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 Keine Angst vor dem eigenen Potenzial

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Bill Melbourne
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BeitragThema: Keine Angst vor dem eigenen Potenzial   So 19 Feb 2017 - 1:45

09.05.15

Brief:
 

In seinen schwarzen Umhang gehüllt und mit seinem Spazierstock, stolzierte er über die Trampelpfade der Ländereien von Hogwarts. Er liebte es sich hier umzusehen, die frische Luft zu genießen und über all die bedrückenden Dinge zu vergessen, die einen so alltäglich belasteten. In der letzten Zeit hatte er es nicht lange in seinem eigenen Büro ausgehalten, nicht zuletzt weil er dort ständig in Versuchung geriet die Schublade zu öffnen und in dieses bezaubernde Gesicht seiner ehemaligen Geliebten zu schauen, die viele tausend Kilometer von ihm entfernt war. Und da die meisten Schüler ihn wegen seiner Ernsthaftigkeit und ziemlich distanzierten Art oftmals  fürchteten, brauchte er ich kaum Gedanken darüber zu machen das ihn jemand von selbst aufsuchte. Natürlich galt das noch längst nicht für alle Schüler, es gab durchaus welche die ihn anscheinend als sehr vertrauenswürdig einstuften. Die letzten Wochen waren nicht spurlos an ihm vorbeigegangen, er hatte meistens die Zeit in seinem Büro verbracht. Die Hausaufgaben kontrolliert, Noten hochgerechnet, kleinere Aufgaben für die Schulleiterin erledigt und eine Inspektion eines Unterrichts beendet. Darüber hinaus war er als Vertretungslehrer in Verteidigung gegen die dunklen Künste eingesprungen. Die Blässe in seinem Gesicht hatte sich merklich verschlimmert, man merkte ihm die viele Arbeit an. Nicht nur weil er viel zu sehr in Gedanken verloren war, sondern auch weil er jeden Tag seine Gefühle hinter einer kühlen Maske verbarg. Jene Traurigkeit über die ihm bereits entschwundene Liebe. Er erinnerte sich noch vor kurzem einen Brief von Lauren erhalten zu haben, indem sie ihn noch einmal daran erinnerte, dass ihr Sohn nächstes Jahr auf die Schule kommen würde und er ein Auge auf ihn warf. Sicherlich würde er auf den Sohn aufpassen der von einem größten Rivalen war. Allein diesen Anblick zu spüren und zu wissen, dass es nicht seiner war, war beinahe eine Art der seelischen Folter. Doch er würde sich mit dem Gedanken allein zu bleiben arrangieren, soviel war sicher, er durfte darüber nicht soviel nachdenken, besonders nicht in einer Zeit wie dieser wo die Welt vollkommen Kopf stand.

Um ein wenig frische Luft zu bekommen und gleichzeitig die junge Carnahan einmal genauer kennenlernen zu können, hatte er sich zu dem in seinem Brief beschriebenen Ort begeben. An den Baum zu seiner Rechten hatte er seinen Spazierstock mit silbernem Drachenkopf angelehnt, ehe er sich kurz vor dem Hippogreif würdigend verbeugte. Von dem edlen Geschöpf akzeptiert kam er mit einer Bürste näher, um sein Gefieder zu reinigen, dass voller Geäst war, dass sich seinen Federn jedes Mal nach der Landungen verfangen hatten. Während er bürstete lauschte er mit den Ohren nach Bewegungen, nur falls sich eines der Tiere aus dem verbotenen Wald an einem Angriff versuchen würde. Seine Augen waren auf das große Tierwesen gerichtet, dem er zur Belohnung ein Frettchen gegeben hatte und dann stillschweigend die andere Seite bürstete, sodass er mit dem Rücken zu der jungen Ravenclaw-Schülerin stehen würde sobald sie kam.

Mit ernstem Gesichtsausdruck und einer in Falten gelegten Stirn, hörte er die Schritte der jungen Schülerin. "Miss Carnahan.." sagte er ohne sich wirklich zu ihr umzudrehen. "Schön, dass ihre Zeit es erlaubte. Bitte bleiben sie zu ihrer eigenen Sicherheit etwas auf Distanz, sie kennen das Verhalten von Hippogreifen ja.", fuhr er fort, ehe er sich zu ihr herumdrehte und dann ihr die Bürste hinhielt.
"Es sei denn sie würden gerne weiterbürsten. Miss Canarham, wie sie meinem Brief entnehmen konnten, würde ich gerne mit ihnen reden. Zum einen über sie und zum anderen über ihre Zukunft in meinem Fach. Ich hätte sie gerne auch nächstes Jahr in meinem fortgeschrittenen Kurs, wenn sie sich das weiter zutrauen.", er war schon immer jemand der direkt zum Punkt kam. "Darüber hinaus.." sagte er und drehte sich nun gänzlich zu ihr, "ist mir nicht entgangen das sie, nun sagen so wirken als hätten sie ein Problem. Kann das sein?"
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Evee Carnahan
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BeitragThema: Re: Keine Angst vor dem eigenen Potenzial   So 19 Feb 2017 - 4:53

Atmen.Tief einatmen.
Mit zügigen Schritten machte sich die Ravenclaw- Schülerin zu der Wildhüterhütte am Waldrand, um pünktlich am vom Professor Melbourne angekündigten Treffpunkt anzukommen. Ihre Nerven waren bis zum Zerreißen gespannt und auch die kühle Brise, die ihr Haar immer wieder in ihr fahles Gesicht blies, schien den pochenden Schmerz in ihren Schläfen nicht mildern zu können. Es blieb keine Zeit sich auf die von ihr so heißgeliebte Schönheit der Natur einzulassen. Ihre Gedanken galten Professor Melbourne und seinen strengen grünen Augen. Würde sie ihn verärgert oder gar enttäuscht haben? Würde er sie mit Vorwürfen beschmeißen, in aller Öffentlichkeit denunzieren, um sie dann schließlich in seinem Kurs durchfallen zu lassen? Krampfhaft zog sich ihr Bauch bei diesem Gedanken zusammen und trotz ihrer ständigen Bemühungen ihren gesundheitlichen Zustand verborgen zu halten, brachte Evee nicht die Kraft auf das schmerzerfüllte Keuchen aus ihrer Kehle zu ersticken. Atmen. Tief einatmen.
Kurz bevor sie den Ort ihres Treffens erreichte, erkannte sie den Professor, der gerade bedächtig das Federkleid eines Hippogreifes pflegte. Der Anblick der Szenerie ließ Evee in ihren Bewegungen innehalten. Es war nicht allein der Anblick des eleganten Hippogreifes, der Evees Herz höher schlagen ließ, obgleich sie sich sicher war, dass kaum ein anderes Wesen ihm an Anmut und Stolz das Wasser reichen könne. Doch es war die Andacht und Sanftheit, die in den Bewegungen von Professor Melbourne lagen, die ihr ein kleines warmes Lächeln entlockten und es vermochten den schmerzhaften Knoten in ihrem Magen ein wenig zu lösen. Eingehend beobachtete sie seine Bewegungen, seine in Falten gelegte Stirn, die ihn als sehr nachdenklichen Menschen verrieten und seine traurigen Augen, die von seinen betrübenden Gedankenwelten zu erzählen vermochten. Vielleicht würde er sie ja gar nicht bemerken. Ihre Ohren vernahmen ein zufriedenes Schmatzen und Evee konnte beobachten, wie das letzte Stück Frettchen in den Schlund des Hippogreifes gelangte, bevor Professor Melbourne sich mit dem Rücken zu ihr drehte und ihr die Sicht auf das geflügelte Wesen, sowie auf seinen von Schwermut beladenen Gesichtszügen raubte.

