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 Bekanntschaften, wenn sie sich auch gleichgültig ankündigen, haben oft die wichtigsten Folgen.

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Dario de Luca
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BeitragThema: Bekanntschaften, wenn sie sich auch gleichgültig ankündigen, haben oft die wichtigsten Folgen.   Di 14 März 2017 - 0:19

Bekanntschaften, wenn sie sich auch gleichgültig ankündigen,
haben oft die wichtigsten Folgen.


Dario & Evee | Dienstag, 12.05.15 | abends | Schulbibliothek | Schicksal: nein | Privat

_________________________________________________________________


Drei Tage war es nun her, dass sich der freche Italiener nach einem einmonatigen Streit mit seiner besten Freundin versöhnt hatte, und doch war er alles andere als zufrieden. Unzufriedenheit beschrieb nicht einmal im entferntesten, was die junge Seele plagte. Dario ging es miserabel. Woran man das merkte?
Freiwillig (!) hatte er sich allein (!) in die Bibliothek (!) begeben, um zu lernen (!!!). Wer Dario kannte, wusste, dass die mit Ausrufezeichen markierten Stichworte höchst alarmierende Umstände kennzeichneten, welche induzierten, dass mit ihm etwas nicht stimmte. Der italienische Akrobat strotzte sonst immer vor Energie und konnte selten still halten, doch in diesem Moment saß der dunkel Gelockte stumm an einem hölzernen Tisch in der Bibliothek und las in einem Astronomienbuch. Lediglich eine Angewohnheit konnte er nicht abstellen: Unruhig wie immer klopfte er mit den Fingern auf der Holzplatte leise, gleichmäßige Rhythmen, welche zu dem Pianostück gehörten, an welchem er zu schreiben angefangen hatte (!).
Ja, wer Dario kannte, wüsste diese Zeichen zu deuten, doch der clevere Löwe war im Rampenlicht groß geworden und wusste natürlich, wie er sich verstellen und wem er aus dem Weg gehen musste, um seine Fassade aufrecht zu erhalten. Er wollte es einfach nur vermeiden, dass man ihm Fragen stellte, denn auch, wenn es ihm wohl gut tun würde, mal darüber zu sprechen, wüsste er nicht, wie er es anstellen sollte. Mit wem sollte er auch darüber reden? Chase? Der hatte momentan genug eigene Probleme. Emma? Um Himmels Willen, nein! Sie war doch der Grund für seinen Trübsal. Und Greg und Paul würden ihn nicht ernst nehmen... Also blieb er lieber allein mit sich und seinen Gedanken.

Mit sich, seinen Gedanken, und dieser Verzweiflung, die wohl viel besser umschrieb, was in ihm vor sich ging. Die Verzweiflung darüber, nicht zu wissen, wie es um ihn und seine beste Freundin stand. Sie hatten sich versöhnt, sie hatte ihn sogar geküsst, aber es hatte nicht so gewirkt, als wolle sie mehr als eine Freundschaft. Wieso sie ihn geküsst hatte, verstand Dario nicht, und diese Ungewissheit trieb ihm an den Rande der Verzweiflung. Ein wenig raufte er sich das Haar, als er über das Buch gebeugt da saß und seufzte, weil er den selben Absatz zum dritten Mal lesen musste. Die Viertelfranzösin brachte ihn durcheinander, doch nicht nur wegen des Kusses. Gerüchte waren bekanntlich nicht immer wahr, und doch gab es da ein Gerücht, das Dario sehr schwer auf dem Magen lag. Das Gerücht um Noah und Emma...
Sie würde mir doch sagen, wenn da was liefe, oder?, ging es dem Dunkelhaarigen durch den Kopf, worauf ihm aber auffiel, dass er vor der Versöhnung einen Monat nicht mit ihr gesprochen hatte, in einem Monat viel passiert sein konnte und ihr Vertrauen ihm gegenüber derart gebrochen sein könnte, dass sie ihm so wichtige Details über ihr Privatleben nicht mitteilen würde. Nicht, dass sie das unbedingt tun müsste, aber Dario dachte nun einmal, als bester Freund sollte er zu den ersten gehören, die es erführen... Auch, wenn der bloße Gedanke an eine Bestätigung des Gerüchts eine unheimliche Wut in ihm aufkeimen ließ, welche sich voll und ganz auf Noah konzentrierte. Wieder schweifte er mit Gedanken ab, schüttelte knapp den Kopf und entschied sich, die blauen Augen für einige Momente vom Buch zu nehmen, um sich zu sammeln. Hatte es überhaupt einen Zweck, sich mit Büchern abzulenken? Vielleicht sollte er wieder zum Musikzimmer, gucken, ob es nun endlich frei war...

Gemächlich wanderte sein Blick durch die Schulbibliothek, dieser blieb jedoch hängen, als er den Hinterkopf seiner besten Freundin sah. Oder zumindest nahm er fälschlicherweise an, dass das dunkle, lange Haar am Hinterkopf des Mädchens zu Emma gehörte. Sofort schlug sein Herz ein wenig schneller, die linke Hand verlor den gleichmäßigen Rhythmus und klopfte nun irgendeinen unrhythmischen Mist vor sich hin, während er mit sich kämpfte, ob er zu ihr gehen sollte oder nicht. Vielleicht war sie ja mit Noah verabredet... aber selbst wenn dem so war, konnte es nicht schaden, ein Zeichen zu setzen, indem er sich demonstrativ zu seiner besten Freundin setzte. So ganz nach dem Motto: Ich habe sie zuerst gesehen.
Ein wenig lächerlich war das Platzhirschverhalten junger Männer schon, doch es war nur natürlich, und davon einmal abgesehen fiel Dario überhaupt nicht auf, dass er eifersüchtig war. Er würde diese Emotion nie als Eifersucht bezeichnen, viel eher als ... Beschützerinstinkt.
Kurz sah er an sich runter, um zu überprüfen, ob er okay aussah, da er aber seine Schuluniform, abgesehen vom Umhang, noch trug, war er eigentlich ganz adrett gekleidet. Die rot-goldene Krawatte hatte er etwas gelockert und unter dem grauen Pullover mit dem Gryffindor-Wappen lugte ein Zipfel des weißen Hemdes hervor, aber ansonsten saß alles da, wo es sitzen musste. Tief atmete er durch, worauf er aufstand, sich das Buch unter den Arm klemmte und von hinten auf die vermeintliche Emma zukam. Nun hieß es: einfach wie immer verhalten. Auch, wenn seit einigen Tagen nichts mehr wie immer war.
"Hey Em!" Verspielt, wie es für die Freunde normal war, wuschelte Dario seiner besten Freundin durch das Haar und lachte, jedoch stoppte sein Lachen abrupt, als er zwischen seinen schlanken Fingern eine weiße Haarsträhne entdeckte. Sofort nahm er seine Hand aus dem Haar des Mädchens und sah sie aus kreidebleichem Gesicht peinlich berührt an. ER HATTE SOEBEN EIN FREMDES MÄDCHEN GEWUSCHELT! Wobei, ganz fremd war sie nun auch nicht. Er kannte die Ravenclaw aus dem Unterricht, hatte jedoch nie sonderlich viel mit ihr zu tun gehabt. Mädchen hassten es bekanntlich, wenn man ihre Haare unerlaubterweise berührte, doch vielleicht würde die Ravenclaw ihm nicht den Kopf abreißen, wenn er seinen Charme einsetzte. Oder er es zumindest trotz seines Gefühlschaos' versuchte.
"Evee, entschuldige bitte vielmals!!" Er lächelte entwaffnend und legte sich eine Hand in den Nacken, doch in seinen Augen war eine subtile Enttäuschung sichtbar. "Ich, äh, hab dich... für wen anders gehalten."
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Evee Carnahan
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BeitragThema: Re: Bekanntschaften, wenn sie sich auch gleichgültig ankündigen, haben oft die wichtigsten Folgen.   Sa 18 März 2017 - 18:28

Der spärlich belichtete Raum war erfüllt vom harzigen Duft des dunklen Holzes der Regale, welche längs zu den gotischen Fenstern aufgestellt, den Raum in einer Vielzahl von engen Gängen einteilten. Trotz der drängenden Enge der einzelnen Gänge, die durch die massive Anzahl der Bücher, die die Regale beherbergten bestärkt wurde, gab es für Evee neben der Schulbibliothek kaum einen Ort an dem sie sich hätte wohler fühlen können. Eindringlich beobachtete sie die aufgewirbelten Staubpartikel, welche sich bei jeder Berührung ihrer über den empfindlichen Buchrücken streichenden Finger behutsam lösten, um sich heiter in der schweren Luft des Raumes zu erheben. Einem Tanze gleich, der Evee an den Schneeflocken- Walzer zu erinnern schien,
schwangen sie vor ihren dunklen Augen, um sich schließlich aller Illusion und magischen Kraft dieses Ortes zum Trotz ihrer leblosen Natur entsprechend reglos auf den dunklen Boden abzusetzen. Mit einem enttäuschten Seufzen wendete sich Evee vom Geschehen ab und richtete ihren Blick auf die hintersten Tische vor den großen Fenstern, wobei das unruhige Treiben des aufkommenden Unwetters dem Raum eine bedrückende, gar unheilvolle Atmosphäre verlieh. Sehnsüchtig erhoffte sie sich auf Professor Melbourne zu stoßen, entdeckte jedoch nur einen sichtlich verzweifelten Griffindorschüler, welcher sich vergebens auf den Inhalt des vor ihm liegenden Buches zu konzentrieren schien. Sie erkannte Dario de Luca nicht sofort.
Sein untypisch schwermütiges Erscheinungsbild verleitete sie dazu die Stirn zu runzeln und neugierig einen Schritt auf ihn zuzugehen. Ihr Vorhaben bedenkend, biss sie sich sanft auf ihre Unterlippe, um sich im nächsten Moment von ihm unbemerkt abzuwenden und ihre Suche nach einem geeigneten Buch für ihre Studien an den Zyklen des Planeten Venus fortzuführen. „Wie kommst du dazu ihn ansprechen zu wollen? Er kennt dich wahrscheinlich nicht einmal und wird dich auch nicht kennenlernen wollen, du dummes Ding.“, entgegnete sie sich mahnend in Gedanken und entfernte sich ein weiteres Stück von Dario.
Behutsam schritt sie über den Flur des Ganges, um sich der möglichen Aufmerksamkeit des Griffindors zu entziehen. Das regelmäßige Ertönen ihrer Schritte wurde dabei vom einleitenden rhythmischen Klopfen von Dario´s Fingern auf dem hölzernen Untergrund des Tisches begleitet. Neugierig wendete sie ihren Blick wieder zu Dario, dessen rhythmisches Spiel sie zunächst mit einem Lächeln quittierte, das im nächsten Moment jedoch durch den Anblick des trübsinnigen Schönlings zu schwinden begann. Mitfühlend seufzte sie den jungen Löwen entgegen, besann sich jedoch wieder auf ihren eigentlichen Beweggrund für ihre Anwesenheit in der Schulbibliothek und blickte trübsinnig den etlichen Buchtiteln entgegen, denen sie sich üblicherweise wissensdurstig zuwendete.
„Führer durch die mittelalterliche Hexenkunst, Geschichte der Zauberei, ..Du weißt ganz genau, dass du dich nicht einmischen solltest..Flüche und Gegenflüche,.. Möchtest du nach deinem letzten Kollaps vor den Augen von Professor Melbourne ein weiteres Mal Gefahr laufen dich derart zu verausgaben?!..Zaubertränke und Zauberbräue...Vermutlich würde er dies auch noch verbreiten und alle wüssten dann von deinem Problem..Verwandlung für Anfänger..Du darfst ihm nicht vertrauen.. Gammeln mit Ghulen von Gilderoy Lockheart...was zum..?“ Sichtlich verwirrt schüttelte sie ihren Kopf und seufzte genervt in Hinblick auf ihr verweilendes Bedürfnis sich dem deprimierten Löwen zuzuwenden. „Konzentrier dich gefälligst!...Lehrbuch der Astronomie- Band 1-6. Na, endlich.“, entgegnete Evee etwas aufgeheitert und zog den Wälzer aus dem Regal, der ihr sogleich geräuschvoll aus der Hand auf den hölzernen Boden fiel und die ruhenden Staubpartikel in die Luft schoss, welche sich in Form einer Staubwolke um Evee legten und sich auf ihrer bekümmerten Gestalt absetzten. Erschrocken wendete sie ihr staubiges Antlitz dem Löwen zu und rechnete damit von ihm bemerkt zu werden, doch Dario schien sich von all dem nicht stören zu lassen. „Er muss wirklich sehr niedergeschlagen sein...vielleicht sollte ich ihm doch..nein!“, mit einem wütenden Schnauben schüttelte Evee den Staub von ihrem bekleideten Leib und setzte sich, den wiederbelebten Tanz der Partikel ignorierend, mit dem Rücken zu Dario an einem Tisch, um sich ihren Studien zu widmen.

„Zyklen der Venus: Morgens, wenn  die Venus am östlichen Himmel vor der Sonne aufgeht und sich im Tierkreis somit vor der Sonne befindet, wird sie auch als  "Morgenstern" bezeichnet. Dies ist in dem 19-Monate-Zyklus der Venus etwa für sieben Monate der Fall. Wenn sie monatelang Morgenstern war, bleibt sie etwa drei Monate hinter der Sonne unsichtbar und wird dann für sechs bis sieben Monate zum Abendstern, welcher auch als “Hesperos” bezeichnet wird. Die Bezeichnung “Hesperos” wird dabei von dem gleichnamigen Titanen aus der griechischen Mythologie abgeleitet, welcher unter Anderem als Vater des Ceyx galt.”..Ceyx..Ceyx..Evee erinnerte sich an eine Geschichte, die ihr Vater ihr vor gefühlten Ewigkeiten erzählt hatte. Dabei handelte es sich um die Liebesgeschichte zwischen Ceyx und seiner Gemahlin, der schönen Nymphe Alkyone, die in innigster Liebe verbunden waren. Auf der Suche nach dem Orakel in Klaros, begab sich Ceyx trotz der Warnungen seiner Gemahlin aufs Mittelmeer, doch das Schiff versank und Ceyx ertrank, glücklich darüber seine Frau sicher zu wissen. Als Alkyone von dem Tod ihres Mannes erfuhr, beschloss sie ihm in den Tod zu folgen und so stürtzte sie sich von den Klippen, um ins Meer zu versinken. Doch anstatt im Meer zu ertrinken, flog sie zum toten Körper ihres Mannes. Die Götter waren gnädig und hatten sie zu einem Vogel verwandelt. Als sie sich auf den toten Körper ihres Mannes warf, stellte sie fest, dass auch er zu einem Vogel geworden war...
Deprimiert stützte Evee ihren Kopf auf ihre linke Hand, als sich trübsinnige Gedanken in ihren Kopf drängten. Ob es so eine Liebe im echten Leben wirklich geben konnte? Hätte sie es übers Herz gebracht sich für jemanden von den Klippen zu stürtzen?..Es verging kein einziger Augenblick, als das Bild ihres lächelnden Vaters vor ihrem inneren Auge auftauchte. Für ihn, ganz gewiss!...Doch für Evee?..Niemand. Das Antlitz ihres Vaters verblasste allmählich und wurde durch den Anblick vom Professor Melbourne ersetzt. Sie erinnerte sich an dem Moment, in dem seine Gesichtszüge ihr so untypisch besorgt entgegentraten. Ihr Herzschlag beschleunigte sich, während sich ihre Wangen in einem zarten Rosé-ton färbten, doch ihr kürzlich aufgekommenes Lächeln verstarb bei der Erinnerung an die Berührung ihrer Hände und der Erinnerung an das weiblichen Phantom, welches in ihm eine unerträgliche Sehnsucht ausgelöst hatte. Die Stille, die Evee nun schrecklich erdrückend vorkam, wurde durch eine salzige Perle durchbrochen, welche sich von ihren traurigen Augen löste und sich beim Aufprall auf der Buchseite unnachgiebig in das dünne Papier fraß. Evee konnte noch erkennen, wie sich die Tinte beim Wort “Ceyx” zu einem undefinierten dunklen Fleck auflöste, bevor das Buch sich brüskiert zuklappte. Erschrocken über das plötzliche Eigenleben des Buches zuckte Evee zusammen, beruhigte sich jedoch allmählich und griff im nächsten Moment wieder nach dem Buch, um sich dem Rest des Textes zu widmen. Eigenwillig wie es war, weigerte es sich jedoch vehement davor sich öffnen zu lassen. “Na, los doch! Öffne. Dich!”, brachte sie wütend dem Buch entgegen, während ihre Finger immer wieder vergebens einen Weg zwischen den Buchseiten zu finden versuchten. “Hey Em!”, ertönte es hinter ihr, als die Finger eines Fremden verspielt durch ihr Haare fuhren.      
Ruckartig erhob sich Evee von ihrem Stuhl, welcher geräuchvoll zu Boden fiel, um den der Stimme zugehörigen Berührungen zu entgehen. Dabei stieß sie mit dem Rücken gegen ein Bücherregal, aus welchem sich ein Buch mit einem schichten dunklen Einband löste und auf dem Buchrücken zu Boden fiel.
Mit vor Schreck geweiteten Augen blickte sie dem erbleichtem Gesicht des Italieners entgegen. “Evee, entschuldige bitte vielmals!!..Ich äh, hab dich...für wen anders gehalten”. Seine hellen Augen blitzten enttäuscht, während er entwaffnend eine Hand in den Nacken legte und ihr entgegenlächelte. Schwer atmend stützte sich Evee auf ihre Knie, während sie sich noch mit den fremden Schmerz und der Verzweiflung konfrontiert sah. Trotzdessen, dass die kurzlebige Berührung nicht dazu gereicht hatte, um sie in dem Zustand zu versetzen, in welchem sie sich mit Professor Melbourne konfrontiert sah,
reichte sie aus, um in Evee eine überwältigende Verzweiflung hervorzurufen, die sich in Form von krampfenden Schmerzen in ihrer Magenregion äußerten. Keuchend legte sie sich ihre Arme um ihren Bauch und beugte sie nach vorn, bevor sie ihren Kopf hob und Dario´s enttäuschten Blick mit einem wütenden Funkeln in ihren dunklen Augen begegnete. Sichtlich verletzt ballte sie ihre Hände zu Fäusten.
“Was hast du erwartet?..Naiv, wie eh und je. Als hätten die Jahre bei deiner kranken Verwandtschaft nicht gereicht um dir zu zeigen, wo dein Platz ist..”, sprach sie in Gedanken, bevor sie eine Welle an Schmerz überwältigte und ihr die Tränen in die Augen trieb.
Mit zittrigen Gliedern erhob sie sich, Dario noch immer wütend anfunkelnd und strich sich behutsam die Tränen vom Gesicht. “Ich weiß...dass du jemand anderes erwartet haben wirst..” , entgegnete sie ihm in einem beißenden Ton. Ihr Blick fiel auf das aufgeschlagene Buch auf dem Boden. Die Seiten waren in einem zarten rosa gefärbt, während sich über dem Text gülden geschwungene Buchstaben zu dem Wort “Liebestrank” zusammensetzten, deren Bedeutung durch die Abbildung eines mit einer rosa Flüssigkeit gefüllten bauchigen Fläschchen bestätigt wurde.
Mit einem bitteren Lächeln quittierte Evee den ihr dargebotenen Anblick, bevor sie ihre dunklen Augen ein weiteres Mal auf ihr Gegenüber richtete. “Ich weiß, ..Liebeskummer tut unheimlich weh..”, schluchzte sie und drückte dabei ihre schmerzenden Lider zusammen, um die aufkommenden Tränen zu verdrängen. “...doch...wieso sollte sie dich küssen, wenn sie dich nicht will?”, ergänzte sie, als ihre Wut von ihrer unerträglichen Sehnsucht überwältigt wurde. Vollkommen aufgelöst wies sie nicht mehr die Kraft auf ihre Tränen zu verdrängen und so hinterließen sie salzige Striemen auf ihren geröteten Wangen, bevor sie auf dem Stoff ihrer hellen Bluse fielen und von diesem eingesogen wurden.
Zaghaft hob sie das Buch vom Boden und drückte es Dario an die Brust, bevor sie sich schluchzend von ihm in Richtung Ausgang entfernte.


Zuletzt von Evee Carnahan am So 19 März 2017 - 18:26 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Dario de Luca
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BeitragThema: Re: Bekanntschaften, wenn sie sich auch gleichgültig ankündigen, haben oft die wichtigsten Folgen.   So 19 März 2017 - 2:07

Dario bereitete sich schon auf den Tobsuchtsanfall des Jahrtausends vor, befürchtete, die dunkelhaarige Ravenclaw würde ihn in der erstickenden Stille der Schulbibliothek lauthals zur Schnecke machen, dafür, dass er ihr sorgsam gekämmtes Haar durcheinander gebracht hatte, aber - obwohl sie ihre Fäuste geballt hatte, schwer atmete und plötzlich Schmerzen zu haben schien - es kam nicht zu einer solchen Aktion. Eine Augenbraue hob sich bei dem Italiener, sichtlich verwirrt ob der zunächst unerwarteten Reaktion auf sein missglücktes Freundschafts-Gewuschel. Kurz wanderten seine blauen Augen zu dem Buch, das sie aus Versehen hatte fallen lassen, und als sie ihren Blick dann wieder kreuzten, wurde ihm schlagartig kalt. Da war Wut in ihrem Blick, gepaart mit dem Funkeln von Tränen. Ja, irgendwie dürfte es ihn nicht wundern, dass sie wütend war, auch wenn es nicht die Sorte Wut war, die er nun erwartet hätte. Etwas in ihren dunklen Augen wirkte weniger empört als doch eher aufrichtig verletzt, und gespannt beobachtend grub Dario leicht seine oberen Schneidezähne in seine Unterlippe, nicht wissend, was genau sie denn so verletzt haben könnte. Rasch ließ er sich seine Worte durch den Kopf gehen, und je länger er darüber nachdachte, desto bewusster wurde ihm, wie gemein seine Reaktion auf sie doch gewirkt haben musste. Wieso nur war er so talentiert darin, Mädchen zu verletzen? Evee musste sich unerwünscht und unwichtig vorkommen. Dario, du bist ein Idiot.
Doch so gut er es beherrschte, in derart unglückliche Situationen zu geraten, so mies war der muggelstämmige Akrobat darin, sich aus eben solchen zu retten. Verzweifelt grub er in seinem spärlich errichteten Gedächtnispalast nach Worten, die sie besänftigen könnten, doch er fand nichts, und starrte sie daher einfach nur an, während sie sich die Tränen von den Wangen wischte. Erst jetzt fiel dem Siebzehnjährigen auf, wie hübsch das unscheinbare Mädchen doch war. Wieso war ihm das vorher nie aufgefallen? Gut, Evee war generell so still, dass sie einem wohl nicht auffallen wollte, doch sie könnte es sich durchaus erlauben, sich auffälliger zu verhalten. Leicht öffneten sich die Lippen des lockigen Löwen, als er den Schwung ihrer Lippen verfolgte. Vorbei an der wohlgeformten Nase wanderte der Fokus seiner blauen Augen auf das Haar mit der hellen Strähne, welches außergewöhnlich war, ihr aber durchaus stand. Es war ihr Markenzeichen und der Grund, wieso der beliebte Italiener überhaupt ihren Namen wusste, denn bis auf die ungewöhnliche Haarfarbe gab es doch eher wenig, was er mit der stillen Ravenclaw assoziierte.

Seine abgedrifteten Gedanken wurden zerschlagen, als sie plötzlich anfing, von Liebeskummer zu reden. Ertappt senkte er den Blick wieder auf das aufgeschlagene Buch, dessen Inhalt er erst jetzt vage erkennen konnte - Liebestrank, etwa ein Omen? - doch bei ihren nächsten Worten schnellte er wieder zu ihrem Gesicht, worauf ihm die Kinnlade runter klappte. Woher wusste Evee von dem Kuss? Wie war das möglich? Perplex sah Dario Evee an, als hätte sie ihn gerade auf Russisch nach der Weltformel gefragt, doch der perplexe Blick wich einem hilflosen, als erneut Tränen fielen. Es wurde deutlicher, wie aufgebracht sie war, als sie ihm unsanft das Buch überreichte und fluchtartig ging, um Dario verwirrt blinzelnd zurückzulassen. Bitte was? Nun verstand er gar nichts mehr. Aber er war in diesem Film offenbar der Bösewicht - eine Rolle, die er nicht übernehmen wollte. Er war ein Fan von Happy-Ends, bei welchen sich herausstellt, dass der Bösewicht gar kein solcher ist, sondern einfach nur missverstanden wurde. Ja, das ganze MUSSTE ein Missverständnis sein!
"Evee, warte!", brachte der Akrobat nur gedämpft hervor, damit sich die Bibliothekarin nicht über die Lautstärke in ihren heiligen Hallen beschwerte. Er war hier schon zu oft negativ aufgefallen - einen Rausschmiss wollte er wirklich nicht riskieren. Nicht jetzt, da er an einem Projekt für das angestrebte Vollstipendium arbeitete. Oder es zumindest versuchte, sofern Emma ihn denn klar denken ließ.
Das überreichte Buch klemmte er sich ebenfalls unter den Arm zu dem Astronomiebuch, worauf er der dunkelhaarigen Ravenclaw sofort folgte. Er hatte sie schnell eingeholt.
"Bitte, bleib stehen. Ich wollte dich nicht kränken - oder so... und überhaupt, wie kommst du darauf, dass ich Liebeskummer habe?! ... Ach, wie auch immer...", stammelte er unbeholfen und mit gemischten Gefühlen, worauf er sie unvorsichtiger als beabsichtigt am Handgelenk packte, und mit sanfter Dominanz zu sich zog, "Was soll das? Wieso weinst du?" Deutlich war die Verzweiflung erkennbar, als er in ihre Augen blickte. Er wusste zwar nicht wie, aber er hatte sie offenbar ziemlich verletzt, und er wollte nicht, dass ihn schon wieder ein Mädchen für einen Vollidioten hielt, der durch die Gegend rannte und reihenweise Herzen brach. Dieses Image, das ihm fälschlicherweise anhaftete, war absolut nicht das, was er verkörpern wollte, und er hoffte, diese Szene noch irgendwie gerade biegen zu können. Nicht nur, um seinen eigenen Ruf zu retten, sondern auch, weil diese fragwürdige Szene aufrichtiges Interesse an der geheimnisvollen Hexe geweckt hatte. Sie schien Dinge zu wissen, die sie nicht wissen konnte - schließlich hatte Dario noch mit niemandem über den Kuss gesprochen und er bezweifelte, dass Emma mit Evee darüber gesprochen haben könnte, schließlich hatte er die Damen bisher nicht oft zusammen gesehen - und dieser intensive Ausdruck unberechenbarer Emotionen warf ebenfalls tausend Fragen auf.
"Bitte sag mir, was ich falsch gemacht habe." Nun hatte diese innere Verzweiflung auch die tiefe Stimme erreicht, welche dadurch sogar noch dunkler und kratziger klang, während seine warme Hand ihr Handgelenk fest umklammert hielt und er ihren Blickkontakt suchte.
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Evee Carnahan
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BeitragThema: Re: Bekanntschaften, wenn sie sich auch gleichgültig ankündigen, haben oft die wichtigsten Folgen.   So 19 März 2017 - 18:23

Seine Berührung glich einem brennenden Hieb, als sich seine schmalen Finger, jeder einzelne einer Peitschenschnur ähnelnd, um das dünne Fleisch ihres Handgelenkes legten und dieses regelrecht zu zerschmettern drohten.
Wimmernd versuchte Evee sich aus seiner Berührung zu winden, während seine verzweifelten Augen ihren schmerzerfüllten Blick zu fixieren versuchten. Seine Lippen formten Worte, die schallend an den Wänden ihres Schädels abprallten, um sich fortwährend in Form eines pochenden Schmerzes in ihrem ganzen Leib auszubreiten.
Mit leicht aufgerissenen Augen begegnete sie seinem Blick, als ein heiseres Flehen ihre leicht geöffneten Lippen entfleuchte, bevor ihre Gefühls- und Gedankenwelten von einer Welle fremder Gefühle umspült wurden.
In einem tranceähnlichen Zustand erstarrte die junge Ravenclaw an Ort und Stelle, als die  Erinnerung eines Kusses prickelnd über ihre Lippen fuhr und sich der trügerische Schleier fremder Sehnsüchte zärtlich um ihr Herz legte, bevor sie sich mit dem schönen Löwen in der Rolle der Protagonisten eines fremden Dramas zweier Liebender wiederfand. Mit einem leidenschaftlichen Funkeln begegnete sie seinem Blick, während sein begieriges Herz in ihrem Brustkorb wild zu hämmern schien.
Evee näherte sich seinen leicht geöffneten Lippen mit dem Anflug eines verliebten Lächelns, bevor sie sich ihnen widerstandslos hingab. Seine Hände wanderten zu ihren geröteten Wangen, während sich seine warmen Lippen sanft auf ihren Mund zu pressen schienen. Ihr Herz schien von der unerträglicher Sehnsucht zu zerspringen, als sich die weichen volleren Lippen ihres Gegenübers zu einem schmalen verbitterten Lächeln verzogen um dessen Winkel sich unregelmäßig vertiefte Altersfältchen bildeten. Zaghaft richtete sie ihre dunklen Augen auf die Augen ihres Gegenübers, welche sich in zwei ihr allzu bekannte ermattete Smaragde gewandelt hatten, die sie aus ihrer Trance zurück in die Realität drängten. Professor.
„Bitte sag mir, was ich falsch gemacht habe“, hörte sie die bittende Stimme des schönen Löwens lediglich gedämpft durch das dicht gewobene Netz ihres Gefühlschaos erschallen.
Mit einem heiseren Schmerzenslaut trieb sie ihre Nägel in das warme Fleisch ihres Gegenübers, bevor sie gegen ein Bücherregal stolperte, um sich erschöpft zu Boden gleiten zu lassen.
Mit fahrigen Bewegungen zog sie ihre Knie an ihren zittrigen Oberkörper und vergrub daraufhin ihr Gesicht in ihren Armen. „Bitte...fass mich nicht an...Fass mich nicht an. Fass mich nicht an..Fass mich nicht an..“. Mit stockender Stimme wiederholte das verzweifelte Mädchen ihr mantra- ähnelndes Flehen, bevor ihre heisere Stimme in ein schmerzerfülltes Schluchzen überging.
„Ich will das nicht mehr..Ich will das nicht mehr..Du darfst das nicht. Du darfst mich nicht anfassen. Fass mich nicht an..Fass mich nicht an“, rief sie verzweifelt, als sie ihren Handrücken immer wieder grob über ihre rissigen Lippen fuhr, um den trügerische Abdruck seiner vermeintlichen Lippen darauf auszulöschen. Erschöpft blickten ihre blutunterlaufenen Augen in sein erschüttertes Gesicht. Er hält dich für verrückt..Er hält dich auf jeden Fall für verrückt!
„Ich..Ich bin nicht verrückt“, erwiderte sie auf ihre Befürchtung, als sich die ihr altbekannte Einsamkeit um ihr Herz legte.. „Bitte geh nicht..“, fuhr sie schluchzend fort, bevor sich weitere Tränen aus ihren brennenden Augen lösten.
„Ich halte dich für keinen Vollidioten...Du hast nichts falsch gemacht. Du kannst nichts für..das was ich bin“, spie sie ihre letzten Worte verächtlich aus. Unfähig sich aufzurichten, hob sie ihr glänzendes Gesicht, auf welchem einige ihrer hellen Strähnen klebten und schenkte ihm ein kleines trauriges Lächeln. „Meine..Mutter sagte mir immer,...ich dürfe es niemandem zeigen. Es sei ein Fluch. Ich sei ihr Fluch. Ich dürfe es niemandem zeigen und ganz gewiss nicht meinem Papa..“. Bei der Erwähnung seiner Person erstickte ihre Stimme in einem schmerzerfüllten Wimmern..“Aber es hört nicht auf!..Ich möchte nicht mehr, dass es wehtut! Ich will auch geliebt werden!..Ich will auch geküsst werden..“,verlegen begegnete sie seinen hellen Augen. „Ich möchte, dass meine Lippen genauso kribbeln, wie es deine taten.“, flüsterte sie ihm heiser zu.
„..Bitte geh nicht.“
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Dario de Luca
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BeitragThema: Re: Bekanntschaften, wenn sie sich auch gleichgültig ankündigen, haben oft die wichtigsten Folgen.   Mo 20 März 2017 - 1:33

Kaum, dass er seine zuletzt gesprochenen Worte hervor gepresst hatte, ergoss sich über ihm eine Flut aus fremden Gedanken und Emotionen. Es waren nur Bruchteile von Sekunden, in welchen er vor seinem inneren Auge Bilder von Professor Melbourne sah und ein wohl bekanntes, wenn auch in diesem Kontext völlig befremdliches Kribbeln in seiner Magengrube entstand, doch diese Bruchteile reichten aus, um ein halbwegs erkennbares Bild aus den zusammengesetzten Fragmenten erkennen zu können. Darios erster Gedanke war, das dies schon wieder ein kranker Scherz des Poltergeistes war, ähnlich wie der Körpertausch-Fluch, wie er ihn neulich mit Emma hatte durchstehen müssen, doch als er an sich herunter sah, stellte er erleichtert fest, dass er noch immer im eigenen Körper steckte. Etwas anderes ging hier vor sich; etwas, das deutlich ernster war als ein dämlicher Streich eines Poltergeistes.

Die Tränen der jüngeren Schülerin bestätigten dies. Sie riss sich los, weinte und flehte den Akrobaten an, sie nicht mehr anzufassen, und schwer schluckend ging Dario einen Schritt zurück, ließ die Hand, die sie eben noch gepackt hatte und nun leicht blutete, weil sie Bekanntschaft mit ihren Fingernägeln gemacht hatte, langsam sinken, den geschockten Blick nicht von ihr lösend, abwartend, was nun passieren würde, da sie gegen ein Bücherregal gelehnt auf dem Boden saß und sich zusammenrollte, als wolle sie lieber alleine sein. Langsam schlossen sich die Lider des gelockten Löwen, resignierend, nein, kapitulierend. Wie hatte er das nur angestellt? Er hatte ihr nichts böses gewollt, und doch fühlte er sich schuldig, als hätte er sie misshandelt und würde nun sehen, was er damit aus ihr gemacht hatte. Vielleicht war es wirklich besser, wenn er das Weite suchte, bevor er es noch schlimmer machte, doch ihre zerbrechliche Stimme verlangte nach seiner Nähe. Sie bat ihn darum, zu bleiben. Fragend sah er sie an, als wartete er ab, dass sie es sich doch noch anders überlegte, doch dies tat sie nicht.

Stumm und aufmerksam hörte er ihr zu, wobei er es nicht wagte, sich zu bewegen. Selbst die leichten Bewegungen seines Brustkorbes durch seine Atmung fühlten sich unangebracht und zu unruhig für diesen spannungsgefüllten Moment an, weshalb er versuchte, diese auf ein Minimum zu reduzieren, obwohl sein Herz wild in der Brust pochte und nach mehr Sauerstoff verlangte, als er mit den forciert ruhigen Atemzügen aufnehmen konnte. Es beruhigte ihn kaum, dass sie ihn nicht für einen Vollidioten hielt. Er konnte sich nicht einmal darüber freuen; zu sehr erfüllte ihn das dargebotene Bild mit Unbehagen und Unsicherheit. Einerseits, weil er mit der Situation nicht wirklich umzugehen wusste ... und andererseits, weil es ihn zutiefst verstörte, hübsche Mädchen derart aufgelöst und vor Allem weinend zu sehen. Nun zu gehen würde sich nicht richtig anfühlen. Er war zwar oft der Clown, der alle zum Lachen brachte, doch sie konnte er nicht einschätzen. Er lief Gefahr, sie nur noch weiter zu verstören, wenn er ihr ein offenes Ohr anbot, aber unversucht wollte er es nicht lassen. Er wusste schließlich, dass es helfen konnte, einmal über alles zu reden, und so, wie es klang, war dies bei ihr schon lange überfällig. Eine Mutter, die sie für ein Monster hielt, und ein Vater, der von ihren Problemen nicht wissen durfte und daher als Ansprechpartner weg fiel. Wie es schien, hatte sie es schon familiär nicht sehr leicht. Probleme dieser Art ließen sich durch Gespräche nicht einfach wegwischen - dennoch blieb Dario wie angewurzelt stehen, den Blick nicht von ihr lösend, während sie weiter sprach. Erneut musste er schlucken, als sie den Wunsch äußerte, geliebt und geküsst zu werden, und für einen Moment dachte er, dass dies eine indirekte Aufforderung war, ihr diesen Wunsch zu erfüllen, rasch wurde dieser Gedanke aber mit einem knappen, energischen Kopfschütteln vertrieben. Nein, damit würde er sie wohl falsch verstehen. Würde er nun versuchen, sie zu küssen, würde dieser Versuch wohl mit ihrem Fuß in seinem Schritt oder einer Hand in seinem Gesicht enden, schließlich hatte sie ihn sieben Mal darum gebeten, sie nicht anzufassen. Davon einmal abgesehen, konnte sich der beliebte Gryffindor keine weiteren Gerüchte in diese Richtung erlauben.

Seine Kehle fühlte sich unfassbar trocken an, ebenso sein Mund und seine Lippen, welche er nur kurz mit der Zungenspitze befeuchtete, während er sich subtil umsah. Dieser kleine Zwischenfall war lauter gewesen, als es für die Schulbibliothek üblich gewesen wäre, dennoch war sie in diesem Moment so dünn besucht, dass sie keinen neugierigen Blicken ausgesetzt waren. Auch von der Bibliothekarin war zum Glück keine Spur. Ein paar Sekunden wartete er noch ab, lauschte, ob sich Schritte näherten, und in diesen Sekunden schien sich die Stille wie eine Leine um die beiden Schüler zu schnüren, als würde sie einen neuen Raum abgrenzen. Einen Raum, in welchem sie allein waren. Nur die beiden und ihre Probleme.
"Ich gehe nicht", durchbrach Dario schließlich heiser die Stille, worauf er die Bücher auf den Boden legte und sich neben Evee auf den Boden setzte, ebenfalls an das Bücherregal gelehnt. In seinem Kopf kursierten so viele Fragen - wie viel wusste sie nun über ihn? Was genau war diese besondere Fähigkeit? Und wieso hatte er in seinem Kopf Bilder davon gehabt, wie Evee und Professor Melbourne sich küssten? - doch es fühlte sich für ihn nicht richtig an, sie nun mit diesen zu löchern. Sie war aufgelöst und konnte seine Aufregung nicht gebrauchen, weshalb er sich selbst zur Ruhe ermahnte, in der Hoffnung, mit dieser Ausstrahlung auf sie abzufärben, damit sie sich etwas wohler fühlte. Leise atmete er tief ein, dann wieder aus, während er die Buchrücken anstarrte, welche sich im Regal vor ihm befanden. "Ich werde dich nicht mehr berühren. Tut mir leid, dass ich so unvorsichtig war." Und dann schenkte er ihr ein aufrichtig aufmunterndes, fast schon freches Lächeln, wobei er sie von der Seite ansah. "Und ich halte dich nicht für verrückt. Nach bald sechs Jahren auf dieser Schule kann mich mittlerweile gar nichts mehr schocken." Auch wenn er so etwas wirklich noch nie gesehen hatte. Es schreckte ihn jedoch nicht ab, viel mehr weckte es sein Interesse.

Er saß in einer bequemen Position neben ihr in diesem imaginären Raum, der ihn und Evee von der bösen Außenwelt isolierte. Seine Körperhaltung signalisierte, dass er nicht vorhatte, einfach zu gehen, sondern stattdessen durchaus bereit wäre, länger hier sitzen zu bleiben. So lang, wie es für die dunkelhaarige Hexe nötig war, bis sie sich nicht mehr von ihm bedroht fühlte und es ihr wieder besser ging. Aus seiner rechten Hosentasche zog er ein sauberes Stofftaschentuch, welches er ihr mit sanften Bewegungen und ohne Worte anbot. Wenn sie es genommen oder abgelehnt hatte, würde er den lockigen Schopf an die Bücher hinter sich lehnen und wieder das gegenüberliegende Bücherregal anstarren.
"Eltern sind schon ein Mysterium an sich... Lassen ihre Kinder gerne im Glauben, nur das beste für sie zu wollen, doch nicht selten geht es ihnen doch um den eigenen Vorteil..." Locker begann er, zu reden, um die Situation ein wenig zu entschärfen. Auch er hatte so einige Probleme mit seinen Eltern, auch wenn seine wohl längst nicht so gravierend waren, wie die, die Evee hatte. Dennoch gab es ein paar Ähnlichkeiten, wenngleich sie auch eher antiproportional zueinander standen. Ihre Mutter redete ihr ein, ihre Gabe wäre ein Fluch. Darios Eltern - beide Muggel - hingegen redeten ihrem Sohn ein, seine magischen Fähigkeiten wären ein Segen. Er selbst verfluchte die Zauberei häufig, war er doch eher ein grausamer Zauberer und lediglich im Bereich der naturwissenschaftlich-angehauchten Disziplinen talentiert. Eigentlich hatte er für sich keine Zukunft in der magischen Gesellschaft gesehen, doch ohne Abschluss einer Muggelschule würde er nicht weit kommen, und diese Bildungslücke aufzufüllen würde seine Familie alleine schon finanziell nicht tragen können. Die Zirkusfamilie kam jedes Jahr gerade so über die Runden und hoffte, mit dem magisch begabten Nachwuchs endlich wieder einige ausverkaufte Vorstellungen haben zu können, schließlich war echte Magie faszinierender und undurchschaubar für Muggel, aus welchen das Publikum des Circus de Luca bestand, und gewiss einzigartig in der Entertainment-Branche. Seine Fähigkeiten könnten für einen bitter nötigen, finanziellen Aufschwung des Familienzirkus' sorgen, das wusste Dario, doch dies war nicht das, was er sich von der Zukunft erhoffte. Er liebte den Zirkus und das Rampenlicht, genoss es, andere in Staunen zu versetzen und zu unterhalten, aber er sehnte sich nach einer Aufgabe, die einer eigenen, tief sitzenden Faszination entsprang. Er wollte buchstäblich nach den Sternen greifen. Den Zirkus hinter sich lassen und in Island Astronomie studieren, sobald er in Hogwarts fertig war. Dies war, was er wollte, auch wenn dieser Traum zu einem Albtraum wurde, sobald er daran dachte, wie enttäuscht seine Eltern von dieser Entscheidung wären. Sie würden ihn nicht unterstützen und es ihm sehr übel nehmen, dass er sie und den Zirkus im Stich gelassen hat. Und wie nachtragend die de Lucas sein konnten, hatte der Gryffindor an dem jahrelangen Streit mit Emmas Mutter gesehen... "Aber lass dir nichts einreden, von dem du nicht aus eigener Kraft überzeugt bist, Evee." Vielleicht sollte er dies noch ein wenig erläutern. "Eine Gabe muss nicht immer ein Fluch oder Segen sein. Sicherlich hat sie immer Vor- und Nachteile, aber die Kunst liegt darin, die Vorteile zu erkennen und für sich zu nutzen." Aus der rechten Gesäßtasche seiner Hose zog er ein Kartendeck, zog gekonnt sein Markenzeichen - die Spielkarte Pik Ass - aus diesem heraus, um sie geschickt durch ein bloßes Schließen der Hand und ohne Anwendung von echter Magie verschwinden zu lassen, worauf er das Deck professionell mischte, die blauen Augen dabei auf seine Gesprächspartnerin gerichtet. Er brauchte etwas zu tun, sonst würde er seine innere Unruhe auf deutlich störendere Weise zum Ausdruck bringen. "Ich muss schon sagen, es beeindruckt mich, dass du schon jetzt mehr über meine ... Probleme mit Emma weißt als mein bester Freund. Ist das so eine Art Legilimentik?" Aufrichtiges Interesse blitzte in seinen Augen auf, doch er ließ die Frage nicht so klingen, als müsste sie ihm unbedingt antworten. Auch stellte er die Fragen zu seinen Erscheinungen mit Professor Melbourne vorerst zurück. "Meine Großmutter kann so etwas ähnliches. Vielleicht hat sie Tipps für dich, wie du deine Gabe in den Griff bekommst." Zuversichtlich lächelte er sie an, während er sich die abgenutzten Karten durch die Hände gleiten ließ.

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Evee Carnahan
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BeitragThema: Re: Bekanntschaften, wenn sie sich auch gleichgültig ankündigen, haben oft die wichtigsten Folgen.   Sa 25 März 2017 - 17:19

Viel zu ruhig erschienen ihr die gleichmäßigen Atemzüge des sichtlich verstörten Löwen, dessen angespannte Glieder ihn eisern in einer unnatürlich steifen Haltung über ihre kümmerlich gebeugte Gestalt positionierten, während sie ihm, naiv und einsam wie sie war, in ihr Geheimnis einweihte.
Mit wild klopfenden Herzen wagte sie es sich seinem verunsicherten Blick zuzuwenden, als ihre Liebesbedürftigkeit in unverhohlenen Worten ihre Lippen verließen.
Sie beobachtete wie er sein aufkeimendes Zögern ihrer indirekten Bitte gegenüber geräuschvoll seine trockene Kehle herunterschluckte, bevor er seine unschlüssige Haltung mit einem knappen, jedoch energischen Kopfschütteln aus seinen Gedanken zu vertreiben versuchte. Schüchtern richtete sie ihren Blick auf den staubigen Boden, während sich der fahle Hautton ihrer Wangen als Reaktion auf sein scheinbar nicht vollends abgeneigtes Wesen in einen sanften Roséton färbten. Vielleicht, so hoffte sie, würde er nicht gehen. Vielleicht würde er sie nicht verraten.
Bitte, bitte, bleib. Bitte, lass ihn bleiben, schickte sie verzweifelt ein Stoßgebet in den Himmel und wunderte sich im nächsten Moment über die Inbrunst, die sich in ihrem Wunsch ausbreitete. Er ist mir doch völlig fremd..Sind das noch immer die Wirkungen seiner Berührung? Bitte, bitte lass ihn bleiben!, murmelte sie fast lautlos in sich hinein, während sich ihre angespannten Glieder schützend um ihren Oberkörper legten. Es schien eine halbe Ewigkeit vergangen zu sein, als seine Worte heiser die erdrückende Stille der Schulbibliothek durchbrachen. Mit einem befreiten Seufzen lösten sich ihre Arme von ihrem Oberkörper, während Evee ihren überraschten Blick freudig auf Dario richtete. „Du bleibst wirklich“, erwiderte sie, wobei ihre Aussage eher einer Frage, als einem Fakt glich. Freudig, jedoch noch immer ermattet folgten ihren dunklen Augen dem jungen Italiener, welcher sich nun wie selbstverständlich neben Evee gegen das Bücherregal lehnte und sein Bereuen über seine Berührungen mit einer Entschuldigung auf den Lippen bei Evee beteuerte. „Nein, du brauchst dich wirklich nicht zu entschuldigen!“, erwiderte Evee verlegen, während sich ihre Hände vor ihrer Brust positioniert horizontal hin- und herbewegten. Schüchtern quittierte sie seine Mundwinkel, die sich schmelmisch zu einem aufrichtig aufmunternden Lächeln verzogen.
Unbemerkt schlichen sich seine lindernden Worte, einer fruchtbaren Saat gleich, in den trostlosen  Kammern ihres Herzens, um im Schutz der Dunkelheit mit der Zeit zu einer hoffnungsvollen Knospe aufzukeimen.
Dankbar schenkte sie ihm ein scheues Lächeln, während sie sich eine helle Strähne aus ihrem Gesicht hinters Ohr klemmte. „Es tut mir Leid..“, wollte sie gerade ansetzen, als der liebenswerte Griffindor ihr ein Stofftaschentuch anbot, welches sie zunächst etwas zögernd annahm.
Mit pedantischer Genauigkeit vermied sie es dabei ein weiteres Mal in Berührung mit seiner Haut zu kommen. Vorsichtig fuhr sie mit dem weichen Stoff über ihre feuchten Augenpartien, während sie seinen Lippen lauschte, die in lockeren Tönen von seinen Eltern erzählten, während er sich gegen das Bücherregal lehnte und gedankenverloren seinen Blick auf die gegenüberliegenden Buchrücken warf.
Eindringlich beobachtete sie die scharf geschnittenen Gesichtszüge seines Seitenprofils, die in seiner gewichtigen Beklommenheit getaucht, keine Ähnlichkeit zu seinem gewöhnlich knabenhaften Auftreten aufweisen wollten. Sie beobachtete seine blassblauen Augen, welche sich mit einem konzentrierten Blick, in ferne Gedankenfragmente verloren, intensiv von seiner rosigen  Gesichtsfarbe hervorhoben, bevor sich eine gelockte Haarsträhne seines erhöhten Haaransatzes vor sein Gesicht legte und Evee sich dabei mit ihrem Wunsch erwischte seine Haarsträhne sanft aus seinem Gesicht zu streichen. Neugierig folgten ihre Augen der ansehnlichen Form seiner gerade, schmalen Nase, deren Spitze sich sanft nach oben bog und ihm üblicherweise ein heiteres, leicht verspieltes Auftreten verlieh. Sie richtete ihre Aufmerksamkeit auf die kleine Einbuchtung über das markante Lippenherz seiner leicht sinnlich geschwungenen blass-rosafarbenen Lippen, welche schon so mancher Schülerin auf Hogwarts einen schmachtenden Blick entlockt hatten, deren äußerste Winkel nun jedoch zu einem herben Ausdruck erstarrt waren.
Das aufmunternde Lächeln, welches noch bis vor ein paar Augenblicken seine Lippen zierte,  fand sich nun auf ihren Lippen, als sie ihre zittrige Hand zaghaft auf seinen stoffüberzogenen Oberarm legte und Dario mit einem sanften Streicheln aus seinen trüben Gedankenwelten holte. Etwas unsicher über ihr forsches Verhalten wurde ihr aufmunterndes Lächeln weniger vom Funkeln eines schelmischen Charakters, als vom zugeneigten, jedoch unsicheren Erröten ihrer Wangen untermalt. „Ich danke dir“, sprach sie sanft, als sie ihm das Stofftaschentuch reichte. „Für deine lieben Worte und dein aufrichtiges Interesse..und für dein Vertrauen, was deine Eltern betrifft.“.  

Für einen kurzen Moment konnte sie mit freudigen Erstaunen erkennen, wie er aus seiner rechten Gesäßtasche eine Spielkarte hervorholte, bevor er seine Hand schloss und diese ohne Einsatz von Magie mühelos verschwinden ließ. Das freudige Strahlen in ihren Augen blitzte in Neugierde auf, als sie die Karte als das Pik Ass erkannte. Dunkel meinte sie sich daran zu erinnern, dass diese Karte auch als „Ace of spades“ bekannt den Tod symbolisierte. Nachdenklich zog sie ihre Augenbrauen zusammen, als sich ihre Augen von seinen Händen, die nun geschickt ein Kartendeck zu mischen begannen auf sein Gesicht richteten und mit einem sichtlichen Erstaunen auf seinen intensiven Blick trafen.  
Ihr Herz schien einen Sprung zu machen, als ihre dunklen Augen instinktiv seine Lippen fixierten. Nervös zog sie sich den Ärmel ihres Oberteils über ihre kühlen Hände. Du stehst wohl noch immer unter dem Einfluss seiner Erinnerungen, versuchte sie sich ihr Verhalten zu erklären, während sie seinem Blick  mit einem reumütigen Ausdruck in ihren Augen begegnete. „Ich wollte mich dafür entschuldigen, dass..“, ihre trockenen Lippen setzten zu einem sanften Wispern an, bevor dieses unbemerkt von seiner Stimme übertönt wurde. Emma. Die Erwähnung ihres Namens ließ Evees Blick in Hinblick auf ihren momentanen emotionale Zustand beschämt zu Boden gleiten.
Scheinbar ahnungslos fuhr währendessen Dario mit zuversichtlicher Stimme  fort: "Ist das so eine Art Legilimentik? Meine Großmutter kann so etwas ähnliches. Vielleicht hat sie Tipps für dich, wie du deine Gabe in den Griff bekommst."
“Du bist so lieb“, sprach sie ergriffen. Hab ich das überhaupt verdient? Nachdenklich kaute sie auf ihrer Unterlippe, während ihre Finger sanft über die unsichtbaren Striemen seiner Berührungen auf  ihrem schmalen Handgelenk fuhren. Evee konnte den leicht metallischen Geschmack der roten Flüssigkeit schmecken, welche nun die dünne Haut ihrer Lippen benetzte. Legilimentik...Vorsichtig fuhr sie mit einem Finger über ihre Lippen und betrachtete die rote Flüssigkeit die sich in den Fältchen ihres Fingerabdruckes absetzten, welche sich in unberechenbar verschlungenen Pfaden einem Irrgarten gleich zum Zentrum ihrer Fingerkuppe schlängelten. Sanft schloss sie ihre Lippen um die blutende Fingerkuppe, als sie ihren Blick auf die hellen Augen des Italieners richtete.
„Vielleicht ist es wirklich so etwas wie Legilimentik.“, erwiderte sie, nahm ihre Fingerkuppe aus den Mund und schluckte geräuschvoll. Ich soll Leglimentikerin sein? „.Ich kann keine Gedanken lesen, aber ich..spüre die Emotionen anderer, sobald ich in Berührung mit ihnen komme...Sie überwältigen mich... Es ist so, als würde mich das geballte Ausmaß an fremden Gefühlen einnehmen ,während sie sich gleichzeitig mit meinen eigenen Gefühlen vermischen. Dann kann ich nicht mehr zwischen ihnen unterscheiden und dann kämpfe ich gegen den Kollaps dieses..Fluchs. Manchmal, da sehe ich auch Bilder. Es ist unerträglich.“, sprach sie fast in einem monotonen Tonfall, während ihre traurigen Augen noch immer das schöne Gesicht des Italieners fixierten. „In den allermeisten Fällen ist es Leid, dass ich verspüre.. Manchmal,..“, setzte sie an, atmete tief ein und massierte nervös ihre Hände, bevor sie sich mit dem Rücken vom Bücherregal löste und sich mit ihrem Körper zu Dario drehte, „..manchmal..da verspüre ich auch andere Gefühle. Liebe..oder Lust.“. Ihre letzten Worte brachte sie lediglich mit stockender Stimme hervor, welche, obgleich dem heiseren Wispern, in denen sie ausgesprochen wurden, gewaltvoll in den Hallen ihres Schädel nachklangen und ihren Leib mit einem nervösen Kribbeln erfüllten. „Es tut mir Leid..ich wollte mich nicht in deine Privatsphäre einmischen. Ich wollte mich nicht..zwischen euren Kuss drängen..Ich wollte auf keinen Fall deiner Erinnerungen habhaft werden..“.
Beschämt richtete sich Evees Blick auf die locker gebundene Krawatte des jungen Löwen. Spannungsgeladen zählte sie ihre Streifen, die abwechselnd in rot und goldener Farbe seine Zugehörigkeit dem Hause Griffindor verkündeten, als sich eine verhängnisvolle Frage in ihren Gedanken formierte. Mit wild hämmerndem Herzen starrte sie ihn aus vor Schreck geweiteten Augen an. „Dario, was..was hast du gesehen?!“
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Dario de Luca
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BeitragThema: Re: Bekanntschaften, wenn sie sich auch gleichgültig ankündigen, haben oft die wichtigsten Folgen.   So 21 Mai 2017 - 13:26

Er sah die Buchrücken im Regal vor sich an, während er erzählte, nicht merkend, dass die hübsche Ravenclaw ihn musterte und dabei jedes noch so kleine Merkmal seines Gesichtes aufnahm. Hätte er es gemerkt, wäre es ihm wohl nicht unangenehm gewesen, da er öfter so angesehen wurde. Meist hatte dies jedoch den Hintergrund, dass die andere Person herausfinden wollte, ob Dario zurückgeblieben war oder nicht, da er oftmals nichts als Flausen im Kopf hatte. Nicht so in diesem Moment, in welchem er so ernst wie selten war - die Situation ließ schließlich auch nichts anderes zu.
Nachdem er geendet hatte mit seiner Erzählung, spürte er ihre schlanke Hand auf seinem bekleideten Oberarm, und die blauen Augen wanderten zu ihr, schenkten ihr ein schwaches Lächeln, welches die Tragweite seiner Probleme beschwichtigen sollte, denn für ihn ging es viel mehr um Evee als um ihn selbst. Er hatte ihr lediglich skizzieren wollen, dass die Probleme, die sie jeweils mit ihren Eltern hatte, nicht komplett verschieden waren, und er zumindest den Zugang dazu hatte, ihre erschütterte Welt zu verstehen. Er konnte nicht garantieren, dass er sie aus den Trümmern ziehen könnte, aber er streckte zumindest den Arm nach ihr aus, welchen sie ergreifen konnte, so sie dies denn wollte. Mit zarter Stimme und erröteten Wangen bedankte sie sich, worauf Dario nur zuversichtlich nickte.

Er bemerkte nicht, dass sie zu einem neuen Satz ansetzte, ansonsten hätte er sie wohl kaum unterbrochen. So kam es also, dass er sie nach ihrer Gabe fragte, worum es sich dabei wohl handelte, worauf er auch direkt die Vermutung aussprach, dass seine Großmutter sich ihrer vielleicht annehmen könnte, um ihr zu helfen. Daraufhin kaute sie auf ihre Unterlippe herum, was die Aufmerksamkeit seiner Augen auf diese zog. Sie schien nicht zu ahnen, wie anziehend diese Regung auf viele Jungen in Darios Alter wirkte, zu er selbst zählte sich auch dazu, wenngleich der Situation nicht unbedingt passend war, um diesen Anblick zu genießen, sodass er seinen Blick sofort in ihre Augen schnellen ließ, sobald ihm auffiel, dass er irgendwie an ihren Lippen hängen geblieben war.
Ihre Lippe blutete, doch das hielt sie nicht davon ab, von ihrer Gabe zu erzählen. Aufmerksam lauschte Dario ihrer Stimme, während er noch immer das unvollständige Kartendeck mischte, doch dies passierte eher beiläufig. Er brauchte eben immer etwas, das seine Hände beschäftigte, da er sonst wohl durchdrehen würde.
Evees Schicksal, das Leid anderer ertragen zu müssen, ließ in seinem Blick Besorgnis aufrichten, da er realisierte, dass sie bei der unvorsichtigen Berührung vorhin den Kummer, den der Italiener mit sich herum schleppte, gespürt haben musste. Dann aber errötete er, da es auch gut sein konnte, dass er unbewusst die Liebe und Lust auf sie übertragen haben könnte, die er für Emma verspürte. Wusste Evee nun etwa, dass er nachts von der schönen Viertelfranzösin träumte? Er hoffte nicht. Dies waren sehr private Fantasien, von denen er nie gewollt hatte, das irgendwer Einblick in diese bekommen würde.

Seine Gedanken lösten sich auf, als sich die hübsche Hexe wieder entschuldigte, und er eine Hand vom Kartendeck nehmen musste, um diese Entschuldigung mit einer abwinkenden Geste als nicht nötig zu erklären. Er wusste doch, dass sie diese Gabe nicht steuern konnte, also brauchte sie sich auch nicht zu entschuldigen.
"Hey, ist doch kein Ding", meinte er nur locker, worauf er ein wenig gequält grinste, da diese Worte an eine Bedingung geknüpft waren. "Nur bitte behalte das, was du da gesehen und gespürt hast, für dich, okay?" Ihre Macht konnte mächtig sein, wenn sie sie als Druckmittel einsetzte, doch Dario schätzte die stille Mitschülerin nicht als jemanden ein, der so etwas je tun würde. Zumindest hoffte er, dass sie keine zwei Gesichter besaß und ihn diesbezüglich enttäuschen würde. Sein Blick wanderte zu dem Stofftaschentuch, welches er ihr gegeben hatte, doch er verlangte es noch nicht zurück. Er nutzte es einfach als Gegenstand, den er ansehen konnte, während seine Hände die Karten mit fließenden Bewegungen auffächerten und wieder zu einem Block rüttelten.
Sofort hielt er in sämtlichen Bewegungen inne, als sie dann fragte, was er gesehen hatte, und nur zögern fanden seine Augen den Weg zu ihren.
"Ich... habe gesehen wie du und Professor Melbourne... nun ja...", stotterte er unsicher, worauf er stockte, um sich mit schweifendem Blick zu versichern, dass niemand ihrem Gespräch lauschte. Dies waren sehr pikante Einsichten in Evees Gedanken, weshalb es Dario wichtig war, dass niemand diese mitbekam. Er stellte aber fest, dass niemand in der Nähe war, sodass er sich etwas zu ihr beugte, um leiser sprechen zu können und dennoch verstanden zu werden. "Ihr habt euch geküsst." Er hatte viele Fragen zu dieser Szene, doch diese Fragen sprach er natürlich noch immer nicht aus.
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