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 Confusion never stops, closing walls and ticking clocks.

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Casper King
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BeitragThema: Confusion never stops, closing walls and ticking clocks.   Sa 30 Sep 2017 - 14:55

CONFUSION NEVER STOPS, CLOSING WALLS AND TICKING CLOCKS.

Neela + Casper/Alistair | 23.05.2015 | Elion’s Wohnung, London, und Prince Manor, Yorkshire

____________________________________________________________

OUTFIT (nach dem Duschen)


Es war die Sonne, welche warm durch das Fenster der Londoner Stadtwohnung in sein Gesicht fiel und ihn damit sanft aus dem Schlaf weckte. Die Augen wurden langsam aufgeschlagen, worauf sich der Kopf vom hellen Licht wegdrehte und der Blick unweigerlich in die reflektierende Fläche des ihm unbekannten Gerätes fiel. Es war sein eigener Anblick, welcher ihm rasch in Erinnerung rief, wo er sich gerade befand und wie er hier hin geraten war, wenngleich sich sein Aussehen schon deutlich verbessert hatte. Alistair hatte einen ungewöhnlich ruhigen und erholsamen Schlaf hinter sich und offensichtlich hatte dieser Schlaf Auswirkungen auf seine Verletzungen gehabt. Die aufgeplatzte Lippe, die Schrammen im Gesicht, die blauen Flecken und die Schmerzen waren kaum noch vorhanden. Offenbar verstand Neela ihr Fach – doch wie könnte er ihr jemals danken?
Langsam und endlich ohne Schmerzen richtete sich der bärtige Zauberer auf, worauf er sich erst mal auf die Kante des Sofas setzte und den Kopf auf seine Hände stützte. Ein wenig fahrig fuhr er sich durch das dunkelblonde Haar, während sein Blick zum aufgeräumten Fußboden gerichtet war, denn so allmählich wurde ihm die Tragweite der Ereignisse vom letzten Abend bewusst. Er wusste gerade noch so, wer er selbst war und wo er herkam, doch die letzte Hälfte seines Lebens hatte er komplett vergessen. In der Hoffnung, sich seine Erinnerungen auf diese Weise zurück zu holen, müsste den wenigen Spuren, die er hatte, folgen und hoffen, dass er auf etwas Größeres stieß, dass ihm half, das Puzzle zu einem vollständigen Bild zusammen zu fügen.
Aufmerksam lauschte er, ob er Geräusche hörte, die darauf schließen ließen, dass seine Lebensretterin schon wach war, doch die ganze Wohnung war mucksmäuschenstill. Also erhob er sich leise und begab sich dorthin, wo Neela am Vorabend zum Duschen verschwunden war, um sich selbst die letzten Spuren seiner Misere vom Körper zu waschen.

Im Badezimmer entdeckte er saubere und heile Kleidung, welche zusammengefaltet auf der Kommode lag. Alistair wusste nicht, ob sie für ihn bestimmt war, aber er ging einfach mal rotzfrech davon aus, da es nach dem, was er über Neela herausgefunden hatte, irgendwie zu ihr passen würde, ihm ein neues Outfit zur Verfügung zu stellen, schließlich war seine Kleidung blutig und beschädigt. Offenbar handelte es sich bei dem geliehenen Outfit um Kleidung von ihrem Mitbewohner Elion und dem ersten Eindruck nach zu urteilen hatte der Mann einen sehr angenehmen Kleidungsstil, wenngleich Alistair glaubte, dass ihm die Sachen zu groß sein könnten. Ein Blick in den großen Badezimmerspiegel ließ ihn allerdings einsehen, dass dem wohl doch nicht so war, denn allem Anschein nach hatte er in den letzten Jahren an Muskelmasse zugenommen. Überrascht hob er die Augenbrauen, als er sich selbst zum ersten Mal seit seinem Erinnerungsverlust klar sehen und doch nicht wirklich erkennen konnte.
Er hatte ältere Narben im Gesicht, ein paar Falten, die ihn ernster und älter aussehen ließen, einen etwas strubbeligen Bart und zahlreiche Tattoos. Angestrengt versuchte er, Hinweise auf sein altes Leben in der dunklen Tinte auf seiner Haut zu erkennen, doch mit den meisten Bildern konnte er nichts anfangen. Da war ein Drachentattoo auf der Innenseite seines linken Oberarmes und Federn auf der Innenseite des rechten, dessen Schulter war von einem Muster geziert, das er nicht einordnen konnte, und auf der Brust waren eine lachende und eine weinende Maske, begleitet von einem Spruch, den er nicht lesen konnte, tätowiert. Als er sich umdrehte, konnte einen Hundekopf erkennen, einen zweiten auf dem linken Unterarm. Scheinbar mochte er Hunde, und verdenken konnte er es seinem früheren Selbst nicht wirklich, schließlich hatte er die muggeltypischen Haustiere schon immer ganz nett gefunden. Außerdem war da ein Rabe auf seinem Rippenbogen, wie er erkannte, als er den Verband abgenommen hatte, ein Frauengesicht auf seiner Schulter und die kleine Silhouette irgendeines Gebäudes, welches er nach längerem Anstarren als die Ruine Bolton Abbey wiedererkannte. Es beruhigte ihn, eines der Bilder zuordnen zu können, nur leider warf der Rest nur Fragen auf.  Generell gab es viele Schriftzeichen und Nummerabfolgen in dem Gewirr aus gegenständlichen und abstrakten Motiven, die er aufgrund seiner verlorenen Lesefähigkeit nicht entziffern konnte. Aber vielleicht könnte Neela ihm ja nachher dabei helfen.

Er duschte eiskalt und benutzte ein Duschgel-Shampoo-Kombiprodukt aus einer schwarzen Flasche. Aus unerklärlichen Gründen hatte er gedacht, dass es männlich aussah, und tatsächlich roch es nicht nach Blümchen und Vanille, sondern nach Zedernholz und anderen herb-frischen Komponenten, die Alistair nicht identifizieren konnte. Aber wonach genau er nun roch war ihm auch irgendwie egal.
Nach dem Duschen trocknete er sich rasch ab. Er bemühte sich, das dunkelblonde Haar zu einer gesellschaftlich akzeptierbaren Frisur zu formen und den Bart mit den Fingern etwas ordentlicher aussehen zu lassen. Glücklicherweise hatte er ihn wohl neulich erst gestutzt, sodass sich letzteres als gar nicht so schwierig herausstellte.
Dann zog er das karierte, gebügelte Hemd über ein schwarzes Unterhemd und komplettierte den Look mit einer verwaschenen Jeans, die durch einen Gürtel an ihrem Platz gehalten wurde. Nachdem er die Ärmel des Hemdes hochgekrempelt hatte, kam er sich tatsächlich sogar so vor, als würde er seine eigene Kleidung tragen. Ein kurzes Lächeln schenkte er seinem Spiegelbild, an welches er sich auch allmählich gewöhnt hatte. Er mochte älter sein, als er sich selbst in Erinnerung hatte, doch eigentlich standen ihm die Zeichen der Zeit. Wieso war er nicht schon früher auf die Idee gekommen, den Bart stehen zu lassen?


Als er das Bad verließ, schien Neela noch immer nicht wach zu sein, weshalb er die Zeit nutzte, um das Frühstück vorzubereiten. Er erinnerte sich vage daran, wie man Omelette machte, weshalb er sich alles Nötige zusammensuchte und den Tisch mit untypischer Liebe zur Genauigkeit deckte. Er wollte sich Mühe geben, schließlich war dieses Frühstück so etwas wie sein erster Dank für die Mühen, die sich Neela mit ihm gemacht hatte. Und es konnte ganz nebenbei nicht schaden, es zu riskieren, sie vielleicht sogar zu beeindrucken. Wobei dies wirklich davon abhängig wäre, wie sehr er seiner Erinnerung an die Zubereitung eines Omeletts noch vertrauen konnte. Um noch etwas Zeit zum Überlegen zu haben, schnitt er Brot in Scheiben, um es daraufhin liebevoll auf einem Teller angerichtet auf den Tisch zu stellen. In einem Messbecher verrührte der bärtige Brite ein paar Eier, die er im Kühlschrank gefunden hatte, worauf er etwas frische Milch aus einer Glasflasche mit hineingoss und das Ganze mit Pfeffer und Salz würzte. Die Pfanne auf dem Herd wurde schon warm und erhitzte das bisschen Öl, das Alistair hineingegeben hatte, und mit einem leisen Zischen stockten die ersten verquirlten Eier zu etwas, das man durchaus Omelett nennen könnte, wodurch sie einen köstlichen Duft in der Wohnung verbreiteten.
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Neela Vivia Lundin
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BeitragThema: Re: Confusion never stops, closing walls and ticking clocks.   Sa 30 Sep 2017 - 21:05



In der vergangenen Nacht hätte Neela wohl ebenfalls einen Schluck von jenem Schlaftrunk vertragen können, welchen sie Alistair gegeben hatte, denn nachdem sie ihn im Wohnzimmer zurück gelassen hatte und sich in ihr eigenes Bett legte, merkte sie zwar, dass ihr Körper sich eigentlich nach Ruhe sehnte, doch die ungewöhnliche Begegnung ließ ihre Gedanken noch lange darum kreisen. Sie überlegte, ob ihr ein Zauber einfiel, mit welchem es möglich gewesen wäre, so eine Art von Gedächtnisverlust hervorzurufen, wie es bei Alistair der Fall war, doch ihr wollte nicht wirklich eine Möglichkeit einfallen, mit jener nur ein Teil der Erinnerungen gelöscht werden könnte. Irgendwann trieb die Grübelei sie schließlich in einen unruhigen Schlaf, aus welchem sie immer wieder hochschreckte und sich einbildete, sie hätte etwas aus dem Wohnzimmer gehört. Dann wiederum passierte es ihr, dass sie sich nach dem Aufwachen fest einbildete, sie hätte es lediglich geträumt einen fremden Mann auf der Straße gefunden und zu sich genommen zu haben, sodass sie sich zurückhalten musste, um nicht ins Wohnzimmer zu gehen und die Gegenwart von Alistair zu überprüfen.
Als schließlich die Morgendämmerung den Himmel erhellte, gab die Blonde den Versuch auf nochmals einzuschlafen, erhob sich aus dem Bett und hüllte sich in ihre Trainingskleidung - bestehend aus einer schwarzen, dreiviertellangen Leggings und einem ebenfalls schwarzem Top, das locker bis zur Mitte ihres Bauchs fiel. Die Joggingrunden am Morgen hatte sie seit sie damals zum Tanzen angefangen hatte nie aufgehört und würde es wahrscheinlich gar nicht aushalten, sich nicht gleich nach dem Aufstehen zu bewegen. Abgesehen davon würde es ihr wohl am heutigen Tag helfen, ihren Kopf doch noch frei zu bekommen und gleichzeitig ein wenig munterer zu werden. Die blonden Haare band sie sich zu einem schlampigen Dutt hoch, ehe sie leise in Elions Zimmer schlich, um dort aus seinem Kleiderschrank eine Jeans und ein Hemd für Alistair herauszusuchen. Bestimmt würde er es vorziehen, in saubere Kleidung schlüpfen zu können, vor allem da Neela gestern nicht mehr dazu gekommen war, seine eigenen zu waschen und zu flicken. Mit dem Zauberstab war dies zwar eine Angelegenheit von Sekunden, doch trotzdem schadete es doch nichts, wenn er etwas anderes zum Anziehen hatte. Und Elion hätte damit wohl auch keine Probleme. Die Klamotten legte sie auf ihrem Weg zur Wohnungstür fein säuberlich im Bad ab, ehe sie auf Zehenspitzen durch das Vorzimmer schlich und ihre Laufschuhe anzog. Dabei konnte sie es sich nicht verkneifen, einen Blick ins Wohnzimmer zu werfen, in welchem Alistair noch tief und fest auf der Couch schlief. Also war es doch kein Traum gewesen...
So leise sie konnte verließ sie die Wohnung, atmete einmal durch und setzte sich ihre Sonnenbrille auf, ehe sie loslief. In den ersten Tagen, die sie in London verbracht hatte, waren ihre Laufrunden auch ziemlich weitäufig gewesen, da sie in irgendeine Richtung gestartet war und dann den Weg zurück nicht mehr gefunden hatte. Mittlerweile war es ihr aber gelungen, sich eine nette Runde einzuprägen, die sie eine gute halbe Stunde lang in Bewegung hielt und auf welcher sie die Orientierung nicht mehr verlor. Die frische Morgenluft tat gut und ihre Müdigkeit verflog nahezu gänzlich, während ihr Kopf nun endlich mal frei wurde. Sie hätte es wohl selbst nicht erwartet, dass sie die Sache mit Alistair so beschäftigen würde, doch man begegnete nuneinmal nicht jeden Tag jemandem, der sein Gedächtnis nach einer Schlägerei verloren hatte.

Die halbe Stunde verging wie im Flug und verschwitzt und außer Atem kam Neela wieder vor Elions Wohnung an. Leise schloss sie die Tür auf, doch kaum hatte sie die Wohnung betreten, erreichte sie der Duft von gebratenen Eiern. Überrascht schob sie sich die Sonnenbrille auf den Kopf, zog die Schuhe aus und betrat die Küche, wobei sie beim Durchschreiten des Wohnzimmers bereits merkte, dass die Couch leer war. Und obwohl sie sich dessen sicher gewesen war, dass es Alistair heute bereits viel besser gehen würde, hätte sie wohl nicht erwartet, ihn fertig angezogen vor dem Herd anzutreffen. „Guten Morgen, das wäre doch echt nicht nötig gewesen.“, sprach sie ihn überrascht aber mit einem Lächeln an und wischte sich den Schweiß von der Stirn, ehe sie den liebevoll angerichteten Tisch bemerkte. „Wow, sieht ja toll aus! Ich bin sofort bei dir, okay?“ Damit wandte sie sich rasch um und lief nun ebenfalls ins Badezimmer, um sich rasch unter die Dusche zu stellen. Es roch noch nach Elions Duschgel, was Neela darauf schließen ließ, dass Alistair auch in der Lage gewesen war, eigenständig zu duschen. Dies würde wohl bedeuten, dass er sich bald nach Yorkshire aufmachen würde und auch wenn sie nicht wusste wieso, hoffte die Blonde doch, er würde sie mitnehmen.
Nachdem sie alle Anzeichen des getätigten Sports abgewaschen hatte, kehrte Neela in ihr Zimmer zurück und schlüpfte in eine weiße Jeans, die an den Knien gewollte Risse aufwies und ein groß geschnittenes, graues Sweatshirt.


Ein Outfit, das wohl mehr ihrem Sinn für Bequemlichkeit entsprach und nachdem sie den blonden Longbob frisiert und zurecht gezupft hatte, lief sie zurück in die Küche. „Das ist wirklich lieb von dir.“, sagte sie herzlich lächelnd, während sie sich auf einen der Stühle niederließ. „Scheint, als würde es dir schon besser gehen. Wie hast du geschlafen?“, wollte sie dann auch gleich wissen und sah ihn aufmerksam aus ihren eisblauen Augen an.
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Casper King
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BeitragThema: Re: Confusion never stops, closing walls and ticking clocks.   Sa 30 Sep 2017 - 22:09

Alistair hatte gedacht, Neela würde noch tief und fest schlafen, weshalb es ihn umso mehr überraschte, sie verschwitzt und im Sportoutfit zu sehen, als ihre Stimme ihn seinen Kopf zur Küchentür drehen ließ. Erst sah er sie perplex an, bis sein Blick ungewollt an ihr herunter wanderte. Der Anblick ihres flachen Bauches löste eine leise, angenehme Aufregung in ihm aus und ließ seine Ohren etwas rot anlaufen, was ihn, sobald er es merkte, peinlich berührt auf das brutzelnde Omelett schauen ließ. Ihm war der Anblick keineswegs unangenehm, schließlich konnte die schlanke Hexe das Sportoutfit auf jeden Fall tragen, jedoch konnte er sich nicht daran erinnern, wann er das letzte Mal einen so schönen Damenbauch gesehen hatte, weshalb er darauf empfindlicher reagierte, als er es selbst von sich erwartet hätte. Wie ein Teenager fühlte er sich, wenngleich dies angesichts der Tatsache, dass er sich selbst am Vorabend noch für einen Jugendlichen im Alter von 18 oder 19 Jahren gehalten hatte, leicht zu begründen war. Nur war er nicht mehr 18 oder 19, sondern mindestens 36, was noch immer ein wenig bitter schmeckte, auch wenn er seine Lage mittlerweile besser akzeptieren konnte als vor acht Stunden.
"Äh, guten Morgen...", brummelte er etwas heiser und mit einem leichten Lächeln, worauf er - noch immer zum Omelette schauend, nickte, "Klar. Bis gleich." Damit war sie auch schon im Badezimmer verschwunden.

Überraschend schnell war sie wieder zurück gewesen, denn Alistair war gerade erst mit dem letzten Omelette fertig geworden, als sie die Küche erneut betrat; dieses Mal in einem deutlich bequemeren und weniger freizügigen Outfit.
"Ach, is doch gar keine Ursache. Du hast mir gestern das Leben gerettet - da is es doch wohl das mindeste, dass ich dir Frühstück mache. Dachte eigentlich, ich könnt' Pfannkuchen machen, aber ich wusst nich mehr, wies geht ... aber Omelettes sind ja auch okay. Brauchen auch nich so viele Zutaten." Vorsichtig balancierte er den Teller mit den Omelettes vom Tresen zum Küchentisch, wo Neela sich schon niedergelassen hatte. Aus dem Kühlschrank nahm er noch den Orangensaft, worauf er sowohl seiner Lebensretterin als auch sich selbst ein Glas voll davon einschüttete. Danach erst nahm er gegenüber von ihr Platz, erwiderte den Blick seiner eisblauen Augen und hörte sich ihre Frage an.
Ja, es ging ihm besser und dies sah man ihm auch an. Die Behandlung der schwedischen Heilerin hatte wahre Wunder bewirkt und Alistair war davon sowohl fasziniert als auch beeindruckt. Er würde sich nie wieder bei einem anderen Heiler behandeln lassen. Sie war seine Heldin.
"Ja, im Vergleich zu gestern geht's mir richtig gut", erwiderte er mit rauer Stimme und einem sanften Lächeln, worauf er erst einmal einen Schluck Orangensaft trank, "Der Trank hat auch seinen Zweck erfüllt, habe geschlafen wie'n Drachenbaby. Leider sind meine Erinnerungen noch immer nich zurückgekehrt, aber vielleicht ändert sich das ja, wenn ich in Yorkshire bin. Heute werd ich mich wohl dorthin begeben und sehen, was passiert." Er hoffte ja, Cailin oder seine Eltern dort zu treffen und die ersehnten Antworten zu bekommen. Die Hoffnung trieb ihm sogar ein leichtes Glitzern in die grünen Augen. "Und wie hast du so geschlafen? Ich hoffe, ich hab nich geschnarcht oder sowas." Fragend sah er sie an, während seine Hände damit beschäftigt waren, eine Scheibe mit Brot zu bestreichen, wobei ihm auffiel, dass sie eigentlich ziemlich erholt und frisch aussah, er sie vielleicht also nicht vom Schlafen abgehalten hatte. Wobei dies auch am Sport liegen könnte, wie ihm nur kurz darauf auffiel. "Machst du jeden Morgen Sport? Ich glaub, ich könnt das nich..." Der bloße Gedanke an Sport löste bei ihm Unbehagen aus, wenngleich seine Statur auf ihn den Eindruck machte, dass er sich irgendwann in den letzten 18 Jahren damit angefreundet hatte, regelmäßig Sport zu machen. Vielleicht sollte er es einfach mal versuchen und schauen, wie es heute um seine Kondition stand.
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Neela Vivia Lundin
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BeitragThema: Re: Confusion never stops, closing walls and ticking clocks.   So 1 Okt 2017 - 22:27

Dass Alistair beim Anblick ihres knappen Sportoutfits in leichte Verlegenheit geriet nahm die Schwedin gar nicht direkt auf, schließlich rechnete sie auch nicht mit solch einer Reaktion. Sie machte sich kaum Gedanken darüber, was sie anhatte und wählte gerade beim Sport in erster Linie Kleidung, die möglichst bequem war - was manchmal auch hieß, dass sie lediglich in Hotpants und Sport-BH unterwegs war, besonders wenn es im Sommer sehr heiß war. Zwar bedeutete dies auch wiederum nicht, dass sie sich gar nicht um ihr Aussehen scherte, denn sie war sich natürlich bewusst, wie definiert ihr Körper durch den jahrelangen Sport war, doch würde sie damit weder angeben, noch sich absichtlich in Szene setzen, was man wohl auch daran erkennen konnte, dass sie bei ihrer Rückkehr aus der Dusche absolut gar nicht auf Freizügigkeit oder betonende Garderobe gesetzt hatte.