Die letzten Schritte ließen den Knoten in ihrem Magen schließlich wieder anwachsen. Hinterhältig schlängelte er sich entlang ihrer Wirbelsäule, ließ sie erschaudern, um sich dann erbarmungslos um ihre dünne Kehle zu legen. Sie war sich sicher, Professor Melbourne hätte kein Legilimentiker oder Empath sein müssen, um in diesem Augenblick ihr pochendes Herz mit ohrenbetäubender Lautstärke zu vernehmen. „Miss Carnahan..", erschrocken fuhr Evee bei den Worten des Professors zusammen. Er hatte sie doch bemerkt. War sie nicht bedächtig genug zu ihm geschritten? Wie lange er wohl wüsste, dass sie da war? Hatte er sie etwa beobachten können, während ihre lächelnden Augen seinen Bewegungen gefolgt hatten?! Ihre Wangen verfärbten sich in einem sanften Rotton, welcher im Anbetracht ihrer kränklich fahlen Haut scharf hervorstach und beim Anblick des ernsten Gesichtsausdruckes des Professors, der sich gerade zu ihr gedreht hatte, um ihr die Bürste zu reichen, eine noch kräftigere Nuance annahm. Er wollte mit ihr über ihre Leistungen in den Fächern Pflege magischer Geschöpfe und Verteidigung gegen die dunklen Künste sprechen. Was sie jedoch überraschte war sein Wohlwollen ihrer Anwesenheit in seinem zukünftigen fortgeschrittenen Kurs. Evee schaute auf die Bürste, dann auf die erwartungsvollen Augen des Professors und schließlich lenkte sie ihren Blick gen Boden. Er vermutete, sie habe ein Problem. Er sprach direkt und kühl. Seine Distanziertheit verengte den Knoten um ihre Kehle. Geräuschvoll schnappte sie nach Luft. Eine aufkommende kühle Brise löste die hellen Strähnen ihres Vorderscheitels und blies sie in ihr Gesicht, doch Evee wagte es nicht sie hinter ihr Ohr zu klemmen, um ihm noch mehr Einblick in ihr eingeschüchtertes errötetes Gesicht zu gewähren. Zaghaft griff sie nach der Bürste und achtete dabei kleinlichst darauf für keinen einzigen Moment in Berührung mit seiner Haut zu kommen. Sie hoffte, es würde ihm nicht auffallen oder als persönliche Anfeindung gewertet werden. Dann schritt sie zum Hippogreif, verbeugte sich tief und verharrte in ihrer gebeugten Haltung, bis der Hippogreif es ihr gleichtat und ihr somit seine Billigung signalisierte. Es war verwunderlich, wie einfach, gar komfortabel es ihr erschien diese demütige Haltung zu wahren. Es war verwunderlich, gar beschämend, ja, das war es, beschämend. Atmen.
Sanft streichelte sie den Hippogreif über seinen Kopf und begann anschließend sein silbrig- weißes Federkleid zu bürsten. Dabei tat sie es dem Professor gleich und drehte ihm den Rücken zu. „Ich..“, setzte sie an und ihre Lippen waren vor Nervosität schon ganz trocken. Vorsichtig leckte sie sich über ihre Lippen, atmete auf und fuhr mit leicht stotternder Stimme fort: „Ich weiß wirklich nicht, was Sie meinen, Professor. Ich habe die letzten Tage kaum Gelegenheit gehabt genügend Schlaf zu finden. Ich war nachlässig, was meine Kraftreserven betrifft..“, zögernd drehte sie sich wieder zum Professor. Für einen kurzen Augenblick trafen ihre unsicheren braunen Augen auf seinen unnachgiebigen Blick, bis sie sich schließlich wieder gen Boden richteten. Beschämend. „Es tut mir wirklich sehr Leid. Ich werde in Zukunft darauf achten meinen Bedarf an Schlaf zu befriedigen und mich nicht zu überarbeiten.“, murmelte sie und seufzte enttäuscht in Gedanken mit dem Wissen ihn belogen zu haben.
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Bill Melbourne
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BeitragThema: Re: Keine Angst vor dem eigenen Potenzial   Sa 4 März 2017 - 15:09

