Harry Potter - Foren-RPG
 
StartseiteFür NeulingeWetterMitgliederAnmeldenLogin
Gryffindor

0 Punkte

Slytherin

0 Punkte

Ravenclaw

0 Punkte

Hufflepuff

0 Punkte
____________

Orden

44 Punkte

Professoren

94 Punkte

Todesser

37 Punkte

Ministerium

22 Punkte
Hauptplotevents:

Event:



Infos:


Gesucht:


Unterricht (Gruppe 1):
Zu Starten:

Zu Beenden:

Wichtige Eilmeldungen
des Tagespropheten:



Besucherzähler
Besucherzaehler
Umloggen
Benutzername:

Passwort:


Austausch | 
 

 Intangible walls are hard to break through!

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten 
AutorNachricht
Miguell Ceccarelli
NPC
avatar

Anzahl der Beiträge : 19
Anmeldedatum : 08.12.16

Charakterbogen
EP:
5200/5400  (5200/5400)

BeitragThema: Intangible walls are hard to break through!   Mo 2 Jan 2017 - 19:32

 Nicht, dass es sich viel dabei gedacht hatte, dass Jonathan wiedermal mal gar nicht zu seiner Strafarbeit aufgetaucht war. Es war ja auch nicht so, dass er immer sonderlich viel von der erledigte. Immer nur so viel, dass Miguell es noch durchgehen lassen konnte. Gerade noch so. Aber inzwischen war es so weit, dass der Heiler nicht mehr wusste, was er mit dem Jungen anfangen sollte. Er hatte es im guten versucht, hatte es mit der Strafarbeit versucht, mit reden und hilfsangeboten, aber es schien so, als würde nichts zu ihm durchdringen. Nicht einmal das Kleinste von dem was er sagte. Keine Warnung, keine Sorge. Es war einfach zum Verzweifeln. Aber er konnte doch nicht aufgeben! Da musste etwas zu machen sein, er konnte doch nicht den kleinen Jungen von … Hannah…. Den kleinen Jungen von ihr zu so etwas verkümmern lassen. Was auch immer die Lestranges ihm angetan hatten, irgendwann würde Miguell ihnen die Quittung dafür geben und die würde keinesfalls Freundlich sein. Ein Junge, noch nicht sechzehn, welcher nicht weiß was Vertrauen ist, der keine Liebe kennt und der so um sich herum schlägt und sich auf nichts einlässt, dass er vermutlich innerlich ziemlich einsam und zerstört war. Das war ja immer die Ironie in dieser Sache. Man schloss sich um nicht noch mehr zerstört zu werden, aber so kann man genauso wenig heilen. Man beginnt nur sich selbst zu zerstören. Miguell selbst hatte ja auch so eine Phase, als er erfahren hatte, dass sein Vater nicht sein Vater war, dass Hannah nur seine Halbschwester war. Es war die Erklärung für so viel gewesen und hatte dazu geführt, dass er seine Familie erstmal gemieden hatte. Bis er dann schließlich bereit gewesen war seinen richtigen Vater kennen zu lernen. Die Beziehung zu seiner Mutter hatte er Großteils repariert, aber die mit seinem Vater blieb ziemlich beschädigt. Noch immer hoffte Miguell, dass vielleicht eines Tages er ihn doch akzeptieren konnte. Auch wenn er darauf hoffte, brauchte er es jedoch nicht, denn nachdem er seinen biologischen Vater kennen gelernt hatte, war er wieder bereit gewesen sich zu öffnen und Menschen in sein Leben zu lassen und auch wenn es immer wieder weh tat, hatte es ihn geheilt, hatte es ihm ein neues Leben gegeben und das wollte er für Jonathan auch. Es stimmte, Beziehungen waren immer etwas was einen zerstören konnte, aber gleichzeitig war es das einzige, was einem die Möglichkeit schenkte wirklich leben zu können. So war Chester von ihm gegangen und Miguell würde das nie richtig verarbeiten, aber doch hatte er mit ihm eine Zeit, die spektakulär war und sei es so gewesen, dass sie nie wirklich ein Pärchen waren. So hatte er auch seine Schwester verloren und doch würde er es nie bereuen sie geliebt zu haben, denn sie war so vieles für ihn. Und das einzige was er nun noch für sie tun konnte, war es ihrem Sohn ein Leben zu geben, welches Lebenswert war. Eines auf welches sie stolz wäre und welches sie von oben beobachten konnte.
Der Heiler streunte etwas ziellos durch das Schloss. Es half ihm beim denken sich zu bewegen. Im Moment befand er sich in der Nähe des Eingangstores und er lehnte sich kurz an die Mauer um durch zu schnaufen. Das viele Nachdenken erinnerte ihn immer wieder daran wie sehr die Leere in seinem Herzen noch vorhanden war, von den zwei Menschen die er vermisste und die er so gerne um Rat fragen würde. Wenn Chester da wäre, könnte er ihm Mut machen. Wenn Hannah da wäre, könnte sie ihren Sohn in die Arme schließen und ihm endlich die Mutterliebe geben die er verdiente. Auch wenn einige sagen würde, dass er so etwas nicht verdiente, dass er ein schlechter Mensch war, so wusste Miguell ganz genau, dass er eigentlich nur gebrochen war und er Hilfe brauchte. Aber er wollte sie einfach nicht annehmen. Neben ihm hörte er ein Geräusch und sein Kopf drehte sich, als Fußschritte durch die Halle gingen. In einer Bewegung war sein Zauberstab in seiner Hand und er hatte den Lumoszauber aktivierte ohne zu sprechen, was den Schüler ziemlich erschreckte, welcher wohl nicht entdeckt werden wollte. „Jonathan?“, sprach der Heiler etwas überrascht und so, dass man ihn hören konnte. Was zur Merlins Barte machte seine Neffe hier.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Jonathan Lestrange
Schüler - Slytherin
avatar

