Harry Potter - Foren-RPG
 
StartseiteFür NeulingeWetterMitgliederAnmeldenLogin
Gryffindor

8 Punkte

Slytherin

68 Punkte

Ravenclaw

33 Punkte

Hufflepuff

80 Punkte
____________

Orden

0 Punkte

Professoren

0 Punkte

Todesser

0 Punkte

Ministerium

6 Punkte

Gesucht:


Unterricht (Gruppe 1):


Zu Starten:


Zu Beenden:

Wichtige Eilmeldungen
des Tagespropheten:



Besucherzähler
Besucherzaehler
Umloggen
Benutzername:

Passwort:


Teilen | 
 

 Wer bist du McIntyre?

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten 
AutorNachricht
William Gordon
Mannschaftskapitän - Hufflepuff
avatar

Anzahl der Beiträge : 1169
Anmeldedatum : 01.11.14

Charakterbogen
EP:
2661/2800  (2661/2800)

BeitragThema: Wer bist du McIntyre?   Sa 11 März 2017 - 1:36

Man sagt immer stille Wässer seien tief, besonders bei denen die schüchtern und zurückhaltend waren, wie Alice McIntyre. Sein Gefühl sagte ihm, dass hinter dieser schüchternen und zurückhaltenden Fassade ein sehr lebhaftes und freundliches Wesen steckte, dass nur darauf wartete sich bei jemandem fallen lassen zu können. Und nun da er die Chance genutzt hatte, um mit ihr gemeinsam vor und im Unterricht ein wenig zu reden, wollte er sie näher kennenlernen. Daher hatte er beschlossen, auf ihr Angebot, sie in die  Bibliothek zu begleiten, einzugehen. Er wollte sehen was hinter dieser Schüchternheit steckte und ob vielleicht sogar eine Freundschaft zwischen ihnen entstehen könnte, denn bisher hatte er den Eindruck gewonnen, dass sie sich in manchen Belangen wie ihr Vorliebe für Eulen und ihre Missgeschicke bei den ein oder anderen Verwandlungszaubern, recht ähnlich waren. Außerdem war es die perfekte Gelegenheit neue Freunde zu finden und bei Alice sagte ihm sein Gefühl, dass sie genau wie Nate perfekt in seinen Kreis passte. Er brauchte Leute die unbeschwert waren, um selbst langsam aber sicher heilen zu können und mit der Vergangenheit ein für alle Mal abschließen zu dürfen.
Doch bevor er mit Alice in die Bibliothek ging, kehrte er in den Eingangsbereich  zurück, um Watson seine wohlverdiente Freiheit zu schenken, immerhin hatte er mehrere Verwandlungszauber über sich ergehen lassen und Will wollte ihn nicht länger als nötig in seinem Käfig gefangen halten. William mochte eine Eule sehr gern und wollte ihr nie etwas Böses, weshalb er immer darauf achtete, dass er genug Freiheit hatte, auch wenn es manchmal nicht ging. In der Eingangshalle angekommen, ließ er Watson aus seinem Käfig der laut mit den Flügeln schlug und sich auf und davon machte, in die Weiten des Himmels über den Ländereien von Hogwarts. Manchmal machte er sich Sorgen um seinen treuen Gefährten, vor allem wo das Wetter so verrückte spielte, machte er sich sogar mehr denn je Sorgen. Was wenn die Eule einen Moment lang nicht aufpasste und in einen schweren Sturm geriet oder vom Blitz getroffen wurde? Will wäre nicht einmal bei ihr um sie nicht allein sterben zu lassen. Stattdessen würde er erst nach längerer Zeit bemerken, dass sein treuer Freund einfach nicht zurückkehrte und dann war es schon lange zu spät. Er versuchte nicht an diese Möglichkeit zu denken, allein um sich nicht selbst fertig zu machen, doch genau wie in diesem Moment ertappte er sich dabei wie er diesen Gedanken nachhing und dabei ernst in die Luft starrte. Etwas verdattert wandte er sich daher von dem bereits verschwundenen Vogel ab und begleitete Alice in Richtung Bibliothek.

Er lächelte sie sanft an und ging dann Seite an Seite mit ihr gemeinsam in Richtung Bibliothek. Es war unsinnig sich über diese vielen Gefahren Gedanken zu machen. Schließlich war es egal ob das Wetter verrückt spielte oder nicht, denn auch so könnte eine ganze Menge passieren und Watson war ein mit der Natur verbundenes Lebewesen das solche Unstimmigkeiten sofort spürte. Dieser Gedanke war wesentlich leichter zu ertragen und die Anwesenheit von Alice, lenkte ihn davon umso mehr ab. Außerdem wollte er nicht, dass sie am Ende noch auf falsche Gedanken kam und glaubte, er würde sie nicht beachten oder mehr mit sich selbst beschäftigt sein als mit ihr. Daher wollte er sie nicht länger anschweigen. "Was hälst du davon wenn wir uns in meine Lieblingssitzecke zurückziehen? Da sind wir ungestört und können reden, lernen oder auch Zauber üben, was dir am liebsten ist. Eigentlich können wir auch alle drei Sachen machen.", begann er und grinste breit, während er darauf achtete keine Stufe der Treppe versehentlich zu übersehen oder irgendeinen der vielen Schüler hier anzurempeln, die sich ebenfalls auf dem Weg zu einem neuen Ziel befanden.
"Was genau wolltest du eigentlich genau in der Bibliothek machen? Beziehungsweise für welches Fach? Nur damit ich weiß, worauf ich mich einstellen...", doch weiter kam Will gar nicht als ein ziemlich missgelaunter Ravenclaw-Schüler von oben mitten durch das Gedrängel geschossen kam und wie ein Berserker alle beiseite schubste. Aus Sorge das er Alice ausversehen die Treppe herunterschubsen könnte, weil sie direkt in seinem Weg stand, zog Will sie mit einem kräftigen Ruck zur Seite direkt zu ihm hin, sodass ein Arm eher unabsichtlich um beide Schultern herumlag. "PLATZ DA! WEG!!" schrie der Ravenclaw und drückte sich an allen vorbei. Man hörte das Gemecker von einigen Schülern die ziemlich wütend über seine spröde Art und Weise waren. Erleichtert, dass er Alice nicht verletzt hatte löste er seinen Griff um sie und sah ihr in die Augen. Auf den ersten Blick wirkte sie ziemlich erschrocken und darüber hinaus, schien die Röte vollends in ihr Gesicht gestiegen zu sein.
"Oh ehm, tut mir Leid, ich wollte vermeiden das er dir weh tut oder so und hab ziemlich reflexartig gehandelt", sagte er und musterte sie kurz, "alles okay bei dir?", fragte er sanftmütig und nahm ganz langsam seinen Arm von ihr weg, durch den sie ziemlich nahe an ihn heran gekommen war. "Ich hasse dieses Gedränge zwischen den Schülern. Genau wegen solchen Typen.", fuhr er fort und zwinkerte ihr zu, ehe sie weiter die Treppen hinaufstiegen, bis sie schließlich das Stockwerk erreichten, in dem die Bibliothek lag.

"Alice? Darf ich dich so aus reinem Interesse fragen was du so machst? Also was machst du gerne oder was machst du überhaupt nicht gerne? Was für Hobbys hast du?", fragte er und hoffte sie auf diese Weise besser kennenlernen zu können. Wenn sie spürte das er klares Interesse daran hatte sie kennenzulernen und eine Freundschaft sich entwickeln zu lassen, würde sie sich vielleicht ihm gegenüber öffnen und das war letztlich sein Ziel. Ihr Stottern störte ihn kein bisschen. Im Gegenteil, er fand es sogar mutig, dass sie ihm trotz ihres Stotterns auf Fragen antwortete. Es erfordert nicht viel Überwindung mit einem Menschen zu kommunizieren, aber umso mehr mit einem Menschen zu reden, wenn man unter dem eigenen Stottern zu leiden hatte.
"Sag mal, kann es sein das du im Hogwarts-Chor spielst? Ich bin mir sicher, dass ich dich unter den Mädchen gesehen habe. Also wenn muss ich dir ein Lob aussprechen, euer Spiel zu Beginn des Schuljahres war grandios.", fuhr er fort. In dem Augenblick erreichten sie die Doppeltüre zur Bibliothek durch die sie hindurchgingen und William sie zu seinem Lieblingsplatz in einer Ecke führte, die von Bücherregalen abgeschottet war. Lächelnd setzte er seine Tasche ab und schob extra für Alice einen Stuhl zurück. Dann verstellte er leicht gespielt die Stimme, "Der beste Tisch des Hauses, reserviert für junge Frau mit dem schönen Lächeln.", sagte er, beinahe so wie ein klischeehafter Butler. Und nachdem er ihr den Stuhl herangeschoben hatte, setzte er sich unmittelbar neben sie, "Also, sie haben die Wahl zwischen: Fundo ala "Unterhaltung", Auflauf nach "Lernen" gemachter Art, oder aber eine Suppe nach "lustige Bücher stöbern" Art. Nach was mundet es ihnen Miss Alice?", fragte er beinahe wie ein Kellner aus einem sehr noblen Restaurant und konnte sich ein Kichern dabei nicht verkneifen.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Alice McIntyre
Schüler - Hufflepuff
avatar