Schweigend sah Bill sie mit kühlen, beinahe eisigen Blicken an, während er in seinem schwarzen Umhang dar stand und sie ausführlich musterte. Sie wirkte unsicher, schüchtern, ja man könnte sogar behaupten, dass sie völlig verängstigt war. Doch der Grund für diese Angst erschloss sich ihm nicht. Sie wirkte als fürchte sie sich das irgendein Geheimnis ans Licht käme, dass sie lieber für sich bewahren wollte. Jedenfalls war sie nicht gut darin ihm etwas vorzumachen oder glaubte sie wirklich, dass ein Blick zum Boden hin ihn davon überzeugen würde, dass es tatsächlich nur am Schlafmangel lag? Nach etwas mehr als zwölf Jahren als Professor hatte er bereits eine relativ gute Menschenkenntnis erworben und konnte von sich behaupten viele Verhaltensmuster von Schülern durchschauen und analysieren zu können. Und ihres war ungefähr so offen wie die Bücher in seinem Büroregal. Dennoch nickte er und musterte sie weiterhin mit ernsten Blicken. Die blasse Haut, die Schatten unter ihren Augen, rührten nicht nur von ständiger Überarbeitung her. Da musste noch mehr dahinter stecken, soviel war sicher. Sein Gefühl und vor allem ihre Reaktionen auf seine Frage machten ihm das ganz deutlich. Aber sie jetzt darauf anzusprechen würde wenig Sinn machen. Er bemerkte allein schon an ihrer Haltung, dass sie im Augenblick sich nicht öffnen würde. Vielleicht aus Angst vor ihm oder weil sie ihn schlicht nicht kannte. Daher würde er erst im weiteren Gesprächsverlauf, wenn sie etwas aufgetaut war, noch einmal darauf zurückkommen.
Ihre Leistung hingegen den Hippogreif für sich zu gewinnen und sich trotz ihrer Ängstlichkeit an ihn heranzutrauen, um ihn zu bürsten, beeindruckten ihn wiederrum. Wieder einmal stellte sie unter Beweis, dass sie ein gewisses Talent für Pflege magischer Geschöpfe besaß, dass man nur etwas herauslocken musste. Er war sich nicht sicher, ob sie  weiterhin dem Druck des fortgeschrittenen Kurses standhalten würde, zumindest nicht wenn sie es wirklich Übermüdung wäre an der sie litt.

"Entschuldigung akzeptiert, Miss Carnaham. Sie sollten sich etwas Ruhe gönnen und sich klare Prioritäten setzen. Denn wenn sie weiter so in sich hineinhausen werden sie diesen Kraftakt nicht mehr lange bewältigen. Haben sie in den letzten Tagen wenigstens an den drei Mahlzeiten in der großen Halle teilgenommen? Sehen sie, ihren Leistungen ist es gedient wenn sie eines Tages wegen Entkräftung im Krankenflügel landen.", erwiderte er mit deutlich strenger Stimme, wobei er seine Betonung sehr darauf legte, ihr ganz deutlich zu zeigen, dass sie mit diesem Verhalten nicht sehr weit kam. Er wäre ein schlechter Lehrer für sie, wenn er sich nicht um seine Schüler sorgte, ganz gleich wie auch immer sein Ruf war. Es gab Schüler die Angst vor ihm hatten und es gab Schüler die mit ihm sehr gut zurecht kamen und mehr hinter das Äußere blickten.

"Miss Carnaham, ich wollte Ihnen mitteilen, dass ich ihre Leistungen im bisherigen fortgeschrittenen Kurs sehr aufmerksam verfolgt habe. Meiner Meinung nach haben sie Talent und Potenzial. Aber in letzter Zeit gewinne ich mehr den Eindruck, dass sie sich sehr stark zurückhalten. Ich bin davon überzeugt, dass sie mehr könnten als sie bisher geleistet haben." sagte er und beobachtete sie weiterhin, während eine laue Brise über sie hinwegwehte. Der Hippogreif schien davon jedoch keinerlei Notiz zu nehmen, er war so damit beschäftigt sich verwöhnen zu lassen und die Augen zu schließen, dass ihn die Unterhaltung der beiden überhaupt nicht zu stören schien.
"Daher würde ich gerne ihren eigenen persönlichen Eindruck ihrer bisherigen Leistungen erfahren."

Er nahm seinen Spazierstock wieder in die linke Hand und stützte sich aus reiner Gewohnheit ein wenig darauf ab. Und auch wenn es Schüler gab die dem Irrglauben erlagen, dass er den zum Laufen brauchte, war er nicht bereit sich von dieser Gewohnheit zu trennen. Zuletzt auch aus dem einzigen Grund, dass es nicht nur ein Spazierstock, sondern auch ein Geheimnis enthielt, dass für ihn einen gewissen ideellen Wert besaß. Einen der ihn mit seiner Vergangenheit verband und nun auch sogar mit seiner Gegenwart. Für ihn war dieser Spazierstock, obgleich er keinen wirklichen Wert in Gallionen besaß, ein unbezahlbares Stück, das ihn stets überall hin begleitete. So hatte er zumindest etwas von ihr und ihm immer in seiner Nähe und konnte sich auf diese Weise mit beiden Menschen, die ihm einst sehr nahe standen, stets verbunden fühlen.
Nachdem sie ihm ihren Eindruck geschildert hatte, seufzte er leise in sich hinein. er machte sich Sorgen um sie, ihre Haltung und ihre Art wie sie mit ihm sprach, erweichten seine sonst so harten Gesichtszüge etwas. Sie war nicht hier um eine Strafpredigt zu erhalten und sie wirkte wie eine Schülerin, die gerade genau so eine erwartete. Vielleicht wegen ihrem zu spät kommen in Verteidigung gegen die dunklen Künste? Was auch der Grund sein mochte, er musste sie zumindest ein wenig beruhigen und ihr zeigen, dass sie keine Angst zu haben brauchte, schließlich war es wenig förderlich wenn sie sich überhaupt nicht öffnete. Weder für ihr Gespräch, noch für ihre Zukunft in seinem Unterricht. "Miss Carnaham.." begann er und räusperte sich, "jetzt versuchen sie sich erstmal zu beruhigen. Sie sind nicht hier um eine Strafpredigt oder Ärger zu erhalten. Und ich werde ihnen garantiert nichts tun. Daher atmen sie bitte einmal tief ein und wieder langsam aus. Sie sind hier, weil ich mir Sorgen um sie mache und weil ich genau weiß, welches Potenzial in ihnen drin steckt. Verstehen sie? Im Gegensatz zu Pflege magischer Geschöpfe, sind ihre Leistungen in Verteidigung gegen die dunklen Künste nicht sehr berauschend. und, ich würde gerne einfach von ihnen einmal erfahren wo die Ursache liegt. Vielleicht kann ich ihnen helfen, damit sie besser mit dem Unterricht zurecht kommen.",
appellierte er an sie, während er mit wohlwollen dabei zusah wie sie das Gefieder mehr und mehr von dem Dreck und dem Geäst befreite. Das der Hippogreif nicht aufstand und sich von ihr entfernte war ein sicheres Zeichen, dass sie es richtig machte. Zumindest solange sie nicht gegen das Gefälle bürstete. Ansonsten hätten sie wohl beide ein schweres Problem. Denn niemand wollte einen verärgerten Hippogreif in Aktion erleben. Darüber hinaus war Bill der letzte der dem armen Tier einen Zauber auf den Hals hetzen wollte.
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Evee Carnahan
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BeitragThema: Re: Keine Angst vor dem eigenen Potenzial   So 5 März 2017 - 21:11

Den Kopf noch immer gen Boden gerichtet ließ sie seinen unnachgiebigen Blick schweigend über sich ergehen. Sie wusste, er würde es suchen. In jeder Bewegung, in jedem voreiligen Wimpernzucken, in jedem auch so subtil erscheinenden Aufzittern ihrer Hände, die die Bürste noch immer fest umklammert hielten. Er würde nach jeder kleinen Andeutung suchen, die ihm Einblick in ihr Gefühlsleben geben würde.