Anzahl der Beiträge : 33
Anmeldedatum : 17.08.15

Charakterbogen
EP:
1820/2000  (1820/2000)

BeitragThema: Re: Intangible walls are hard to break through!   Di 28 März 2017 - 22:37

Noch immer war Jonathan einfach fassungslos und gleichzeitig erleichtert. Er war Onkel! Verdammt noch eines. Wie könnte er jemals ein guter Onkel sein? Dann gab es noch die bessere Frage, warum seine Schwester ihm das über all diese Monate verheimlich hatte. Airin hatte ihn leidend zurück gelassen, ohne ein Wort an ihn. Erst wollte sie ihn nicht durch die Türe lassen, fast hätte sie ihn wahrlich verletzt mit ihren Worten, doch war Jon stur genug gewesen und sein Neffen hatte ihn mit seinem Geschrei hinein gelockt. Ein kleines Geschöpf, mit dunklem Haar war es. Verletzlich und hilflos. Womöglich wollte Airin ihn deshalb nicht am Leben des Kindes teilhaben lassen, weil Jonathan zerstörerisch ist. Er könnte das Leben dieses Kindes kaputt machen. Oder? Nein wie sollte er. Das war nur ein Baby. Er tat keinen Kindern etwas zuleide, schon gar nicht wenn es ein Familienmitglied war. Schon der erste Blick auf das kleine Kerlchen hatte gereicht, um Jon zu verzücken. Dennoch war diese innerliche Wut noch nicht vergangen. Er hatte sie Airin gegenüber lediglich versucht zu unterdrücken, doch am liebsten hätte er sie angeschrien. Sie sollte wissen, wie verletzt Jon war, dass sie ihm die einzige Stütze genommen hatte, als sie den Kontakt abgebrochen hatte und dass er es sehr wohl persönlich nahm, dass sie ihm verschwiegen hatte, dass sie ein Kind zur Welt gebracht hatte. Das Kind, sein Neffe, Nathan. In den letzten Stunden hatte er das Kind ein wenig kennen lernen können, während er mit seiner Schwester einen Kakao geschlürft hatte, in ihrer Wohnung, im Beisein ihrer Haushälterin. Viel konnten diese Kinder ja noch nicht und trotzdem war Nathan entzückend. Jonathan mochte ihn irgendwie, auch wenn er der Grund war, warum Airin sich nicht gemeldet hatte bei ihm, aber trotzdem beruhigte Jon sein Anblick. Das war wohl der sogenannte Welpenschutz, der auch bei Jonathan funktionierte. Der Slytherin wollte gar nicht mehr zurück kehren, nach Hogwarts. Viel lieber wollte er bei seiner Schwester bleiben, in ihren vier Wänden und sie nicht mehr aus den Augen lassen. Hogwarts war nur ein kaltes Gefängnis, das nichts über hatte für ihn. Das hatte niemand außer seiner Schwester, die aber selbst nicht so sehr ihre geschwisterliche Liebe zeigen konnte. Sie beide waren verdorben durch die Kälte der Eltern und ihr Umgang war geprägt von Härte. Sie machten Scherze, die andere überhaupt nicht als komisch empfinden würden und manchmal, da wusste selbst Jonathan nicht so recht, ob Airin die Dinge ernst meinte. Er war als kleines Kind recht sensibel gewesen und heute hatte er manchmal Probleme, menschliche Regungen richtig einschätzen zu können. Das war ja der Grund, warum er die Menschen beobachtete. Er wollte schlau werden aus ihnen.