Anzahl der Beiträge : 137
Anmeldedatum : 20.11.16

Charakterbogen
EP:
2157/2200  (2157/2200)

BeitragThema: Re: Wer bist du McIntyre?   Di 21 März 2017 - 15:53

Zwölf Uhr, es war so weit. Oh mann, wie soll ich das nur durchhalten? Das wird doch ein komplettes Desaster! Warum hab ich ihn überhaupt gefragt, das wird schrecklich! –Ruhig bleiben, im Unterricht ist doch auch alles gut gelaufen… naja fast. Im Grunde hatte ich nur meine Eule in die Luft gesprengt, so schlimm war es doch gar nicht gelaufen. Immer schön Positiv bleiben. Wir wollen schließlich nur lernen und beim lernen kann gar nicht so viel schief gehen, oder? Obwohl, ich schaff es sicher irgendwie mich zu blamieren, das ist doch schon vorprogrammiert. Spätestens wenn er merkt, wie schlecht ich in Geschichte bin ist es für mich gelaufen… Ich hätte nicht fragen dürfen. Den Blick zu Boden gerichtet und angeregt auf meiner Lippe umher kauend, machte ich mich auf den Weg ins Schloss, wo ich  mich mit Will treffen wollte. Gerade hatte ich mich mit Silly getroffen und ihr die neuesten Entwicklungen des Tages berichtet. Natürlich hat sie versucht mich zu bestärken, mir Selbstbewusstsein zu geben, nach der typischen „sei einfach so wie du selbst“ Tour. Aber was wenn er mich so wie ich war nicht mögen würde? Was wenn sich rausstellen würde, dass wir so unterschiedlich waren, dass wir genauso gut Feinde sein könnten? Vielleicht wäre es auch besser so, dann würde ich nicht jedes mal rot werden, wenn er mich nur anlächelt.
Vielleicht sollte ich einfach nicht hin gehen… Schoss es mir plötzlich durch den Kopf, während ich die Steinstufen, welche sich durch das dichte Grün der Wiese schlängelten, hinauf stieg. Ich sag ihm einfach mir würde es nicht gut gehen, oder so und dann… verschanze ich mich in meinem Schlafsaal und hasse mich für den Rest meines Lebens dafür abgesagt zu haben! Es war wirklich zum Federmäuse melken. Einerseits wollte ich ihn kennenlernen, sehr sogar, aber die Angst ich würde es mir mit ihm total vermasseln war fast genauso groß wie dieser Wunsch. Nein, es wäre unfreundlich zu lügen und bestimmt würde ich ihn eh nicht anlügen können, wenn er doch so nett zu mir ist.
Unsicher fuhr ich mir mit den Fingern durch meine orangeroten Haare, die noch immer etwas zerzaust durch den Überraschungsangriff des Demiguise waren. Eigentlich wollte ich vorher noch auf die Toilette gehen, um mich zu vergewissern, dass ich nicht all zu schlimm aussah, aber dafür war die Zeit jetzt zu knapp. Schon jetzt schlug mein Herz vor Aufregung schneller und der Gedanke einfach nicht zu kommen schwirrte mir immer noch im Kopf umher. Doch zum Umkehren war es langsam zu spät, denn da kam Will auch schon.
Als ich ihn sah musste ich unwillkürlich schlucken und wie auf Kommando färbten sich meine Wangen licht rot. Nein, ich könnte ihn nie anlügen! Nach einer kurzen Begrüßung und einem zaghaften Lächeln meinerseits gingen wir Seite an Seite in die Bibliothek. Bisher läuft es doch ganz gut… Ab und zu warf ich ihm verstohlene Blicke von der Seite zu, traute mich jedoch nie sie sonderlich lange aufrecht zu erhalten, nicht dass er mich noch dabei erwüschen würde. Er wirkte in Gedanken versunken, dachte er vielleicht daran, was er anstatt mit mir festzusitzen alles machen könnte? Nicht zweifeln! Er hat gesagt er freut sich und wenn er keinen Lust hätte mit mir zu lernen, hätte er das auch gesagt!

Überrascht sah ich auf, als er doch das Wort ergriff und fast wäre ich gestolpert, weil mich das so aus dem Konzept gebracht hatte. „D-d-d-d-ei-deine L-l-l-lie-lieblingse-e-e-eck-ke?“, fragte ich stammelnd und hoffte nicht wieder rot zu werden. Er will mit mir ungestört sein... das ist doch gut, oder? Das… sag bloß er… nein, das… nein… Krampfhaft versuchte ich das Bild, welches sich bei diesen Worten in meinem Kopf gebildet hatte, zurück zu drängen und zu nicken. „G-ge-gern.“ Über was will er denn mit mir reden, ich bin doch total langweilig, außerdem will doch niemand meinem Gestotter zuhören. Aber vielleicht will er ja reden, er weiß ja, dass ich kein großer Redner bin… Es war wirklich unfassbar, wie sehr mich so eine kleine Äußerung von Will aus der Bahn werfen konnte. Doch sein breites Grinsen war das schlimmste. Er sah wirklich gut aus, wenn er grinste, die kleinen Grübchen und vor allem die Wärme, die der dabei ausstrahlte war bezaubernd. Um nicht zu sehr davon gefesselt zu werden erwiderte ich es, ohne groß darüber nachdenken zu müssen und senkte den Blick auf meine Füße. Du musst dich konzentrieren, Alice!
Nur leider war es nicht so klug genau in diesem Moment den Blick zu senken. Kaum konnte ich mich darüber wundern, dass Will seinen Satz nicht beendet hatte, wurde ich auch schon zur Seite gezogen, woraufhin ich gegen etwas, oder eher jemanden stolperte. Aus Reflex hatte ich mich an dem erstbesten festgehalten, was in meiner Nähe gewesen war, um es zu vermeiden die Treppe hinunter zu fallen. Erst einen Moment später wurde mir bewusst, wer mich gerade „gerettet“ hatte. Langsam hob ich den Blick und mit jeder Sekunde wurde mein Gesicht röter, bis es die Farbe von frisch gepflückten Tomaten angenommen hatte. Ich stand an ihn gelehnt da, meine eine Hand war um seinen Arm geklammert, meine andere lag auf seiner Brust, während er fast schützend einen Arm um mich gelegt hatte. Aus reinem Schreck zuckte ich zurück und nahm so schnell wie möglich meinen Hände weg, als hätte ich mich gerade verbrannt. Er hat mich gerettet… Der Schwarm aus Schmetterlingen in meinem Bauch flog wild umher, tanzte vor Freude, so dass mir fast schwindlig wurde. Mir war in diesem Moment egal, dass er mich nur vor einem gehetzten Schüler gerettet hatte, nein, es fühlte sich gerade so an, als hätte er mich vor dem sicheren Tod durch den Sturz in die Tiefe bewart hatte. Sag was, er macht sich sorgen, sag irgendwas! Nur leider war meine Zunge gerade nicht mein Freund. Flüchtig, nur für eine Millisekunde sah ich ihn an und nickte bestätigend. Bei dieser Bewegung wurde der Kratzer auf meinem Brustbein freigelegt, den mir der Demiguise zugefügt hatte, er war nicht tief, oder sonderlich schmerzhaft, aber dennoch gut sichtbar.
Wieder nickte ich zustimmend, als Will sein Missvergnügen über das Gedränge der Schüler aussprach und strich mir mit einer kleinen Bewegung die Haare ins Gesicht, damit sie meine Röte verdeckten. Verbissen sah ich auf den Marmornen Boden, fest entschlossen ihm nie wieder in die Augen sehen zu können. Wir haben uns umarmt, hahahah! Ich kam mir albern dabei vor, mich darüber derartig zu freun, aber als das verliebte Mädchen, das ich eben war, konnte ich nun mal nicht anders.

Endlich waren wir auf dem richtigen Stockwerk angekommen und ich hatte mitterweile den Schock mehr oder weniger überwunden. Mein Gesicht hatte wieder eine einigermaßen normale Farbe angenommen und ich traute mich auch wieder etwas anderes, als den Boden anzusehen. Perplex über diese direkte Frage blieb ich stehen. „W-w-w“, aber bevor ich das Wort aussprechen konnte hielt ich inne. Was sollte ich darauf denn Antworten, im Grunde tat ich nicht viel und die Frage, was genau er denn hören wollte kam mir auch dumm vor, schließlich hatte er ja eine klare Frage gestellt. Etwas unbeholfen räusperte ich mich und ging weiter. „I-i-i-ich s-sp-p-piele G-g-g-ei-geige, d-d-da-das i-i-ist so-s-sozusagen m-m-m-ei-mein Ho-hob-b-by.“ Das war das erste, was mir eingefallen war und eigentlich wusste ich auch nicht, was ich darauf sonst antworten sollte. Jetzt wo er mich fragte, fiel mir wirklich nichts anderes ein, was für ihn vielleicht interessant sein könnte. Das mit dem Reden fängt ja schon sehr gut an…
„Ähm… ja, t-tu i-ich“, gab ich zu und musste unwillkürlich lächeln, ein Lob von ihm war wohl eines der größten, die ich je bekommen konnte. „Danke“ Bis dahin war ich seinem Blick immer ausgewichen, doch es war klar gewesen, dass ich meinen Vorsatz nicht lange halten konnte.

Still ließ ich mich in seine Lieblingsecke führen und wurde zunehmend nervöser. Wie sollte ich das mit dem Reden denn hinbekommen, schon vorhin war ich mit so einer simplen Frage überfordert gewesen und wie lange würden wir überhaupt zusammen hier sein?
Fragen über Fragen, die ich mir nicht selbst beantworten konnte. Ein gelassener Mensch, als ich hätte vielleicht gesagt, man würde es im Laufe des Tages herausfinden, aber ich war nun mal eben nicht gelassen. Wie ein wahrer Gentleman schob mir Will den Stuhl hin und ich setzte mich etwas zögerlich hin. Anscheinend hatte es sich Will zur neuen Lebensaufgabe gemacht mich alle fünf Minuten zum Erröten zu bringen, denn die folgende Äußerung schaffte dies eindeutig. Leise bedankte ich mich bei ihm für diese nette Geste und stellte meine Tasche neben meinem Stuhl ab. Wie ein wahrere Profi führte er die Kellnermanier fort und weil ich ihn einfach so süß dabei fand musste ich kichern. War nur die Frage, was ich jetzt sagen sollte. Ich wollte ihn nicht enttäuschen und es nicht verwehren, wenn er reden wollte, eigentlich hatte ich ja nichts gegen das Reden, das Problem war nur, dass ich dabei schnell den Kürzeren ziehen würde. Also war das raus. Lernen war wohl die vernünftigste Variante und im Grunde auch der Zentrale Grund, weshalb wir hier waren. Vom Zaubern hatte ich für heute genug, ich wollte nicht auch noch Will die Haare vom Kopf hexen. „D-d-den A-a-auf-l-lauf b-b-itte“, etwas unsicher sah ich zu ihm auf „Wenn das okay ist… wir können uns ja während dessen unterhalten, also… wenn du willst…“, fügte ich stotternd hinzu und zupfte am Saum meines Umhangs herum.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
William Gordon
Mannschaftskapitän - Hufflepuff
avatar

Anzahl der Beiträge : 1169
Anmeldedatum : 01.11.14

Charakterbogen
EP:
2661/2800  (2661/2800)

BeitragThema: Re: Wer bist du McIntyre?   Do 23 März 2017 - 16:24

Erneut begann er übers ganze Gesicht zu strahlen als sie tatsächlich den Auflauf auswählte. Obwohl sie so schüchtern war, ließ sie sich auf seine kleinen Späße ein, als ob eine Vertrauensbasis zwischen ihnen schon längst etabliert wäre. Langsam packte er seine Geschichtsbücher und Pergamentrollen aus, während er sie das eine oder andere Mal mit einem eher lächelndem Blick musterte und sanft nickte, als sie ihm vorschlug das sie sich sowohl unterhalten als auch gemeinsam lernen könnten. Er fand diesen Einfall klasse und sah sich kurz zwischen den Büchern um, die nicht unweit von ihnen in einem der dunklen Regale standen.Das Holz auf dem sie standen war in einem dunklen brauen gehalten und wirkten beinahe so alt wie die Bücher die in ihnen drin standen. Viele davon waren ziemlich dicke Wälzer von annährend zwei tausend Seiten und darüber hinaus. Da er sich hier öfter in dieser Ecke aufhielt, traf es sich sehr gut, dass die Abteilung für Geschichte der Zauberei genau hier anmündete.  Nicht einmal vor einer Woche hatte er sich hier ein Buch über die ersten politischen Verhandlungen mit Muggeln besorgt, die bereits im Jahre 1500 stattfanden. In dieser Abteilung gab es viele Abhandlungen zu dem Thema Mischwesen gegen Menschen oder auch Menschen und Mischwesen, die Einheit des Lebens. Solche Titel waren hier ebenso gängig wie die abstraktesten Theorien über die verschiedensten Kategorien der Magie. Alles hier hatte seinen Platz und wurde von der Bibliothekarin alphabethisch und nach Fach genauestens sortiert. Miss O Hara deren Wissen und freundlich distanzierte Art und Weise häufig an das Verhalten der Schulleiterin erinnerte.
Die Augen etwas zusammengekniffen, suchte er grob nach einem bestimmten Titel auf den jeweiligen Buchrücken in dem Regal auf seiner Höhe. Als er es schließlich gefunden hatte, zog er seinen Zauberstab heraus und ließ das Buch mit einem ausgesprochenen "Accio magische Historie - Grundwissen" zu ihm kommen. Im Gegensatz zu vielen anderen Büchern hier war der Einband in orange gehalten und während auf der Vorderseite das Wappen von Hogwarts prankte, sah man auf der Rückseite einen kleinen goldenen Schlüssel abgebildet. Das Leder fühlte sich in seiner Hand warm an, der Rücken des Buches war weich und perfekt eingearbeitet worden, die inneren Seiten waren allesamt in Tinte geschrieben und schon sehr altes Pergament. An manchen Stellen konnte man die Abnutzung des Buches bereits erkennen, besonders bei den Seiten die am meisten benutzt wurden. Überall kleine Risse oder Verfärbungen, die dem Buch einen gewissen Touch verliehen.

William liebte alte Bücher, er könnte sich in ihnen vergraben und würde am liebsten das Wissen der gesamten Bibliothek in seinen kleinen Kopf stampfen. Lächelnd sah er zu Alice herüber und bemerkte ihren Blick, mit einem Mal zog er eine Augenbraue hoch und legte das Buch zwischen sie, ehe er es aufschlug und nach einem passenden Thema suchte. Nach einigem Blättern fand er ein recht aktuelles Thema aus Geschichte der Zauberei das sehr wahrscheinlich mit Sicherheit Klausurthema werden würde. Immerhin mussten sie jetzt in der sechsten Klasse erneut eine Zwischenprüfung ablegen und da sie kurz vor Ende des Schuljahres waren, mussten sie die Themen natürlich drauf haben. Ansonsten würden sie mit einer schlechten Note ins siebte Schuljahr gehen und dann war es schwer sich wieder hochzuarbeiten bis schließlich die allseits gefürchteten UTZs anstanden. "Um nochmal auf eben zurückzukommen. Du hast gesagt du geigst gerne?", fragte er und sah sie dabei mehr als nur interessiert an, die Neugierde war in seinen Augen zu lesen. "Ich spiele eine kleine hölzerne Flöte die ich damals geschenkt bekommen habe. Was speilst du denn so auf deiner Geige?Und wie lange schon?", fragte er neugierig und sah wieder auf das Buch, um sich kurz selbst davon zu überzeugen, dass die Texte und Quellen die dort aufgeführt waren, ihnen wirklich weiterhelfen würden.
"Übst du hier in dem Musikzimmer? Oder nur wenn du zuhause bist?", hakte er nach, um sie ein wenig aus sich herauslocken zu können. langsam faltete er die Hände zusammen und stützte sein Kinn darauf, um sie mit seinen sanften Blicken bei jeder kleinen Reaktion zu beobachten. Manchmal wenn sie darüber nachzudenken schien was sie sagte, leuchtete etwas in ihren Augen, da war etwas in ihren Blicken das er an ihr besonders mochte. Vielleicht die Farbe oder die Art wie sie ihn ansah, nein es war das Gesicht das mit seiner geschmeidigen Struktur ihn so fesselte. Sie war an sich ein gut aussehendes Mädchen, dass sich im Gegensatz zu Camilla nicht zu verstecken brauchte vor der breiten Öffentlichkeit. Ob sie nun geschlossene oder offene Haare dabei trug war ihm egal, auch wenn er der Meinung war, dass sie mit offenen nicht nur süßer im Gesicht aussah, sondern auch ihre Weiblichkeit stark betonte und einen weniger reservierten Eindruck machte. Außerdem empfand er ihr Gesamtbild mit offenen Haaren einfach viel schöner. Aber erklären konnte er das nicht, es war ein Gefühl, auf das er sich dabei bezog.

"Und was machst du sonst ? Ich meine außer Musik spielen und üben? Du gehst gerne mal spazieren kann das sein? Ich hab dich hier und da mal über die Ländereien streifen gesehen.", betonte er um ihr deutlich zu machen, dass er sie ganz und gar nicht übersehen hatte, sondern sehr wohl Notiz davon nahm, was sie so trieb. Immerhin waren sie im selben Haus und da war es doch eigentlich normal das man versuchte ein wenig herauszufinden was die eigenen Hausmitglieder so trieben. Außerdem wollte er ihr damit zeigen, dass sie nicht so unsichtbar war, wie sie sich wahrscheinlich hielt. Er vermutete zumindest das ein so schüchternes Mädchen mit einem eher geringen Selbstbewusstsein, sich als unsichtbar und vielleicht unanschaulich ansah. Alles Eigenschaften die auf sie so nicht zutrafen. Ihre Figur war von dem was man so von außen sah ein perfektes Mittelmaß und genau das in das man sich hätte verlieben können. Auch wenn er sich in Gedanken ein wenig seltsam dabei vorkam sie so genau gemustert zu haben.
"Ehm, darf ich mich fürs lernen doch neben dich setzen? Ich glaube, dass ist einfacher.", fragte er zurückhaltend und erhob sich von seinem Platz der ihr gegenüber lag und platzierte sich mit seiner Umhängetasche neben sie auf den Stuhl. Nun saßen sie zwar Arm an Arm und er war ihr sehr viel näher als ursprünglich aber so konnten sie sich gegenseitig über die Schultern sehen, wenn der andere etwas falsch aufschrieb.
"Was kommst du mit der politischen Geschichte zwischen dem Rat der Magier und den Kobolden zurecht? Ich beziehe mich aufs 14.Jahrhundert. Kennst du da alle Aspekte der beiden Seiten und könntest sie in einer Analyse aufdröseln? Wenn nicht, versuchen wir es gemeinsam. Und bitte mach dir nichts draus, ich komme zum Beispiel nicht mit der Vertreibung und Ausrottung der Riesen klar. Die Professorin sagt zwar immer, dass hätte bestimmt eine gewisse Intention aber außer Angst oder Hass sehe ich da nichts.", erklärte er und wartete gespannt ab, was sie ihm wohl sagen würde und vielleicht ergänzten sie sich sogar in Geschichte so gut, dass der je andere das Thema des je anderen beherrschte.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Alice McIntyre
Schüler - Hufflepuff
avatar

Anzahl der Beiträge : 137
Anmeldedatum : 20.11.16

Charakterbogen
EP:
2157/2200  (2157/2200)

BeitragThema: Re: Wer bist du McIntyre?   So 26 März 2017 - 22:25

Hier waren wir also. Allein in seiner Lieblingsecke in der Bibliothek, um gemeinsam zu lernen. An sich etwas völlig alltägliches, das taten Schüler doch ständig, zusammen lernen. Nun, die meisten jedenfalls. Für mich war es eher eine Seltenheit in Gesellschaft hier zu sein. Klar, ich hatte Silly, aber trotzdem war ich schon immer eher ein Einzelgänger gewesen und hatte den Kontakt zu anderen gemieden. Was war nur jetzt so anderes, dass ich meine Zeit mit jemand anderen teilen wollte. Natürlich mochte ich Will, sehr sogar und es kam mir so vor, als würde ich ihn mit jeder Minute die wir zusammen verbrachten, nur noch mehr mögen würde, aber diese ach so simple Szene war dennoch etwas neues, etwas anderes für mich. Hat mich das Training mit Ev wirklich so verändert? Einen Einfluss hatte es jedenfalls auf mich gehabt, sonst hätte ich mich nie getraut am Duellierturnier teil zu nehmen –wovor ich immer noch tierisch Angst hatte- und in das Zentrum der Aufmerksamkeit zu treten. Alles änderte sich, oder veränderte nur ich mich?
Schon so lange Zeit bin ich es satt ich zu sein, das hilflose Mädchen, welches perfekt als Ziel für Gemeinheiten geeignet ist, das von anderen übersehen und schikaniert wird. Konnte es sein, dass sich dies jetzt ändern würde? Will scheint mich endlich richtig wahrzunehmen, ob das einen Grund hat?
Fragen über Fragen schwirrten in meinem Kopf umher und vielleicht fragte ich mich irgendwo tief in mir drin, was mit Will falsch lief, dass er mich kennen lernen wollte. Vielleicht hat er auch eine Wette abgeschlossen… Allein der Gedanke daran verursachte einen kleinen Stich in der Gegend meines Herzens. Angst überkam mich das könnte alles nur ein Scherz sein, ein Plan, um meine Naivität und Leichtgläubigkeit auffliegen zu lassen. Es wäre nicht das erste Mal gewesen, damals hatte ich auch gedacht er würde mich mögen und dann… Nein, daran solltest du jetzt nicht denken! Hier geht’s ums lernen, mehr nicht! Außerdem ist er ein Hufflepuff, kein fieser Slytherin! Mach dir nicht so viele Gedanken, nicht hinter jedem steckt ein schlimmer Mensch!

Stille hatte sich ausgebreitet und nur Wills Zauber durchbrach sie. Aufmerksam sah ich zu, wie das Buch zu ihm flog und sich seine Hand darum schloss. Meine Unterlagen hatte ich fein säuberlich vor mir ausgebreitet und strich erneut etwas unsicher, was ich sonst tun sollte, das Pergament vor mir glatt. Eine Aktion, die im Grunde nichts brachte, die kleinen Knicke, die durch die Aktion heute Morgen vor Wahrsagen entstanden waren, würden wohl nur mit Zauberei wieder entfernt werden können. Konzentriert las ich mir meine Notizen zu den letzten Stunden noch einmal durch und versuchte meine zweifelnden Gedanken zu verdrängen. Meine anfänglich sehr gute Laune war dadurch sehr stark in Mitleidenschaft gezogen worden und die Angst meine Befürchtungen können wahr sein fraß sich wie ein Parasit in mein Gehirn. Wie in einem Film sah ich vor meinem Inneren Auge, wie er gehässig lachend seinen Freunden im Gemeinschaftsraum erzählte, wie er mich um den Finger gewickelt hatte, wie er sein glorreiches Schauspiel vor ihnen nachmachte. Es war nicht schwer sich das vorzustellen, schließlich war es schon einmal passiert. HÖR AUF DAMIT!! Möglichst unauffällig schüttelte ich den Kopf und zog mich gewaltsam aus meiner Fantasiewelt.

Eher verkrampft, als ehrlich lächelte ich Will an und nickte. „J-j-j-j-a, g-g-ge-genau.“ Flüchtig sah ich auf und erkannte Neugierde in seinem Blick, womöglich echte? Ich konnte es nicht deuten. Er ist auch musikalisch… wir könnten vielleicht einmal zusammen spielen… das würde sicher Spaß machen…, meldete sich der naive Teil  meines Selbst und wurde schnell wieder zum verstummen gebracht. „E-ein p-p-pa-paar J-ja-jahre“, stotterte ich, während ich versuchte Blickkontakt zu vermeiden. Meine Hände waren wieder unter den Tisch zum Saum meines Umhangs gewandert und ich zupfte nervös daran herum, wie man es häufig bei unsicheren Menschen sehen konnte. „H-ha-h-haupt-tsä-sächlich k-kl-klassik.“ Nur kurz sah ich auf und schenkte ihm ein Lächeln, sah kurz darauf aber wieder auf meine Notizen.
Aber wenn er wirklich ein Heuchler wäre, warum sollte er dir dann seine Hilfe wegen den Slytherins anbieten? Das war ehrlich gemeint, das weißt du auch und sonst hätte er doch auch nicht zugesagt und wäre ehrlich neugierig, oder? Er ist nett und will dir nicht schaden, sonst hätte er doch auch nicht auf der Treppe geholfen. Es gibt nicht nur schlechte Menschen auf dieser Welt, hör auf die Sorgen zu machen! Bei Merlins Bart, diese Situation machte mich völlig fertig, Zweifel um Zweifel, Hoffnung um Hoffnung und doch half mir all das Bangen nichts weiter. Und dann noch all die Fragen, es war mir schleierhaft, warum er so viel über mich wissen wollte, es war doch alles langweilig und uninteressant. Aber allein dass er nachfragte und so neugierig war machte ihn aus, es war so süß, wie sein Blick funkelte, wenn ihn etwas interessierte, wie er da saß, das Kinn auf die Hände gestützt. Er interessiert sich wirklich für mich…

„J-ja, a-a-b-aber n-nicht-t s-s-se-ehr o-o-o-of-ft.“, gab ich zu und strich mir eine Haarsträhne hinters Ohr. Dann sei nicht so unfreundlich und beantworte seine Fragen nur halb! Trau dich endlich etwas! Ev sagt doch immer, du bist dein eigenes Hindernis! Hör auf dich zu behindern! Ich atmete einmal merklich durch und sah ihn direkt an, was mir einiges an Beherrschung abverlangte. „A-a-aber i-i-in l-l-e-letzt-le“ –ich musste mich kurz räuspern- „letzter Z-zeit ö-ö-öfter, i-i-ich mag d-d-das Z-z-zi-zimmer s-s-sehr. N-nu-nur z-z-z-zuh-hause ü-ü-üben w-w-ä-wäre z-z-u w-w-we-wenig.“ Ich brachte ein Lächeln zustande, das mehr dafür dar war mich selbst mehr zu stärken, als um meine Freude auszudrücken. Das war nicht schlecht, oder? Ich hab wieder viel zu viel gestottert, oh gott. Warum kann ich das nicht einfach abschalten, das würde das alles so viel einfacher machen. Hoffentlich versteht er mich so überhaupt, so kann ich das bestimmt nicht noch mal sagen.. Mein Herz schlug automatisch schneller und mit Sicherheit war mir wieder die Röte ins Gesicht gestiegen, aber irgendwo… irgendwo hatte es sich gut angefühlt aus mir heraus zu kommen, auch wenn das gerade keine große Sache gewesen war. Und es hatte sich auch gut angefühlt es vor ihm zu tun, irgendwie fiel es mir deutlich leichter das vor ihm zu tun. Sein Lächeln war wie eine Bestätigung, dass ich etwas richtig machte, es bekräftigte mich so weiter zu machen. Auch wenn ich sehr aufgeregt war, mit der Zeit wurde mein Stottert tatsächlich ein kleines bisschen weniger. Während ich sprach kam es mir so vor, als würde er mich sehr genau beobachten, es war wirklich seltsam für mich seinem Blick stand zu halten. Durchgehend hatte ich es nicht geschafft, aber dennoch hatte ich ihn die meiste Zeit dabei angesehen. Warum sieht er mich denn so lange an? Macht er das schon die ganze Zeit? Ist das normal, dass er Leute so ansieht, oder hat das etwas zu bedeuten… -Nein, keine Hoffnungen, das tut nachher nur wieder weh! –Hoffentlich hab ich nichts im Gesicht! Hab ich mich vorhin nicht aus versehen mit der Feder berührt? Oder ist es wegen dem Kratzer? Leicht verunsichert sah ich an mir runter und verdeckte den Demiguisekratzer prompt mit dem Kragen meines Umhangs. „Übst du denn auch dort?“, fragte ich schließlich, um ein wenig von meiner Unsicherheit abzulenken und hob den Blick wieder. Mittlerweile warn meine Finger damit beschäftigt an dem Pergament herum zu nesteln und immer wieder über die handgeschriebenen Zeilen zu streichen, als wären sie heilig.

Verwirrt blinzelnd sah ich ihn an. Woher weiß er denn, dass… Ehrlich überrascht darüber, dass er das über mich wusste, antwortet ich ernst nicht. Erst etwas verzögert nickte ich und lächelte schwach. „J-j-ja, t-t-tu-tu ich…“ Hat er mich etwa beobachtet? Oder so was… Ein eigenartiges Gefühl beschlich mich. Es war neu für mich von jemandem zu hören, dass er wahrnahm, was ich tat. An diesem Gespräch war einiges ziemlich neu für mich, wenn man es genau nahm. Manchmal kam ich mir wirklich weltfremd vor, als würde ich nur in meiner eigenen kleinen Traumwelt leben und nicht in der wirklichen. „D-di-die L-l-län-n-nder-rei-reien s-s-sind s-s-sehr sch-sch-schön, o-o-oder?“ Wieder spürte ich Wills Blick auf mir und mein Mut verließ mich ein Stück weit. Ich zog das Buch ein wenig näher zu mir, damit ich es besser lesen konnte und ging nahtlos dazu über die erste Quelle zu lesen, ohne das vorher anzukündigen. Ich wusste nicht so ganz, was ich tun sollte, irgendwie hatte mich dieses simple Kommentar aus der Bahn geworfen, was war denn bloß los mit mir? Es wäre ein Wunder, würde Will mein komisches Verhalten ihm gegenüber nicht bemerkten. Mitten unterm lesen stand Will plötzlich auf mit der Ankündigung sich neben mich setzen zu wollen. Neben mich? Wie neben mich? So richtig neben mich, wie Schulter an Schulter? Mit großen Augen sah ich ihm nach und tatsächlich, er ließ sich neben mir nieder. Unsere Arme berührten sich und ich lief sofort, als wäre das ein unumgehbares Gesetz der Natur, rot an. Schnell sah ich in das Buch, starrte die Buchstaben darin an, verzweifelt versuchend mich zu konzentrieren. Konzentrier dich, es ist nur ein Arm… zwar sein Arm, aber nur ein Arm… nichts besonderes… nur ein Arm… aber es ist Wills Arm und der Rest von ihm sitzt direkt neben mir… Ein Hauch seines Geruchs wehte zu mir hinüber, ich konnte seinen Atem hören, seine Wärme spüren, es war himmlisch. Ich hätte gegrinst, wenn ich mich damit nicht sofort verraten hatte, also lächelte ich nur verdeckt durch den Vorhang meiner Haare hindurch und hoffte darauf er wäre zu sehr mit lesen beschäftigt, um das zu bemerken.

Seine Stimme so nah bei mir zu hören ließ eine Gänsehaut meinen Rücken hinunter laufen und das alt bekannte Flattern in meinem Bauch ging wieder los. Er hatte so eine sanfte, ruhige, schöne Stimme, von der man träumen konnte. Seine Hilfsbereitschaft wärmte mir das Herz und ohne groß darüber nachzudenken, ob er mich deshalb für dumm halten könnte, sagte ich: „U-u-um e-e-ehrl-lich z-z-u s-s-sein h-h-hab i-i-ich d-d-da-das g-g-ar-gar n-nicht v-v-er-verstande, d-d-da-das g-g-ging l-l-letz-letzte St-stund-de s-s-so s-schn-schnell…“, versuchte ich mich noch rauszureden und suchte ich mich raus zu reden und zog eines der Pergamente vor mir hervor, auf dem ich die Zusammenfassung festgehalten hatte. „I-i-ich g-g-gl-glaub, i-i-i-ich h-h-hab i-i-irgendw-wo e-e-et-etwas v-v-e-vert-t-ta-tauscht…“ Kurz sah ich zu ihm auf und zeigte ich meine Zusammenfassung und betete, dass ich keine peinlichen Rechtschreibfehler gemacht hatte. Wieder konnte ich nicht anders, als zu lächeln, als ich ihn ansah, wobei leider etwas zu sehr das verliebte Mädchen raus kam, als mir lieb war.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
William Gordon
Mannschaftskapitän - Hufflepuff
avatar

Anzahl der Beiträge : 1169
Anmeldedatum : 01.11.14

Charakterbogen
EP:
2661/2800  (2661/2800)

BeitragThema: Re: Wer bist du McIntyre?   Di 4 Apr 2017 - 16:53

Musik war etwas tolles, man konnte sie so vielfältig nutzen und doch half sie einem desöfteren die eigenen Gefühle richtig zu verstehen. Sie besitzt magische Kräfte und verfügt über die einzigartige Gabe Dinge in einem zu wecken die den meisten ihr halbes Leben lang verborgen blieben. Für Will hatte sie zwar nicht so einen extrem hohen Stellenwert, aber angesichts dessen das er seine Flöte deshäufigeren verwendete, war in ihm schon der Gedanke aufgekommen mal ein neues Lied einzustudieren. Die Frage war nur wie? Notenlesen gestaltete sich für ihn sehr schwer, da er damit so gut wie keine Erfahrungen hatte und eigentlich hauptsächlich seine Melodien nur improvisierte. Das Alice genauso wie er die Klassik favourisierte erfreute Will zutiefst, vor allem weil er so jemanden gefunden hatte mit dem er seine Musik unter Umständen eines Tages mal teilen könnte. Er war zwar bestimmt nicht so talentiert und begabt wie sie, aber er lernte schnell und das zählte auch ein wenig, oder nicht? So wie er lernen würde Noten zu lesen, um mit jemandem gemeinsam zu spielen, lernte sie gerade ihm zu vertrauen und je tiefer sie ins Gespräch kamen und je mehr Gemeinsamkeiten ans Tageslicht gefördert wurden, desto mehr schien sie sich ihm gegenüber zu öffnen. "Ich liebe Klassik, aber spielen kann ich leider keines der berühmten Werke. Was für Stücke beherrschst du denn so?", sein Kopf legte sich bei der Frage ein wenig schief, während er mit der einen Hand ein wenig mit der Ecke der Pergaments herumspielte, um irgendetwas zu tun zu haben. Das eine oder andere Mal blätterte er dabei Gedankenverloren in seinem Geschichtsbuch herum, sah sich die Bilder an und kehrte dann wieder zu der Seite die sie bearbeiten wollten zurück. Eigentlich sprach er nie wirklich über seine Musik, er spielte sie auch eigentlich niemals vor anderen Menschen, sondern nur wenn er alleine war und Zeit zum nachdenken brauchte. Irgendwie hob sie ihn ab, versetzte ihn in eine andere Realität in der er ähnlich wie in der Traumschatulle allein seinen Gedanken nachhängen konnte. Diese Flöte war sein Begleiter und war immer dann in Benutzung wenn er sich nicht wohlfühlte oder einfach nur traurig war. Noch nie hatte er irgendjemandem, der ihn nicht zufällig selbst gefunden hatte, erzählt wo er spielte. Meistens suchte er sich abgelegene Plätze dafür und vergewisserte sich das niemand seine schiefen Töne in die Ohren bekam. Leider konnte er nicht behaupten, dass der eine oder andere ihn schon gehört hatte, darunter Kayla, Amanda und Helena. Wobei Helena die einzige war, die mehr durch Zufall bei ihrer ersten Begegnung ihn auf einem Baum erwischte. Ausgerechnet sie wusste, wo seine geheimen Plätze waren und als Alice fragte wo er übe, sah er sie kurz zögerlich an. Zuerst wollte er ihr gar nichts sagen, aber etwas in ihm sagte ihm, dass sie ein Geheimnis für sich bewahren konnte. Sie würde garantiert nicht zu dem Erstbesten laufen und ihm davon erzählen wo Will heimlich musizierte. Dazu war sie zu schüchtern und viel zu verschlossen, aber vielleicht würde sie es dazu ermutigen, dass sie sich bei ihm noch ein wenig mehr öffnete. Gemeinsame Geheimnisse konnten zwei Menschen aneinander binden und Freundschaften auf eine einzigartige Weise schmieden, wie sie kaum einer begriff.
Daher schüttelte er nur sanft den Kopf, "Nein. Ich verrate es dir, aber du musst es für dich behalten, denn es ist ein Geheimnis. Ich mag es nicht wenn die Leute davon wissen, weil es sowas wie meine Rückzugsorte sind, weißt du?", seine Worte kamen sanft herüber, seine Augen waren auf ihre fixiert in der Hoffnung herausfiltern zu können was ihr gerade durch den Kopf ging. Warum vertraute er das einem Mädchen an, mit dem er in den letzten Jahren nur wenig Kontakt hatte? Lediglich sein Gefühl verleitete ihn dazu. Etwas in seinem Inneren war davon überzeugt, dass er ihr vertrauen konnte. "Es gibt eine alte Eiche genau am Waldrand, auf der anderen Seite vom schwarzen See. Ich bin meistens an dieser Eiche um nachzudenken und da übe und spiele ich auch. Aber pscht, das weiß sonst keiner und es soll auch niemand sonst wissen, okay?", verriet er ihr im Flüsterton damit ihn niemand anders außer Alice hören konnte. Sein Blick fiel wieder auf das Buch, in das er sich für eine kurze Zeit eher unabsichtlich vertiefte und zunächst gar nicht mitbekam was sie ihm gerade sagte. Eine Passage aus der Geschichte Hogwarts hatte ihn für einen Augenblick gefesselt. Es war ein Abschnitt über ein Gerücht das unter Historikern der Zauberei weit verbreitet gewesen sein soll, nämlich das es Gegenstände in Hogwarts gäbe die von unschätzbarem Wert seien und die selbst von den bekanntesten Zauberern wie Albus Dumbledore noch nicht einmal entdeckt worden seien. Die Theorie schien jedoch in Vergessenheit geraten zu sein, da man davon ausging das der große Brand im Raum der Wünsche alle alten Artefakte zerstörte. Trotzdem gab es wohl Hinweise aus einem Text der über 250 Jahre alt sein soll, dass sich zwei Artefakte von sehr großem Wert für den Finger im Schloss befänden. Leider war der Text zu alt und die Inschrift auf dem Pergament zu sehr verblichen als das man hätte Details herausfinden können. Will ahnte gar nicht, dass er womöglich gerade einen wichtigen Hinweis gefunden hatte, ebenso wie die Historiker die ihre Erkenntnisse und Vermutungen im Buch Geschichte der Zauberei aufgeführt hatten. Es handle sich um zwei Schlüssel zu etwas, dass mit der Sonne in Verbindung gebracht wurde.

Alices Frage ließ ihn aus seinem Gedankensumpf wieder hervorkommen, seine Augen wandten sich zu ihr zu und er nickte etwas geistesabwesend. "Die Ländereien sind die schönsten in ganz England. Warst du schon mal auf den Seven Sisters? Eine wundervolle Hügellandschaft. Aber in ihrer Schönheit ist sie mit den Ländereien nicht zu vergleichen. Früher als ich noch in der zweiten und dritten klasse war, habe ich die Ländereien immer erkundet und echt schöne Plätze gefunden. Manche davon waren geheimnisvoll andere wiederrum einfach alt aber trotzdem sehr eindrucksvoll. wenn du Interesse an sowas hast, kann ich sie dir mal zeigen.", führte er aus um seine Geistesabwesenheit vor ihr ein wenig zu verbergen. Jetzt wo er näher an ihr dran saß hatte er das erste Mal die wirkliche Gelegenheit ihre grünen wundervollen Augen genauer zu betrachten. Sie wirkten so friedlich und voller Harmonie, aber irgendwie spiegelten sie auch gleichzeitig einen Twist wieder. Ob sie wirklich sich uneinig war wusste William nicht, aber es lag etwas unsicheres, zweifelndes in ihren Augen und nur ein Narr hätte übersehen, dass sie sich im höchsten Maße seltsam verhielt. Vielleicht nervte sie es, dass er soviel mit ihr redete und Interesse an ihrer Person bekundete? Konnte das möglich sein? Will sah wieder zu seinem Buch und würde am besten wohl Stillschweigen bewahren bis sie selbst wieder ein Gesprächsthema suchte. Zuvor jedoch musste er unbedingt von ihr wissen, wo sie ihre Probleme hatte im Fach Geschichte.

Er lauschte ihr kurz und rückte etwas näher noch an sie heran um ihr Pergament lesen zu können, wobei sich ihre Schultern etwas mehr berührten und die Wärme der beiden Körper dicht nebeneinander etwas zu spüren war. Er nahm ihren Geruch in sich auf, der lieblicher und feiner nicht hätte sein können. Am liebsten wäre er in der Pose verharrt, einfach nur um ihren Geruch in sich einatmen zu können. Aber sich auf Dauer so nahe an ihr aufzuhalten, könnte sie ihm falsch auslegen, weshalb er den Moment verstreichen ließ und sich wieder zurücksetzte um sich wieder seinem Buch zu zuwenden. Erneut vertiefte er sich in die Analysen der Geschichte des Magierrates der um das 14.Jahrhundert die die Kobolde als menschliches Wesen ablehnten. Sofort trat eine Stille zwischen ihnen ein, die Will allerdings durch seine Anstrengungen ihr zu helfen völlig übersah. Mit seinen Gedanken irgendwo in die Geschichte Englands vertieft, bemerkte er gar nicht das eine für sie unangenehme Stille eingetroffen war die sich über mehrere Minuten hinweg zu ziehen schien. Sie nochmal mit Fragen zu belästigen war ihm zu riskant und ihr eher auffälliges Verhalten konnte er sich noch nicht erklären, vielleicht fand sie ihn interessant, vielleicht aber auch total aufdringlich. Letzteres wäre allerdings schade, da er beabsichtigte eine Freundschaft zu ihr aufzubauen. Wie sehr ungemütlich ihr diese Stille war, ahnte er nicht, ebenso wenig wie er hinter ihrem Verhalten Gefühle vermuten würde.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Alice McIntyre
Schüler - Hufflepuff
avatar

Anzahl der Beiträge : 137
Anmeldedatum : 20.11.16

Charakterbogen
EP:
2157/2200  (2157/2200)

