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 Um der Reputation willen

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Evgenija Moravac
Hexe || Metamorphmagus
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BeitragThema: Re: Um der Reputation willen   Di 7 Feb 2017 - 19:20

Ihre Liebsten hatten sich um sie herum gesetzt. Evgenija konnte sich kaum rühren, so sehr wühlte sie der Anblick auf. Gerasim, Maeve, Avram und dessen Frau. Vor ihren Augen drehte sich alles. Ihre Gesichter rauschten in rasendem Tempo vor ihren Augen vorbei. Sie versuchte den Arm zu heben und sich aufzuziehen. Etwas stimmte hier nicht, aber was? Sie konnte sich daran erinnern, wie Avram wieder in das Leben zurückgekehrt war und auch wieder nicht. War sie zuvor nicht ganz woanders gewesen? Angst stieg in ihr auf, doch gefühlt unzählige Hände strichen beruhigend über ihren Körper. Sie versuchte sich zu wehren, versuchte auf die Beine zu kommen, wurde jedoch immer wieder zurück gedrückt. Sie konnte sich auf nichts einzelnes Konzentrieren.

"Bleibe, bei uns, hier wo du geliebt wirst, hier wo du gebraucht wirst!" Die Stimmen schienen wie zu einer einzigen zu verschmelzen. Eine einzige Präsenz, welche sie mit Macht niederdrückte. Freude traf auf Schuld, als immer wieder der Moment vor ihren Augen ablief, in welchem sie Avram tötete. Dann die Freude, wenn sein Gesicht wie aus einem Rauschen vor ihr auftauchte. Gerasim, der verschollen war und nun hier saß. Auch sein Gesicht war weitergerast, um Maeve Platz zu machen. Sie, diese Frau, die ihr vom ersten Moment an den Atem geraubt hatte. Sieben Jahre waren sie zusammen. Die Zeit mit ihrer Liebsten schien in ihrem Geist zu einem Farbencrescendo an Ereignissen zusammen zu schmelzen. Unmöglich zu fassen, während ihr erster Kuss ganz klar in ihrem Gedächtnis lag.

Für einen Moment schien der Himmel über ihr und die Sonne die sie blendete zu fluktuieren. Kurz sah sie die Gesichter ihrer Liebsten vor einem Hintergrund aus kalter und nasser Finsternis. Gelb grüne Augen leuchteten für eine Sekunde auf, doch dann war sie wieder im grellen Sonnenschein und besorgte Gesichter hielten sie mit ihren Händen am Boden. "Bleibe bei uns... bleibe bei uns... BLEIBE BEI UNS!" Sie schrie auf, wehrte sich nach Leibeskräften gegen die zärtlichen Hände, welche sie mit unnachgiebiger Stärke auf dem Boden hielten. Zorn kochte in ihr hoch. Ihre Kämpfernatur gewann langsam die Überhand. Zischend und keuchend, schob sie die Hände von sich, welche sich immer wieder auf sie hinabsenkten. Mit einem Mal, war sie auf den Knien, kämpfte sich auf die Füße, während Hände sie an Armen und Schultern hielten.

"BLEIBE BEI UNS! .... BLEIBE BEI UNS!" Mit einem Wutgeheul riss sie sich los. Die Worte rissen Wunden in ihr auf. Avrams Stimme, Maeve, Gerasim. Ihr Herz drohte unter dem Ansturm an Gefühlen zu zerbrechen. Ihre besorgten, traurigen und Enttäuschten Gesichter vor ihren Augen lagen wie Tonnengewichten auf ihren Schultern. Außerhalb des Traumes begann sie zu wimmern. Als ein absolut gellender Donner die Kakophonie an Stimmen wie eine Klinge durchschnitt. Ihre Welt, diese Welt schien mit einem Male wie Glas zu zersplittern und Evgenija fiel. Sie fiel in unendliche Dunkelheit und fiel doch nicht. Das schmerzerfüllte Kreischen von etwas unmenschlichem gellte in ihren Ohren.