Über den Karmin seiner Schwester war er wieder in ihr Café in Hogsmeade gelandet, mit der Ausnahme, dass sie ihm den Schlüssel davon mitgegeben hatte. Seine Schwester war ganz eindeutig auf eine Versöhnung aus. Die Zeit hatten dennoch sie beide übersehen. Es war bereits dunkel und er würde es knapp vor der Sperrstunde in das Schloss schaffen und damit keinen Alarm auslösen. Nun musste er noch hoch zum Schloss latschen und er war sich sicher, trotzdem erwischt zu werden. Auch wenn er es vor der Sperrstunde ins Schloss schaffte, war da nicht automatisch der Kerker inbegriffen, wo sich der Gemeinschaftsraum befand. Etwas Anderes war bei seinem Glück gar nicht möglich, dass man ihn erwischen würde. Würde man ihn von der Schule werfen, würde er eben auch ein Café eröffnen, oder etwas tolles Erfinden, das ihn mit Geld ausstattete. Das Glück in diesem Schuljahr ging ja bereits so weit, dass er im Quidditchteam auf der Ersatzbank gelandet ist, nur weil er dank der Strafarbeiten nicht zum Training erscheinen hatte können. Eine Frechheit des Heilers. Diese Person war eine Nervensäge der Extraklasse und er würde wohl nie verstehen, dass er bei Jonathan auf Granit stieß, so würde sich der Junge selbst beschreiben. Er wollte einfach nur in Ruhe gelassen werden.
Wie vorausgesagt, landete Jona kurz vor der Sperrstunde in der großen Halle. Es war bereits alles dunkel und der Slytherin dachte zu spüren, wie die Schutzwände, rund um das Gebäude, hochgezogen wurden. Das konnte aber natürlich auch nur Einbildung sein. Mit Freude stellte Jon aber fest, dass sich hier keine menschliche Person befand und gerade wollte er seinen Weg zum Gemeinschaftsraum bestreiten, da leuchtete ihm ein grelles Licht genau in die Augen und er bedeckte sie automatisch. Er wurde von der Person erkannt, die den Lumos Zauber angewandt hatte und innerlich suchte Jon bereits nach Verfluchungen, die er nicht aussprechen würde.
,,Ich schlafwandle.‘‘ erwiderte Jonathan, sah den Heiler jedoch aus großen, grünen Augen an. ,,Gerade Sie sollten wissen, dass man keine Schlafwandler weckt.‘‘ Er gähnte ausgiebig und betrachtete den Zauberstab, der auf ihn gerichtet war. ,,Und es ist unhöflich, damit auf andere Leute zu zeigen.‘‘ Er versuchte einmal wieder aufsässig zu klingen, doch war das eher Müdigkeit, die aus seiner Stimme sprach. Erst jetzt fiel dem Slytherin ein, dass er ja eine Strafarbeit verpasst hatte an diesem Tag. Wer verhängte die auch am Wochenende? Wollten Lehrer nicht einmal selbst Ruhe haben? Dieser Miguell war ein seltsamer Kauz.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Miguell Ceccarelli
NPC
avatar