Ein warmes Lächeln breitete sich auf ihren Lippen aus, als Alistair nun erklärte, dass es doch das Mindeste war, ihr Frühstück zu kochen, wo sie ihm doch am vergangenen Abend das Leben gerettet hatte und anschließend winkte sie mit einer wegwerfenden Bewegung ab. „Also ich hab dich bestimmt nicht gerettet, weil ich mir dafür ein Frühstück erhofft habe.“, gab sie lachend zurück. „Wobei ich sonst eher nicht so ausgiebig frühstücke, also ist es eine ganz angenehme Abwechslung. Und die Omelettes sehen richtig lecker aus, danke.“ Jene Angenehme Abwechslung bezog sich ebenfalls auf ihre Gesellschaft, denn mit Ausnahme von Elion hatte Neela schon lange mit niemandem mehr zusammen gegessen - zumindest wenn man von ihren Arbeitskollegen in Schweden abgesehen hatte, wenn jene zufällig zur selben Zeit Pause gemacht hatten. Doch das hier war ja wirklich eine gänzlich andere Situation und während Neela ebenfalls einen Schluck von ihrem Orangensaft trank, glitten ihre Augen unwillkürlich etwas gründlicher über Alistairs Erscheinung. Die Schrammen in seinem Gesicht waren kaum noch sichtbar und ohne jene Zeichen der Schlägerei sah er wirklich gut aus. Er wirkte gepflegt, Elions Kleidung passte ihm als wäre es seine eigene und die Art und Weise wie er sie ansah und lächelte, wenn sie sprach, ließ ein warmes Gefühl in Neela aufsteigen, das sie nicht ganz zu benennen wusste.
Um sich davon abzulenken, hob sie sich eines der Omelettes auf ihren Teller und griff anschließend ebenfalls nach einer Scheibe Brot, während sie aufmerksam seiner Antwort lauschte. Es freute sie sehr, dass es ihm schon wieder so gut ging, doch bemerkte sie durchaus seine Wortwahl, bezüglich der Tatsache dass er sich heute nach Yorkshire begeben wollte. Also er alleine. Die Schwedin wusste nicht genau warum, doch ein sanfter Stich der Enttäuschung wurde von jenen Worten ausgelöst, denn irgendwie hätte sie ihn wirklich gerne begleitet. Andererseits wäre es wohl denkbar, dass er ihr nicht noch weiter zur Last fallen wollte und deshalb ihr gestrig gestelltes Angebot, mit ihm zu gehen, nicht wahrnehmen wollte. Oder hatte er gedacht, ihr wäre es damit nicht ernst gewesen?
Um ihn ihre Regung bezüglich seiner Entscheidung nicht sehen zu lassen, strich sie sich nun ein bisschen Butter aufs Brot und hielt ihren Blick gesenkt, während sie sprach: „Es freut mich sehr, dass es dir schon wieder so viel besser geht! Ich hoffe, du findest in Yorkshire was du suchst und falls... Falls du Unterstützung brauchst oder einfach nicht alleine gehen willst, mein gestriges Angebot steht noch.“, erinnerte sie ihn und warf ihm einen kurzen Blick und ein Lächeln zu, von dem sie hoffte, dass es ihre Worte möglichst beiläufig erschienen ließ. Immerhin wollte sie sich ihm auch nicht aufdrängen, wenn er sich lieber alleine auf die Suche nach seiner Erinnerung begeben wollte.

Die Gegenfrage, wie sie selbst geschlafen hatte, lenkte Neela glücklicherweise ein bisschen von dem Thema Yorkshire ab und sie überlegte kurz, wie ehrlich sie ihm antworten sollte, dass sie praktisch kein Auge zubekommen hatte. Sie wollte ihn nicht belügen, doch er sollte sich auch nicht schlecht fühlen. „Nein keine Sorge, du warst ganz unauffällig.“, erwiderte sie zuerst und zwinkerte ihm zu. „Ich muss gestehen, ich hab mir noch ein paar Gedanken gemacht, was es mit deinem Gedächtnisverlust auf sich hatte, deshalb hab ich nicht allzu viel geschlafen. Leider bin ich nicht wirklich auf eine Lösung gekommen, was da dahinter stecken könnte.“, beschloss sie schließlich, die Wahrheit etwas abzuschwächen und lächelte unbekümmert, ehe sie von ihrem Butterbrot abbiss. Als Alistair sich erkundigte, ob sie jeden Morgen Sport betrieb, sah Neela ihn zunächst etwas verblüfft an, ehe sie lachen musste und mit einer sanften Kopfbewegung eine blonde Haarsträhne aus ihrem Gesicht verbannte. „Ja, seit ich damas mit dem Tanzen angefangen habe. Ich könnte es mir gar nicht mehr ohne vorstellen, das hängt alles nur an der Routine.“ Dass sein Körper entgegen seiner Aussage eigentlich so aussah, als würde er regelmäßig trainieren, ließ sie in diesem Zusammenhang lieber unausgesprochen, schließlich wollte sie bestimmt nicht den Eindruck erwecken, als würde sie ihn anstarren.
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Casper King
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BeitragThema: Re: Confusion never stops, closing walls and ticking clocks.   So 1 Okt 2017 - 23:53

In Alistairs Leben gab es seit seinem Erinnerungsverlustes wahrlich nicht mehr vieles, worüber oder worauf er sich freuen könnte; umso zufriedener war er mit sich selbst, als Neela meinte, seine Omelettes würden richtig gut aussehen. Er selbst fand auch, dass sie ihm richtig gut gelungen waren, vor allem die, die er mit Kräuterfrischkäse gefüllt hatte, allerdings hatte er sich auch ziemlich bemüht, das Resultat so aussehen zu lassen. Dass er die ersten beiden misslungenen Omelettes hatte essen müssen, da diese so absolut nicht vorzeigbar gewesen wären, verschwieg er ihr an dieser Stelle.Sollte sie ruhig denken, dass er es richtig drauf hatte, Omelettes zu machen. Wenigstens eine Sache, die er konnte, wenn er schon so simple Sachen wie das Lesen verlernt hatte.
Er bemerkte natürlich nicht, dass es Neela etwas betrübte, dass er nicht erwähnte, sie mit nach Yorkshire zu nehmen. Tatsächlich fiel ihm ihr Angebot vom Vorabend erst jetzt wieder ein, da sie es wiederholte. Leicht legte er die Stirn in Falten, als er es sich noch einmal durch den Kopf gehen ließ. Sollte er sie wirklich mitnehmen? Er wusste nicht, was ihn in Yorkshire erwarten würde, und er hatte Angst vor unangenehmen Überraschungen. Was, wenn heraus kam, dass er ein gesuchter Verbrecher war? Sollten unangenehme Details über seine Person herauskommen, wäre es ihm lieber, wenn Neela nicht davon erführe. Sie war die einzige Person, die er hatte, und er wollte nicht riskieren, sie jetzt schon zu verlieren.
Er war sich nicht ganz sicher, ob er sie mitnehmen sollte, weshalb er nur unschlüssig den Kopf wiegte und zur Seite sah. Wohl sollte er sich das noch durch den Kopf gehen lassen.

Es beruhigte ihn, dass er sie nicht vom Schlafen abgehalten hatte, wenngleich es ihn wieder ein wenig beunruhigte, dass sie sich stattdessen mit Gedanken zu seinem Gedächtnisverlust wach gehalten hatte und dennoch zu keinem Ergebnis gekommen war. Er hatte gedacht, dass gerade eine Heilerin vielleicht wissen könnte, was für Prozesse in seinem Kopf derartige Schäden angerissen hatten, doch leider hatte er sich da geirrt. Vielleicht gab es dafür auch keine medizinische Erklärung und er hatte einfach nur unbeschreibliches Pech. Um sich selbst nicht anmerken zu lassen, wie sehr ihn diese Ungewissheit über sein Schicksal aufrieb, legte er sich ein halbes Omelette auf seine Brotscheibe und biss davon ab. Die Feststellung, dass seine Omelettes nicht nur gut aussahen, sondern auch noch ziemlich gut schmeckten, konnte seine Laune wieder etwas heben.
Tatsächlich bestätigte die hübsche Blonde die Vermutung des bärtigen Briten, dass sie jeden Morgen joggen ging, und dies löste sowohl Bewunderung als auch Unverständnis in ihm aus. Sie hatte eine traumhafte Figur, wie er vorhin mit Blick auf ihr Crop Top hatte feststellen dürfen, also bräuchte sie theoretisch gar keinen Sport. Doch diese Gedanken sprach er nicht aus, schließlich wollte er ihr damit nicht vor den Kopf stoßen. Sie schien sich aus Überzeugung sportlich zu betätigen, und mit Blick auf die Gesundheit war dies wohl auch sinnvoll. Tatsächlich übte sie mit diesen Eindrücken einen so starken Ausdruck auf den bärtigen Zauberer aus, dass er sich selbst vornahm, am nächsten Tag mitzukommen.

"Würdest du mich mal mitnehmen?", fragte er dann frei heraus, als er seinen mittlerweile dritten Bissen vom Brot heruntergeschluckt hatte. Da er erstaunlich große Stücke abbiss, war die Brotscheibe damit fast schon komplett vernichtet. "Ich mein, zum Sport. Ich glaub nich, dass ich darin gut bin, aber..." So wie sie aussah, machte regelmäßiger Sport schön. Nicht, dass er es anstrebte, schön zu sein, aber es konnte vielleicht nicht schaden, ein bisschen auf sich zu achten. Er war schließlich, wie er im Spiegel festgestellt hatte, nicht mehr der jüngste. Und vielleicht machte es ja einen guten Eindruck bei Neela, wenn er versuchte, mit ihr mitzuhalten... "... ich würd's gern ausprobieren. Bringt mich vielleicht auf andere Gedanken." Wieder nahm er einen Schluck vom Orangensaft. "Also, wenn du lieber alleine Sport machst, versteh ich das natürlich auch." Er hatte nicht einmal Sportkleidung, doch dieses Problem beleuchtete er an dieser Stelle nicht. Der Rest der Brotscheibe wurde in seinen Mund gesteckt, und erst, nachdem er aufgekaut und runtergeschluckt hatte, holte der das Thema Yorkshire zurück auf den Tisch.
"Meinste das eigentlich ernst, dass du mit nach Yorkshire willst? Ich hab echt keinen blassen Schimmer, was uns dort erwartet", kam es dann leiser über seine Lippen, wobei er sie unsicher ansah.
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Neela Vivia Lundin
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BeitragThema: Re: Confusion never stops, closing walls and ticking clocks.   Mo 2 Okt 2017 - 0:43

Die Enttäuschung wurde deutlicher, als Alistair zunächst nur wenig konkret seinen Kopf hin und herwiegte. Scheinbar wollte er sie tatsächlich nicht mitnehmen und war vielleicht nur zu höflich, um dies nicht direkt auszusprechen. Oder wollte sie nicht beleidigen, weil sie ihn gerettet hatte. So oder so, natürlich läge es Neela fern, ihm nun wie eine Klette nachzulaufen, schließlich kannten sie sich ja eigentlich überhaupt nicht und nur weil sie gestern zufällig über seinen bewusstlosen Körper gestoßen war und ihn gesund gepflegt hatte, hieß das doch noch lange nicht, dass sie nun irgendeine Verbindung teilten. Sie waren weder Freunde noch richtige Bekannte, wo Alistair doch von sich selbst überhaupt nichts preisgeben konnte und auch wenn die Schwedin ihm bereits etwas über sich selbst erzählt hatte und sie gemeinsam am Frühstückstisch saßen, waren die Umstände doch trotzdem ziemlich außergewöhnlich und somit könnte sie wohl auch nicht erwarten, dass er ihr einfach so soweit vertraute, sie an den einzigen Ort mitzunehmen, von welchem er sich einen Hinweis auf seine Erinnerungen versprach. Ja, wahrscheinlich sollte Neela sich mit dem Gedanken anfreunden, Alistair womöglich gar nicht wiederzusehen, sobald er nach Yorkshire aufgebrochen war. Natürlich wünschte sie ihm von Herzen, dass er etwas herausfand und vielleicht sogar seine Familie dort traf, doch die Vorstellung, diese Begegnung einfach mit dem heutigen Abschied als vollendetes Kapitel zu beenden, schmeckte irgendwie bitter. So wie der bärtige Mann sich ihr gegenüber bisher verhalten hatte, wäre er doch eigentlich jemand, den Neela gerne näher kennengelernt hätte und wenn sie ihm auch nur irgendwie helfen könnte, was sein Gedächtnis anbelangte, würde sie es ebenso gerne tun. Doch die Entscheidung lag bei ihm und da sie sein Schweigen als endgültiges Nein interpretierte, zwang sie sich zu einem Lächeln und versuchte innerlich, das Thema abzuhaken.

Die Blonde begann nun ebenfalls, ihr Omelette zu essen, was ihre Laune wieder etwas aufhellte, denn er schien sich wirklich Mühe damit gegeben zu haben. „Schmeckt wirklich klasse!“, sprach sie ihre Gedanken dazu auch gleich aus und schob sich einen Bissen Brot hinterher. Fast hätte sie sich damit jedoch verschluckt, als Alistair plötzlich wieder die Stimme erhob und sie fragte, ob sie ihn einmal zum Sport mitnehmen würde. Also wollte er sie trotzdem wiedersehen, auch wenn er alleine nach Yorkshire gehen würde? Sie wusste nicht warum, doch wieder wurde ihr bei dem Gedanken warm und in ihre eisblauen Augen legte sich ein sanfter Glanz, während sie einen Schluck Orangensaft trank und ihm anschließend fröhlich zunickte. „Aber klar doch! Ich glaube, dass du dich unterschätzt, du wirkst sportlicher, als du meinst. Ich bin zwar keine Expertin, aber wenn du darauf Lust hast, ich hab gern Gesellschaft dabei. Muss auch nicht unbedingt laufen sein, wir können auch zum Krafttraining wenn dir das lieber ist. Tanzen und Aerobic wird ja vermutlich nicht so deine Richtung sein, oder?“, plapperte sie drauf los, wohl in erster Linie um ihm klar zu machen, dass sie gerne mit ihm etwas unternehmen würde. Auch wenn sie es nicht direkt aussprach, doch wäre es ihr wohl ganz egal, ob Sport oder etwas anderes. Solange er nur nicht nach dem heutigen Tag einfach von der Bildfläche verschwand... Auch wenn es der Heilerin nach wie vor ein Rätsel war, warum ihr dies so wichtig war.
Gerade wollte sie sich wieder ihrem Omelette zuwenden, da kam Alistair plötzlich nochmals auf Yorkshire zu sprechen und mit vor Überraschung geweiteten Augen starrte Neela ihn zunächst für ein paar Sekunden an. Hatte er das gerade wirklich gefragt? Die Überlegung, dass er sich vielleicht auch einfach nur Sorgen machen könnte, was dort passieren würde und sich deshalb nicht sicher war, ob er sie mitnehmen sollte, keimte in der Schwedin hoch und eine leise Aufregung machte sich in ihr breit. „Ja, natürlich meine ich das ernst... Ich dachte mir, wenn du schon nicht weißt, was dich dort erwartet, wäre es vielleicht besser, wenn du nicht alleine gehst... Ich meine, im Bezug darauf was letzte Nacht passiert ist und naja, wer weiß...“ Gegen Ende wurde sie ein wenig leiser und merkte erneut, wie eine gewisse Verlegenheit in ihr aufstieg, schließlich war ein weiterer Grund, dass sie einfach für ihn da sein wollte, was sie sich jedoch so direkt nicht auszusprechen traute. Angesichts der Tatsache, dass sie ja eigentlich fremd zueinander waren.
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BeitragThema: Re: Confusion never stops, closing walls and ticking clocks.   Mo 2 Okt 2017 - 9:12

Aufmerksam beobachtete er ihre Reaktion auf seine ungewöhnliche Frage, nächstes Mal beim Sport mitmachen zu dürfen. Sie schien überrascht zu sein; so sehr, dass sie sich sogar an ihrem Brot verschluckte, doch dann legte sich dieser wunderschöne, sanfte Glanz in ihre hellen, blauen Augen, worauf sie dem bärtigen Zauberer mitteilte, dass dies kein Problem für sie sei. Mit einem leicht verlegenen Schmunzeln sah er dann an sich herunter, als sie meinte, er würde gar nicht so unsportlich aussehen, und auch, wenn er nicht mehr wusste, wie sich sein Körper so verändert hatte, musste er selbst zugeben, dass seine Jahre der Unsportlichkeit wohl schon lange vorbei waren.
Rau lachte er, als sie dann die Vermutung äußerte, dass Tanz und Aerobic wohl eher nichts für ihn wären, denn obwohl die Antwort darauf wohl eindeutig war, konnte er nicht anders, als es sich vorzustellen, wie Neela grazil wie eine Elfe durch die Gegend hopste und er, versuchend, mit ihr mitzuhalten, hinterherstolperte. Nein, tanzen konnte zwar ganz gut aussehen, doch dafür sollte im besten Falle der Tänzer selbst schon gut aussehen und sich einigermaßen bewegen können. Beides traf auf Alistair nicht zu, glaubte er.
"Naja, ich sag's mal so: Wenn du mir nich bald wieder gebrochene Rippen heilen müssen willst, solltest du nich versuchen, mir das Tanzen beizubringen. Ich glaue, das geht schief", gab er mit einem entwaffnenden Grinsen zu, wobei seine linke Hand kurz sein linkes Ohrläppchen rieb, da jenes kurz gekitzelt hatte, "Aber wenn du magst, kannst du mir ja gerne Mal zeigen, wie es aussieht, wenn man tanzen kann." Er wollte es an dieser Stelle nicht unbedingt betonen, aber er würde sie tatsächlich ganz gerne einmal tanzen sehen. Wahrscheinlich würde die schöne Schwedin ihn damit nicht davon überzeugen können, selbst in Strumpfhosen und steigen und Pirouetten zu drehen, aber er interessierte sich aufrichtig für die Leidenschaft der blonden Hexe und versuchte, ihr dieses Interesse irgendwie zu verdeutlichen. "Und können wir joggen und Kraftsport vielleicht irgendwie kombinieren? Ich frage mich, wo meine Grenzen liegen." Ja, je länger der dunkelblonde Brite darüber nachdachte, desto attraktiver klang die kleine Trainingseinheit für ihn. Vielleicht war er doch kein so großer Sportmuffel mehr wie vor 18 Jahren.

Die schwedische Schönheit hatte ihre Augen geweitet, als Alistair seine Frage bezüglich ihres Angebotes zu Yorkshire ausgesprochen hatte. Er wusste nicht ganz, wie er diese Reaktion deuten sollte, doch ihre nächsten Worten halfen ihm dabei, zumindest eine Ahnung davon zu haben, wieso sie ihn so ansah. Es schien so, als wollte Neela ihn nicht im Stich lassen. Nicht auf die anhängliche Art und Weise, sondern eher als Ausdruck der Besorgnis.
Eigentlich lag es Alistair fern, sie weiter in Besorgnis zu stürzen, und er wollte ihre Zeit nicht weiter in Anspruch nehmen nach allem, was sie schon für ihn getan hatte. Andererseits hatte sie ihn wirklich gut aufgefangen nach dem, was am Vorabend passiert war, und sie hätte es nicht verdient, einfach so aus seinem Leben gestrichen zu werden. Wahrscheinlich könnte er dies nicht einmal - dafür hatte sie zu viele bedeutende Eindrücke bei ihm hinterlassen.
"Du meinste's echt Ernst, was?" Das war eine Erkenntnis, die er so nicht erwartet hatte. Irgendwie war er davon ausgegangen, dass Neela nur hatte höflich sein wollen. Aber sie war wohl kein Mädchen für leere Versprechungen, wie es schien.
Ernst sah er sie an, nachdem sie mit deutlicher und doch unergründlicher Verlegenheit ihre Worte ausgesprochen hatte, und da er gerade kein Brot in der Hand hatte, nutzte er diese, um sie sanft und doch irgendwie ungewollt fest auf ihre zarte Hand, die neben ihrem Glas lag, zu legen. Eine Berührung, die aus einem Impuls heraus geschehen war, und er könnte nicht einmal erklären, wieso. Dennoch nahm er seine Hand nicht weg und wandte den Blick aus grünen Augen nicht ab, sondern verankerte ihn in ihren blauen.
"Ich wollte dich eigentlich nich da mit rein ziehen", begann er dann vorsichtig, "Du hast echt schon viel für mich getan und ich würde ungern mehr von dir verlangen. Andererseits hast du Recht. Gerade weil ich nich weiß, was auf mich zukommt, wäre es vielleicht gar nich so übel, die einzige Person, die ich momentan habe, bei mir zu wissen." Er bemerkte die merkwürdig emotionale Note in seiner Stimme und sie war ihm unangenehm, was ihn seine Hand von ihrer kälteren nehmen ließ, um sich ein neues Brot mit Butter zu beschmieren. Er wollte nicht schnulzig oder schwach klingen. Was sollte Neela denn bitte von ihm denken?! "Also, wenn's dir wirklich nix ausmacht, würd ich dich doch schon gern mitnehmen. Nach dem Frühstück würde ich direkt mit dir abstarten wollen."
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Neela Vivia Lundin
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BeitragThema: Re: Confusion never stops, closing walls and ticking clocks.   Fr 6 Okt 2017 - 17:44

Ein helles Lachen entfuhr nun auch ihren Lippen, als er unnötigerweise betonte, wie wenig er sich als Person fürs Ballett oder auch andere Tanzarten sah. Es war nicht so, dass Neela ihn diesbezüglich als untalentiert abstempeln wollte, schließlich wusste man so etwas ja erst, wenn man es mal versuchte, doch allein von der Optik her hatte sie doch eine gewisse Ahnung davon, wie Tänzer staturmäßig aussahen und auch wenn Alistair sich daran vielleicht nicht erinnern konnte, so wirkte er doch eher so, als hätte er sich in den vergangenen Jahren mit Krafttraining beschäftigt, was sich nur in sehr wenigen Fällen mit Tanzen überschnitt, da es hierfür mehr auf Athletik ankam. Doch das war ja auch keinesfalls negativ und als ihr Gegenüber dafür erwähnte, dass sie ihm ja vielleicht eine kleine Kostprobe von ihren Tanzkünsten geben könnte, zuckte sie lächelnd mit den Schultern und nickte ihm zu. „Klar, wenn du dich für so etwas interessierst.“ Für Neela war es keine große Sache, jemandem etwas vorzutanzen, denn sie wusste dass sie es durchaus in die Profiliga geschafft hätte, hätte sie sich nicht für die Ausbildung zur Heilerin entschieden. Und da sie trotzdem nie mit dem Training aufgehört hatte, weil es schlicht und einfach ihre Leidenschaft war, käme sie sich auch nicht komisch dabei vor, Alistair ihr Können zu demonstrieren. „Vielleicht lässt du dir ja dann zumindest den Walzer von mir beibringen.“, scherzte sie anschließend, auch wenn er wohl wahrscheinlich so bald nicht auf einem Fest zu Gast sein würde, bei welchem auf Standardtänze gesetzt wurde. Doch amüsant wäre es allemal, denn vielleicht schätzte Alistair sich ja tatächlich in Sachen Tanz untalentierter ein, als er war. Und zumindest irgendeine Schrittfolge zu beherrschen, wenn es einmal drauf ankam, war ja auch nicht verkehrt...
Nachdem Neela noch einen Schluck von ihrem Saft getrunken hatte, neigte sie ihren Kopf erneut zu einem Nicken, als das Thema der gemeinsamen Sporteinheit auf den Tisch kam. „Sicher können wir das, dann überlege ich mir ein besonders forderndes Programm für dich.“, antwortete sie und zwinkerte ihm vielsagend zu. Auch ihr gefiel die Idee, ihn zum Training mitzunehmen immer besser, schließlich war es nicht nur für sie unterhaltsam, bei ihrer Einheit Gesellschaft zu haben, sondern sie freute sich mehr darüber, mit Alistair zukünftig noch etwas unternehmen zu können, als sie sich selbst eingestehen wollte.

Die Schwedin hoffte, dass Alistair ihr Angebot, ihn nach Yorkshire zu begleiten, wirklich nicht als einen Versuch wahrnahm, sich ihm aufzudrängen, denn die Blonde wusste bis zu einem gewissen Punkt selbst nicht genau, weshalb es ihr so wichtig war. Irgendwie hatte sie das Gefühl, dass sie es vielleicht bereuen könnte, wenn sie ihn alleine gehen ließ oder dass ihm vielleicht irgendetwas zustoßen könnte und sie ihn nie wieder sah. Eigentlich waren diese Gedanken unberechtigt, denn sie war weder seine Freundin noch auf irgendeine andere Weise mit ihm Verbunden und wenn er sie nicht mitnehmen wollte, dann würde sie diese Entscheidung ohnehin respektieren müssen, doch ihr war wichtig, dass er wusste, wie ernst sie es meinte und dass er nicht alleine gehen musste, wenn er selbst Sorge hatte, was dort möglicherweise auf ihn warten könnte. „Nun - ja.“, beteuerte sie deshalb nochmals, als er es scheinbar immer noch nicht glauben konnte, dass sie ihm einfach so ihre Unterstützung anbot, und lächelte sanft. Dann streckte er plötzlich seine Hand aus und legte jene warm und sanft, aber doch mit einer festen Bestimmtheit auf ihre, was ihre eisblauen Augen verblüfft in seine grünen sehen ließ, während sich nun abermals ein rötlicher Hauch auf ihren Wangen ausbreitete. Aufmerksam lauschte sie dann seinen Worten und merkte gar nicht, wie sein Blick sie in den Bann zog, sodass sie fast schon versucht war, ihre Hand unter seiner zu drehen, um den Griff zu erwidern, doch gleichzeitig wagte sie es nicht, sich zu rühren. Er machte sich wohl tatsächlich Sorgen. Warum sonst hätte er sie da sonst nicht mithineinziehen wollen, wenn nicht aus Sorge? Diese Erkenntnis ließ Neelas Wangen noch etwas heißer werden und sie konnte im ersten Moment gar nichts anderes machen, als ihn nur etwas versunken anzusehen. Erst, als er geendet hatte, die Berührung ihrer Hände unterbrach und sich damit eine unangenehme Kälte vermischt mit einem Kribbeln auf ihrer ausbreitete, schaffte Neela es, ihren Blick von ihm abzuwenden und seine Worte zu realisieren. Ohne dass sie es beabsichtigte zog sie ihre Hand zurück und fuhr mit der anderen über die Stelle, die er berührt hatte, bevor seine folgenden Worte sie abermals aufsehen ließen und sogleich legte sich erneut ein Glanz in ihre Augen. „Wirklich?“, rutschte es ihr zuerst über die Lippen, ehe sie über sich selbst den Kopf schüttelte. „Also ich meine, natürlich macht es mir nichts aus! Ich werde dir auch bestimmt nicht im Weg sein, wenn wir deine Familie dort treffen, versprochen.“, fügte sie hinzu und strahlte ihn an, ehe sie sich ebenfalls wieder ihrem Frühstück widmete, auch um sich davon abzulenken, dass sich ihre Hand immer noch merkwürdig leer anfühlte.
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Casper King
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BeitragThema: Re: Confusion never stops, closing walls and ticking clocks.   Fr 6 Okt 2017 - 22:10

Zufrieden lächelnd nickte er, als sie meinte, sie könne ihm durchaus mal zeigen, was und wie sie so tanzte, und obwohl er nicht gedacht hätte, dass ihn so etwas interessieren könnte, freute er sich schon ein bisschen darauf. Dann entlockte die schöne Schwedin ihm ein unsicheres Lachen, als sie ihm indirekt anbot, ihm den Walzer beizubringen. Er glaubte, sich dunkel an diesen Standardtanz erinnern zu können, doch diese Erinnerung war so schwammig und ungenau, dass er dies lieber nicht aussprach, um Neela keine falschen Hoffnungen zu machen.
"Na gut", willigte er dann ein, worauf er sein Glas Orangensaft leerte. "Und auf das Trainingsprogramm bin ich ja mal gespannt. Hoffentlich wirst du mich nich nach der Hälfte vom Bordstein abkratzen müssen." Wobei der Gedanke sein Schmunzeln intensivierte, so war die Vorstellung, dass eine so zarte Elfe wie sie ihn mitten in irgendeinem Muggelpark ohne Magie vom Boden hoch hieven musste, doch überaus amüsant. Sicherlich würden ihr recht schnell irgendwelche Typen zur Hilfe eilen, da man ein Mädchen wie sie unmöglich in der Not alleine lassen könnte. Der Gedanke widerrum ließ das Schmunzeln verblassen. Nein, er sollte sich bemühen, nicht zusammen zu klappen. Er hatte ja immer noch die Hoffnung, eine bessere Kondition zu haben, als er von sich selbst glaubte.
Nachdem er ihr seine Sorgen mitgeteilt und seine Hand die ihre verlassen hatte, stellte er mit einem leichten Grinsen fest, dass die blonde Hexe mal wieder errötet war und einen ungewöhnlichen Glanz in den Augen trug. Es schien ihr wirklich viel zu bedeuten, ihn nach Yorkshire zu begleiten, und wenn sie sich dies wünschte, konnte er ihr diesen Wunsch wohl kaum ausschlagen. Es lag ihm fern, ihr irgendetwas zu verwehren, nachdem sie ihm so selbstlos geholfen hatte. Und mit ihr an seiner Seite fühlte er sich ohnehin irgendwie sicherer.
"Oh, ich vermute, dass sie's sogar erfreulich finden werden, mich in Begleitung einer hübschen Frau zu sehen", grinste er dann frech, als er von seinem neu beschmierten Butterbrot abbiss. Und als wäre der Gipfel der unverschämten Direktheit noch nicht erreicht, setzte er natürlich noch einen drauf. "Wirst ganz schön oft rot. Aber sieht niedlich aus." Aber vielleicht verstand sie ihn auch nicht, da er hinter vorgehaltener Hand und mit vollem Mund sprach.


Mit einem 'Plopp' tauchten die beiden dann vor einem riesigen Grundstück auf, welches sich am Rande einer dünn besiedelten Wohngegend befand. Sanfte Hugel und bestellte Felder waren in der Ferne erkennbar, doch direkt vor ihnen erstreckte sich ein riesiges Grundstück mit Cottage, welches für diejenigen, die nicht von dessen Existenz wussten, wie ein verlassenes und ziemlich vernachlässigstes Häuschen aussah, doch Alistair erkannte das Haus, in welchem er aufgewachsen war. Seine Augen glänzten leicht, als er es erblickte, während ihm gleichzeitig mehrere Erinnerungen aus der Kindheit in den Kopf schossen. Er konnte sich an seine Eltern erinnern und an die Spiele, die er mit Cailin gespielt hatte.
"Hier ist es. Das ist mein Zuhause", kam es leise über seine spröden Lippen, wobei er auf das Anwesen deutete.
Der Garten war nicht mehr so gut gepflegt wie damals, aber die alte Schaukel stand noch, wie er durch die Gitterstäbe des Eingangstores erkennen konnte. Das Grundstück selbst war durch eine Mauer abgegrenzt, über welche man weder gucken noch ohne Verletzungen klettern könnte, doch das war auch nicht nötig, da das Gittertor offen war, wie Alistair feststellte, als er leicht dagegen drückte. Es quietschte leise, ließ sich aber ganz leicht öffnen. Neela ließ er natürlich zuerst eintreten.
"Willkommen im Prince Manor", feixte er dann wieder grinsend, worauf er hinter ihr das Grundstück ebenfalls betrat und neben ihr schließlich zu der massiven Haustür ging. Das Schild trug noch immer seinen Familiennamen, weshalb er die Hoffnung hatte, dass seine Familie tatsächlich noch hier lebte.
"Oh man, ich bin irgendwie aufgeregt", gab Alistair dann zu, "Obwohl ich meine Familie ja kenne. Aber wer weiß, was sie sagen. Vielleicht sind wir ja im Streit auseinander gegangen..." Er hatte einen Klos im Hals und bekam schwitzige Hände. Unsicher sah er dann kurz zu Neela, seinem Anker, welche in dieser Situation sicherlich die gefasstere von beiden war. "Dann woll'n wir mal...", krächzte der raue Bärtige also heiser, worauf er den Klingelknopf betätigte und gespannt zur Tür sah. Er hatte das Bedürfnis, Neelas Hand zu ergreifen, doch soweit kam er nicht, da sich auch schon die Tür öffnete. Und als er den Mann sah, der im Türrahmen stand, und diesen absolut keiner Erinnerung zuordnen konnte, blieb ihm jedes Wort im Hals stecken. Seine Lippen bewegten sich, doch kein Laut verließ seine Lippen.
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Nathaniel Jones
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BeitragThema: Re: Confusion never stops, closing walls and ticking clocks.   Fr 6 Okt 2017 - 23:59

Die Kellerräume von Prince Manor ähnelten mittlerweile einer abstrusen Mischung aus einem Büro, eine Bibliothek und einem Labor. Nathaniel hatte sich im unterirdischen Teil des Hauses mehr und mehr ausgebreitet, um seine Teil der gemeinsamen Mission erfüllen zu können. Er selbst konnte sich in der Öffentlichkeit nicht zeigen. Zu groß war das Risiko, dass ihn jemand erkennen könnte. Offiziell galt er als verstorben und das war ein Irrglaube, welchen er nur ungern zerstören würde. Denn je lebendiger er für die Außenwelt wurde, umso wahrscheinlicher wurde sein wirkliches Ableben und das war ein Umstand, welcher in ihm nun wirklich keine Sehnsucht verursachte. So ergab sich eine klare Aufteilung. Cailin war für alles zuständig, was sich vor der Haustür abspielte. Nathaniel hingegen nutzte seine Fähigkeiten, um die Fäden zu ziehen und die Außenwelt auf seine Weise zu beeinflussen und auszuspionieren. Außerdem gehörte jede Form theoretischer Arbeit zu seinen Aufgaben. So war er in letzter Zeit vor allem mit der Studie jener Lektüre beschäftigt, welche Cailins Cousin Severus Snape, leider unvollständig, hinterlassen hatte.
Doch an diesem Vormittag, welchen Cailin mal wieder außerhalb des Unterschlupfes verbrachte, widmete sich Nathaniel einer persönlichen Angelegenheit. Der Waise hatte einen Teil seiner Zeit der Ahnenforschung verschrieben. In ihm war die Hoffnung erwachsen, dass sich dort draußen noch irgendwo die Eltern der Jones-Zwillinge befinden könnten. Seine Nachforschungen hatten ihn auf ein Ehepaar mit dem Namen Jones stoßen lassen, welches zudem im Jahr 1979 Zwillinge bekommen haben. Die Chancen standen gut, dass es sich um die Eltern der Waisen handelte. Doch die Spuren des Ehepaares verschwamm nach und vor den Jahren um 1979. Allerdings war der Zauberkünstler durch einen glücklichen Zufall auf ein Griechisches Paar gestoßen, welches in der Vergangenheit für viel Aufsehen in Griechenland gesorgt hatte. Erst kleinere Diebstähle, dann ein großer Bankraub und dann kein Lebenszeichen mehr. Ob dieses Lebenszeichen ausblieb, weil Anastasia und Ioannis Nikolaidis fortan ein Leben als Theodora und Gabriel Jones geführt hatte, war bisher nur eine Spekulation, welche es zu beweisen galt. Doch an diesem Tag sollte Nathaniel diesem Plan nicht folgen können. Denn die Türklingel ertönte und versetzte ihn in Anspannung.

Eine Türklingel war an sich nicht, was den Zauberkünstler in Unruhe versetzte, aber die Tatsache, dass Cailin einen Schlüssel besaß und das verzauberte Haus nur gefunden werden konnte, wenn man seine Position kannte, stellte in gewisser Weise ein Problem dar. Nathaniel war überzeugt gewesen, dass nur Cailin und er selbst Prince Manor kannten und somit auch finden konnten. Ein Besucher war also höchst unwahrscheinlich und ein schlecht einzuschätzender Faktor für den Trankmeister.
Nathaniel Spione, die Raben, kreisten über dem Anwesen und zeigten ihm Bilder der Besucher. Ein Mann, dem er körperlich unterlegen war und eine Frau, welcher er höchstwahrscheinlich im magischen Duell unterlegen war. Sollte es sich dabei also um Todesser handeln, hatte er kaum eine Chance. Würde die Tür verschlossen bleiben, würden sie sich auf andere Weise Zugang verschaffen. Der Zauberkünstler wollte das Ganze auf seine Weise angehen. Mit Kopf und Verstand.
Eilig zog er eine Phiole aus einem der Regale und öffnete einen Koffer, aus welchem er schnell und dennoch sorgfältig eine von vielen Haarsträhnen auswählte. Die Haare wurden in der Phiole gelöst und der Trank wurde getrunken. Eine Effekt ließ nicht lange auf sich warten.
Der eigentlich dunkelhaarige Zwilling betrachtete im Spiegel einen blonden Mann mittleren Alters. Das Gesicht des Mannes wurde von einer ordentliche Frisur und einem gepflegten Bart umfasst und unterschied sich in diesen Eigenschaften nicht so sehr von Nathaniels wirklichem Gesicht. Allerdings blickte ihn das fremde Gesicht aus braunen Augen an und der Körper wirkte insgesamt deutlich muskulöser als der ehemalige Professor selbst es jemals war.

Mit neuem Gesicht und in seiner Alltagskleidung, welche aus einem Hemd und einer Jeans bestand, öffnete er schließlich die Tür von Prince Manor. "Wie kann ich Ihnen helfen?", gab er sich unwissend und betrachtete das ungleiche Paar freundlich, aber fragend.
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Neela Vivia Lundin
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BeitragThema: Re: Confusion never stops, closing walls and ticking clocks.   Sa 7 Okt 2017 - 18:36

Lachend hatte Neela auf Alistairs Worte ihr Glas gehoben, um mit ihm auf die abgemachte Trainingseinheit und darauf, dass sie ihm den Walzerschritt beibringen durfte, anzustoßen und somit die Sache „offiziell“ zu machen. Sie bedauerte es fast ein bisschen, dass sie ihn vielleicht nie getroffen hätte, wenn er nicht mit seinen fehlenden Erinnerungen zu kämpfen hätte, denn bevor sie sich dem Training oder Tanzen widmen konnten, wartete schließlich noch eine Mission auf sie. Natürlich freute sich Neela außerordentlich, dass sie ihn nach Yorkshire begleiten durfte, doch selbstredend durfte dabei nicht vergessen werden, dass sie dort eventuell auch auf etwaige Überraschungen treffen könnten und in erster Linie ging es nicht um den leicht egoistischen Gedanken der Schwedin, noch etwas Zeit mit Alistair verbringen zu dürfen, sondern darum, dass sie ihm ihre Unterstützung angeboten hatte und dies würde sie auch genauso gewissenhaft einhalten, wie sie ihm in der vergangenen Nacht das Leben gerettet hatte. Sein Kompliment, bezüglich der Überlegung, wie seine Familie die weibliche Begleitung an seiner Seite finden könnte, traf die Blonde dann natürlich unerwartet und so war es kein Wunder, dass sich erneut eine deutliche Verlegenheit auf ihr Gesicht schlich. Und damit nicht genug, sprach er die oftmalige Verfärbung ihrer Wangen auch noch im nächsten Moment aus, was die Sache ja nun wirklich nicht gerade besser machte. Denn dies bedeutete, dass es ihm im jetzigen Augenblick nicht zum ersten Mal aufgefallen war und auch die Bemerkung, dass sie dabei niedlich aussah, half der Schwedin nicht dabei, cool zu bleiben. „Ähm - wie?... Pff da spielt dir das Licht wohl einen Streich.“ Es war ein äußerst schwacher Konter, den sie mit noch weniger überzeugender Empörung von sich gab, doch etwas anderes fiel ihr beim besten Willen nicht ein, weshalb sie hilflos ihre unbenutzte Serviette zusammenknüllte und Alistair ins Gesicht warf. Daraufhin entfuhr ihr aber auch schon das nächste Lächeln und so verging das restliche Frühstück in recht heiterer Atmosphäre.

Schließlich machten sich die Beiden nach Yorkshire auf und sowie sie vor dem riesigen Grundstück erschienen, warf Neela einen unsicheren Blick zu Alistair, denn das Cottage, welches vor ihnen lag, sah baufällig und unbewohnt aus, als stünde es schon seit Jahren leer. Zudem strahlte es eine gewisse Unheimlichkeit aus, die wohl jeden davon abhalten würde, die „Ruine“ näher unter die Lupe zu nehmen. Die Schwedin wollte ihren Begleiter schon fragen, ob er sich wirklich sicher war, hier richtig zu sein, doch er kam ihr zuvor und erklärte bereits, dass dies sein zu Hause war. Der Ausdruck seiner Augen wirkte dabei, als würde vor ihm ein gänzlich anderes Haus liegen, als Neela es sah, doch um ihn nicht zu beunruhigen lächelte sie sanft und unterdrückte den kühlen Schauer, der ihr durch das Quietschen des Tores über den Rücken gejagt wurde, während sie durch jenes trat und gemeinsam mit Alistair auf die Haustüre zuging, die für Neela aussah, als wäre sie bereits im Türrahmen festgeklemmt. Doch ihre Gedanken über die Schäbigkeit des Cottage wurden beiseite gefegt, als Alistair gestand, ein wenig nervös zu sein und prompt legte sie eine Hand auf seinem Arm und drückte jenen sanft. „Es wird schon gut gehen, keine Angst.“, sprach sie aufmunternd und nickte ihm anschließend zu, als er seinen Finger auf die Klingel drückte. Ein paar quälende Sekunden vergingen, welche Neela fast schon darin bestätigten, dass in dieser Ruine doch wohl kaum noch jemand wohnen konnte, doch dann öffnete sich plötzlich die Türe und ein blonder Mann mittleren Alters stand vor ihnen. Die Überraschung, dass ihnen tatsächlich jemand geöffnet hatte wurde prompt von Verwunderung überaschattet, dass der Fremde Alistair scheinbar nicht zu erkennen schien. Lebte seine Familie etwa doch nicht mehr hier?
Die eisblauen Augen der Schwedin wanderten hoch zu Alistairs Gesicht, welches etwas an Farbe verloren hatte und scheinbar wie erstarrt schien. Also erkannte er den Mann auch nicht... Vielleicht war er ja ein Freund der Familie? Oder wusste eventuell wohin sie gegangen waren? Als die Stille nach der Frage des Blonden schon zu lange dauerte, gab sich Neela einen Ruck und erhob an Alistairs Stelle ihre Stimme: „Verzeihen Sie die Störung. Wir - wir sind auf der Suche nach Mitgliedern der Familie Prince, die früher einmal hier gelebt haben. Ist es möglich, dass Sie sie kennen?“, fragte sie so höflich, wie es ihr einfiel und setzte ein freundliches Lächeln auf, während sie ihr Gegenüber ein wenig musterte. Sie konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, wie dieser in diesem verfallenen Steinhaus leben konnte, doch vielleicht bestand ja doch die Hoffnung, dass er ihnen weiterhelfen konnte.
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Casper King
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BeitragThema: Re: Confusion never stops, closing walls and ticking clocks.   So 8 Okt 2017 - 1:35

Das Licht hatte ihm natürlich keinen Streich gespielt. Alistair mochte sich mit Emotionen wie Verlegenheit vielleicht nicht gut auskennen, aber er erkannte Röte, wenn sie auf den Wangen einer schönen Frau auftauchte. Am Abend zuvor war er sich aufgrund der schlechten Lichtverhältnisse nicht ganz sicher gewesen, doch nun hier beim Morgenlicht am Frühstückstisch gab es nichts, das ihm diesen Eindruck erschweren könnte. Und die Röte auf ihren Wangen hatte sich sogar noch etwas intensiviert nach seiner unverschämt direkten Äußerung, auf welche sie mit dem Wurf einer Serviette in sein Gesicht reagiert hatte. Ein warmes Lachen war seiner Kehle darauf entsprungen und er hoffte, dass dies nicht das letzte mal war, dass er ihren Wangen diese verräterische Färbung verlieh.

In Yorkshire war die Stimmung hingegen schon weniger locker. Die Ungewissheit um sein eigenes Schicksal machte Alistair fast wahnsinnig, schließlich konnte in den folgenden Minuten alles, was er glaubte zu wissen, eine komplett neue Bedeutung bekommen. Vor der Haustür gingen ihm tausend mögliche Szenarien durch den Kopf. Fast zwanzig Jahre waren vergangen seit dem letzten Zeitpunkt, an den er sich erinnern konnte, wobei dieser auch keine konkrete Szene war, sondern viel mehr einfach nur ein grober Zeitrahmen. Er hatte sich selbst als jungen Erwachsenen in Erinnerung; als jemanden, dem die ganze Welt noch offen stand. Und dieses vage Bild wurde konkreter, als er das Anwesen erblickte, in welchem er groß geworden war. Alistair Prince war ein junger Zauberer, der gerne mal aneckte und in seiner Familie als der "Chaot" galt; der Rohdiamant, der noch geschliffen werden musste. Er erinnerte sich plötzlich an seine Ausbildung im Ministerium, an die Diskussionen mit seinen Eltern, dass er für Büroarbeit nicht gemacht sei. Und doch vermisste er seine Eltern, und vor Allem seine Schwester, Cailin. Dann überkam ihn seine Ängste...
Was, wenn seine Familie nicht mehr hier lebte? Was, wenn er und seine Eltern im Streit auseinander gegangen waren und sie nichts mehr von ihm wissen wollten? Auch, wenn er sich nicht immer gut mit ihnen verstanden hatte, bereitete ihm der Gedanke Bauchschmerzen, denn sie gehörten zu den wenigen Personen, an die sich Alistair noch erinnern konnte. Neela konnte nicht ewig sein einziger Anker bleiben; er konnte nicht ewig an ihrem Rockzipfel hängen, auch wenn es ihm gar nicht so schlecht gefallen würde, eben dies zu tun, schließlich war sie ihm ziemlich sympathisch. Aber sie hatte ihm eben nur das Leben gerettet, nachdem er sein altes Leben verloren hatte. Eben dieses galt es, irgendwie zurück zu holen, doch was würde danach passieren? Die hübsche Schwedin könnte er unmöglich einfach so aus seinem Gedächtnis verbannen. Aber vielleicht musste er das auch gar nicht. Sie hatte ihm am Frühstückstisch schließlich eine Trainingseinheit versprochen, und dieses Versprechen nahm er ziemlich ernst.

All seine Sorgen bezüglich seiner Familie lösten sich jedoch auf, als ein Mann, den er keiner Erinnerung zuordnen konnte, erblickte. Er war blond und mittleren Alters und wirkte nicht so, als hätte er Alistair jemals in seinem Leben gesehen. Und dies beruhte auf Gegenseitigkeit. Diesen Mann in seinem Elternhaus zu treffen raubte dem rauen Briten die Stimme, sodass es ihm nicht möglich war, auf dessen Frage zu antworten. Glücklicherweise kümmerte sich Neela darum, erste Fragen zu beantworten.
Die grünen Augen Alistairs huschten schnell zwischen Neela und dem Mann hin und her, worauf er schnell schluckte und sich unsicher an der Schläfe kratzte. Dies war das Haus seiner Eltern; dieser Mann gehörte also vielleicht zu der Familie. Vielleicht konnte er sich nur nicht an ihn erinnern. Es waren viele Jahre seit seiner letzten Erinnerung vergangen, also war er vielleicht - und dieser Gedanke ließ eine leichte Übelkeit in dem bärtigen Zauberer aufsteigen - sogar Cailins Freund oder (und dies würde ihn sowohl zum Lachen als auch zum Weinen bringen) ihr Verlobter oder Ehemann. Doch diese Verbindung war dann doch zu abwegig. Der Kerl im Türrahmen war ein Lappen. Seine Eltern hätten es doch verhindert, dass Cailin mit so einem nach Hause kommt ... oder? Nach einem kurzen, strengen Räuspern, fand Alistair endlich seine Stimme wieder.
"Ich -- äh...", begann er unsicher, wodurch er deutlich weniger bedrohlich wirkte, als er es üblicherweise tat, "... Mein Name ist Alistair Prince und ... ich weiß, das klingt jetzt eigenartig, aber diese junge Lady hier" - er deutete auf Neela - "hat mich gestern Nacht in London ohnmächtig aufgegabelt, seitdem kann ich mich an die letzten 20 Jahre meines Lebens nicht mehr erinnern. Ich weiß aber noch, dass meine Familie hier lebte. Dem Türschild nach zu urteilen tut sie dies immer noch..." Seine Stimme klang heiser, kratzig, und immer wieder musste er sich räuspern, doch es wurde nicht besser. "Ähhh... wohnt Cailin Princce zufällig noch hier?" Hoffnungsvoll blickte er in die dunklen Augen seines Gegenübers, auch wenn der bloße Gedanke, dass dieser Waschlappen mit seiner Schwester in einem Haus wohnte, ihn ziemlich nervte. Doch er war nun einmal seine letzte Hoffnung.
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Nathaniel Jones
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BeitragThema: Re: Confusion never stops, closing walls and ticking clocks.   So 8 Okt 2017 - 20:40

Der männliche Besucher schien durch Nathaniels Auftreten regelrecht verwirrt, wohingegen die Dame sich besser im Griff zu haben schien. Sie wirkten nicht so, als wären sie gekommen, um Schaden anzurichten. Die Worte der beiden brachten mehr Licht ins Dunkel. Sie suchten die Familie Prince. Genauer Cailin höchstpersönlich. Das war nicht alles, denn der Herr stellte sich als Alistair Prince vor. In welchem Verhältnis er zu Cailin stand, blieb aber noch verborgen. Das Ganze konnte natürlich eine gut durchdachte Falle sein, aber das Detail, dass die beiden das Haus gefunden hatten, stattete sie mit einer gewissen Glaubwürdigkeit aus. Nathaniel glaubte dem Mann, dass er Alistair Prince war. Dass Cailin nichts von einem Bruder oder Cousin erzählte war ebenfalls nicht merkwürdig, sondern passte zu ihr und sorgte somit nicht für Misstrauen bei Nathaniel.
Die Tür wurde nun weit geöffnete und Nathaniel ergriff mit einer einladenden Geste das Wort: "Mein Name ist Gabriel Wotan. Wollen Sie nicht eintreten? Wir können das vermutlich besser vor dem Kamin besprechen." Ein warmes Lächeln unterstrich seine Worte und er trat zur Seite, um den Weg in das Anwesen frei zu geben. Die Gäste wurden in den Wohnraum geführt, wobei Nathaniel bewusst am Ende der kleinen Gruppe ging, um zu überprüfen, ob der angebliche Mister Prince den Weg zu jenem Raum kannte. Das war offensichtlich der Fall, denn er setzte den Weg recht zielstrebig zurück. "Wollen Sie etwas trinken?", erkundigte sich der erblondete Zauberer schließlich, nachdem er den Gästen einen Sitzplatz angeboten hatte. Die Wünsche wurden erfüllt, sofern denn welche bestanden, bevor Nathaniel sich ebenfalls in einem Sessel niederließ. Er wollte den Mann nicht länger warten lassen. Offensichtlich hatte er sein Gedächtnis verloren und war ob dieses Umstandes auf der Suche nach Orientierung.
"Ich bin ein Freund von Cailin. Wie stehen Sie zu ihr? Sie hat Sie mir gegenüber nie erwähnt." Nathaniel wusste, dass die blonde Hexe dem dunkeln Orden entfliehen wollte und es war nicht auszuschließen, dass der tätowierte Zauberer irgendwo ein dunkles Mal an seinem Körper trug. Mit Geschwistern auf finsteren Pfaden kannte der Zauberkünstler sich schließlich aus. Möglicherweise trug er sogar dieses Mal und wusste davon gar nichts. Es wäre fatal ihm Informationen anzuvertrauen, die zu einer großen Gefahr werden würde, wenn er wieder begann sich zu erinnern. Es wäre vielleicht sogar klüger, wenn es zuvor gelänge die Erinnerungen zurück zu holen. Doch dafür musste Mister Prince ihm vertrauen und dazu hatte dieser keinen Grund. "Ich verfüge über einen kleinen Vorrat besonderer Zaubertränke. Es handelt sich um mein berufliches Fachgebiet und es gibt durchaus Mittel, welche in der Lage sind Erinnerungen zurück zu bringen. Ob Sie dieses Angebot annehmen wollen, obliegt natürlich Ihnen."
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Casper King
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BeitragThema: Re: Confusion never stops, closing walls and ticking clocks.   So 8 Okt 2017 - 21:44

Wotan?? Dieser Name kam Alistair überhaupt nicht bekannt vor, und noch einmal blickte er auf das Türschild, von welchem er erst jetzt reaiisierte, dass er es lesen konnte, doch dort stand nichts von einem zugezogenen Wotan. Aber moment - Er konnte wieder lesen! Wirklich freuen konnte er sich allerdings nicht, denn er begriff nicht, womit seine wiederkehrenden Erinnerungen und Fähigkeiten zu tun hatten. Die leise Vermutung, dass es mit dem bekannten Ort aus seiner Vergangenheit zu tun hatte, machte sich in seinem Hinterkopf breit, doch egal, wie viele Erinnerungen zu ihm zurückkehrten; in keiner tauchte ein Gabriel Wotan auf.
"Ja, dankeschön", brummelte Casper worauf er Neela zuerst eintreten ließ und dann direkt folgte. Im Inneren des Hauses bewegte er sich langsam und fast unbewusst zur Stube, in welcher der Kamin stand, während seine Augen diese bekannten Räumlichkeiten inspizierten. Die Einrichtung, die Aufteilung der Räume, ja, sogar der Geruch - alles konnte er Erinnerungen zuordnen. Dies war sein Zuhause, daran bestanden keine Zweifel.
"Ich kann irgendwie wieder lesen...", flüsterte er auf dem Weg zu der Sitzgruppe am Kamin Neela zu, worauf er sie ratlos und mit hochzuckenden Schultern ansah, da er sich dieses Phänomen selbst nicht erklären konnte. Aber es war überaus erfreulich und könnte nachher vielleicht mit einer gemeinsamen Lesestunde zelebriert werden. Zu allererst wollte er aber die Worte, die auf seinen Körper tätowiert waren, lesen, sobald er die Möglichkeit hatte.

Dieses Haus hier war zwar - so glaubte er - rechtmäßig seines, sollten seine Eltern nicht mehr leben, doch er sah mal davon ab, sich hier auszuziehen, um seine Tattoos zu begutachten. Ohnehin war der blonde Fremde mit seinem Wissen ebenfalls eine Hilfe, wenn er denn kooperativ zeigte. Bisher tat er dies jedenfalls, denn er hatte Alistair und Neela nicht einfach weggeschickt, sondern ins Haus eingeladen. Und nunn bot er ihnen auch noch etwas zu trinken an.
"Nein danke...", kam es kratzig über Alistairs spröde Lippen, obwohl sich seine Kehle trocken anfühlte und es gewiss ganz gut getan hätte, diese ein wenig zu befeuchten. Ihm war jedoch nicht danach, Getränke von einem Fremden anzunehmen. Er wusste schließlich noch nicht, was dieser Mann im Haus seiner Eltern zu schaffen hatte.
Auch widerstrebte es dem bärtigen Zauberer, sich zu setzen. Er zog es vor, zu stehen, und verschränkte die Arme vor der Brust, während er den blonden Mann skeptisch musterte. Dann bekam dieser Blick jedoch einen traurigen Ausdruck und Alistair musste hörbar schlucken, als es hieß, Cailin hätte seinen Namen vor diesem "Freund" nie erwähnt.
"Hat sie nicht? Scheiße...", fluchte er leise, worauf er sich mit einer Hand über das Gesicht wischte. Es schockte ihn irgendwie, dass dieser angebliche Freund seiner geliebten Schwester nicht einmal von dessen Bruder wusste. Waren sie etwa im Streit auseinander gegangen? War er für sie gestorben, weshalb sie nicht mehr über ihn sprach? Er hatte bis vorhin nur positive Assoziationen zu Cailin gehabt, nun jedoch hatte man ihm einen Stich ins Herz versetzt. "Das tut irgendwie weh", murmelte er dann mit geschlossenen Augen, während er sich mit Daumen und Zeigefinger über eben diese rieb. Er musste nicht weinen, hoffte aber, dass sich diese Szene als Albtraum herausstellte, wenn er die Augen wieder öffnete. "Ich bin ihr Bruder." Damit ließ er die Hand sinken. Die Augen wurden geöffnet und ihm kam eine Idee, wie er es beweisen könnte, wie er zu Cailin stand. "Warten Sie hier." Damit ging er mit schweren Schritten in den Flur mit der Treppe, wo ein paar eingestaubte, magische Familienfotos hingen. Eines zeigte Alistair im Alter von 18 Jahren vor dem Brunnen im Ministerium neben seinem Vater. Es war der erste Tag seiner Ausbildung gewesen, und nun, da er sein junges selbst sah, wie es gequält in die Kamera lächelte, weil sein Dad ihm immer wieder den Ellenbogen in die Seite stupste, konnte er sich selbst auch ganz gut an sein Leben als Ministeriumsangestellter erinnern. Wie er diesen Job gehasst hatte. Schon vom ersten Tag an hatte er Pläne geschmiedet, wie er dieser grässlichen Schreibtischfolter entkommen könnte.

Mit dieser magischen Fotografie kam Alistair zurück in die Stube, worauf er das Foto aus dem Rahmen befreite und die Rückseite betrachtete. Alistairs erster Tag im Ministerium, 1. September 1996. Dann gab er es dem blonden Zauberer.
"Was Ihr Angebot betrifft... ich habe kein gutes Gefühl dabei, Tränke von fremden Zauberern anzunehmen, zumal ich ja nicht einmal sicher weiß, ob sie wirklich etwas mit meiner Schwester zu tun haben oder dies nur behaupten, weil sie glauben, dass ich es dann weniger suspekt finde, dass ein Fremder im Haus meiner Eltern abhängt", kam es dann kühler von ihm, worauf er die Arme wieder vor der Brust veschränkte. Ja, irgendwas an diesem Mann kam ihm sehr spanisch war, und er konnte diese Zweifel nicht für sich behalten. Unbewusst stellte er sich schützend zwischen den Fremden und Neela, während er ihn noch immer streng ansah. "Wo sind meine Eltern überhaupt, Gabriel? Und wo steckt Cailin?"
Eigentlich wäre das Angebot mit dem Trank für ihn nicht uninteressant gewesen, doch er vertraute dem Blonden nicht blind und hoffte lieber, dass seine Erinnerungen von selbst zurückkehren würden, je länger er sich mit seiner eigenen Vergangenheit auseinander setzte. Blitzartig tauchten immer wieder Augenblicke seines alten Lebens auf, und einer davon führte ihn sogar zu einer ganz besonderen Stelle hier im Haus.
"Hätten Sie was dagegen, wenn wir uns ein wenig umsehen? Es gibt da etwas, das ich aus meinem alten Zimmer holen müsste." Und er hoffte, dass es noch immer da war.
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Neela Vivia Lundin
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BeitragThema: Re: Confusion never stops, closing walls and ticking clocks.   Mo 9 Okt 2017 - 0:59

Ihr Anfang des Gesprächs schien Alistair aus seiner irritierten Starre über den Fremden in seinem vermeintlichen Haus zu lösen und während er nun kurz erzählte, was ihm in der vergangenen Nacht wiederfahren war, nickte Neela, um jene Geschichte zu bekräftigen. Der Fremde, welcher sich im nächsten Augenblick als Gabriel Wotan vorstellte, sagte zunächst nicht viel zu jener Erzählung, sondern bot die Beiden ins Haus und nachdem die Heilerin ihrem Begleiter nochmals flüchtig zugenickt hatte, folgten sie beide jenem Angebot. Als wüsste er ganz genau, wo er hingehen musste, lenkte Alistair seine Schritte in eine bestimmte Richtung und wenig später betraten sie einen Raum, in welchem tatsächlich ein großer Kamin stand. Neelas eisblaue Augen wanderten überrascht umher, denn von außen betrachtet hatte das Haus wahrlich nicht so ausgesehen, als könne man im Inneren tatsächlich normal wohnen. Doch dann kam ihr in den Sinn, dass dafür möglicherweise auch ein Zauber verantwortlich sein könnte, aber warum sollte jemand dafür sorgen wollen, dass Alistairs Heimat wie eine unbewohnte Ruine aussah? Seine geflüsterten Worte, dass er plötzlich wieder lesen konnte, durchbrachen ihre Gedanken und instinktiv griff sie nach seiner Hand, um jene sanft zu drücken, während sich ein freudiges Lächeln auf ihre Lippen schlich. Es war ein gutes Zeichen, dass diese Fähigkeit wieder zu ihm zurück gekehrt war und vielleicht lag es ja an der früheren Heimat, sodass sich noch mehr versteckte Erinnerungen langsam an die Oberfläche kämpfen würden.
Auch Neela schüttelte mit einem Lächeln den Kopf, als Gabriel ihnen etwas zu trinken anbot und entschied sich ebenso dafür, im Stehen weiter zu sprechen. Möglicherweise wäre es klüger, dem Mann nicht gleich zu vertrauen, wo sie doch nicht wissen konnten, was hier in den letzten Jahren passiert war, an welche Alistair sich nicht mehr erinnern konnte. Aufmerksam lauschte die Schwedin der Unterredung der beiden Männer und biss sich unwillkürlich auf die Unterlippe, als Gabriel ihnen erklärte, dass Alistairs Schwester diesen nie erwähnt haben sollte. Mitfühlend warf sie ihm einen Blick zu, als er sich als Cailins Bruder enttarnte und folgte ihm mit den Augen, sowie er für einen Augenblick zurück in den Flur lief und kurz darauf mit einem Foto in den Händen zurück kam. Neela erhaschte einen kurzen Blick darauf und erkannte den jungen Mann, welcher dort zu sehen war, als einen halb so alten Alistair, auf dessen Lippen das Lächeln mehr gestellt als freudig wirkte. Sie ertappte sich dabei, wie ihr auffiel, dass er schon damals sehr gut ausgesehen hatte, doch schob jenen Gedanken gleich beiseite, als Alistair das Foto schließlich an Gabriel weiterreichte. Dessen Angebot der Zaubertränke, welche möglicherweise bei der Wiedererlangung seines Gedächtnisses von Nutzen sein könnten, wurde ausgeschlagen und Neela hätte sich nicht anders entschieden. Es wäre immerhin ein leichtes, den Tränken irgendetwas beizumischen und da nach wie vor nicht gänzlich geklärt war, ob Alistairs Gedächtnisverlust ein Unfall oder vielleicht doch von den Angreifern geplant gewesen war, tat er gut daran, kein Risiko einzugehen. Zumal es für diesen Mr. Wotan doch ein Leichtes wäre einfach zu behaupten, er wäre ein Freund Cailins, ohne dass es der Wahrheit entsprach.

Als hätte er dasselbe gedacht, stellte Alistair nun ein paar direkte Fragen an ihr Gegenüber und während Neela aufmerksam auf eine Antwort darauf lauschte, drehte sie sich ein wenig herum, um sich das Zimmer etwas genauer anzusehen. Zwar hatte die Schwedin normalerweise eine recht große Klappe, doch in diesem Augenblick befand sie es für besser, sich erst einmal nicht einzumischen. Nach dem ersten Schock schien Alistair die Sache ganz gut im Griff zu haben und solange Gabriel sich nicht unkooperativ zeigte, wollte sie sich nicht zu sehr in den Mittelpunkt drängen. Die blauen Augen bemerkten eine kleine Kommode am anderen Ende des Raums, auf welcher so etwas wie eine Zeitschrift lag. Von der Neugierde gepackt, ging die Blonde auf das Möbelstück zu und wartete gar nicht darauf, ob Gabriel ihnen überhaupt erlaubte, sich hier genauer umzusehen, ehe sie die Zeitung in die Hände nahm. Aufgeschlagen war ein Artikel aus dem Jahre 1998. Als die große Schlacht um Hogwarts getobt hatte. Ohne zu wissen, wonach sie suchte, überflog sie die Zeilen des vergilbten Textes und plötzlich stach es ihr ins Auge: Familie Prince... Der junge Alistair und seine Eltern... als Todesser entlarvt und verstorben... Ohne es verhindern zu können klappte Neela die Kinnlade runter und ein erschrockener Laut entfuhr ihr. „Ach du...“, rutschte es ihr auf schwedisch über die Lippen, während jegliche Farbe aus ihrem Gesicht wich und ihre geweiteten Augen gebannt auf die Zeitung starrten. Todesser... verstorben... Sie konnte nicht benennen, was der größere Schock war. Dass Alistair vermeintlich tot war oder..?
Mit einem Mal lief es der blonden Heilerin eiskalt über den Rücken und mit Gliedern so schwer wie Blei drehte sie sich langsam zu den Männern um. Das Gesicht weiß und mit einer Mischung aus Furcht und Unverständnis starrte sie Alistair an, während die Gedanken um das eben Gelesene rasten. Konnte das tatsächlich die Wahrheit sein?
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Nathaniel Jones
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BeitragThema: Re: Confusion never stops, closing walls and ticking clocks.   Mi 11 Okt 2017 - 20:31

Es schien naheliegend, dass in den vergangenen Jahren, nämlich exakt in denen, welche dem muskulösen Besucher fehlten, etwas vorgefallen sein musste, was Cailin davon abgehalten hatte ihren Bruder zu erwähnen. Vor diesem Vorfall, schienen die Geschwister sich jedoch gut verstanden zu haben. Zumindest ließ Mister Prince ' Reaktion dies vermuten. Ein unzertrennliches Geschwisterpaar, welches aus irgendeinem Grund verschiedene Wege gegangen war und sich scheinbar aus den Augen verloren, vielleicht sogar zerstritten hatte. Eine Geschichte, welche dem ehemaligen Professor nicht gänzlich unbekannt war. Über die genaueren Umstände im Falle Prince, könnte ihm aber nur Cailin Aufschluss geben, weshalb weitere Spekulationen nur wenig zielführend waren.
Schweigend nahm er das Foto von Cailins Bruder entgegen und war sich sicher, dass zwischen dem rauen Herren und dem jungen Mann auf dem Bild genug Ähnlichkeit bestand, damit es sich um ein und die selbe Person handelte. Nathaniel ging daher zunächst davon aus, dass keine Gefahr bestand, legte seine Vorsicht aber dennoch nicht ab. "In Ordnung", bestätigte er mit einem Nicken.
Wie erwartet, war dieser nicht bereit den Trank anzunehmen. Ein Angebot, welches Nathaniel vermutlich ebenfalls abgelehnt hätte, aber einen Versuch war es dennoch wert gewesen. "Sie brauchen sich dafür nicht rechtfertigen. Mein Angebot hat Bestand, wenn Sie es sich anders überlegen sollten." Alistairs Begleiterin beobachtete die Situation schweigend, weshalb die Aufmerksamkeit der erblondeten Zauberers kaum auf ihr lag. Nur hin und wieder widmete er ihr einen Blick. Das Wort wurde jedoch wieder an Alistair gerichtet, welcher seine verlorenen Jahre zu erfragen versuchte: "Cailin ist unterwegs. Sie wird bald zurückkehren. Über Ihre Eltern sollen Sie mit ihr sprechen." Familie war zwar schon ein Thema von gemeinsamen Gesprächen gewesen, es kam jedoch nur wenige Informationen über die Familie der Prince-Erbin ans Licht. Zu sehr hatten sie sich in diesem Gesprächen auf die Eltern der Jones-Zwillinge fokussiert und die Suche nach diesen geplant.
Ein weiterer Blick zu der blonden Hexe ließ Nathaniel den veränderten Ausdruck auf ihrem Gesicht bemerken. In Ihrer Hand erkannte er ein altes Stück Papier. Alistairs Anliegen ließ den Zauberkünstler jedoch zunächst über seine Beobachtung schweigen. "Ich kann Ihnen wohl kaum den Zugriff auf Ihren Besitz verwehren. Erlauben Sie mir nur, dass ich Ihnen folge."
Als der bärtige Zauberer sich bereits abgewandt hatte, erleichterte Nathaniel die jüngere Hexe um das Papier, welches sich als Zeitungsartikel herausstellte. Schnell überflog er die Zeilen und erkannte schnell, was die Farbe aus dem Gesicht der Schwedin vertrieben hatte. Um dem angeblich verstorbenen Todesser ein wenig Abstand aufbauen zu lassen, ließ sich Nathaniel Zeit dabei, das Bild des jungen Alistairs wieder an seinen Platz zu hängen. Erst dann wendete er sich mit gedämpfter Stimme an die schockierte Hexe: "Im Keller steht ein hölzerner Schrank. Darin werde Sie Phiolen finden. Alles beschriftet und alphabetisch geordnet. Bringen Sie mir bitte Veritaserum und reichen es dann oben unter der Tür durch." Es war keine Bitte, sondern eine Anweisung. Wenn dieser Mann gefährlich war, dann galt es nun zu reagieren. Es mussten einige Fragen beantwortet werden, um die Situation einschätzen zu können und dafür musste der angebliche Todesser unter Druck gesetzt werden. Nathaniel stieg die Treppe hinauf, die Alistair zuvor genommen hatte und schaute noch einmal zurück zu der Skandinavierin: "Nur Veritaserum. Fassen Sie nichts anderes an!" Nicht alle Tränke in Nathaniel Vorrat waren ungefährlich und Neugier war eine höchst ärgerliche Todesursache, welche er der jungen Frau ersparen wollte.
Cailins Bruder fand der ehemalige Professor in einem Zimmer wieder, welches er selbst noch nie betreten hatte. Er vermutete das alte Zimmer des ziemlich lebendigen Toten. Kurzerhand verschloss Nathaniel die Tür und zog mit seinem Zauberstab ein Runenmuster in das Holz. Fast entspannt begab er sich zum Fenster und wiederholte seinen Zauber dort. "Mister Prince. Der Raum ist versiegelt und lassen Sie sich bitte gesagt sein, dass mein Tod nichts daran ändern würde. Ich habe uns eingeschlossen und nur ich kann uns wieder freilassen." Entspannt setzte Nathaniel sich auf einen alten Stuhl, welcher in einer Ecke des Zimmers stand. "Der Tagesprophet hielt Sie einst für einen Todesser und für einen Verstorbenen noch dazu. Ich möchte Ihnen ein paar Fragen stellen und ich möchte von Ihnen Antworten erhalten, während Sie unter dem Einfluss von Veritaserum stehen." Jenes sollte schon bald den Weg in den Raum gefunden haben. Die Schwedin selbst würde Nathaniel nicht ins Zimmer lassen. Lediglich die Phiole konnte die Versieglung durchbrechen. Eine reine Vorsichtsmaßnahme. Sollte es sich bei Alistair Prince wirklich um einen Todesser handeln, wollte er ihm nicht de Möglichkeit geben, um seine Freilassung im Austausch gegen das Leben der Hexe zu erpressen. "Ich weiß, dass Ihnen Cailin am Herzen liegt. Ihre Enttäusch war echt. Ich bin hier, um Ihre Schwester zu schützen. Lassen Sie sich auch meine Fragen ein. Für Cailin."
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Casper King
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BeitragThema: Re: Confusion never stops, closing walls and ticking clocks.   Do 12 Okt 2017 - 21:41

Cailin war unterwegs, oder zumindest behauptete dieser Fremde dies. Ob er überhaupt eine Ahnung hatte, wo die blonde Hexe war, zweifelte Alistair an, doch diese Zweifel äußerte er nicht. Stattdessen nutzte er die Gelegenheit, um seinem Bedürfnis, sich in seinem alten Zimmer umzusehen, nachzukommen. Dass Neela ihm dabei geschockt und ein wenig verängstigt hinterher sah, bekam er nicht mit.
"Lassen Sie die Pfoten von der Kleinen, oder Sie lernen mich kennen", knurrte Alistair noch rau im Vorbeigehen zu dem angeblichen Mister Wotan, worauf er auch schon die Treppe hoch marschierte und hoffte, dass Neela ihm einfach folgen würde. Dies tat sie jedoch nicht.
Sein Zimmer war genau so, wie er es in Erinnerung hatte. Jemand hatte das Bett gemacht und eine Staubschicht lag auf allem, bezeugte somit, dass seit Jahren nichts in diesem Raum bewegt worden war. Und der bärtige Zauberer wusste nun wahrlich nicht, ob ihn das beruhigen und beunruhigen sollte, schließlich war es zwar gut, dass niemand an seinen Sachen gewesen war, doch das bedeutete auch, dass dieses Haus wohl nicht mehr sein Zuhause war. Gut, angesichts der Tatsache, dass er wohl schon in der Mitte der Dreißiger war, sollte ihn dies nicht wundern, doch er wüsste dennoch gern, wo er wohnte, wenn nicht mehr im Elternhaus. Er konnte schließiich nicht ewig bei Neela bleiben - irgendwann würde sich ihr Kumpel einschalten und ihn sicherlich rausschmeißen.
Im Türrahmen stehend hielt der raue Brite die Luft an, um zu lauschen, ob im Erdgeschoss irgendetwas Merkwürdiges vorging. Er konnte es sich zwar nicht erklären, wieso, schließlich könnte er Neela ohne Zauberstab unmöglich beschützen, doch es war ihm höchst unangenehm, sie allein mit diesem Fremden zu lassen. Sie war ihm allerdings auch nicht nach oben gefolgt, weshalb sie ihre eigenen Kräfte als stark genug einschätzen musste, um allein mit diesem blonden Blender fertig zu werden. Alistair würde dennoch auf Geräusche achten, die ihm verraten würden, wenn irgendetwas nicht stimmte.

Die grünen Augen sahen sich rasch und grob im vertrauten Zimmer um, wanderten über die dunkel lackierten Holzmöbel, das große, mit dunkelgrauen Bezügen bezogene Bett, den alten, stehen gebliebenen Wecker auf dem Nachttisch. Kurz setzte er sich auf das Bett, wo ihm der Geruch von altem Staub in die Nase stieg. Hier hatte offensichtlich schon sehr lange niemand mehr gelegen. Aber es war angenehm, auf diesem Bett zu sitzen, welches zumindest in seiner Erinnerung sein letztes eigenes Bett gewesen war. Allein durch diese Verbindung kehrten Erinnerungen an Abende zurück, an denen er mit Cailin in diesem Bett gesessen hatte, weil sie nicht hatte einschlafen können. Auf einmal erinnerte er sich an Geschichten, die er ihr dann erzählt hatte, bis sie irgendwann die Augen hatte schließen können.
Es waren unbeschwerte Momente gewesen. Momente, in denen er sich von den Dingen, die er nicht verstand, losgelöst hatte. Ja, die Erinnerung an eine tiefgreifende Unzufriedenheit kehrte zurück in den Kopf des Zauberers, und dann fiel ihm ein, wieso er es so eilig gehabt hatte, in sein altes Zimmer zu kommen. Er erinnerte sich nämlich an sein Ventil. An seine Art, mit dieser Unzufriedenheit fertig zu werden.

Die Kommode wurde leicht von der Wand abgerückt, worauf er zwei lose Holzdielen vom Boden abnahm und zur Seite stellte. Zielbewusst griff er in das dadurch entstandene Loch in einen Hohlraum, um eine hölzerne Kiste herauszuholen. Sie war schwarz lackiert und nur spärlich verziert, jedoch mit einem Schloss versehen - und dieses Schloss war abgeschlossen. Wo der Schlüssel war, wusste Alistair allerdings auch plötzlich wieder. Mit dem Holzkasten unter dem linken Arm ging er zur Fensterbank, wo er seine freie Hand drunter durch gleiten ließ. Bei einer Erhebung blieb die Hand dann stehen, worauf er die Fingernägel unter den kleinen, metallenen Gegenstand hebelte und diesen dann samt Klebestreifen von der Unterseite der Fensterbank entfernte. Der bärtige Zauberer war fasziniert davon, was ihm alles so schnell wieder eingefallen war, doch er glaubte, noch mehr Erinnerungen in dieser Kiste zu finden. Was genau ihn dort erwartete, wusste er nicht mehr, so schwirrten die Erinnerungen daran nur lose und schemenhaft in seinem Kopf herum. Konkreter wurden sie erst, als er wieder auf dem Bett saß und sie mit dem Schlüssel öffnete.
Ein Etui mit Schnitzwerkzeug und kleine, handgeschnitzte Holzfiguren, manche von ihnen unfertig, lagen in dieser Schatulle, außerdem fand Alistair unter diesen Erzeugnissen und Werkzeugen seines heimlichen Hobbies Pergamente, welche sich bei näherer Betrachtung als Briefe herausstellten. Neugierig nahm er einen von diesen und ließ seine Augen über die geschwungene Handschrift gleiten, für dessen Entzifferung er unerwartet lange brauchte. Da ihm das dann irgendwann aber zu anstrengend wurde, suchte er nach Nomen, da diese ihm am aussagekräftigsten erschienen. Und schon bald stieß er auf einige interessante Wörter.
Familie. Verlobung. Stolz. Todesser. Du-weißt-schon-wer. Macht. Vorsicht.
Als nächstes glitt der Blick zu dem Datum. 21. Februar 1998. Dann sah er zum Ende des Briefes, wo die Absenderin mit ihrem Vornamen unterschrieben hatte. Wilma.
Er schloss die Augen und dachte fiebernd nach. Dies sollte doch eigentlich der Augenblick sein, in welchem ihm einfiel, wer diese Wilma war, oder? Bei näherer Betrachtung des Briefes realisierte er, dass wohl die Absicht bestanden hatte, sie im Zuge einer arrangierten Ehe zur Frau zu nehmen, doch sie äußerte Zweifel und Sorgen und Alistair selbst konnte nicht ganz glauben, dass er dem zugestimmt hatte. Erinnern konnte er sich an die Frau aber beim besten Willen nicht...
Was ihn dann schlucken ließ waren die dunklen Geheimnisse über sein Leben, an welche er lieber nicht hätte erinnert werden wollen. Ja, er hat Beziehungen zu Todessern unterhalten und war selbst ein Anhänger des dunklen Lords. Er erinnerte sich daran, doch als er seinen linken Unterarm betrachtete, konnte er das Mal dort nicht mehr sehen. Nur noch Narben, welche von einem flächigen Tattoo abgedeckt waren. Hatte er sich etwa von Voldemort abgewandt? Aber wie hatte er das überlebt? Je länger er darüber nachdachte, wie mächtig dieser Zauberer gewesen war, desto unheimlicher kam ihm diese Situation vor. Er zweifelte fast schon an seinen Erinnerungen an diese Zeit, in welcher er und seine Familie gewissen Idealen gefolgt waren, an welche er den Glauben schon zu Beginn seiner Ausbildung verloren hatte.

Schwer schluckte er, da dies alles für ihn nicht zueinander passte, doch seine Gedanken wurden bald schon von Mister Wotan gestört, als dieser das Zimmer Alistairs betrat. Er ließ den Brief auf das Bett sinken und stand entschlossen auf, auf seinem Gesicht lag ein verärgerter Gesichtsausdruck, welcher jedoch sofort zu Verwunderung übersprang, als der Fremde die Tür hinter sich versiegelte und kryptische Sätze von sich gab.
"Was zum - hey!", brummelte der unbewaffnete Hüne ratlos, wobei er reflexartig die Hände als Zeichen des guten Willens hob. Innerlich ärgerte er sich jedoch darüber, dass er nicht auf seinen Instinkt gehört hatte, denn offensichtlich stimmte etwas mit diesem Kerl nicht. Wotan griff Alistair allerdings nicht an sondern setzte sich entspannt auf einen Stuhl, was Alistair schließlich dazu brachte, die Hände wieder sinken zu lassen. "Verstorben?!", wiederholte er ungläubig, wobei sich seine tiefe Stimme überschlug. Dass er ein Todesser war, oder zumindest gewesen war, hatte er vor wenigen Sekunden auch herausgefunden, doch dass er tot war, das war ihm neu. Würde allerdings auch den alten Staub in seinem Zimmer erklären.
Die Aufforderung Gabriels ließ den Blick des Prince-Erben allerdings ziemlich düster werden. "Veritaserum? Jetzt aber mal halblang, Freundchen....", knurrte der Bärtige leicht aggressiv, ohne dem anderen jedoch näher zu kommen. Dann erwähnte er auch noch Cailin und gab vor, sie schützen zu wollen, was ihn zusätzlich auf die Palme brachte. Am liebsten hätte er dem Blonden eine Faust ins Gesicht gerammt, doch er erkannte zum Glück noch rechtzeitig, dass dies falsche Signale senden würde. Er musste sich zusammen reißen, denn er stand ohnehin schon in keinem guten Licht da. Vor allem vor Neela...

... Als ihm dies bewusst wurde, veränderte sich sein Gesichtsausdruck erneut. Besorgt, fast schon hilflos sah er den Blonden an. Wenn Neela von seinem alten Leben erfuhr, wollte sie gewiss nichts mehr mit ihm zu tun haben, und dies würde ihm den Boden unter den Füßen wegreißen. Sie war die einzige Person, die er bisher hatte. Die einzige, der er vertraute. Sein Anker. Doch nach dieser Erkenntnis würde sie ihm wohl nie wieder vertrauen können. Sie würde ihn meiden, nein, verachten.
"Haben Sie... ich meine, weiß sie davon?" Er deutete mit dem Kinn leicht zur Tür, damit der andere wusste, dass er damit die junge Dame meinte, welche in seiner Begleitung gewesen war. "Ich weiß nich, was Sie hier für'n abgekatertes Spiel spielen, aber wenn sie mich jetz' vergiften und Neela danach irgendwas antun, werd ich Sie als Geist heimsuchen und Ihnen Ihr Leben persönlich zur Hölle machen." Der Tonfall des rauen Briten war kühler, fast schon bedrohlich geworden, doch er näherte sich dem anderen noch immer keinen Zentimeter. "Lassen Sie Neela da raus. Das is meine schmutzige Wäsche und die muss ich alleine waschen. Sie hat damit nichts zu tun. Sie wusste nich - ich wusste nich mal - wer oder was ich bin. Ich weiß es jetz' wieder und muss zugeben... is' schon 'ne harte Nummer, was?" Er lachte selbstironisch, doch in diesem Lachen lag klar erkennbar eine bittere Note. Nein, die ganze Situation sah wirklich nicht gut für ihn aus, aber es gab nur einen Weg, herauszufinden, ob er gefährlich war oder nicht - und dies im letzteren Falle zu belegen - und zwar, indem er sich dem Interview des Fremden aussetzte. Er musste seinen guten Willen beweisen, denn er glaubte, seine Weste durch Ehrlichkeit rein waschen zu können, doch was bei dieser Ehrlichkeit an unschönen Details herauskommen könnte, bereitete ihm dann doch irgendwie Bauchschmerzen.
"Nun gut, dann her damit. Bringen wir's hinter uns", grummelte er schließlich kapitulierend, worauf er sich auf das Experiment des Fremden einließ. Blieb nur zu hoffen, dass dies nicht das letzte sein würde, was er tat.
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Neela Vivia Lundin
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BeitragThema: Re: Confusion never stops, closing walls and ticking clocks.   Do 12 Okt 2017 - 23:58

Es war, als würde sich unter ihren Füßen ein schwarzes Loch auftun, das sie in die Tiefe stürzen ließ. Als würde man ihr einen Eimer eiskaltes Wasser über den Kopf leeren. Ihr Körper schien gelähmt und in ihrem Kopf drehten sich die Worte, die sie eben in jenem Artikel gelesen hatte, der lose in ihrer Hand lag. Natürlich war es kein Geheimnis gewesen, dass sie nichts über Alistair wissen konnte, wo er doch nicht einmal viel über sich sagen hatte können, doch mit einem Mal wurde ihr bewusst, dass sie tatsächlich keine Ahnung hatte, was er für ein Mann war. Sie kam sich naiv und dumm vor, dass sie sich erlaubt hatte, Sympathie für einen völlig Fremden zu entwickeln, dass sie ihm erlaubt hatte, auf Elions Couch zu nächtigen, ohne dass sie gewusst hatte, ob er nicht möglicherweise gefährlich sein könnte. Andererseits, wie gefährlich konnte man sein, wenn man seine Vergangenheit vergessen hatte, doch gleichzeitig bewies ihr doch nichts, dass er wirklich ehrlich zu ihr gewesen war. Sie hatte nichts als sein Wort, dass das was sie über ihn erfahren hatte auch wirklich die Wahrheit war. Dass er auch wirklich alles vergessen hatte. Es wäre schließlich ein Leichtes für ihn gewesen, ihre Gutmütigkeit auszunutzen...

Neela konnte ihre Erschütterung darüber, dass Alistair ein Todesser sein sollte, weder verschleiern, noch überwinden. Viel zu präsent rief ihr Gehirn ihr sein warmes Lächeln und die Art, wie er ihre Hand berührt hatte, ins Gedächtnis. Wie war das nur möglich? Sie bemerkte es kaum, als Gabriel ihr plötzlich die Zeitung aus der Hand nahm und erst, als er sie nun plötzlich in anweisendem Tonfall ansprach, erwachte sie aus ihrer Starre und sah den Blonden an. Sie verstand natürlich, was er zu ihr sagte, doch ihr Kopf wollte es nicht wahrhaben. „Was haben Sie...“, war alles, was ihre verspätete Reaktion beinhaltete, doch Mr. Wotan war Alistair bereits ins obere Stockwerk gefolgt. Hin- und hergerissen stand Neela für einen Augenblick regungslos im nun leer gewordenen Raum, ehe sie sich schweren Herzens umwandte und den Abgang zum Keller suchte. Trotz ihrer aufgewühlten Zerstreutheit fand sie jenen rasch und öffnete mit zitternden Händen den Schrank, wo sie die Phiolen vorfand. Es waren viele und manche waren mit Namen beschriftet, die sie noch nie gelesen hatte. Sich immer hilfloser fühlend konnte sie nichts anderes tun, als Gabriels Anweisung Folge zu leisten und mit dem Veritaserum in der Hand lief sie die Treppen wieder nach oben und verlangsamte ihren Schritt, als sie im oberen Stock ankam. Alistairs Stimme drang dumpf durch eine der verschlossenen Türen und tief durchatmend kam Neela vor jener zum Stehen. Sie glaubte, ihren Namen von der anderen Seite zu hören, doch ein Teil von ihr wollte gar nicht wissen, was er sagte. Ja, sie war darauf vorbereitet gewesen, dass ihnen möglicherweise unangenehme Entdeckungen bevorstanden. Doch nicht so etwas... Nicht, dass dieser Mann, den sie bereits nach einer Nacht so lieb gewonnen hatte in seinem früheren Leben ein Monster gewesen war...

Schließlich ging sie langsam in die Knie und rollte die Phiole unter der Tür durch. Sie versuchte gar nicht erst, die Türe zu öffnen, denn eigentlich wollte sie bei dieser „Befragung“, die Alistair nun wohl bevorstand nicht dabei sein. Sie hatte plötzlich solche Angst davor, was er möglicherweise sagen könnte, dass sie gleich nachdem das Fläschchen unter der Türe verschwand, aufstand und wieder nach unten lief. Alles wirkte plötzlich so unheimlich. Das Haus, Gabriel Wotan, die Tatsache, dass hier einmal Todesser gelebt hatten. Neela fühlte sich eingeengt und bekam Alistairs lächelndes Gesicht nicht aus dem Kopf. Gleichzeitig suchte sie in den vergangenen Stunden nach Anzeichen, die ihr eventuell seine magische Zugehörigkeit verraten hätten, doch hätte sich das Dunkle Mal auf seinem Arm befunden, wäre es ihr doch aufgefallen oder nicht? Sie wusste es nicht, konnte sich nicht einmal daran erinnern, ob ihr an seinen vielen Tattoos irgendwas aufgefallen wäre und während sie alleine mitten im Kaminzimmer stand und nicht wusste, was über ihr passierte, wollte sie am Liebsten nur noch weg von hier.
Ihr ganzer Körper begann zu zittern und sie schlang die Arme um sich, während sie sich wiederum nicht einen Millimeter bewegen konnte. Sie lauschte, ob sie irgendwelche Geräusche von oben vernahm und gleichzeitig hoffte sie, dass sie nichts hörte. Wie eine Ewigkeit - zumindest kam es ihr so vor - stand sie einfach wie erstarrt da, während das Zimmer sie in all seiner plötzlich aufgekommenen Unheimlichkeit gefangen nahm.
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Nathaniel Jones
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BeitragThema: Re: Confusion never stops, closing walls and ticking clocks.   Fr 13 Okt 2017 - 22:09

Nathaniel kannte den angeblichen Alistair Prince nicht gut genug, um seine Ehrlichkeit anhand seiner Worte einschätzen zu können. Er wirkte tatsächlich überrascht und seine Intention sagte dem Zaubertrankmeister, dass der andere Mann tatsächlich sein Gedächtnis verloren hatte - vollkommen unabhängig von dem was er vor diesem Verlust gewesen war. Doch möglicherweise handelte es sich auch nur um einen guten Schauspieler. Möglicherweise war sogar die Schwedin eine gute Schauspielerin, welche gemeinsam mit ihrem Partner einen gut durchdachten Plan verfolgte. Doch so viel Können auf Nathaniels Fachgebiet, wollte er den beiden einfach nicht zutrauen. Alleine, weil er in diesem Fall ohnehin keine Chance hätte. Sein Verhalten richtete sich also nur nach den Optionen der Realität, welche Nathaniels Überleben beinhalteten. Andere Optionen mit einzubeziehen wäre verschwendete Mühe. So ließ er jene Worte unkommentiert, welche entweder wirkliche Verwirrung, oder gut gekonntes Schauspiel waren. Lediglich eine Antwort stand dem anderen zu: "Sie hat den Artikel gelesen. Sie teilt also vermutlich meine Sorge und meinen Verdacht."
Eine Phiole rollte unter der Tür durch und Nathaniel erhob sich in aller Ruhe, um diese aufzuheben und dem anderen Mann zu überreichen. Dieser hatte bereits zugestimmt den Trank zu sich zu nehmen und dabei eine Bitte an Nathaniel gerichtet. Dieser wusste natürlich nicht, dass die Hexe bereits das Stockwerk gewechselt hatte, weshalb er der Tür eine weitere Rune hinzufügte. "Was in diesem Raum gesprochen wird, bleibt unter uns. Sollte sich herausstellen, dass Sie eine Gefahr für Ihre Begleiterin darstellen, sehe ich mich aber gezwungen sie zu warnen. Sollte ich Sie für ungefährlich halten, werde ich ihr aber auch Entwarnung geben." Er ließ sich wieder auf dem Stuhl nieder und deutete auf einen weiteren: "Nehmen Sie doch Platz. Ich habe nicht die Intention Ihnen zu Schaden, Mister Prince. Ich will lediglich Cailin, ihre Begleiterin und natürlich auch mich selbst in Sicherheit wissen. Seien Sie also versichert, dass ich Ihnen nichts entlocken werde, was nicht diesem Zweck dient. Sie können sich ebenso sicher sein, dass ich Sie nicht vergiften werde. Sonst steht Ihrem Geist natürlich jede Form der Rache offen"
Das waren die letzten Worte des ehemaligen Professors, bevor der andere die Phiole geleert hatte. Erst dann erhob Nathaniel erneut seine Stimme, um die wichtigsten Informationen möglichst präzise zu erfragen. "Sind Sie Alistiar Prince, der Bruder von Cailin Prince?" Es galt zunächst die Identität des Mannes zu klären. Denn an Nathaniel selbst sah man, dass es nicht schwer war, sich eine andere Identität zuzulegen. "Haben Sie Ihr Gedächtnis verloren und kennen Sie Ihre Begleiterin, weil diese Ihnen zur Hilfe kam?" Eine Frage, welche eine Inkonsequenz bezüglich des Beschlusses, die tödlichen Optionen auszuschließen, darstellte, aber dennoch nicht zurückgehalten werden konnte.
"Sind oder waren Sie je ein Todesser?" Eine naheliegende Frage, welche viel über die Gesinnung des fremden Mannes verraten sollte. "Wissen Sie, warum der Tagesprophet Sie für verstorben hält?" Es gab gute Gründe, um den eigenen Tod vorzutäuschen. Das musste der ehemalige Professor wissen, denn schließlich galt auch er offiziell als verstorben. Ob der angebliche Mister Prince eine ähnliche Geschichte zu erzählen hatte?
"Was hat sie heute in dieses Haus geführt? Was hegen Sie für Absichten in Bezug auf Ihre Schwester?" Cailins Sicherheit galt es zu Bewahren. Die Hexe hatte viel aufs Spiel gesetzt, um einen neuen Weg einzuschlagen und an Nathaniels Seite nach einer Lösung für den Schwur der Todesser zu suchen. Sie sollte diese Entscheidungen nicht bereuen.
Dann gab es nur noch eine letzte Frage zu stellen. Die Antwort sollte Nathaniels Urteil über den Mann maßgeblich beeinflussen. "Sie haben in den vergangenen Stunden einige Dinge über sich erfahren, die die Amnesie Ihnen geraubt hat. Außerdem wissen Sie vieles aus Ihrer Vergangenheit. Dennoch erlaubt Ihnen die Amnesie einen gewissen Abstand zu sich selbst. Sie erlaubt es Ihnen, sich selbst als jemanden zu betrachten, den Sie nicht zur Gänze kennen. Stellen Sie sich vor, Sie würden an meiner Stelle sein. Würden Sie sich selbst vertrauen? Würden Sie den Mann, über welchen so viel unklar ist, mit der jungen Hexe weiterziehen lassen, ohne dabei um ihre Sicherheit besorgt zu sein?"
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Casper King
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BeitragThema: Re: Confusion never stops, closing walls and ticking clocks.   Fr 13 Okt 2017 - 23:47

Sie wusste also Bescheid. Unbewusst biss sich Alistair auf die Unterlippe, während sein Blick betrübt zu Boden sank. Dass Neela unschöne Dinge über ihn erfahren könnte, hatte er zwar befürchtet, doch dass die Wahrheit über ihn doch so schockierend war, überraschte ihn selbst unangenehm. Das Gerüst, dass er sich aus den bisherigen zurückerlangten Erinnerungen geschaffen hatte und welches für Neela als tragende Konstruktion für ihre Eindrücke über ihn gedient hatte, war mit dieser Erkenntnis eingestürzt. Nun war es Alistairs Pflicht, die Dinge richtig zu stellen, denn auch, wenn er nicht viel über sich selbst wusste, so wusste er doch, dass er selbst (!) keine Gefahr für Neela dargestellt hatte oder je darstellen würde. Er musste aus den Trümmern seiner Identität also erneut aufsteigen und die Fragmente wieder zusammen setzen, zu etwas besserem, stabilerem. Und dies würde ihm nur gelingen, wenn er sich auf Mister Wotans Vorschlag einließe. Sich zur Wehr zu setzen würde suggerieren, dass er Geheimnisse hatte, und diese konnte er sich in seiner Situation wahrlich nicht leisten. Ohnehin war dieses ungewöhnliche Vorhaben durchaus nachvollziehbar, weshalb sich der bärtige Hüne ohne Proteste darauf einließ.
"Danke. Ja, das is Ihr gutes Recht... würd an Ihrer Stelle nich anders handeln...", brummelte er einsichtig und ein wenig bitter, nachdem der blonde die Tür mit einem weiteren Zauber belegt hatte. Unnötig, wie Alistair fand, da Neela so oder so die Wahrheit erfahren würde, egal wie schön oder unschön sie wäre. Wahrscheinlich würde sie nichts mehr mit ihm zu tun haben wollen, ganz gleich, wie die Sache ausginge. Zu verlieren hatte er also nichts mehr, da er das einzige, das ihm Halt gegeben hatte, nun schon so gut wie verloren hatte.

Es war also keineswegs Vertrauen, das Alistair Gabriel mit seiner Einwilligung entgegenbrachte. Er selbst war auf der Suche nach Antworten, und die Person, die ihm helfen könnte, diese zu finden, würde er - davon ausgegangen, dass dieser Mann Cailin wirklich kannte - nur dann treffen können, wenn er seinen guten Willen bewies. Sein Beweggrund war also das Bedürfnis nach Orientierung. Ein Nicken folgte stumm auf die Worte des blonden Zauberers, worauf er sich das Serum auf die Zunge träufelte, es im Mund mit etwas Speichel vermengte und es dann schluckte. Ruhig stand er da, nun nicht mehr in Abwehrhaltung, sondern ziemlich neutral, fast schon offen, während er sich die Fragen des anderen anhörte.
"Ja, ich bin Alistair Prince, der Bruder von Cailin Prince", kam es wie von selbst mit eigenartiger Monotonie über seine Lippen. Ungewöhnlich für seine Sprechgewohnheiten artikulierte er seine Worte auch deutlicher, obwohl er dies gar nicht bewusst steuerte. "Ich habe mein Gedächtnis gestern Abend verloren, nachdem ich - so vermutet Neela - in einer Gasse in London zusammengeschlagen worden war. Meinen Zauberstab, mein Portemonnaie mit Geld und Ausweis und meine Erinnerungen haben sie mir geraubt. Neela hat mich gefunden, die Knochenbrüche und Wunden geheilt, mir geholfen, erste Puzzleteile zusammenzusetzen. Sie hat mir geholfen, indem sie mich nicht den Verstand verlieren ließ." Die nächste Frage ließ Alistair kurz die Zähne aufeinanderpressen, denn so genau wusste er nicht, wie aktuell die Todessersache war. Existierte Voldemort überhaupt noch? Wenn nicht, würde dies erklären, wie er das Mal hatte entfernen können, ohne darauf verfolgt und getötet zu werden.
"Ich weiß es nicht", gab er ehrlich zu, "Also ich weiß, dass ich ein Todesser war, aber... schauen Sie..." Er drehte seinen Arm so, dass sein Unterarm unterhalb des hochgekrempelten Ärmel für Gabriel sichtbar wurde. Mit der anderen Hand fuhr er die Narben nach, die nun dort waren, wo er sein Todessermal in Erinnerung gehabt hatte und wo nun andere Tattoos diese Narben halb kaschierten. "... es sieht so aus, als hätte ich keine Schmerzen gescheut, mich von diesem Verein zu trennen. Und von dem, was meine Erinnerungen hergeben, wundert mich dies nicht. Ich bin mit gewissen Werten aufgewachsen, Mister Wotan. Eine reinblütige Familie mich Einfluss und Geld - ich war nur ein Teil davon und habe mich beeinflussen lassen. Als ich älter wurde, merkte ich jedoch, dass dies nicht ganz meine Welt ist. Ich weiß nicht mehr, was der Auslöser dafür war, aber ich war unzufrieden mit meinem Leben. Was mich zu Ihrer nächsten Frage führt..." Auf welche er im Übrigen auch keine konkrete Antwort geben könnte, da selbst das Serum ihm keine Antworten entlocken konnte, die er nicht wusste. Wieso man ihn für tot gehalten hatte, war ihm ein Rätsel, aber er hatte seine Vermutung. Kurz glitt der Blick zu der Holzkiste, in welcher die Erzeugnisse seiner heimlichen Passion schlummerten. Ob er es noch konnte? Also mit Holz umgehen? Er würde es nur zu gern ausprobieren. "Ich weiß nicht, in welchem Kontext ich gestorben sein soll, aber ich habe Pläne geschmiedet, um mich von meinem unbefriedigenden Leben zu trennen. Hier..." Er nahm den Brief vom Bett und gab ihn dem Anderen. In diesem deutete Wilma zumindest an, dass Alistair in seinem letzten Brief den Wunsch geäußert haben musste, das Weite zu suchen. "... ich kann mich an die Frau ums Verrecken nicht erinnern. Aber eine Zwangsverlobung, eine verhasste Beschäftigung im Ministerium und die Zugehörigkeit zu einer Gruppe, dessen Werte nicht länger für mich vertretbar erschienen - ich denke, das wären genug Grunde, um abhauen zu wollen. Vielleicht ist es mir ja gelungen, indem ich meinen Tod vorgetäuscht habe. Was ich danach gemacht habe, ist jedoch das nächste Rätsel. Da klafft ein riesiges Loch in meiner Erinnerung." Nun setzte er sich auf das Bett, worauf er ein kleines, geschnitztes Holzpferd mit Flügeln - einen Granianer - aus der Kiste nahm und es nachdenklich betrachtete.

"Ich habe dieses Haus aufgesucht, weil es das einzige war, woran ich mich erinnern konnte. Das Haus und meine Familie. Und tatsächlich hat mich dieser Ort schon zu vielen Erkenntnissen über mich selbst geführt, nicht jedoch zu Antwort auf die zentrale Frage, die mich beschäftigt", kam es noch immer monoton über seine Lippen, während er die Holzfigur begutachtete. Sie war nicht gut geschnitzt, aber er hatte sich offensichtlich bemüht. "Ich möchte meiner Schwester nichts tun. Ich will sie nur fragen, ob sie weiß, was mir passiert sein könnte und wohin ich eigentlich gehöre. Ich habe kein Zuhause mehr und kann nicht ewig bei Neela bleiben. Ich meine, jetzt sowieso nicht mehr...." Leise seufzte er. Er hätte eigentlich echt gern noch etwas Zeit mit ihr verbracht. Doch die nächste Frage des Blonden ließ diesen Wunsch dann doch egoistisch wirken.
Nach dem, was Alistair über sich selbst erfahren hatte, war er wohl keine Person, mit der man sich umgeben sollte, wenn man sicher sein wollte. Er versuchte, die Antwort lange herauszuzögern, irgendwann brach sie jedoch heiser aus ihm heraus.
"Nein, würde ich nicht..." Der Blick hob sich und mit einer Mischung aus Unbehagen, Einsicht und Besorgnis sah er in die dunklen Augen seines Gegenübers. "Sie ist alles, was ich momentan habe, denn wie es scheint, habe ich nicht einmal mehr meine Schwester. Ich kann die Kleine wirklich gut leiden und jede Faser meines Körpers möchte sie beschützen, denn ihr verdanke ich es, dass ich noch lebe. Und davon mal abgesehen ist sie eine wirklich faszinierende, wunderschöne Frau." Eine Augenbraue hob sich, als der bärtige Dunkelblonde realisiierte, was er da eben gesagt hatte. Es war ihm offensichtlich unangenehm, da er den Blick wieder sinken ließ und er für ein paar Atemzüge die Lippen aufeinanderpresste, als wollte er verhindern, dass er mehr sagen konnte. Doch das Serum machte ihm einen Strich durch die Rechnung. "Es tut mir weh, das zugeben zu müssen, aber bei meiner Vergangenheit wäre es vielleicht besser, Neela vor mir - nein, vor den Konsequenzen meines früheren Handelns - zu beschützen. Wenn Voldemort noch lebt und dahinter kommt, dass ich dies ebenfalls noch tue, wird er davon nicht sehr begeistert sein. Und das ist, wie ich schon sagte, meine schmutzige Wäsche, mit welcher die Kleine nichts zu tun haben muss." Es versetzte ihm einen unangenehmen Stich in die Brust, doch mittlerweile gewöhnte er sich an dieses Gefühl. Wenn er das beste für sie wollte, müsste er sich wohl von ihr trennen. Doch dann trieb er wieder orientierungslos auf dem unendlichen Ozean herum. Allein diese Aussicht ließ die leise Panik wieder in ihm aufsteigen.
"Ist es rein theoretisch möglich, ihr die Erinnerung an mich zu nehmen? ich kann mir vorstellen, dass sie ziemlich enttäuscht von mir ist. Ich meine, wir haben uns sehr gut verstanden..." Und eine solche Enttäuschung hatte sie wahrlich nicht verdient. Er hingegen würde wohl immer mit dem Wissen um diese unerreichbare Frau durch den Sturm paddeln; wissend, dass sie kein weiteres Mal da sein würde, um ihm Halt zu bieten.
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Nathaniel Jones
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BeitragThema: Re: Confusion never stops, closing walls and ticking clocks.   Sa 14 Okt 2017 - 23:27

Nathaniel verfolgte die Antworten des Mannes genau und war bemüht möglichst viele Rückschlüsse aus diesen zu ziehen, um ein möglichst genaues und detailreiches Profil des anderen zu erhalten. Es handelte sich tatsächlich um Cailins Bruder Alistair Prince. Das Foto aus früheren Jahren hatte dies allerdings schon weitestgehend bewiesen. Die Frage war lediglich eine Absicherung. Schließlich war es nicht schwierig ein fremdes Gesicht aufzusetzen. Auch sein Gedächtnis schien er tatsächlich verloren zu haben. Die Schwedin hatte seine Wunden versorgt und ihn dann bei der Suche nach seinen Erinnerungen begleitet. Der Grund dafür, dass man ihn geschlagen hatte, war unbekannt. Doch obwohl die zugefügten Wunden scheinbar überaus schwerwiegend gewesen waren, lag ein einfacher Raub nah. Die Angreifer müssen in der Überzahl, oder sehr fähig gewesen sein, denn Mister Prince wirkte nicht so, als könne er sich nicht wehren. Alkoholkonsum schloss der Trankmeister allerdings auch nicht aus. Die genaueren Umstände schienen zunächst aber auch nicht weiter wichtig. Dass es sein Bruder war, welcher Cailins Bruder seiner Erinnerungen beraubt hatte, ahnte Nathaniel nicht. Alistair Prince schien nicht die Sorte von Mensch zu sein, welcher Zach überhaupt Beachtung schenkte.
Deutlich interessanter war die Narbe, welche Nathaniel zur Schau gestellt wurde. Das Todessermal wurde gewaltsam entfernt und Alistair lebte noch. Dieser Umstand, in Kombination mit Nathaniels Wissen über den neuen Todesserorden, war sehr aufschlussreich und ließ den ehemaligen Professor innerlich aufatmen. Zudem schien er dem bärtigen Mann mit dem neuen Wissen dabei helfen zu können, ein wenig mehr über sich selbst zu erfahren. Doch dazu würde er erst später kommen. Zunächst gab es noch unbeantwortete fragen.
Wie vermutet, gab es auch in Alistairs Leben gewisse Umstände, welche es erforderlich gemacht hatten, dass er seinen Tod inszenierte. Eine Vorgehensweise, welche Nathaniel keineswegs verurteilen konnte. Doch viel interessanter war der Brief, welchen der Trankmeister gereicht bekam. Unterschrieben war er mit dem Namen Wilma Fawley. Kein unbekannter Namen für Nathaniel. Miss Fawley war eine enge Vertraute von seinem Bruder Zachary Jones. Der ehemalige Professor hatte herausgefunden, dass sie nicht nur seine Finanzen verwaltete, sondern auch an dem Ausbruch seines Bruders aus Askaban beteiligt gewesen war. Die Zweifel daran, dass auch sie das dunkle Mal trug waren verschwindend klein geworden, weshalb eine Verbindung zwischen Wilma und Alistair eindeutig ein Dorn im Auge des Trankmeisters darstellte. Es war nicht klar, ob diese Verbindung mit dem angeblichen Tod Alistairs ein Ende gefunden hatte, oder ob sie weiterhin bestand und nur aus dem Gedächtnis des ehemaligen Todessers entfernt worden war. Eine Verbindung zu Wilma und somit eine Verbindung zu Zach würde eine große Gefahr für alle bedeuten, die sich in der nähe des bärtigen Herren aufhielten.
Die Orientierungslosigkeit des anderen war für Nathaniel einleuchtend. Er wusste nicht wer er war, beziehungsweise zu wem er in den letzten Jahren geworden war. Sein Leben war aus seinem Kopf verschwunden und außer seiner Familie gab es niemanden, an wen er sich erinnerte. Nathaniel vertraue dem anderen in dem Punkt, dass dieser nicht hergekommen war, um irgendwem zu schaden. Er war verzweifelt und hilflos, aber zumindest momentan nicht bösartig.
Die Antwort auf die letzte Frage nahm der Zauberkünstler schweigend zur Kenntnis, bevor er sich zu der Fülle an neuen Informationen äußerte: "Ich denke, dass ich Ihnen nun helfen kann einige Dinge über sich selbst zu erfahren." Der erblondete Zauberer lehnte sich leicht vor. "Zunächst sollten Sie wissen, dass Voldemort vor 17 Jahren gestorben ist. Der Todesserorden hat seitdem seine Strukturen verändert. Aufgrund einiger dieser Strukturen kann ich Ihnen jedoch versichern, dass Sie kein Mitglied dieses Ordens mehr sind." Den anderenfalls hätte der Schwur ihn beim entfernen des Mals getötet. "Ich sehe edle Absichten in Ihnen, aber ich denke, dass Sie sich viele Feinde gemacht haben. Doch ich bin nicht Ihr Psychologe und nicht in der Position, um Sie zu verurteilen. Ich glaube, dass Sie für Ihre Begleiterin eine große Gefahr und gleichzeitig ein großer Schutz sind. Ob Sie mit Ihnen Ihre Kämpfe ausfechten möchte liegt bei ihr."
Der Trankmeister erhob sich von seinem Stuhl, um die Tür von ihren Runen zu befreien. "Das Serum sollte schon bald seine Wirkung verlieren. Die Phiole enthielt die Minimaldosis."
Gemeinsam mit dem ehemaligen Todesser ging Nathaniel die Treppen hinab, um sich dort an die blonde Hexe zu wenden. "Um Ihnen zunächst die größte Sorge zu nehmen: Mister Prince ist kein Todesser. Nicht mehr. Dieser Mann ist keine Gefahr für Sie, aber in seiner Vergangenheit liegen Gefahren für Sie beide." Nathaniel hatte zwei Erwachsene Mensche vor sich, welche ihre eigenen Entscheidungen treffen mussten. Er konnte nur dafür Sorgen, dass diesen Entscheidungen die richtigen Informationen zugrunde lagen. "Doch lassen Sie mich für Sie beide eine Warnung aussprechen: Wir sind in Ihrer Vergangenheit auf den Namen Wilma Fawley gestoßen. Suchen Sie nicht nach dieser Frau und wenn Sie den Namen Zachary Jones hören, suchen Sie das Weite. Ich vermute mächtige Feinde in Ihrer Vergangenheit, wobei ich mich natürlich auch irren könnte. Doch Ihre momentane Art der Suche macht Sie zu einem leichten Ziel. Sie Mister Prince, aber auch Ihre Begleiterin." Es war dem ehemaligen Professor ein Bedürfnis diese Ratschläge auszusprechen. Ob diese beherzigt wurden, lag nicht in seiner Macht. Doch es würde ihm nicht gefallen, wenn der Tagesprophet in den kommenden Tagen von dem Tod einer hilfsbereiten Hexe und einem im Herzen edlen Mann berichten müsste.
"Ich bitte Sie zudem, und das tue ich wirklich nur sehr ungern, dieses Haus nicht mehr aufzusuchen. Die Feinde, welche ich in Ihrer Vergangenheit vermute, würden sowohl mich, als auch Cailin sofort töten, wenn sie uns finden würden. Führen Sie sie nicht unabsichtlich her." Es war Nathaniel bewusst, dass es keine kleine Sache war, dem anderen Mann den Zugang zu seinem Elternhaus zu verwehren. Doch Alistair kannte Nathaniels Intentionen und der ehemalige Professor hoffte, dass man ihm Verständnis entgegen bringen würde. "Ich werde mit Cailin über Sie sprechen und versichere Ihnen, dass ich Sie kontaktieren werde, wenn sie ein Treffen wünscht."
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Casper King
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BeitragThema: Re: Confusion never stops, closing walls and ticking clocks.   So 15 Okt 2017 - 11:22

Es war eine gute Neuigkeit für Alistair, dass Voldemort schon tot war, wenngleich ihn die Zeit, die zwischen diesem Ereignis und der Gegenwart lag, erneut beunruhigte. Konnte es ein Zufall sein, dass der Tod des dunklen Lords mit seinem eigenen angeblichen Tod ungefähr in dasselbe Jahr fiel? Der bärtige Zauberer fragte sich, wie es wohl zu seinem und Voldemorts Tod gekommen sein soll. Definitiv müsste er mehr darüber erfahren, denn vielleicht würde er so auch mehr über sich selbst erfahren. Die Informationen, die Gabriel ihm gegeben hatte, hatten zumindest schon ein bisschen geholfen, doch jede Antwort warf auch neue Fragen auf, sodass sich Alistair nie wirklich schlauer fühlte. Stumm nickte er, als der Blonde das Zimmer verließ, worauf er sich wieder der Kiste mit seinen persönlichen Gegenständen widmete. Unter ein paar Briefen fand er dann endlich, wonach er eigentlich gesucht hatte: ein Beutel mit Geld, welches er nun für die Suche einer Bleibe für die Nacht sicher brauchen würde. Es würde nicht lange reichen, aber er müsste sich ja ohnehin einen Job suchen. Während er die Kiste also wieder packte und verschloss, versuchte er sich selbst zu beruhigen. Er redete sich ein, dass alles schon gut werden würde, doch eigentlich glaubte er nicht daran. Er war orientierungslos und fühlte sich wie ein Statist im falschen Film. Und mit diesem Problem war er ganz alleine. Alles was ihm blieb, war die Hoffnung, hier zu bleiben - schließlich war dies das Haus seiner Familie.

Recht schnell hatte der Brite zu dem anderen Zauberer aufgeschlossen, sodass sie gemeinsam die Treppe hinunter kamen. Zögernde Blicke warf er Neela zu, doch wirklich lange hielt er es nicht aus, sie anzusehen; zu groß war die Scham über die Taten seiner Vergangenheit. Er identifizierte sich zwar nicht mehr mit diesen Idealen und Werten, doch für die schöne Schwedin musste diese ganze Szene außerordentlich unheimlich wirken, weshalb er es verstehen würde, wenn sie das Vertrauen zu ihm vollkommen verloren hatte. Die hölzerne Kiste trug Alistair unter dem Arm, während er die Lippen aufeinander pressend den Warnungen Gabriels lauschte. Die Namen von Wilma Fawley und Zachary Jones prägte er sich ein, doch beide weckten keine Assoziationen in ihm, und das war vielleicht gar nicht so schlecht. Dem Unterton in Gabriels Stimme nach zu urteilen waren die beiden nämlich offenbar kein sehr angenehmes Pärchen, und je weniger Alistair über sie wusste, desto wohler fühlte er sich damit. Wenngleich die Briefe in seiner Box durchaus seine Neugier auf zuerst genannte lenkten, da sie ihm wohl mal ziemlich nah gestanden haben musste.

Bei der letzten Bitte des blonden Mannes konnte Alistair nicht anders, als ihn kurz düster anzufunkeln, denn damit schmiss er den bärtigen Zauberer aus seinem eigenen Haus. Die letzte Hoffnung auf ein Dach über dem Kopf wurde damit also zerschlagen, doch die Gründe waren für den liebenden Bruder absolut nachvollziehbar. Wenn er Cailin durch eine sichere Distanz zu ihr beschützen konnte, ließ er sich natürlich darauf ein. Dann musste er halt in den sauren Apfel beißen. Die Tatsache, dass niemand ihm mehr helfen wollte, seitdem bekannt war, wer er mal gewesen war, hatte er unterdessen ohnehin schon irgendwie akzeptiert. Proteste würden daran ja auch nichts ändern. Er war allein und daran ließ sich nichts ändern.
"Is' schon 'ne Nummer, 'nen orientierungslosen Mann aus seinem Elternhaus zu werfen, aber für Cailin penn' ich gern 'n paar Nächte auf Parkbänken. Will niemanden in Gefahr bringen", murmelte er dann mit tiefer Stimme, worauf er sich von dem Regal neben sich eine ungeöffnete Flasche 18-jährigen Chivas Regal mitnahm. Irgendwie würde er die Zeit und seinen Frust ja totschlagen müssen, denn auch, wenn Mister Wotan ihm versicherte, mit Cailin zu sprechen, bedeutete dies nicht, dass sie sich auf ein Gespräch mit ihrem totgeglaubten Bruder einlassen würde; objektiv betrachtet war sein vorgetäuschter Tod nämlich ziemlich feige gewesen. Es konnte also auch gut sein, dass sie nichts mehr mit Alistair zu tun haben wollte, und auch das könnte er irgendwie verstehen.
"Danke für Ihre Hilfe, Mister", brummelte er dann noch in Gabriels Richtung, worauf er die Flasche ebenfalls unter den Arm mit der Kiste klemmte und die freie Hand dann nutzte, um dem Blonden mit einem traurigen Lächeln auf den Lippen und ungeahnter Kraft auf die Schulter zu patschen. Ihm fiel das jedoch sofort auf, nachdem diese Geste vollführt worden war. "Oh, sorry. Hab vergessen, dass ich nich' mehr so'n Lauch bin wie früher. Sollte nich' wehtun oder so. Dürfte jedenfalls schwierig werden, mich zu kontaktieren, da ich selbst nich' weiß, wo ich jetz' hin soll. Aber ich werd' Ihre Nachricht erwarten." Die Hand nahm er also schnell zurück, worauf er sich Neela zuwandte. Die grünen Augen schafften es noch immer nicht, sie länger als ein paar Sekunden anzusehen, wenngleich er wusste, wie viel ihm bei diesem Anblick entging.

"Tut mir echt leid, dass du sowas über mich erfahren musstest. Is' sicherlich 'n Schock, aber das is' es für uns beide, irgendwie. Kann jedenfalls verstehen, wenn du dich in meiner Nähe unwohl fühlst, und ich will dich genauso wenig wie meine Schwester in Gefahr bringen. Das hast du nicht verdient. Hast schon genug für mich getan. Mein Leben gerettet und so." Und so viel mehr, doch die Bedeutung ihrer Taten für ihn konnte er nicht verbalisieren. Es würde nur kitschig klingen, befürchtete er. "Darf ich nur kurz noch mal mit dir nach London in die Wohnung, um Elions Sachen zurück zu geben?" Er sah an sich herab auf die Kleidung, die ihm eigentlich ziemlich gut gefallen und gestanden hatte. Aber sie war nicht seine und er hatte den Schweden nicht um Erlaubnis gebeten, sie zu tragen, weshalb er sie besser zurück geben sollte. "Und mein schmutziger Kram liegt auch noch bei euch. Danach halte ich mich natürlich fern von dir." Auch wenn er irgendwie hoffte, dass sie über seine Fehler aus der Vergangenheit hinweg sehen, sie ihn vielleicht sogar in Ruhe seine Situation schildern lassen könnte. Er wusste, dass es naiv und egoistisch war, darauf zu hoffen, sie nicht verlassen zu müssen, aber er brauchte Neela auf so vielen Ebenen; vor Allem jedoch, um nicht den Verstand zu verlieren in dieser scheinbar ausweglosen Situation.
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Neela Vivia Lundin
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BeitragThema: Re: Confusion never stops, closing walls and ticking clocks.   So 15 Okt 2017 - 20:24

Eigentlich konnte man von der Schwedin nicht unbedingt behaupten, dass sie sonderlich zart besaitet wäre, schließlich bekam sie schon allein was ihren Beruf anging einige Dinge zu Gesicht und hatte sich mit Elion nicht nur einmal in ziemliche Schwierigkeiten gebracht, was man auch an dem letzten Besuch in der Nokturngasse gesehen hatte. Doch auch wenn die damalige Schlacht gegen Voldemort längst nicht so viele Schäden in ihrer Heimat angerichtet hatte, wie es in England der Fall gewesen war, wusste die Blonde doch ganz genau, dass sie mit ihrem Blutstatus wohl kaum große Chancen gehabt hätte, wäre sie zu dieser Zeit in London gewesen. Ihr waren die Schrecken jener Zeit durchaus bewusst und die Tatsache, dass ihre erste neue Bekanntschaft in London sie damals wohl ohne zu zögern umgebracht hätte - und dies eventuell sogar auch heute noch täte, wenn Alistair sein Gedächtnis nicht verloren hätte - war eine Erkenntnis, die die Heilerin nicht einfach so wegstecken konnte. Besonders, da sie das Gefühl gehabt hatte, dass sich aus dieser zufälligen Bekanntschaft mehr hätte entwickeln können, sie wollte ja schließich von sich aus nach Yorkshire mitkommen und dem eigentlich fremden Mann ihre Unterstützung anbieten. Doch auch wenn der Teil seines Gedächtnisses verloren gegangen war, welcher für jene Taten verantwortlich war, die der Todesser-Zugehörigkeit entsprachen, was würde denn passieren, wenn die Erinnerung irgendwann zurückkehrte? Neela war nicht so naiv, um zu denken, dass ein eingefleischter Todesser sich für eine x-beliebige Frau entscheiden würde, anstatt an seinen Idealen festzuhalten. Ganz gleich, ob sie ihm das Leben gerettet hatte...

Durch die unheilvolle Stille im gesamten Haus vernahm die Heilerin sogleich, als im oberen Stockwerk die Türe aufging und die Schritte der beiden Männer ihre Rückkehr ankündigten. Immernoch stand sie reglos im Kaminzimmer, die eiskalten Hände um sich geschlungen und wusste nicht, wie sie Alistair nun begegnen sollte. Natürlich war da eine leise Stimme in ihrem Kopf, die ihr einzureden versuchte, dass es dafür eine Erklärung geben könnte und dass es vielleicht ja gar nicht stimmte, dass er zu den Todessern gehört hatte, doch jene Stimme wurde von Angst und Enttäuschung überschattet. Langsam hob sie den Blick, als die Herren schließlich wieder im Zimmer standen, auch wenn sie es kaum wagte, Alistair ins Gesicht zu blicken. Nach wie vor musste sie selbst ziemlich bleich sein und so nutzte sie Gabriel als Anker und fixierte mit ihren eisblauen Augen unsicher seinen Ausdruck. Dann begann jener zu reden und die Sicherstellung, dass Alistair kein Todesser mehr war, ließ Neela geräuschvoll ausatmen, als hätte sie die ganze Zeit über die Luft angehalten. Es wäre gelogen zu behaupten, dass dies keine Erleichterung wäre und sie spürte, wie die Anspannung der letzten Minuten, in denen sie das Schlimmste geglaubt hatte, ihre Augen zum Brennen brachte. Doch Gabriel war natürlich noch nicht fertig und so riss sie sich zusammen und lauschte seinen folgenden Informationen, die das Veritaserum ans Licht gebracht hatte. Wilma Fawley war Neela ein vollkommen fremder Name, wogegen Zachary Jones in ihrem Kopf bereits etwas klingeln ließ. Elion hatte sie vor diesem Mann gewarnt, welcher für die Attentäter verantwortlich gewesen war, die sie in der Nokturngasse gerne ausgeschaltet hätten. Scheinbar hatte dieser Kerl seine Finger an einigen Stellen im Spiel und so nickte die Heilerin nachdenklich, als Zeichen dass sie die Warnung verstanden hatte. Ihr Blick richtete sich schließlich scheu auf Alistair, als dieser von Gabriel gebeten wurde, sein Elternhaus nicht mehr aufzusuchen und sofort spürte sie wieder reges Mitgefühl für ihn. Sie wusste, wie viel es ihm bedeutet hatte, einen Anker in seiner Vergangenheit zu haben und diesen nun wieder zu verlieren ließ ihn fast genauso verloren zurück, wie zuvor. Andererseits hatten Mister Wotans Worte natürlich Hand und Fuß. Wenn es so gefährliche Leute in Alistairs Vergangenheit gab, wie er vermutete, dann musste jener auf all seine Schritte achten.

Die Hexe drückte ihre Lippen aufeinander, als der bärtige Mann sich bereit erklärte, auf Parkbänken zu schlafen, um niemanden in Gefahr zu bringen und obwohl Neela nicht bestreiten konnte, dass die Enthüllung über seine Vergangenheit nicht spurlos an ihr vorüber gegangen war, wusste sie doch nicht, wie sie es mit sich vereinbaren sollte, ihn einfach auf die Straße zu setzen. Dort wäre er schließlich ebenso wenig in Sicherheit und zudem noch vollkommen allein. Schließlich richtete Alistair seine Worte direkt an sie und nun hielt Neela tatsächlich für ein paar Augenblicke die Luft an. Seine Entschuldigung traf sie mitten ins Herz und die flüchtigen Blicke in sein Gesicht, verrieten ihr, dass er es ernst meinte, sich von ihr fernhalten zu wollen, um sie ebenso wenig wie seine Schwester in Gefahr zu bringen. Und objektiv betrachtet, wäre dies womöglich auch die klügste Entscheidung. Wer wusste schließlich schon, was im Laufe der Zeit noch über seine Vergangenheit ans Tageslicht kommen würde und es musste ja auch triftige Gründe geben, wieso er für Tod erklärt wurde. Einen Toten suchte schließlich niemand...
Dennoch kam sich Neela plötzlich ungemein egoistisch vor. Bis vor ein paar Augenblicken hatte er selbst nicht gewusst, was in seiner Vergangenheit geschlummert hatte. Wie schrecklich musste es für ihn sein, diese Dinge über sich herauszufinden? Sie würde sich doch nur selbst belügen, wenn sie glaubte, sie könnte sich heute einfach von ihm verabschieden und würde ihn irgendwann vergessen.
Es dauerte ein paar Augenblicke, bis sie schließlich eine Antwort finden konnte. Das alles hatte sie ziemlich kalt erwischt und obwohl sie normalerweise nicht der „zuerst-Denken-dann-Handeln“ Typ war, konnte sie nun ihren Kopf vom Denken gar nicht mehr abhalten. „Mit sowas haben wir wohl beide nicht gerechnet was.“, sagte sie schließlich und versuchte sich an einem Lächeln. „Ja natürlich... Ich wollte deine Sachen sowieso noch reinigen und reparieren. Und wahrscheinlich ist es besser, sich hier nicht zu lange aufzuhalten.“, fügte sie hinzu und deutete Gabriel gegenüber ein Nicken an. Sie hätte gerne noch mehr sagen wollen, denn sie wollte Alistair nicht das Gefühl geben, dass sie ihn im Stich lassen würde, doch gleichzeitig hatte sie Angst, ihm falsche Versprechungen zu machen. „Danke für Ihre Hilfe.“, war sie es nun auch, die sich an Mister Wotan wandte, ehe sie Alistair nun doch für ein paar Augenblicke in die Augen sah, unschlüssig ob sie das, was ihr auf der Zunge brannte, aussprechen sollte, doch sie entschied sich, erst einmal mit im nach London zurück zu kehren und dann weiter zu sehen.
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BeitragThema: Re: Confusion never stops, closing walls and ticking clocks.   So 15 Okt 2017 - 23:57

Sie versuchte sich an einem Lächeln und schaffte es, Alistair ebenfalls ein tapferes, wenn auch zaghaftes Lächeln abzuringen. Länger hier bleiben sollten sie jedoch wirklich nicht. Nach diesem schweren Schock wollte der Hüne nicht noch unangenehm von den Feinden aus seiner Vergangenheit überrascht werden und damit Mister Wotan oder Neela gefährden. Nein, auch wenn dieser Ort sich wie sein Zuhause anfühlte, müsste er wohl akzeptieren, dass er eben dies nicht mehr war. Er war nirgends zuhause; ein Gedanke, der ihm ein wenig Angst machte, doch er befand sich nicht in der Position, zu jammern oder sich selbst zu bemitleiden, schließlich war er in gewisser Weise selbst schuld daran, dass er sich nun in dieser Lage befand. Für seinen Erinnerungsverlust konnte er nichts, doch wenn die Kerle, die ihn zusmamengeschlagen hatten etwas mit Zachary Jones oder Wilma Fawley zu tun gehabt hatten, hatte er einen der beiden wohl verärgert, und dies war wahrscheinlich die Quittung. Was er auch getan hatte, er bereute es, denn dadurch wurden sämtliche Türen, die eben noch offen gewesen waren, vor seiner Nase mit einem lauten Knall zugeschlagen. Und er stand allein im Nichts.

Nachdem sich der Brite und die Schwedin bei dem geheimnisvollen Gabriel bedankt und von ihm verabschiedet hatten, waren sie wieder zurück in Elions Wohnung appariert. Alistair hatte seine Kiste mit den wenigen persönlichen Gegenständen und die Flasche Chivas Regal mitgenommen und stand etwas orientierungslos mit beidem im Raum, während er Neela unsicher ansah. Er wusste nicht sicher, ob er überhaupt das Recht hatte, irgendwas zu sagen, um die Eindrucke, die sie von ihm haben musste, wieder zu richten, aber selbst wenn es nun unangebracht war, dies wenigstens zu versuchen, würde es ihn von diesem Versuch nicht abhalten. Er hatte sich am Vorabend und am Morgen großartig mit ihr unterhalten und ein Vertrauen zu ihr aufgebaut, von welchem er nicht einmal gedacht hatte, dass es in dieser Form für ihn möglich sei. Sie hatte ihn offenherzig und hilfsbereit aufgenommen, obwohl sie nichts über ihn gewusst hatte; hatte ihn von seinen physischen Schmerzen befreit und seine psychischen Schmerzen gelindert. Und irgendwie war er ihr deshalb zumindest so etwas wie eine Erklärung schuldig, denn das, was Gabriel ihr gesagt hatte, hatte nur das Ergebnis der Spurensuche beleuchtet.
"Neela...", raunte er dann leise, als er seine Sachen abstellte und sich ihr einen Schritt näherte. Treuherzig und ein wenig traurig sah er in ihre Augen, doch wieder hielt er dies nicht lange aus; zu groß war die Scham über das, was er früher einmal gewesen war und was für Konsequenzen dies nun für ihn, sie und vielleicht auch seine Familie hatte. "ich weiß, dass ich dich enttäuscht hab, aber bitte hör mir noch 'n letztes Mal zu. Danach schnapp ich mir meine Sachen und du bist mich los, versprochen." Zum Glück wäre es dann wenigstens nicht verboten, noch an sie zu denken, denn dies ließe sich ohnehin nicht vermeiden.

"Es stimmt, ich war ein Todesser. Damals, vor meinem angeblichen Tod", brach er dann mit der Wahrheit heraus, worauf er ihr die Narben an seinem Arm zeigte, "Hier war das Mal gewesen. Hab es aber wohl gewaltsam entfernen lassen... und auch andere Dinge, die ich vorhin über mich erfahren habe, sprechen dafür, dass ich die Schnauze wohl ziemlich voll von meinem alten Leben gehabt hatte. Komm, ich zeig dir was" Damit ging er wieder zu seiner Box und öffnete sie, worauf er Neela zu sich winkte, damit sie ebenfalls einen Blick hinein werfen konnte. In dem hölzernen Behältnis konnte sie neben unbedeutendem Kleinkram und dem Etui mit seinen Schnitz-Instrumenten die besagten Briefe und seine Schnitzerzeugnisse sehen, welche die Formen verschiedener Tiere besaßen. Neben dem Granianer gab es da noch einen Elefanten, einen Fisch und einen überaus detaillierten Demiguise, welcher offensichtlich seine jüngste Arbeit darstellte, da sie von der Technik her am ausgereiftesten wirkte. "Ich war wohl zwangsverlobt mit einem Mädel namens Wilma und hasste meinen Job, wollte lieber was Praktisches machen. In diesen Briefen wird außerdem angedeutet, dass ich eine kritische Haltung zu Voldemort hatte und abhauen wollte." Er fragte sich nur, wie er dies Wilma hatte mitteilen können, ohne dass diese ihn verpetzt hatte. Oder vielleicht hatte sie dies ja getan, weshalb er seinen Tod hatte vortäuschen müssen? Es gab noch viel zu viele Lücken in dieser Geschichte, aber dies war bisher die einzige logische Erklärung - und er ahnte nicht, wie nah er damit der Wahrheit schon gekommen war.
"Meine Familie gehörte zu den reinblütigen Familien, die Voldemort gefolgt waren, und ich war in diese hineingeboren worden, bin mit gewissen Werten aufgewachsen. Aber ich habe diese Werte irgendwann kritisch hinterfragt, und ich kann diesen auch heute nicht zustimmen. Was Voldemort getan hat war grausam gewesen, und ich bin selbst ein wenig fassungslos, dass ich dies einfach so hatte mit ansehen können. Es beruhigt mich, das Voldemort tot ist, aber es scheint Nachahmer zu geben. Dieser Jones...." Nachdenklich verzog sich seine Miene, während er mit einer Hand den Bart an seinem Kinn rieb. "... Mister Wotan meinte zwar, ich solle mich von ihm fern halten, aber wenn Cailin sich nicht melden sollte, hab ich ja nichts zu verlieren. Er kennt Wilma und scheinbar stand sie mir mal sehr nahe. Ich sollte es vielleicht versuchen, um an die Antworten zu kommen, die ich im Haus meiner Eltern nicht habe finden können." Doch diese Worte murmelte er schon mehr zu sich selbst als zu Neela, da er glaubte, dass es sie wahrscheinlich nach allem ohnehin nicht mehr interessierte. "Wie auch immer, ich sollte mich umziehen."
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Neela Vivia Lundin
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BeitragThema: Re: Confusion never stops, closing walls and ticking clocks.   Gestern um 0:49

Sobald sie aus dem Cottage der Familie Prince verschwunden waren, kam es Neela bereits einfacher vor, die ganze Sache zu verarbeiten. Sie hatte sich unangenehm bedrängt gefühlt in diesem Haus, welches von Todessern bewohnt gewesen war und auch ihr Gehirn fing langsam an, ein paar klarere Gedanken zu formen und die Geschichten aus Alistairs Vergangenheit zu verarbeiten. Sie standen ein paar Augenblicke schweigend im Wohnzimmer, während die Heilerin einen nachdenklichen Blick auf die Couch warf, auf welcher sie den gestern Abend noch vollkommen Fremden versorgt hatte. Sie hatte es sich doch nicht eingebildet, dass sie sich auf eine Weise verstanden hatten, die normalerweise nicht üblich war, wenn man sich gar nicht kannte. Schließlich war Neela doch auch die ganze Nacht wach gelegen und hatte sich den Kopf über sein Schicksal zerbrochen, was zwar natürlich ebenso auf ihre Hilfsbereitschaft als Heilerin zurückzuführen war, doch das war nicht alles. Es war ihr nicht ganz klar warum, doch sie hatte Alistair in ihr Herz geschlossen und obwohl ihr bewusst war, dass sie nicht einmal einen Bruchteil davon wusste, was möglicherweise bereits in seine Erinnerungen zurückgekehrt war, wusste sie doch, dass wenn er heute Elions Wohnung verließ, wäre es gut möglich, dass sie ihn nie wieder sah. Und auch wenn es vielleicht besser so wäre und ihr eigentlich fast egal sein könnte, zog sich ihr Magen unangenehm zusammen, wenn sie daran dachte.
Als seine Stimme ihren Namen sprach, unterbrach sie ihre Gedanken und Neela blickte ihm ins Gesicht, durchforstete seine Augen nach Wahrheit und Lüge und wusste doch irgendwie, dass es ihm genauso schwer fiel, Elions vier Wände zu verlassen. Sie schluckte schwer, als er sie bat, ihm noch ein letztes Mal zuzuhören, ehe er verschwinden würde und kaum merklich neigte sie ihren Kopf zu einem Nicken. Es war offensichtlich, dass es ihm wichtig war, ihr gewisse Dinge offen zu legen, was die Schwedin wiederum in ihrem Glauben verstärkte, dass er sich die Sachlage ebenfalls anders gewünscht hätte.

Nach einem kurzen Moment fing er also an zu sprechen und ihre eisblauen Augen legten sich auf seinen Unterarm, wo sie nun die Narben des entfernten Dunklen Mals erkennen konnte. Allein dieses „Beweisstück“ ließ sie frösteln und unwillkürlich schlang sie erneut die Arme um den eigenen Leib, ehe sie Alistair wieder ins Gesicht sah und schweigend lauschte sie seinen Worten. Langsam folgte sie ihm dann, als er die kleine Holzkiste zur Hand nahm und betrachtete die geschnitzten Tiere, woraufhin ihre Mundwinkel ein wenig nach oben zuckten. Diese Regung gefror allerdings wieder, als er von der Zwangsverlobung erzählte und davon, in was für eine Familie er hineingeboren wurde. In gewisser Weise war es nicht seine Schuld gewesen, denn jedes Kind wurde doch von den Werten der eigenen Familie beeinflusst. Und die Tatsache, dass er sich von diesem Weg abgewandt hatte sprach für die Aufrichtigkeit, die Neela in ihm gesehen hatte. Fakt war, dass er noch lange nicht alle Puzzleteile seines Gedächtnisses wiedergefunden hatte und dass es falsch wäre, eine endgültige Meinung über sein Leben auszusprechen, ohne alles darüber zu wissen. Trotzdem weiteten sich nun etwas erschüttert ihre Augen, als sie Alistair auf seine Überlegung hin, sich trotz Gabriel Wotans Warnung auf die Suche nach Jones zu machen, wieder ins Gesicht sah. Er schien gar nicht zu denken, dass sie dazu eine Meinung hätte, denn kaum hatte diese Idee seine Lippen verlassen, wollte er seinen Abschied in die Tat umsetzen und seine Sachen holen. Doch noch ehe Neela sich die Konsequenzen ihrer Handlung überlegt hatte, streckte sich eine Hand nach ihm aus und fasste ihn am Arm. „Geh nicht.“, rutschte es dabei über ihre Lippen und sie realisiserte erst danach, dass sie diese Worte wirklich ausgesprochen hatte. Zurücknehmen wollte sie sie aber auch nicht, denn sie bezogen sich nicht lediglich auf sein Vorhaben, Jones aufzusuchen. „Du weißt nicht, was das für Leute sind... Wenn du dort alleine hingehst...“ Sie stockte und senkte den Blick. „Ich will nicht wieder einen Artikel lesen, in dem du für tot erklärt wirst.“ Ihre Stimme wurde leise und in diesem Augenblick wurde ihr bewusst, dass die Tatsache, dass er für die Gesellschaft quasi tot war, eine mindestens ebenso erschreckende Vorstellung war, wie die Zugehörigkeit zu den Todessern. Sanft drückte sie seinen Arm, um ihn davon abzuhalten auch nur einen Schritt wegzugehen, ehe sie die plötzlich aufgekommenen Emotionen erneut hinunterschluckte und sich zwang, ihn wieder anzusehen. „Ich will dich nicht anlügen, zu erfahren, dass der sympathische Kerl, den ich gestern retten durfte, früher ein Todesser gewesen war, war heftig... Vor allem wenn ich mir vorstelle, wie es gewesen wäre, wenn du dich von dieser Ideologie nicht abgewandt hättest... Aber dass du das getan hast, beweist mir, dass ich es mir nicht eingebildet habe, dich als guten Menschen einzuordnen. Und ich weiß, dass wenn du heute gehst, es mich in den Wahnsinn treiben würde, nicht zu wissen, ob du lebst oder wie es dir geht.“ Sie wusste, wir irrational ihre Empfindungen waren, doch sie konnte nichts dagegen machen und so ehrlich, wie er ihr alles über sich erzählt hatte, was er wusste, musste sie ihm gegenüber genauso aufrichtig sein.
„Bitte geh nicht, Alistair.“, wiederholte sie und trat einen Schritt auf ihn zu. „Und wenn du das Gefühl hast, du musst diese Leute aufsuchen, um Antworten zu bekommen, dann -“ Sie atmete einmal tief durch. „Dann lass mich mit dir gehen. Ich werde mit Elion sprechen, vielleicht lässt er dich noch ein paar Tage bleiben und wenn nicht - wenn nicht, dann helfe ich dir, eine eigene Bleibe zu finden. Ich kann dich nach allem was heute passiert ist nicht einfach vor die Türe setzen und vergessen... Ich will es auch nicht.“ Wieder brannten ihre Augen ein wenig, doch nun kümmerte sie sich nicht darum. Sie wusste, dass sie sich auf eine gefährliche Sache einließ, ihm weiter beistehen zu wollen, doch sie konnte nichts dagegen tun. Die Alternative wäre weitaus weniger tragbar.
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Casper King
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BeitragThema: Re: Confusion never stops, closing walls and ticking clocks.   Gestern um 20:44

Er hatte sich gerade abgewandt, um seine Sachen aus dem Badezimmer zu holen, als er Neelas kalte Hand an seinem Arm spürte. Sanft hielt sie ihn fest, und diese Geste wurde von der Bitte an ihn, nicht zu gehen, unterstrichen. Irritiert drehte er den Kopf wieder zu ihr, neigte ihn in eine leichte Schieflage, da er nicht damit gerechnet hatte, dass sie noch etwas dazu sagen würde. Doch sie tat es - und er hörte ihr zu.
Leicht hoben sich seine Mundwinkel, als die schöne Blonde Besorgnis in ihren Worten erkennen ließ, indem sie ihm von der Suche nach Zachary Jones abriet. Er fragte sich zwar, wie sie nach dem, was sie über ihn erfahren hatte, noch besorgt um ihn sein könnte, doch diese Frage sprach er nicht aus. Stattdessen ließ er sie weiter reden.
Und was er da hörte, brachte ihn fast schon in Verlegenheit, wenngleich es ihn auch unglaublich freute. Sie schien keine Angst vor ihm zu haben und das Gute in ihm zu sehen, und wenn Neela daran glaubte, dass er zu den Guten gehörte, fiel es ihm selbst ebenfalls leichter, dies zu glauben. Und als dies nicht genug, versicherte sie ihm auch noch ihre Unterstützung, sollte er wirklich Jones aufsuchen. Sie wollte mit Elion reden, ob er nicht länger bleiben könnte, und würde ihm im Falle einer Absage helfen, in dieser für ihn fremd gewordenen Welt wieder Fuß zu fassen. Womit hatte er all dies verdient? Vermutlich gar nicht, doch schien Neela nicht zu kümmern. Sie war einfach für ihn da.
Alistair war eigentlich nicht leicht mit emotionalen Reden zu beeindrucken, doch ihre Worte rührten ihn und ließen seine Knie für einige Momente weich werden - oder zumindest fühlte es für ihn so an. Ein verdächtiger Glanz legte sich in die grünen Augen, und mit einem sanften Schmunzeln legte er eine Hand an die Wange der schönen Blonden, worauf sein Daumen leicht über die weiche, makellose Haut strich.

"Du bist niedlich, aber das sagte ich ja bereits", bemerkte er darauf etwas belustigt, wobei er ihr tief in die Augen sah. Und als er merkte, dass die seinen ebenfalls bedrohlich zu brennen begannen, zog er sie in eine sanfte und warme Umarmung, in der Hoffnung, seine plötzliche Sentimentalität würde ihr dadurch nicht so stark auffallen. "Ich danke dir, Neela. Danke für diese Chance. Hab sie vielleicht nich verdient, da ich in der Vergangenheit Mist gebaut habe, aber es is irgendwie schön, jemanden zu haben, der einen so stützt, wie du es bei mir tust. Mir is der verdammte Boden unter den Füßen weggerissen worden, aber das ist gar nicht so wild, da du von oben deine Hand nach mir ausgestreckt hast und zulässt, dass ich sie ergreife, um nicht in die Tiefe zu stürzen. Wie kann ich dir nur jemals dafür danken?" Tief atmete er ein, da er den Geruch ihres Shampoos irgendwie genoss, und nur widerwillig ließ er sie los. Als er es dann aber geschafft hatte, sah er ihr erleichtert in die Augen. "Vielleicht wär es mal ein Anfang, wenn ich dir von den positiven Erinnerungen berichte, die ich zurück erlangt hab, damit du auch mal mehr über mich erfährst. Schließlich haste mir gestern auch vieles über dich erzählt. Aber jetzt, da ich endlich wieder bisschen Geld habe, sollte ich vielleicht erstmal zusehen, dass ich irgendwo einen Zauberstab auftreibe, ohne fühl ich mich nämlich irgendwie nackt." Er lachte unsicher, kratzte sich dabei am Hinterkopf. "Vielleicht schafft's dein Kumpel ja heute oder morgen schon, sich ein Bild von mir zu machen. Würd mich freuen, ihn kennen zu lernen."
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Confusion never stops, closing walls and ticking clocks.
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