Anfänglich war es ihr schleierhaft wieso sie Professor Melbourne´s Anwesenheit jedes Mal in solch eine Angst versetzte. Sie wusste um seinen Ruf. Schließlich erzählten sich die Schüler sehr viel. Sie wusste um sein autoritäres Auftreten, welches vielen Schülern, so auch ihr die Ehrfurcht vor ihm lehrte.. und dann waren da noch seine Augen, deren Blicke sie sich so oft wie möglich zu entziehen versuchte. Diese abgründig blitzenden Smaragde, die einem direkt in die Seele zu blicken schienen.
Doch trotz der vielen Gerüchte, Geschichten..und dieser Augen, konnte sie sich einer bestimmten Ausstrahlung seinerseits einfach nicht entziehen.
Sie erinnerte sich an das Verlassen der Residenz ihrer mit dem Rassenwahn infizierten reinblütigen Familie mütterlicherseits und ihr darauf folgendes Auftreten in Hogwarts. Sie wusste noch immer nicht genau, ob Hogwarts ihr ein Segen oder ein Fluch war. Eine halbblütige Hexe war hier keine Seltenheit. Eine halbblütige Hexe, die am liebsten keine Hexe sein wollte, schien jedoch auch in dieser Schule nicht unbedingt die Norm zu sein. Von den meisten Reinblütern hielt sie sich fern, so wollte sie nicht an die schrecklichen Jahre in der Obhut der Familie ihrer Mutter erinnert werden, doch bei Professor Melbourne war es anders. Sie fürchtete sich so wenig vor seinem Blutstatus, wie vor den Geschichten, die um ihn kursierten. Er zog sie an wie das Licht eine Motte und obgleich sie dies Phänomen in den ersten Monaten gekonnt ignoriert hatte, schien es in dem letzten halben Jahr verstärkter aufzutreten. Ihre Furcht galt seinem Urteil ihr gegenüber, doch keinesfalls seinem Wesen. Sie wollte ihm gefallen, als gute Schülerin in Erinnerung bleiben, doch ihre Unfähigkeit mit Zaubern umzugehen und ihr introvertiertes Wesen ließen ihn sie als durchschnittliche Schülerin sehen. Erst im Fach Pflege magischer Geschöpfe konnte sie ihm etwas Aufmerksamkeit entlocken.
Der strenge Ton seiner Stimme durchschnitt ihre Gedankenwelt und holte Evee wieder zurück in die Gegenwart. Allmählich wurde ihr bewusst, dass er ihre Entschuldigung gerade eben akzeptiert hatte. Ihr Herz schien einen kleinen Freudensprung zu machen, versank im nächsten Moment jedoch in Schuldgefühlen, als sie sich wieder an ihre Lüge erinnerte. Zaghaft hob sie ihren Kopf und begegnete seinem Blick . Ihre Augen drückten tiefes Schuldbewusstsein aus. Sie bemerkte die Bürste in ihren Händen, als sie ihre Finger nervös in ihren Handballen drücken wollte, sah darin eine Möglichkeit sich dem intensiven Blicken des Professors zu entziehen und widmete sich schließlich wieder der Pflege des Hippogreifes, der sichtlich ungeduldig seinen Blick auf sie gerichtet hatte.
Es vermochte albern zu erscheinen, doch Evee konnte nicht anders, als sich beim edlen Geschöpf zu entschuldigen und so drückte sie im nächsten Moment den Besatz der Bürste sanft ins Gefieder des Tieres und fuhr mit der Pflege seines Federkleides fort. Diesmal kehrte sie dem Professor nicht den Rücken. Sie wollte ihn nicht verärgern oder abweisend erscheinen und so hatte sie sich so zu ihm positioniert, dass er einen Blick auf ihr Seitenprofil werfen konnte.
Evee versuchte sich auf das Lichtspiel der Sonnenstrahlen auf dem silbrigen Gefieder des Hippogreifes zu konzentrieren, doch Professor Melbourne´s strenge Stimme
bohrte sich regelrecht in ihren Kopf, kettete sie an seine mahnenden Worte und verdrängte so auch die letzten reflektierenden Lichtpunkte auf dem prächtigen Gefieder des magischen Geschöpfes aus ihrem Bewusstsein.
Schmerzvoll schluckte sie den Kummer und ihre Angst ihre zugeschnürte Kehle runter und erwiderte schließlich Professor Melbourne´s Frage bezüglich ihrer Anwesenheit während des gemeinsamen Speisens in der großen Halle mit einem Nicken. „Das habe ich getan..zumindest die meiste Zeit über.“ Die täglichen gemeinsamen Speisen stellten dabei eine regelrechte Tortur für Evee dar. Sie fühlte sich gefangen zwischen hunderten von Schülern, die sie hunderte von Leidensgeschichten hätten durchleben lassen können, würde sie mit ihrer bloßen Haut mit ihnen in Berührung kommen.
„Mir gefällt die Himmelsdecke wirklich sehr“, versuchte sie den Inhalt des Gespräches auf etwas tröstliches zu lenken, um Professor Melbourne zu besänftigen. „Ich genieße es abends auf die Decke der großen Halle zu schauen. Es ist unglaublich schön sich während des Speisens die Sterne anschauen zu können..irgendwie tröstend.“, fügte sie murmelnd dazu und war sich sicher, dass dieser Aspekt an Hogwarts in die Kategorie „Segen“ fiel. Sie liebte die Decke wirklich. Genauso wie sie den Astronomieturm liebte. Die Sterne erinnerten sie an die gemeinsamen Ausflüge mit ihrem geliebten Muggelvater, Während sie in den milden Sommernächten an abgelegene Wäldern kampierten, lauschte sie seiner sanften Stimme, die ihr von den Sternenbildern am Himmelszelt erzählten. Sie vermisste ihn wirklich sehr.
Ruckartig verscheuchte sie das Bild ihres lächelnden Vaters aus ihren Gedanken und verdrängte die aufkommenden Tränen, die sie verraten hätten.

Professor Melbourne´s folgende Worte überraschten sie sichtlich. So hielt er sie für talentiert und für eine Schülerin mit Potenzial.
Sie und Talent? Sie erinnerte sich an die vielen Fehlschläge, von denen sie wusste, sie könne es nicht ihrem Zauberstab zuschreiben. Sie empfand sich als hoffnungslos verloren, was das Ausführen von Magie betraf. „Das Einzige, was ich kann, ist mich von Gefühlen Anderer überwältigen zu lassen“, sprach sie leise zu sich, erschrak über ihre ausgesprochenen Gedanken und drehte sich urplötzlich zum Professor hin. „Ich meine..Ich meine, ich glaube...ich weise einfach kein großes Talent auf..!“, äußerte sie stotternd und äußerte daraufhin ein nervöses Lachen. Nach einem kurzen Moment der Ruhe fiel ihr ein, dass diese Aussage jedoch vielleicht als anmaßende Verurteilung über Professor Melbourne´s Fähigkeit Talente zu entdecken erachtet werden konnte und so drehte sie sich wieder zum Professor und setzte hastig an:“ Also ich meine nicht, dass sie Unrecht haben..oder dass sie nicht in der Lage seien...also ich meine...Sie sind ein sehr kompetenter Zauberer...und natürlich Lehrer! Ich will ihnen nicht sagen, ...was sie zu sehen haben..oder so. Sie..Sie sind mir ein großes Vorbild!“ Mit errötetem Gesicht entzog sie sich Professor Melbourne´s Blick und wendete sich wieder dem Hippogreif zu, um im nächsten Moment von dessen eindringlichen bernsteinfarbenen Augen durchbohrt zu werden. Er erschien sichtlich verärgert darüber, dass seine entspannende „Wellnesskur“   von dem nervösen Mädchen immer wieder abgebrochen wurde. Evee senkte schuldbewusst ihren Blick und setzte die Bürste zum dritten Mal an das Federkleid des Hippogreifes an. Dieser schnaubte geräuschvoll, um ihr seine Missbilligung zu signalisieren, schloss jedoch allmählich wieder seine Augen und gab sich dem entspannenden Streicheln der Bürste hin.

Von der Seite beobachtete Evee wie der Professor sich mit der linken Hand auf seinen Spazierstock stützte. Dieses Verhalten haben sie und andere schon sehr oft beobachten können und obgleich seine Bewegungen die Dynamik einer belanglosen Gewohnheit aufwiesen, beobachtete man die Entschlossenheit, mit der seine Hand seinen Spazierstock festhielt, konnte man die naive Vorstellung, es handele sich um ein obligatorisches Accessoire nicht mehr mit Ernsthaftigkeit vertreten. Evee wusste, es musste mehr dahinter stecken. Eindringlich beobachtete sie die Hand des Professors, deren Finger sich regelrecht beschützend um den silbernen Griff des Spazierstockes legten und die Haut, die über deren Knöchel weiß hervortrat. Der Griff des kunstvollen Gegenstandes stellte einen silbernen Drachenkopf dar.
Evee beobachtete, wie sich die Spitze von Professor Melbourne´s Ringfingers behutsam über die Schnauze des Drachen gelegt hatte und seinen Mund verschlossen hielt...So, als solle er schweigen, bildetete sie sich ein. Es würde sich keineswegs um ein obligatorisches Accessoire handeln, darin war sich Evee sicher. Instinktiv griff sie mit ihrer freien Hand (mit der anderen fuhr sie spärlich über das Federkleid des Hippogreifes) nach dem metallenem Kreuzanhänger um ihren Hals, während ihr neugieriger Blick den hervorgetretenen Sehnen seiner Handfläche folgte.
Derweil richtete sich der Blick eines bernsteinfarbenen Auges missmutig auf Evee, die ein weiteres Mal aus ihren Gedanken gerissen wurde. Sichtlich überrascht über Professor Melbourne´s plötzlichen sanften Tonfall erhob sie ihren Blick und traf dabei auf seine erweichten Gesichtszüge, die ihr verängstigtes Herz schneller schlagen ließen. Überfordert und doch ergriffen lauschte sie seinen Worten, die von Fürsorge und aufrichtiger Anteilnahme gekennzeichnet waren, während sie es wagte eingehend sein Gesicht zu studieren. Sie versprach sich in Gedanken den Anblick dieses Bill Melbournes in Erinnerung zu behalten. Neugierig richtete sie ihren Blick auf seine geglättete Stirn, die sich für gewöhnlich in Falten legte, sobald er mal wieder in seinen trübsinnigen Gedankenwelten verweilte. Seine geradlinigen Augenbrauen, die üblicherweise tief über seine Augenhöhlen lagen und ihm seinen finsteren Blick verliehen, lagen jetzt schwungvoll über zwei freundlich blitzende Smaragde, die ihn sanftmütig und wohlwollend erschienen ließen. Und auch die Falten, um seine normalerweise leicht zusammengepressten schmalen Lippen verblassten und verleihten ihm ein frischeres, gar jugendliches Aussehen, welches Evee mit einem schüchternen Lächeln entgegnete, während sich tief in ihrem Herzen der Wunsch einnistete, dass er ihr genauso mit einem Lächeln begegnen würde.
„Sie sind hier, weil ich mir Sorgen um sie mache“..Evee´s Lächeln verblasste, doch ihr Herz schien tausend Takte höher zu schlagen, während ihre heimtückisch glühenden Wangen ihren Zustand verrieten. In all ihrer Überforderung hatte sie nicht bemerkt, wie sie dem Hippogreif schon seit einer Weile ihre Aufmerksamkeit entzogen hatte. Dieser schaute mittlerweile immer wieder prüfend zwischen dem Professor und Evee, als wolle er sich einen Reim aus der Situation machen und sich das unverschämte Verhalten dieser jungen Ravenclaw, dem Professor ihm  vorzuziehen erklären zu können. Fragend legte er den Kopf zur Seite, gluckste und schnaubte empört, merkte jedoch schnell, dass er ihre Aufmerksamkeit nun vollends an dem Professor verloren hatte und ihm das wohltuende Gefühl des Bürstenbesatzes nicht mehr zustehen sollte. Verständnislos blickte er ein weiteres Mal zum Professor. Ob dieser Kreatur nun das Vergnügen bereitet werden würde mit seiner Bürste gestreichelt zu werden?! Eifersüchtig richtete er seine bernsteinfarbenen Augen auf die Bürste. Anschließend richtete er seinen Blick zu Professor Melbourne, dem er ein feindliches Schnauben entgegenbrachte und wieder zur Bürste, der er sich mit einem bezirzenden Gurren allmählich näherte.

Zu dem warmen Kribbeln in ihrer Magengrube gesellten sich die ihr allzu bekannten stechenden Schmerzen, die das schwache Freudengefühl mit Professor Melbourne´s Anliegen sich um die Ursache ihres kränklichen Zustandes zu kümmern im Keim erstickten.
Schwindel und eine überwältigende Angst ergriffen sie. Wären das schließlich die Gefühle, mit denen sie seiner Sorge und Anteilnahme in Zukunft begegnen müsste? Instinktiv schritt sie ein wenig vom Professor zurück und wendete sich so von ihm ab, dass sie mit dem Rücken zu ihm stand. Sie bemerkte erst dann, dass sie ihm die letzten paar Minuten näher gekommen sein müsste, als ihr bewusst wurde, dass sie sich nun an dem Platz befand, zu dem sie zu Anfang das Federkleid des Hippogreifes pflegte.
Unbemerkt blieb jedoch das Erzürnen des stolzen Tieres, welchem die Bürste ein weiteres Mal entzogen wurde. Verächtlich schnaubte es nun auch Evee an, bevor ihm im nächsten Moment die aufgekommene Distanz zwischen Evee und dem Professor bewusst wurde. Mit erhobenem Schnabel quittierte er seinen scheinbaren Sieg über den Professor, den er mittlerweile als Konkurrenten um die Bürste erachtete und schenkte seinem Rivalen ein selbstgefälliges Schnauben, bevor er kokett zu Evee stolzierte  und siegessicher nach der Bürste schnappte.
Sichtlich erschrocken über das forsche Verhalten des Hippogreifes entfernte sich Evee zunächst ein paar Schritte vom edlen Tier, welches ihr jedoch nach der Bürste schnappend folgte und sie wieder zurück zum Professor trieb. Aggressiv war es nicht, jedoch gereizt und sichtlich amüsiert über ihre Angst. Darauf bedacht seinen gekränkten Stolz wieder herzurichten, stellte es sich mit einem kräftigem Satz auf die Hinterläufe, breitete seine imposanten Flügel aus und kreischte sie mit furioser Stimme an. Verängstigt schritt Evee immer weiter zurück, stolperte hinterrücks gegen den Professor und hielt sich instinktiv an seiner Hand fest, die den Griff seines Spazierstockes noch immer festhielt.

Geräuschvoll keuchte Evee auf, bevor sie eine regelrechte Flut an Gefühlen zu übermannen drohte. Ihr Herz schien von einem tiefen Schmerz durchbohrt zu werden, während sich eine fremde Sehnsucht ihren Weg in Form eines klagevollen Jammerns aus ihrer Kehle bahnte. Heiße Tränen liefen ihre Wangen herunter, benetzten den trockenen Boden, während sie, unfähig sich vom Professor loszureißen, mit gequältem Gesichtsausdruck um die Liebe einer schemenhaften fremden weiblichen Gestalt in ihren vermeintlichen Erinnerungen trauerte. Der überwältigende Schmerz schien sich regelrecht durch ihren Leib zu fressen. Ihr Herz schien zu zerspringen, als sich ihre eigenen Ängste und Schmerzen zu den fremden Gefühlen vermischten und eine Symbiose eingingen, die ihr die Sinne zu rauben drohten. Zitternd hielt sie sich an seiner Hand fest, war sie doch Segen und Fluch zugleich, doch unter dem Gewicht dieser Last knickten unweigerlich ihre Beine ein und Evee fiel im nächsten Moment kniend auf dem Boden, auf dem sie schließlich den Inhalt ihres gereizten Magens entleerte und sich lauthals keuchend vergebens darauf besinnte ihr anhaltendes Wimmern zu ersticken.

Sie konnte sie noch immer spüren. Seine warme Handoberfläche, die sich regelrecht in ihren Handballen gebrandmarkt hatte..Seine schreckliche Sehnsucht, die schemenhaften Konturen eines weiblichen Korpus..und das unnachgiebig stechende Brennen in Evee´s Herzen.
Sie wusste nicht, wovor sie sich am meisten fürchten solle, die verhängnisvolle Zuneigung  ihres Herzens dem Professor gegenüber oder die Möglichkeit Professor Melbourne während ihrer Berührung Einblick in ihr Seelenleben verschafft zu haben.

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BeitragThema: Re: Keine Angst vor dem eigenen Potenzial   Sa 8 Apr 2017 - 4:41

Sein analytischer Blick blieb ruhig und gelassen auf der jungen Schülerin haften, während sie ihm antwortete. ihre Worte klangen auf den ersten Blick zwar plausibel und absolut nachvollziehbar aber auf den zweiten Blick hin, blieb er ihr gegenüber skeptisch. Die Blässe die sich in ihrem Gesicht abzeichnete und der schwächlich wirkende Körper gaben ihm durchaus sehr stark zu denken. Verheimlichte sie ihren wirklichen Zustand um etwas anderes zu decken? Wenn ja, was? Und vor allem wieso war sie dafür bereit ihre Gesundheit aufs Spiel zu setzen? Er war sich dessen nicht sicher und würde dem noch früh genug auf die Schliche kommen, aber zuerst musste er dafür sorgen, dass sie sich etwas beruhigte. So wie sie aussah, wirkte es eher als würde sie jeden Augenblick wie ein Knallknöter in die Luft fliegen. Ihre nervöse Art auf seine Reaktionen hin waren ein Zeichen dafür, dass sein Ruf schlimmer war als die eigentliche Person die sich dahinter verbarg. Erst nach einigen Gesprächen hatte er inzwischen herausgefunden, dass der Grund dafür an seiner Kleidung, seinem Gesicht und seinem Spazierstock zu suchen war. Alles zusammen ergab einen strengen Lehrer, der in schwarz gehüllt ständig in der Schule herumgeisterte und durchaus hin und wieder Schüler dazu verdonnerte die Korrdore zur Strafe mit der Hand sauber zu machen. Allerdings war er nicht so streng wie zur Zeit auf Schloss Durmstrang wo wirklich extrem strenge Maßnahmen an der Tagesordnung waren, die selbst ihm auf den Magen geschlagen waren. Kein schöner Anblick wenn man sich an die Methoden von Hogwarts zurückerinnerte und genau wusste, dass hier mehr zählte als die reine magische Leistung auf irgendeiner Tribüne. Bei Miss Carnaham verwirrte es ihn etwas, immerhin hatte sie jetzt schon eine lange Zeit mit ihm gemeinsam Pflege magischer Geschöpfe gehabt und in der all der Zeit war es ihm nie untergekommen, dass er mit Miss Carnaham einen rauen Ton sprechen musste. Warum also fürchtete sie ihn so sehr? Möglicherweise war sie schüchtern und so wie sie auf ihn reagierte wirkte es mehr wie Angst und das gefiel ihm nur noch weniger. Nichts desto trotz bemühte er sich weiterhin seine Worte ihr gegenüber vorerst mit bedacht zu wählen und versuchte so gut es ging empathisch auf sie einzugehen, was ihm in seiner derzeitigen Lage, nicht sonderlich leicht fiel.
"Nun..", begann er und klopfte dabei den Boden mit seinem Stock weich, "die Decke in Hogwarts ist so ziemlich einzigartig, auch ich war in meiner Schulzeit von dieser Decke sehr angetan. man kann sich sehr schnell daran verlieren, zumindest wenn man mit der Genickstarre zurecht kommt, die man dadurch kriegt.", fuhr er fort und trat ein klein wenig näher an sie heran. Schon damals hatte er gemeinsam mit seiner ersten großen Liebe Lauren Bishop zu dieser Decke hinaufgeschaut und endlos darüber geredet wie ihr gemeinsamer Lebensweg wohl verlaufen würde, ehe sie sich seinem Erzrivalen Jason an den Hals warf und sie für ihn endgültig außer Reichweite gelangte. Noch heute bereute er, dass er ihr nie von seinen Gefühlen erzählt hatte. Wie könnte er das auch tun, wenn das Mädchen in das man verliebt war, auf einen zukam und um Rat in einer anderen Liebesangelegenheit bat? Ab diesem Zeitpunkt war ihm bewusst geworden, dass sie für immer und alle Zeiten für ihn unerreichbar bleiben würde. Wie hätte er ihr je gestehen sollen, dass er sich wünschte Jason wäre bei der Schlacht von Hogwarts ums Leben gekommen, nur damit er die Frau seines Herzen kriegen würde? Sie hätte ihm das nie verziehen und genau deswegen sah er zu wie sie heirateten und er irgendwo in den Kälten Bulgariens verschwand. Ja, Schloss Durmstrang war eine Art Exil für ihn, die Strafe dafür, dass er seine Chancen nie genutzt hatte. Allein der Gedanke, dass ihr mittlerweile zehn jähriger Sohn - der Jason unglaublich war - bald auf die Schule kommen würde und er ihr das Versprechen gegeben hatte, auf den Jungen aufzupassen, war extrem schmerzvoll. Daher war es wohl nicht weiter verwunderlich, dass er den Schuljahreswechsel nicht sonderlich herbeisehnte.

Miss Carnaham, die den Hippogreif eigentlich pflegen sollte, riss ihn nur Sekunden später mit einer etwas merkwürdigen Bemerkung aus seinen tiefsten Erinnerungen. Seine Stirn legte sich in tiefen Falten, während er versuchte in seinem Kopf herauszufinden wie das gemeint gewesen sein könnte. Selbst ihre Aussage die kurz darauf folgte, ergab in diesem Zusammenhang wenig Sinn, was also hatte sie wirklich damit gemeint? Würde man sie wortwörtlich nehmen, würde das möglicherweise ihren derzeitigen Zustand erklären, aber das würde bedeuten, dass sie eine Legementhikerin war, wenn auch nur auf einer gewissen Ebene. Eine solche Fähigkeit zu beherrschen war selten in der magischen Welt, nur eine bestimmte Gruppe von Menschen konnte mit dieser Fähigkeit umgehen und jene die sie nicht zu kontrollieren vermochten, sollten sich unbedingt einem Training unterwerfen um die Okklumentik, also das Gegenstück, zu erlernen.
"Beruhigen Sie sich Miss Carnaham, ich denke ich weiß was sie meinten. Sie sollten wirklich etwas besonnener werden. Sehen Sie, ich habe sie nicht hergebeten um ihnen eine Standpauke vorzutragen, sondern weil ich glaube, dass in ihnen noch mehr steckt." begann er und gestikulierte dabei wie immer ein wenig. Dabei fielen ihm die ersten Anzeichen des Hippogreifs auf, die er allerdings ignorierte, da er fest davon ausging das Miss Carnaham schon das richtige tun würde. Sie war lange genug in seinem Unterricht gewesen, um zu wissen, dass man einen Hippogreif nicht ignorierte, wenn dieser einem erstmal zugetan war. mitunter war das dass schlimmste was man ihnen antun konnte und da sie sehr stolze Tiere waren, rächten sie sich auch dafür, was schon häufig zu schweren Verletzungen geführt hatte.
"Ihre Nervosität oder Angst, wie auch immer, wirkt sich natürlich auch auf ihre praktischen Leistungen in Pflege magischer Geschöpfe aus. Tiere spüren so etwas viel stärker als Menschen und nutzen das entweder für sich aus oder werden selbst nervös. Was ihnen wiederrum die Arbeit erschwert und natürlich zu einem völlig anderem Resultat führt. Ich sehe was sie können und ich glaube, dass sie noch mehr zu tun vermögen, wenn sie versuchen die Ruhe zu bewahren. Lassen sie ich weder von meiner noch von irgendeiner anderen Anwesenheit verrückt machen. Stellen sie sich einfach vor, sie und das Tier wären allein, dann ergibt sich der Rest ganz von selbst.", erklärte er , wobei sich seine Stirn langsam in Falten legte und die Drohgebärden des Hippogreifs immer eindeutiger und vor allem provokanter wurden. Nur gut, dass Bill seinen Zauberstab aus seiner Manteltasche gezogen hatte, als reine Vorsichtsmaßnahme sollte er nicht so reagieren, wie es sich Bill von ihm erhoffte. Im Gegensatz zum Rest seiner Herde war er ein ziemlicher Rabauke und manchmal wirklich frech und gerissen. Diese Tiere taten alles um ihren verletzten Stolz wieder zu gewinnen, selbst wenn das bedeutete, die Hand zu beißen die sie fütterte. "Sie schmeicheln mir, in dem sie mich als Vorbild betiteln. In letzter Zeit sind sie sehr merkwürdig, um nicht zu sagen kränkelnd. Ich möchte Ihnen nicht zu nahe treten Miss Carnaham, aber ich bin mir ihres Gesundheitszustandes nicht so sicher wie sie. Sind sie sich absolut sicher, dass da nicht mehr ist?"

Kaum, dass er fertig gesprochen hatte, machte der Hippogreif eine kleine Wende und schien ziemlich aufmöpfig nach der Bürste zu schnappen, die die junge Ravenclaw in der Hand hielt. Sie ging immer wieder rückwärts zurück, aber ehe er überhaupt reagieren konnte, stolperte sie und knallte gegen sie, wobei sie sich an seiner Hand festhielt mit der er den Stock wiederrum hielt. Erst jetzt ergab der eben erfolgte Kommentar einen Sinn. Eine Flut von Gedanken, Erinnerungen und Eindrücken paralysierte Bill, es zerrte ihn aus der realen Welt in eine, die nichts mit der normalen Realität zu tun hatte. Alles war verzerrt, schnell und unglaublich komprimiert. Tiefer Schmerz durchfuhr ihn, Gefühle von Einsamkeit, Verbitterung und der tiefe Wunsch keine Hexe zu sein, durchflutete ihn in Gedanken über Jahre hinweg. Plötzlich fühlte sich dieser Schmerz so vertraut an, die Bürde die Gefühle anderer lesen zu können. Niemanden berühren zu dürfen, weil man sonst unter entsetzlichen Emotionen zu leiden hatte, den eigenen Vater nicht bei sich zu haben, von dem man überzeugt war, den einzigen wirklichen Lebenstraum erfüllt zu bekommen. Er sollte das Glück in ihrem Leben sein, doch er war nicht da. Wieso war er nicht da? Warum war er gegangen? Er spürte die Zerreißprobe unter der Evee litt, den Herzschmerz den sie tagtäglich durchleben musste, in dem Wissen das die eigene Mutter einen noch mehr hasste und wie das letzte Scheusal behandelte. Ihr Wunsch nicht magisch zu sein ergab im großen Kontext einen Sinn! Nicht magisch sein würde für sie die Freiheit bedeuten, vielleicht sogar das sie von ihrem Vater akzeptiert werden würde. Ein Leben voller Qualen, voller Mühsal und Zwietracht, voller gebrochener Herzen, eine Familie dessen Äste im Baum vergiftet waren mit dem Wahn der mehr als 17 Jahre alt war. Nein, sogar noch älter! Sein Atem stockte, es fühlte sich an wie ein Krampf, durch den sich sein Bauch zusammenzog und er ihn nicht mehr zum ausatmen bewegen konnte. Sein Herz raste und es tat so entsetzlich weh, dass er sich selbst mit entschlossener Willenskraft dagegen stemmen musste und heraus in die Wirklichkeit katapultiert wurde.

Miss Carnaham hielt sich immer noch an seiner Hand fest, während sie auf dem Boden kniete und ein Wimmern zu unterdrücken schien. Der Hippogreif schien das nicht im geringsten zu interessieren und Bill musste sich alle Mühe geben, nicht wieder in eine der Übertragungen von Gefühlen hineingezogen zu werden. Sie bedrückte wesentlich mehr als sie bereit war vor ihm zu zugeben. Mit seinem Zauberstab auf den Hippogreif gerichtet, machte er ihm mit einem leichten Schwung ziemlich deutlich, dass er zuweit gegangen war, worauf hin sich das Tier resignierend zurückzog. Hippogreife wussten sehr genau, dass sie sich nicht mit der Magie eines Menschen anlegen sollten. Sofort steckte er den Zauberstab ein und legte sanft sanft eine Hand auf die Schulter der jungen Schülerin, ehe er sanft ihren Arm packte und ganz vorsichtig versuchte sie dazu zu bewegen aufzustehen. "Miss Carnaham? Können sie gehen? ", fragte er vorsichtig und beruhigend sanft nach, ehe er sich kurz umsah und einen Baumstumpf fand, der zum sitzen hervorragend geeignet war.

Sein Blickwinkel auf das junge Mädchen hatte sich Schlag auf Schlag verändert und damit auch seine Art mit ihr umzugehen. Es wurde Zeit das man etwas an ihrer Situation veränderte. Sie war bereits am Limit ihrer Kräfte und würde wahrscheinlich früher oder später einen kompletten Zusammenbruch erleiden. Besorgt legte er seinen Stock ins Gras, und legte ihren Arm um seine Schulter und stemmte sie wieder auf die Beine, um sie bis zum ganz nahe gelegenen Baumstumpf zu bringen, wo sie sich hinsetzen und ausruhen sollte.
Dann kniete er sich vor sie ins Gras und versuchte ihr mit seinen leuchtenden hoffnungsvollen Augen beruhigende Blicke zu spenden. Er war viel zu überwältigt und hatte keine Ahnung wie er in dieser Situation reagieren sollte. Alles in ihm fühlte sich plötzlich noch leerer an als zuvor.
"Geht es einigermaßen?", fragte er und griff in seine Umhangsinnentasche wo er einen kleinen Flachmann herausholte, in dem sich aber kein Alkohol sondern Kürbissaft befand. Den hatte er immer dabei, wenn er sich um die Tiere kümmerte und er gerade eine kleine Pause machen wollte. Die Pflege von magischen Geschöpfen konnte für Menschen in seinem Alter mitunter sehr anstrengend sein, weshalb er sich inzwischen immer etwas zu tirnken mitnahm. "Hier trinken sie. Keine Sorge, da ist Kürbissaft drin. Das hilft ihnen, ihren Magen zu beruhigen und wieder etwas zu Kräften zu kommen. Sie haben den Hippogreif ganz schön eifersüchtig gemacht, machen Sie sich aber bitte keine Vorwürfe. Das ist jedem Mal passiert.", beschwichtigte Bill sie, während ihm tausend Gedanken durch den Kopf schossen. Wie sollte er jetzt mit ihr umgehen? Sollte er zur Sprache bringen was eben geschehen war? Er musste es tun, allein um ihre derzeitige Situation zu klären und um zu sehen wie man ihr helfen konnte. Womöglich benötigte sie Unterstützung darin ihre Fähigkeit unter Kontrolle zu bringen, denn ein Leben auf Distanz zu anderen konnte einen ebenso fertig machen, wie ein Leben mit all diesen Emotionen. Daher wartete er erstmal wie sie sich gab und ob sie wieder zu Kräften kommen würde. Ihr Wohlergehen stand jetzt erstmal an oberster Stelle.
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