Anzahl der Beiträge : 19
Anmeldedatum : 08.12.16

Charakterbogen
EP:
5200/5400  (5200/5400)

BeitragThema: Re: Intangible walls are hard to break through!   Mo 1 Mai 2017 - 20:26

Miguell hatte es sich nicht eingebildet, der Junge welcher in der Eingangshalle herumging war wirklich Jonathan. Wieso musste er sowas tun? Wusste er nicht was für Gefahren es mit sich bergen konnte außerhalb der Sperrzeit nach draußen zu gehen? Verdammt, im Moment war es sogar am Tag unsicher nach draußen zu gehen, weil man nicht einschätzen konnte, wann einige Tiere plötzliche aggressives Verhalten an den Tag legen würden. Und was sagte er dann auch noch auf seine Frage? Eine Sarkastische und absolut gelogene Antwort. Wäre er Schlafwandler, würde er nicht so aussehen, als würde er gerade von draußen kommen und das es schon länger nicht mehr im Schloss gewesen war. Wo auch immer er hin war, es war unverantwortlich, aber etwas am Gesicht des Jungen störte ihm, als wäre etwas anders an seiner Aggression, die er sonst an den Tag legte. Und aufgeweckte hatte er ihn gar nicht, es war sehr offensichtlich, dass er wach gewesen war. Nicht schlecht hatte er Lust auf so eine respektlose Antwort dem Schüler eine Lektion zu erteilen, vor allem, weil er schon so viele respektlose Antworten von ihm bekommen hatte. „Mister Lestrange, überdenken sie den Ton den sie hier anschlagen. Ich weiß nicht wo sie herkommen, aber das ist nicht von belangen. Es ist nach der Sperrstunde und sie sich ganz sicher nicht Schlafgewandelt.“ Er blickte den Jungen an. Miguell wusste nicht mehr was er noch machen sollte. Mit Einfühlsamkeit hatte er es versucht, mit Strafen und Strenge, mit Fragen und mit viel mehr aber es schein einfach so, als wäre die Mauer, die er in seinem Leben um sich herum aufgezogen hatte was so groß und hoch und dick, dass es unmöglich war durch diese hindurch zu kommen. Was auch immer er nun machen würde, er musste noch darüber nachdenken. Den Jungen fertig zu machen mit einer Strafpredigt, er wusste, dass es absolut nichts helfen würde. „Folgen sie mir. Und das ist keine Bitte.“, sagte er und ging voran, immer noch mit einem Lumoszauber und ging in Richtung seines Büros und ging sicher, dass der Jungen nicht abhaute, indem er ihn immer im Augenwinkel behielt und darüber nachdachte was er tun sollte. Jonathan sah seinem Vater ähnlicher als seiner Mutter, aber wenn er genau hinsah, konnte er ein wenig ihren Mund entdecken und die Stärke ihrer Augen in den seinen. Was auch immer mit ihm war, wieso auch immer, das konnte nicht so weiter gehen. Nicht mit diesem Kind, seinem Neffen.
An seinem Büro angekommen öffnete er die Tür und schickte den Jungen hinein, die ganze Zeit über sagte er kein Wort. Der Heiler wusste nicht ob Jonathan die Verzweiflung spürte die ihn innerlich beschäftigte oder die Gedanken die er sich machte, um ihn. Wie konnte er an ihm herankommen? Würde es ihm helfen, wenn er ihm die Wahrheit erzählen würde? Würde der Junge ihm überhaupt glauben? Oder würde es einfach alles nur schlimmer machen? Er setzte sich an einen Tisch und legte den Kopf auf seine gefalteten Hände, seine Ellenbogen stützte er am Tisch ab. „Wollen sie mir erzählen, wo sie waren?“, fragte er den Wuschelkopf und ließ es zwar ein wenig wie eine Frage klingen und doch, es durfte ihm klar sein, dass er nicht wirklich eine andere Wahl haben würde, als ehrlich zu antworten. Was er ziemlich sicher nicht tat, denn eines was Miguell über die letzten Monate klar geworden war ist, dass der Junge dazu tendierte erst einmal solche Fragen mit Sarkasmus und Ironie zu beantworten, am besten gemischt mit ein bisschen Respektlosigkeit. „Und sparen sie sich zu sagen, dass sie Schlafgewandelt sind, ich bin mir sicher die Gemälde auf dem Weg vom Gemeinschaftsraum bis zur Eingangshalle können das wiederlegen. Außerdem sage ich ihnen, dass meine Geduld sich dem Ende neigt. Sie nehmen ihre Strafarbeiten nicht ernst und auch gegenüber anderer Schüler lässt ihr Benehmen wahrlich zu wünschen übrig. Wieso, Mister Lestrange? Beantworten sie mir diese zwei Fragen. Wo waren sie zu so später Stunde und wieso verhalten sie sich so?“ Seine Augen ließen den Jungen nicht aus den Augen, irgendetwas stimmte nicht so, wie an anderen Tagen. Vielleicht war er einfach nur müde, vielleicht war auch einfach etwas passiert. Was auch immer es war, möglicherweise gebot es die Chance etwas näher an das Kind heranzukommen, durch die Mauern, ein kleines bisschen näher an den Menschen den er wirklich war.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Jonathan Lestrange
Schüler - Slytherin
avatar

Anzahl der Beiträge : 33
Anmeldedatum : 17.08.15

Charakterbogen
EP:
1820/2000  (1820/2000)

BeitragThema: Re: Intangible walls are hard to break through!   Mo 1 Mai 2017 - 23:41

Der Slytherin Knabe hielt sich eine Hand vor das Gesicht. Das weiße Licht des Zauberstabes seines Gegenübers blendete seine müden Augen. Der Heiler wirkte selbst nicht ganz munter und auch eine Verärgerung konnte man aus seinem Gesicht lesen. Den Zauberstab ließ er dennoch nicht sinken und trotz des stechenden Lichts dachte Jonathan nicht daran, seine Augen von den blauen des Heilers zu nehmen. Er wollte wissen, was in ihnen vorging. War der Heiler hier nur, weil er Gangaufsicht hatte, oder weil ihn etwas beschäftigte? Zu den Aufgaben des Heilers zählten normalerweise keine Streifzüge durch die Gänge der Schule, wenn die Sperrzeit angebrochen war. Der Heiler wirkte allgemein nicht gänzlich auf der Höhe. Sonst würde Jonathan ihm wohl einen Dreck schären. Kein Lehrer beschäftigte sich freiwillig so oft mit einem wie ihm. Jonathan seufzte, als der Heiler mit seiner so typischen Schimpftirade begann. Dieser Mann wirkte regelrecht so, als sei er mit seinem Latein am Ende. Dabei benötigten gerade die Hexen und Zauberer dieses Latein, denn wie sollten sie auch sonst zaubern. All diese Sprüche stammten hauptsächlich von dieser so antiken und in der Muggelwelt aussterbenden Sprache. Automatisch schaltete der Junge ab, hörte kein Wort von dem Geplänkel des Heilers und blickte stattdessen auf die Schuhe des Erwachsenen, die im Licht glänzten. Dieser hatte wohl erst vor kurzem einen Schuhputz unternommen. Als sein Gegenüber dann eine andere Stimmlage ertönen ließ, sah Jonathan wieder hoch und öffnete seine Ohren, im übertragenen Sinne. Gerade rechtzeitig, denn sonst wäre Jonathan wohl stumm stehen geblieben, während sich der Heiler entfernte. So folgte Jona ihm aber, innerlich sehr widerwillig, doch hatte er das Gefühl, ihm würde nichts anderes übrig bleiben. Dieser Tage hatte ja wahrlich viele Überraschungen für den Jungen übrig, doch die des Daseins als Onkel könnte sie wohl nicht übertrumpfen.
Der Zauberstab des Heilers leuchtete ihnen den Weg, absichtlich zu Boden gesenkt, denn die Gemälde wollten weiter schlafen. Wäre er nicht erwischt worden, hätte Jonathan viel Mühe gehabt, im Dunklen in den Kerker zu finden. Der Weg wäre aber nicht besonders lang gewesen. Nur die Stufen hätte er nicht hinunter stürzen dürfen. So aber, dackelte er dem Ceccarelli hinterher und bei seiner Bürotür angekommen, die ihm geradezu familiär war, ließ man Jona den Vortritt. Drinnen war es noch dunkel, bis der Heiler die Lichter erhellen ließ und der Slytherin blinzelte mehrmals, um sich an das Licht zu gewöhnen. Man wies ihm den Platz vor dem Tisch des Heilers an und Jonathan setzte sich, den Rücken dabei lässig nach hinten gelehnt, mit dem rechten Bein, das auf dem anderen abgelegt lag.
,,Das kommt ganz darauf an, ob Sie nicht lieber selbst die Ruhe dieser späten Stunde genießen wollen.‘‘ entgegnete Jonathan und wirkte erneut so sarkastisch wie eh und je. Dringend musste er sich ein Gähnen verkneifen. Der Tag wirkte sich bereits auf seinen Zustand aus. Als Jonathan noch zu einem blöden Kommentar ausholen wollte, unterbrach ihn der Heiler sofort und hatte sogar erraten, mit was der Junge wieder hatte anfangen wollen. Gerade kurz nach vorne gelehnt, ließ er seinen Rücken wieder zurück gleiten, während er versuchte, dem Ceccarelli zuzuhören. Jonathan schaffte es sogar und er lachte kurz verächtlich. Seine Geduld sollte am Ende sein. Was war denn mit seiner? Tag ein Tag aus musste er seiner Putztirade beiwohnen, verpasste wichtige Trainingseinheiten und dann teilte gerade Miguell ihm mit, dass er genug hatte.
,,Wollen Sie das wirklich wissen, Mister?‘‘ Jonathan setzte sich gerade hin, und legte seine Lippen auf seine zusammengefalteten Fingerspitzen. ,,Warum verhaltet sich ein Mensch, wie er sich verhaltet? Woran liegt das wohl?‘‘ Diese Gegenfragen sollten wohl als Provokation dienen, entstammten aber hauptsächlich seinem Hobby des Lesens. In der Bibliothek gab es genügend Bücher über die Psyche und das Verhalten des Menschen.
,,Kennen Sie meine Familie, Mister Ceccarelli?‘‘ Erneut sprach er eine Gegenfrage aus. Jonathan wusste, wie dünn das Eis war, auf das er sich begab. Es war respektlos, wie er mit dem Heiler umging und trotzdem hatte er irgendwie das Gefühl, damit durchzukommen. ,,Glauben Sie, dass meine geliebte Schwester damals anders umgegangen ist mit ihren Mitmenschen? Glauben Sie, dass ein Lestrange den Funken von Freundlichkeit und Sensibilität behalten darf? Wie kommt es, dass gerade IHRE Geduld ein Ende nimmt, wo Sie doch gerade MIR die einzige Möglichkeit nehmen, soziale Kontakte aufzubauen?‘‘ Jonathans Stimme wurde schneidender und mittlerweile hatte er seine Hände auf seinen Schoß zusammen geknäult, mit weiß hervorstechenden Knöcheln.
,,Wissen Sie was traurig ist. Meine Schwester denkt wohl ganz wie Sie.‘‘ sprach Jonathan weiter. ,,Ich habe Airin seit einem verdammten Jahr nicht mehr gesehen und dann finde ich endlich den Weg aus diesem scheiß Schloss, voller dummer Menschen und stehe vor ihrer Haustür und Airin ist dann auch noch daheim! Nur dass sie nicht alleine ist. Nein, nein, das war noch nicht alles!‘‘ Er hatte den Drang aufstehen zu müssen, weshalb er unruhig am Sessel hin und her rutschte.
,,Ein Jahr! Ein Jahr habe ich nichts von der einzigen Person in diesem beschissenen Universum gehört, von der ich gedacht habe, ich würde ihr einen Hauch bedeuten! Und dann ist das erste, was sie sagt, dass ich gehen soll.‘‘ Jonathans Gesicht war vor Emotionen verzerrt, die er so von sich nicht kannte. Er hätte gedacht, ihre schneidenden Worte schon vergessen zu haben, doch sie waren vor ihm, ganz klar und sie hatten ihn verletzt, obwohl er nicht wusste, ob sie diese ernst meinte. ,,Aber so leicht lasse ich mich nicht abwimmeln. Schon gar nicht, wenn ein Babygeschrei ihre Worte unterbricht. Wissen Sie, wie das ist, wenn man plötzlich erfährt, dass man Onkel ist? Onkel eines einjährigen Kindes?‘‘ Jonathan hatte keine Ahnung, ob der Heiler das womöglich wirklich wissen könnte, doch war es ihm auch egal. Sein Gegenüber schien seinen Worten zu lauschen, das zählte für ihn schon einiges.
,,Mein erster Gedanke war, dass er mich ersetzt hatte, dass er daran schuld war, dass ich alleine gestellt war auf mich. Mein zweiter Gedanke aber, handelte viel mehr davon, dass ich ohnehin kein guter Onkel sein würde. Ich bin 15! Und meine sozialen Kompetenzen sollten ihnen bekannt sein! Meiner Schwester auch. Der Junge sollte wohl kein Lestrange werden. Sie hat schon recht, ihn das rauszuhalten. Aber mir bringt das nicht viel.‘‘ Der Slytherin wurde zu seinen letzten Worten hin ruhiger, als würde er zu sich selbst sprechen.
,,Also wissen Sie jetzt wo ich war!‘‘ fauchte er dann aber plötzlich wieder. ,,Dann können Sie mich ja endlich wieder in Ruhe lassen, oder gleich meine ignoranten Eltern benachrichtigen.‘‘ Jonathan lief wirklich Gefahr, dass ein Wort davon an seine Eltern weiter geleitet wurde und es würde ihm wirklich nicht gut tun. Nun hatte Miguell ihn schon seit Monaten bearbeitet und bis jetzt kein Wort raus bekommen, doch diese Sache beschäftigte Jonathan so, dass er es nicht mehr für sich behalten konnte. Nun aber, fühlte er sich mies und verletzlich. Seit Jahren schon, hatte keiner mehr etwas gegen ihn in der Hand gehabt. Dafür hatte Jona gründlich gesorgt gehabt.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Miguell Ceccarelli
NPC
avatar

Anzahl der Beiträge : 19
Anmeldedatum : 08.12.16

Charakterbogen
EP:
5200/5400  (5200/5400)

BeitragThema: Re: Intangible walls are hard to break through!   Di 17 Okt 2017 - 6:54

Miguell konnte beinahe sehen wie es in dem Jungen arbeitete. Wo auch immer er herkam, er war müde und er war nicht so schneidig und flott mit seinen Worten wie an normalen Tagen. Woran das lag, der Heiler wollte es wissen, wirklich wissen, auch wenn Jonathan ihm das Interesse vermutlich nicht wirklich abkaufte. Wie denn auch? Man konnte ihm ansehen, hören wenn man mit ihm sprach, dass das Leben ihm wohl das Vertrauen in andere Menschen ausgetrieben hatte. Dabei war es so ein süßer Junge gewesen, als Baby. So ein süßer kleiner Fratz. Was hatte diese Familie ihm nur angetan? Und in diesem Moment, nach so einer langen Zeit schien es endlich funktioniert zu haben. Diese Mauer die so stark um ihn aufgebaut war hatte einen winzigen Bruch, sie war schwächer als normal, gerade genug, dass er sich nicht mehr selbst zurückhalten konnte und begann zu sprechen, wirklich zu reden. Miguell müsste froh darüber sein, dass er sich endlich öffnete, aber natürlich war das was dahinter lag nichts, was er erhofft hatte, viel zu negativ, viel zu verzweifelt. In ihm stieg wieder der Wusch der Lestrange Familie weh zu tun. Wieso verhielten sich Meschen wie sie es taten? Basierend auf vergangenen Erfahrungen und Reizen trafen Menschen Entscheidungen für ihr Verhalten, bewusst oder unbewusst. Das war der springende Punkt. Jonathan hatte nicht die Erfahrungen, die Guten, die er mit Hannah hätte haben sollen.
Die nächste Frage traf seine innere Wunde noch stärker als er wusste. Kannte er Jonathans Familie? Ja, seine wahre Familie kannte er besser als der Junge selbst. Er wusste es nicht und das war eine Schande. Die Lestrange Familie hatte einen Ruf, Miguell konnte nur raten wie es in seiner Kindheit ausgesehen hatte. Strenge, Strafen, wenig Freundlichkeit, beinahe keine Liebe, beinahe das Gegenteil von dem was er von seinen richtigen Eltern erhalten hatte für eine viel zu kurze Zeit. Wieder bildete sich der Wunsch den Jungen aufzuklären, weil er einfach so verlassen und verwirrt wirkte, erschöpft und einfach enttäuscht von der Welt. Doch er hatte einfach nicht das Gefühl, dass es helfen würde, es vielleicht nur verschlimmern würde. Oder aber, er hatte einfach nur Angst vor der Reaktion, dass er ihn als Onkel ablehnen würde. Nun aber sah er endlich ein Fünkchen reale Kommunikation und ließ sich nicht von irgendwelchen Gedanken verwirren. In diesem Moment ging es nur um den Kleinen vor ihm, um das was er loswerden musste, um das wie er sich fühlte. Nur um ihn. Er erzählte, dass seine Schwester sich damals nicht anders verhalten hatte, weil es beinahe so erwartet wurde in seiner Familie. Ehrgeiz und Erfolg vor allem andern. Er warf ihm vor, dass er ihm die Möglichkeiten nahm soziale Kontakt aufzubauen, etwas was vielleicht zum Teil stimmte, aber dem Jungen war vermutlich nicht ganz bewusst wie er von den meisten anderen gesehen wurde. Mit Menschen die sich so verstecken, beinahe bösartig waren weil sie nicht anders konnten, mit diesen Menschen hatte man nicht nach seiner Schulzeit Kontakte, man ließ sie gehen und grub die Erinnerungen wieder aus, wenn es einem geschäftlich in den Kram passte. Vielleicht schaffte er es einfach die Tatsache zu verdrängen, weil er dachte, dass er sowieso mit niemand Freundschaften schließen konnte und nur Zweckgemeinschaften haben konnte. Der Heiler konnte nicht sagen, ob er sich selbst so automatisch belog, dass er es wirklich glaubte. Jedoch sagte er nicht, es war nicht seine Zeit zu sprechen. Weiteres hörte Miguell von Airin, Jonathans Schwester für die er wohl wirklich reale Liebe empfand und das sie ihn verlassen hatte. Eine Aussage die einen kleinen Knoten in seinem Magen bildete. Das hätte doch nicht auch noch passieren müssen! Miguell konnte nachempfinden wie es war von jemand weggeschickt zu werden den man liebte. Da musste er sich nur daran zurückerinnern, wie sein Vater ihn abgewiesen hatte und wie er Jahre später herausgefunden hatte wieso das so war. Er war ein Kuckuckskind, natürlich hatte der Mann nicht geschafft zu akzeptieren.
Aber da hörte die Geschichte des Slytherins nicht auf. Babygeschrei hatte das Gespräch unterbrochen. Seine Schwester hatte ein Kind ohne dass ihm etwas gesagt wurde. Onkel zu sein ohne es zu wissen, das war etwas was Miguell nur zu gut nachvollziehen konnte. Natürlich hatte er die Schwangerschaft von seiner Schwester miterlebt und auch die ersten paar Monate des kleinen Babys aber danach hatte er gedacht, dass seine Zeit als Onkel vorüber war, dass er nur für so kurze Zeit diesen Titel haben durfte und das dieses Kind tot war. Zu erfahren das er noch lebte, ja, Miguell konnte nur zu gut nachvollziehen was Jonathan da sagte, auch wenn er nicht einmal einen Deut darauf zu geben schien, ob er den Heiler damit verletzten konnte. Darum ging es auch gerade nicht, er wollte einfach nur seinen Schmerz loswerden, weil er in dieser Sekunde nicht mehr alleine damit leben konnte. Wenn seine Schwester das Kind von der Familie fernhalten wollte, Miguell wollte einfach nicht daran denken wie seine Kindheit gewesen sein musste. Kein Kind hatte das verdient. Aber das seine Schwester ihn einfach zurück ließ. Vielleicht wusste sie mehr, vielleicht hatte sie gedacht, dass sie Jonathan da lassen konnte, weil er nicht wirklich ihr Bruder war? Diese Spekulationen würden ihn nirgends hinführen. Das waren Gespräche die noch in ferner Zukunft lagen.
Die Augen des Mannes lagen auf seinem Neffen und musterten ihn. So hätte das Kind von seiner geliebten Schwester niemals aussehen sollen. Er hätte von Liebe überschüttet werden sollen, wie jedes Kind. Er hätte jemand haben sollen mit dem er reden konnte. Er hätte nicht so jung schon so viel Traurigkeit in seinen Augen haben sollen. Es passierte einfach viel zu oft mit Kindern. Da waren Kimberly und Amanda die versuchten sich zu töten, Goodwill und Gordon die aus der Schule verschwinden und Merlin weiß was anstellen, Brain Healy der vermutlich sogar noch zerstörter war als Jonathan vor ihm. Die Welt war grausam, das hatte Miguell akzeptiert, aber wenn er Kinder so sah, dann brach es ihm doch jedes Mal aufs Neue das Herz. Wie sollte er nun reagieren? Mitleid würde vermutlich nicht helfen, die Wahrheit über das Verhalten könnte den Jungen wieder verschließen, zu viel Freundlichkeit würde ihm denken lassen, dass alles in Ordnung war. Und dann könnte er ihm noch reinen Wein einschenken über seine Herkunft. „Nein.“, sagte er nach einer kurzen Pause in dem er das gesagte im Raum hatte verklingen lassen. „Nein, ich werde ihre Eltern nicht benachrichtigen.“ In das Wort Eltern legte er unabsichtlich eine kleine Nuance der Wut. Einen Fehler den er hoffte, dass der Junge es nicht bemerkt hatte. Nach einem weiteren Atemzug entschloss er sich für die harte Wahrheit. „Ich kenne ihre Familie nicht, ich kenne nur die Gerüchte die jedem bekannt sind. Wie sie sagen kenne ich ihre sozialen Kompetenzen, welche relativ gering sind. Deswegen frage ich sie: Ich halte sie davon ab soziale Kontakte aufzubauen, aber sind sie sich sicher, dass es Leute gibt, die wahrlich an einer Freundschaft mit ihnen interessiert sind, wenn sie um sich schlagen bei jeder Gelegenheit?“ Die Frage ließ er kurz im Raum stehen ehe er weiter sprach. „Ihre Schwester hat sich von ihrer Familie abgewandt um sich selbst davor zu schützen und hätte sie nicht alleine lassen dürfen, das weiß sie vermutlich besser als sie glauben. Jedoch glauben sie wirklich, dass sie ihnen nichts gesagt hat, weil sie ihnen nicht vertraut oder weil sie einfach nur versucht ihr Kind zu schützen? Ein neues Leben dem keine Grausamkeiten widerfahren sollte? Sicherlich hat sie keine Zweifel daran, dass sie ein guter Onkel sein würden, aber solange sie Verbindungen zu diese Familie haben, wird es immer eine Gefahr für sie sein, wenn sie weiter mit ihnen im Kontakt steht.“ Dieser Gefahr war sich Miguell nur zu bewusst. Diese Familie, was sie getan hatte, ein Kind zu stehlen war nun wirklich nichts, in dem sie nicht unerfahren waren. Sein Kiefer verspannte sich leicht ehe er es wieder bewusst lockerte. „Sie wollen, dass ich sie in Ruhe lassen, aber das kann ich nicht, weil es ihnen vielleicht nicht bewusst ist, aber sie brauchen jemand in ihrem Leben, der versucht ihnen zu helfen und auch wenn sie es nicht sehen können. Wollen sie so enden wie Brian Healy? Ich denke die allgemeine Meinung über ihn dürfte auch zu ihnen durchgedrungen sein. Aggressiv, böse, egozentrisch, selbstgerecht, unumgänglich. Ich kann ihnen garantieren, dass sie so enden, wenn sie nicht endlich beginnen ihre Probleme aufzuarbeiten. Ich kann ihnen dabei helfen, aber dafür müssen sie sich entscheiden sich nicht mehr nur selbst zu bemitleiden sondern ihr Leben wieder in eigene Hände zu nehmen anstatt sich von all dem negativen in ihrem Leben leiten zu lassen.“
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
 
Intangible walls are hard to break through!
Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben 
Seite 1 von 1

Befugnisse in diesem ForumSie können in diesem Forum nicht antworten
Hogwarts - Dark Ages :: Inplay :: Denkarium :: Neue Geschehnisse :: Hogwarts-
Gehe zu: