie...", stammelte Zach fasziniert und mit großen, glitzernden Augen, aber Quentin schüttelte nur den Kopf und grinste geheimnisvoll. "Danke..."
"Alles kein Problem, Jungs. Ich war früher genauso. Und Flash Gordon finde ich übrigens auch ganz cool. Du spielst Imperator Ming überraschend überzeugend, Zach." Er lachte etwas und Zach kratzte sich verlegen am Hinterkopf, obwohl er das ja nicht zum ersten Mal hörte. "Wisst ihr was? Ich mag euch zwei irgendwie. Es ist euer Geburtstag und der soll unvergesslich werden. Außerdem habe ich gute Laune. Los, sucht euch jeweils ein Spielzeug aus, ich möchte euch was schenken."
Zach's Kinnlade klappte runter, als er realisierte, was Quentin ihm da anbot. War er etwa gerade Gott begegnet? Der Zwilling glaubte nicht an Gott, aber nun hatte er das Gefühl, direkt vor ihm zu stehen.
"Sie... Sie können doch nicht... Oh, Mister...", stammelte er ungläubig. Er freute sich über das Angebot, wagte es aber nicht, es anzunehmen.
"Es ist mein Ernst, Jungs, beeilt euch aber bitte." Demonstrativ wedelte er mit dem Plüschtier. Gut, für eine Diskussion hatte der Mann keine Zeit, also nahm Zach das Angebot doch an und sprintete durch die Gänge, um sich eine Sache auszusuchen. Es war schwierig, sich zu entscheiden, aber es dauerte nicht lang, bis ein spezieller Gegenstand seine Aufmerksamkeit erregte. Ein Chemiebaukasten zum herstellen von Kristallen. Das wollte er.
Er sah nicht auf das Preisschild, sondern nahm die Kiste direkt und rannte damit wieder zu Quentin.
"Darf ich den haben?", fragte er aufgeregt. Mit einem milden Lächeln auf den Lippen und einem Nicken bestätigte der geheimnisvolle Mann die Frage.
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BeitragThema: Re: Nichts wird uns trennen. Niemals.   Mo 23 März 2015 - 20:31

Nathaniel glaubte seinen Ohren nicht, als Quentin sein Angebot machte. Erfüllt von einer riesigen Freude, welche er noch nie zuvor verspürt hatte, rannte er zurück, um den Zauberstab zu suchen. Ein Spielzeug, welches ihn immer an Quentin und seine unglaublichen Zaubertricks erinnern sollte. Als der Zwilling das richtige Regal erreicht hatte, sah er neben den Plastikstäben ein Spielzeug, welches noch viel besser war, als ein Stab alleine. Ein Zauberkasten mit Anleitungen und Zubehör für Zaubertricks. Den musste er haben. Damit würde er eines Tages bestimmt ein richtiger Zauberkünstler werden.
Voller Aufregung schnappte sich Nathaniel den Zauberkasten und rannte zurück zu Quentin. Der asiatische Verkäufer beäugte den Jungen mit skeptischem Blick, weil ihm das hohe Tempo wohl gar nicht zusagte. Den Jungen kümmerte das allerdings nicht, denn er wollte seinem Bruder so schnell wie möglich den Kasten zeigen.
"Schaut mal. Damit werde ich eines Tages vielleicht auch so gut wie Monti!", verkündete der Junge aufgeregt, als er bei Quentin und seinem Bruder ankam. Quentin reagierte mit einem Lächeln und deutete auf die Kasse. Zach hatte sich einen Chemiebaukasten ausgesucht. Damit konnte man bestimmt auch viele tolle Dinge machen, aber Nathaniel wollte unbedingt zaubern lernen.
Gemeinsam stellten sich die drei an der Kasse an und Monti bezahlte die Geschenke der Jungs und das Plüschtier für seine Tochter. "Vielen Dank!", brach es schließlich aus Nathaniel raus, während er den freundlichen Mann umarmte. "Gern geschehen Jungs. Ich wünsche euch noch einen schönen Geburtstag.", entgegnete er mit seiner ruhigen und freundlichen Stimme. Am liebsten wäre Nathaniel einfach mit ihm gegangen.
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BeitragThema: Re: Nichts wird uns trennen. Niemals.   Mo 4 Mai 2015 - 20:18

Vor dem Spielzeugladen trennten sich schließlich die Wege. Monti musste zum Krankenhaus und die Jungs sollten allmählich zum Waisenhaus zurückkehren, sonst würde die alte Twigley sie wohl aussperren und dann müssten sie nicht auf dem kaputten Bett, sondern draußen auf dem kalten Stein schlafen. Und das wollte Zachary nicht. Nein, der Geburtstag versprach jetzt erst richtig gut zu werden. Was wohl die Jungs zu ihren tollen Geschenken sagen würden? Er konnte es kaum Abwarten, damit anzugeben. Die Tage müssten sie unbedingt noch einmal versuchen, Quentin wieder zu begegnen, um ihm für seine hoffentlich gesunde Tochter zu gratulieren und um ihm vielleicht bis dahin ein hübsches, selbst gebasteltes Dankeschön zu überreichen. Bevor er nämlich seiner Angebeteten Miss Preston einen selbst hergestellten Kristall schenkte, würde Quentin das erste Ergebnis bekommen. Bestimmt konnte Nathaniel bis dahin auch schon ein paar Zaubertricks.
Es war schon Zeit, zurück zu gehen, aber der Zwilling wollte noch nicht. Er wollte lieber im Einkaufszentrum bleiben, bis es zumachte, aber das könnten sie sich nicht erlauben. Das müssten sie sich wohl für den nächsten Geburtstag aufheben, oder für einen, den sie in einer toleranten Pflegefamilie verbrachten. Die Twigley würde ihnen nur die Köpfe abreißen.
"Noch ist unser Geburtstag nicht vorbei. Komm, Bruder!", rief er, worauf er weiter ins Einkaufszentrum lief. Dies war mit Abstand der tollste Geburtstag seines Lebens. Er war sich sicher, dass kein Geburtstag besser sein würde.


Die Zeit verging und mit ihrem spitzbübischen Charme hatten die Achtjährigen es geschafft, eine Tüte voll Süßigkeiten und für jeden ein Stück Pizza zu ergattern. Es war schwierig für die kurzen Beinchen, den vollgefutterten Körper vor Acht Uhr abends noch zum Waisenhaus zu tragen, aber sie hatten es geschafft. Unbemerkt schlichen sie sich am Zimmer der Twigley vorbei, und zum Schlafsaal der Jungen, wo alle saßen und scheinbar schon darauf gewartet hatten, dass die Zwillinge zurückkehrten. Als sie die Süßigkeiten und die Spielsachen sahen, bekamen alle große Augen. Außer der dicke Sam natürlich, der schlief schon, da der Sprint am Vormittag ihn ziemlich geschafft haben musste.
"Wo habt ihr das alles her?!", wollte Vince wissen, als er Nathaniels Zauberstab beäugte, "Kann der wirklich zaubern?"
"Bestimmt. Ein echter Zauberer hat ihn Nathaniel geschenkt!", erzählte Zachary theatralisch, als er heldenhaft auf die Kante seines Bettes sprang und eine Faust in die Luft warf, "Er konnte wirklich zaubern. Ich lüge nicht, oder Nathaniel? Oh man, ihr hättet es sehen müssen!" Der Glanz in seinen Augen war echt. Nicht nur, dass er Geburtstag hatte und er einen Zauberer getroffen hatte, nein, er hatte am heutigen Tage mit seinem Bruder auch sämtliche Hindernisse überwunden. Vorallem seine Höhenangst.
"Ein effter Fauberer?" Nun war Sam auch wach, und seiner Sprache nach zu urteilen war er mit einem halben Donut im Mund eingeschlafen, welchen er nun schmatzend aufkaute. Wenn der mal kein Karies bekommt, dachte Zach grübelnd.
"Erzählt uns mehr! Was habt ihr noch so erlebt?" Die Jungen setzten sich aufgeregt um das Bett von Zach, um mehr über das Abenteuer der Zwillinge zu erfahren. Die Details durfte jedoch Nathaniel erzählen.
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