Zeit hatte keine Bedeutung mehr. Der Schrei hätte nur eine Sekunde oder auch Jahre dauern können. Arme umfassten sie, zogen sie hinfort. Dann versank ihre Wahrnehmung wieder in Taubheit. Existierte sie überhaupt noch? Sie war sich nicht sicher. Doch sie musste. Sie spürte etwas. Etwas legte sich auf ihre Lippen. Sie kannte das Gefühl. Sie hatte es vor nicht langer Zeit, wie eine Offenbarung genossen. langsam öffnete sie die Augen und blickte in die von Maeve. Langsam erinnerte sich Evgenija wieder. Sie waren noch im Wasser. Sie lag in den Armen dieser wunderschönen Frau, deren Worte verzerrt aber verständlich zu ihr drangen. Evgenijas Herz schmerzte, als sie in dieses Gesicht sah. Avram. Gerasim. Die Gesichter der brannten hatten sich eingebrannt. Enttäuscht, traurig, anklagend.

Ihr Gesicht verzerrte sich vor Seelenpein, während sie zu weinen begann. Die Tränen flossen direkt in das Wasser und Evgenija umklammerte Maeve mit ihren Armen und presste sich fest an sie, während sie vor Schluchzen und Beben immer wieder erzitterte. Die Schuld war wieder da, wie eine Tonnenlast, hielt ihr Herz umklammert, wie eine kalte Faust. Eine Weile blieb sie einfach in diesen Armen, bis sie sich etwas beruhigte und auch das Beben bald erschöpft nachließ. Evica würde sterben für das, was sie ihr hier und heute angetan hatte. Das schwor sie sich. Sie hob den Blick. Was hatte Maeve wohl durchgemacht? Noch immer war ihr Gesicht von unendlicher Trauer gezeichnet, als sie über die Wange der anderen Frau strich.

Nein, dies war echt. Kein Traum. Einen kurzen Moment hatte sie wieder gezweifelt, doch dann war das Geräusch der sterbenden Kreatur wieder aus dem Tempel gedrungen. Sie musste in ihren letzten Todeskrämpfen gelegen haben, denn das gellende Kreischen verebte. Evgenija konnte zwar atmen, doch nicht reden. Tief sog sie die nasse Luft in ihre Lungen, und stieß diese aus, bis sie sich wieder gefasst hatte und Maeve wieder bedeutete zum Tempel zu schwimmen. Das Kraut welches sie geschluckt hatte, würde nicht ewig Wirkung haben.

Das Innere des Tempels war düsterer geworden. Schwaden an zerrissenem Fleisch und dunklem Blut trieben durch das Azurne Licht. Es musste einfach hier her weiter gehen. Woher hatte Evica nur eine Teufelssirene herbekommen? Sie musste das Wesen als Wache für den weiteren Gang genutzt haben. gemeinsam schwommen sie, bis sie einen eng gemauerten Schacht hinauf schwommen, an welchem die Oberfläche schimmerte und nur kurz darauf, stiegen Maeve als erste aus etwa einen Quadratmeter großen viereckigem Loch und atmete wieder Luft, als das Dianthuskraut seine Wirkung zu verlieren begann. Evgenija war die nächste die heraus stieg und ihr Körper wieder zu menschlichen Formen zurück fand.

"Teufelssirene..." Keuchte sie erschöpft und rieb sich die noch immer brennenden Augen. "Ich habe nur gelesen von Teufelssirene, aber nie geglaubt das so entsetzlich sein können." Ihr serbischer Akzent klang wieder etwas stärker. Sie schien wieder zu innerer Kraft zurück zu finden. "Dir geht geht?" Erkundigte sie sich mit sorgenvollem Ton, bei ihrer schönen Gefährtin und wrang sich das nasse Haar aus, welches kurz darauf wieder an ihrem nackten Körper klebte.
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Maeve O'Hara
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BeitragThema: Re: Um der Reputation willen   Do 23 März 2017 - 19:53

Ehe Maeve gemeinsam mit ihrer Liebsten aus dem Gewässer stieg, welches ihnen nicht mehr als Leid und verstärktes Ungemach bereitet hatte, versuchte die Irin in dem von Emotionen aufgeladenen Gesicht der Serbin zu ergründen, was genau diese wohl gesehen hatte. Maeves Träume waren angenehme gewesen, ihr wurde eine perfekte Zukunft beschrieben, die ihrem Gedächtnis und ihrem Sinn für Logik widersprach, was dazu geführt hatte, dass sie sich zwar tatsächlich kurzzeitig gerne dort aufgehalten hatte, für eine gewisse Zeit darin geschwelgt war, doch früh erkannt hatte, dass es nicht ihren wahren Vorstellungen entsprach. Es war zu idealisiert, zu träumerisch, daher hatte sie sich daraus entwinden können. Allerdings war sie auch schlichtweg eine beherrschtere Person, als es Evgenija wohl war. Darüberhinaus wusste sie nicht um den Inhalt der aufgezwungenen Träume der anderen Frau, möglicherweise hatten sie ein realistischeres, erreichbareres Bild erzeugt oder die schöne, junge Frau hatte in ihrem Leben mehr Schlimmes erdulden müssen, um sich nach einer Vorstellung mehr zu sehnen, als es bei Maeve der Fall war.
Kurz schüttelte die dunkelhaarige Hexe den Kopf, ehe sie Evgenija folgte, ein schmaler Schacht führte sie zur Oberfläche. Maeve, die während des Schwimmens bereits bemerkt hatte, wie das geschluckte Dianthuskraut allmählich seine Wirkung verlor, kämpfte sich als Erste an die Oberfläche, um dort angekommen, mit leichtem Husten auf ihren Knien um ein wenig Luft zu ringen. Ihr durch die Nässe und das wenige Licht tiefschwarz erscheinende Haar fiel ihr ins Gesicht und für einen kurzen Augenblick wirkte sie ein wenig zerbrechlich, während sie nass, fröstelnd und in nichts weiter als ihrer schwarzen Spitzenunterwäsche bekleidet auf dem harten Boden kniete und sich von den eben durchlittenen Strapazen erholte. Doch dieser Eindruck währte nicht lange. Sie stütze sich vom Boden ab, strich sich das nasse Haar aus dem Gesicht und erwärmte mit einem Schwenker ihres Zauberstabs die Luft um sich und Evgenija herum um die Nässe und vor allem auch die in die Knochen gezogene Kälte zu vertreiben.
Ihr Blick wandte sich Evgenija zu und wurde daraufhin ein wenig wärmer, wo er zuvor doch noch typisch kühl und distanziert erschienen war. Der Anblick, wie die im Grunde nackte, wunderschöne Serbin sich das weiße, lange Haar auswrang, trieb zusätzlich zu ihrem Zauber noch ein wenig Wärme in den Körper Maeves.
Ein kurzes Nicken gab sie als Erwiderung auf die Frage nach ihrem Zustand.
"Die Teuefelssirene hatte dich länger in ihrem Griff, geht es dir gut?", gab sie diese Frage dann zurück.
"Deine liebe Cousine weiß zu überraschen...", sprach die ältere Hexe leise, mehr zu sich selbst, als zu Evgenija, mehr als Teil einer eigenen Überlegung, als zum Start einer Konversation oder einer Bitte um eine Meinung diesbezüglich.
Sie wandte sich ab und besah die Umgebung, in die sie nun gelangt waren. Viel zu erblicken war nicht möglich, es war recht dunkel. Maeve ließ eine Lichtkugel erscheinen, die diese Dunkelheit vertreiben sollte, doch auch nach diesem Zauber bot sich dem Auge wenig Ansehnliches, es war ein höhlenartiger Tunnel, der in lediglich eine Richtung wies. Er wirkte recht natürlich, möglicherweise wurden lediglich die Verbindungen zu diesen Höhlen durch Menschenhand erschaffen, doch bei diesem unsäglichen Abenteuer würde sie nichts mehr überraschen.
Kurz glitt ihr Blick an sich hinunter und auch wenn die Umgebung es zulassen würde, lediglich in Unterwäsche gekleidet zu sein, war es doch für weitere Gefahren nicht allzu praktisch. Sie fuhr dicht mit ihrem Zauberstab dicht an ihrer Haut vorbei, vom Hals bis zu den Knien und ließ ein wenig praktischere Kleidung als zuvor an sich erscheinen.
Feste, lederne Stiefel, eine ihre Figur betonende, doch nicht die Bewegung einschränkende, schlichte Hose zusammen mit einem Oberteil von ähnlicher Natur zierten nun ihren Körper. Es war nicht mit dem Kleid zu vergleichen, welches sie auf der Abendgesellschaft getragen hatte, erfüllte doch aber seinen Zweck. Auch Maeve sah den Nutzen in der eher praktischen Kleidung und kümmerte sich besonders in einer solchen Situation nicht mehr unbedingt um ihre modische Erscheinung.
"Glaubst du wirklich, Reginald befindet sich an diesem...", sie sah sich noch einmal um, ohne zu einem zufriedenstellenden Ergebnis zu kommen, ehe sie fortfuhr: "...Ort? Die Worte deiner Cousine klangen nicht so, als hätten wir allzu viel Zeit...und ich habe mittlerweile mein Gefühl für diese verloren, ich hoffe sehr, wir kommen nicht zu spät..", sprach sie ihre Gedanken aus. Eine bestimmte Antwort erwartete sie nicht, sie war nicht unbedingt in einem idealen Zustand, sie war aufgewühlt und ein wenig verwirrt, weswegen sie im Moment wenig Zielführendes von sich gab und tatsächlich einmal sprach um mehr als die Geräusche wahrzunehmen, welche die Natur an diesem Ort erzeugte.
Sie bewegte sich wieder etwas auf Evgenija zu, kam ihr nahe und sah ihr in die wundervollen Augen, sagte nichts mehr, ließ ein leichtes Lächeln zu und deutete auf den Gang vor ihnen. Wie sie bereits sagte, hatten sie vermutlich tatsächlich nicht allzu viel Zeit. Sollte Evgenija sich gesammelt haben und bereit sein, sollten sie schnellstmöglichst aufbrechen. Dies deutete sie ohne Worte an, war die Bedeutung doch nur allzu klar, sie beide wussten, in welcher Situation sie sich befanden und dass sie aus dieser entkommen mussten.
Kurz dachte sie, während ihr Blick aus der hübschen Weißhaarigen ruhte, an den Traum, den ihr die Teufelssirene geschenkt hatte. Es war nicht mehr als ein Traum gewesen und er war der logischen Maeve nur allzu unrealistisch erschienen, weswegen sie diesem entkommen konnte, doch natürlich hatte sie um ihn nicht vergessen. Ihre Ängste nagten unerlässlich an ihr und diese Bilder hatten ihr nur erneut vor Augen gehalten, was sie erreichen wollte, woran sie bisweilen so kläglich gescheitert war und was auf dem Spiel stand.
Natürlich mussten sie erst einmal aus diesem kranken Spiel entkommen, welches die sadistische Cousine dieser wundervollen, serbischen Hexe vor ihren Augen, für sie beide entworfen hatte. Doch Zuversicht wuchs in Maeve heran. Sie würde nicht an diesem verfluchten Ort verenden, nein, das Schicksal, an welches sie nicht glaubte, war nicht so gnädig, wenn es nach den Launen der Welt verlaufen sollte, würde sie ihren Ängsten entsprechend langsam verwelken. In diesen Höhlen befand sich nichts, wovor sie sich mehr fürchten konnte als vor der langfristigen Zukunft, weswegen sie weder Angst vor den Fallen dieser Höhle, noch von der wahnsinnigen jungen, serbischen Hexe Evica haben musste.
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Evgenija Moravac
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BeitragThema: Re: Um der Reputation willen   Mi 29 März 2017 - 17:22

Evgenija war dankbar, für die Wärme, die sich um sie herum ausgebreitet hatte. Eine Gänsehaut hatte sich zuvor über ihre Haus ausgebreitet, die nun jedoch von der behaglichen Wärme, welche sie wie die eine Decke umschloss, vertrieben wurde. Sie kaute auf ihrer Unterlippe. Ihr wollten die Bilder, welche die Teufelssirene ihr eingeflüstert hatte nicht aus dem Kopf gehen. Diese Idylle. Maeve, Gerasim, Avram. Die Moravac waren nicht mehr, sie war frei gewesen und hatte ihr Glück gefunden. Beim Gedanken an Avram, brannten ihre Augen. Ihr Herz schmerzte, als sie an die Miene ihres Bruders in diesem Traum dachte. Maeves Blick traf ihrer und ließ den Stich in ihrem Herzen nur größer werden. Sie war nicht in der Lage gewesen, sich aus der Gewalt der Teufelssirene zu befreien. Hatte sie das überhaupt gewollt? Sie hatte es doch versucht oder nicht? Wieder huschten Bilder ihres Bruders vor ihrem inneren Auge entlang. Sie hörte die Worte über Reginald und die mangelnde Zeit nur am Rande. Zu beschäftigt war sie, die Fassung zu bewahren. Sein Lächeln in diesem Traum. Die Frau an seiner Seite. Er war so glücklich gewesen. Dann sein Fall. Wieder sah sie vor ihren Augen, wie Avram in ihrem letzten Duell in Serbien den finsteren Blitzstrahl abwehrte, als sich die Finsternis seiner bemächtigte und nach seinem Herzen griff. Sie konnte sich noch zu gut daran erinnern, wie er mit Fassungslosem Blick aufgesehen hatte, als Myriaden von Adern, schwarz, von Finsternis erfüllt unter seiner Haut hervortraten.

Die Gänsehaut kehrte wieder zurück, als das Grauen kalt nach ihrem Herzen griff und von der umliegenden Wärme nicht vertrieben wurde. Sie hatte niemals herausgefunden, warum sie gerade diesen Zauber gewirkt hatte. Sie hatte ihren Bruder geliebt. Es war eine ihrer Taten gewesen, welche sie sich wohl niemals verzeihen würde. Desorientiert, blickte sie Maeve wieder an, als diese sich auf einmal bekleidet wieder ihr näherte. Wann hatte sie diesen Zauber gesprochen? War sie so in Gedanken versunken gewesen? „Ja, wir haben wenig Zeit...“ hauchte sie schwach. In ihrem Gesicht war die Verlorenheit deutlich zu erkennen. Feucht glänzten die Augen, als sich eine Träne löste und an ihrer Wange hinabrann. Einen Moment sah es so aus, als würde Evgenija unter ihren Gefühlen zusammenbrechen. Noch einige weitere Tränen fielen, doch die serbische Hexe schloss die Augen und atmete tief durch. Sie musste die Fassung bewahren. Sie hatten die Teufelssirene überwunden, aber wenn sie nun Schwäche zeigte, würde sie mit Sicherheit bald sterben. Sie durfte sich nicht von den Grausamkeiten ihrer Cousine zermürben lassen. Sie durfte es nicht, schon allein wegen Reginald und Maeve. Endlich schien sie genug Fassung zu erlangen, um der der schönen Hexe vor ihr mit neuer Zuversicht zuzunicken. Sie hob ihren Zauberstab. Neue Kleidung war in der Tat keine schlechte Idee. Auch sie ließ ihren Stab an ihrem Körper entlang gleiten. Nach einfacher, schwarzer und schmuckloser Unterwäsche, legte sich ein schwarzes Faltengewand mit einem weißen Überzug über ihren Körper. Eine schwarze Hose und feste schwarze Stiefel sowie ein Gürtel, welcher die lockere, aber zweckmäßige Kleidung zusammenraffte, komplettierten das Bild.

Kleidung:
 

Danach ging es weiter. Sie schritten durch einen langen Gang, welcher sich unregelmäßig an und absteigend wie ein Wurm durch die Erde bewegte. Dichtes Felsgestein flankierte sie rundherum und einige Male wurde der Gang so schmal, dass die beiden tatsächlich auf allen Vieren hatten kriechen müssen. Sie konnte sich nicht vorstellen, das Evica sie durch diesen engen Gang geschleift hatte. Nein, sie nahmen gerade einen von ihr erschaffenen Umweg, ganz sicher. Bald jedoch wurde der Gang wieder normal begehbar und mündete schließlich wieder in einen gemauerten Gang. Es war ein Durchbruch durch Mörtel und Stein gewesen. Auf der einen Seite, erstreckte sich das Mauerwerk, und der Gang weiter, um eine Kurve, während auf der anderen Seite der Tunnel eingestürzt zu sein schien. Evgenija suchte Maeves Blick. Es würde ohnehin durch den offensichtlichen Tunnel gehen, der nächsten Gefahr entgegen. Ihre Stiefel machten auf dem Boden kaum Geräusche, als sie nebeneinander bald schon das Ende des Ganges sahen.

Er mündete in einem großen Raum. Beinahe schon einer Halle. Mehr als Zehn Meter erstreckte sich der rechteckige Raum nach vorn um gegenüber einen Zugang in den nächsten Gang erkennen zu lassen. Der Raum war vollkommen leer, doch Evgenija konnte sich nicht vorstellen, das dies hier so einfach sein würde. Ihr Blick glitt wieder zu Maeve, die vermutlich das Selbe dachte. Evgenija zückte wieder ihren Zauberstab. Sie machte sich auf alles gefasst und trat vorsichtig einen Schritt in den Raum hinein. Ein Beben erfasste Kammer. Das Rumoren ließ den Boden vibrieren, als mit einem Mal das Gestein wegbrach und nur einen vielleicht halben Meter breiten Steg, über einem bodenlosen Abgrund, hinüber zum nächsten Gang zurück ließ. Was war das für eine seltsame Prüfung? Für einen Balanceakt war dieser Steg eindeutig zu breit. Die abgeflachten Kanten der steinernen Brücke waren ebenso merkwürdig. Evgenija beschloss, dem Steg eine Chance zu geben und setzte vorsichtig einen Fuß vor den anderen. Jede Sekunde war sie darauf gefasst, sich gegen irgendetwas verteidigen zu müssen. Als sie ein Viertel des Weges geschafft hatte, konnte sie es spüren. Verwirrt hielt sie inne. Etwas zog an ihr. Ja. Tatsächlich schien ein Sog sie zur Seite zu ziehen und nicht nur zu einer Seite. Auch die andere Wand schien immer stärker zu ziehen. Mit einem Mal, kam Evgenija nicht mehr weiter. Sie stand auf dem Steg und kämpfte um ihr Gleichgewicht, während das ziehen an ihr, die Luft ihre Ohren zum heulen brachte. Ihre Haare hatten sich längst erhoben. Es war ein merkwürdiges Bild, wie die dichte weiße Haarmasse sich zu beiden Seiten hin geteilt hatte und flatternd in der Luft hingen, in jede Sog-Richtung. Ihr Körper veränderte sich. Sie musste hier rüber. Ihre Konturen wichen einem schwarzen Rauch. Sie versuchte sich in die Luft zu erheben, doch es wollte nicht funktionieren. Der Rauch verzog sich und ließ ihren Körper materiell zurück. Auch das apparieren wollte nicht funktionieren. Mit einem Mal begriff sie, in welcher Gefahr sie schwebte. Neigte sie sich auch nur einmal ein Stück zu sehr zur Seite, würde der Sog sie erfassen und in den gähnenden Abgrund stoßen, welcher unter ihr prangte, wie das hungrige Maul eines Titanen. „Maeve... Maeve...“ Ihre Rufe wurden mit jedem Mal lauter, doch das massive heulen des Windes übertönte sie. „MAEVE...“
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Maeve O'Hara
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BeitragThema: Re: Um der Reputation willen   So 25 Jun 2017 - 15:56

Maeve hatte während des Weges stets an der Seite der wundervollen Evgenija geweilt, doch als sie den Raum erreichten, der wohl die nächste Aufgabe, die nächste Prüfung, den nächsten Schrecken für sie beide bereithielt, zögerte sie. Die Cousine der Hexe, die sie beide an diesen furchtbaren Ort gebracht hatte, ging vorwärts, betrat den Gang, der beim ersten Schritt erbebte, zerbrach und lediglich einen schmalen Steg, welcher sich über einen gähnenden Abgrund erstreckte, zurückließ.
Maeve verharrte am Anfang dieses Steges, irgendetwas musste es damit auf sich haben, Evica war unglücklicherweise erfüllt von Bosheit, aber auch von Schläue, sie würde ihnen auf jedem Schritt versuchen das Leben und das Vorankommen zu erschweren.
Es war nicht gerade ein Akt der Zuneigung, dass die Irin wartete und Evgenija vorangehen ließ, doch versuchte sie pragmatisch zu denken. Es wäre niemandem von Nutzen, sollten sie beide wieder in die Falle tappen, ohne dass einer die Möglichkeit hatte einzugreifen.
Zunächst schien alles in Ordnung und Maeve war drauf und dran der jüngeren Frau zu folgen, doch dann verharrte sie auf der Mitte der Brücke, ihre weißen Haare erhoben sich und wurden von einer unsichtbaren Kraft in Richtung der beiden gegenüberliegenden Wände gezogen.
Maeve konnte von ihrer Position aus keine Geräusche vernehmen, weder die Rufe Evgenijas, noch das Tosen des magischen Windes, welcher diese wohl an Ort und Stelle hielt, reichten hinüber zu ihr, weswegen diese spekulieren musste, worum es sich wirklich handelte.
Eine Änderung Schwerkraft?...eine Art Wind?..ein Sog?, überlegte sie während sie ihren Zauberstab schwang, wodurch sich ein leichtes Stück vom Steg löste und zu schweben begann. Behutsam ließ sie es vorwärts schweben um dann zu beobachten, wie es ruckartig zur rechten Wand gerissen und dort mit enormer Geschwindigkeit zerschmettert wurde.
Ich vermute es wird auf beiden Seiten der Fall sein...der Steg befindet sich genau mittig...Evgenija ist gefangen, kann sich daher nicht mehr bewegen, ein falscher Schritt und sie würde enden wie dieser Stein.., schloss sie daraus und biss sich leicht auf die Unterlippe.
Auch hatte Maeve beobachten können, dass weder Fliegen, noch Apparieren an dieser Stelle Erfolg versprechen würden.
"Impetus Venti", sprach sie, erzeugte eine Windwelle vor sich und schwenkte den Zauberstab ein wenig im Kreis, sodass sich dieser Wind um Evgenija legte, sie umströmte und die sie zuvor von zwei Seiten flankierenden, festhaltenden Winde ablenkten, sodass sich die Rumänin nun wieder frei bewegen können sollte. Der sie umströmende Wind würde halten, bis sie die andere Seite erreicht hatte. Danach würde Maeve diesen Zauber auf sich selbst anwenden und diesen schmalen Steg ebenfalls überqueren.
Hätten sie sich nun beide zwischen den Luftströmungen befunden, wäre es weitaus schwieriger gewesen mit der Situation umzugehen. So war es nun wohl eine vergleichsweise harmlose Falle. Evica hatte offenbar erwartet sie beide würden gemeinsam voranschreiten, durchaus verständlich, oder aber sie beide sollten dies nur denken und in Wahrheit verborg sich eine weitere Falle in diesem Raum. Maeve würde auf jeden Fall wachsam bleiben und erst einmal abwarten, bis Evgenija wohlbehalten auf der anderen Seite angekommen ist, ehe sie noch einen Schritt nach vorne wagt. Sie sollten Evica sicherlich nicht unterschätzen.
Maeves Blick schweifte kurzzeitig in den sich an beiden Seiten des Übergangs auftuenden, gähnenden Abgründe. Sie litt nicht an Höhenangst, doch ein dunkler, eventuell schier bodenloser Abgrund war niemals ein angenehmer Anblick und vermittelte sicherlich auch kein gutes Gefühl.
Daher zwang sie sich auch dazu nicht mehr in diese schwarze Tiefe zu blicken und sich stattdessen wieder auf den vor ihr liegenden Pfad zu konzentrieren, hoffend, dass diese Prüfung, dieses Hindernis Evicas damit überwunden war und sich nicht noch ein unschöner Twist an diesem Ort verbarg. Unglücklicherweise würde man eine solche Aktion dieser Schlange von einer Frau zutrauen.
Leichte Erschöpfung breitete sich langsam in der Irin aus, sie waren schon eine geraume Zeit in diesem unterirdischen Gefilden und hatten mehrere Strapazen erdulden müssen, ganz zu schweigen von den Zaubern, die sie hatten anwenden müssen. Es würde im Endeffekt vielleicht am ehesten die Erschöpfung werden, die sie in die Knie zwang, denn mit den bisherigen Prüfungen und Fallen waren sie einigermaßen klargekommen.
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