BeitragThema: Re: Wer bist du McIntyre?   Di 23 Mai 2017 - 14:51

„W-w-w-ir-rkl-l-ich?“, fragte ich begeistert und lächelte den blonden Jungen an, in den ich nun schon so lange verliebt war, ohne ihn eigentlich richtig zu kennen. Ich weiß nicht, ob das vorher eine Art Hirngespinst war, konnte man sich denn in jemanden verlieben, den  man gar nicht richtig kannte? Schließlich hatten wir bis vor kurzem kaum miteinander zu tun gehabt, geschweige denn miteinander gesprochen. Aber jetzt, da wir hier saßen und uns unterhielten war mir klar, dass ich bisher nicht wirklich verliebt war. Denn ich war gerade dabei mich richtig in ihn zu verlieben. Wie konnte ich auch anders, er war einfach… toll, ergänzte eine seufzende Stimme in meinem Kopf und wieder kehrte dieses vermaledeite Lächeln zurück, das ich im Grunde immer auf den Lippen tragen würde, wenn er bei mir war, würde ich es mir nicht verbieten. Es wäre wohl der Gipfel der Peinlichkeit, wenn er herausfinden würde, dass ich Gefühle für ihn hatte.
„I-i-ich s-s-spiel-le z-z-zu-zur Z-z-z-eit e-e-in S-s-stüc-c-ck v-v-von C-c-ch-chopin, i-i-ich g-g-glaub-be  d-d-der N-n-na-name w-wi-wird d-dir w-w-enig s-s-s-sag-g-gen, e-e-es i-ist n-n-i-nicht s-s-e-sehr b-b-bekan-n-nt. B-b-b-be-beher-r-rschen t-t-tu-tu i-i-ich m-m-me-mehrere“, ich zuckte leicht mit den Schultern und sah auf meine Notizen, deren rechte Ecke von all dem Gefiesel schon ganz zerfleddert aussah. „M-m-mit d-d-de-der Z-z-z-ze-zeit h-h-hä-häuft s-s-si-si-sich e-i-i-in-n-n-ni-g-g-g-“ Arghhh!! Verdammtes Stottern! Kann das nicht einfach aufhören?! Ich schluckte schwer und biss mir möglichst unauffällig im Mund auf meine Zunge. Hör auf, hör auf, hör auf, HÖR AUF!! Nur dieses eine Mal! Bitte! Unsicher sah ich auf, diese Pause mitten drin musste sehr auffällig gewesen sein. Verlegen lächelte ich und murmelte leise und überraschend flüssig. „Tut mir leid…“ und fuhr schließlich fort. Ja, entschuldigen kann ich mich normal, aber alles andere funktioniert nicht. „I-ich w-w-wollte s-sagen: E-es h-häuf-f-t s-si-sich e-eben e-ein-einiges an ü-ber d-die J-j-j-jahre.“ Ich versuchte diese altbekannte Wut über mich selbst zu unterdrücken und mich einfach weiter unterhalten, so wie es normale Menschen eben taten. Aber was hatte ich denn anders erwartet? Ich wusste doch, dass ich mehr stotterte, wenn ich aufgeregt war und wann konnte ich aufgeregter sein, als wenn ich mit meinem Schwarm alleine war und mich unterhalten sollte? Natürlich wusste ich, dass Will gesagt hatte, dass es ihm nichts ausmacht, aber das hatten schon viele gesagt und um ehrlich zu sein konnte ich mir nicht vorstellen, dass es ihn so gar nicht nervte. Ich fand es sehr nett, dass er mir versucht hatte dieses Gefühl zu geben, das war mit ein Grund warum ich ihn jetzt noch mehr mochte, aber ich konnte nicht glauben, dass es ihn tatsächlich nicht störte.
Da sah man mal wieder, dass es nicht wirklich klug war, wenn ich aus mir heraus ging. Da hatte ich einmal eine Frage gestellt und sofort konnte ich das Zögern in Wills Augen sehen. Na toll, jetzt hab ich eine blöde Frage gestellt, es geht mich doch nichts an, wo er übt. Aber ich wollte doch nur Konversation betreiben und eigentlich war es eine ganz normale Frage. Vielleicht hat er etwas schlimmes an dem Ort erlebt? Am liebsten hätte ich diese Frage wieder zurück gezogen, aber meine Zunge wollte mich nicht so recht lassen. Und noch bevor ich die erste Silbe hatte fertig aussprechen können, kam Will zu Wort. Verdutzt sah ich ihn an. Ein Geheimnis? Er vertraut  mir eines seiner Geheimnisse an? Ich wurde leicht rot und ich fuhr kurz mit den Fingern über meine Lippen, als würde ich einen Reisversschluss schließen, um ihm zu versichern, dass ich schweigen würde. Wem sollte ich es auch erzählen? Beethoven? Gespannt hörte ich ihm zu und empfand es als eine Ehre eines seiner Geheimnisse zu erfahren. Geheimnise erzählt man nicht jedem, nur Menschen denen man vertraut… heißt das… Mir wurde leicht warm ums Herz. Er vertraut mir und das obwohl wir uns erst seit kurzem kennen. Leichte Schuldgefühle überkamen mich, weil ich kurz zuvor noch so schlecht über ihn gedacht hatte. Ich nickte, um ihm zu Zeigen, dass ich verstanden hatte. „I-i-ich w-w-e-werde s-s-schwe-weigen w-w-wie e-e-ein G-g-gr-grab.“ Für einen Moment biss ich auf meiner Unterlippe herum, unsicher, ob ich ihm jetzt auch ein Geheimnis erzählen sollte, oder nicht. Eigentlich sollte ich das jetzt, oder nicht? Er hat es schließlich auch getan. „I-i-ich h-h-hab a-a-uch s-so-sow-w-was w-w-ie e-ei-einen g-g-ge-gehei-heimen O-o-ort. A-a-a-am S-s-see g-g-i-gibt e-e-es eine S-ste-stelle, a-an d-d-der d-d-die B-b-bä-bäume einen K-kr-eis b-bi-bilden.“ Meine Notizen hatte ich mittlerweile schon ganz vergessen, oder den eigentlichen Grund, warum wir her gekommen waren, ich hatte ohnehin schon alle Hände damit zu tun es durch diese Unterhaltung zu schaffen. Aber trotz all meiner Unsicherheiten und der Überwindung, die es mich teils kostete etwas zu sagen, genoss ich es mit Will zu sprechen, sehr.
Hat er mich gerade eingeladen mir mit ihm zusammen wo hin zu gehen… Verblüfft starrte ich ihn an und nickte etwas zögerlich. „D-d-da-das f-f-fä-fände i-i-i-ic-ch s-s-se-sehr s-s-s-sch-schön.“ Meine Wangen hatten mal wieder einen leichten Rosaton angenommen und ich konnte nicht anders, als zu lächeln. Die Vorstellung wie wir zusammen über die Landschaft schlenderten und Händchen hielten war einfach zu schön, um nicht zu lächeln. Dass wir beide so nah beieinander saßen lies dies Vorstellung nur noch deutlicher werden. Ich könnte jetzt einfach seine Hand nehmen, oder mich an ihn lehnen… aber das wäre seltsam. Im Gegensatz zu mir schien Will die Arbeit aber nicht vergessen zu haben. Für eine Weile hatte ich ihn angesehen, während er seine Notizen las. Bei Merlins Bart, starr ihn doch nicht an!, ermahnte ich mich und riss meinen Blick schnell von ihm los. Wir schwiegen. Doch plötzlich beugte er sich leicht vor, um meine Notizen zu lesen und unsere Schultern berührten sich. Ich biss mir leicht in die Backe um nicht zu grinsen wie ein… naja, verliebter Teenager. Nur leider war der Moment auch schon wieder vorbei, bevor er richtig hätte ausgekostet werden könnten. Mein Herz pochte in meiner Brust und ich hielt dieses Gefühl fest. Mach keine große Sache draus, das war nur Zufall! Nicht alles muss gleich auf so was ausgelegt werden, komm mal wieder runter! Flüchtig sah ich zu ihm herüber, nur um festzustellen, dass er völlig in das Buch vertieft war, über das er sich gebeugt hatte. Schweigen breitete sich zwischen uns aus, was an sich nur daran lag, dass Will gerade las, aber wie so oft neigte ich dazu falsch zu interpretieren. Hab ich etwas Falsches gesagt?Wie immer suchte ich den Fehler allein bei mir, es kam mir zu aller erst gar nicht in den Sinn, dass rein praktische Gründe hinter seinem Tun steckten. Ich mochte schweigen nicht, es ließ mir zu viel Spielraum, um mich mit meinen zweifelnden Gedanken zu beschäftigen. Hat er meine Blicke bemerkt und ist deswegen gegangen? Fühlt er sich bedrängt? Aber ich hab doch gar nichts in die Richtung gemacht… Wahrscheinlich bin ich ihm einfach zu anstrengend, oder er hat gemerkt wie uninteressant ich bin. Hab ich vielleicht doch einen peinlichen Fehler in meinen Notizen? Oh Gott, hab ich hier das Herzchen mit dem W drin gemalt?! –Nein, gut… Erleichterung überkam mich, doch trotzdem wurde ich aus Wills verhalten nicht schlau. Warum schwieg er auf einmal so viel, warum zeigte er mir die kalte Schulter, jetzt wo ich doch versuchte aus mir heraus zu  kommen? War meine Gegenwart denn so schlimm? Allein der Gedanke daran, dass er so fühlen konnte tat weh. Ich konnte nicht von mir behaupten, dass ich die beste Gesellschaft war und dass ich sehr gut darin war Leute Unterhaltungen sterben zu lassen bewies ich ja gerade. Ich sollte etwas sagen, oder? Wäre ich damit zu aufdringlich? Ich will nicht aufdringlich sein, oder, oder lästig! Ob er mich lästig findet? Bestimmt… ich… ich sollte trotzdem etwas sagen, dann ist es wenigstens nicht mehr so still. Aber was soll ich denn sagen? Ich würde gern vieles über ihn wissen, aber das jetzt zu fragen käme komisch rüber, oder? Am besten was wegen der Schule, das würde gerade wenigstens passen. Hoffentlich ist er dann nicht böse, weil ich ihn beim lesen gestört habe… „L-l-le-le-lebst d-d-du i-i-in d-d-de-der n-n-nä-nähe v-von d-diesen s-s-es-even s-s-sisters.” Was soll das denn? Das ist doch nichts zur Schule! Es geht dich doch gar nichts an, wo er lebt! Das kommt doch rüber, als würdest du dich überhaupt nicht auf den Stoff konzentrieren!
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
William Gordon
Mannschaftskapitän - Hufflepuff
avatar

Anzahl der Beiträge : 1169
Anmeldedatum : 01.11.14

Charakterbogen
EP:
2661/2800  (2661/2800)

BeitragThema: Re: Wer bist du McIntyre?   Di 30 Mai 2017 - 22:02

Sie wirkte verlegen als er ihr von seinem geheimen Ort erzählte, an dem er heimlich auf seiner Flöte zu spielen übte. Die Röte die sich in ihr Gesicht legte, erregte ein Lächeln auf seinen Lippen, während seine Augen sanft im Schein der hereinfallenden Sonnenstrahlen funkelten. Der Winkel in denen die Sonnenstrahlen ihr Haar trafen, ließen sie ganz anders auf ihn wirken. Mit einem Mal wirkte Alice wie eine Adelige aus gutem Hause und das nur durch die Art wie die Strahlen der Sonne auf sie trafen. Unglaublich wie viel der Unterschied zwischen Sonne und Dunkelheit ausmachen konnte, wie sich eine Perspektive veränderte, wenn man nur etwas Glanz hinzufügte. Und obgleich sie eine eher ruhige Person war, spürte er die Warmherzigkeit in ihrem Herzen, die Freundlichkeit, die durch irgendetwas in ihr tief drinne gehemmt wurde. Vermutlich war es das Stottern das sie so dermaßen nervös wirken ließ, obwohl es dazu gar keinen Grund gab, zumindestens keinen den Will offenkundig entdecken konnte. Etwas unsicher, wie er darauf reagieren sollte, schenkt er ihr ein Lächeln und ein keckes Augenzwinkern. Mit dieser Geste wollte er ihr kleines Geheimnis besiegeln. Umso mehr war er überrascht als sie selbst das Wort ergriff und ihm ebenfalls eines anvertraute, dass seinem im nichts nachstand. Sie hatte einen geheimen Ort? Ob ihr das spielen wohl genauso unangenehm vor Menschen war wie ihm? Aber wieso? Wenn sie solch große Stücke imitierte, brauchte sie sich weder zu schämen noch zu verstecken, im Gegensatz zu ihm der nur ein einziges Stück spielte und das nicht einmal perfekt. Dabei sollte man annehmen, das er genug Zeit gehabt hatte um sein Flötenspiel über die Zeit hinweg zu verbessern.
Ob es klug war, neugierig zu sein? Wieso nicht? Interesse zu zeigen, würde ihn nicht unbeliebter machen als er es eh schon bei manchen war. "Gehst du dorthin um zu üben oder um allein zu sein?", so wie er sie in diesem Augenblick einschätzte, tat sie dort beides. "Die Musik hilft dir beim nachdenken, nicht wahr? Es ist beruhigend zu spielen und einfach die Gedanken fließen zu lassen. So ist es zumindest bei mir.", das spielen hatte ihm geholfen, mehr als die Traumschatulle, mehr als jede Ablenkung die er versuchte um nicht mehr an all die furchtbaren Dinge zurückdenken zu müssen. Auf diese Weise wurde er sich vieler Dinge bewusst und durch die Mithilfe seiner Freunde, gelang er wieder auf den rechten Weg.

Zunächst schwiegen sie sich eine Weile an, während Will ihre Notizen studierte und sich eine Weile in seine Unterlagen vertiefte. Auch wenn sie glaubte, sie sei unbeobachtet, hatte er aus den Augenwinkeln heraus gesehen wie sie ihn angestarrt hatte, welche Blicke sie ihm zukommen ließ und wie sehr unentschlossen sie war. Zugegeben, er konnte nicht wissen was in ihr vorging oder welche Gedanken sie sich machte , aber die äußerlichen Anzeichen und ihre Körpersprache zeigten deutlich ihren unruhigen Gemütszustand. Schlussendlich hatte sie ihren Blick von ihm abgewandt und obwohl Will krampfhaft versuchte sich auf die Geschichte der Zauberei zu konzentrieren, lenkte sie ihn irgendwie immer wieder ab. Seine Neugierde war so groß, dass er im Grunde genommen keine Lust hatte zu lernen, sondern lieber mit ihr zu reden. Möglicherweise empfand sie seine vielen Fragen als aufdringlich, weshalb er sich zügelte und zurückhielt. Man sollte niemanden löchern, am Ende hielt sie ihn wirklich noch für einen Rüpel oder ähnlichem. Vorsichtig warf er ihr hin und wieder einen Blick zu, lächelte und wandte sich wieder seinem Buch zu. Tief in seinem Herzen wünschte er sich nur zu tiefst, dass sie das Wort ergreifen würde und bis dahin lenkte er sich eben damit ab, seine Feder zwischen seinen Fingern hin und her geleiten zu lassen. Vielleicht hinterließ dies eine Art Spur, die sie auf ihn wieder aufmerksam machen würde.
Dann war es endlich soweit, sie ergriff das Wort und begann damit selbst Fragen zu stellen. Streng genommen nur eine, ABER immerhin EINE Frage!  "Nein, ich lebe in einem Haus direkt außerhalb von London. Das Haus gehörte meinen Eltern früher, heute wohne ich dort alleine. Naja, fast alleine. Die Familie einer Freundin passt ein wenig auf mich auf, auch wenn ich es nicht einmal brauche. Meistens bleibe ich nie da, weil ich es alleine dort zu einsam finde, weißt du? Außerdem...bringt es schlechte Erinnerungen mit sich. , er rückte mit seinem Stuhl etwas näher an sie heran und sah ihr beim reden unentwegt in die Augen. Seine bläulichen Augen lagen tief in seinen Augenhöhlen verborgen, während sie auf die grünen Augen von Alice stießen, die so unergründlich wie schön waren. Sie strahlte eine gewisses Vertrauen aus, dass man ihr automatisch zuschrieb. Sie wirkte sehr entspannend auf ihn und auch wenn sie stotterte, ließ er sich davon nicht beeinflussen. Wahrscheinlich wäre er an ihrer Stelle mit dem selben Leiden genauso zurückhaltend.

"Meine Mutter hatte mich oft in die Hügel der Seven Sisters mitgenommen. Als ich noch ein kleines Kind war, sind wir oft dort wandern gegangen oder haben stundenlang von der Klippe aus aufs tobende Meer hinausgestarrt. Wie die Wellen an die Felsen schlugen, wie der Horizont irgendwo geheimnisvoll ganzen sich mit dem blau des Meeres verband und wie die Sonne dahinter unterging. Ist ganz schön anstrengend, zumindest wenn man ein Knirps mit kurzen Beinen ist.", erwiderte er scherzhaft und grinste. Er hatte diese Wanderungen gehasst! Der Anblick hingegen war den Preis der Wanderung wert, auch wenn die Rückwanderung mithin das schlimmste an der ganzen Angelegenheit war. Seine Mutter wollte ja nicht apparieren, sondern viel lieber zu Fuß gehen, dass würde ihm gut tun und so könnte er etwas über die Natur lernen. Nur schade, dass sie nie eingesehen hatte, dass die Interessen eines kleinen Kindes ganz wo anders lagen und nicht bei anstrengenden Hügelwanderungen. "Und du? Deinen Worten entnehme ich, dass du noch nie dort warst. Wo bist du denn aufgewachsen?", schweigend sah er zu ihr, während ihre Unterlagen auf dem Tisch vor ihnen dahin vegetierten und allmählich ihre Bedeutsamkeit bei diesem Treffen verloren. Unfassbar, soviel Interesse an einer Person hatte er nicht mehr gehabt, seitdem er die Traumschatulle verlassen hatte und nun war er dabei jemanden kennenzulernen mit dem er sechs Jahre lang kaum Kontakt gehabt hatte. Dennoch lohnte sich jeder Augenblick mit ihr.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
 
Wer bist du McIntyre?
Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben 
Seite 1 von 1
 Ähnliche Themen
-
» Wo bist Du und wenn nicht, wieso?
» Welcher Warrior Cats Charakter bist du?
» Welcher Warrior Cat bist du am ähnlichsten? OPEN!!
» Welche Warrior-Katze bist du?
» Wer bist du?

Befugnisse in diesem ForumSie können in diesem Forum nicht antworten
Hogwarts - Dark Ages :: Inplay :: Hogwarts :: 4. Stock :: Schulbibliothek-
Gehe zu: