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 Um der Reputation willen

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Evgenija Moravac
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BeitragThema: Um der Reputation willen   Mo 26 Dez 2016 - 13:29

@ Maeve O'Hara


27.12.2014, London - Belgravia - Haus des renommierten Professors für Magische Geschichte: David Talbot


Der Stadtteil Belgravia war nahezu malerisch. Hohe Häuser reihten sich hier dicht an dicht und schafften es dennoch erhabene Würde auszustrahlen. Hier logierte hauptsächlich die Oberschicht Londons, Muggel, als auch Zauberer. Balkone mit kunstvoll gefertigten Geländern, anmutig geformte Straßenlaternen, Verträumte kleine Läden, große Geschäfte, Botschaften, grün bepflanzte Plätze, Brunnen. Hier schien der Prunk überzulaufen und Evgenija konnte sich nicht entscheiden, wohin sie den Kopf als nächstes wenden sollte. Schnee bedeckte die Straßen, die Gehwege und ließ in dem nahendem Rot der Abenddämmerung alles in einem ganz besonderem Glanz erstrahlen. Es war kurz nach Weihnachten und so waren viele Häuser noch mit ihrem Schmuck behangen. Sanftes goldenes Licht, von Lichterketten, der Geruch von Tannennadeln und die Aura von Macht bestürmten die junge Frau, welche sich vollends im klaren war, hier absolut nicht hinzugehören. Oh in Serbien hatte sie bereits ähnlichen Prunk gesehen. Auch wenn der Stil dort ein gänzlich anderer war. Doch selbst hatte sie stets gewusst, nicht in solche Kreise zu passen. Ihre Mutter Dunja, Gavrilo, Gospava und auch viele andere aus ihrer Familie, fühlten sich in solchen Gegenden viel eher heimisch. Die Menschen hier hatten hier wenig von der Hektik der Muggel, welche diese sonst an den Tag legten. Hier schritt man mit Stolz und Würde einher.

Evgenija selbst trug einen dichten dunkelbraunen Pelzmantel. Eigentlich hasste sie Pelzbekleidung. Sie hatte gesehen, auf welche barbarische Art Weise die Muggel diese gewannen, doch in diesem Fall, hatte Reginald sie von der Nötigkeit überzeugt und ihr versichert, das keinem Wesen dafür lebendig das Fell abgezogen wurde. Darunter war sie angetan, mit einem kleinen Schwarzen. Astrid hatte ihr weißes Haar geflochten und hochgesteckt arrangiert. Das ganze war mit einem feinen schwarzen Netz gekrönt worden, an welchem es silbern glitzerte. Reginalds Muggelfrau hatte auch beim Make Up wieder ihren Zauber wirken lassen. Evgenijas Augen waren ganz dezent schwarz untermalt und die Lieder in einem silbernen Grau gehalten. Auch hier glitzerte sie leicht und wieder einmal hatte die Frau mit wenig Aufwand dafür gesorgt, dass Evgenijas Züge gut schattiert betont wurden. Ihre Lippen waren mit einem dunklen Bordaux bemalt und hauchfein schwarz umrandet um die Konturen besser hervorstechen zu lassen. Ja sie hatte sich kaum wieder erkannt. Astrids Kunst war wirklich unheimlich.

Der Schnee knirschte unter den feinen Stiefeln, welche sich um die bestrumpften Füße schmiegten. Ihre schlanke Hand fuhr wieder an ihre Ohren, an welchen relativ große Silberohrringe baumelten, welche kunstvolle serbische Kreuze darstellten und an jedem der vier Enden von weißen Steinen geschmückt wurden. Waren das Diamanten? Wo hatte Reginald die wohl her? Auch die Silberkette, mit kleinen Diamanten in Perlmut eingelegt musste ein wahres Vermögen kosten. Dieser Mann versetzte sie immer wieder in Erstaunen. Es waren zwar nur Leihgaben, aber dennoch sah sie aus, wie eine Adelige. Verschlungene Armreifen zogen sich von ihrem Handgelenk fast bis zu ihren Ellbogen und waren auf dem Handrücken mit filigranen Kettchen an einem Silberring befestigt, welcher auf jedem ihrer Mittelfinger saß. Reginald selbst war in einen schlichten, jedoch maßgeschneiderten Anzug angetan, dessen Eleganz einfach, aber absolut bestechend war. Sein Haar war zurückgebunden zu einem Knoten und sein Bart ordentlich gestutzt. Kälte fuhr ihr unter den dichten Pelz und ließ sie ein wenig zittern, während sie bei ihm untergehakt die restlichen Meter von dem Muggelauto, einer Stretchlimo, zu dem Eingang des weiß getünchten Hauses mit verschnörkeltem Zäunchen und symetrischem schwarzen Schmuck im gotischen Stil versehen war.

Der Schnee war hier weggekehrt worden und ihr Absatz erzeugte leise Geräusche bei jedem Schritt. Sie musste sich zwingen zu flanieren und nicht zügig zu gehen. Immerhin wollte sie den Schwänen nicht direkt zeigen, dass sie lediglich eine ausstaffierte Ente war. Ein Hauself, in einem schwarzen Lumpen öffnete ihnen, mit hoch erhobener Nase und einem Ausdruck, als würde er selbst der höchsten Aristokratie angehören. "Creep wünscht dem Herrn und der Herrn einen wundervollen Abend." Begrüßte der Elf sie mit einer hohen Fistelstimme. "Creep dankt im Namen seines Herrn und der Herrin Talbot für das Erscheinen." Er trat zur Seite und bedeutete einladend einzutreten. Reginald dankte knapp, mit leicht gelangweilter arroganter Miene. Ein Ausdruck, welcher in Evgenijas Augen nicht so recht zu ihm passen wollte, doch an sich sah es vollkommen natürlich aus, wie dieser Mann das über die Bühne brachte.

"Denk daran was wir besprochen. haben." raunte Reginald ihr zu und blickte sich suchend um. "Die Gäste hier sind zum Teil echt üble Krähen und genießen es sich getarnt von einem Lächeln über andere lustig zu machen und sie verbal aus der Reserve zu locken. Blamage ist hier fast beliebter, als ein guter Wein, oder Scotch." Sie nickte ihm stumm zu. Warum hatte er sie dann überhaupt mitgenommen? Das verstand sie noch immer nicht, doch das verstand sie oft nicht. Die Empfangshalle hatte einen Marmor gefliesten Boden und. Viel roter Samt und dunkles Mobiliar aus blank poliertem Holz dominierten das Bild. Sündhaft teure Vasen, Büsten und anderes Zierrat, standen verteilt auf Kommoden und ein leicht geschwungener Aufgang, belegt mit rotem Teppich, lud dazu ein den ersten Stock des Hauses zu erklimmen. Doch Reginald führte sie nach links ab. Sie durchwanderten Zimmer, mit exquisitem Mobiliar im Stile verschiedener Kulturen, Dort war es das alte Griechenland, hier der Venezianische Stil des Achtzehnten Jahrhunderts. Sie betraten schließlich ein Wohnzimmer, welches bis auf die Sofas und Tische, welche von Farbe und Form her, dennoch angepasst schienen, im persischen Stil gehalten worden war. Hier schien der Hauptteil der Party statt zu finden.Sanfte Musik spielte im Hintergrund, nicht aufdringlich und leise genug, dass man sich ohne Probleme unterhalten konnte. Die Anwesenden Hexen und Zauberer waren alle samt in ihre feinste Abendgarderoben gekleidet und Evgenijas Augen weiteten sich. Sie hatte ja geglaubt, Reginald habe bei ihr übertrieben, aber hier wirkte ja selbst sie regelrecht schlicht.
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Maeve O'Hara
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BeitragThema: Re: Um der Reputation willen   Mo 26 Dez 2016 - 19:51

Langsam rieselte der Schnee vom grauen Dezember himmel herab, sammelte sich auf diversen kalten Oberflächen oder schmolz in der Nähe von Wärmequellen hinweg, als hätte er niemals existiert. Maeve O'Hara stand inmitten eines kleinen Schneegestöbers, in ihrer rechten den, in diesem Fall aus Onyx gefertigten Zigarettenhalter, an dessen Ende die schwarze Zigarette der Marke 'Dullahans Dawn' qualmte, von welcher hin und wieder ein Zischen ausging, als der Wind eine Schneeflocke direkt in das glimmende Zentrum der Hitze trieb, bevor sie von der darum umgebenden Wärme zu schmelzen vermochte.
Maeve war innerlich tatsächlich ein wenig aufgewühlt, äußerlich zeigte sie diese unangenehme Emotion allerdings nicht, man könnte ihr Verharren vor dem Gebäude, welches sie zugleich zu betreten gedacht, als simple Stillung der Sucht des Rauchens ansehen oder möglicherweise darin auch den Zwecke sehen sich zu verspäten, wie es in solchen Kreisen doch oftmals in Mode zu sein schien.
Auch wenn die Befriedigung ihrer Sucht Grund genug war, half das Rauchen doch auch ihre Nervosität zu dämpfen. Maeve war schon länger nicht mehr auf einer solchen Festivität gewesen, denn kurz nach den Ereignissen Anfang des Jahres 2011 mieden die Angehörigen solcher Schichten ihre Nähe um nicht ebenfalls an Reputation einzubüßen, als wäre dies eine ansteckende, sich verbreitende Krankheit, an der die Irin litt.
In den Jahren darauf fokussierte sie sich mehr auf ihre Forschungen, verlor sich geradezu darin um den heimsuchenden Gedanken bezüglich privaterer Themen zu entfliehen und gleichzeitig in ihren Bemühungen voranzukommen. Die Tatsache, dass sie nach dem Tode von Onkel und Ehemann keine Werke mehr veröffentlicht hatte, half wohl auch nicht unbedingt ihrem angeknacksten Ruf wieder aufzuhelfen.
Nun zeigte der Kalender die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester des Jahres 2014 an, beinahe 4 Jahre waren damit begangen und die Gerüchte hatten sich nicht verflüchtigt, Maeve hatte die Ahnung, dass Aktionen, die sie reinwaschen könnten, viele nach den Jahren eher als verzweifelte Taten ansehen würden, alles von Maeve diesbezüglich Ausgesprochene versuchen würden zu verdrehen. Dies und die Ermüdung die sie dadurch verspürte, von allen Seiten bereits verurteilt worden zu sein, erzeugten den Unwillen wahrlich darum zu kämpfen.
Die Einladung zu dieser Veranstaltung, auf der sie sicherlich viele altbekannte und gleichzeitig gehässige Gesicht wiedersehen würde, hatte sie angenommen, sicherlich zur Überraschung des Gastgebers, mittlerweile hatte möglicherweise niemand mehr damit gerechnet, oder aber sie hatten nur darauf gewartet, dass sie sich eines Tages damit eine Blöße gab, wodurch sie nun die Möglichkeiten hatten, sich auf ihre indirekte, affektierte und gerissene Art und Weise auf Maeve zu stürzen, als wären sie sensationshungrige Aasgeier.
Letzte war das Befürchtete, was in ihr Nervosität erzeugte.
Maeve war nicht schwach, sie wusste noch mit diesen Personen umzugehen, doch im Mittelpunkt zu stehen, in einer negativen Weise, war dennoch keine ideale Situation.
Sie stieß einen leichten Seufzer aus, drückte die Zigarette an der Hauswand aus, ließ die Halterung in ihrer Tasche verschwinden und betrat das Gebäude.
Dort angekommen traf sie auf einen Hauselfen, der irgendwelche willkommenheißende Worte verlauten ließ, auf die Maeve jedoch nicht achtete, ebenso wie sie dem Elfen nicht eines Blickes würdigte. Sie hatte eine gewisse Aversion gegen diese Wesen und hatte daher kein Interesse, sich den Abend noch unangenehmer zu machen, als er sicherlich werden würde, indem sie sich diesem in Lumpen gekleideten Geschöpf widmete.
Als sie dann die Räumlichkeiten betrat, spürte sie bereits einige Blicke auf sich, ihr Äußeres war anscheinend auch nach den Jahren der Abwesenheit nicht in Vergessenheit geraten.
Den schwarzen Wintermantel hatte sie abgelegt und zeigte damit ihr Kleid für diesen Anlass, für diesen Abend. Es ging ihr bis zu den Knien, war schulter- und ärmellos, in schwarz und silber gehalten, mit etwas eingewebter Spitze, erweckte im Glanze der scheinenden Lampen und bei jeder Bewegung, gar den Eindruck als würden flüssige, silbrige Fäden an ihr herablaufen. Da sie es bevorzugte nicht mit nackten Beinen aufzutreten, obwohl diese durchaus sehr ansehnlich waren, trug sie zusätzlich eine stilvolle, zum Kleid passende schwarze Strumpfhose, die in ihre ebenfalls schwarzen Pumps übergingen.
Ihre dunkelbraunen Haare waren wie immer eher kurz gehalten, dieses Mal beidseitig gewellt und wurden ihr aus dem Gesicht gehalten. Ebenfalls typisch war die Kette, die um ihren Hals hing und an dessen Ende sich die flache Scheibe aus Onyx befand. Dieses unscheinbare Schmuckstück trug sie seit einigen Jahren stets bei sich, ohne Ausnahme.
Kurzzeitig verharrte die Irin noch am Eingang, darauf wartend, dass irgendjemand einen Schritt machte, sie begrüßte oder sonstiges, um eine geregelte Konversation zu beginnen, eine Hoffnung, die noch nicht völlig verschwunden war.
Ein älterer, kahlköpfiger und etwas aufgequollener Herr, ein ehemaliger Kollege aus ihrem Fachbereich mit dem Namen Todd, kam mit einem sichtlich aufgesetztem Lächeln zu ihr, sprach offenkundig gekünstelte Worte der Begrüßung und geleitete Maeve daraufhin zu einer größeren Gruppe, die mehr oder weniger heimlich zu ihr hinübergeschielt hatten.
"Maeve!", rief wohl derjenige, der in dieser Konstellation den Ton angab mit einem Lächeln auf den Lippen, welches sich nicht in seinen kalten Augen widerspiegelte.
"Es ist schön dich einmal wieder zu sehen. Viel zu lange ist dies her, empfindest du es nicht ebenso? Du musst unsere Gespräche in den vergangenen Jahren sicher sehr vermisst haben. Zumindest haben wir dich und deine erfrischende Art stets vermisst.", sprach er und konnte dabei zu keinem Moment eine Illusion erzeugen, nach welcher seine Worte der Wahrheit entsprachen.
Ein kühles Lächeln erschien auf dem Gesicht Maeves, sie konnte die Fragen, die den Anwesenden auf den Lippen lagen, geradezu spüren und amüsierte sich innerlich darüber, dass sie diese nicht direkt aussprachen, würde dies doch ihren eigenen Regeln widersprechen auf so direkte und plumpe Art vorzugehen.
Gerade als der Wortführende erneut das Wort erheben wollte, kam Maeve ihm zuvor:
"Es freut mich außerordentlich, nun wieder in diesen Kreisen zu weilen, doch zunächst benötige ich eine Erfrischung, ist die Bowle unseres Gastgebers doch schließlich berühmt und in den vergangenen Jahren habe ich diese ebenso vermisst, wie euch, meine lieben Freunde.", sprach sie mit offenem Sarkasmus in der Stimme, wodurch ihr irischer Akzent nur umso deutlicher mitschwang, wandte sich von der Gruppe ab und steuerte auf die Tische zu, an denen sich die erwähnte Bowle befand und zum Einschenken bereitstand.
Ein wenig Alkohol würde ihr gut tun, nachdem sie bereits die Begrüßung überstanden hatte. Sie beugte sich, am Tische angekommen, zur gewaltigen, gläsernen Schale, in der sich die pfirsichfarbene, mit verschiedensten Früchten befüllte Flüssigkeit befand. Auf die Dienste eines bereitstehenden Hauselfen verzichtend, nahm sie sich mit eigenen Händen ein Glas und goss sich mit der gläsernen, dafür vorbereiteten Kelle etwas ein.
Kurz leckte sie sich über die mit dunkelroten Lippenstift bemalten Lippen, um diese zu befeuchten. Ihr Make-Up war selten allzu auffällig. Sie trug es stets zur Verjüngung und nicht zur Steigerung ihrer Schönheit, auch wenn dies teils Hand in Hand zu gehen schien. So erzeugte sie auch heute wieder geschickt die Illusion, als wäre sie nicht dabei langsam, aber sicher auf die 40 zuzugehen, sondern möglicherweise noch in ihren späten 20ern verweilen.
Mit dem Glas in ihrer Hand, wandte sie sich um, begab sich zu einem der gewaltigen Fenster, sah hinaus zu dem dort tobenden Schneegestöber und nahm einen kräftigen Schluck des starken alkoholischen Getränks, dessen Kraft sie zu ihrer Zufriedenheit, direkt in ihrem Körper spürte, der sich ein wenig dadurch erhitze.
Nun, der Abend kann doch sicherlich nur noch besser werden..oder verleitet mich dieses Getränk nun zur Naivität?, dachte sie mit einem zynischen Lächeln und kippte noch einen Schluck hinunter. Der Geschmack sagte ihr nicht zu, war zu süß, doch dies war auch nicht der Grund, weswegen sie konsumierte. Die Wirkung im Körper, das Gefühl, welches zur Lockerung fühlte und das befreiende Brennen in der Kehle waren unter anderem Gründe dafür.
Erneut wandte sich Maeve um, lehnte sich sachte an die Wand neben dem Fenster, aus dem sie eben noch geblickt hatte und ließ ihren Blick schweifen, die Stimmung und Einrichtung, auf sich wirken. Für sie war dies alles nichts Neues, der Gastgeber hatte sich nicht überschlagen in seinen Bemühungen etwas Einmaliges zu schaffen, er verharrte mehr in dem vorgegebenem Muster, wie es bereits vor Jahren der Fall gewesen war. Diese Stagnation selbst in einer solchen Hinsicht stieß der Forscherin bereits bitter auf, war Veränderung und Wechsel doch von großer Bedeutung.
Die Personen, die für den Moment immer mal wieder zu ihr hinüberblickten, ohne sich jedoch anzunähern, beachtete sie erst einmal nicht, war der Abend schließlich noch jung und hatte sie damit noch genügend Gelegenheiten sich mit diesen Krähen auseinanderzusetzen, auch wenn sie keine große Hoffnungen hatte, dass ihre Anwesenheit ihren Ruf in irgendeiner Weise noch zu beeinflussen mochte.
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Evgenija Moravac
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BeitragThema: Re: Um der Reputation willen   Di 27 Dez 2016 - 3:37

Evgenijas Miene war starr, teils vor Schreck, teils vor Trotz. Alles in ihr schrie sie an, bettelte förmlich danach aus dieser Schlangengrube zu flüchten. Die Blicke der anderen wandten sich immer wieder ihnen zu, bevor sie mit undefinierbaren Gesichtsausdrücken ihre Gespräche weiterführten. Dennoch bemerkte Evgenija schnell, das anscheinend keine ihrer Bewegungen verpasst wurde. Der üppige Raum war mit insgesamt Zwölf Menschen gefüllt, welche sich alle auf den Polstern und Stühlen niedergelassen hatten. Berechnende Blicke, wohin auch immer sie sah. Es war als schienen diese Zauberer bereits abzuwägen, wie sie Ev in ihren Spielen benutzen konnten. Welche Ansichten vertrat sie wohl? Wie war ihre politische Einstellung? Wie würde sie sich verhalten? Wäre sie ein Opfer dieses Abends, oder jemand, auf dessen Seite man sich schlagen sollte. Ihr Äußeres gab jedenfalls den Eindruck von, Reichtum, Macht und Prestige wieder. Der Blick einer Frau lag besonders lange auf ihr und Evgenija erwiderte ihn, mit einem Stirnrunzeln. Die Hexe trug ein eng anliegendes Kostüm in Aschgrau und hatte sich selbst mit Grünen Akzenten geschmückt. Ihr Haar war bereits an einigen Strähnen ergraut, doch ihr Gesicht strahlte noch immer erhabene Jugend aus. Ihre Augen, welche ebenfalls grün waren, hatten eine stechende Intensität, welche Ev überhaupt nicht gefiel und das unglaublich warme Lächeln, berührte die Augen nicht um eine Nuance.  Sie saß in ein Gespräch vertieft, mit einem älteren Mann, von untersetzter Statur und einer überaus Spitz zulaufenden Nase. Das massive dreifache Kinn hing schier bis auf den Hals und ließ den Eindruck entstehen, dass dieser Mann stets über irgendetwas verstimmt war. Er trug einen Festumhang in finsterem Schwarz, dessen Revers und Säume mit einem royalem Muster in Rot und Gold bestickt waren. Die Knöpfe an diesem Mantel ließen keinen Zweifel aufkommen, dass dies echtes Gold war und Evgenija war sich sicher, dass sie für diesen Mantel allein ihre Miete bei Reginald für mehrere Monate bezahlen konnte. Ihr Blick wanderte weiter. Die meisten dieser Leute waren bereits ergraut und einige bereits im Herbst des Lebens. Doch ihre Blicke waren messerscharf und aufmerksam. Warum musste sie hier sein? Ihr Blick glitt an den Wänden entlang, strich über die persischen Wandteppiche und das Zierrat. Jedes dieser Stücke würde sie vom Wert her eine lange Zeit ernähren können und hier war es bloße Zier. Die Familie Moravac war stets enorm reich gewesen. Ein Reich der sich in fast einem Jahrtausend auf und ausgebaut hatte. Dennoch war Ugren Moravac kein Freund von solch opulenter Pracht. So war auch der Familiensitz der Moravac, eine unterirdische, sich bewegende Festung ein Ort vollkommener Düsternis und kalter Drohung. Dennoch hatte dieser Ort so viel Ähnlichkeit mit den Gewölben der Moravac, war die Boshaftigkeit hier einfach nur in Samt und Seide gestülpt worden. Die Gestalten der Zauberer schienen vor ihren Augen ineinander zu verschwimmen. Überall sah sie Gesichter mit englisch gestutzten Bärten, edel arroganten Ausdrücken. Brillengläser in edlem Gestell und Monokel. Glatzen, langes Haar. Eine Gaderobe übertraf die nächste. Ihr wurde schwindelig und sie konnte den Drang spüren laut aufzuschreien und diesen Raum zu verwüsten, einfach um diese süffisanten Blicke aus den Gesichtern zu treiben. "Ich heiße sie herzlich willkommen Mr. Wood." Die Stimme riss Evgenija wieder in das Hier und jetzt und sie zwang ihre Aufmerksamkeit auf den wohl edelste dieser Gecken. Sein Schnurrbart war an seinen Enden hinauf gezwirbelt und der Schädel vollendet kahl. Ein Kranz weißen Haares zog sich von den Schläfen um den Schädel entlang. Sein Gesicht, welches von Kratern und Falten durchzogen war, war scharf geschnitten. Die Nase ließ diesen Mann wie einen Raubvogel erscheinen und sein kalter Blick unterstrich diesen Gedanken nur all zu gut. Sein Anzug war mit Stickwerk überzogen, in Gold und Silber. Er trug über dem Anzug einen Umhang und ein Monokel im rechten Auge. Seine schwarz behandschuhte Rechte umfasste einen Gehstock am Knauf, welcher geformt war wie ein Panzerhandschuh, der eine Faust bildete. Er überragte Evgenija um gut und gerne einen Kopf, mit einer drahtigen Statur. Sein ganzes Auftreten zeugte jedoch von bewahrter Kraft in den Gliedern und trug eine unleugbare Eleganz. "Ich heiße sie herzlich willkommen Miss..." Evgenija musste sich kurz räuspern. Ihr Hals war trocken und die drohte Gefahr ins kehlige abzurutschen. "Davina Stoica." Stellte sie sich vor und versuchte angestrengt mit milder Langeweile dreinzublicken, wie es diese Menschen zu tun pflegten. "Es erfreut mich außerordentlich sie auf meiner kleinen Soirée begrüßen zu dürfen meine Teure." Er bot ihr die Hand und Ev legte ihre etwas unsicher hinein. Wie der vollendete Gentleman, deutete er den Handkuss lediglich an. "Ich hoffe sie werden sich amüsieren. Ich möchte sie angenehm zurückdenkend gehen sehen." Er machte eine einladende Geste und bedeutete damit dass man es sich nun bequem machen konnte und setzte sich selbst erneut hin. "Herr Wood, wenn es ihnen nichts aus macht, würde ich sie gerne gleich auf ein Wort entführen." Reginald nickte huldvoll, wie ein großzügiger Gönner, welcher einer Audienz zugesagt hatte, als jedoch ein neuer Gast die Aufmerksamkeit David Talbots auf sich zog. Er erhob sich wieder, während Reginald und Evgenija in den Hintergrund rückten. Eine weitere Frau traf ein, ohne eine Begleitung. Evgenijas Augen wurden groß. Sie war eine umwerfende Schönheit. Sie war regelrecht ergriffen. Diese Frau trug eine kühle Eleganz auf ihren Zügen und in jedem Schritt, welche die der anwesenden Gecken regelrecht ungelenk erscheinen ließ. Leise pfiff sie durch die zugespitzten Lippen, während sie der leibhaftig gewordenen Anmut mit Blicken durch den Raum folgte. "Sie ist ein Grund für unser Hier sein." Informierte Reginald sie, dem ihre Blicke nicht entgangen waren. David höfelte gerade vor dieser Frau, welche er als Maeve begrüßte. Evgenija kannte diesen Namen. Aber woher nur? Es wurden unehrliche Höflichkeiten getauscht und ein leichtes Grinsen stahl sich auf Ev's Gesicht, als die Fremde dem Herrn Talbot sogar mit erhabener Autorität ins Wort fiel. Punkt für sie! Zählte sie im stillen. Auch Reginald bediente sich von dem Buffet mit einem Scotch und bedeutete Ev sich ebenfalls etwas Champagner einzugießen. Sie tat wie geheißen und sah Reginal hilfesuchend an. "Ich werde zu ihr gehen. Du wartest hier. Sie werden zu dir kommen und dich in Gespräche verwickeln. Antworte niemals klar und verbindlich. Stets zweideutig, mit versteckten Hintertüren. Wenn du etwas nicht beantworten kannst, weiche auf eine Art aus, die klar macht, das du nur nicht antworten willst." Mit diesen Worten setzte er sich ab und schritt gemessenen Schrittes mit seinem Glas neben Maeve. Er warf ihr keinen Blick zu, sondern folgte lediglich dem ihren auf die Straße. "Miss O'Hara, ich bin hoch erfreut und geehrt, sie wieder zu sehen. Es ist eindeutig zu lange her. Ich habe Tag für Tag nach einem Zeichen ausschau gehalten. Habe neuer Artikel und Publikationen gehadert. Sagen sie, wie läuft die Forschung?" Evgenija sah ihm verloren nach, als sich die Frau in Grau und Grün von ihrem Platz erhob und mit ihrem falschen Lächeln auf Ev zukam. Hilfe!
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Maeve O'Hara
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BeitragThema: Re: Um der Reputation willen   Di 27 Dez 2016 - 5:05

Sie hatte sich erneut dem Fenster zugewandt und lieber dem feinen Schnee beim Fallen zugesehen, als den berechnenden Blicken der Geiern zu begegnen, die diesen Raum fest in ihren Krallen hielten. Er fiel vom Himmel, dazu bestimmt entweder auf dem Boden zu landen und sich mit Seinesgleichen anzuhäufen oder zuvor zu vergehen. Er wurde durch den Wind vom strikten Wege abgebracht, verharrte Länger in der Luft als Nötig, durchlebte ein Auf und Ab, ein Heben und Sinken, wie es auch im Leben der Fall war. Der Mensch wurde geboren, dazu bestimmt am Ende zu sterben. Auf dem Weg vom Anfang zum Ende, konnte vieles für Ablenkung eines geraden, ebenen Pfades in den Abgrund sorgen, aber es könnte auch zu einem abrupten Ende kommen, als würde eine Schneeflocke in den weiten, dunklen Ozean fallen und sich diesem in wässriger Form anschließen, am erwärmten Fenster eines Gebäudes dahinsiechen oder direkt und mit Inbrunst in einer feurigen Quelle vergehen. Selbst der längst-mögliche Weg einer Schneeflocke, in seiner Form zu verharren, sich am Boden mit Seinesgleichen zu gesellen, würde zu einem Ende führen. Irgendetwas, ob es eine künstliche Macht war, der natürliche, unausweichliche Schein der Sonne oder gar der nach der kalten Zeit eintretende Frühling, würde dem Dasein einer Schneeflocke ein Ende bereiten. Sie waren einzigartig in ihrer Form, austauschbar in der Menge und zerbrechlich. Menschen waren, so kindlich diese Vorstellung auch zunächst klingen mochte, vergleichbar mit einer simplen, kühlen Schneeflocke und für irgendeine größere Macht, sollte jemand an eine solche glauben, waren Menschen sicherlich auch ebenso bedeutungslos wie eine solche Schneeflocke.
Maeve schüttelte leicht ihren Kopf über die Albernheit, die ihre Gedanken streiften, als ihr Blick diesen fragilen Objekten aus Wasser und Eis auf ihrem Weg zu Boden folgte.
Sie schüttelte das hohe Glas in ihrer Hand um das Mischverhältnis in diesem wieder ein wenig auszugleichen, nachdem der Alkohol und die Früchte der Schwerkraft zum Opfer gefallen,  zum Glasboden gesunken waren, ehe sie einen weiteren kräftigen Schluck des süßen, wie auch starken Getränks ihre Kehle hinunterspülte. In diesem Moment würde sie Vieles geben um sich eine Zigarette anzuzünden, doch war sie an diesem Abend in keiner Gesellschaft, in welcher eine solche Handlung als angemessen gelten würde, ganz im Gegenteil, würde die Verpestung der Luft mit dem Rauch einer Zigarette als pietätlos gelten und selbst wenn Maeve kühn genug wäre dieses Wagnis einzugehen, hatte sie doch persönlich schlichtweg kein Interesse an solch einer Tat. Zwar war die Luft mit dem Atem und den sonstigen Ausdünstungen dieser sogenannten 'Elite der Gesellschaft' bereits verseucht genug, doch die zusätzliche Aufmerksamkeit und die Vertiefung ihres ohnehin zweifelhaften Rufes benötigte sie wirklich nicht. Die Zigarette, die sie vor dem Gebäude konsumiert hatte, würde für die nächsten Stunden ausreichen, solange sie zumindest ein wenig Alkohol als Alternative trinken würde.
Der Konsum von Alkohol wurde stets toleriert, denn einige der Anwesenden, so wusste Maeve dies noch, ihr Gedächtnis war weiterhin ausgezeichnet, hatten ein Problem mit der flüssigen Volksdroge. Bei den meisten war dies ein offenes Geheimnis, die meisten in Raum wussten einiges voneinander, über gewisse Dinge wurde hinter dem Rücken der betreffenden Person gesprochen, über andere wurde weitestgehend geschwiegen und es würde als fataler Fauxpas angesehen, sollten solche ungeschriebenen Regeln verletzt werden. Manches Mal konnte man sich als Gast einer solchen Festivität fühlen, als wäre man an den königlichen Hof einer beliebigen Shakespeare-Aufführung gestolpert, nur dass es weder Pausen, noch ein Ende gab. Dafür waren die Erfrischungen besser.
Maeve entfernte sich von ihren tieferen Gedanken, als der Geräusch von sich nahenden Schritten zu ihren Ohren drang. Sie wandte sich nicht um, wartete schlichtweg. Die Person machte kurz darauf auch mit Worten auf sich aufmerksam, die in Maeve eine gewisse Freude und Erleichterung weckten, Gefühle, die sie nicht unbedingt erwartet hatte an diesem Abend fühlen zu dürfen.
Diese Stimme zu erkennen, war keine Schwierigkeit, sie gehörte einem alten Freund, zumindest würde sie ihn als solchen beschreiben, auch wenn der Kontakt zu ihm, wie auch zu anderen, die zu Maeve standen, wie Reginald, zumeist eher lose war. Sie war niemand für intensive soziale Bindungen. Vor dem Tod von James im Januar 2011 hatte sie noch weitaus mehr Kontakte gepflegt, doch durch den zweifachen Verlust, starb der Mörder ihres Ehemannes, ihr Onkel Brady, einen Tag später durch eigene Hand, und die Gerüchte, die daraus folgten, kapselte sie sich merklich von derlei Dingen ab.
Reginald war Auror, damals zu Zeit ihres Mannes, waren diese beiden Kollegen gewesen, später, nach dem Tod von James, war es seine Aufgabe, die Witwe des verstorbenen Aurors, Maeve O'Hara, wie sie sich seitdem nur noch nannte, zu befragen. Sie war es nämlich gewesen, welche die grässlich entstellte Leiche ihres Ehemannes in jener Nacht entdeckt hatte und daraufhin die Behörden auf die Spur ihres Onkels gebracht hatte, einem Mann, den sie bis zu diesem Zeitpunkt ins Schutz genommen hatte.
Der ältere, liebenswerte Auror Reginald war sanft mit Maeve umgegangen, hatte ihr geglaubt und sie nicht bedrängt, wie es möglicherweise bei einigen seiner Kollegen der Fall gewesen wäre. Sie war ihm dankbar dafür, ebenso für seinen Rückhalt, denn er verdächtigte die Irin nicht, trotz der existierenden Indizien, die eine Verbindung zum Untergrund andeuteten.
Dass er nun ebenfalls hier auf dieser Soirée weilte, war ein Trost für die Hexe, auch wenn sie derlei Regungen niemals allzu deutlich zeigte oder aussprach. Er würde wissen, dass seine Anwesenheit ihr half, auch wenn er es nicht auf diese Weise von ihr hören würde.
"Mister Wood..", sprach sie. Trotz ihrer Bekanntschaft hielten sie mit der Nennung ihrer Nachnamen und dem Siezen eine gewisse Distanz, ebenso mit der Kühle in ihren Worten. Hauptsächlich hatte dies mit der Natur dieser Abendgesellschaft zu tun. Zuvor wurde sie von Talbot geduzt und mit dem Vornamen angesprochen, was jemanden, der diese Szene nicht kannte, möglicherweise als Nähe aufgefasst hätte, doch diente dies im Zusammenspiel mit der Tonlage und Mimik Talbots eher dazu sich über sie zu erheben. Diese Art von gesellschaftlich-politischem Spiel war beeindruckend nuanciert und Talbot verstand meisterlich damit umzugehen.
Reginald war warmherzig und unter anderen Umständen wäre zwischen ihm und Maeve ausgetauschte Worte von anderer Natur gewesen, doch passten sich beide Seiten dem Rahmen an, unter dem sie sich momentan befanden, dies gehörte alles zum Spiel, in welchem manch einer untergehen, manch einer, jemand wie Talbot, aufgehen konnte.
"..ich hatte nicht erwartet Sie hier und heute anzutreffen, doch sollte mich dies wohl auch nicht mehr überraschen. Dieses Talent besitzen Sie bereits seit geraumer Zeit, so bin ich der Meinung.", fuhr sie fort, sich noch nicht ihm zuwendend, sondern gemeinsam mit ihm auf die dunkle, verwaiste, von einigen Laternen beleuchtete Straße blickend. Kein Fußgänger befand sich auf den mit einer dünnen weißen Schicht bedeckten Bürgersteigen und nur selten fuhr ein Auto auf der von Kälte und geschmolzenen Schnee glänzenden Straße aus Pflasterstein.
Ein freudloses Lächeln erschien auf dem Gesicht der Forscherin, als Mister Wood davon sprach auf Zeichen ihrer Aktivität geharrt zu haben.
"Optimistisch wie immer, nicht wahr, Wood?", erwiderte sie daraufhin lediglich und wandte sich nun um, den älteren Mann mit ihren kühlen, im Schatten des Ortes, den sie für ihr Gespräch nutzen, dunkelgrau erscheinenden Augen, fixierend. Reginald war kein hässlicher Mann, doch er war über zwei Dekaden älter als Maeve. Zu ihrem Glück befand er sich damit bereits in einem Alter, in dem die Jahre zumindest äußerlich langsamer an dem Gesicht vorbeizufliegen schienen, sodass sie nun nicht etwa erschrocken über sein Aussehen war, trotz der Jahre, in denen sie sich nicht erblickt hatten.
"Ich war aus Forschungszwecken kürzlich im Hohen Venn und habe dort interessante Entdeckungen gemacht, allerdings gehören diese zu Untersuchungen privaterer Natur als gewöhnlich, weswegen Sie wohl nichts darüber in künftigen Artikeln oder Publikationen finden werden.", erklärte sie ihm, bevor sie einen erneuten Schluck aus ihrem sich bereits zur Neige gehenden Glasesinhalt zu Gemüte führte.
Ihr Blick schweifte kurz von ihm ab, folgte sozusagen seinen Spuren, dem Weg, den er genommen hatte, um sich zu der irischen Archäologin gesellen zu können. Dabei sprang ihr geradezu die weiße Mähne einer jungen Frau ins Auge. Sogleich legte sich ein interessiertes Glitzern in ihre kalten Augen. Diese Person war jung, von einer exotischen, beeindruckenden Schönheit, ihr weißes, hochgestecktes und unter einem schwarzen Netz gebettetes Haar, ihre weibliche Figur in diesem schwarzen Kleid, das Spiel aus den Farben Weiß, Schwarz, Grau und Silber, sowie dem Zusatz der bordeauxroten Lippen als sich davon abhebender Akzent. Diese Frau nahm Maeves Aufmerksamkeit für sich ein, als wäre sie das Licht und die Irin bloß eine schnöde, graue Motte, doch Beherrschung war eine der vielen Fähigkeiten Maeves, weswegen diese Blicke kaum zu bemerken waren.
"Sie sind in Begleitung hier aufgetaucht, Reginald. Sie überraschen mich ein weiteres Mal.", sprach sie. Es war nicht überraschend, dass der Auror eine Begleitung mitbrachte, er war verheiratet und hatte damit ein stetiges Anhängsel für derlei Festivitäten, es war der Umstand, dass er eine Fremde mitbrachte, ein neues Gesicht, welches sicherlich niemand der Anwesenden kannte, die Blicke der Alteingesessenen verrieten ihr dies nur allzu deutlich. Reginald war niemand, der seine Frau für ein junges Ding eintauschte, selbst wenn dieses Ding von einer geradezu magischen Ausstrahlung erfüllt war. Er hatte sie also aus einem bestimmten Grund mit sich genommen, auf eine solche Abendgesellschaft, der sie, wenn Maeve ihre Haltung und ihren Blick aus der Entfernung richtig deutete, nicht gewachsen war.
"Sie hätten die Arme doch nun wirklich nicht alleine lassen müssen, sehen Sie sich an, wie sie leidet. Die alte Misses Cartwright ist bereit sich auf Ihr Mündel zu stürzen, Mister Wood.", fügte Maeve an, in ihrer Stimme schwangen kaum nennenswerte Emotionen mit, war dies im Grunde nicht viel mehr als eine Beobachtung, doch versteckte Faszination war darin enthalten. Als sie vor vielen Jahren zum ersten Mal an einer Abendgesellschaft dieser Art teilgenommen hatte, fühlte sie sich ganz ähnlich und in gewisser Weise war der Anblick amüsierend. Ein alter, ergrauter Geier, der sich daran machte sich auf das frische, hinreißende Küken zu stürzen, mit ihrem Angriff etwas von ihrer Kraft und Schönheit zu stehlen und sich daran zu ergötzen.
"Möchten Sie sehen, wie sich Ihre Begleitung schlägt oder werden Sie nun als Beschützer einschreiten?" , fragte Maeve interessiert. Es hatte sie bereits verwundert, dass er diese weißhaarige Schönheit dort wie auf einem Silbertablett hinterlassen hatte, schätze sie seine Diskretion allerdings, sie auch nicht direkt mit zu seiner alten Bekanntschaft Maeve O'Hara gebracht zu haben, doch nun, da diese Bekanntschaft Interesse an dem Mitbringsel bekundet hatte, würde er, so wie sie ihn zumindest einschätze, vor dem allermeisten Schaden bewahren wollen. Allerdings bestand auch die Möglichkeit, dass er hoffte sie an dieser gesellschaftlichen Herausforderung wachsen zu sehen. Die junge Frau schien durchaus fähig zu sein, sich zu verteidigen, so schätze das geschulte Auge der Forscherin sie zumindest ein, doch dies war eine andere Art des Angriffs, der sie dort erwarten würde, eine deutlich gefährlichere und gewieftere, selbst wenn sie keinen physischen Schaden davontragen würde, sollte sie gegenüber der Veteranin unterliegen.
Entsprechend hatte sich nun die Laune der zuvor etwas in ihren eigenen Gedanken versunkenen Hexe verändert, nun konnte sie sich auf etwas anderes, als ihre am Boden liegende Reputation konzentrieren und dies war bereits genug um eine Hoffnung zu wecken. Dieser Aufschwung in ihrer Stimmung war auch leicht im Klang ihrer, wie stets vom Akzent Norddublins begleiteten, Worten zu erkennen, denen nun marginal mehr Schwung anhaftete und aus denen ein wenig Kälte gewichen war.
Die Hoffnung über einen interessanten und ereignisreichen Abend, der nicht lediglich mit einer Ernüchterung und mit Reue enden würde, sondern möglicherweise mit einer neuen Bekanntschaft und Veränderung. Veränderung, die eine solche Gesellschaft dringend vertragen konnte. Ob die Unbekannte über einen längeren Zeitraum frischen Wind bringen würde, war unklar, für eine solche Vorhersage mussten erst die Hintergründe klar sein, doch dieser eine Abend würde anders verlaufen, als angenommen und dies reichte Maeve bereits vollkommen aus.
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Evgenija Moravac
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BeitragThema: Re: Um der Reputation willen   Di 27 Dez 2016 - 19:07

Reginald hatte den Blick nicht vom Fenster abgewandt. Er hielt die Arme in würdevoller Haltung hinter dem Rücken verschränkt, den Rücken gerade und ganz das Bild hoheitlicher Eleganz. Dieser Mann wusste diese Kreise wirklich auf bemerkenswerte Weise zu infiltrieren. Sein Ausdruck blieb eine neutrale Maske. Sein Blick blieb starr auf die Straße gerichtet und fixierte etwas, was anscheinend nur er sehen konnte. Noch war es nicht an der Zeit ihr einen Blick zu schenken. Zum einen hätte es seiner Wirkung für die übrigen Gäste geschadet, wenn er, wie um Aufmerksamkeit haschend, zu ihr gestarrt hätte. Sie sollte für alle Anwesenden den Anfang machen. Dies würde ihm weiter die Wirkung bewahren, welche er sich so mühsam aufgebaut hatte und pflegte. Der Zweite Grund war Maeve selbst. Er kannte die Frau nun schon einige Jahre. Sie war die Ehefrau eines damaligen Arbeitskollegen gewesen, welcher sich in seiner Schwäche auf dunkle Machenschaften eingelassen hatte, die ihn schließlich einholten und vernichteten. Maeves Geschichte war von enormer Tragik geprägt. Ihr eigener Onkel, welchen sie unheimlich geliebt hatte, war die Hand gewesen, welche James das Leben gekostet hatte, bevor er diese Hand gegen sich selbst richtete. Alles was sie liebte, hatte sich gegenseitig zerstört. Damals hatte er sie etwas aufgefangen. Er hatte wesentlich mehr über die Machenschaften von James gewusst, als seine Kollegen und gab sich selbst viel Schuld an dessen Tod. Hätte er den korrupten Auror einfach verhaftet, würde er vielleicht noch Leben. Aber er hatte ihn als Köder gebrauchen wollen. Hatte über ihn die Spur zu diversen anderen Gestalten finden wollen. Er hatte Maeve diesen Beistand geschuldet und ihn gerne geleistet. Nur wenige Jahre später, genau gesagt vor etwas mehr als einem, hatte er seine Karriere als Auror an den Nagel gehängt. Das Misstrauen gegen das Ministerium hatte sich in der Zeit auf ein vielfaches zugespitzt und Reginald hatte es bevorzugt lieber freischaffend zu ermitteln und keine Zielscheibe mehr darzustellen. Sie war überrascht über seine Anwesenheit. Das wunderte ihn nicht. Er hatte sie absichtlich nicht informiert.  Als er erfahren hatte, das Maeve zu dieser Festivität geladen wurde, hatte er sich prompt ebenso um eine Einladung bemüht. Er hatte es im Gefühl das sie zusagen würde, nachdem sie wieder in London weilte. Trotz allem war sie stolz. Ihr Ruf war ein angeschlagenes Konstrukt, fast am Boden zerstört und ihr doch wichtiger als jedes Schmuckstück und Tand. Ja, er hatte sich gedacht das sie annehmen würde, allein um der Hoffnung willen, über diese Aasgeier zu triumphieren und so etwas an Respekt zurück zu erlangen. Sie hatte vergessen, dass Rückzug zum Verschleiß dieser hier herrschenden Formen führte. Er lächelte genau kalkuliert, fast süffisant bei ihrem Kommentar und rieb sich mit einer Hand gelassen das Kinn. Es ist eine beruhigende Erkenntnis, wenn ein alter Hase wie ich sich noch darauf versteht, zuweilen etwas Unberechenbarkeit an den Tag zu legen. Eine ziemlich nichts sagende Antwort, aber das machte nichts. Ihre Aussage hätte untereinander lediglich eines Lächelns bedurft. Als sie seinen Optimismus hervorhob, tat sie es und wandte ihm ihren Blick zu. Nun war es für alle deutlich so weit. Seine Reaktion würde es nun entscheiden. Würde er abgewandt bleiben, war für alle sichtbar, das sie anscheinend nicht den kleinsten Rückhalt genoss. Eine Vorstellung, die Reginald nicht zu unterstützen gedachte. Sein Blick traf den ihren und fixierte diesen genau so, mit der Macht all seiner Erfahrung und Charismas. Unbewegt studierte er ihre Miene. Selbst damals hatte sie diesen Ausdruck getragen. Damals, als er sie vernommen hatte. Er hatte gewusst, das sie lediglich am Rande eines Sumpfes gestanden hatte. Damals hatte dieser Blick so zerbrechlich gewirkt. Wie eine dünne Eisschicht, über den brodelnden Wogen aus Emotionen. Er war gut genug darin Masken durchschauen zu können, um auch heute einen Anflug dieser Verlorenheit zu erkennen, welche sie plagte. Die ganze Fachwelt beharrte auf diesen Gerüchten und gerade für Maeve musste dies einen harten Schlag darstellen, vom Bohren in der Wunde ganz zu schweigen. "Ich halte große Stücke auf sie..." Diesen Satz betonte er mit etwas Nachdruck und ließ das Timbre auf eine Art anschwellen, die immer noch natürlich wirkte. Einfach ein Nachdruck und keine künstliche Verkündung. Die Reaktionen aus dem Augenwinkel waren eindeutig. Die Botschaft war angekommen. Maeve hätte hier einen Beistand. Reginald hatte sich bemüht eine Position in dieser Gesellschaft einzunehmen, in welcher er mal hier hin, mal dort hin tendierte und keine präzise Richtung erkennen ließ. So konnten sie ihn schwerer einschätzen. Reginald wurde noch immer abwägend behandelt und dies bewahrte vor Anfeindung. Schließlich wollte man seine Feinde wohl bedacht erwählen. Nun war er eine nicht einzuschätzender Faktor, welcher Maeve unterstützte. Das würde die Waagschale etwas ausgleichen. "Ihr geschriebenes Wort ist mir eines der liebsten Miss O'Hara." Das war das I-Tüpfelchen. Mit dieser Geste konterte er Talbot aus, welcher sich mit angeblicher Vertrautheit über die Frau erhoben hatte. Talbot selbst wollte Reginald noch ausloten und behandelte ihn daher regelrecht gleichgestellt. Natürlich wussten die anderen Krähen dies. Er vermied ein Lächeln. Maeve würde ohnehin verstehen, was er gerade getan hatte. Doch sie dachte nicht daran sich eine triumphierende Geste zu gönnen und begann von ihren eigenen Anstrengungen zu erzählen. Nun war auch unausgesprochen die Frage nach dem "Wie geht es dir" beantwortet worden. Nun grub sie privat aus? Die ganze Angelegenheit musste sie schwerer treffen, als gedacht, wenn sie sogar bereit war, den Schutz einer Institution im Nacken aufzugeben um ihre Wissensgier zu befriedigen. Ein mutiger Schritt, doch Reginald verzog gespielt enttäuscht das Gesicht, was bei seinen Fertigkeiten vollkommen aufrichtig wirkte. "Es betrübt mich zu hören, dass ich diesen, ihren Erfolg wohl nicht in Fachwerken werde mitgenießen können." Sie folgte seiner offensichtlichen Route und Reginald folgte ihren Augen unnauffällig, bis Maeves Blick an Evgenija haften blieb. Ihr Ausdruck änderte sich. Für einen winzigen Moment schimmerte echtes Interesse in diesen reglosen Augen. Er hatte also Recht behalten. "Tatsächlich bin ich heute in überaus reizender Gesellschaft. Frau Stoica ist eine wahre Blume, finden sie nicht?" Griff er ihre Tarnung auf. Zwar wollte er sie Maeve nicht verschweigen, aber wohl den Aasgeiern um sie herum. Auch er konnte Miss Cartwright sehen, die sich in ihrer Grau-grünen Pracht mit absolut lasziven, wie auch eleganten Schritten auf die Serbin zubewegte. Einen Augenblick überlegte er wirklich, ob er ihr beistehen sollte, aber er entschied sich dagegen. Es faszinierte ihn, das Maeve echtes Interesse an ihr hegte. Kein anderer hätte dieses wohl bemerkt. Welcher Natur dieses wohl wäre. Er wusste eine Menge über Maeve, mehr als sie selbst ahnte. Ob sie Evgenija Avancen machen würde? Er selbst glaubte nicht das die Serbin gleichgeschlechtliches Interesse hegte. Zumindest hatte sie niemals ein solches Anzeichen gegeben. Er verdrängte diese Gedanken. Maeve war nicht triebgesteuert. "Ich fürchte, ich muss allerdings gestehen, dass ich viel eher die Begleitung von Frau Stoica bin, aber ich bin mir bewusst, wann ich den Schmuck, den eine Person für die Umgebung darstellt schmälere. Außerdem fürchte ich nicht um sie." Seine Stimme wurde nun so leise, das nur Maeve sie hören konnte. "Dies ist Evgenija Moravac. Ich vertraue dir ihren Namen an, weil ich dir vertraue. Sie ist nicht arglos und von hitzigem Temperament. Das ist die Kombination, welche sie ein wenig schützt. Miss Cartwright erwartet ein Opfer, welches sich immer weiter zurück zieht, wenn sie die Oberhand hat. Evgenija ist jedoch unbeugsam und Miss Cartwright ist zu sehr in diesem Spiel drin, um angemessen auf so viel Emotion reagieren zu können. Es wird sie aus dem Konzept bringen." Er blieb einige Sekunden still und beobachtete, wie diese Schlange Evgenija regelrecht umschwärmte und sie scheinbar voller Fröhlichkeit mit ihr plauderte. "Natürlich habe auch ich mich bereits geirrt." Hauchte er Maeve zu. "Dein Glas sieht leer aus." Bemerkte er. Evgenija und Miss Cartwright standen nur zwei Meter neben dem Buffet. Damit trat Reginald einen Schritt zurück. Ja, er würde es Maeve überlassen, ihr Interesse zu demonstrieren. Auch die distanzierte Irin konnte mal etwas in Zugzwang kommen und Initiative beweisen. Maeve würde lernen müssen, sich auch wieder um Kontakte zu bemühen und nicht nur unnahbar zu sein. Fünfzig, Füngzig. Entweder sie würde den Ball aufgreifen und Evgenija an seiner statt beistehen, oder ihr Interesse war doch nicht stark genug. In dem Fall würde er wohl selbst eingreifen müssen. Doch nun war es wichtig weiter den Anschein zu erwecken, dies in keinster Weise in Erwägung zu ziehen.

Evgenija blickte der erhaben lächelnden Frau entgegen, als diese einen huldvollen Knicks machte. Auch Evgenija versuchte diesen so gut es ging zu erwidern, was zugegeben ein wenig steif aussah und nicht ruhig fließend, wie man es formvollendet auffassen würde. "Mein lieber Freund Talbot  hat sie ja schon willkommen geheißen, aber auch ich möchte mir diese Freude nicht nehmen lassen Miss Stoica." Sie lächelte liebevoll und dennoch kalt, während sie Ev näher kam, bis sich ihre Brustkörbe fast berührten. Sie schnippte einmal mit dem Finger und Evgenijas Mantel den sie bis hierher anbelassen hatte, verschwand von ihren Schultern, um nur eine Sekunde später im Flur bei Creep dem Hauselfen aufzutauchen, welcher sich auf den Weg machte, das teure Kleidungsstück sorgsam zu verstauen. "Mein Name ist Sybill Cartwright." Evgenija versuchte ganz wie Reginald es ihr gezeigt hatte, diese Miene an lediglich leichtem Interesse aufzusetzen, mit einer Spur Langeweile. Doch der Versuch war überaus kläglich, was das Lächeln dieser Frau noch etwas verbreiterte. "Ich danke sehr und freue für willkommen hier." Sie versuchte ihren serbischen Akzent so weich wie möglich zu halten. "Verzeihen sie für nicht so gut Englisch." Die ältere Frau winkte ab. "Ihr Akzent ist bemerkenswert. Ich würde auf Serbien tippen, oder Rumänien." Evgenijas Augen weiteten sich kurz. Eine offensichtlichere Bestätigung konnte es nicht geben, aber damit hatte sie sich auch verraten. Sie hatte einen offensichtlich Rumänischen Namen gewählt. Diese Überraschung strafte diese Identität nun lügen, doch so weit dachte Evgenija nicht. "Ich bin neugierig." Eröffnete Miss Cartwright. "Seit wann sind sie in London? Wo kommen sie her und werden wir öfter die Freude haben, ihre Gegenwart genießen zu dürfen? Ich muss ihnen übrigens meine aufrichtige Bewunderung aussprechen, sie sehen umwerfend aus. Dieses Kleid betont sie wundervoll und die Kombinationen sind außerordentlich und extravagant. Wenn sie sich umsehen, werden sie feststellen mein Täubchen, dass sie die wahre Exotin hier sind." Miss Cartwright nahm wie ganz selbstverständlich Evgenijas Hand um sie bei sich unterzuhaken. Ev's Miene nahm einen Verwirrten Ausdruck an. Dafür hatte ihr Reginald keinen Hinweis gegeben. "Gehen wir doch ein Stück." Kam die Anmerkung von dieser Frau, deren Blick unheimlicher Versprechungen machten, die Ev einen Schauer über den Rücken jagten.
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BeitragThema: Re: Um der Reputation willen   Di 27 Dez 2016 - 22:11

Weder ein Lächeln, noch ein Wort der Dankbarkeit kamen über die schönen Lippen der Hexe, als sie zur Kenntnis nahm, dass Reginald Wood mit seinem taktierten, nuancierten Spiel soeben für sie eingestanden war, seine Unterstützung und sein Vertrauen für den gesunkenen Stern namens Maeve O'Hara erklärt hatte.
Es bedurfte keiner Worte, ein kurzer, bedeutungsvoller Blick reichte vollkommen aus.
Auch bedurfte es keiner Fortführung des zuvor angerissenen Gespräches, die wahre Bedeutung der ausgetauschten Worte war den beiden Parteien gewiss und damit wäre es nur verschwendete Liebesmüh noch weiter drumherum zu tanzen und diese Art von Konversation zu verlängern, zu intensivieren.
Auf weitaus geschmackvollere Weise als zuvor Talbot, hatte Wood seinen Standpunkt verdeutlicht und dem Gastgeber damit in gewisser Hinsicht sogar einen Hieb verpasst.
Noch weitaus interessanter wurde es dann, als Wood mit gesenkter Stimme die waren Beweggründe für das Mitbringen genau dieser auffallenden Begleitung offenlegte. Es waren natürlich nur die Ansätze, niemals würde er direkt alle Informationen auf plumpe Art auf ihr abladen, das war nicht sein Stil, zumindest nicht in solcher Gesellschaft und ohne triftigen Grund.
Erneut beteuerte er sein Vertrauen in Maeve, als er ihr den wahren Namen seiner glänzenden Begleitung offenbarte. 'Evgenija Movarac', zweifelsohne slawisch, doch da Maeve keine Expertin dieser Regionen war, half ihr Fachwissen nicht zur weitere Lokalisation weiter. Doch dafür glänzte erneut ihr nahezu perfektes Gedächtnis, sie erinnerte sich an eine Geschichte ihres Onkels Brady.
Dieser erzählte ihr eines Abends von einem Gerücht, welches in den Reihen der Todesser kursierte, als er noch Anhänger des Dunklen Lords war, vor dessen Fall. Dieses besagte, dass Voldemort in Serbien einen Zauberer aufgesucht hatte, persönlich war er zu diesem gereist um ihn um seine Dienste zu bitten, er wollte ihn anwerben. Doch dieser Mann, das Oberhaupt einer Familie namens 'Movarac' lehnte ab, hatte kein Interesse daran unter jemanden zu dienen, selbst wenn derjenige der Dunkle Lord höchstselbst sein würde. Aus dieser Ablehnung entbrannte ein gewaltiger Kampf, den niemand für sich entscheiden konnte, welcher nur dazu führte, dass diese Familie seitdem unangetastet geblieben war. Anscheinend bewegte sich die Macht dieses Familienoberhaupts auf einem Level mit Voldemort und einem Albus Dumbledore. Natürlich wurde diese Geschichte niemals in Gegenwart Voldemorts erwähnt und viele glaubten dieser auch nicht, so auch ihr Onkel, der es daher als Art Märchen vorm Kamin für seine Nichte aufbereitete. Auch Maeve zweifelte daran, schließlich flossen sehr gerne, wie sie nur allzu gut wusste, Übertreibungen in oral weitergegebene Geschichten ein, bei denen oftmals lediglich dessen Kern der Wahrheit entsprach.
So oder so, blieb ihr der Name der Familie im Gedächtnis und eben diesen Namen trug diese weißhaarige Gestalt. Möglicherweise ein Zufall, doch die Diskretion mit der Wood dies behandelte, der Umstand, dass gar ein Deckname benutzt wurde, was in einer solchen Gesellschaft weise erschien, würden einem simplen Zufall widersprechen.
Sie würde an diesem Ort natürlich nicht offen nach weiteren Informationen fragen, es war möglicherweise bereits unklug den Namen auszusprechen, je nachdem wer in möglicherweise hören würde. Maeve wusste nicht im Einzelnen, wie der Status der Familie nach dem Tod des Dunklen Lords verblieben war, doch schadete die Geheimhaltung sicherlich nicht, ehe das alles geklärt und in einen Rahmen gefasst wurde, zumindest für Maeve, die für ihren Geschmack noch über zu wenige Informationen verfügte.
Es würde ein Leichtes sein an weitere Information über diese Familie zu gelangen und zu einem geeigneten Zeitpunkt würde Maeve ihr Wissen darüber auch mehren, doch für diesen Abend gab es andere Aufgaben zu bewältigen.
Reginald deutete geschickt, doch absichtlich nicht allzu geschickt, wusste er doch wohl nicht, ob und wie sehr die Leistungen Maeves in den vergangenen Jahren bezüglich des Spiels möglicherweise nachgelassen hatten, an, dass er nicht gedachte etwas bezüglich des Angriffs von Cartwright zu unternehmen, Maeve doch aber vielleicht Interesse daran hätte, dies zu übernehmen. Letzteres deutete er mit einer Bemerkung über ihr geleertes Glas an, welches in ihren grazilen Händen tatsächlich einen kläglichen Eindruck machte, lediglich die mit Alkohol vollgesogenen Früchte sammelten sich am gläsernen Boden an und so sehr diese auch schmecken mochten, hatte die kultivierte Irin doch kein Interesse daran diese aus dem Glas zu fischen und zu verspeisen.
Einen weiteren Blick schenkte sie dem alten Auror, ehe sie wissentlich auf seinen Köder ansprang.
Mit der ihr anhaftenden Eleganz, den fließenden Bewegungen, die kaum auch nur ein Geräusch oder eine Erschütterung verursachen, so geschmeidig waren, dass es wie eine Art Tanz wirkte, ging sie auf das Buffet zu. Auf dem Weg zu diesem, schenkte sie weder Misses Cartwright, noch Miss Stoica, die sich in den Klauen Ersterer befand, auch nur einen Blick. Stattdessen stellte sie geräuschvoll das schwere, hohe Glas auf den massiven Tisch, dessen hölzerne Oberfläche natürlich mit einer Tischdecke feinster Güte geschützt wurde. Sie bemerkte durchaus, wie sie dadurch die Aufmerksamkeit der alten Dame auf sich zog, schließlich hatte sie das Geräusch nur aus diesem Grund erzeugt, war ansonsten viel zu geschickt und bedacht um unnötige Geräuschquellen zu kreieren. Diesen Geräuschen folgte nun ein wiederholter, gläserner Klang, der durch das sanfte Aufeinanderprallen der gläsernen Kelle und dem ebenfalls aus Glas bestehenden Behälter, in dem sich die Bowle befand, erzeugt wurde. Damit hielt sie die Aufmerksamkeit des Geiers, deren Wortschwall offenbar damit gebrochen wurde.
Einen Moment und einige Geräusche später, hob Maeve das nun großzügig gefüllte Glas mit ihren schönen, feingliedrigen Händen in die Höhe und drehte sich mit einer darauf folgenden, fließenden Bewegung zu den beiden ungleichen Frauen um. Ihre kalten, silbernen Augen erblickten das faltige Gesicht Sybill Cartwrights und ein vollkommenes, künstliches Lächeln erschien auf dem ebenen Antlitz Maeves, bevor sie zur Begrüßung ansetzte.
"Misses Cartwright, ich bin hocherfreut ihr Gesicht nach all diesen Jahren endlich wieder erblicken zu dürfen.", begann sie harmlos, beinahe schmeichelnd, auch wenn jeder Zuhörer wusste, dass dies alles andere als Harmlosigkeit und Schmeichelei ausdrückte.
"Wie ich sehe, begrüßen sie unseren Neuzugang, wie außerordentlich zuvorkommend von Ihnen. Allerdings kommen dadurch betrübliche Gedanken auf, nicht wahr? Es ist mir zu Ohren gekommen, dass erneut eine Ihrer Dienstmädchen Reißaus genommen hat, es tat mir leid diese Nachricht zu empfangen. Es ist doch wahrlich eine Schande, wie schwierig es heutzutage ist, gutes Personal zu finden, dabei sind die Anforderungen, die Sie an diese jungen Frauen stellen, doch nur allzu verständlich. Ich bin mir sicher, dass Miss Stoica interessiert daran wäre von Ihnen mehr über diese Problematik, mit der sie seit Jahren geplagt sind, zu erfahren. Das jüngste Mitglied unserer Gesellschaft wird sicherlich mehr als fähig sein, sich in diese Frauen hineinzuversetzen und möglicherweise eine Erklärung für solch schändliches Verhalten liefern können, meinen Sie nicht auch, Misses Cartwright?", versetzte Maeve der alten Dame, mit diesen Worten und einem Lächen auf den Lippen, einen Dolchstoß inmitten ihr verdorbenes Herz.
Es war eines dieser offenen Geheimnisse, über die hinter vorgehaltener Hand gesprochen wurde. Misses Cartwright wechselte beinahe monatlich ihre Dienstmädchen und niemand konnte genau erklären, wie ein solcher Verschleiß an Dienstpersonal zustande kommen konnte. Dadurch umgaben diese Geschichte viele verschiedene Gerüchte und Mutmaßungen, auf dessen Existenz Maeve in diesem Falle anspielte, ohne jedoch auch nur eines direkt zu benennen.
Sybill Cartwright war verstummt, gar einen Schritt zurückgewichen, wodurch sie ihre weißhaarige Gefangene vom Haken entließ. Ihr Gesicht zeigte kaum eine Reaktion, doch war sie wohl sehr bemüht, nun das Weite zu suchen.
"Miss O'Hara! Ich bin ebenso erfreut, sie wieder in unserer Mitte willkommen heißen zu dürfen.", tat sie nach einem kurzen Räuspern zumindest der Höflichkeit genüge, ehe sie ihren Rückzug einleitete.
"Ich bezweifle doch sehr, dass die junge Miss Stoica an derlei Geschichten Interesse zeigen würde", erwiderte sie mit einer sichtlich einstudierten, wegwerfenden Handbewegung.
"Allerdings werde ich mich nun leider zurückziehen müssen. Ich versprach Misses Appleton ihr mein Ohr zu leihen, bin jedoch zuversichtlich, dass ich im Verlaufe des Abends noch ein wenig Zeit für Sie beide erübrigen kann.", erklärte sie und wandte sich bereits ab, der Begleitung Mister Woods keine Gelegenheit für eine Antwort lassend. Eine Beteuerung des Interesses an der Geschichte, die Maeve soeben als Gesprächsthema angeboten hatte, wäre unangenehm, wollte die alte Misses Cartwright doch sicherlich nicht auf diese Weise in Erinnerung bleiben.
"Grüßen Sie doch bitte Misses Appleton recht herzlich von mir.", verabschiedete sich auch Maeve kurzerhand und wandte sich daraufhin direkt dem Grund für ihr Einschreiten zu.
Reginald Wood hatte doch tatsächlich mehr vollbracht, als die Irin zunächst vermutet hatte. Nicht nur, hatte er mit seinen Andeutungen Maeve instruiert, möglicherweise einzuschreiten, wodurch er zum einen seinem Mündel vor Schaden bewahrt hatte, zum anderen Maeve in den Kontakt mit der weißhaarigen Schönheit, diesem schieren Kunstwerk, gebracht hatte, sondern hatte er damit in seiner Bekanntschaft ein wenig den Elan, den Willen geweckt, Initiative zu zeigen, zu beweisen, dass sie trotz Abwesenheit und Isolation nicht verlernt hatte zu spielen und zu lesen. Für den heutigen Abend hatte er mit scheinbar wenig, wieder einmal viel vollbracht, eine bemerkenswerte Eigenschaft, die er besaß und dessen Anwendung er soeben bewiesen hatte.
"Ich hoffe doch nicht, dass ich Ihr Gespräch mit Misses Cartwright gestört habe?", fragte Maeve nun, sich dabei offensichtlich dem Mittel einer rhetorischen Frage bedienend, die serbische Hexe.
In ihren kalten Augen, die zuvor noch den Geier in die Flucht geschlagen hatten, glänzte nun erneut Interesse und sogar Freude, über den Sieg, und über diesen Anblick, der sich ihr nun bot, nachdem sie sozusagen die Konkurrenz aus dem geradezu magischen Dunstkreis der jungen Frau vertrieben hatte. Es war nicht allzu deutlich, wie für die kühle Irin typisch, doch ein aufmerksamer Beobachter mochte diesen Wechsel durchaus mitbekommen, sollte er denn auch alles überblicken können.
"Mister Wood hätte uns zweifelsohne auf angemessene Art und Weise vorgestellt, doch bin ich so frei, dies selbst zu übernehmen. Mein Name ist O'Hara, Maeve O'Hara und ich bin sehr erfreut ihre Bekanntschaft machen zu dürfen, Miss Stoica.", sprach Maeve mit ihrem typischen Akzent Norddublins, der im Vergleich zum slawischen Akzent ihres Gegenübers wohl sicherlich sanft erscheinen mochte.
Anhand der gewählten Worte allein, war nicht zu erkennen, ob es sich dabei lediglich um die selben bedeutungslosen, leeren Floskeln handelte, die sie an alleine an diesem Abend mehrfach genutzt hatte, oder ob dieses Mal wahres Interesse und ehrliche Freude dahintersteckten. Ihr Blick und ein marginaler, kaum bemerkbarer Wechsel der Tonlage, sollten dies zumindest für jemanden deutlich machen, der ihr direkt gegenüber stand.
Sie hob das Glas, welches sie in ihrer rechten Hand führte, in das Sichtfeld und deutete auf das Glas Champagner, welches die Jüngere noch nicht angerührt hatte. Diese Geste war eine Art unausgesprochene Aufforderung, es ihr gleichzutun. Maeve hob das Glas an ihre vollen, dunkel bemalten Lippen und nahm einen kräftigen Schluck, wobei sie mit ihren silbernen Augen dabei weiterhin in das tiefe Dunkel der Augen Evgenijas blickte.
Auf einer solchen Veranstaltung nicht dem Alkohol zu frönen, mochte im ersten Moment möglicherweise klug erscheinen, doch in Wahrheit war es unbedingt nötig, zumindest etwas zu trinken um sich auf die Ebene der Anwesenden versetzen zu können, die allesamt ohne Zweifel mehr intus hatten, als es den Anschein erwecken mochte.
Maeve stand recht dicht bei ihrer neuen Bekanntschaft, nicht auf diese unangenehme und aufdringliche Art, wie es bei Sybill Cartwright der Fall gewesen war, doch durchaus nah genug um Geflüsterte Worte auszutauschen und auch nahe genug um eine bestimmte Atmosphäre zu erzeugen. Maeve war nicht gesteuert von Trieben und wusste nicht um die Interessen der Serbin, legte es daher auch nicht allzu direkt und intensiv auf etwas Derartiges an, doch war ihre Kühle durchaus ein wenig gesunken und eröffnete Möglichkeiten.
Es wäre Maeve plump vorgekommen, schlichtweg das Thema Schönheit zur Sprache zu bringen, hörte Woods Schützling Komplimente solcher Art doch sicherlich nicht selten. Daher ließ sie bloß ihre Augen sprechen, die, wenn sie es wünschte, äußerst ausdrucksstark sein konnten, auch wenn sie zumeist Kühle und Unnahbarkeit ausstrahlten. In diesem Fall jedoch zeigten sie verschiedenste Formen des Interesses an, waren lesbar für ihren Gegenüber, sollte Miss Stoica denn bereit dazu sein, zu lesen. Es war voller Nuancen, besaß viele Schichten, die man für sich interpretieren konnte, doch die Intention lag darauf mehr über die noch recht unbekannte Hexe herauszufinden, eine Art der Wissbegier, bezogen auf eine bestimmte Person auszudrücken.
Wood beschrieb Evgenija als hitzig. Maeve war zumeist kühl, es wäre interessant, so empfand sie es, sollten diese beiden Welten auf Kollisionskurs gehen, sofern es der Hitze denn inmitten der Kühle des Raumes überhaupt gegeben war, sich wahrhaftig zu entfalten.
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BeitragThema: Re: Um der Reputation willen   Di 27 Dez 2016 - 23:38

Evgenija war verzweifelt. Sie wollte nicht mit dieser Frau gehen. Ärger wallte in ihr hoch. Ärger auf Reginald, das er sie allein gelassen hatte, Ärger auf diese Frau, die sie mit Blicken durchbohrte und wusste der Himmel was vorhatte. Ihr Munwinkel verzog missgestimmt und kurz drohte die Wut sich Luft zu machen. Sie wollte dieser Frau mit ihrem falschen Lächeln die Hand gegen die Wange donnern. Sie erinnerte Evgenija immer zusehender an ihre Mutter Dunja. Miss Cartwright schien die Veränderung in "Davina Stoica" nicht zu bemerken. Die Hand der Serbin, welche das Glas hielt, verkrampfte sich gefährlich fest und einen kurzen Moment drohte das Glas wohl zu zerspringen. Was zum Teufel tat diese Frau da? Streichelte sie ernsthaft ihren Handrücken? Ihre Mutter hatte diese Angewohnheit ebenso gehabt. Vor ihrem inneren Auge zückte sie ihren Zauberstab und jagte dieser Frau einen Cruciatus-Fluch auf den Hals. Wütend genug war sie. Die Abscheu und die Erinnerungen an ihre Mutter drohten Überhand zu gewinnen. Sie war diesem Gift nicht entkommen, damit Reginald sie nun in das nächste warf. Dunjas Lächeln. Es sah genau so aus, wie das dieser Frau. Überaus reizend, herzlich mit einer brodelnden Schicht Grausamkeit unter der Oberfläche, welche den meisten verborgen blieb. Ihre Hand mit dem Champagnerglas begann leicht zu zittern und ihre Hand wurde nass. Doch Evgenija bemerkte das nicht. Sie stand wie erstarrt an Miss Cartwrights Seite und kämpfte darum nicht zu explodieren. Ironischerweise, stellte sie dabei die perfekteste ausdruckslose Miene dar, zu welcher sie vorher nicht einmal im Ansatz fähig gewesen wäre. Doch dann rüttelte sie ein Geräusch aus ihrer Starre wach. Diese anmutige Schönheit, der Reginald seine Zeit gewidmet hatte, war zu ihnen herüber gekommen. Ev hatte ihr herannahen absolut nicht bemerkt, aber vermutlich hätte sie auch einen Kanonenschuss überhört. Dieses feingliedrige Geschöpf rührte seelenruhig in der Bowle herum und erzeugte dabei ein kleines klirren nach dem Anderen. Sybill hatte aufgehört zu reden. Evgenija konnte spüren, wie die ganze Frau sich anspannte. Sie wusste, das etwas folgen würde und lauerte bereits wie ein Schakal. Doch gleichzeitig wollte sie mit Evgenija die Einsamkeit suchen, zweifellos, um sie nur noch massiver zu bearbeiten. Die klare und feine Stimme der Frau schien wie von der Musik im Hintergrund getragen, als sie voller Ruhe das Wort an Miss Cartwright richtete. Oh und was für Worte. So sanft und unschuldig vorgebracht, hatten sie eine ähnliche Wirkung auf die ältere Frau, wie eine Dampframme. Sybills Griff um Evgenijas Arm löste sich und gab sie frei. Die Serbin zog ihren schnell fort und verschränkte die Arme nicht sehr damenhaft unter dem Busen, das Champagerglas noch immer erhoben und umklammert. Ihr Personal musste also regelmäßig durch gewechselt werden. Miss Cartwright schien auf alles gefasst gewesen sein, aber nicht darauf. Regelrecht unbeholfen entschuldigte sie sich von den beiden Frauen und rauschte davon. Evgenija blieb der zornige Blick nicht verborgen welchen Sybill noch in Maeves Rücken richtete, als diese nicht hinsah. Wie einfach es plötzlich war, wieder klar zu denken, als der schwere Duft von Sybills Parfüm sie nicht mehr umgab. Ihr Nagel klirrte gegen das Glas und Evgenija bemerkte, dass ihr Körper sich ein wenig verändert hatte. Ihre Fingernägel hatten sich verdichtet, waren gewachsen und hatten die Ausmaße kleiner Klauen angenommen. Sie verbarg sofort ihre Fingerspitzen und mit einer Gedanklichen Anstrengung, wuchsen die Nägel wieder zurück, auf normale menschliche größe, akkurat zugefeilt und auf einer schönen Länge. Auf die Frage nach der Störung, kam ein kleines Schnauben über ihre Lippen und ihre Schultern erbebten kurz. Ihr Blick hatte einen grimmigen Ausdruck angenommen, der sich nun Richtung Reginald richtete. Das würde sie ihm nicht so schnell verzeihen. Ihr Atem war noch immer beschleunigt und ihr Busen hob und senkte sich etwas verstärkt unter ihren Atemzügen. Als sie hörte das auch diese Frau Reginald in einem vertrauten Kontext erwähnte, wurde ihre Miene etwas weicher. Mit kalter emotionsloser Stimme, stellte sie sich als Maeve O'Hara vor. Einen kurzen Augenblick hatte Evgenija Angst es könne sich bei ihr ebenso um einen Giftzahn handeln, doch ein Blick zu Reginald, welcher sie anlächelnd, mit einem anderen Mann den Raum verließ, ließ sie nur verwirrter zurück. Maeve O'Hara. Endlich klingelte es bei ihr und nun wich sämtliche Verwirrung und Wut schierer Überraschung und.... Bewunderung? "Ich kann erinnern an diese Name..." sprach sie leise und nachdenklich. Maeve hob schließlich ihr Glas und bedeutete Evgenija ebenfalls das ihre anzuheben. Sie ließ diese Frau, deren Bewegungen regelrecht hypnotisch waren nicht aus den Augen, ja , beobachtete sogar das kurze austreten der Zunge und wie diese über die weichen Lippen fuhr. Es war keine anstößige Geste, aber sie hatte selten gesehen, wie sich jemand sogar elegant die Lippen leckte.  "Ich freue sehr! Mein Name ist Davina Stoica!" Stellte sie sich noch immer mit ganz offen fasziniertem Blick, falsch, vor. Maeve O'Hara! Als sie im Familiensitz der Moravac gelernt hatte, hatten sie ein Buch dieser Person bei dem Unterricht benutzt. Es war das schönste dieser Bücher gewesen. Die Seite mit dem sich bewegendem Bild war von ihrer Familie herausgerissen worden, denn es sollte kein Ruhm an andere Zauberer, von den Kindern aus gehen. Nun hatte sich ihre ganze Haltung verändert. Wo sie vorher offensichtlich lauernd in geduckter Haltung, bereit zum zubeißen war, schien sie nun fast wie von Kindlicher Bewunderung ergriffen. Sie konnte es nicht länger zurückhalten. Alles in ihr drängte dazu zu sprechen. Der Stoff dieser Bücher kam ihr wieder in den Sinn. Über die Magie des alten Ägyptens. Über die Wunder dieser Epoche und dem gewaltigen Geschick, der Zauberer, aber auch dem Aberglauben. "Ich war viel fasziniert, als gelesen, das in Ägypten früher Zauberer vor sterben, Magie abgestreift haben... sagt man so?" Erkundigte sie sich einmal unsicher, bevor ihr begeisterter, jedoch gedämpfter Redeschwall weiterging. "Und dachten, sie würden wiederhaben in andere Welt. Erste Obskurus. Ich habe gelesen, als wir Obskurus behandelt in Unterricht." Sie war regelrecht aufgelöst. Vielleicht war es nicht die beste Idee, solche Details ihres Lebens zu erzählen, aber wann hatte man mal eine solche Frau vor sich? Nun trank sie ungeniert und anscheinend viel lockerer. Der Schwung ihrer Gesten, die leichte verführerische Note in ihrem Augenaufschlag und die hörbare Freude in der Stimme. Aber am meisten bestachen wohl die Augen, welche nun regelrecht funkelten und strahlten.
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Maeve O'Hara
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BeitragThema: Re: Um der Reputation willen   Mi 28 Dez 2016 - 0:36

Maeve beobachtete innerlich entzückt, wie sich das wunderschöne, nicht herzförmige, sondern eher längliche, doch wunderbar passende, Gesicht Evgenijas veränderte. Die Emotionen, die zuvor daraus verschwunden waren, als sie versucht hatte irgendwie mit Cartwright umzugehen, ohne jedoch zu wissen, wie genau sie das anstellen sollte, kehrten zurück, in einer wahren Offenbarung, die der exoitischen Schönheit der Serbin nur umso mehr Faszination und Magie verlieh. Die Irin konnte sich trotz ihres enormen Gedächtnis, nicht daran erinnern jemals eine solche Schönheit erblickt zu haben. Es war keine Bilderbuchschönheit oder die Schönheit einer Skulptur, oder gar eine abscheuliche Schönheit, nein, es war, sie konnte es nicht besser in Worte formen, eine magische Art dieser Schönheit. Sicherlich, Schönheit war subjektiv, andere vermochten das Wunder, welches Maeve vor sich hatte, nicht erblicken, doch dies spielte keine Rolle. Maeve konnte es sehen, sie konnte es ganz genau sehen, wenn auch nicht allzu leicht verstehen. War es möglich, dass vor ihr die unterbewusste Vorstellung der Perfektion, in Fleisch gekleidet, stand und mit ihr sprach? Maeves Gedankenwelt geriet in einen Zustand der Aufgewühltheit, welchen sie zugleich wieder zu ordnen begann, war Kontrolle über sich selbst doch ein wichtiges Gut.
Und als wäre es nicht bereits mehr als genug diesen Anblick genießen zu dürfen, sich in einer solchen Nähe dazu aufzuhalten, erkannte das Geschöpf mit den schneeweißen Haar auch noch den Namen Maeves wieder, offenbar hatte sie zumindest eines ihrer Werke gelesen, was die Autorin sogleich mit einem seltsamen Stolz erfüllte.
Der starke Akzent, der die Worte der englischen Sprache in ihren Sätzen, ebenso wie deren Reihenfolge innerhalb des Satzgefüges durcheinander brachte, störte die Irin nicht. Der Klang ihrer Stimme war berauschend, auch wenn die Grammatik und Aussprache nicht an die Perfektion herankam, die ihr Äußeres suggerierte.
"Es ehrt mich, von Ihnen gelesen worden zu sein, Miss Stoica. Sie haben Recht, es gab einige Traditionen im Alten Ägypten, die sich mit dem Ausströmen von Magie beschäftigten. Herrscher beispielsweise entzogen der Umgebung die von ihren Dienern ausgeströmte Magie um diese für ihre Zwecke zu nutzen und vor dem Tod eines Zauberers oder einer Hexe, sofern dieser Tod abzusehen war und sie nicht unerwartet aus der Blüte ihrer Jugend riss, ließen sie ihre gesamte Magie entströmen, für sie war die Magie stark verknüpft mit ihrer Lebensenergie, könnte man sagen.", sprach Maeve und nickte kurz als Hinweis darauf, dass ihre Worte korrekt waren. Mit ihrem Zusatz verdeutlichte sie es bloß ein wenig, dies war eine Marotte jedes Wissenschaftlers, zumindest ein wenig hatte man einer solchen Aussage anzufügen.
"Ja, damals wurde angenommen, dass ein Obscurus, eigentlich ein parasitärer Wirt in Form von Magie, der durch die Unterdrückung magischer Fähigkeiten bei jungen Hexen und Zauberern entsteht, die beim Tode abgegebene Magie in sich trägt, sozusagen die Reinkarnation eines Verstorbenen darstellt. Es ist oftmals schwierig etwas zu erklären, sollte man die nötigen Mittel dafür nicht besitzen. Aus diesem Grund entstehen solche Legenden und Geschichten. Es ist wahrhaft faszinierend, nicht wahr?", fuhr Maeve fort, bevor sie einen weiteren Schluck aus ihrem Glas nahm, in ihre Kehle hinunterrinnen ließ. Zur Befeuchtung ihrer Lippen leckte sie erneut, lasziv, über diese, um auch keinen der Tropfen des Getränks an ihren Mundwinkeln hinunterlaufen zu lassen.
Die Tatsache, dass diese Frau in ihrem Unterricht etwas über Obscuri erfahren hatte, war interessant, doch allzu viel konnte man nicht darauf schließen. Womöglich wurden derlei Dinge in Durmstrang unterrichtet, wo man im Vergleich zu Hogwarts weitaus lockerer mit solcherlei Wissen umging.
"Ich würde mich freuen, würden wir dieses Gespräch im Sitzen fortführen, wäre dies in Ordnung, Miss Stoica? Dort drüben wäre doch eine geeignete Sitzgelegenheit.", schlug sie vor und deutete auf den Platz, nicht unweit des Ortes, an dem sie mit Wood gestanden hatte. Dort gab es ein Art Alkoven am Fenster, mit gedämmten Licht und Sicht auf die verschneite Straße, der etwas Abgeschiedenheit ermöglichte, gleichzeitig doch aber nicht zu fern lag um Verdacht mit einer solchen Abkapselung zu erwecken.
Dort wäre ein etwas privateres Gespräch möglich, bei dem die anderen Gäste nicht an ihren Lippen hingen, wie es der Fall wäre, sollten sie sich weiter am Buffet aufhalten, einem der zentralen Anlaufpunkte der Räumlichkeiten.
Jedes Mal, wenn Maeve den Decknamen der Serbin aussprach, hing sie diesen beiden Worten etwas unterschwellig Sinnliches an, was nichts Direktes aussagte, doch aber ein bestimmtes, möglicherweise nicht gänzlich greifbares Gefühl hinterlassen würde.
Das Funkeln in den wundervoll dunklen Augen Davinas spiegelte sich auf ähnliche Art in dem silbernen Glanz Maeves Augen wider, schien Woods Begleitung für diesen Abend ihre Erwartungen doch stets zu übertreffen. An der Schönheit, die sie weiterhin für erstaunlich hielt, konnte sich Maeve nicht satt sehen, auch wenn der Anstand ihr gebot den Fokus auf das Gesicht zu legen, welches allerdings ohnehin wohl der wichtigste Part eines jeden Körpers war, sagte es so Vieles über einen Menschen aus, konnte es so Vieles ausdrücken, so Vieles erschaffen.
Mit einer weiteren galanten Bewegung bot die Ältere der Jüngeren ihren Arm an, drängte sich nicht auf, wie es Cartwright tat und griff etwa nach der Hand oder dergleichen, sondern ließ Evgenija selbst entscheiden, ob sie gehen wollte, ob sie, falls sie dich dafür entscheiden sollte, Seite an Seite mit Maeve schreiten wollte, in dichtem Beisammensein, oder ob sie vorangehen wollte.
Diejenige, die dieses Angebot unterbreitete, maßte sich an, zu erwarten, dass ihr Vorschlag bezüglich des Ortswechsels zumindest angenommen würde, inwiefern sich die sonstige Reaktion der impulsiven Serbin ausfallen würde, würde sch zeigen. Soeben waren ihre Emotionen und war ihre Laune von einem ins andere Extrem gerauscht, möglicherweise war dies nicht Maeve zu verdanken, sondern eine Eigenart, mit der man sich arrangieren musste.
Maeve wusste noch kaum etwas über ihre neue Bekanntschaft, war doch aber auf eine Weise fasziniert, wie sie es selbst nicht fassen konnte und ihr Wissensdurst war stets stark, sie würde dieses wundervolle Geschöpf kennenlernen wollen, daran bestand keinen Zweifel, doch wie sie vorgehen würde, ließe sich noch nicht sagen, es hing schließlich damit zusammen, wie sich das Objekt, welches sich im Zentrum dieses Interesses befand, verhalten würde.
Eine gewisse Hitze war in der Forscherin aufgestiegen, ein Nebeneffekt des Alkohols, aber auch ihrer teilweise ein wenig abgedrifteten Gedanken, die sie darauf ermahnt hatte, sich nicht in derlei Abwandlungen zu verlieren. Es ging erst einmal um ein simples Kennenlernen, nicht mehr und nicht weniger. Alles weitere, möglicherweise würden sie sich gar nicht über einen längeren Zeitraum verstehen, diese Möglichkeit bestand schließlich in einer Rechnung mit einer solchen Vielzahl an unbekannten Variabeln, sollte sich daraus ergeben.
"Wollen wir?", fügte sie noch Worte, dem angebotenen Arm hinzu und schenkte Evgenija ein leiches Lächeln, in dem so viel mehr Ehrlichkeit steckte als in all den anderen, die sie an diesem Abend aufgesetzt hatte. Sie war niemand für ein breites Grinsen, gewiss nicht. Ein solches Lächeln zu empfangen war eine Seltenheit, die Personen, die darum wussten, schätzten.
Der Alkohol scheint mir zu Kopfe zu gehen...ich sollte mich hüten., ging es ihr durch den Kopf, auch wenn sie in Wahrheit wusste, dass es nicht das flüssige Gift war, welches sie aufwühlte.
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Evgenija Moravac
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BeitragThema: Re: Um der Reputation willen   Mi 28 Dez 2016 - 3:51

Evgenijas Augen hingen begierig an Maeves Lippen. Noch immer hielt sie dieses Glas in der Hand, ohne je davon getrunken zu haben. Sie hätte den Erklärungen dieser Frau stundenlang zuhören können. Wie viel ihr diese Frau noch über Magie beibringen konnte? Sie schien zur Rednerin geboren. Der Schwung ihrer gestikulierenden Finger, der weiche Klang der Stimme. All dies lullte sie regelrecht ein. Ihr Misstrauen sank ein wenig und sie dankte Reginald im stillen. Dieser alte Fuchs musste das so geplant haben. Tatsächlich rückte der übrige Raum in den Hintergrund. Jeder Blick aus dem Augenwinkel, die persische Pracht, der Kanon aus leisen Stimmen, die gedämpfte Gespräche führten. All das wurde leiser und unwichtiger. Noch vor wenigen Momenten hatte sie sich die Flucht gewünscht, sich danach gesehnt, diese verschwenderische und vor Falschheit geprägte Pracht einzureißen und diesen falschen Schlangen ins Gesicht zu spucken. Noch immer ging ihr Atem schnell und ihr Hals war wie ausgedörrt. Die Anmut dieser Frau drang ihr durch Mark und Bein, ließ sie sich allerdings auch gleichzeitig kleiner fühlen. Sie wusste selbst zu gut, wie überaus Grob und rasend sie sein konnte. Doch dieser Frau schien die Eleganz in Fleisch und Knochen zu stecken. Unwillkürlich ließ sie ihre Augen an dem schlanken Leib der Wissenschaftlerin hinab wandern, sog jedes Detail auf. Wie schaffte sie es nur, mit so wenigen Mitteln so überaus majestätisch zu wirken? Astrid und Reginald hatten sie ausstaffiert, geschminkt und geschmückt mit wertvollen Edelsteinen. Sie sah aus wie eine Königin, doch dies war eine Maske. Ein falsches Gesicht, wie mit der Fähigkeit ihres Körpers aufgesetzt. Doch Maeve, ja Maeve, war in der Tat eine solche Königin. Als sie der Schönheit, deren bezaubernder Flair Evgenija zu umschmeicheln schien, wie der Odem einer höheren Sphäre, welche sich einer niederen Kreatur zu wandte, um gnädig einen Blick auf wahre Schönheit zu gewähren, wieder ins Gesicht sah, stockte ihr der Atem, als Maeve das Glas absetzte. Wieder trat die Zunge zwischen den Lippen hervor und glitt mit schierem Genuss über diese weichen Lippen. Mit einem Mal zitterte ihre Hand wieder und sie wurde sich peinlicher weise bewusst, wie närrisch ergriffen sie gestarrt haben musste. Ihr Herz begann fast zu rasen und Verwirrung machte sich in ihr breit. Wie konnte diese einfache Begegnung solch eine Wirkung haben? War dies ein Zauber? Wurde sie angegriffen? Doch innerlich wusste sie das es kein Angriff war. Sie musste den Blick abwenden und hob schnell das Glas an die Lippen. Mit zusammengekniffenen Augen, legte sie den Kopf weiter in den Nacken und stürzte das ganze Glas nicht gerade Damenhaft hinunter. Doch es war ihr schlicht egal, was diese Bastarde hier als Damenhaft und angebracht ansahen. Es tat gut das kühle feuchte Prickeln zu spüren, welches ihre Kehle hinunter rann. "In Unterricht, wir haben auch gelesen, wie sie gefunden den Tempel von Gott Suthek. Wir lernten das Muggel und Zauberer damals haben auch Organe rausgenommen. Und in Tempel von Suthek, sie standen verkehrt. Norden war Süden und Westen war Osten. Wir sollten schreiben viele Worte, mit überlegen was das mit Rituale macht, die von Zauberer stammten. Und ich war viel erstaunt, das in Ägypten Zauberstab bei Herrscher aus Gold und wertvolle Steine war. Ich hatte immer gedacht. Nur Holz könne mit Zauberstab machen. Haben sie inzwischen wissen, wie die Ägypter gemacht haben?" Sie schraubte hektisch die Flasche auf und goss sich erneut ein. Sie musste irgendwie den Kopf frei bekommen. Zugegeben, Alkohol war da vermutlich nicht das beste Mittel. Zumindest würde es das schwirren lösen, welches in ihrem Kopf tobte und sie kaum einen klaren Gedanken fassen lassen konnte. Sie wollte mehr von dem erzählen, was sie in dem Buch gelesen hatte und kam sich albern vor, als sie sich eingestehen musste, das sie versuchte die Hexe zu beeindrucken. Dass sie dabei Themen, über zum Teil dunkelste Magie nutzte, war ihr gar nicht bewusst. Sie wollte Maeve beim reden halten, wollte ihre Stimme hören. Sie blickte in das zweite Glas und überlegte gerade es genau so hinunter zu stürzen, als Maeve vorschlug dieses Gespräch in gemütlicher Sitzlage fortzuführen. Sie folgte der Hand, bis zu dem kleinen Alkoven, in welchem ein einziges gemütliches Polster, aufwendig bestickt und aus ohne Zweifel teurem Stoff, Platz bot, damit zwei Menschen sich nebeneinander darauf etwas ausstrecken konnten. Ihre Aufregung steigerte sich noch, als Maeve ihr einen Arm hinhielt. Einige wenige Sekunden starrte sie vollkommen auf ihre Gliedmaße, bevor sie diese ergriff. Maeve glitt förmlich dahin und Evgenija schwebte in ihrem Kielwasser, neben ihr. Einmal bekam sie einen leichten Linksdrall und stieß leicht gegen Maeve. Ihre Hüfte rieb an der, der anderen Frau entlang und Sie schloss die Augen, als sie die Hitze des anderen Körpers spürte. Ja, das zweite wurde nun eindeutig hinuntergestürzt und im Vorbeigehen auf einem kleinen Abstelltisch abgestellt. Verstohlen warf sie Maeve immer wieder Seitenblicke zu, bis sie den Alkoven erreichten und sie sich leicht seitlich hineinsetzte. Sie schwang eines ihrer Beine über das andere und lehnte sich zurück in das Polster. Wie erwartet war es vollendet weich und schmiegte sich regelrecht um ihren Körper. Ihr Blick hatte nun einen leicht wilden Ausdruck. Sie fühlte sich berauscht von dieser Aufmerksamkeit und Evgenija vergaß die Anwesenheit der anderen Zauber nun fast gänzlich. Auch sie leckte sich einmal über die Lippen, um diese wieder zu befeuchten. Der Lippenstift würde zum Glück nicht verwischen. Ihr Magen zitterte und kribbelte, als Maeve sich schließlich zu ihr setzte. Ihre Lippen waren leicht geöffnet und verengten sich ganz dezent wieder bei jedem Atemzug. Es war ihr überhaupt nicht bewusst, was für eine unheimliche laszive Pose sie eingenommen hatte. Hätte sie diese bei einer anderen Frau gesehen, hätte sie wohl nur missbilligend den Kopf geschüttelt. Doch so ruhte ihr Blick nur auf ihrer Gesprächspartnerin. Als Maeve sich setzte, berührten sich ihre Knie und Hitze wallte bei diesem kurzen Kontakt in Evgenija auf und breitete sich überall hin aus. Sie lächelte der anderen entgegen, was automatisch einen geradezu schon sehnsüchtigen Ausdruck annahm. Sie war absolut kein Mensch, dessen Gefühle sich lediglich innerlich abspielen konnten. Ihr Gesicht schien wie ein offenes Buch zu sein. Ein Buch welches von einem tosenden Sturm verschiedenster Gefühle erzählte. Verwirrung, Erregung, Wildheit. Ihre Hand glitt hinter ihren Rücken, an die Seite und strich über das glatte Holz ihres Zauberstabes. Lediglich eine Geste der Beruhigung. Sie musste gestehen, das war wirklich besser. Sie hatte gar nicht bemerkt, dass ihre Füße inzwischen anfangen wollten wehzutun, vom stehen auf der selben Stelle. "Sie hatten recht. War gute Idee, zu sitzen hier." Sie streckten einen ihrer Füße aus und bewegte ihn leicht kreisend, bevor sie sich diesen wieder abstellte, sich mit sanften Schwung eine widerspenstige Strähne aus dem Gesicht strich und ihren Blick wieder Maeve schenkte.
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BeitragThema: Re: Um der Reputation willen   Mi 28 Dez 2016 - 6:30

Wenn die schiere Schönheit und die gewaltige, in gewisser Weise von Rohheit und Wildheit, ebenso wie von Natürlichkeit erfüllte Ausstrahlung der jungen Serbin sie zuvor zu sehr aufgewühlt und vom Wesentlichen abgelenkt hatten, so war Maeve nun, da sie sich für eine etwas längere Zeit diesen Eindrücken ausgesetzt hatte, beherrschter und konnte ihrer präzisen Beobachtungsgabe zu tun geben. Sie bemerkte all die Anzeichen, die sich auf Gesicht und sogar am Körper der Jüngeren bemerkbar machten und welche sogleich eine Welle der Erregung durch den Körper der Älteren sandte, nicht dass diese äußerlich sichtbar war, doch für jemanden, der sich vor solchen Regungen seit Jahren verschlossen hatte, nicht etwa aus der Angst davor verletzt zu werden, sondern ihrem Fokus auf die die Arbeit, ihre Forschung und die damit einhergehende Isolation, war dies ein beinahe neues Gefühl, welches sie beinahe aus der Fassung brachte. Diese Erregung wurde erzeugt, da sie sah, wie Evgenija auf Maeve zu reagieren begann. Nicht nur schien sie ihre Worte aufzusaugen und ebenso ihr Äußeres zu begutachten, nein, da schien noch mehr zu sein und möglicherweise war dies Einbildung, eine Mischung aus Hoffnung, wiedererweckten Regungen, Alkohol und der Natur dieses Abends, doch sie war sich tatsächlich sicher, dass der Körper der Serbin reagierte. Ob ihr Geist dies verstand, war nicht abzusehen, doch sie beiden, die offenkundig so gegensätzlich waren, zogen sich an, erzeugten eine geradezu vor Sinnlichkeit prickelnde Atmosphäre um sich herum, mit der Maeve in ihren kühnsten Träumen nicht gerechnet hatte.
Das Glas Champagner, welches bisher trotz Maeves Hinweis nicht angerührt wurde, kippte sie nun in einem einzigen Zug herunter, was in dieser Gesellschaft zwar nicht angebracht war, doch eine Art der Abwechslung bot, nach der sich die Irin zuvor noch so sehr gesehnt hatte, auch wenn dies bloß eine vergleichsweise kleine Geste war um etwas darauf projizieren zu können.
Ihre aufmerksamen, silbrig glimmenden Augen beobachteten genau, wie sie die Flüssigkeit ihren Hals hinunterkippte, wie sie ihren Mund dafür öffnete und wie darauffolgend ihre Zunge über die wahrhaft sinnlichen Lippen leckte um zur Befeuchtung dieser beizutragen. Für einen sehr kurzen Augenblick verschlug ihr dieser Anblick gar den Atem. Doch fang sie sich wieder, sobald sich ihre Augen erneut trafen und das Gespräch fortgeführt wurde.
"Opferrituale waren in alter Zeit mehr als üblich und wurden vor allem für Schwarzmagische Zauber verwendet um deren wahre Macht zu entfalten oder sie überhaupt erst zu ermöglichen. Die mächtigsten Zauber benötigen dabei große Zahlen an Menschenopfern, bevorzugt mit der Gabe der Zauberei gesegnet."
"Ich bin erstaunt, wie viel Sie über meine Arbeiten wissen, es schmeichelt mir.", hauchte sie zwischen den Sätzen, die sich um die wahre Materie drehten und ein leichtes, doch sanftes Lächeln erschien kurzzeitig auf den Lippen, die ansonsten eher eine Mischung aus Kühle, doch aber auch Sinnlichkeit ausdrückten.
"Der Tempel von Suthek...er war geprägt von vergangenen Zaubern, unwiderruflich befleckt. Es war ein sonderbares Gefühl nach Jahrtausenden der Versiegelung einzutreten. Ich musste mein Blut geben um die Versiegelung zu durchbrechen. In diesen Hallen...", begann sie und ein angenehmer Schauer lief ihren Rücken hinunter, ihren Worten haftete wahre Faszination für ihre Arbeit an.
"..es war alles verdreht. Tag wurde zur Nacht, Nord zu Süd, Ost zu West, Oben manches Mal gar zu Unten. Das Licht schien geradezu absorbiert zu werden, es reflektierte nicht auf natürliche Weise. Außerdem hing im gesamten Tempel der Geruch meines eigenen Blutes in der Luft, ließ sich nicht vertreiben und lockte das eine oder andere Wesen in die Tiefen der Ruine...es war erstaunlich...", fuhr sie fort, schüttele doch aber den Kopf, sich bremsend, ehe sie zu sehr darin aufging und nicht mehr aufhörte zu sprechen. Sie führte selten gewöhnliche Konversation, wie Smalltalk, doch wenn es um ihre Passion ging, konnten ganze Wortschwälle ihren schönen Mund verlassen.
Erneut ging ein Nicken von ihr aus.
"Insbesondere Pharaonen, waren sie der Magie kundig, nutzen diese Art der Zauberstäbe, oftmals wurden diese als gar göttliche Artefakte behandelt, wie gewisse Ankh-Kreuze, welchen der Überlieferungen zufolge übrigens ebenfalls Magie innegewohnt haben soll, als sie von Pharaonen geführt wurden. Unglücklicherweise ist die Kunst der Zauberstabfertigung nicht eines meiner Spezialgebiete, weswegen ich mich nie allzu sehr in dieser Materie verloren habe.", ging sie auch auf die anderen von Evgenija erwähnten Aspekte ein.
Erfreut beobachtete Maeve, nachdem sich ihre heutige Abendgesellschaft erneut etwas in ihr Glas gegossen hatte, wie diese ihren Arm nahm und sie zu den zuvor angezeigten Alkoven begleitete. Die Hand Evgenijas auf ihrem nackten, vollkommen von Haaren befreiten Arm erzeugte einen wohligen Schauer im bereits von Wonne erhitzen Körper der Forscherin. Als ihre Becken auf dem Weg zu ihrer Sitzmöglichkeit noch aneinanderrieben, verstärkte sich dieses erregende Gefühl nur noch und sie hatte keine Zweifel mehr daran, dass sie beide in diesen Momenten ähnliches durchlebten. Ein kurzer Seitenblick aus den Augenwinkeln heraus, verriet ihr dies.
Zuerst ließ sich die serbische Hexe mit ihren erstaunlichen Informationen über die dunkleren Spielarten der Magie, welche sicherlich bloß in Ansätzen aufgezeigt wurden, auf den edlen Stoffen nieder. Doch setzte sie sich nicht etwas versteigt oder formell, sondern lehnte sie sich nach hinten, überschlug ihre formvollendeten Beine übereinander und blickte mit ihrem von allerlei hitzigen Emotionen durchzogenen Blick zu Maeve herauf. Diese musste dieses Abbild das Laszivität erst einmal für einen Moment aufnehmen, ehe sie sich dazugesellte.
Die leicht geöffneten Lippen, die wie eine süße Versprechung von Wonnen jenseits dieser Welt kündeten, die langen, von einer schönen Blässe bedeckten Beine, die sich aneinanderschmiegten, der Blick auf die hellen, wohlproportionierten Brüste, die von der Jugend der Serbin sangen, sowie dieser Blick, dem sie nicht lange zu entgehen vermochte, ließen alles innerhalb der kühlen Fasse Maeves erschüttern. Wäre sie ein ebenso offenes Buch, wie diese weißhaarige Schöpfung, wäre sie sicherlich ebenso voller Sehnsucht und Begierde, wie es die dunkelgrün-grauen Augen suggerierten.
Nicht lange währte der Augenblick, zögerte sie ihn nur noch durch einen kräftigen Schluck aus ihrem Glase hinaus, welches sie daraufhin beiseite stellte, um sich dann völlig zu lösen und zu diesem Wesen zu gesellen, welches sie wie tatsächlich wie einen Sturm auf stiller, schwarzer See getroffen hatte und nun nicht mehr aus ihrem Griff entließ. Es wäre in einem solchen Szenario nur wünschenswert zu kentern und sich diesem Sturm aus Schwarz und Weiß zu überlassen, der ihr Silber verschlingen würde.
Der Alkoven war schmal und das Beieinandersitzen zweier Personen sorgte unweigerlich zu Berührungen, die beide Parteien jedoch sicherlich eher als Wonne, denn als Schmach ansehen mochten. Ihre Knie berührten sich, ebenso wie Teile ihrer Schenkel. Silber traf auf Schwarz und stellte einen Kontrast her, wie er auch zwischen Maeve und Evgenija herrschte, ein Kontrast, der sich möglicherweise als Komposition zusammenfinden mochte, oder kläglich als Disharmonie scheitern würde, dies war noch nicht vollends abzusehen, doch die Tendenz deutete auf Ersteres Szenario hin.
Maeve strich sich eine soeben verrutsche Strähne aus ihrem Gesicht und blickte, nun da sich die beiden Frauen näher als zuvor wahren, nicht nur in die Augen der in schwarz Gewandten. Für einen Moment noch glitt ihr Blick über einen Körper, wie sie ihn nie gekannt, nie gesehen hatte. Sie war weiterhin unsicher, ob sie nicht irgendwie einer Art Trugbild erlegen war oder etwas in ihrem heutigen Konsum zu solchen Übertreibungen in ihrer Gedankenwelt führte, doch sie genoss es, solange es währte und stellte ein einziges Mal, diese Seltsamkeit nicht zu genau in Frage.
"Der Meinung bin ich auch...hier können wir unser Gespräch in Ruhe fortsetzen..", brachte Maeve mit Verzögerung eine Antwort hervor. Noch waren diese Worte beherrscht, lediglich in gewissen Aspekten, die durch eine winzige Öffnung ihrer Emotionen verschuldet waren, hatte Veränderung stattgefunden. Sie genoss es, im Gesicht der temperamentvollen Hexe in Schwarz so viel ablesen zu können, dies war auf einer solchen Veranstaltung alles andere als normal und ebenso wenig normal war die Spannung zwischen ihnen, der Umstand, dass sie sich nach ihreer ersten Begegnung bereits auf diese Weise zueinander angezogen fühlten, ohne direkt die Gründe dafür zu kennen. Die Jugend, die Evgenija ausstrahlte, die Energie, die Hitze, sog Maeve in sich auf, fühlte es, fühlte sich verjüngt, ein für sie nur allzu berauschendes Gefühl. Das Gefühl der Jugend war wie Ambrosia für die Frau, die sich so sehr vor dem Altern fürchtete. Sie fühlte sich erfrischt, verjüngt, in ihre Zeit der Jugend hineinversetzt, wo sie herumexperimentiert hatte und nicht selten auch mit Angehörigen ihres Geschlechts angebändelt hatte.
Möglicherweise war dies einer der Aspekte, welcher diese weißhaarige Schönheit so begehrenswert erschienen ließen. Ihre Jugend, doch gleichzeitig nicht allein diese Jugend, denn war sie von anderen in diesem Alter nicht auf diese intensive Art angetan gewesen, zumindest nicht, seit sie aus diesem Alter heraus war. Es mehr als nur das, doch dieser Aspekt, der der Jugend, die zu spüren war, zu erfahren war, machte diese Erfahrung nur umso wertvoller, umso erregender und unvergesslicher.
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BeitragThema: Re: Um der Reputation willen   Do 29 Dez 2016 - 1:41

Sie konnte ihren Blick nicht von Maeve abwenden. Jeder Zoll ihres Gesichtes schien zu ihr zu ziehen. Wo sich ihre Haut berührte, durchfuhr es sie elektrisierend. Ihr Magen bebte inzwischen mit einer Stärke als würde Großwild dort drin marodieren.  Ihre Wangen waren gerötet, als sie sich dabei ertappte, wie sie erneut jedes Detail an dieser Frau studierte. Die fein geschwungenen Lippen, deren Farbe. Die schönen, geheimnisvollen Augen, deren eine unergründete Tiefe innewohnten. Das kleine energische Kinn, welches sich wohl geradezu perfekt in eine Handfläche schmiegen würde. Die zierlichen Augenbrauen, welche ihren Augen und dem Blick etwas leicht verruchtes gaben. Sie glitt mit den Augen an dem elegant und zart geformten Hals hinab, über die schmalen und nackten Schultern.

Sie biss sich auf die Unterlippe, als gedankliche Bilder vor ihren Augen auftauchten. Sie selbst, wie sich mit ausgebreiteten Beinen auf den Schoß von Maeve schwang und sich über die ältere Hexe beugte. Wie ihre Körper sich aneinander reiben und die Lippen sich endlich fanden. Sie drückte die Hexe in ihrer Phantasie tief in das Polster und küsste sie mit vollendeter Leidenschaft, während die Hände den schlanken Leib, bis zu den Brüsten auf und ab strichen. Sie sah sich, wie sie die Schultern umfasste und sich mit Maeve drehte. Niemand anderes existierte mehr in ihrer Gedankenwelt, als Maeve nun oben auf lag. Haarsträhnen hatten sich gelöst und umrahmten unordentlich ihr vor Begierde strahlendes Gesicht. Als sie sich erneut küssten, umschlang Evgenija die Hüfte der älteren Hexe mit den Beinen und drückte sie fest an sich, während sich ihre Lippen während des Kusses langsam öffneten, damit die weichen Zungen sich aneinanderschmiegen und tanzen konnten. Die Phantasie endete, als sie wieder in Maeves Gesicht sah. Dieser Blick, dieser kühle Blick. Auf ihrem eigenen lief ein wahres Feuerwerk an Emotionen ab. Begierde, Sehnsucht, Wildheit, aber nun vor allem auch Angst. Sie biss sich auf die Unterlippe, als ihr klar wurde was gerade passiert war. Sie hatte sich angebiedert. Sie hatte sich schamlos versucht aufzudrängen und das einer Frau, die stets mit dem selben kühlen Blick doch eindeutig zu verstehen gab, das sie KEIN INTERESSE HATTE!

Sie fühlte sich mit einem mal Schmutzig und schändlich. Scham tobte in ihr, als sie über ihr Betragen nachdachte. Bei diesem Gedanken, schoss Wut in ihr auf. Sie hatte sich zur absoluten Närrin gemacht. Sie hatte sich schamlos fast mit gespreizten Beinen angeboten während diese Frau einfach zu höflich dazu war, sie in Verlegenheit zu bringen. Nein, sie hatte Evgenija Freundlichkeit entgegen gebracht und wurde dafür bedrängt.  Wie vom Blitz getroffen, erhob sie sich kerzengerade aus dem Alkoven und wandte das Gesicht ein Stück ab. Der massive Zorn, die Wut und Scham wüteten über ihr Antlitz. Wie dumm sie gewesen war. Doch auch Angst schien auf diesen Zügen zu liegen, irgendwo versteckt angeschmiegt an diese rasende Wut. Sie brauchte ihr Messer, sie brauchte es jetzt! Als sie ihr Gesicht wieder Maeve wandte, stand neben der Wut verletzter Schmerz in ihren Zügen. "Verzeihen sie bitte viel." Alles in ihr drängte dazu sich herumzuwerfen und wegzulaufen. Doch sie würde zu dieser ekelhaften Scham nicht auch noch Feigheit auf sich laden. Nein sie würde Verantwortung übernehmen. So schmählich dies auch war. Ihr Gesicht schien so angespannt, dass es bald zerspringen würde und sie spürte, wie ihre Kiefer bereits wehtaten, so fest hatte sie die Zähne aufeinander gebissen."Ich muss sehr entschuldigen, für verhalten habe. Ich schäme dafür, dass ich gemacht habe unbequem." Es war egal, wie falsch ihr Englisch in diesem Moment war. Sie presste weiter Wort für Wort hervor. "Ich habe getan wie Närrin und nicht gesehen, dass sie  ganze Zeit zeigten, dass alles nur Freundlich." Ihre Stimme versagte ihr, was die Raserei auf ihrem Gesicht noch verstärkte. "Ich entschuldige sehr!" Schloss sie und wandte sich ab. Mit dem energischem Schritt eines Raubtieres rauschte sie quer durch und aus dem Raum hinaus. Sofort hefteten sich alle möglichen Blicke auf ihren Rücken, doch das war ihr egal. Zur Hölle mit diesen Bastarden. Sollten sie an ihren Getränken und Süffisanz elendig verrecken! Erst im Flur hielt sie kurz an. "HAUSELF!" Donnerte ihre Stimme, als Creep auch schien hinter einem Treppenpfosten erschien. "Creep ist dem Wort der Herrin gefolgt die... - KLAPPE!" Unterbrach Evgenija ihn und die Kreatur sank sichtlich etwas in sich zusammen. "Das Badezimmer!" Der Hauself zeigte hinauf, einen Aufgang nach oben und schilderte ihr hastig, wo sie es finden könnte. Mit schnellen und kraftvollen Schritten, vor sich hin schnaubend, stieg sie hinauf. Sie war langsam genug um nicht zu rennen, aber schnell genug, um nur rennend  eingeholt zu werden.

Sie hätte aufschreien können vor Wut, über ihre verdammte Dummheit. Ihre Trieb gesteuerte ekelhafte Schamlosigkeit. Sie stieß die Tür zu dem Bad auf und ließ diese direkt hinter sich zuknallen. Ihre Hände sahen sich kurz suchend um, bevor sie sich über das kalte weiße Waschbecken beugte. Ihr Magen vibrierte nun so stark vor innerer Abscheu vor ihr selbst, dass sie glaubte, sie müsse sich übergeben. Sie blickte erbost und mörderisch in den Spiegel, während sie sich zitternd auf die Arme stützte. Ein lauter Schrei. voller Wut und Schmerz, kam ihr über die Lippen und ihre Augen wurden feucht. Sie kämpfte es nieder. Das Zittern steigerte sich immer weiter, bis sie drohte, den Halt zu verlieren und zu stürzen. Mit unbeugsamem Trotz sah sie jedoch in den Spiegel und kämpfte gegen die Tränen an. Sie würde stark bleiben. Kurz streckte sie ihren Zauberstab zur Tür aus und mit einem gedanklichen Befehl, verschloss sie diese. Ihre Hände griffen hastig unter das Kleid, an das darunter liegende Strumpfband und zogen das weiße Messer, mit dem beinernen Griff hervor. Der Knauf, der wie ein Drachenkopf, in allen Details geschnitzt war, sah sie aus zwei rot leuchtenden Augen an. Sie zögerte nur eine Sekunde und hielt sich das Messer mit einem kaltem Blick an den Arm.

Langsam zog und zog sie. Blut quoll sofort aus dem Schlitz und floss der Klinge hinterher. Jeden Tropfen schien dieses Messer in sich aufzunehmen, während die beiden kleinen Augen vor Gier ein wenig aufleuchteten. Sie setzte einen zweiten Schnitt und auch dieses Mal wurde das kostbare Blut von dem Dolch aufgesogen. Sie hatte keinen Blick, für den edlen Marmorboden. Für die kunstvollen Wasserhähne aus scheinbar purem Gold, welche Fabelwesen aller Art darstellten. Der Rahmen des Spiegels schien selbst auch unbezahlbar teuer. Sofort hob sie die Hand und schlug in den Spiegel hinein, über welchen sich sofort ein Netz von Sprüngen zog.
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Maeve O'Hara
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BeitragThema: Re: Um der Reputation willen   Do 29 Dez 2016 - 3:07

Die Anzeichen für die Erregtheit der Jüngeren wurden mit jeder Sekunde offenkundiger. Maeve konnte Menschen nicht gut lesen, diese Kunst hatte sie nie zu meistern vermocht, war doch dafür selbst zu beherrscht, zu sparsam mit nach Außen gerichteten Regungen, dem Teilen von Emotionen, als dass sie gut erkennen und gut nachvollziehen konnte, was in anderen vor ging, wie sie wahrlich tickten. Doch dieses Mal war es anders. Evgenija war nicht wie Maeve, zumindest von der Beschaffenheit ihrer Oberfläche waren die beiden Frauen grundverschieden. Die der Irin glich einer Eisfläche, die davon abgestoßene Kälte stieß oftmals ab, wirkte als Art Schild gegenüber der Wärme, gegenüber Berührungen anderer, ob emotionaler oder physischer Natur. Die Oberfläche der Serbin hingegen schien mehr der eines Lavastroms zu gleichen, ständig in Bewegung, niemals wahrlich ruhend, kräftig, hitzig. Die Hitze konnte sinnlich, ja sicherlich auch herzlich sein, doch ebenso konnte sie verbrennen, verschlingen, es war ein Zweischneidiges Schwert. Dort, wo die Kälte Maeves schütze, doch auch von anderen isolierte, weswegen sie sich ständig selbst, ohne es teilweise wahrhaft zu bemerken, abschottete, Kontakte abbrach, sich um sich selbst kümmerte und andere vernachlässigte, dort konnte das Inferno, welches sich an diesem Abend Davina Stoica nannte, ebenso anziehen, wie abstoßen, ebenso betören, wie versengen. Wenn Maeves Kälte, ihre oftmals abweisende Art mit einem Schild symbolisiert würde, welches sie umgibt und gleichzeitig von ihrer Umgebung trennt, so wäre die Natur Evgenijas wohl die einer zweischneidigen Klinge, berauschend, voller Macht, doch mit so viel Kraft erfüllt, dass diese auch denjenigen, der die Klinge führte, zu verletzen vermochte.
An diesem Abend im Dezember traf das brennende Schwert auf das eisige Schild und die sengende Hitze schaffte es eine Lücke in den frostigen Eispanzer zu schlagen, eine einzige Lücke, die gewisse, durch die umliegende Kälte dennoch stark gedämpfte, Emotionen nach außen dringen ließ. Doch geblendet vom eigenen Feuer, konnte Evgenija, die diese Klinge führte, den feinen Riss und ebenso die aus diesem quellenden Gefühle nicht sehen. Die Flammen leckten in einem Rückstoß nach ihr und ließen sie zurückschrecken, was in einem regelrechten Rückzug resultierte.
Im Gegensatz zur flammenden Serbin, hatte die frostige Irin den Riss allerdings durchaus erblicken können, sie hatte ihn gespürt, sie hatte die Hitze spüren können, die außen tobte und durch den kleinen Riss eindrang. Zwar reichte diese nicht weit, doch sie verband sich mit der Hitze, die in Maeves Innerem entbrannt war. Diese Quelle konnte sich niemals mit der Feuersbrunst messen, die vor ihrem Schild getobt hatte, würde niemals den Eispanzer schmelzen können, doch wie es einen Unterschied machte, ob man im Dunkeln wandelte, oder eine einzige Kerze als Lichtquelle mit sich führte, machte es einen Unterschied, ob das Herz von immerwährender Kälte oder von milder Wärme umgeben war.
Maeve sah und spürte den Riss in ihrem Schild, Evgenija übersah ihn vollkommen, erblickte nur ihre eigene Reflektion in dem glatten Eispanzer, empfand ihren Anblick im Vergleich zum verhaltenen ihres Gegenübers als schändlich und sah dies als Grund für einen überstürzten Rückzug an. Maeve erblickte nicht, was Evgenija erblickte, sie sah nur, verschwommen durch die dicke Schicht aus Eis, wie sich die wundervolle, in Feuer und Licht gehüllte Schönheit, die es geschafft hatte eine Bresche in Maeves kühles Bollwerk zu schlagen, nach dieser Welle bereits zurückzog, nicht etwa um Kraft für einen zweiten Angriff zu sammeln, sondern um aufzugeben.
Sie erkannte die exakten Gründe für diesen Rückzug nicht, sie war nur erschüttert über diesen plötzlichen Richtungswechsel, wo sie doch gerade wahrlich eine Verbindung zu ihnen gespürt hatte und doch auch hatte erkennen können, dass sie nicht allein mit derlei Empfindungen war.
In der Hast der Umkehr wurden einige Worte gesprochen, die kaum durch die Atmosphäre der Verwirrung drangen, die wie nun wie ein dichter Nebelschleier die Gedankenwelt der Forscherin umgab.
Zu perplex um etwas zu sagen, um zu handeln, sorgte die Kälte doch eher für überlegte und durchdachte Handlungen, nicht aber für welche, die von Reaktionsschnelle oder Intuition geprägt waren, ließ sie diese in Flammen gehüllte Gestalt ziehen, blickte ihr hinterher ohne etwas unternehmen zu können.
Es dauert einen Augenblick, bis diese Erfahrung verarbeitet war, die Kontrolle verstärkte sich wieder, der Riss begann wieder sich zu schließen, doch ihre Gedanken wurden wieder freier, klarer, der Nebel wich Klarheit, keiner völligen Klarheit, doch genügend um zu einer Entscheidung gelangt zu sein.
Ungleich der Serbin, die wie ein Ifrit durch die Räumlichkeiten gefegt war, erhob sich Maeve anmutig und bedächtig aus ihrer Position und mit eben diesen Eigenschaften war ihr Weg zum Ausgang zu beschreiben. Sie hastete nicht, sie eilte nicht, sie erregte damit zwar ebenfalls Aufmerksamkeit, vor allem da sie den feurigen Spuren des Ifrit folgte, doch sie, welche damit eher einer geisterhaften Erscheinung gleichkam, schenkte niemanden der Anwesenden ihre Beachtung, als sie förmlich an diesen vorbeischwebte und am Ausgang vor dem Hauselfen verharrte, welchen sie unter anderen Umständen keines Blickes gewürdigt hätte.
"Du. Elf. Sag mir, welchen Weg die Frau nahm, die eben hier entlang kam.", sprach sie, mit Arroganz in der erhabenen Stimme, ebenso wie mit Bestimmtheit, hatte sie doch ein Ziel, welchem sie folgte.
Der Hauself, offenbar weise genug kein Wort zu sagen, zeigte lediglich mit seinem widerlichen Finger in Richtung des Badezimmers.
Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, stieg sie die Treppe hinauf. Sie eilte weiterhin nicht, es war schlichtweg nicht ihre Art so etwas zu überstürzen, auch konnte sie nicht ahnen, was das Objekt ihrer Suche gerade im Badezimmer mit ihrem wundervollen Körper anstellte. Würde sie dieses Wissen besitzen, wären ihre Schritte mit Sicherheit von weniger Ruhe erfüllt.
Es dauerte dennoch nicht lange, bis sie an der Tür zum Badezimmer angelangte, welche offensichtlich verschlossen war. Ein vergebliches Rütteln am goldenen Türknauf bestätigte diese Vermutung, weswegen Maeve ihren Zauberstab zückte. Dieser war schlicht, doch elegant und erhaben gleichermaßen, besaß kein Schmuckwerk, war frei von derlei Zusätzen, es war im Grunde damit kaum mehr als ein Stück leicht biegsamen Walnussholzes, in welchem die Fasern eines Drachenherzes eingearbeitet waren, doch gleichzeitig war er so viel mehr, er war pure Eleganz, die über jeden Schnickschnack erhaben war.
Diesen in ihrer rechten Hand führend, öffnete sie ohne den Zauber mit Worten auszusprechen, die verschlossene Tür, drückte diese mit einem weiteren, leichten Schwenker des Stabes auf und betrat daraufhin das mit edlem Carrara-Marmor ausgelegte Badezimmer, gerade als ein lautes Klirren zu vernehmen war.
Maeve wandte sich um und erblickte nun zu ihrer Rechten die Frau, die sie gesucht hatte. Evgenija, die hitzige, von Jugend sprühende Schönheit, doch hatte diese sich wohl wahrlich an der zweischneidigen Klinge geschnitten, die sie mit sich führte. Von einem ihrer Arme, an denen frische Wunden verliefen, tropfte Blut. Auch ältere Narben erblickten ihre scharfen Augen, nun, wo ihr Kleid diese nicht mehr verdeckte und das helle Licht des Badezimmers diese offenbarte, wo das gedämpfte Licht der unteren Räume noch kaschierend gewirkt hatte.
Doch diese, offensichtlich mit dem sichtbaren Messer, zugefügten Schnitte waren nicht die Quelle des Lärms gewesen.
Maeves, durch dieses helle Licht beinahe schon weißen Augen, erblickten als nächstes bereits den Grund dafür, der Spiegel war zertrümmert worden, Scherben waren durch die Luft geflogen, lagen im Waschbecken, auf dem Marmorboden, eine hing gar in der Mähne der Serbin und reflektierte etwas des Scheins von den über dem Waschbecken angebrachten Lichtern, erzeugte zusammen mit den anderen Scherben ein Lichtspiel, welches in Anbetracht der Situation beinahe höhnisch wirkte.
Die nach dem Schlag wohl gesunkene Hand Evgenijas blutete, auf dem Boden befanden sich größere Bluttropfen, die direkt aus der Wunde stammten, ebenso wie durch den Schlag umhergesprühtes Blut, welches sich fein über die zarte Haut der jungen Hexe gelegt hatte.
Ohne ein Wort zu sagen, schwang Maeve erneut ihren Zauberstab, wodurch, je nachdem wie fest die Weißhaarige das Messer umklammert hielt, sanft oder ruppig die Waffe in die freie Hand der Irin gelangte. Sie blickte das Instrument der Verstümmelung nicht an, sondern ließ es zunächst in der Tasche verschwinden, die sie stets mit sich führte.
Erneut wurde der elegante Walnusstab geschwungen. Maeve zeichnete geschickt, in fließenden Bewegungen magische Hieroglyphen in die Luft, sie glühten golden, ehe sie verschwanden. Mit ihrem Verschwinden schlossen sich auch die Wunden am Körper Evgenijas, ohne dass dabei Schmerz entstand oder sichtbares Narbengewebe zurückblieb. Stattdessen ging ein leichtes Zucken durch den Körper der Hexe, welche diese Zeichen soeben in die Luft gezeichnet hatte.
Maeve mochte Schmerzen vertragen können, doch völlig ohne Reaktion konnte sie diese nicht über sich ergehen lassen. Kein Laut kam über ihre Lippen und auch ihr Gesicht verzog erstaunlicherweise keine Miene, doch das Zucken fiel auf und bisher hatte es die Hexe nicht geschafft dieses ebenfalls zu vermeiden.
Noch ein letzter Schwenker folgte und all die Scherben begannen zu schweben, ebenso die im Haar der weißblonden Schönheit, bevor sie sich wieder zu ihrem Ursprungsort begaben und das Badezimmer aussah, wie zuvor, lediglich die Bluttropfen auf dem Marmorboden waren verblieben.
Die Irin war eine mächtige Hexe, zumindest in solcherlei Belangen, in einem Duell würde sie eine weniger geschickte Figur abgeben, offensive Zauber hatten ihr nie gelegen, sie war dafür meisterhaft im Umgang mit Zaubern der Defensive, denen, die für ihre Forschungen, für ihre Arbeit benötigt wurden und mit solchen, die im Alltag von großem Nutzen waren. Desweiteren verfügte sie durch ihre Forschungen über eine Palette an verschiedenen Zaubern, die vielen sicherlich nicht allzu vertraut waren.
All diese Zauber hatte sie in wenigen Augenblicken angewandt, sie hatte die Situation gekonnt analysiert und gehandelt, da sie sich im Vorfeld auch Gedanken gemacht hatte und einige Möglichkeiten in betracht gezogen hatte. Solche Aussichten, wie sie nun eingetreten waren, mit denen wurde nicht gerechnet, allerdings war sie in diesem Fall, wo es sich nicht vorrangig auf emotionaler Ebene abspielte, in der Lage gewesen, schnell zu reagieren.
Nun jedoch, ging es wieder auf diese emotionale Ebene zu. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sie kein Wort gesagt und keine Emotion offenbart, doch dies hatte womöglich zu einem solchen Dilemma geführt.
"Davina..", sprach sie, den wahren Namen weiterhin nicht wagend in einem Gebäude wie diesem offen auszusprechen.
"Sie haben sich geirrt. Ich war nicht bloß freundlich.", versuchte sie sich zu erklären und man konnte erkennen, dass sie nun, wo es um diese Thematik ging, weitaus weniger geschickt war, als zuvor, wo es sich um eine simple Problemlösung handelte.
"Und Sie haben sich auch nicht wie eine Närrin verhalten. Sie verfügen über die Gabe, ihren Gefühlen sehr offen, sehr direkt, Ausdruck zu verleihen. Ich bin nicht in einer solchen Weise dazu in der Lage...ich empfinde durchaus, doch im Inneren.", fuhr sie fort, hin und wieder stoppend, sich die Worte zurechtlegend. Man konnte sehen, wie kompliziert es für sie war.
Zunächst wusste sie nicht, was sie noch anfügen sollte, wie sie sich ausdrücken sollte, damit verstanden wurde. Die Ältere drückte sich vage aus, sprach nichts mit wirklicher Substanz aus, auch wenn sie versuchte, klarer zu sein. In dem Blick, den Maeve der offensichtlich emotional verletzten Evgenija schenkte, lagen Emotionen, durchaus, doch waren sie nicht annähernd von der Intensität, welche die Serbin mit ihren Augen auszudrücken vermochte.
Kein Wort über die Tatsache, dass sie soeben erblickt hatte, wie sich die junge Hexe aufgrund ihrer Emotionen physischen Schaden zugefügt hatte, verlor die Irin. Es hatte ihr nur gezeigt, wie intensiv diese Frau, die sie erst an diesem Abend kennengelernt hatte, wohl all ihre Gefühle empfinden musste, dass sie zu solchen Mitteln griff. Maeve konnte dies nicht in dieser Gänze begreifen, weswegen sie es zwar als tragisch empfand, doch nicht etwa verurteilte und zu einem Thema machen wollte, welches unter Druck setzte oder an den Pranger stellte.
Kurz öffnete sich der Mund der Forscherin, die nun mit gesunkenem Zauberstab nahe der Tür stand, noch einmal, als wollte sie etwas anfügen, wogegen sie sich nach einem Moment jedoch wieder entschied und stattdessen wartete, ob sie vielleicht trotz der Schwierigkeiten, die herrschen, verstanden wurde.
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BeitragThema: Re: Um der Reputation willen   Fr 30 Dez 2016 - 4:05

Sie blickte wieder in den zerbrochenen Spiegel und biss die Zähne zusammen, als sie viele, leicht verzerrte Versionen ihrer selbst zurück sahen. Anklagend, wütend. Genau so fühlte sie sich. Es war ein Kaleidoskop an Schuld, an Scham, an Schande und Zorn. Die Welt drehte sich wieder und erneut musste sie einen hysterischen Weinkrampf niederringen, bevor er ausbrechen konnte. Ihre Augen waren nun unglaublich gerötet. Sie konnte den Anblick nicht länger ertragen. Wieder und wieder schlug sie in den bereits zersprungenen Spiegel, bis die Scherben in alle Richtungen stieben. Schmerz jagte beißend durch ihre Hand, als sich scharfes Glas durch ihre Haut bohrte. Blut spritzte in feinen Tropfen über den weißen Marmor der Kacheln, während die Scherben sich im Raum verteilten. Ihre Hand zitterte vor Schmerz und weiter tropfte Blut zu Boden. Sie reagierte nicht, als jemand an der Tür rüttelte. Doch dann wurde sie geöffnet. Sie konnte hören, wie die Magie das Schloss in die Knie zwang und die Tür sich weit öffnete. Dort stand sie. Ihre Schultern waren hochgezogen und ihr Ausdruck eine schreckliche Maske an vernichtendem Zorn, welcher sich mit voller Macht gegen sie selbst gerichtet hatte. Doch als Maeve dort stand, entspannten sich die Züge eine Spur, was nicht viel war, aber doch sichtbar. Der Anblick des kühlen Blickes der Hexe schien diese sengende Klinge ihre Wut einfach über dem Knie zu zerbrechen und ihr die Spitze ins Fleisch zu treiben. Die Hexe trat einen Schritt hinein und musterte Evgenija kühl und unberührt, bevor sie ihren Zauberstab hob. Wachsamkeit und Panik stiegen in ihr hoch, doch sie war zu kraftlos um nach ihrem eigenen Zauberstab zu greifen. Gleichzeitig wusste sie, dass sie diese Hexe nicht würde verletzen können. Ihre Augen weiteten sich überrascht, als das Messer aus ihrer kraftlosen Hand rutschte und zielsicher, den Griff voran in ihrer Hand landete. Sie wusste, wie das warme Gefühl Maeve nun durchströmen würde. Der Moravac Zeremonien-Dolch. Jeder in der Familie bekam einen. Er nahm das Blut des Zauberers auf, um es schließlich für eigene Blutopfer nutzen zu können. Die Hexe verstaute die Klinge in ihrer kleinen Handtasche. Es war faszinierend. Selbst beim zaubern, oder gerade dabei, schien diese schöne Hexe vor erhabener Eleganz schier zu strahlen. Mit malerischem Schwung, zeichnete die Ältere Hexe Hieroglyphen in die Luft. Sie sah distanziert und etwas ungläubig auf ihre Hand und den Arm, welchen sie aufgeschnitten hatte. Die Ärmel waren noch hoch gekrämpelt und entblößten die leicht klaffenden Schnitte und die Sammlung an Narben, welche sie in der Zeit bereits auf sich selbst hinterlassen hatte. Jede Wunde schloss sich durch die Magie der Hexe und hinterließ an der Stelle weiche unberührte Haut. Nicht ein Schmerz verlief durch Evgenijas Körper und sie sah verständnislos zu Maeve, als ihr das Zucken auffiel, welches die Hexe überkam und es dämmerte ihr. Maeve hatte ihr gerade den Schmerz abgenommen und ihn für sie durchlebt. Warum? Sie wollte nicht das diese Hexe Schmerz erlitt. Gleichzeitig wurde sie wieder zornig. Wer war sie, dass sie herein kam und sich ihres Schmerzes bemächtigte? Wer war sie sich dies anzumaßen? Doch sie blieb stumm. Zuletzt erhoben sich die Scherben von dem Boden. Eine stieg aus ihrem Haar auf, und flog mit den anderen zusammen auf den verbogenen und gebrochenen Rahmen des Spiegels zu, welcher sich wieder gerade bog und zusammenschloss. Das Glas setzte sich wieder ein und die Oberfläche strich sich glatt. Lediglich das Blut am Boden kündete noch von der Selbstbestrafung der Serbin. Sie betrachtete die Posen der Hexe, ihr schlankes Handgelenk und dessen Schwung. In diesem Moment war sie noch tausend Mal schöner als jemals zuvor und Evgenija konnte nicht anders, als sie anzustarren. Als die ältere Hexe alle Schäden beseitigt hatte, richtete sich der Blick der Hexe wieder auf sie. Wieder stach Schmerz tief in ihre Brust, als der kalte Ausdruck sie durchdrang. Würde sie Evgenija nun maßregeln? Ihr einen Vortrag halten? Sie vielleicht für verrückt oder gar erbärmlich erklären und gehen? Die Angst krampfte ihr schier den Magen zusammen. Doch dann sah sie es. Zum ersten Mal wurde dieser Blick tatsächlich sichtbar weicher und wenn es nur eine Spur war. Maeves Worte ließen Evgenija erzittern. Es war nicht nur Freundlichkeit gewesen? "Du kannst nicht zeigen was fühlst? Das ist... ich wusste nicht. Ich... bitte verzeihung sehr!" Schmerz. Es tat ihr so unendlich leid. Diese Hexe schien dazu verdammt zu sein, ausgesperrt von ihrem Gesicht, ihr Gefühl in sich zu tragen, ohne jemanden, den sie liebte sichtbar teilnehmen zu lassen. "Heißt... du.... du magst... mich? Du fühlst auch sehr zu mich hin?" Es erschrak sie, wie ihr diese Worte über die Lippen kamen. Noch immer empfand sie Scham ob dieser Tatsache, dieser Unnatürlichkeit. Doch es war die Wahrheit. Diese Frau hatte sie in den Bann gezogen, ganz und gar und ließ sie nicht los. Sie biss sich auf die Unterlippe, als ein zögerliches Lächeln auf ihren Lippen erschien. "Warum magst du mich? Du bist wunderschön. Viel mehr schön ... als ich." endete sie leicht zögernd. "Du findest nicht schlimm, dass ich, sehne dich?" Sie konnte es immer noch nicht glauben. Sie hatte Angst gleich aufzuwachen und das alles wäre nur ein böser Traum gewesen. Die Wahrheit war allein für sie schon plagend genug. Doch sie konnte nichts dagegen machen. Allein ihr Anblick, das Timbre ihrer Stimme, ihre Eleganz, dieser messerscharfe Intellekt, ließ sie innerlich beben. Ja selbst ihre Lenden hatten angefangen sich zu fluten, als ihre Schenkel sich in diesem Alkoven berührt hatten. Der Gedanke daran reichte aus, um erneut eine Welle der Erregung durch ihren Körper zu senden. Noch immer stand der Unglaube auf ihrem Gesicht geschrieben, doch nun war Hoffnung dazu gekommen. Langsam kam sie auf Maeve zu und streckte die blutige Hand aus. Sie näherte sich dem Gesicht der Hexe, besah sich aber dann den Schmutz, der ihr Gesicht beflecken würde und schob die andere Hand an ihre Wange. "Du sagst Wahrheit? Du nicht höhnst?" Die Worte waren so bittend und hoffend gehaucht, das es mit ihrem Ausdruck zusammen das ganze Ausmaß ihrer Sehnsucht nach Maeve klar machte. Sie konnte es nicht mehr ertragen. Mit einem entschlossenem Schritt, drängte sie Maeve gegen die Tür, welche sich hinter ihr geschlossen hatte und presste seufzend ihre Lippen auf die Ihren. Nun konnte sie es nicht mehr verhindern und während sie die Lippen dieser Frau küsste, brachen sich die Tränen endlich ihre Bahn und begannen ihre Wangen hinab zu rinnen.
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BeitragThema: Re: Um der Reputation willen   Fr 30 Dez 2016 - 5:15

Für einen kurzen Augenblick lang herrschte Unsicherheit im Inneren Maeves. Die Wut, die in den Augen der Serbin flammte, das Zittern, welches dadurch in deren wohlproportioniertem Körper erzeugt wurde, diese Spuren ihrer tobenden Emotionen, die Intensität dieser, senkte sich nur ein wenig, als sich ihre Blicke trafen, als wieder ihre Gegensätze aufeinanderprallten. Für diesen kurzen Moment, in welchem Evgenija die kühle, dunkelhaarige Hexe lediglich ansah, fürchtete sie beinahe, einen Fehler gemacht zu haben, indem sie sich über die Privatsphäre der Weißhaarigen hinweggesetzt hatte, für diese entschieden hatte, indem sie diese Zauber gesprochen hatte. Es war kein allzu rationaler Gedanke, doch wenn es um zwischenmenschliche Beziehungen von diesem Grad ging, war selten noch etwas wahrlich durchdacht und von Rationalität erfüllt. Emotionen waren nicht logisch, sie entstanden ob der Besitzer dieser es wollte oder nicht.
Doch als die Worte, die Maeve gesprochen hatte, mit denen sie versucht hatte sich zu erklären, sich und ihre Emotionen, beziehungsweise den Mangel an sichtbaren Gefühlen, entschwand ein solcher Gedanke wieder, denn tatsächlich schien die Jüngere sie zu verstehen, sie entschuldigte sich sogar dafür, es falsch aufgefasst zu haben. Auf diese Entschuldigung folgten direkt Fragen der Versicherung. Verständlicherweise wollte sie Klarheit, sie wollte wissen, ob Maeve sie mochte, ob sich die kalte Irin zu der feurigen Serbin hingezogen fühlte, sie wollte erfahren, weshalb sie von der älteren Hexe gemocht wurde, obwohl diese in den Augen der Jüngeren doch wesentlich schöner war, sie wollte von ihr wissen, ob Maeve die Sehnsucht als schlimm oder gar schändlich empfinde, die Evgenija ihr gegenüber empfand.
Kurz stockte Maeve der Atem. Evgenija traf sie erneut mit dieser entwaffnenden Direktheit, mit die doch so indirekte Irin erst noch lernen musste umzugehen.
"Ja." Maeve entrang ihrer zugeschnürten Kehle dieses simple Wort der Zustimmung, dieses Wort der Versicherung, welches viel zu wenig war, doch für Maeve in Anbetracht dieser Flut an intimer, offener Fragen, unglaublich viel.
Ein Nicken folgte, welches ihr wiederum ein wenig leichter fiel. Ihre freie linke Hand ballte sich zu einer Faust, ihre makellosen Fingernägel drückten sich ein wenig in das zarte, weiche Fleisch ihrer Handinnenfläche. Ihr gefiel nicht, wie unfähig sie sich in dieser Situation fühlte. Ihr gefiel nicht, dass sich dieses wunderschöne Wesen vor ihr nur wegen ihrer verschlossenen Art selbst verletzt hatte, dass diese Schönheit wegen Maeve Schmerzen erleiden musste.
Auf die Frage, weswegen Maeve die andere Frau mochte, vermochte sie in diesem Moment noch nicht zu antworten, es würde dazu kommen, doch für den Moment hatte es ihr schier die Sprache verschlagen.
Maeve zwang sich zu einem ehrlichen Lächeln. Es war ein Zwang in dem Sinne, dass sie sich dazu bringen musste, es auf diese deutliche und unmissverständliche Weise darzustellen, doch zwang sie sich damit keine falschen Gefühle auf, im Gegenteil, mit diesem Lächeln wollte Maeve versichern, dass es der Wahrheit entsprach.
Statt Worten drang auf das Ergreifen der Initiative durch Evgenija ein erstauntes Keuchen aus der Kehle der stillen Frau. Es war mehr als nur erstaunt, es war im Zuge der Realisation über die Absichten Evgenijas ein erstauntes Keuchen, in welchem gar Erregung mitschwang, die sich bereits im Körper der kühlen Hexe ausgebreitet hatte, als sie beide noch in den unteren Räumen waren, im Alkoven weilten, und nun einen erneuten Höhepunkt annahm, als sie realisierte wozu es kommen würde. Es ging schnell, doch für dieses eine Mal wusste sie, wie ihr geschah, trotz der hochemotionalen Situation.
Die warme Hand der Serbin bettete sich auf die kühle Wange Maeves, die einen leichtenSchimmer der Errötung annahm, als sie dies spürte, als sie spürte wie die Hand dieser wundervollen Kreatur sanft über ihre Wange strich. Die Frage nach dem Wahrheitsgehalt der Worte und Gefühle, die von Maeve ausgingen, kam und ein erneutes, beinahe automatisches Nicken ging von der Befragten auf. Ihr Mund öffnete sich ein wenig, doch keine Worte entkamen ihm, sie war nicht im Stande sich noch klar zu artikulieren, sie wusste was sie wollte, sie erkannte, dass es ebenso das war, was die Weißhaarige wollte. Sie wollten, sie sehnten sich beide nach einander und ihrer Natur ensprechend kam auch der zweite Schritt, nach der Berührung der Wange durch ihre Hand, auch der zweite, weitaus intimere Schritt von Evgenija, als sie die ältere und eigentlich erfahrener Hexe, die allerdings völlig überrumpelt wurde mit dieser ganzen Situation, nach hinten gegen die hölzerne Badezimmertür drückte.
In einer für Maeve untypisch instinktiven Handlung ließ sie ihren Zauberstab zu Boden fallen, griff mit der nun freien, rechten Hand nach der linken, blutigen Hand von der dominanten jungen Hexe, scherte sich nicht um die Flüssigkeit, die durch die Verletzungen noch an ihr hafteten und legte diese Hand, mit der sich die Serbin zuvor noch geweigert hatte, Maeve zu berühren, auf ihre freie Wange. Maeve spürte das Blut, wie es auf ihre linke Wange gedrückt wurde, während sie nun ihrerseits ihre beiden Hände auf die Wangen Evgenijas legte, als es zu dem leidenschaftlichen, sinnlichen und hungrigen Kuss kam, den sie miteinander teilten.
Mit der kleinen Geste wollte Maeve ohne Worte symbolisieren, wie sehr sie die andere begehrte, ihr Blut als Teil von ihr betrachtete, nicht etwa als etwas Schmutziges, und gerne gewillt war, es auf sich zu spüren. Es hatte etwas Verwegenes, wie Romantisches, wurde doch aber schnell aus dem Zentrum der Gedankenwelt der Irin gewischt, als sich die sinnlichen Lippen einer anderen Frau auf die ihren legten.
Nach dem Missverständnis, welches sie gehabt hatten, welches zu dieser emotionalen Auseinandersetzung geführt hatte, kam dieser Kuss ihr nun wie eine Erlösung vor. Nicht nur, dass sie seit so vielen Jahren keine Zärtlichkeiten mehr mit jemanden ausgetauscht hatten, nicht nur, dass sie nach langer Zeit wieder romantische Gefühle für eine andere Person hegte, es war diese magische Atmosphäre, die sie beim ersten Blick auf diese exotische Frau gespürt hatte, die diese Erfahrung umso kostbarer und wundervoller gestaltete. Sie wussten kaum etwas übereinander und doch fühlten sie sich in dieser Intensität zueinander hingezogen, es war nicht mit Worten zu erklären, auch nicht zu begreifen, es war geschehen und hatte zu dieser Entladung geführt.
Die Augen hatte sie geschlossen, wollte lediglich spüren, für den Augenblick nichts sehen, nichts anderes wahrnehmen als das Gefühl dieser weichen, vollen Lippen auf den ihren, das Gefühl, wie dieser Quell der Jugend sie gegen die Tür drückte und liebkoste. Würde dieser Moment ewig dauern, würde sie es nicht bereuen, es war der perfekte Augenblick zum darin schwelgen, zum darin aufgehen.
Ein Schaudern der Erregung durchfuhr den Körper Maeves, als der Kuss von beiden Seiten verlängert wurde, bis zum letzten Augenblick ausgekostet wurde, ehe sie von der grausamen Natur dazu genötigt wurden sich kurzzeitig voneinander zu lösen um zu atmen. Atmung kam Maeve in diesem Augenblick ungeheuer unbedeutend vor, gab es doch ganz andere Genüsse zu erleben.
Nun durchflutet von den ausgetauschen Emotionen war es auch an Maeve zumindest auf diese Weise Zuneigung zu offenbaren. In der Atempause, die sie einlegen mussten, leckte sie mit ihrer Zunge einmal kurz über die Lippen, die sie soeben voller Leidenschaft mit Küssen bedeckt hatte, bevor sie ihre Hände von den Wagen der anderen nahm, ihre Arme stattdessen um sie schlang, näher an sich drückte, sodass sich ihre Körper dicht aneinanderdrückten, ihre innere, aufgewallte Hitze austauschten, bevor sie in den nächsten Kuss überging. Dieses Mal waren ihre grauen Augen kurzzeitig geöffnet, sie sprachen voller Leidenschaft, ein seltener Moment der Emotion durchflutete das kalte, steinerne Grau, als diese in die Augen der anderen blickten, ein Moment der wie die Ewigkeit erschien, ehe sich der Blick löste, die Lider sich schlossen und einzig die Eindrücke der Liebkosungen aufgenommen wurden.
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Evgenija Moravac
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BeitragThema: Re: Um der Reputation willen   Fr 30 Dez 2016 - 6:26

Dieses eine Wort. "Ja." Und nun gab es auch kein missverstehen. Sie konnte sehen, wie sehr die ältere Frau um Worte rang und nicht zu mehr in der Lage war. Eigentlich waren auch keine mehr nötig, obwohl ihr ein regelrechter Schwall aus Fragen entkommen war. Als sich Maeves Wangen röteten, kam ihr in den Sinn, wie diese Fragen sie wohl überfordern mochten, doch darauf konnte sie keine Rücksicht nehmen. Es sprudelte aus ihr hinaus und die Reaktionen waren mehr wert, als die größten Bekundungen. Sie hörte es leise klackern, als der Zauberstab zu Boden fiel. Ihr Herz begann noch mehrere Takte schneller zu schlagen, als sie beobachtete, wie Maeve nun auch die andere, blutige Hand ergriff, ohne Zögern, ohne Bedenken und sie auf ihre andere Wange legte. Evgenijas blutige Finger strichen über die Kühle Wange, welche sich immer weiter mit innerer und äußerer Wärme füllten. Und dieses Lächeln. Einen kurzen Augenblick hatte gezwungen gewirkt, doch dann wurde ihr klar, was sie da erzwang. Sie zwang sich zu offenbaren, zwang sich alles in dieses Lächeln zu legen, was sie empfand. Und was Evgenija dort alles sehen konnte. Obwohl es an sich zögerlich war, berührte es die Augen nicht nur, nein es erfüllte sie. Ließ die kühle Eleganz nun vor Leben sprühen. Glück durchwogte die Serbin. Das erregte seufzen der Irin, als Evgenija sie gegen die Tür drückte, waren alles, was sie gebraucht hatte. Maeve wollte es, brauchte es ebenso wie sie. Dann der magischste aller Momente, als ihre Lippen auf ihren lagen. Sie konnte den Hunger spüren, das Sehnen, das Verlangen und das Gefühl. Hatte sie vorher nichts aus der Irin lesen können. Jetzt konnte sie es. Der Tränenstrom verdichtete sich, nässte ihre Wangen und die Hände der anderen Hexe ein. Es war Glückseligkeit. Ihr erster Kuss war nichts gewesen im Vergleich hierzu gewesen. Vor etwa fünf Jahren ausgetauscht, war dieser zögerlich und wesentlich nichtssagender gewesen. Zwei Lippenpaare, die sich berührten. Oh, auch damals hatte sie viel empfunden, war ihr Körper schließlich im weiteren Umbruch gewesen. Doch heute war es etwas Anderes. Sie wollte hier drin versinken. Die Lippen dieser Hexe niemals mehr missen. Bilder schossen ihr wieder durch den Kopf. Vorwürfe, Gespräche über die Widerwärtigkeit einer solchen Verbindung. Doch wie konnte das stimmen? Wie konnte etwas so vollkommenes, etwas so erfüllendes in irgendeiner Weise verwerflich oder gar widerlich sein? Kurz musste sie daran denken, was ihre Familie davon halten würde, doch so schnell wie dieser Gedanke aufkam, so schnell rückte er wieder in den Hintergrund. Nein hier sollte es nur sie beide geben. Und so war es. Sie standen allein, ALLEIN, in wundervoller Zweisamkeit und konnten sich spüren. Die Bewunderung für diesen filigranen Menschen stemmte sich in höchste Höhen. Ihr Begehren wuchs im selben Maße, wie der Kuss dauerte, wollte nicht abflauen und Evgenija hätte es auch niemals anders gewollt. Das ablassen, um einige Atemzüge zu nehmen, war eine kleine Qual. All der Schmerz, all die Schuld die sie verspürt hatte, während sie sich nach dieser Hexe sehnte, war gewichen. Verbannt und mit Macht weggeschlossen. Noch immer flossen Tränen aus ihren großen Augen, über ihre Wangen, tropften das Kinn hinab und begannen das Kleid zu trinken, rannen über den Ansatz ihrer Brüste, in den Spalt dazwischen. Als die Zunge Maeves noch einmal über ihre Lippen strich, öffneten sich leise stöhnend die ihren. Sie genoss dieses Gefühl vollendet. Selbst der Weiher mit Avram und Gerasim war in den Hintergrund gerückt. Nichts hatte mehr bestand, nichts war mehr so wichtig, wie dieses Liebkosungen. Nun war es an ihr überrascht zu sein, als Maeve die Arme um sie schlang und sie eng an sich zog. Begierig presste sie ihren Leib an den der anderen Hexe und erbebte vor Wonne, bei dem Gefühl dieses Körpers. Doch es war nicht allein der Körper. Sie hatte sich vollkommen in Maeves Gefühlen verloren, welche diese Hexe nun stumm vor sich her trug, wie eine gleißende Fackel, die auch die tiefste Nacht erhellte, wie ein glühender Stern. Und bevor sich ihre Lippen wieder fanden, raunte sie ihr leise zu. "Ich heiße Evgenija." Nun hatte sie ihre Tarnung aufgegeben. Nur ihren Nachnamen wagte sie nicht dazu zu sagen. Zu groß war die Angst, dass diese Offenbarung an Mensch sie von sich stoßen würde. Auch sie hielt die Augen nun eine Weile geöffnet, sog begierig und staunend alles auf, was aus diesen heraus strömte. Die Menschen trachteten danach, die Seele des anderen zu berühren und tasteten blind umher. Doch hier nicht. Nein sie konnte diese Seele spüren. Als Maeve die Augen schloss, um sich dem Genuss hinzugeben, ließ auch Evgenija die ihren zufallen. Ihre Lippen öffneten sich mutig, nach mehr trachtend. Langsam ließ sie ihre Zunge an die Pforte stoßen um dann sachte dazwischen zu gleiten. Ihr Mund öffnete sich weiter und schließlich fand sie was sie suchte und begann die weiche Zunge zu umrunden und zu streicheln. Sie zog Maeve ein kleines Stock von der Tür fort, denn nun legten sich auch ihre Arme um den Körper vor ihr. Knapp unterhalb des Steiß und zwischen den Schulterblättern presste sie Maeve an ihren Leib. Das Gefühl der spielenden Muskeln bei jeder Bewegung, der Ansatz der verlockenden Rundung unter ihrer blutigen Hand, ließ sie vor Verlangen schier vergehen. So also fühlte sich vollkommenes Glück an. Wieder stießen sie an die Tür als eines von Evgenijas Beinen sich ein Stück zwischen die von Maeve drängte. Es war keine Obszöne Geste. Kein streben nach den warmen Lenden der anderen Frau, obwohl sie diese ebenso, im selben Ausmaß begehrte. Nein, dies war der reine Wunsch nach mehr Nähe. Wie hatte sie sich gefühlt, als sie Maeve erblickt hatte? Wie hatte sie sich gefühlt, als sie an ihren Lippen gehangen hatte und Wort für Wort gelauscht hatte? Der Rausch war jetzt tausend Mal größer. Sie ließ von Maeves Zunge ab, jedoch nicht von ihr. Spielerisch biss sie in die Unterlippe, welche an der ihren lag, leckte zärtlich darüber, bevor sie wieder einen Kuss nach dem anderen folgen ließ. Es war tatsächlich niemals genug. Doch dann löste sie die Lippen wieder, nicht jedoch die innige Umarmung. Ihre Augen öffneten sich wieder und blickten in dieses Gesicht, welches nicht mehr eine Nuance Kühle aufwies. "Ich wollte das du weißt richtige Name. Ich kann nicht ertragen, dass du nicht kennst." hauchte sie ergriffen und erbebte erneut, als ein weiterer Schwall Hitze durch ihr Becken brandete. "ich wollte dich schon als gesehen." gurrte sie. "Mir tut leid, das gesehen dies hier. Mit tut so leid, dass so dumm war. Mir tut leid!" Ihre Tränen verstärkten sich wieder und ein schluchzen ergriff sie. Der Nachdruck dieser Worte war regelrecht flehend. Die Weinkrämpfe, welche sie vorhin nieder gedrückt hatte, rächten sich nun, schlugen sich mit Wucht durch ihre Beherrschung, doch es stand keine Trauer in ihrem Gesicht, nur pure Freude.
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BeitragThema: Re: Um der Reputation willen   Fr 30 Dez 2016 - 7:36

Kurz hatte Evgenija sie von der Tür abgezogen, um nun ihrerseits die Arme um die Frau zu schlingen, die sie mit diesen sinnlichen, leidenschaftlichen Liebkosungen bedachte. Sie umschlungen sich inniglich, versuchten in ihrem Spiel so wenig Platz zwischen sich zu lassen wie nur irgendwie möglich, wollten nichts anderes als den Körper der anderen, dessen Bewegungen, dessen Berührungen und Hitze spüren, erfühlen.
Tatsächlich fühlte sich die Serbin, die sich als Davina vorgestellt hatte um ihre wahre Herkunft in einem Wespennest wie diesem, in dem jede brisante Information zu einem Chor aus Summen, Flügelschlägen und dem Verspritzen von Gift führen konnte, zu verbergen, auf eine nicht nur körperliche, sondern offenbar auch wahrlich tiefe, emotionale Weise zu der älteren Hexe hingezogen, dass sie ihr nun ihren Namen wahren offenbarte. Sie konnte es nicht ertragen in dem Glauben zu sein, der Frau, der sie in diesen Augenblicken solche innige Zuneigung entgegenbrachte, eine solche zentrale Information, wie ihren wahren Vornamen, vorzuenthalten, wo sie sich gegenseitig doch in diesen Momenten weitaus mehr offenbarten.
Natürlich kannte Maeve den Namen der Frau ihrer Begierde bereits, der Mann, der sie zu dieser Abendgesellschaft mitgebracht und damit unwissentlich zu dieser sinnlichen Entdeckung zwischen den beiden Hexen geführt hatte, verriet ihn ihr zuvor. Der Nachname wurde nicht hinzugefügt, es war augenscheinlich, dass sie sich darum sorgte, wie Maeve die Nennung dessen aufnehmen würde, weswegen diese daraus schloss, mehr hinter alledem vermuten zu können. Es steckte mehr hinter dieser Frau, die zunächst so impulsiv und so offen schien, doch gleichzeitig, wie jede Frau wohl, einige Geheimnisse in ihrem Inneren verbarg.
Als Evgenija innehielt um zu sprechen, senkte Maeve ihren Kopf um leicht über ihren schlanken Hals zu lecken, einige Küsse daraus zu platzieren. Maeve, die zuvor noch so kühl und reserviert erschien, zeigte bei diesen Handlungen eine andere Seite ihrer selbst. Sie konnte zeigen, was sie begehrte, wonach sie sich sehnte, wenn die rein emotionale Ebene verlassen wurde und die mehr körperliche, die natürlich, wie in diesem Fall, vor wahrer Emotion nur so sprühen konnte, doch bei der der Ausdruck ein völlig anderer war.
Sie leckte den Hals der weißhaarigen Schönheit hinaus, über ihr Kinn, bis hin zu dem sinnlichen Mund um sich mit diesem wieder zu vereinen. Ein erneuter, leidenschaftlicher Kuss wurde ausgetauscht, als Evgenija eines ihrer Beine zwischen die von Maeve schob, sie sich damit noch enger mit ihr verband und gleichzeitig erneut gegen die schwere, hölzerne Tür drückte. Der Hinterkopf der dunkelhaarigen Hexe stieß leicht gegen das Holz, doch war dies nicht etwa schmerzlich, sondern spielte nur in diese Emotionen hinein, setzte eine weitere Note hinzu, die zu genießen war. Diese leichte Grobheit, die nicht plump oder gekünstelt war, sondern zu ihrem leidenschaftlichen Spiel gehörte, ließ erneute Hitzewellen durch ihren Körper senden, ein Beben ging geradezu von diesem aus. Durch die schwarze Strumpfhose, die Maeve trug, hindurch konnte sie das nackte, warme Bein der Serbin spüren, wie es sich eine Lücke bahnte, sich an die nur von dünnem Textil bedeckte Haut der Irin schmiegte, es war ein unheimlich erregendes Gefühl sie an diesen verschiedenen Orten ihres Körpers spüren zu dürfen, dass es sie geradezu erschüttern ließ.
Nicht nur das Bein von Evgenija bahnte sich seinen Weg, nein, auch ihre Zunge tat dies, fand einen Pfad zwischen den vollen, dunkel bemalten Lippen von Maeve hindurch, entdeckte deren Zunge, umspielte sie als wäre es ein intensiver Tanz. Maeve nahm diesen auf, züngelte sinnlich, konnte nicht genug von der anderen bekommen, wollte an gar nichts anderes mehr denken und tatsächlich schaffte Evgenija es, der so oft an vielerlei Dinge denkenden Maeve, nur eines zu geben, eines, was sie begehrte, geradezu brauchte und auch bekam. Ihre Gedanken waren nicht mehr klar, sie wusste nicht einmal, ob sie noch wirklich dachte, sie war nur noch im Moment, in der Gegenwart und sog jeden Augenblick in sich auf, als wäre es lebenspendender Nektar, der voller Wonne süßlich, wie herb, ihre danach begehrende, danach lechzende Kehle hinabrann und ein Feuer in ihr, in ihrem Körper, ihren Lenden entfachte.
Sie spürte geradezu alles, die Hitze des anderen Körpers, der Austausch, das Spiel mit ihren Zungen, der Reiben von Haut auf Haut, von Textil auf Textil, das Blut der anderen auf ihrer Wange, wie es sich zu einem Tropfen ansammelte, langsam hinab lief, der Linie ihres Kinnes folgte, den Hals entlang, zwischen ihrem Schlüsselbein hindurch, sich einen Weg in den Ausschnitt ihres silbernen Kleides bahnend. Man konnte den roten Weg sehen, den der Tropfen genommen hatte, sie hatte es gespürt, war darunter angenehm erschaudert und doch hatte sie alle anderen Dinge ebenfalls gespürt, die innerhalb ihres Körpers vorgingen, die Evgenija mit ihr anstellte.
Nach einigen neckischen, frechen Spielereien, die Maeve nur umso mehr anstachelten und erregten ob ihrer Natur, löste sich Evgenija von Maeve, es war schmerzlich, da beide weiter nacheinander hungerten, doch sie wollte wieder etwas sagen, im Gegensatz zu der ansonst so wortgewandten Forscherin war die hitzige Serbin dazu in der Lage.
Sie erklärte, weswegen sie ihr nun den wahren Vornamen offenbarte, anvertraute, sie hauchte es, hinterließ ihren heißen Atem auf Maeve, so dicht ineinander waren sie verschlungen, weiterhin im stehend, an die Türe gedrückt.
Außerdem fügte sie hinzu, wie sie bereits diese Sehnsucht verspürt hatte, als sie die grauäugige in Silber und Schwarz gewandte Hexe an diesem Abend zum ersten Mal erblickt hatte, sie wollte sie bereits in diesem Moment, und ging es Maeve da nicht ebenso? Sie war beim ersten Blick auf dieses Geschöpf namens Evgenija Moravac bereits verzaubert gewesen, hätte sie selbst, wäre der Blick das einzige gewesen, was sie von ihr hätte behalten können, niemals vergessen können.
Erneut kamen entschuldigende Worte von den unwiderstehlichen Lippen, die Maeve soeben mit lange nicht gespürter Leidenschaft liebkost hatte, von denen aber auch sie nach langer Zeit, die von Einsamkeit und Isolation geprägt waren, umschmeichelt wurde. Diese Lippen, die unter den Freudentränen der nun mit Klarheit gesegneten Evgenija bebten, hatten die kühle Maeve, die quasi in einem Schlaf verharrt war, abgeschottet von anderen Menschen, wachgeküsst, mit neuem Leben erfüllt, etwas von der sprühenden Jugend injiziert, von der sie nur so überzuquellen schien.
Ein leichtes Schütteln des Kopfes ging von der stillen Hexe aus, die den Worten ihrer heutigen Partnerin gelauscht hatte. Ihre rechte Hand fuhr über die Hüfte der Schluchzenden, streifte sanft über die Seite ihrer rechten Brust, höher bis zum Hals, den sie mit ihren feinen Fingern streifte, ehe sie erneut das Gesicht umfasste und die Tränen entfernte. Auf diese Weise ging sie auch mit ihrer linken Hand vor, nahm den selben Weg auf Evgenijas rechter Seite, bis sie das Gesicht in ihren beiden Händen hielt.
Maeve war einige Zentimeter größer, wodurch sie in der Lage war ohne größere Anstrengungen die fließenden Tränen mit ihren Lippen abzufangen. Sie küsste sie hinfort, drückte noch einen Kuss auf beide Wangen der vor Freude und Erleichterung aufgelösten Schönheit vor ihr, ehe sie ihr nun ein Lächeln offenbarte. Es war weniger deutlich als zuvor, doch dieses mal rein natürlich. Diesem folgte erst eine innige Umarmung. Die Leidenschaft brodelte weiterhin in ihr, es war zu sehen und zu spüren, doch auf diesen Moment, in denen Tränen bei der Weißhaarigen geflossen waren, wurde damit auf angemessene, tröstliche und ebenso sensible, romantische Weise reagiert.
In der Umarmung hauchte Maeve nun, nach längerer Zeit der Stille bezüglich gesprochener Worte, in das Ohr Evgenijas.
"Es gibt nichts zu verzeihen. Du hast so Vieles in mir geweckt...", waren ihre Worte, sie hauchte sie warm in das Ohr derjenigen, an die sie gerichtet waren. Sie sprach nicht viel, legte alles in diese beiden, kurzen Sätze.
"Evgenija..", setzte sie mit lasziven, sinnlichem Ton auch noch den Namen hinzu, den sie bisher nicht laut ausgesprochen hatte. Sie traf jede Silbe perfekt und hängte etwas Rauchiges, Verruchtes an die Aussprache und hob die sie umgebende Romantik damit erneut auf ein noch Sinnlicheres und Leidenschaftlicheres Level.


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BeitragThema: Re: Um der Reputation willen   Fr 30 Dez 2016 - 19:58

Evica hatte kichern müssen, als ihre Cousine Evgenija in den Spiegel blickte. Dumme kleine Cousine. Sie hatte nicht einmal mitbekommen, dass dieser Spiegel ein Einweg Spion war. Sie litt. Ihre Cousine schien unheimlich zu leiden. Ihre Augen weiteten sich, doch ohne das geringste Anzeichen von Bedauern. Mit fast übermenschlich graziösem Schwung strich ihre Hand den eigenen Hals entlang, bis zu den weichen Lippen, während sie begierig das ganze Leid ihrer Cousine beobachtete. Das Zittern, das beben und die Schnitte. Das alles sandte Schauer der Aufregung über den zierlichen Körper der bösen Serbin, die sich regelrecht an der Eigenverstümmelung ihrer Cousine ergötzte, wie an einem edlen Wein. Dann kam die Faust. Der Spiegel zersprang. Immer und immer wieder konnte sie Wellen auf der nun dunklen Spiegelfläche vor ihr beobachten. Der Spiegel war zerstört. Evica biss sich missbilligend auf die Unterlippe und legte die Stirn in zornige Falten, was diesem zarten Gesicht ein, auf geheimnisvolle Art, diabolisches gab. Verdammte Cousine. Warum musste sie auch so einen Hang zur Gewalt haben? Hätte sie nicht das Bad verwüsten und den Spiegel in Ruhe lassen können? Gelangweilt trommelte sie mit den Fingern ihrer rechten Hand auf der Armlehne des gemütlichen Ohrensessels. Es war das Arbeitszimmer von Herrn Talbot. Er wusste nicht das Evica es benutzt und würde es auch nie erfahren. Jedes Mal wenn sie hier einkehrte, hatte den Verstand des Zauberers schier in den Boden getreten. Inzwischen war es ein Kinderspiel seinen, für sie, konditionierten Geist zu beherrschen. Talbot war keiner der hiesigen Todesser. Er war einfach ein erbärmlicher, Ruhm und Machtbesessener Feigling. Das Selbstbewusstsein dieses Mannes bewegte sich irgendwo am Boden zwischen den Würmern. Wie sonst konnte man so viel Energie darauf verwenden, Leute zu sich zu laden, um sie dann verbal zu diffamieren und unter die eigene zweifelhafte Würde zu zwingen. Im Grunde war er ein wenig wie ihre Familie, nur eine armselige Version, ohne den Stahl im Geist und die Entschlossenheit, welche den Moravac in die Wiege gelegt worden war. Das Leder des Sesseln knirschte leise, als sie ihre Position umlagerte. Das Zimmer war gemütlich und sauber. Ein massiver Schreibtisch aus Kirschholz, manigfaltige Schreibutensilien, welche Evica jedoch mit einem Arm zu Boden gewischt hatte. Eine Leseecke und Bücherregale, sowie edles und verschwenderisches Dekor machten diesen Raum zu einem Sinnbild von Dekadenz. Ja, dies war eine niedliche kleine Hütte. Falsche Prioritäten, aber bequem. Ihre Gedanken schweiften wieder zu ihrer Cousine in dem Badezimmer, ein Stockwerk höher. Eine Weile überlegte sie, ob sie nun hochsteigen sollte, als die Fläche des Spiegels schimmerte und die Magie wieder zu funktionieren schien. Evgenija war nicht mehr allein. Interessiert folgte Evica der Szenerie. Die beiden sprachen nicht viel, doch das was Maeve O'hara sprach, war überaus interessant. Oh Ja, sie kannte die Archäologin. Ihre eigenen Forschungen stützten sich auf mehrere Thesen, welche diese Hexe aufgestellt hatte. Doch nun war es an ihr wahre Überraschung zu erleben, als sich die Szenerie zwischen den Beiden zuspitzte. Schon lange bevor es zu dem Kuss kam, konnte sie die Leidenschaft füreinander in den Gesichtern lesen und den Stimmen hören. Selbst von hier aus, waren das kalte Gesicht der Forscherin nicht schwierig zu deuten. Sie seufzte entzückt, als sie mitbekam, was für ein Missverständnis sie wohl durchlebt hatten. "Du überrascht mich Cousine." Sprach sie zu sich selbst, ohne das die beiden irgendetwas hätten hören können. "Das eröffnet mir ja ganz neue Möglichkeiten. Ich wusste es lohnt sich dir zu folgen. Du wirst ein wundervolles Forschungsobjekt sein. Und jetzt wo du für diese Frau entflammt bist, noch mehr." Ihr glückliches Lächeln hatte nun fast etwas kindliches, während sie der Zärtlichkeit folgte, welche die beiden teilten. Mit Voyeristischem Vergnügen studierte Evica jede Regung der beiden. Sie selbst war nicht daran interessiert derartiges zu erleben, aber ach, diese süßen Gefühle. Der massive Fluss an Energie welcher sich dort in um die beiden Hexen in Bewegung setzte. Mit einem gedanklichem Befehl drang sie in Talbots Geist ein. Jetzt wäre der Zeitpunkt. Beide Hexen hatten ihrer Lust füreinander eine Weile frönen dürfen, doch es gab noch Wichtigeres. Talbot würde zu Miss Cartwright gehen, einer Frau welche nun seit zwei Jahren treu im Dienste der Familie Moravac stand. Sie hatten den Kontakt über Mr. Hammilton hergestellt, einen untersetzten Zauberer, mit spitzer Nase, welcher oft in Serbien weilte und als erstes von den Moravac aufgegriffen worden war, um den Einfluss der Familie auch in andere Länder zu tragen. Sie konnte beobachten, wie Talbot Sybill leise zu der Tür des Badezimmers geleitete. Beide richteten ihre Zauberstäbe auf die Tür und woben einen Schutz um den Raum, welcher es unmöglich machen würde hinaus zu apparieren. Ein Fenster besaß dieser Raum nicht. Die Tür war der einzige Ein und Ausgang. Als der Schutz stand, blockierten beide die Tür mit ihrer Magie und hielten die Blockade aufrecht. Nun war es an Evica. Sie zog ihren neuen Zauberstab hervor, welchen sie mit diesem Körper einem törichtem Naar abgenommen hatte. Es war ein eindrucksvoll mächtiger Stab. Kirschholz mit Drachenherzfaser, ein wahres Zerstörungsinstrument. Auch Evicas eigener Zauberstab bestand aus Kirsche, ein Umstand, welcher sie nur umso mehr erfreut hatte. Doch ihr eigener trug Thestralhaar in seinem Inneren. Sie schwang den Stab in geradezu hypnotischen  Gesten umher und blickte durch den Spiegel. Feiner Nebel drang aus den Abflussrohren, den Wasserhähnen, verdichtete sich, wurde immer mehr und mehr und füllte den Raum in großem Tempo an. Es war ein recht simpler Spruch der schwarzen Kunst, wie man es hier zu Lande nannte. Dieser Nebel würde sie in einen tiefen, fast komatösen Schlaf versetzen. Triumphierend lachte sie. Die beiden hatten keine Chance, denn selbst mit Protego und einem Kopfblasenzauber, würden sie alsbald Sauerstoff brauchen. Die Falle war perfekt.

Evgenija lag noch immer in Maeves Armen. Ihre Tränen waren inzwischen versiegt, nach dem die wundervolle Tränen die Wangen mit Küssen übersät hatte. Ihr Körper bebte noch immer etwas, hatte sich jedoch ein ganzes Stück beruhigt. Das Streicheln von Maeves Händen, ihren Körper hinauf, hatten ihr ein langgezogenes Stöhnen abgerungen. Jede Berührung der Irin war wie ein aufloderndes Feuer unter der Haut. Dann lag ihr Kopf auch schon angeschmiegt an ihrem Hals, während Maeve ihr leise in das Ohr hauchte, was Evgenija ihr wohl gegeben hatte. War es wirklich möglich? Der Gedanke, dass es war, die anscheinend nach langer Zeit wieder Leidenschaft in Maeve O'Hara hatte wecken können, durchflutete sie mit Stolz und Ergriffenheit. Die Zärtlichkeit der Hexe suchte ihres Gleichen. Nie hatte sich Evgenija träumen lassen so etwas zu spüren. Auch als Maeve ihren Namen erwähnte. Die Tonlagen, die Art, wie der Name hervortrat, hatte etwas solch romantisches und erotisches, das sie direkt wieder an Maeve gepresst erzitterte. Immer wieder bedeckte sie den Hals der Hexe mit kleinen Küssen und schloss wieder die Augen. "Du machst mich viel glücklich." Hauchte sie hinauf. "Ich habe nie so gefühlt wie heute, hier in diese Raum. Ich habe auch nie gemacht solche Liebe mit andere." Es war schwer die Worte dafür zu finden. Im Grunde hatte sie nur sagen wollen, dass sie nie solche romantische Zärtlichkeit erfahren hatte, doch auch das weiterführende hatte sie nie erlebt. Wie Maeve den Satz also auffasste, die Wahrheit war es in jedem Falle. "ich möchte wiedersehen Maeve. Ich will nicht gehen und verlieren. Willst du auch, das wir wieder sehen?" Inzwischen zweifelte sie nicht mehr an der Antwort, welche ihr die andere Hexe darauf geben würde. Sie bemerkte den Nebel nicht, der langsam aus den Rohren und Wasserhähnen austrat. Immer dichter wurden die Schwaden und begannen den Raum auszufüllen. Erst als ein kleiner Schwindel in ihrem Kopf entstand, riss sie ruckartig die Augen auf und löste sich von Maeve. Beschützend blieb sie vor der Hexe und sah sich wachsam um. Der Nebel lag bereits wie ein Odem in der Luft und verdichtete sich zusehends. Sie konnte spüren, wie er in ihren Kopf griff. Ihre Gedanken verschwammen, waren nicht mehr klar. Ihre Augenlider waren so unendlich schwer. Sie kannte diesen Zauber, ja sie kannte ihn... aber sie war zu müde. Ihre Augen fielen zu und ihre Beine knickten ein. Sie stürzte, fiel hart auf den Marmor, doch das merkte sie nicht mehr, denn Finsternis hüllte sie ein und trug sie davon. Maeve... Maeve... das waren die letzten Gedanken, welche durch das Dunkel in ihrem Kopf hallten und dann verklang die Welt.
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BeitragThema: Re: Um der Reputation willen   Fr 30 Dez 2016 - 21:04

Das langgezogene Stöhnen, welches von der Frau ausging, die Maeve in all diesen Augenblicken so sehr begehrte, entlockt auch ihr ein ähnliches Geräusch, es war eine Reaktion ihres Körpers auf die Hitze des Verlangens, die in ihr geweckt wurde und durch ihren ansonsten doch eher kühlen Körper brandete, es erfüllte sie von Kopf bis Fuß, durchlief sie und erzeugte beinahe ungeahnte, doch aber lange nicht und daher beinahe vergessene Gefühle und Regungen in ihr. Es war ein Rausch, einer, der ihr die Kontrolle über ihren Körper, die ihr ansonsten von solcher Bedeutung war, die sie ansonsten nie aufgeben würde, entriss und stattdessen Instinkt und Leidenschaft das Ruder überließ.
Maeve wusste kaum wie ihr geschah, es geschah alles so schnell, doch sie konnte es dennoch genießen, darin schwelgen und vergehen.
Doch die Worte dieser lieblichen Gestalt, die all dies in ihr erzeugte, drangen dennoch zu ihr durch und erfüllten sie nur noch mit weiterer Sensation. Evgenija sprach davon sehr glücklich zu sein und dass sie noch nie mit einer anderen solche Zärtlichkeiten ausgetauscht hatte. Ob damit gemeint war, dass sie niemals bei jemanden gelegen hatte und Maeve die erste war, mit der sie auf diese Weise vertraut wurde oder ob Maeve bloß die erste Frau war, mit der dies geschah, spielte kaum eine Rolle. Dass Maeve diesem Geschöpf überhaupt Freuden dieser Innigkeit bereiten konnte und dabei auch noch etwas Einmaliges darstellen würde, ließen weitere Schauer durch ihren Körper fluten.
Es war ihr geradezu eine Ehre eine solche Person für die junge Hexe sein zu dürfen.
Maeve hatte schon in ihrer Jugendzeit in Hogwarts Vieles ausprobiert, sie hatte sich in dieser Hinsicht nicht an übliche Konventionen gehalten, doch nichtsdestotrotz war dieser Abend, diese Zeit mit Evgenija in dem prunkvollem Badezimmer etwas, was sie für immer würde begleiten.
Erneut umfasste Maeve den Kopf der anderen Hexe, hielt ihr Gesicht in den Händen, drückte es liebevoll an sich, sanft gegen ihren üppigen Busen und drückte einen sanften Kuss auf das weiße Haar, dessen Duft daraufhin eine weitere Erfahrung war, die Maeve aus alledem mitnehmen würde.
Kurz darauf fuhr ihre Hand unter das Kinn Evgenijas, drückte deren Kopf sanft wieder hoch und drückte noch einen innigen Kuss auf diese dunkel bemalten Lippen, nach denen sie sich von nun an sicherlich auf ewig sehnen würde.
"Ich bin nicht in der Lage es nur bei diesem Abend zu belassen..", hauchte sie als Antwort zwischen den Küssen, die sie mit ihr teilte.
"Wir werden uns wiedersehen...", fügte sie noch hinzu, bevor sich Evgenija ruckartig von ihr löste.
Kurz von Verwirrung erfüllt, sah sie in die erschrockenen, grüngrauen Augen ihrer Liebschaft und erkannte an diesem Blick, dass etwas nicht stimmen konnte, ehe sie, viel zu spät, die Nebelschwaden bemerkte, sie als wären sie lebendig über den marmornen Boden krauchten und langsam aufstiegen, die Luft mit ihrem dunklen Glanz bedeckten.
In einer Haltung des Schutzes baute sich die weißhaarige Hexe vor Maeve auf, welche sich stumm dafür schalt dies nicht bemerkt zu haben. Sie bereute es nicht unbedingt, die soeben erlebte Zeit war dies sicherlich mehr als wert, die Zeit, die in einem Strudel aus Liebkosung und Leidenschaft vergangen war und sie beide verwundbar für eine solche Falle zurückgelassen hatte.
Ohne zu zögern ging Maeve in die Hocke, griff nach dem Zauberstab, den sie zuvor fallen gelassen hatte, drehte sich geschwind um, damit sie mit einem Zauber die Tür, an die sie sich soeben noch innig gedrückt hatten, öffnen konnte. Ein simplen Öffnungszauber probierte sie gar nicht erst, denn wer eine solche Falle ausheckte, würde mit derlei Kinkerlitzchen nicht zu umgehen sein. Stattdessen sandte Maeve einen begrenzten Sprengfluch auf das Türschloss, um dieses nach außen zu katapultieren, die Tür zu beschädigen und Luft hineinzulassen.
Doch hatte der Nebel anscheinend bereits ihre Sinne vernebelt und ihr Gedankenströme blockiert, denn einen solchen Zauber, selbst wenn es sich um einen begrenzten handelte, in einer solchen Nähe zum eigenen Körper auszuführen war eine Dummheit, welche die geschickte Hexe doch ansonsten niemals geduldet hätte, geschweige denn selbst begangen hätte. Es war ein Risiko, war sie ansonsten sicherlich nicht eingegangen wäre, doch ging es in dieser Situation schließlich nicht nur um ihr eigenes Wohlergehen. Es ging auch um das der jüngeren Hexe. Diese hatte Maeve tatsächlich in dieser kurzen Zeit dazu gebracht, sich um sie zu sorgen, sie beschützen zu wollen.
Einige Metall- und Holzsplitter lösten sich, als der Sprengzauber eintraf, doch war der Fallensteller auch darauf vorbereitet gewesen und anstatt nach außen zu dringen, prallten sie in die andere Richtung und stießen auf den lediglich von dünnem Textil bedeckten Körper der Hexe, die den Zauber gewoben hatte.
Es kam kein Laut über ihre Lippen als sich kleine Splitter in ihrer Magengegend durch ihr Kleid fraßen und kleinere Wunden in der darunterliegenden Haut verursachten. Sie waren nicht allzu tief, auch der Schmerz war kaum zu spüren, hatte der Nebel die Hexe doch bereits auf eine Weise gelähmt, dass diese Regungen nicht mehr möglich waren. Es war mehr die Realisierung, dass sie hier nicht rechtzeitig herauskommen würden und die Scham über einen solch lächerlichen Versuch, von den Nebelschwaden in ihrem Inneren beeinflusst, die sie trafen. Doch weder die feinen Wunden, noch die Realisierung ob ihrer ausweglosen Lage oder die kurzzeitig gespürte Scham, waren es, die sie zu Boden sandte, sondern der Nebel brachte dies zu Stande.
Im Sinken klammerte sich die irische Hexe noch am leicht beschädigten Türknauf fest, spürte doch aber, wie alles in ihr, was sich zuvor dagegen gestemmt hatte, nun langsam aufgab. Ihre Lider senkten sich über die grauen, müden Augen. Die Beine knickten ein, die Arme gaben auf und Maeve kippte schlussendlich seitlich, mit dem Kopf voran auf den harten Boden auf Carrara-Marmor, der zuvor noch so schön erschienen war, nun doch aber als Zeichen ihres Niederganges diente.
Kurz flackerten ihre Lider noch, sie kämpfte dagegen als. Ihre versiegende Kraft versuchte sich gegen den niederdrückenden, erstickenden Nebel zur Wehr zu setzen, es war ein Kampf gegen Windmühlen und die Niederlage war garantiert, doch die Gedanken an Evgenija, die vermutlich das gleiche Schicksal erlitt, hielten sie noch bei Verstand, zumindest im solchen Maße, dass sie nicht aufgeben wollte. Sie waren sicherlich wegen der Serbin gekommen, niemand hatte Interesse daran eine Archäologin mit einer solchen Reputation in die Hände zu bekommen, doch eine junge, wunderschöne Hexe aus einem sagenumwobenen Haus, wie dem der Moravac, über die Maeve zu wenig wusste, doch genügend um darin im Zusammenhang mit der Heimlichtuerei über diesen Namen, den Grund für diese Falle zu sehen, wäre sicherlich einen solchen Angriff wert.
Maeve versuchte noch sich umzudrehen um wenigsten einen Blick zu erhaschen, doch weder ihre Muskeln, noch ihre Augen wollten ihr noch gehorchen und so versank auch das letzte bisschen Widerstand in ihr. Die Gedanken hörten auf sich zu kreisen, sie zerflossen in Finsternis, wie die ganze Welt um sie herum, alles war nur noch Finsternis und irgendwann war nicht einmal diese noch zu bemerken, Maeve versank in die traumlose, dumpfe Ohnmacht, zu der sie der schwarzmagische Nebel verführt hatte. In den letzten Momenten vor dem endgültigen Versinken hatte er ihr einen Schlaf versprochen, nach welchem ihr Körper offenbar lechzte, er hatte von Ruhe geflüstert, davon einfach loszulassen und irgendwann war die Hexe nicht mehr im Stande gewesen diesen geflüsterten Worten zu widerstehen und war in der verheißenen Ruhe der Finsternis, der Ohnmacht, des Nebels, versunken.

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Evgenija Moravac
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BeitragThema: Re: Um der Reputation willen   Fr 30 Dez 2016 - 22:31

Ihre Augen waren noch immer schwer, als Evgenija sie mit Anstrengung aufzwang. Ihr Kopf war noch immer schwer und es rauschte ihr. Sie fühlte sich so elendig zerschlagen. Sie lag auf kaltem hartem Steinboden. Dunkelheit umgab sie, durch welche sie lediglich Schemen erkennen konnte. Dort war ein Stuhl, auf dem eine schlanke Gestalt platz genommen hatte. Ihre Wahrnehmung war so entsetzlich langsam, so mühsam, das sie sich erschöpft umher drehte. Die Bewegung war eine intensive Kraftanstrengung für ihren Körper, doch langsam realisierte sie wieder was passiert war. Sie hatten in diesem Bad gestanden. Sie hatten sich in den Armen gelegen. Es war so wunderschön gewesen. Dann etwas diese Idylle gestört. Sie brauchte einige Sekunden, um sich an den Nebel zu erinnern. Dann war das Gefühl aufgekommen. Diese unerträgliche Müdigkeit, welche sie mit brutale Macht in einen tiefen Schlaf gezwungen hatte. Sie waren angegriffen worden. Ihre Augen weiteten sich. Maeve! Wie ging es ihr?! Ruckartig setzte sie sich auf, obwohl jeder Muskel in ihr zu protestieren schien. Angstvoll sah sie sich in dem grob gemauerten Kelleraum um, welcher sie mit einem Duft von abgestandener Luft, Moder und einer Spur Verwesung umfing. Dort lag eine weitere Gestalt. Reglos. mühevoll kroch sie auf allen Vieren zu dem körper und drehte die, auf der Seite liegende, Gestalt zu sich um. Es war Maeve. Ihre geliebte Maeve. Sofort beugte sie sich angstvoll über ihr Gesicht und legte das Ohr fast auf ihre Lippen. Sie atmete regelmäßig. Sie war am leben, das war das wichtigste. "Diese Frau muss dich ziemlich schwach gemacht haben geliebte Cousine." Erklang es durch den Raum. Die Bezeichnung schnitt wie eine giftige scharfe Klinge durch den Schleier, der noch immer auf ihrem Verstand lag. Sie ließ sich auf den Hintern neben Maeve fallen und sah sich um. Die Konturen wurden langsam deutlicher und sie konnte die Frau auf dem Stuhl nun deutlicher sehen. Ihre Augen weiteten sich, obwohl sie es ohnehin schon gewusst hatte. Niemand sonst pflegte sie so zu nennen. Dort saß sie. Evica Moravac. Fließend erhob sie sich von dem Stuhl und schritt vollendet majestätisch auf und ab. Ihre noch im Schatten liegenden Mundwinkel, hatten sich zu einem Lächeln verzogen. "Interessant, dass du zuerst Kraft aufbringst, um zu ihr zu kriechen, anstatt nach deinem Zauberstab zu sehen." Stellte Evica weiter fest. "Das ist gefährlich geliebte Cousine. Sie macht dich schwach. Ich habe gesehen, wie du dich vor sie gestellt hast. Wäre es ein anderer Angriff gewesen, wärst du nun tot. Du hast es vollbracht. Du bist geflohen, hast dich von unserer Familie gelöst und es geschafft dich zu verstecken und ihren Fängen zu entkommen. Und dann bist du hier und erlaubst dir Schwäche, indem du auf ihren Schutz bedacht bist?" Das amüsierte Lachen hallte durch das unterirdische Gemäuer und klang in Evgenijas Ohren wie ein Siegesgesang des Teufels und mit einem Mal wusste sie, dass sie verloren waren. Ihr Blick ging wieder zu Maeve. Evica folgte dieser Bewegung und grinste amüsiert. "Sie lebt, vielleicht ist sie auch schon wach und hört zu. Sie hat länger als du durchgehalten weißt du? Sie ist stark, sie ist erstaunlich. Und ich bewundere sie, auch wenn ich niemals das Bedürfnis hätte, ihr meine Zunge in den Mund zu stecken." Der Hohn aus ihrer Stimme war schneidend und das anschließende wiederkehrende Lachen, ließ Wogen des Hasses in Evgenija aufsteigen, welche die Fäuste ballte und Evica mit grimmiger Miene anstarrte. Sie hatte sie die ganze Zeit beobachtet. "Ich war überrascht als ich erfuhr das du hier bist geliebte Cousine." Evica sprach die ganze Zeit in gestochen scharfen Englisch, als hätte sie ihr Leben lang nichts anderes getan, als in Oxford zu studieren. Wo hatte sie so gut englisch gelernt? "Als ich herkam, hatte ich nur vor den Mann zu fangen, der dir geholfen hatte. Als ich wusste das er in London war, habe ich etwas recherchiert. Wusstest du das er deine kleine Freundin lange kennt? Ich frage mich, ob er auch bereits zwischen ihre Beine drang. Aber ich schweife ab..." Die Bemerkung Evicas war zur Provokation angebracht, das wusste sie und umso wütender wurde sie, als sie bemerkte, wie gut es funktionierte. "Ich habe veranlasst, das ihr..." sie zeigte auf Maeve. "Eine Einladung geschickt wurde. Ich wusste dein Freund würde anbeißen. Ich habe allerdings nicht damit gerechnet, dass er dich mitnehmen würde. Wusstest du, dass ihr nachgesagt wird, zu den verdorbensten Kreaturen dieser Insel Kontakt zu haben? " Evgenija hatte die Zähne gefletscht und den Kopf mit erhobenen Schultern, wie ein Raubtier gesenkt. Ihre Augen schienen bereits in Gold gelb zu glühen. Eine geschlitzte Pupille fixierte die jüngere Serbin. Die Zähne hatten sich zu, nach hinten gekrümmten, Reißzähnen entwickelt und langsam breitete sich Schuppengeflecht auf ihren Armen aus. Sie wollte sich ganz verwandeln und sich mit zwei Flügelschlägen und ausgestreckten Klauen auf ihre Cousine stürzen, um ihr das verdorbene Herz herauszureißen. "Ich weiß es ist nicht schön, wenn man bei solchen Momenten beobachtet wird. Aber nun mäßige dich und höre mir zu. Ich bin nicht hier um dich zu töten." Das Lächeln Evicas war verschwunden. "Ich habe die Familie in Kenntnis gesetzt, das du hier bist. Sie werden bald kommen. Sie werden deinen Reginald töten und deine Freundin dort wird leiden dafür dich verführt zu haben. Das weißt du." Angst brandete wie eine kalte Woge über Evgenija. Maeve durfte nicht in die Hände der Moravac fallen. Lieber würde sie selbst wieder zurück gehen, als zu riskieren, das dieser Frau solches Leid widerfuhr. "Ihr könnt hier auf euer Ende warten, oder ihr unternehmt etwas dagegen. Momentan befindet ihr euch in einem Kellerkomplex unter einer Krypte auf dem Friedhof.... den Namen habe ich vergessen. Zeigt mir was ihr könnt." Sie trat zur Seite und entblößte dort ihre beider Zauberstäbe, die auf Beistelltisch lagen. "Fragen? Anmerkungen? Ich erlaube euch nun zu sprechen, bevor ich gehe."
Mit erwartungsvollem Grinsen sah Evica auf die beiden Frauen hinab. Man konnte ihr ihre diabolische Freude gerade zu ansehen. "Oh, für euch verehrte Frau O'Hara, Mein Name ist Evica Mitrovic Moravac." Sie machte einen hoheitsvollen Knicks und ließ ihren eigenen Zauberstab beiläufig in Gedanken durch die Luft kreisen, während sie wieder vor ihnen auf und ab flanierte.
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BeitragThema: Re: Um der Reputation willen   Sa 31 Dez 2016 - 0:27

Maeve erwachte langsam aus dem dunklen Schlummer, dem, ob der Abgründe, die diesem durch die Natur der Magie mit der er erzeugt wurde, anhafteten, die Welt der Träume verschlossen blieb. Es war weder erholsam, noch angenehm gewesen, es war nicht mit einem Schlaf zu vergleichen, den man nach einem erschöpften Tag empfang, der oftmals auch ohne das Eintauchen in die Traumwelt auskommt. Es war ein künstliches, ein magisch erzeugtes Koma, in welchem sowohl Maeve, als auch Evgenija sich befunden hatte. Wie lange sie beide sich in diesem Zustand befanden hatten, war unklar, denn als die Irin erwachte, waren sie an keinem Ort, an dem man eine Tageszeit an irgendetwas würde ablesen können.
Doch selbst wenn sie unter einem Sternenhimmel erwacht wären, hätte sie dies nicht direkt registriert, denn mit dem Erwachen, kamen die Schmerzen, die während der Nebel geherrscht und der Körper am Nachgeben gewesen war, kaum zu spüren gewesen waren. Nun jedoch trafen diese Schmerzen den Körper der Hexe stark, wodurch sie unglücklicherweise ein Laut erzeugte, welcher auf sie aufmerksam machte.
Die kleinen Einschläge in ihrer Bauchregion, sowie der am harten Marmor angeschlagene Kopf, von diesen Punkten ging der Schmerz aus, und aus all diesen Wunden sickerte ein wenig Blut. Sie waren alle nicht schwerwiegend, nichts davon würde nach der Heilung sichtbar sein, allerdings waren die Schmerzen dennoch unangenehm, besonders unter den Nachwirkungen des Komas.
Sie hatte vielleicht, auch wenn sie dies nicht wusste, länger durchgehalten als Evgenija, doch dafür erwachte sie langsamer. Ein wenig schummrig war ihr, als sie sich darum bemühte einen klaren Kopf zu bekommen. Die Augen, die sie öffnete sahen lediglich einen dunklen, steinernen Boden, es war undeutlich, das Licht erhellte diese Räume bloß spärlich.
Maeve stütze sich mit den Hände vom Boden ab, drehte sich zunächst auf ihren Rücken, um die Wunden an ihrem Bauch ein wenig zu entlasten, bevor sie sich später um diese kümmern konnte. Kurz darauf setzte sie sich auf, um von der sitzenden Position dann direkt in eine stehende zu wechseln. Es war ihr nicht gelegen weiterhin am dreckigen, dunklen und kalten Boden zu kauern, während hier offensichtlich etwas im Argen lag. Diese Situation bedurfte ihrer Aufmerksamkeit, ihrer Konzentration und am Boden liegend war noch niemand zu irgendeinem vernünftigen Ergebnis gelangt.
Maeves Eleganz war selbst in ihrem geschwächten und verwirrten Zustand zu erblicken, wenn natürlich auch in stark gesenktem Maße. Sie hielt sich aufrecht, auch wenn es nicht das einfachste Unterfangen war. Ihre Hände rieben aneinander, Schmutz rieselte von ihnen herab, bevor sie einige Strähnen richtete, die verrutscht waren und ihre Sicht minderten. Worte drangen zu ihren Ohren, doch noch kümmerte sie sich nicht um diese. Stattdessen sah sie sich um, bis sie das weiße Haar Evgenijas erblickte, erkannte, dass sie wohlauf schien und damit eine Sorge weniger leiden musste.
Langsam und mit bedächtigen Schritten bewegte sie sich auf Evgenija zu, die noch in sitzender Position war, legte eine Hand auf deren Schulter und drückte leicht. Es war ein Zeichen der Zuneigung, wie es ein Zeichen des Zuspruchs war. Sie würden dieser Situation entkommen.
Ihre andere Hand befühlte kurzzeitig ihren Bauch, entfernte durch die dadurch erzeugten Löcher in ihrem Kleid mit geschickter Hand die Splitter, die glücklicherweise bloß oberflächlich eingedrungen waren. Diese fielen zu Boden und hinterließen kleine, klingende Geräusche in den hallenden Katakomben.
Einige Fetzen der Worte dieser fremden Person, der sie nun in ihr Gesicht blickte, kamen nun an. Sie sprach davon, dass die beiden Hexen auf ihr Enden warten können oder aber etwas gegen einen solchen Ausgang unternehmen. Sie erwähnte den Ort, an dem sie sich befanden. Es war ein Kellerkomplex einer Krypta, Maeve hatte bereits geahnt, dass sie sich unter der Erde befanden, die Luft und der Geruch hatte sie darauf schließen lassen.
Daraufhin präsentierte sie den beiden Zuschauenden und Zuhörenden deren Zauberstäbe, die nebeneinander auf einem Beistelltisch lagen, welcher aus dem selben Holz gefertigt zu seins schien wie der Stuhl, auf dem sie zuvor gesessen und wohl auf das Erwachen ihrer Opfer gewartet hatte.
Ein Grinsen schmückte das Gesicht dieser wahnsinnigen Frau, die sich anscheinend irgendeinen Vergnügen aus der Lage versprach. Sie hatte zwei Hexen entführt um diese nun aus einem Kellerkomplex entfliehen zu lassen, dahinter musste mehr stecken und gerade als diese Gedanken ihren Geist durchquerten, kam auch ein Hinweis, der diese Überlegungen unterstrich.
'Evica Mitrovic Moravac' hieß diese junge Frau, offenbar eine Verwandte Evgenijas, allerdings waren diese beiden sich wohl nicht wohlgesonnen. Evica schien vollkommen von sich, ihrem Plan und ihren Fähigkeiten überzeugt zu sein, man konnte ihr die Sicherheit und ebenso das diebische Vergnügen ansehen, welches sie empfand. Sie trieb alles auf eine Spitze, als sie bei der Vorstellung auch noch einen Knicks vollführte und daraufhin mit einem wirbelnden Zauberstab auf und ab ging, als wären sie am Strand und nicht in einer solchen Situation.
Maeve war nicht wütend, nein, das war sie höchst selten, sie war verwirrt und gar genervt. Dass dieses Mädchen sie an einem solchen Moment mit einem schwarzmagischen Fluch belegt und außer Gefecht gesetzt hatte, nur um mit ihnen ein Spiel zu veranstalten, welches keine Regeln zu enthalten schien. Es war wirr, schien keinem Nutzen zu dienen, außer vielleicht der Belustigung Evicas.
Ohne ein weiteres Wort schritt Maeve auf Evica zu, blieb dicht vor ihr stehen, zwang sie damit in ihrem Flanieren innezuhalten.
"Was hält mich davon ab, meinen Zauberstab zu nutzen um Sie damit auf der Stelle außer Gefecht zu setzen und an diesem ungastlichen Ort verrotten zu lassen?", fragte sie. In ihrer Stimme lag eine schneidende Kälte, keine Wut, sondern lediglich Bestimmtheit, Abneigung und der Wille diesen Worten auch Taten folgen zu lassen.
Sie bemerkte in ihrem Zustand, ganz stabil auf den Beinen stand sie nicht, doch aufrecht hielt sie sich und ihr kalter Blick schien Evica geradezu zu durchbohren, nicht, dass in ihrem Rücken die schöne Evgenija, über dessen Wohlergehen sie erleichtert war, gerade ein wahrhaft anderes Aussehen angenommen hatte. Ihr Blick war starr gewesen, hatte zunächst den Rücken und die Seite Evgenojas erblickt, danach das unverschämte Grinsen ihrer Verwandten Evica.
Maeve wusste zu wenig, sie war später aufgewacht, hatte sicherlich einige ausgetauschte Worte verpasst und war auch nach ihrem Erwachen nicht unmittelbar aufnahmefähig gewesen. Doch sie wusste, dass sie zusammen mit Evgenija aus diesem Loch herauskommen wollte und ebenso, dass sie das Biest, welches sie hineingebracht hatte, nicht so einfach davonkommen lassen würde. Nicht nur hatte diese einen wundervollen Moment zwischen den beiden Frauen zerstört, nicht nur hatte sie die beiden von einer gesellschaftlichen Veranstaltung entführt, nachdem sie diese in Ohnmacht versetzt hatte, nicht nur hatte sie die beiden sonstwohin verschleppt, nein, sie besaß außerdem die Frechheit und die Kühnheit ein Spiel aus alledem zu machen. Sie war auf eine Weise von sich überzeugt, die Maeve unangenehm war, denn eine mächtige Hexe schien sie zu sein, der Zauber hatte es zumindest angedeutet, doch der Umstand, dass sie das Risiko einging ihren Opfern die Zauberstäbe zu geben verwunderte sie doch.
Natürlich konnte sie apperieren, doch Maeve könnte in dem Moment nach ihrem Zauberstab greifen, ebenso nach Evica und den Vorgang verhindert. Es war nicht ungefährlich sich auf diese Weise an jemanden zu hängen, der apperierte, beide konnten zersplintern, ob die ihr im Grunde doch unbekannte Hexe ein solches Risko auf sich nehmen würde?
Die Forscherin war nicht nur erstaunt, sie war, wie immer, vor allem auch neugierig. Es war alles etwas wirr und nichts schien für sie in diesem Moment so recht zusammenzupassen. Ihr gefiel dieses Gefühl nicht und sicherlich konnte Evgenija sie erleuchten, was die Beziehung innerhalb der Moravac-Familie anging, doch im Moment konzentrierte sich Maeve erst einmal selbst auf dieses Familienmitglied, welches nichts außer Schwierigkeiten mit ihrem Besuch erzeugt hatte.
Erneut war die dunkelhaarige Hexe von Kälte erfüllt, die Wärme, die zuvor während der Liebkosungen mit Evgenija Einzug gehalten hatte, war kurz in ihrer Berührung der Schulter eben dieser gelegen, doch ansonsten war es erneut verschwunden um dieser Situation gewachsen zu sein. Gleichzeitig jedoch stellte sie sich in den Vordergrund, nicht im Besitz ihrer vollen Kräfte, doch mit einem Willen ausgestattet, der diesen Nachteil ausgleichen könnte, lenkte von der anderen Hexe in ihrem Rücken ab und konfrontierte den Feind ohne zu Zögern direkt, es war wie zuvor mit Misses Cartwright, nur stand hier wohl deutlich mehr auf dem Spiel. Das Auftauchen Evgenijas, das Eintreten in das Leben Maeves hatte diese aktive Seite geweckt und dafür gesorgt, dass sie nun wieder mehr Initiative ergreifen würde, nicht mehr allzu sehr in der Passivität und Abgeschiedenheit der letzten Jahre versank.
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BeitragThema: Re: Um der Reputation willen   Sa 31 Dez 2016 - 2:46

Als Maeve stöhnte und ächzte, hatte Evgenija sich sorgenvoll umgesehen. Sie war verletzt! Wie war das passiert? Sorge durchflutete sie, als sie sah, wie mühselig sich diese wunderschöne Hexe auf die Beine kämpfte. Doch selbst jetzt war ihre Anmut ungebrochen. Angeschlagen vielleicht, aber nicht gebrochen. Sie trat an Evgenija heran und drückte ihr leicht die Schulter. Es war eine beruhigende Geste. Sie sah hoch zu dieser Frau, welche sie so in den Bann gezogen hatte. Ihre goldgelb geschlitzten Augen schienen auch in diesem Zustand die gewaltigen Gefühle auszudrücken, welche sie für diese Frau empfand. Als Maeve vortrat an ihr vorbei, fiel es ihr auf, wie wackelig ihre Geliebte auf den Beinen war. Evica studierte Maeve ihrerseits selbst fasziniert, mit einem breiten Grinsen. Nun erhob sich Evgenija ebenso. Noch immer drängte es in ihrem Körper dazu sich weiter zu verwandeln. Sich einfach auf Evica zu stürzen, welche es wagte Maeve zu bedrohen. Doch sie wusste, das würde nichts bringen. Die gewaltige Macht der jüngeren Cousine war groß genug, um auch mit ihnen gleichzeitig fertig zu werden. Sie hatte es selbst erlebt, wie diese unheimliche Frau es mit zwei Auroren aufgenommen hatte. Sie hatte gelacht, während sie untermalt vom Sturm die beiden Gegner immer weiter zurückgetrieben und schließlich mit gnadenloser Macht vernichtet hatte. Es war das erste und einzige Mal, dass Evgenija einen Eindruck von Evicas wirklichen Fähigkeiten bekommen hatte, welche ein gerade zu monströses Ausmaß hatten. Sie war selbst alles andere als schwach, doch die Macht dieser Frau spielte in einer gänzlich anderen Liga. Sie hatte bei Großvater Ugren selbst studiert, hatte von ihm gelernt. Sie war schon immer sein Liebling gewesen, auch wenn selbst nicht in der Lage gewesen sein schien, sie wirklich zu durchschauen. Sie war ihnen allen ein Rätseln. Sie teilte viele Eigenschaften der anderen Moravac am Rande war aber andererseits auch gänzlich für sich mit ihren Motiven, welche Evgenija nicht einmal Ansatzweise verstehen konnte. Mit Vierzehn hatte Evica Experimente, welche die anderen Kinder nicht begriffen hatten. Mit Ausnahme von Großvater, war Evica die Moravac, vor der Evgenija sich am meisten fürchtete. Maeve trat ihr entgegen. Ganz die stoische Ruhe. Sie blieb dicht vor Evica stehen, die sich ihr zugewandt hatte. Sie war ein ganzes Stück kleiner als Maeve und musste sogar zu ihr aufblicken. Dennoch schien sie wesentlich größer zu sein. Ihr ganzes Charisma ließ sie über die beiden hinauswachsen. Langsam trat Evgenija seitlich neben Maeve, als diese gerade drohte sich ihren Zauberstab zu holen und Evica einfach aus dem Verkehr zu ziehen. Die Augen des Mädchens weiteten sich bei diesen Worten. Ein gefährliches und ekstatisches Leuchten lag darin, als würde sie sich nichts sehnlicher wünschen, als das Maeve ihre Drohung wahr machte. Ihre Schultern begannen zu beben. Ihre Miene welche gerade mit diesem Ausdruck noch gerade zu teuflisch ausgesehen hatte, schien nun der Inbegriff von kindlicher Unschuld, als herzhaft, voll aufrichtiger Belustigung zu lachen anfing. Es war so glockenhell, so sanft und tief emotional, dass es ihrer Wirkung regelrecht spottete. Doch es dauerte nur wenige Momente, bis sie Maeves Blick mit einer Miene solch selbstsicherer und entschlossener Bosheit begegnete, dass Evgenija Mühe hatte keinen Schritt zurück zu machen. "Nicht machen Maeve..." raunte Evgenija mit gepresster Stimme. "Sie ist mächtig. Sie würde vernichten uns beide zugleich und wir hätten nicht Chance." In ihrer Stimme schwang eine solche bittere Sicherheit, ob dieser Tatsache. Sie legte Maeve eine Hand auf ihre Schulter. "Höre auf die Worte meiner geliebten Cousine!" Diktierte Evica und durchdrang Maeves Blick immer noch mit diesem schrecklichem Blick. "Oh, ich würde diesen Versuch genießen. Glaube mir, wie sehr würde ich es genießen. Es würde mir nicht einmal etwas ausmachen, würdest du es schaffen." Diese Worte waren noch verstörender. Wie meinte Evica das? "Aber es gibt gute Gründe es nicht zu tun." Setzte die jüngere Serbin wieder an. "Ihr habt schlicht keine Zeit. Es würde euch nur mehr Zeit kosten Zeit die ihr selbst jetzt verstreichen lasst. Diese Katakomben sind gesichert worden. Niemand wird hier apparieren. Ihr kommt hier nur heraus, wenn ihr euch einen Weg bahnt und dann müsst ihr es zeitig schaffen. Verehrte Maeve O'Hara, du hast es zu meinem Leidwesen nicht mitbekommen, aber unsere Familie..." sie deutete auf Evgenija und sich. "..Ist auf den Weg hierher. Selbst wenn ihr mich bekämpft und siegt, werden sie euch dann aufgreifen. Sie sind sehr daran interessiert meine geliebte Cousine wieder in ihren Schoß zurück zu führen und angemessen zu bestrafen." Das bösartige Lächeln, welches sich nun zeigte, wurde so breit und grotesk, dass es fast die Möglichkeiten menschlicher Gesichtsregungen sprengte. "Und sie sind auch interessiert an dir Maeve O'hara und irgendwo in diesen Mauern, liegt euer Reginald. Der Arme hat nicht all zu viel Zeit. In diesem Moment verrint sein Leben. Fließt aus seinen Adern und sickert in dieses Gemäuer." Grausamkeit und Wahnsinn hatten sich wie eine Flutwelle in Evicas Augen ergossen. Ihre Mundwinkel zuckten immer wieder, als müsse sie hysterisch loslachen. Doch der Moment endete und damit auch dieser unheimliche Blick. Wieder zeigte ihre Miene pure gerade zu entzückende Kindlichkeit. "Also, wollt ihr weiter Zeit verschwenden? Nehmt eure Zauberstäbe und macht euch auf." Wie ein Kind hüpfte sie zur Seite. Ihr blondes Haar sprang bei dieser Geste ein Stück in die Luft und umschwang ihre Schultern. Als sie wieder stand, deutete sie wieder auf die beiden Zauberstäbe. "Darf ich bitten? Das Rennen ist eröffnet. Lauft meine Ratten!" Wieder erklang ihr helles und unschuldiges Lachen und hallte durch die Mauern. Sie machte eine Geste mit ihrem Zauberstab und die schwere Metalltür, welche den Eingang zu diesem Raum verschloss, begann sie knirschend zu öffnen. Dahinter erstreckte sich ein Gang in tiefe Finsternis. Evgenija ließ Evica keine Sekunde aus den Augen. In einer Hinsicht hatte sie auf jeden Fall recht. Sie brauchten ihre Zauberstäbe. Sie klaubte die beiden wertvollen Hölzer von dem Tisch und reichte Maeve den Ihren. Nun würden sie einen Weg finden müssen. "Evica, warum du nicht tötest uns? Ugren wird bestrafen, weil du nicht gehorcht und wir entkommen." Evgenija konnte sich selbst auch keinen Reim auf die Motive der jungen Frau machen. Aber sie traute der Sache kein Stück. "Wer weiß das schon geliebte Cousine? Egal was ich dir sage. Kannst du es mir glauben, ohne doch etwas anderes dahinter zu vermuten? Nein, natürlich nicht. Ebenso sie verehrte Frau O'Hara. Solltet ihr überleben, werde ich euch übrigens aufsuchen. Ich interessiere mich unheimlich für den Tempel des Suthek, den sie einst fanden. Wir werden darüber reden müssen." Sie blickte Maeve mit einem dermaßen freundlichem Lächeln an, als wären die beiden die engsten Freundinnen und würden sich lediglich zu einem Kaffeeklatsch treffen. Sie war wahnsinnig, einfach Wahnsinnig. Das wurde Evgenija klarer denn je und mehr als je zuvor fürchtete sie sich vor ihrer Cousine. Doch es gab wichtigeres. Maeve musste hier heraus. Nichts anderes zählte.
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BeitragThema: Re: Um der Reputation willen   Sa 31 Dez 2016 - 3:46

Maeve wich unwillkürlich einen Schritt zurück, nicht etwa aus Furcht, sondern vielmehr aus Verwirrung und Abscheu heraus. Diese Frau, dieses Mädchen, sie war sich unsicher, was die emotionale Reife Evicas anging, war offenbar verrückt, wahnsinnig, viele Worten wären nötig um ein solches Verhalten auf angemessene Art und Weise zu beschreiben, viele Worte und viel Zeit, Zeit die sie nach den Worten Evicas nicht hatten.
In gewisser Weise war es möglicherweise doch Furcht, die Maeve verspürte, doch nicht etwa die Furcht vor der potentiellen Macht Evicas, oder etwa diesem Spiel, sondern vor ihrer Unberechenbarkeit, anscheinend war ihr auch ihr eigenes Leben nicht von solcher Bedeutung, wie man hätte annehmen sollen. Maeve, die sich so sehr an ihre schwindende Jugend und damit in gewisser Weise auch an ihr verstreichendes Leben klammerte, konnte eine solche Haltung nicht nachvollziehen. Ebenso war die ganze Art ihr fremd. Als Forscherin war sie eine Frau der Logik, der Fakten und niemals so sehr der Emotionen und selbst emotionale Menschen wie Evgenija beispielsweise, waren nicht auf diese Weise von Irrationalität betroffen, wie es bei deren Cousine der Fall zu sein schien. Diese schien ein eigenes Extrem darzustellen und die Unberechenbarkeit, die mit ihm kam, war es, was sie wahrlich gefährlich machte, denn weder hatte sie ihre Fähigkeiten direkt demonstriert, noch ihr Leben direkt bedroht, dies geschah alles indirekt, was es nur umso schwieriger machte sie zu lesen, zu analysieren und ihre Schritte vorherzusehen.
Theoretisch könnte sie im nächsten Moment gelangweilt sein und mit Todesflüchen um sich zaubern, so wirkte diese Gestalt beim ersten Treffen auf Maeve und ihr gefiel dies ganz und gar nicht. Es war nicht die von ihr ausgehende Bedrohung, die ihr ein solch unangenehmes Gefühl verlieh, wie es möglicherweise bei einem Grindelwald oder Lord Voldemort der Fall gewesen wäre, es war schiere Unberechenbarkeit. Man wusste was die beiden genannten schwarzen Zauberer zu erreichen versuchten, doch wusste Maeve nicht, was Evica wirklich wollte. Nicht, dass sie das Mädchen auf eine Stufe mit solchen geschichtlichen Größen setzte, diese dienten für sie selbst nur als gedankliche Stütze, während sie sich ein Bild von der Situation machte, in der sie sich befanden, beziehungsweise in die sie von der dritten Frau im Bunde gebracht wurden.
Das scheinbar unschuldige, glockenhelle, kindliche Lachen erzeugte einen kalten Schauer, der Maeve über den Rücken lief und einen schalen Geschmack in ihrer Kehle.
Evgenija riet ihr, als sie sich neben Maeve begab, mit der sie früher am Tag noch innige Liebkosungen ausgetauscht hatte, keinen Kampf anzufangen, denn selbst ihre gebündelten Kräfte würden nicht ausreichen um sie zu überwältigen. Ob dies der Wahrheit entsprach oder Evgenija ihrer Cousine zu viel zutraute, war ungewiss, doch traute Maeve ihr, schließlich würde sie mehr darüber wissen.
Gefolgt davon erklärte Evica einige Dinge, die Maeve durch ihr verspätetes Erwachen wohl verpasst haben musste. Die Familie Evgenijas, die Familie Moravac war auf dem Weg und die beiden Frauen sollten wohl besser nicht anwesend sein, wenn der Zeitpunkt gekommen war. Desweiteren befand sich Reginald in diesem Gemäuer und würde zugrunde gehen, sollte er nicht rechtzeitig gefunden werden. Es war ein Spiel auf Zeit und sie beide sollten schnellstmöglich beginnen, denn sonst würden sie nicht schaffen, was sie zu schaffen hatten um wohl noch mit glimpflichen Auge davon zu kommen.
Maeve traute sich zwar weiterhin zu es mit der jüngeren Hexe vor sich aufnehmen zu können, doch einerseits hielt sie die Warnung Evgenijas zurück und andererseits mochten die Worte Evicas zwar voller Lügen sein, doch bereits die Möglichkeit der Wahrheit wäre Grund genug um nicht solche Zeit zu verschwenden und lieber die Beine in die Hand zu nehmen, zu entfliehen, solange es möglich war und kein unnötiges Risiko einzugehen, indem man sich von einer schieren Personifikation des Chaos würde aufhalten lassen.
Maeve nahm dankbar den Zauberstab umgeben, es fühlte sich in dieser Situation gut an, den Walnussstab in ihrer Hand zu halten, er gab ihr Zuversicht und Kraft und würde sicherlich dringend nötig sein, sollten sie sogleich den finsteren Gang betreten, welcher sicherlich in eine Art Labyrinth führen würde, schätze Maeve die Situation richtig ein. Darin würden sie zunächst Reginald Wood finden müssen, bevor sie sich an das Finden des Ausganges machen konnten.
Notfalls, das war etwas, was die Irin wohl nicht aussprechen würde, wäre ihr Überlebenswille auch ausgeprägt genug um auch ohne den älteren Zauberer zu verschwinden, doch solange sie noch etwas Zeit hatten, sollte es wenigstens versucht werden.
Kurz noch wurde Evica angeblickt, die nach ihrem Versprechen auf ein zweites Treffen, welches, wenn es nach Maeve ginge, gerne in ewige ferne rücken konnte, noch ein widerliches Lächeln offenbarte. Nicht lange hielt sie dieses aus, wandte sich ab und blickte stattdessen in ein weitaus schöneres Gesicht, in das der wunderschönen Evgenija. Der Transport in diese Kellergewölbe hatte auch gewisse Spuren an ihr hinterlassen, doch eine solche Veränderung hatte Maeve gewiss nicht erwartet und man sah ihr die Überraschung tatsächlich im Gesicht an.
Die Pupillen waren goldgelb und geschlitzt, die Zähne waren zu den Fangzähen einer fleischfressenden Bestie geworden und auf ihren hellen Armen zeigten sich Schuppen.
Maeve schwankte ein wenig, noch ein wenig schummrig von alledem und nun erneut überrascht über etwas, was sich vor ihren Augen abspielte.
"Evgenija...", sprach sie leise und schüttelte den Kopf. Ihre Finger begannen die eigenen Schläfen zu massieren, sie musste ihre Gedanken ordnen. Einen Augenblick dauerte, ehe die grauen Augen, die sie kurz geschlossen hatte, sich mit mehr Klarheit wieder öffneten.
"Du bist ein Metamorphmagus.", kam es trocken über ihre Lippen. Es war schlichtweg der Ausspruch einer Tatsache. Doch dieser analytische Aussage folgte etwas ebenfalls Überraschendes.
Ein Lachen. Ein leises Lachen ging von Maeve aus und es war nicht etwas gekünstelt oder erzwungen, es war ehrlich und natürlich, schien in die Situation nicht hineinpassen zu wollen und ebenso nicht zu Maeve, doch die ganze Situation war auf eine Weise bizarr und verdreht.
An diesem Abend war sie um ihrer Reputation willen auf einer Abendgesellschaft voller dekadenter, affektierter Aasfresser erschienen, hatte dort eine alte Bekanntschaft in Begleitung der schönsten Frau, die sie je glaubte erblickt zu haben, angetroffen. Mit dieser Frau war sie kurz darauf, nach einem Missverständnis, welches zu einer emotionalen Entladung führte, eng umschlungen, Lieblichkeiten austauschend, in einem Badezimmer zugange gewesen, bevor sie dort in eine Falle geraten waren, in Ohnmacht versetzte und in ein Kellergewölbe einer Krypta irgendeines Friedhofs verschleppt wurden. Nun, da sie zu einem Spiel, in welchem es angeblich um Leben und Tod ging, aufgefordert wurden und Maeve bereit gewesen war sich diesem mit ihrer Liebsten zu stellen, offenbarte diese sich wiederum als eine Angehörige der Matamorphmagi, einer Rasse, deren Gestalt sich ihrem Willen beugte.
Es war wie aus einem Groschenroman, den man am Bahnhof King's Cross hinterher geschmissen bekommen würde, doch so war das Leben wohl nun mal. All dies erzeugte das nicht lange, nicht herzliche, doch einfach ehrliche, leise und kurz andauernde Lachen.
Nicht lange nachdem es verklungen war, nahm Maeve diese Gestalt, die zur Hälfte aussah wie die wunderhübsche Frau, welche sie zu küssen beabsichtigt hatte, zur Hälfte wie ein Reptil aussah, einfach in ihre Arme. Maeve war ein wenig kleiner als Evgenija, da sie beim Aufstehen vom eisigen Kellerboden ihre schwarzen Pumps liegengelassen hatte und ihre zarten Füße nun lediglich vom Stoffe der schwarzen Strumpfhose umgeben wurden.
"Gibt es noch etwas, was es mir zu erzählen gilt?", flüsterte Maeve der Serbin ins Ohr. Maeve hatte gewusst, dass vieles hinter der weißhaarigen, jüngeren Hexe steckte, doch mit solchen Entdeckungen hatte sie wohl wahrlich nicht gerechnet und für den Moment konnte sie auch nicht sagen, wie sie damit umzugehen gedachte, sie würde schlichtweg für den Moment alles akzeptieren, was geschah und in einer Zeit der Ruhe, sollte all dies hinter ihnen sein, reflektieren.
Erneut war seit dem Lachen etwas von der Kühle gewichen, die Maeve seit ihrer Entführung erneut umgeben hatte und die Wärme, die Evgenija zu umgeben pflegte schien für den Moment ein wenig auf sie übergesprungen zu sein. Die Umarmung half auch der Irin selbst, die nach alledem durchaus diese Zuneigung spüren wollte, bevor es daran ging einer Art Mission, von der wahnsinnigen Cousine auf sie gelegt, zu folgen. Auch diente dies zur Abschüttelung der unangenehmen Gefühle, die Evica mit ihrem Verhalten, ihren Worten, ihrer ganzen Art in ihr erzeugt hatte.
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Evgenija Moravac
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BeitragThema: Re: Um der Reputation willen   Sa 31 Dez 2016 - 4:39

Als Maeve sich umdrehte, weiteten sich ihre schönen Augen. Überraschung war offensichtlich darin zu erkennen, als Evgenija ihren Blick erwiderte. Dann fiel es ihr wie Schuppen von den Augen. Ihr Körper! Sie trug noch Male des Drachen. Sie hätte sich selbst ohrfeigen können. Sie hatte es Maeve später selbst beichten wollen, wie es um ihren Leib bestellt war, dass er ihrem Willen vollkommen hörig war, aber sie hatte nicht beabsichtigt, dass diese Enthüllung auf diese abrupte Art und Weise geschah. Maeve schien Evicas Anblick nicht mehr zu ertragen, welche sich inzwischen neben der Tür an die modrige Wand gelehnt hatte und den beiden zusah. Angst. Wie würde Maeve diesen neuen Fakt verarbeiten? Was würde sie denken? Immerhin konnte die schöne Hexe sich nun nicht einmal sicher sein Evgenijas wahren Körper gesehen zu haben, auch wenn dem absolut so war. Aber was war schon ihr wahrer Körper? Darüber hatte sie selbst lange nachgedacht. Als Maeve auf sie zukam, wäre Evgenija beinahe zurück gewichen. Doch dann besann sie sich, wen sie da vor sich hatte. Sie würde auch dafür Verantwortung übernehmen. Sie würde annehmen, was auch immer gesagt werden würde. Erleichterung durchflutete sie, als Maeve sie einfach in die Arme nahm. Ihr Lachen zuvor war so untypisch für Maeve gewesen, es hatte etwas bitteres für Evgenija gehabt. Als ob sie die größte Enttäuschung erlebt hätte, einen Betrug, welcher alles zerstören würde, was zwischen ihnen war. Auch wenn Evgenija noch nicht einmal genau wusste, was zwischen ihnen war. Dieser Abend war so immens verrückt gelaufen. Was zuvor wie eine schreckliche Party mit giftigen Nattern ausgesehen hatte, wandelte sich danach in den wohl wundervollsten Moment, welchen sie jemals erlebt hatte, nur um sich nun in einen kleinen Albtraum zu verwandeln. Sie schämte sich dafür Maeve in diese Sache mit reingezogen zu haben. Die Familie Moravac war hinter IHR her, nicht hinter Maeve. Ihr ganzer Körper war immens angespannt gewesen, als die inzwischen leicht kleinere Hexe sie in die Arme nahm. Doch dann entspannte sie sich, schmiegte sich in die weichen Arme. Die Augen wandelten sich wieder zurück. Nahmen wieder das Grün-grau an, welches sie schon als kleines Kind getragen hatte. Auch die Schuppen bildeten sich zurück, wie auch die Zähne. Sanft küsste sie Maeves Hals, während Evica mit verschränkten Armen beobachtete. "Ich werde erklären vieles, wenn hier raus, gut?" Hauchte sie ihr ins Ohr. "Wie überaus rührend." Kam es mit spöttelnder Belustigung von Evica. "Wie wohl die Umarmung deines Vaters aussehen wird, wenn er hier ist?" sinnierte sie mit einem Lächeln. Sie hatte recht. Und Evgenija hasste Evica dafür, dass sie recht hatte. "Ich werde nach hier erzählen, damit du kannst verstehen." versprach sie mit fester Stimme. "Danach, du kannst entscheiden, ob immer noch willst mich." Diese Worte waren nun allerdings von ängstlicher Trauer begleitet. Sie löste die Umarmung und küsste Maeve noch einmal auf die Lippen, bevor sie sich löste und ihren Zauberstab zückte. Die Fichte lag beruhigend zwischen ihren Fingern und erfüllte sie mit mehr Zuversicht. Sie hatten keine Zeit mehr zu verlieren. Sie schuldete Reginald zu viel. Sie würde ihn hier nicht sterben lassen. Sie umfasste Maeves Hand und verschränkte ihre Finger mit denen der zarten Hexe, dann lief sie mit Maeve zusammen an Evica vorbei. "Eines Tages, ich werde dich töten." Versprach sie ihrer Cousine. "Ihr werdet alle sterben." Ihre Stimme war von solch kaltem Hass erfüllt, der von einem mehr als hartem Leben kündete. Evica lächelte jedoch lediglich. "Ich freue mich auf diesen Tag geliebte Cousine." Evica wirkte nun regelrecht friedlich und normal. Tatsächlich schien sie gerade regelrecht sanft, als könne sie keiner Fliege etwas zuleide tun. Evgenija ließ sie links liegen und zog Maeve an ihr vorbei, in den Gang hinaus. Die Dunkelheit war erdrückend. Sie konnte nicht einmal die Hand vor Augen sehen, doch ein gedanklicher Befehl genügte, um die Spitze ihres Stabes zum leuchten zu bringen. Sie konnten nun die gemauerten Wände aus grobem Steim gut erkennen. Es musste eine Familiengruft sein, denn zwischendurch kamen sie an vereinzelten Särgen vorbei, die verwittert in Nischen lagen. Bei manchen war das Holz stellenweise weggefault und gab den Blick auf die Gebeine frei. Sie dachte an Reginald. Sie würde ihn hier herausholen. Sie schuldete dem Mann mindestens drei Mal ihr Leben. Ohne ihn wäre sie niemals so weit gekommen. Sie dachte an Maeve, diese wundervolle Frau an ihrer Hand. Sie würde es ihr nicht verübeln können, wenn sie sich dagegen entschied, weiter mit ihr in Verbindung zu stehen. Dann dachte sie an ihren Vater. Er würde toben. Er hatte bereits die Schmach erlebt, dass sich sein eigener Sohn mit einer Muggel einließ. Dafür erntete er in der Familie stets belächelnde Blicke. Er würde mit besonderer Inbrunst hinter ihr her sein. Der Gang erstreckte sich mindestens zehn Meter vor ihnen, bevor sie um eine Biegung gingen und einen kleinen Saal erreichten. Auch hier standen in Nischen Särge, jedoch aufrecht und wesentlich frischer. Sie blieb stehen. Sie konnte die Magie in diesem Raum schlichtweg fühlen. Wie eine drückende Aura hing sie um diesen Raum. Es war wie ein Wispern, gerade nur am Rande, kurz außerhalb des Hörbaren. Das Geräusch der knallenden Sargdeckel durchbrach diese angestrengende Stille wie ein Donnerhall. Graue verzerrte Gestalten stiegen hinaus. Die Münder waren starr, von Leid verzerrt, die Leiber ausgemergelt. Die Haut spannte sich stark über die Knochen. Inferi! Die hohe Kunst einen toten Körper zu versklaven. Sie wusste, das Ugren allein aus ihrer Familie diese Kunst beherrschte. Hatte er sie etwa Evica gelehrt? Sie ließ die Hand der Hexe los und hielt ihren Stab bereit erhoben. "Vorsichtig Liebste." mahnte sie Maeve. "Das ist mächtige Magie." Sie wusste, das die ältere Hexe dies vermutlich besser wusste, als sie, aber ihr Beschützerinstinkt war zu ausgeprägt. Auch hinter ihnen, in dem Gang knallten Deckel dieser Särge und schlurfende Schritte waren von hinter ihnen zu hören. Sie waren eingekesselt. Es waren insgesamt Sechs Inferi, welche hier auf sie zu schritten, mit fast flehend ausgestreckten Armen. Die verkrümmten Finger schienen bereits aus Distanz nach ihrem Fleisch zu greifen. "Maeve, du kümmerst um Inferi hinter uns? Ich mache Weg vorne frei."
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BeitragThema: Re: Um der Reputation willen   Mo 2 Jan 2017 - 7:16

Maeve genoss die Gefühle, die in ihrem Körper schier zu pulsieren schienen, bei jeder Berührung und jedem Kuss, den sie von Evgenija empfing, es war ein beinahe vergessenes Gefühl gewesen, als sie es an diesem Abend seit langer Zeit wieder erfahren durfte. Ihr Fokus auf ihre eigene Person, auf ihre Forschungen, die Isolation, unter der sie nicht etwa gelitten hatte, die sie doch aber ein wenig abgestumpft hatte in diesen Jahren, all dies gehörte in gewisser Weiser wieder der Vergangenheit an, einer Phase ihres Lebens, die sie durchquert hatte und womöglich eines Tages wieder durchqueren würde. Doch zunächst sollte sie eine andere Phase durchleben, eine der Veränderung. Den Zustand des Wechsels und der Veränderung, diesen Zustand schätze die irische Forscherin durchaus, denn ohne diesen, gab es keinen wahren Fortschritt, und auch wenn sie in einiger Hinsicht durchaus Fortschritte erzielt hatte, so war sie anderer Hinsicht stehengeblieben und würde nun, nach dieser Erweckung, wieder Fahrt aufnehmen können, selbst wenn ihr der Weg, ebenso wie das Ziel, nicht allzu klar vor Augen lagen. Es war chaotischer, als sie es gewohnt war, allein die Lage, in der sie sich nun mit Evgenija befand, zeigte dies deutlich auf, sie waren in einer alles anderen als kontrollierten Lage. Mit ihnen wurde gespielt, doch selbst wenn Evica sie beide womöglich nur als Spielfiguren ansah, die sie auf ihrem Brett umherschieben konnte, mit denen sie spielen konnte, so waren sowohl Maeve, als auch Evgenija doch nicht unter ihrer Herrschaft. Sie konnten freie Entscheidungen tätigen, vom Spielbrett entfliehen, auf welches sie im Zuge der Entführung kurzzeitig gestellt wurden.
Maeve war zuversichtlich, nicht optimistisch, doch erfüllt von der Gewissheit, wieder Herrin der Lage werden zu können, mit der Hilfe der Frau an ihrer Seite und ihrer beiden Fähigkeiten.
Evica würde den vor ihnen liegenden Weg sicherlich mit weiteren Fallen geschmückt haben, doch da dies wohl eher recht spontan entstanden war und keinesfalls in monatelanger Vorbereitung geschaffen sein konnte, sollte es zu bewältigen sein.
Evgenija versprach Maeve, ihr alles zu erzählen, sobald sie entkommen waren und die Irin empfand dies als angemessen, sie hatte nach alledem die Wahrheit verdient, hatten allerdings in dieser Situation nicht die Zeit, um sie zu beleuchten, das war gewiss.
Die kurz ausgetauschten Zärtlichkeiten zwischen den beiden Frauen wurden spöttisch kommentiert, außerdem gab es eine Erinnerung an die nahende Bedrohung seitens der restlichen Familie Movarac, die angeblich auf dem Weg zu ihnen war, weswegen sie sich derlei Zeitverschwendungen wohl für ein anderes Mal aufheben sollten.
Einige Küssen wurden noch empfangen und ausgetauscht, ehe Evgenija wie selbstverständlich die Hand Maeves nahm. Es war ein durchaus berauschendes Gefühl, diese Nähe, die sie bereits teilten, diese bereits etablierte Verbindung zwischen ihnen, dass sich das Halten ihrer Hände direkt richtig und schön anfühlte, ohne erzwungen oder drängend zu wirken. Es war eine simple Geste, doch oftmals waren es die kleinen Dinge, die einen gleichsam starken Eindruck hinterlassen konnten, wie es die auf den ersten Blick größeren Dinge zu vollbringen vermochten.
Kurz drückte die Irin die Hand der anderen, spürte die wohlige Wärme die von ihr ausging. Ihr Daumen strich kurz über die Hand Evgenijas, als diese mit einer gewissen Trauer begleiteten Worte sprach, bezüglich einer Entscheidung Maeves über ihre weitere Beziehung. Dieses sanfte, kurze Streichen über die weiche, zarte Haut der jüngeren Hexe diente als Beteuerung, ebenso wie zur Beruhigung. Sie würden dieses Gespräch nicht jetzt führen und Maeve wollte auch nicht schlichtweg aussprechen, dass sie sich trotz all dieser Umstände weiterhin nach der weißhaarigen Hexe sehnte und sie, um es mit ihren Worten auszudrücken, weiterhin 'wollte'. Es war ein richtiges Gespräch zwischen ihnen notwendig, wenn die Zeit dafür gekommen war, einiges würde geklärt werden. So ging Maeve damit um, es gab stets Facetten einer solchen Sache, die man beachten musste, sie würden über alles sprechen müssen. Dennoch stand für Maeve fest, dass sie es wollte, dass sie Evgenija wollte.
Die Serbin ging voraus, Maeve folgte ihr, weiterhin an ihrer Hand, sofort. Kurz hielten sie noch an, Evgenija hatte ihrer Cousine etwas zum Abschied zu sagen, es waren harte Worte, über den Wunsch diese Sadistin, ebenso wie die restliche Familie, allesamt umzubringen. Es schockierte Maeve allerdings nicht, oder schreckte sie ab, es war einfach interessant, die Beziehung schien wahrlich gestört, doch wenn man bedachte, dass es glaubhaft war anzunehmen, die Familie Evgenijas würde kommen um sie zu holen, möglicherweise zu quälen oder gar zu töten, war wohl alles denkbar. Es war eine Thema, über welches sie ebenfalls würden sprechen müssen: Die Familie.
Als Evgenija dann den Gang betrat und Maeve mit sich zog, blickte diese der Cousine ihrer Liebsten noch einmal in die Augen. Die kühlen, grauen Augen versuchten etwas in dem Gesicht Evicas zu erblicken, etwas das ihr Aufschluss über ihre Absichten oder ihr Wesen geben würde, doch diese hatte eine Maske ausgesetzt, diese Maske zeigte nur Unschuld, als wäre sie ein friedliches Mauerblümchen. Es half nichts und daraufhin kam bereits der Blick auf die bloßen, kalten Mauern dieses Kellergewölbes, was Maeve dazu veranlasste sich wieder auf ihre wunderschöne Begleiterin zu konzentrieren, neben ihr zu gehen und sich in ihrem Kopf bereits einen Plan von den Gängen zu erstellen. Noch war unklar, wie weitläufig und verzweigt es wohl war, weswegen ein Lageplan durchaus nützlich werden konnte, damit es nicht zu einem Umherirren in der Dunkelheit und feuchten Kälte des Untergrundes käme.
Wegen des Planes, den sie erstellte, bekam sie die Natur ihrer Umgeben bloß nebenher mit. Särge, aus Stein, teilweise angeschlagen, mancher leicht geöffnet, als hätten Leichenfledderer ihr Unwesen getrieben, manche waren auch aus Holz, welches der Feuchtigkeit zum Opfer gefallen war und oftmals moderte. Blicke auf einzelne Skelette wurden ermöglicht, sie waren tatsächlich unter einem Friedhof und die Anlage, in der sie sich befanden, musste seit geraumer Zeit vernachlässigt worden sein. Niemand schien sich um den Verfall zu kümmern, niemand schien diesem entgegenzuwirken, womöglich war es ein Privatfriedhof, die Besitzer waren nicht mehr und er verlor sich in Vergessenheit. Oder es war ein öffentlicher Friedhof und nur dieser Teil dessen war in einem solchen Zustand. Sie würden es sicherlich erfahren, sollten sie an die Oberfläche gelangen.
Evgenija blieb in einem Raum, den sie betraten, stehen, und auch die Irin spürte, weswegen. Magie war um sie herum, es schien mächtige Magie zu sein, geradezu von den Wänden schien sie zu tropfen, doch sichtbar war nichts, zumindest im ersten Moment, bevor das Knallen von Sargdeckeln verriet, worum es sich handelte. Inferi brachen aus den hölzernen Särgen aus, die in diesem Raum aufgestellt worden waren, als wären sie nicht mehr als Unrat, den man in die Ecken werfen mochte.
Kurz war Maeve zusammengezuckt, die Spannung vor der Enthüllung war groß gewesen, sie hatte versucht zu erahnen, welcher Zauber es war, bevor er sie traf.
Den edlen Zauberstab aus Walnuss führte sie in ihrer Linken, da die rechte Hand mit der linken Hand Evgenijas verbunden war. Aufgrund des Ernstes der Lage löste sie ihre rechte Hand um den Zauberstab in diese zu betten. Natürlich kannte Maeve diese Art der Magie, sie war mächtig, sie war alt und vor allem war sie dunkel. Es bedurfte großer Kraft einem bereits toten, einem völlig leblosen Körper wieder eine Art von Leben einzuhauchen. Natürlich war es unmöglich Menschen wahrlich wieder aus dem Reich der Toten zu entreißen und wiederauferstehen zu lassen. Aus diesem Grund erschuf diese schwarze Magie auch nicht wirklich Leben. Es war zu vergleichen mit dem Einhauchen von Leben in einen Golem. Dieser würde gehorchen, sich bewegen und auch simple Befehle selbstständig ausführen können, doch besaßen solche Wesen zumeist keine wirkliche Intelligenz und vor allem besaßen solche Wesen keine Seele.
Doch wo ein Golem als Wächter und auch als Hilfskraft erschaffen wurde, ebenso wie aus anorganischen Materialien, waren Inferi erfüllt von der dunklen Magie, aus der sie entstanden, sie waren aus Fleisch und Blut, weniger behäbig als ein Golem und weitaus schwieriger zu kontrollieren, und zu erschaffen.
Ein leichter Schauer rann über den Rücken der Irin. Sie stand diesen Wesen in ihrem Leben noch nie gegenüber, wusste allerdings um ihre Verwendung in einigen geschichtlichen Ereignissen, wie sie auch um ihre Schwachstelle wusste. Feuer war es, denn Feuer war reinigend. Es reinigte den Körper, indem es ihn in Asche verwandelte, dem Zauber keinen Wirt mehr bot, den er kontrollieren konnte.
Evgenija, dessen Beschützerinstinkt wie zuvor bereits beim magischen Nebel im Badezimmer, auch hier in Aktion trat, hätte sicherlich ein leichtes Lächeln auf das Gesicht Maeves gezaubert, wurde sie soeben doch auch als 'Liebste' der jungen Frau bezeichnet, doch aufgrund des Ernst der Lage berührte es kaum, sie konzentrierten sich beide weit mehr auf die Gefahr, die von den erweckten Leichen ausging, die sie umzingelt hatten. Die Serbin schlug vor, dass Maeve sich um die Inferi in ihrem Rücken kümmerte, während sie die vor ihnen ins Visier nehmen würde.
Stumme Zustimmung herrschte, als sich Maeve mit gezücktem Zauberstab den Inferi zuwandte, die sie von der anderen Seite anzugreifen gedachten. Ein Schwenker des Zauberstabs kam ihnen zuvor.
"Pulvis procumbre!", kam es ihr über die Lippen, der steinerne Boden unter den Inferi bröckelte, brach auf und nahm die sich über ihm befindenden Körper auf, trieb sie langsam, aber mit festem Griffe in einen Schlund aus Erde, Staub und Stein. Bis zu den Oberkörpern waren sie versunken, versuchten sich verzweifelt aneinander hochzuziehen, verletzten einander um aus der Falle zu entkommen, während sie mit jeder Bewegung doch nur schneller versanken.
Ein weiterer Schwung mit ihrem Stab sandte einen großen, durch 'Favilludo' erzeugten Feuerball in die Mitte dieser sich windenden Körper, er verbrannte das Fleisch bei der Berührung sofort und kreierte beim Aufprall darüberhinaus geradezu einen Regen aus Feuerfunken um sich, steckte die anderen an, brannte sich durch das trockene Fleisch, welches, als wäre es aus Papier, lichterloh in Flammen stand und die Opfer langsam vergehen ließ. Ein unangenehmer Geruch breitete sich in dem schlecht belüfteten Raum aus, als das Fleisch verbrannte.
Die daraufhin bis zu Unkenntlichkeit entstellten Leichen versanken vollends, nun nicht mehr zuckend, im Boden, der sich daraufhin wieder verfestigte, als wäre nie etwas geschehen.
Mit der Bedrohung fertig geworden, drehte sich Maeve, die auf ihre Seite fokussiert gewesen war, nun zu Evgenija um, wusste sie schließlich nicht wirklich um deren magische Fähigkeiten und würde eingreifen, sollte es Komplikationen geben.
"Ist bei dir alles in Ordnung?", fragte sie, während sie sich umdrehte und erblickte, was derzeit in ihrem Rücken geschehen war.
Ein wenig Asche und Staub hatte sich in den Haaren der Irin verfangen, war es im Zuge des soeben bestrittenen Kampfes auf sie übergegangen. Doch alles in allem ging es ihr gut, die Wunden, die sie sich durch die Entführung zugezogen hatte, schlossen sich, als Maeve beim Erhalt ihres Stabes kurz darüber gefahren war und einen simplen Heilzauber gewoben hatte.
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BeitragThema: Re: Um der Reputation willen   Di 3 Jan 2017 - 17:11

Evgenija richtete ihren Blick auf die Inferi, diese verdrehten Strigoi, welche mit ihren klagenden Münder auf sie zukamen. Die widerwärtigen Finger gierten regelrecht nach ihr und Maeve. Wie hatte Evica diese Magie nur zu beherrschen gelernt? Hatte ihr Ugren wirklich solche Geheimnisse anvertraut? Sie konnte sich nicht vorstellen, dass ihr Großvater solche Macht mit jedem teilen würde. Maeve hatte ihre Hand losgelassen, als diese sich den Inferi hinter ihnen stellte. Sorge durchflutete sie. Sie hoffte das der anderen Hexe nichts passieren würde, aber zugleich wusste sie, dass es sich um eine überaus fähige Frau handelte. Sie musste Vertrauen in ihre Geliebte haben, denn vor ihr lag ihr Teil der Arbeit. Mit einem gedanklichem Befehl, verlängerte sich ihr Zauberstab in eine flammende Peitsche. Sie ließ das Feuer um sich herum schnappen und schlug nach dem ersten Inferi. Die Feuerpeitsche schnitt sich mit unbarmherziger Macht durch den Toten Körper, der zuvor zurückgezuckt war. Der Gestank nach verbranntem Fleisch stieg ihr in die Nase, während sie den Schwung nutzt, um nach dem nächsten Strigoi zu schlagen. Immer wieder schwang sie die Peitsche, ließ das Feuer umherlecken, um die Kreaturen, die sich von allen Seiten näherten auf Abstand zu halten. Der nächste Schlag ließ die Peitsche sich um den Hals einer der Kreaturen wickeln. Einer der Strigoi schien diese Gelegenheit nutzen zu wollen, doch Evgenija riss an ihrer Waffe und warf den sterben Inferi vor die Beine des Angreifers. Wieder zuckte ihre Peitsche hin und her, während sie Maeve hinter sich Zaubersprüche rezitieren hörte. Am liebsten hätte sie sich umgedreht, um zu sehen, ob alles in Ordnung war, doch das wäre womöglich fatal gewesen. Schlag um Schlag trieb sie die Kreaturen auseinander, trennte Arme vom Torso und ließ die teuflischen Machenschaften ihrer Cousine eins ums andere Mal vergehen. Schweiß trat ihr auf die Stirn. Ihre Muskeln brannten vor Anstrengung. Das Blut rauschte in ihren Ohren und sie konnte selbst ihre trotzigen herausfordernden Schreie nicht hören, die sich von ihren Lippen lösten, während sie nach den Kreaturen schlug. Der Gestank war inzwischen beißend und umgab sie von jeder Seite, als sie schließlich dem letzten Inferi den Kopf von den unheiligen Schultern trennte. Sie atmete schwer, als ihr Zauberstab sich wieder verkürzte und seine normale Form annahm. Ihre Beine zitterten etwas, als sie sich mit den Handflächen auf den Oberschenkeln abstützte. Maeve trat inzwischen wieder an ihre Seite. Offenbar hatte sie die Inferi souverän vernichten können. Ihr Atem ging stoßweise, als sie zu dieser wundervollen Frau aufsah. Einige Strähnen weißen Haares klebten Schweiß-nass in Evgenijas Gesicht. Als sie sich wieder aufrichtete und durchatmete. "Wir sollten laufen weiter Liebste." Sie schenkte Maeve ein Lächeln so voller Wildheit und gleichzeitiger zärtlicher Wärme als sie sich auch schon wieder weiter zum Gang richtete. "Ich nicht denke, das alles gewesen. Evica wird mehr hier haben. Wir müssen sehr vorsichtig." Die Dunkelheit des Ganges wieder von den Stäben erleuchtet, schritten sie weiter. Es schien anscheinend weiter in die Tiefe zu gehen. Diese Krypta musste sich wirklich tief erstrecken. Bald wurde es immer kälter und kälter. Der Stein wurde an den Wänden feuchter und der Moosbewuchs so wie andere Pflanzen wurden immer Zahlreicher. Bald wichen die behauenen Steinblöcke einer natürlichen Höhle. Immer stärker konnte man es tropfen hören. Der Weg war immer noch abschüssig und rutschig. Mehr als einmal verloren sie fast den Halt und mussten sich vorsichtig weiter bewegen. Der Tunnel mündete schließlich in eine große Kaverne. Ein Azures Licht flutete die Höhle bis unter die Decke, in welcher flankiert von Kristallen in der Luft ein schmuckvoller Sarkophag schwebte. Fast wie ein Quidditchfeld erstreckte sich ein Gewässer vor ihnen. Die Felswände und der Boden, vor den Fluten waren von Pilzen, Algen, Dianthuskraut und anderen Pflanzen besetzt und immer wieder konnte man das leise platschen von Tropfen oder Molchen hören, welche in das Wasser glitten. Kein Weg schien aus dieser Höhle heraus zu führen. Blieb nur das Gewässer. Dort musste der weitere Weg zu finden sein. Ein Schauder lief Evgenija über den Rücken. "Wir müssen wohl durch Wasser. Das ist perfekte Ort für nächste Falle." In ihrer Stimme schwang wenig Begeisterung mit. Das ganze roch nach einer weiteren Falle. Evgenija hob ihren Zauberstab und ließ um ihren Kopf eine Blase entstehen. Das würde ihr helfen zu atmen. Sie streifte sich die teuren Schuhe ab ebenso wie das Kleid und blieb in Unterwäsche und Strümpfen stehen. Gänsehaut machte sich auf ihrem Körper breit. Es war wirklich ungeheuer kalt. Dann stieg sie langsam in das Wasser. Stück für Stück, mit jedem Schritt, stieg das Wasser an ihr höher. Es war so entsetzlich kalt. Ihre Arme hatte sie um die Schultern gelegt und und zitterte wie Äspenlaub, als sie einen Schritt vor den anderen setzte. Welche Methode Maeve auch immer wählen würde. Sie blieb stehen, als das Wasser gerade ihre Brüste umspülte und wartete auf diese Frau, die ihr bereits so viel bedeutete. Ein wenig Angst stieg in ihr auf. Evica hatte gesagt es würde sie schwach machen und im Grunde sah sie es genau so. Sie konnte spüren, dass sie bereit wäre fast alles für diese Frau zu tun und mit einem Male wurde sie sich ihrer Angreifbarkeit bewusst, welche sich daraus ergab. Aber welche Alternative hatte sie? Sich von diesem wundervollen Wesen fern halten, welches sie mehr beflügelte, als alles, was sie je gekannt hatte? Nein, sich abwenden war keine Option. Nicht nachdem sie auf diese Weise zueinander gefunden hatten. Wenn dies noch heute enden sollte. Dann würde das von Maeve ausgehen. Sie hatte ihr versprochen, dass sie sich selbst aussuchen könne, ob ihr der Kontakt mit der Serbin zu gefährlich war, wenn es bedeutete, sich Feinde wie Evica zu machen. Sie musste daran denken, was Maeve wohl passieren würde, würden die Moravac sie in die Hände bekommen. Das durfte nicht passieren. Vollkommen egal, wie Maeve sich entscheiden würde. Evgenija würde niemals zulassen, das der Hexe dieses Leid zustieß.
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BeitragThema: Re: Um der Reputation willen   Di 3 Jan 2017 - 18:30

Maeve beobachtete noch, wie Evgenija mit ihrer feurigen Peitsche den letzten der sich ihr stellenden Inferius um seinen Kopf erleichterte. Es war faszinierend, sie wütete mit dieser zerstörerischen Waffe als wäre sie eine Sukkubi, ein Dämon der Lust und ebenso wie ein solcher, hatte sie Maeve alleine durch ihren Anblick, durch ihr Äußeres verzaubert und diesen Zauber mit jedem ausgetauschten Wort und mit jeder Berührung enger um den Körper und Geist der Irin geschlungen, sodass diese mittlerweile vollkommen in der Gewalt ihrer sinnlichen gazeartigen, doch gleichsam wilden Aura war, sozusagen darin gefangen.
Kurz war es ihnen vergönnt einen Blick auszutauschen, ehe es weiterging. Aus dem Lächeln der Serbin sprach die soeben erblickte Wildheit ebenso, wie die zärtliche und sinnliche Wärme, die sie der älteren Hexe entgegenbrachte. Aus dem Blick Maeves hingegen sprach sowohl die übliche, doch deutlich gemäßigtere Kühle, ebenso wie die Sehnsucht und gleichsam auch Faszination bezüglich der Person, die sich direkt vor ihr befand, greifbar war doch ebenso außerweltlich in dem Effekt auf Maeve wirkte.
Evgenija sprach ihre Sorge und Vermutung aus, dass diese Falle mit Sicherheit nur der Anfang gewesen sei und ihre boshafte Cousine Evica sicherlich weitere Gefahren für sie in diesen Gängen vorbereitet hatte. Nachdem ihre erste Bekanntschaft mit diesen Fallen ein Kampf mit Inferi bedeutet hatte, glaubte Maeve ebenfalls, dass noch mehr auf sie lauerte, zusätzlich spürte sie, dass sie Evica unterschätzt hatte, so hatte Maeve doch deren Fähigkeit nicht auf einem solch beeindruckenden Niveau eingeschätzt, dass sie sogar im Stande war einen solch mächtigen Zauber in einer solchen Manier anzuwenden.
Da der Weg zunehmend schwerer zu beschreiten wurde, hielten sich die beiden Frauen nicht mehr an den Händen um sich bei einem Fall nicht gegenseitig aus dem Gleichgewicht zu bringen, sondern lieber in der Lage zu sein schnell zu reagieren und der anderen in einem solchen Fall Halt zu schenken und vor einem schmerzlichen Fall zu bewahren.
Die Kristallkaverne, die sie beide am Ende des schmalen Ganges erreichten, war gewaltig, das Licht, welches in dieser herrschte und welches auch in der Farbe der Kristalle zu finden war, die in der Luft schwebten, war von einer azurnen Farbe. Die schwebenden Kristalle, welche das Licht brachen und reflektierten, sowie auf das Wasser und an die Höhlenwände warfen, umgaben einen reich geschmückten Sarkophag, dessen Anblick etwas in Maeve zum Klingen brachte. Sie hatte in ihrer Tätigkeit als Archäologin, die sich insbesondere auf die Gebiete der ehemaligen Römischen Republik und des alten Ägyptens konzentrierte, bereits eine Vielzahl an verschiedensten Sarkophagen entdeckt, geborgen und untersucht. Interessanterweise stammte der Begriff 'Sarkophag' ursprünglich aus dem Griechischen und wurde im hellenistischen, wie römischen Raum oftmals wörtlich als 'fleischfressender Stein' angesehen, denn wurden diese aus einem bestimmten Kalkstein gewonnen, dem die Fähigkeit nachgesagt wurde den in ihm befindenden Körper innerhalb von ungefähr sechs Wochen mit Ausnahme von Zähnen im Zuge eines Verwesungsprozesses zu verschlingen.
Die griechischen und römischen Sarkophage waren doch aber weniger imposant als die der ägyptischen Pharaonen. Die Aufbewahrung ihrer Leichen nach dem Balsamierung war aufgrund ihrer religiösen Überzeugungen eines Lebens nach dem Tod von einer solchen Bedeutung, dass diese Sarkophage reich verziert wurden und wahren Kunstwerken glichen.
Ihr Blick, der aus dieser Entfernung nur wenige Anhaltspunkte ausmachen konnte, ruhte eine Zeit lang auf diesem Relikt, welches sie wohl weder als hellenistisch, noch römisch oder ägyptisch einordnen würde. Er glich mehr einem mesopotamischer Herkunft. Diese Zivilisation betrieb zwar keinen wahrhaft ausgeprägten Totenkult, doch einige Sarkophage wurden auch bei Ausgrabungen dieser Regionen gefunden, auch wenn Maeve daran nie direkt beteiligt war.
Sie musste sich zwingen ihren neugierigen Blick von dieser schwebenden Grab abzuwenden und sich auf ihren Weg zu konzentrieren, auch wenn sie sich nicht vor Überlegungen bezüglich des Zwecks und des Inhalts verschließen konnte, während ihr Blick durch die restliche Kaverne glitt und alles Wichtige aufnahm. Dabei fiel ihr das Dianthuskraut auf, welches mitunter am Ufer wuchs.
Kurz schwenkte ihr Blick wieder zu Evgenija, die ihre Vermutung über eine Falle in diesem unterirdischen See äußerte, auch wenn sie ihn nichtsdestotrotz wohl durchqueren würden müssen.
Ein Nicken ging lediglich von der Forscherin aus, als sie kurz beobachtete, wie die weißhaarige Hexe ihren Kopf in einer Luftblase einschloss und sich ihrer Kleider entledigte, bis sie lediglich in Unterwäsche dastand. Trotz der Umstände konnte Maeve sich nicht dagegen wehren ihren Blick kurzzeitig über den mit wundervollen weiblichen Rundungen ausgezeichneten Körper ihrer Liebschaft wandern zu lassen, bis sie sich nun auch von diesem Anblick losreißen musste. Es galt sich zu beeilen und sich vor allem zu konzentrieren. Maeve schwang ihren bereits gezückten Zauberstab und ließ ein Exemplar des Dianthuskraut vor ihre Füße schweben, bevor sie mit ihrem Zauberstab über ihre Seite strich und ihre Kleider sich auflösten, bis sie ebenfalls nur noch in ihrer schwarzen Spitzenunterwäsche zu sehen war, die sich recht deutlich von ihrem hellhäutigen Körper abhob. Die Wunden, die sie sich zuvor zugezogen hatte, waren ohne eine Spur auf ihrer Haut, verheilt und so blieb nur die zarte, haarlose Haut, um die sich Maeve stets mit verschiedensten Mitteln bemühte zu erhalten.
Aufgrund der herrschenden nassen Kälte erschauderte sie kurz, bevor sie nach dem Dianthuskraut griff und sich diesen sorgfältig in den Mund steckte, es gründlich zerkaute und schließlich herunterschluckte. Sie schloss ihre Augen, kurz zuckte ihr Körper, als sich an ihrem Hals langsam die Kiemen abzeichneten und zwischen ihren feinen Fingern und Zehen Schwimmhäute bildeten. Sie wirkte nun als wäre sie teilweise zu einem Kreatur der Meere verkommen, doch im Gegensatz zum Zauber, den Evgenija angewandt hatte, war sie damit wendiger und besser geeignet für einen etwaigen Kampf im kühlen Nass, auch wenn ihr das Äußere missfiel, welches ihr dadurch verliehen wurde.
Sie folgte der jungen Movarac, welche mit Maeve auf der Suche nach der gemeinsamen Bekanntschaft Reginald Wood, wie nach einem Ausgang aus diesem Komplex war und sich gleichsam auf der Flucht vor ihrer restlichen Familie befand.
Sie begab sich in das eiskalte Wasser und direkt zu der mit einer Wasserblase weiterhin wundervoll aussehenden Evgenija, die sie aufgrund der Schwimmhäute doch aber nicht berührte, empfand sie diese bereits als unangenehm und wollte kein ähnliches Gefühl in der jungen Frau erzeugen.
"Wir sollten nun untertauchen. Wir müssen weiterkommen.", sprach Maeve nach einem kurzen Zögern. Ihre Stimme klang aufgrund der Kiemen etwas verzerrt und innerlich wünschte sie sich bloß keinen Grindelohs in diesem Gewässer zu begegnen, wie es den Teilnehmern des Trimagischen Turniers zu ihrer Schulzeit im Großen See widerfahren war.
"Wir werden dies zusammen durchstehen, Liebste.", fügte sie noch an, während sie darauf wartete, dass Evgenija zuerst untertauchte. Denn diese kannte Evica besser und würde möglicherweise eher wissen, worauf zu achten war, während Maeve folgte, ihren Rücken im Blick behielt und auf alles achtete, was ihr auffiel, so wie sie es bisher ebenfalls getan hatten.
Das kalte Wasser, was sie beide um ihre Brüste herum umspülte erzeugte eine Gänsehaut und Maeve versuchte mit ein wenig Bewegung Wärme in ihren kalten Körper zu treiben, wobei alleine der Anblick Evgenijas bereits zu helfen schien.
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BeitragThema: Re: Um der Reputation willen   Mi 4 Jan 2017 - 1:02

Als sie sich umdrehte und Maeve gerade ihre Kleidung verschwinden ließ, schluckte sie leicht. Es war ein Automatismus, dass ihr Blick diesen Körper entlang fuhr. Noch wunderschöner als ausgemalt, diese langen Beine, das schlanke Becken, die feinen Schultern... Sie riss sich von diesen Gedanken los. Es war jetzt absolut keine Zeit. Dennoch wagte sie noch einen Blick und seufzte innerlich. Unter anderen Umständen! Maeve schien eine andere Lösung gefunden zu haben, denn sie verzehrte einfach eine der Pflanzen, welche hier wuchsen und Evgenija staunte nicht schlecht, als sich der Körper ihrer Geliebten verformte. Kiemen bildeten sich aus und Hände sowie Füße waren von Schwimmhäuten besetzt. Ein Interessantes Kraut.

Als Maeve neben sie ins Wasser kam, hatte Evgenija erst gehofft, Maeve würde ihre Hand nehmen, doch diese schien das nicht im Sinn zu haben. Zusammen tauchten sie tiefer in die Fluten, über denen bedrohlicher der Sarkophag schwebte, dessen Funktion Evgenija nicht einmal erahnen konnte. Ihre Hand suchte nun von selbst die von Maeve und ihre Finger strichen zärtlich über den Flossenhaften Handrücken der älteren Frau, bevor sie in das Wasser eintauchte. Auch ihr zwang sich ein Lächeln auf, als das Wort Liebste in ihr Bewusstsein drang. Wie sehr diese Frau sie einnahm. Es gab ihr Hoffnung für die Zukunft. Eine Zukunft, in der sie zusammen bleiben würden. Doch die nahe Zukunft im Wasser nahm nun wieder ganz ihre Aufmerksamkeit ein. Als sie untertauchte, sah sie sich um. Auch hier unter Wasser schienen leichte Lichtquellen in Form von Algen und anderen Pflanzen zu gedeihen. Fast hätte es eine schöne malerische Umgebung sein können. Der Boden ging immer noch im steilen Winkel nach unten und bald rückte die Wasseroberfläche in den Hintergrund. Die Ermüdung sank schnell in ihre Arme ein. So würde sie nicht weiter kommen. Auch ihr Körper veränderte sich langsam, sehr zum Leidwesen von Strümpfen und Slip, welche bald abplatzten, als ihr Körper einen langen Fischschwanz ausbildete. Ihr Oberkörper blieb weiter der eines Menschen, während ihr weißes Haar sich hinter den Smaragd-grünen Schuppen im Wasser ausbreitete wie ein Nebel.

Noch immer ging es hinab und die Oberfläche war kaum noch zu sehen. Die beiden bekiemten Wesen drangen tiefer und tiefer durch die Dunkelheit, die immer wieder von diesen leuchtenden Seegräsern erhellt wurde. Nun tauchten die ersten kleinen Bauwerke in dem Gewässer auf. Säulen im alten römischen Stil, Gebäude, Wohnhäuser ja sogar Überbleibsel eines Aquäduktes waren hier im Wasser zu erkennen. Evgenija ließ Maeve nicht aus den Augen, schwamm immer in ihrer Reichweite und hielt ihr Auge auf Sie und die Umgebung gerichtet. Bald waren sie tief genug, das selbst die Ruinen eines Tempels majestätisch näher kamen. Sie mussten den gesamten See inzwischen fast durchschwommen haben. Der verfallene Tempel rückte bedrohlich nahe. Seine verfallenen nahezu abgeschliffenen Säulen, das massive Portal mit den doppelschwingenden Türen schien über drei Meter hoch zu sein. Es stand offen und mündete in gähnende Leere. Um den Tempel herum erstreckte sich die bloße Felswand des Sees. Während sie auf das Gebäude zuschwammen, schien es wie durch das Wasser zu rauschen. Eine Art kleiner Druck, wie eine Welle. Je näher sie kamen, desto mehr war es als Gesang zu erkennen. Eine bezaubernde klare Frauenstimme schien aus Richtung Tempel zu erklingen. Evgenijas Blickfeld wurde träge und verschwamm. Die Umgebung verzerrte sich mit einem Male wie ein Schlag, während sich ihr Körper automatisch auf diesen Tempel zubewegte. Auch Maeve war bereits im Bann dieser unheilvoll schönen Melodie.

Als Maeve die Augen wieder aufschlug befand sie sich in einem Wohnzimmer. Sie kannte diesen Raum. Dies war tatsächlich die letzte Wohnung ihres Onkels Brady. Gelächter drang an ihr Ohr. Das Zimmer strahlte vor Wärme. Alles war zwar nüchtern, jedoch hell und funktional mit einer doch liebevollen Note eingerichtet. Das Creme-farbene Sofa hatte gemütliche Polster und die blaue Tischdecke, auf dem schwarzen Holz zierte ein Florales Muster in Silber. Bilder standen auf den Regalen und Bücher darin. Es waren Bilder von ihr und Brady früher und Bilder, seit dem sie es geschafft hatte, mit der Magie aus einem alten Tempel tatsächlich den Trank für das zweite Leben zu entdecken. Brady benötigte zwar jetzt jeden Tag eine Dosis, doch das war ein geringer Preis, dafür dass sie wieder zusammen sein konnten. Seit dem er vor drei Jahren wieder ins Leben zurück gekehrt war, hatte Brady den dunklen Machenschaften den Rücken gekehrt. Das Leben genießen, etwas daraus machen. Das war nun seine Devise.

Er unterhielt sich gerade angeregt mit Evgenija welche immer wieder lächelnd versonnen den Ehering an ihrem Finger hin und her drehte. Maeve wusste aus ihrer nun Fünf Jahre haltenden Ehe, dass Ev das immer tat, wenn sie sich wohl fühlte. Es war Maeves Geburtstag. Seit den Entdeckungen in jenem Tempel, hatte sie es endlich geschafft. Nicht nur, das ihr Altern effektiv gestoppt war, nein, sie sah jünger aus denn je.  Auch dafür war der Preis gering. Eine Dosis eines Gebräus pro Tag. Ihr Leben hätte nicht besser verlaufen können. Seit diesen Entdeckungen, war ihr Gesicht in den Kreisen der Akademiker nicht mehr wegzudenken. Vorbei waren die Tage des Spottes. Natürlich, Neider hatte es immer gegeben, aber diese waren nur noch leise Stimmen. Als Evgenija bemerkte, das Maeve in der Tür stand, erhob sich die Serbin, Ihre EHEFRAU! und kam mit frohem Schritt auf sie zu. Auch für sie war es glänzenden Verlaufen. Sie war frei, Evica weilte nicht mehr unter ihnen, seit dem sie diese besiegt hatte und auch die Familie Moravac schien keine Gefahr mehr darzustellen.

Evgenija legte ihr die Arme um den Hals und küsste sie leidenschaftlich, bevor sie ihr mit rauchigem Ton ins Ohr flüsterte. Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag mein Herz. Ich hoffe dir gefällt dein Geschenk. Das andere bekommst du wenn wir wieder alleine sind." Sie grinste Maeve vielsagend und glücklich an und deutete auf ein großes Paket. Brady lächelte ihnen ergriffen zu. Er gönnte es den beiden Frauen von Herzen, dass sie ihr Glück gefunden hatten. Eine Torte stand auf dem Tisch, mit einigen Kerzen. Es war ihr Lieblingskuchen. Sie wusste das Evgenija diesen gebacken hatte. Sie hatte ihre Ehefrau in der Nacht dabei gesehen, wie sie alle Hebel in Bewegung gesetzt hatte. "Komm schon Schatz." Drängte die Serbin, deren Englisch sich in den letzten Jahren Perfektioniert hatte. "Heute ist dein Geburtstag. Puste die Kerzen aus und wünsche dir etwas!" Das Lächeln der Serbin strahlte vor aufrichtiger und tiefer Liebe und schien in den Jahren nie an einladender Wärme abgenommen zu haben. Auch Brady deutete auf den gemütlichen Cremefarbenen Ohrensessel und ließ ein strahlendes Lächeln sehen. "Herzlichen Glückwunsch Maeve. Ich bin so unendlich stolz auf dich!"
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Maeve O'Hara
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BeitragThema: Re: Um der Reputation willen   Do 5 Jan 2017 - 2:04

Ein leichtes Lächeln erschien auf dem Gesicht der dunkelhaarigen Hexe, deren Haare im Wasser waberten, wie ein Vorhang im Wind, als Evgenija trotz der Schwimmhäute über die ihre Hand strich, als sie nebeneinander durch das kalte Gewässer schwammen, nicht ahnend, was sie in den Tiefen erwarten würde.
Ihr Blick wanderte ab von der beinahe malerischen Landschaft, die unter ihnen von fluoreszierenden Pflanzen und kleinen Tierchen beleuchtet wurde, als ihre Augenwinkeln zu ihrer Seite etwas Ungewöhnliches wahrnahmen. Der Körper ihrer Liebsten veränderte sich, die wunderschönen Beine veränderten sich, verbanden sich, verformten sich, Strümpfe und Höschen platzen ab, würden in diesem See verbleiben, während der weißhaarigen Hexe ein Fischschwanz wuchs, sie mehr oder minder damit die Gestalt einer Meerjungfrau annahm. Es war faszinierend die Fähigkeiten eines Metamorphmagus mit eigenen Augen zu sehen. Maeve hatte natürlich von der Existenz dieser Rasse gewusst und auch ihre Fähigkeiten gekannt, doch niemals selbst einen erblickt, diese Fähigkeit war eine Seltenheit. Als sie es zuvor herausgefunden hatte, was es zunächst eine weitere Überraschung gewesen, die sich auf die bereits zu denen an diesem Tag erlebten häufte und anfühlte, als würden sie in dieser Masse, ohne dass der Irin Zeit zum Atmen und Nachdenken gelassen wurde, erdrückend wirken. Doch in dem Moment, als sie erneut sah, wie diese faszinierende Gabe genutzt wurde, konnte sie nicht anders als sich noch mehr zu der Serbin hingezogen zu fühlen, sie wurde dadurch in ihren Augen nur noch besonderes, nur noch wertvoller in ihrer Einzigartigkeit.
Der Grund für die Anwendung war offensichtlich, auf Dauer wäre es einfach sich auf diese Weise fortzubewegen als die Arme zu nutzen, ebenso wie Maeve sich mehr mit den Füßen antrieb, die ebenfalls von Schwimmhäuten bedeckt waren.
Den Oberkörper hatte Evgenija belassen, wie er war, ihre weißen, langen Haare breiteten sich ohne die Luftblase, die sie zuvor noch umgeben hatte, wie Nebel aus, folgte den wellenbewegungen unmittelbar und stellte einen wunderbaren Kontrast zu der wunderschönen, smaragdgrünen Farbe der Fischschuppen dar.
Maeve folgte dieser wundervollen Frau, behielt sie, ebenso wie ihren Rücken im Auge, für den Fall, dass Gefahr von hinten drohte sie zu stellen, doch schien noch alles ruhig zu sein, für den Geschmack der Forscherin viel zu ruhig. Es war verdächtig, dass noch nichts geschehen war, sie nahm an, sie sollten sich in Sicherheit wähnen, damit sie auf die vorbereitete Falle nicht gefasst sein würden, damit sie nicht rechtzeitig reagieren würden.
Es ging immer tiefer, bis sie mehr oder weniger den Grund des Sees erreichten und weiter vorwärts schwammen, in Richtung einer Ansammlung von alten, römisch anmutenden Ruinen, die sobald sie sichtbar wurden das Interesse der Archäologin weckten, denn schließlich war Rom mitunter eines ihrer Spezialgebiete und die Architektur ihr dementsprechend vertraut. Das Abschleifen durch das sie umgebende Wasser würde es schwieriger machen ein genaues Alter festzustellen, doch sollte man eine dieser Säulen an die Oberfläche bringen, trocknen und untersuchen, Teile aufschneiden, die eingezogenen Partikel betrachten, konnten möglicherweise mehr Rückschlüsse gezogen werden.
Maeve schob derlei Gedanken, nachdem sie gekommen waren, direkt wieder beiseite. Sie war auf keiner ihrer Reisen, dies war Ernst und sie sollte sich weniger Gedanken darum machen, weswegen dies hier war, in Großbritannien, und mehr, wie ihr weiterer Weg aussehen würde.
Doch gerade als sie diesen Entschluss gefasst hatte und ihre Gedanken von ihrer Arbeit abwendete, erreichte sie eine leichte, durch das Wasser getragene Schwingung, ihre Ohren. Es dauerte ein wenig, bis festgestellt wurde, worum es sich genau handelte. Es war eine Art Gesang, wundervoller Gesang einer betörenden weiblichen Stimme, die aus dem Inneren des tempelartigen Konstrukts zu kommen schien. Maeve hatte vor sich darüber Gedanken zu machen, die Worte zu erkennen, den Ursprung zu ergründen und möglicherweise in dieser Ungewöhnlichkeit etwas Gefährliches zu sehen, doch der Gesang hatte sie bereits in einen Zustand versetzt, in dem ihr Körper liebend gerne versank, es war ein wohliges Gefühl, was sie erfüllte, weich, warm, tröstend und ebenso sinnlich und betörend. Wie ein Schlaflied für ein Kind, doch nicht nur dazu da in einen Schlaf zu geleiten, sondern zu anregenden Träumen zu verleiten und sich der verführerischen Stimme hinzugeben.
Und ihr Körper tat, wie geheißen, folgte zwar noch dem zuvor ausgeführtem Befehl, nämlich dem des Schwimmens, doch kapselte den Geist, die Gedankenwelt Maeves von diesen Aktionen ab und versetzte diese in eine andere Welt, fernab von dem Gewässer, von den Katakomben, fernab von ihrer erfolgten Entführung, von London, und Großbritannien. Es führte ihre Gedanken nach Irland, zu ihren liebsten Orten, zeigte ihr Visionen, Träume, nach denen sie sich sehnte. Es fühlte sich alles lebendig an, und gut, zu gut.

Nachdem ihre Augen sich geschlossen hatten, erwachte sie in dem weichen, dunklen Ledersessel ihres Onkels auf, welcher den Duft diesen Mannes verströmte. Eine Mischung aus seinem Rasierwasser, seinem angenehmen, herben Parfum und Haarwachs. Sie fühlte sich kurzzeitig in ihre Jugend zurückversetzt, wo das Leben einfacher gewesen war, sie noch nicht mir Sorgen, Angst erfüllt und von toten Geliebten in ihren Träumen heimgesucht wurde. Doch es war keine Vision ihrer Kindheit, sie blickte an sich hinab, sie trug eines ihrer liebsten, jadegrünen Kleider, hatte offensichtlich den Körper einer Erwachsenen, doch fühlte sich dennoch jünger, jugendlicher und frischer. Sie setzte sich auf, strich ihr Kleid glatt und richtete sich nach kurzem Zögern auf, wanderte zunächst zu dem großen Spiegel mit bronzenem, verziertem Rahmen, der einst ihren Großeltern gehört hatte und später an sie vererbt wurde. Sie sah in ihr Gesicht, doch ebenso war es nicht ihr Gesicht. Ihre Hand berührte ihre Wange. Sie hatte sich schon seit vielen Jahren nicht mehr als so hübsch empfunden, wie sie sich nun in dem Spiegelglas erblickte. Sie war jünger, sie war keine dreiunddreißigjährige Hexe mehr, sie sah aus als wäre die Zeit um eine Dekade zurückgedreht wurden, als sie noch studiert hatte und in der Blüte ihrer Jugend und Schönheit gestanden hatte.
Perplex strich sie über das Glas, sichergehend, dass es wirklich bloß eine Spiegelung war und nicht eine jüngere Version sie heimsuchte.
Ihr Blick glitt über die benachbarten Regale, dort fand sie Bilderrahmen, es waren Bilder des Glücks, die erzählen, was in dieser Version ihres Lebens geschehen war. Mit ihren Forschungen hatte sie es anscheinend irgendwie geschafft ein Elixier zu entwickeln, welches ihren verstorbenen Onkel zurück ins Leben, zurück in ihr Leben gebracht hatte. Durch die Erlebnisse des Todes schwor er von all den Machenschaften ab, die in der Vergangenheit einen Schatten über ihn gelegt hatten, führte nun ein Leben fernab davon, war glücklich, hatte offenbar endlich eine Frau gefunden, die ihn glücklich machte und sogar eine eigene Familie mit dieser gegründet. Sie verharrte vor einem Bild, in dem Brady mit dieser schönen Frau und zwei Töchtern posierte, sie winkten, lächelten und lachten in die Kamera. Ihre kleinen Cousinen waren wunderschön und so voller Leben, sie liebten Brady und auch ihre Mutter.
Auf einem weiteren Bild hielt Maeve die beiden, noch als Säuglinge, in ihren Armen und wiegte sie sanft in den Schlaf, sang ihnen offenbar ein Schlaflied.
Ihr Blick glitt weiter, erblickte zu ihrem weiteren Erstaunen ein Bild von ihrer eigenen Hochzeit mit Evgenija Moravac, sie hatten geheiratet, sich auf ewig in Liebe verbunden und sie beide schienen auf eine Weise von Glück erfüllt, die sich soeben noch so fern und unwirklich angefühlt hatte.
Offenbar, so schloss ihr umnebelter Verstand aus alledem, hatte sie es nicht nur geschafft ein Mittel für Brady zu finden, sondern auch für sich selbst, welches sie nicht nur vorm Altern abhalten hatte, sondern ihren Körper auch ein wenig verjüngt hatte.
Es war alles zu schön um wahr zu sein, all ihre innerlichsten Wünsche hatten sich erfüllt.
Lachen drang zu ihrem Ohr und lenkte sich von den Bildern ab, führten sie in die Küche, in welcher Brady mit Frau und Evgenija, Maeves Ehefrau, saß. Sie lachten, unterhielten sich, verstanden sich prächtig. Die beiden Mädchen liefen um den Tisch herum, an ihrer Cousine Maeve vorbei ins Wohnzimmer, warfen sich mit vor Freude strahlenden Gesichtern auf das cremefarbene Sofa. Offenbar waren Maeve und Evgenija zu Besuch bei der Familie Bradys, zum Abendessen eingeladen.
Die freie Evgenija, die es zusammen mit Maeve geschafft hatte sich von den Ketten ihrer Cousine und der restlichen Familie, die nicht mehr war, zu lösen, sah auf, als Maeve im Türrahmen stand, schenkte der Irin ein wundervolles, liebevolles, zärtlichen Lächeln, welches Maeves Herz höher schlagen ließ und vor Glück und Liebe beinahe zerspringen ließ.
Ihre Ehefrau, der Ring an ihrer beider Finger verdeutlichte dieses Band, stand auf, sie fanden sich, umfassten einander und schenkten sich einen langen, intensiven Kuss, gefolgt von einer Umarmung.
"Danke..mein Schatz..", antwortete das Geburtstagskind verzögert auf die Gratulation seitens ihrer Geliebten. Diese sprach davon, wie sie doch die Kerzen auspusten sollte, die auf ihrem Lieblingskuchen brannten. Sie konnte den wunderbaren Duft des Kuchens, von dem sie aus irgendeinem Grund wusste, wie viel Mühe und Arbeit von ihrer Liebsten hinein investiert wurden, bereits von ihrer Position aus wahrnehmen.
Sie wurde von Evgenija, deren Akzent man kaum noch vernahm, zum großen Küchentisch geführt, um welchen herum Brady und seine Frau bereits Platz genommen hatten, sie beglückwünschten und anlächelten. Tränen des puren Glücks, der erfüllten Glücks, der wahr gewordenen Träume füllen ihre Augen, liefen ihre Wangen herunter. Sie spürte die warme, zarte Hand ihrer Liebsten über ihre Seite streichen, während sich Maeve hinunterbeugte um die vielen Kerzen auszupusten.
Die Flammen verlöschten, der angenehme, bestimmte Duft ausgeblasener Kerzen vermischte sich mit dem süßen Geruch des Kuchens.
Alles wirkte perfekt, doch Maeve wusste tief in ihrem Inneren, dass nichts perfekt war, all dies nicht sein konnte. Es war in mancher Hinsicht sogar in einem Level perfekt, dass sie fragte, ob die Vorstellung sie besser kannte, als sie sich selbst kannte. Beispielsweise hatte sie sich nie viel aus Nahrung, geschweige denn Süßem wie einem Kuchen gemacht, doch hier war er, und er war von ihrer Ehefrau gebacken, mit Liebe und Mühe. Es war wundervoll.
Maeve war ein rationaler Mensch, doch sie wollte in diesen Augenblicken nicht rational sein, sie wollte sich in dieser anderen Welt verlieren, die ihr alles versprach, wonach sie sich nur sehnen könnte.
Ihre Gedanken reichten für den Moment nicht über diesen Umstand hinaus, überlegten sich nicht, was außerhalb dieser Wolke des Glücks geschah, schließlich war doch alles hier, was sie brauchte., Ihre Familie, ihre Geliebte. Ihre Ängste waren nicht mehr, ihre Reputation war besser denn je, es war Perfektion.
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BeitragThema: Re: Um der Reputation willen   Do 5 Jan 2017 - 3:49

Während Maeve und Evgenija auf das Portal zu schwammen, welches sich bedrohlich vor ihnen aufbaute, wie das Maul einer gefräßigen Bestie, bemerkten die beiden nicht, gefangen in ihren Wünschen, wie Bewegung in die Finsternis geriet. Tentakeln wie die eines Tintenfisches schlängelten sich behäbig hinaus. Die schwarze gallertartige Haut war mit Violetten Flecken übersät und ein Azur leuchtender Stachel, welcher aussah, als wäre er aus gewundenem Kristall, saß an der Spitze. Einige Meter vor den Toren, verebbten die Bewegungen der beiden Frauen, während die Tentakeln sich langsam um sie schlangen, ihre Beine und Körper empor krochen. Eng legten sie sich um ihre Arme und Schultern, bis sich der Stachel auf je eine Schläfe der Frauen richtete und durch die Haut drang. Kein Blut floss, keine Verletzung entstand, während dieser Stachel tief bis in die Seele drang.

Dieses Wesen ernährte sich nicht von Fleisch allein. Nein es gierte nach der geistigen Essenz dieser beiden Frauen. Zwei kleine Augen glühten in der Dunkelheit in einem unheilvollem Gelb und Grün. Weit hinten in der Halle, blickten sie voller Verlangen zu den beiden Frauen, als die Tentakel sich langsam in Bewegung setzten und die beiden Frauen unaufhaltsam weiter auf den Einfang zuzogen. Ein gieriges Kreischen ging leise während des Gesanges von der Bestie aus, welche wohl schon endlos lange nichts mehr zu Fressen bekommen hatte. In der Halle erstreckte sich das Wesen fast einer hässlichen Pflanze gleich über den halben Saal und ragte bis unter die Decke. Die Kristalle und Moose an den Wänden glühten auf und gaben den Blick auf den entsetzlichen Puddinghaften Unterleib frei, an dessen Vorderseite ein gefräßiges Maul voller Erwartung schnappte. Sämiger Speichel rann aus diesem Mund und wurde von der Strömung aus dem Tempel getragen. Andere Tentakel lagen träge im Wasser, waren immerhin nicht mehr Opfer in der Nähe.

Oben auf dieser abartigen Masse jedoch, ging das Wesen über, in den Torso einer zarten jungen Frau, welche den Blick ihrer Gelb-grün leuchtenden Augen auf die beiden Opfer gerichtet hielt, welche behäbig langsam auf dieses entsetzliche Maul zugezogen wurden. Ihre Arme trieben erhoben im Wasser und die Haut, welche wie Perlmutt glänzte, schien ohne den geringsten Makel. Volle aber nicht zu große Brüste bewegten sich sachte im Wasser, während der Mund sich beständig bewegte und eine Sirenenartige Note nach der anderen hervorbrachte. Das dichte schwarze Haar trieb wie eine Wolke nach oben im Wasser und die Spitz zulaufenden Ohren, schienen nach hinten gerichtet fast einen halben Meter Länge zu messen. Je näher dieses Wesen seine Opfer auf den Schlund zu zog, desto gieriger schnappte dieser um sich, drückte sich begierig und ungeduldig hervor, um die Mahlzeit erwischen zu können, bevor sie ganz herangezogen war. Die Tentakeln zogen sie langsam über die Schwelle und schleiften sie träge über den Boden, doch auch wenn das Wesen gierig war, es hatte Zeit. Es hatte Jahrzehnte gewartet, was machten da noch einige Minuten?

Evgenija schlug die Augen auf, als sie etwas an der Nase kitzelte. Schnell richtete sie sich auf und versuchte sich zu orientieren. Der Untergrund war weich, wie Stoff. Sie blickte nach unten und strich mit einer Hand über die Violette Decke, die auf grünem Gras ausgebreitet lag. Die Sonne schien vom Himmel und ein Duft von Kiefernadeln und Blumen stieg ihr in die Nase. Sie schloss die Augen, als eine Hand sich auf die ihre legte. Überrascht blickte sie zur Seite und sah Maeve ins Gesicht. Die Zauberin lächelte sie an. Es war eines ihrer seltenen Lächeln, nicht all zu stark, aber dafür umso bedeutungsvoller. Ergriffen lächelte sie zurück, so voller Wärme, so voller Zärtlichkeit, da sie immer das Gefühl hatte, ihr Herz würde einen Überschlag machen, wenn sie dieses Lächeln sah. Sie war so wunderschön. Ihr erhabenes Gesicht, die zarten Züge und diese starken Augen, welche so viel Gefühl übertragen konnten, wenn etwas Maeve dazu brachte. Ihr Haar war heute frei und unfrisiert und erhob sich bei einem Windstoß immer wieder leicht in die Lüfte und umspielte ihr Gesicht. Ihr Kleid war in Blau gehalten, mit silbernen Blumenmustern und kleinen eingestickten Farbkontrasten. Es schmiegte sich eng um ihren Schlanken Körper, betonte sie so schmeichelnd, das Evgenija seufzen musste.

Etwas traf sie an der Stirn. Sie blickte neben sich und entdeckte eine Haselnuss. Als sie in die Flugbahn der Nuss verfolgte, erblickte sie ihren Onkel Gerasim, welcher gerade munter an etwas kaute. Wie immer lag ein Messer neben ihm und ein besonders schönes Holzstück, aus welchem er eine Figur herauslösen würde. Gerasim vermied es immer, dies mit Magie zu tun, denn so würden seine Hände dieses Geschick verlieren. Ihr Onkel lächelte sie an. Er trug eine Weste aus braunem Leder und eine grüne Hose. Er liebte Waldfarben. Seine Füße waren Bloß, wie er es immer bevorzugt hatte. Es war so schön ihn hier wieder getroffen zu haben. Ja, er war genau zum richtigen Zeitpunkt zurück gekommen, denn mit ihm zusammen und Maeve war Evica schließlich gefallen. Ugren Moravac hatte das Alter dahin gerafft und die restlichen Moravac waren schließlich durch einen koordinierten Angriff von Englischen Auroren, ihr, Gerasim und Maeve zerschlagen worden. Gerasim hatte es vorgezogen in Serbien zu bleiben, verständlich. Doch heute war er wieder hier. Es war nun genau sieben Jahre her, dass Maeve und sie zusammen gefunden hatten. Ein Tag den sie gerne feierten.

Vögel sangen im Hintergrund als Gerasim bei ihrem Blick zu Maeve wissend grinste. "Genug geschlafen kleine Siebenschläferin?" neckte er sie und Evgenija streckte sich, bevor sie nach einem Teller mit Sarma griff, einer ihrer Lieblingsspeisen. "Ich denken schon." Erwiderte sie. Ihr Englisch war noch nicht immer so perfekt, wie sie es gerne gehabt hätte, doch das machte nichts. So hatte Maeve sie kennengelernt. Sie biss in ein Sarma hinein und kaute genüsslich. Ja, so hatten sie sich kennengelernt, auf dieser Feier... Ein ungutes Gefühl überkam sie. Ihr war, als wäre es gerade erst vor kurzem gewesen. Vor ihren Augen verschwammen die Sieben Jahre Beziehung fast wie ein schöner Traum. Etwas stimmte hier nicht. Ihr kauen endete und sie stellte den Teller mit einem Nachdenklichem Blick wieder ab. "Was hast du Liebste?" Maeves Hand legte sich warm auf die ihre und sie blickte ihrer Frau in die Augen. Ihr Ausdruck war noch immer kühl, doch sie kannte ihre Frau inzwischen gut genug, um die Sorge zu erkennen, die daraus hervorstach. "Ich weiß nicht. Es ist komisch. Haben wir nicht erst vor wenig kennengelernt Liebste?" Maeve konnte nun nicht anders und lachte schallend.

"Wenn du mich jetzt erst kennen würdest, müsste ich dir für die letzten sieben Jahre erst sauer sein." Erwiderte sie. Hier stimmte definitiv etwas nicht. Langsam erhob sich Evgenija. Maeve versuchte sie noch sanft auf der Decke zu behalten, doch sie entzog sich ihr. "Etwas nicht stimmt." Entschied sie sicher. "Was ist los mit dir Geliebte?" Fragte Maeve mit Argwohn. "Bleib doch bei mir." Dieser Satz schien in ihrem Kopf wiederzuhallen. Auch Gerasim sah sie leicht verwirrt an. "Sie hat recht. Bleib bei uns." Wieder. Dieser eine Satz hallte in ihrem Kopf wieder und ließ ihre Beine weich werden. "Hallo zusammen!" Die Stimme ließ sie herumwirbeln und nun sackte sie wieder in die Knie. Dort kam Avram über die Wiese. Ja, sie konnte sich erinnern, wie Maeve ihn ins Leben zurück gerufen hatte. Sie hatte dies auf einer ihrer Reisen zusammen mit ihr entdeckt. Avram führte seine Frau an seiner Hand. Mit einem glücklichem Lächeln kam er auf sie alle zu. Tränen rannen ihre Wangen hinab und Avram stutzte als er näher kam.

"Was ist los Schwesterchen?" Sein serbischer Akzent war noch stärker als ihrer. Sie konnte ihn nur anstarren. Ihr Blick glitt immer wieder zu Maeve und ihm hin und her. "Ev will anscheinend gehen." Weihte Gerasim den Neuankömmling ein. "Aber ich doch gerade gekommen hier." Antwortete der junge Serbe, dessen Frau bekräftigend nickte, während ihr Onkel und Maeve sie begrüßten. "Bleib bei uns." Sprach Avram sanft und wieder schien dieser Satz sich wie ein Beben in ihrem Kopf fortzusetzen. "Wohin willst du denn? Hier sind alle, die dich lieben?" Sie verstand nicht mehr, wer dies gesagt hatte. Sie hatten Recht. Ihr Blick huschte umher, während sie zitternd auf die Decke in Maeves Arme sank. Verständnislos blickte sie ihre Frau an, welche sie nur sanft auf die Lippen küsste. "Es ist alles in Ordnung. Das ist nur ein Rückfall Liebste." Beruhigte Maeve sie. "Bleib bei uns. Verlasse uns nicht!" Nein, sie würde nicht gehen können. Maeve... Avram... Gerasim... Judith, Avrams Frau. Sie brauchten sie, sie liebten sie.

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BeitragThema: Re: Um der Reputation willen   Do 5 Jan 2017 - 19:47

Maeve saß mittlerweile am Tisch, umgeben von Brady, seiner Frau und Evgenija. Das Lachen ihrer beiden Cousinen war aus dem Wohnzimmer zu vernehmen, sie amüsierten sich offenbar prächtig. Doch sie konnte sich nicht daran erinnern sie aufwachsen zu sehen.
Für ihre Ehefrau, die sich eine solche Mühe darauf verwendet hatte diesen Kuchen, der angeblich der liebste Maeves war. Offenbar musste sie Evgenija diese Information gegeben haben, auch wenn sie sich nicht daran erinnerte. Auch hatte sie nicht gewusst, dass die wunderschöne Serbin backen konnte, dies war ihr neu.
Nun, wo mit dem ersten Bissen des tatsächlich wohlschmeckenden Kuchen immer weitere Dinge auffielen, die ihr fehlten, machte sich ein ungutes Gefühl in ihr breit. Ihre eigene Hochzeit hatte sie nicht miterlebt, sie hatte die Entdeckungen nicht wirklich selbst getätigt, sie hatte ihre Reputation nicht selbst aus dem Abgrund gezogen, sie hatte nichts von alledem, was sie hier präsentiert bekam, selbst erreicht und dies störte sie. Es fehlten einerseits die wahren Erinnerungen daran und in einem phänomenalen Gedächtnis wie dem ihren, wollte sie solche nicht missen, es würde sich schlichtweg wie ein falsches, ein gelogenes Leben vorkommen, ebenso wurde dieses Gefühl durch das Wissen erzeugt, dass sie es nicht selbst geschaffen hatte. Langsam kam alles zurück, sie wusste nicht einmal besonders viel über Evgenija, ja, ihre Wünsche waren wohl offenkundig, doch nicht auf diese Weise, nicht sofort, sie wusste zu wenig, nichts war geklärt.
Maeve schüttelte den Kopf, stand auf, stolperte ein wenig nach hinten, als sie sich zur Verwunderung ihrer Liebsten von diesen entfernte. Sie riefen nach ihr, fragten was mit ihr war, ob es ihr nicht gut gehen würde. Die beiden Kinder zupften am Kleid Maeves und sahen sie fragend von unten an.
Sanft löste sich Maeve von ihnen, begab sich ins Wohnzimmer, zum Sofa, von dem aus sie in diese Vorstellungen erwacht war. Es war alles zu schön, aber das war nicht direkt das Problem, es war zu einfach, dies missfiel ihr, solche Dinge brachten einem kein wahres Glück, hatte man nicht in irgendeiner Form dafür gearbeitet. All dies war ihr ohne das wahre Wissen darum, als vollendete Tatsachen vorgesetzt worden und so schön der Gedanke kurzzeitig war, so falsch war er auch.
Als Maeve dies alles realisierte, spürte sie eine nasse Kälte, die sie umgab, einen Sog, der sie in eine Richtung zog, sie vernahm eine wunderschöne Stimme in ihrem Kopf und damit, mit all diesen nicht ins Bild passenden Eindrücken, öffnete sie ihre Augen, die sie in der Vorstellung zuvor geschlossen hatte. Nun sah sie nicht mehr das Innere des Wohnzimmers ihres Onkels, sondern ein widerliches, glibberiges Wesen mit einem mit Reihen von Zähnen besetzten Maul. Nicht nur schwammen sie auf dieses Wesen zu, sondern hatte das Geschöpf, was sich nach oben hin zu einer wunderschönen Frau, von der diese sinnliche, lockenden Stimme ausging.
Maeve wand sich nun, musste die noch in ihren Vorstellungen gefangene Evgenija retten. Sie schaffte es ihren rechten Arm zu befreien. Ihre rechte Hand, in welcher sich glücklicherweise noch ihr Zauberstab befand, schwang und wortlos traf ein 'Bombarda Maxima' exakt auf das schnappende Maul des Monsters traf und dieses aufgrund der Gewalt auseinanderriss.  Die Tentakel ließen die beiden Frauen los, die zuvor singende Frau am oberen Ende des Monsters stieß einen schrillen Schrei aus, als das menschenfressende Wesen zu Boden sank, Blut ins Wasser sickerte. Zähne, Hautfetzen, Tentakel und glibberiges Fleisch flogen durch das Wasser, durch die Druckwelle der Explosion getragen.
Maeve sah sich das Spektakel nicht lange an, sondern schwamm direkt zu ihrer Liebsten, umfing diese mit ihren Armen und führte sie fort vom Tempel und dem unheilvollen Wesen, damit sie in Ruhe aus den sicherlich auf eine Weise zumindest ebenso schönen Träumen erwachen konnte.
Sie drückte einen Kuss auf die Lippen Evgenijas und erhoffte, dass es ihr gut ging und die Explosion ihr nicht auf irgendeine Weise geschadet hatte, die Tentakel sie nicht verletzt hatten und das Erwachen aus den Vorstellungen sanft vonstatten ging.
Maeve schwamm auf der Stelle, hielt die wunderschöne, weißhaarige Meerjungfrau in ihren Armen, während um sie herum die fluoreszierenden Pflanzen sie in ein weiches, doch kühles Licht tauchten. Es schien einem wahren Kunstwerk zu glichen, das Bild dieses bildhübschen Metamorphmagus in ihren Armen, deren weiße Mähne sich nach oben hin wellte, als wäre es von Wind aufgescheuchter Nebel, während sie von kleinsten Luftblasen und diesen Lichtern umgeben wurden.
Das Monster hinter ihnen, was den Geräusch nach zu folge im Sterben lag und noch um die wenigen Momente kämpfte, die ihm verblieben waren, war bereits beinahe wieder vergessen, bei dem Anblick, der sich ihr hier bot.
Es glich beinahe einem Traum, dem Traum von zuvor, nur war er glaubhaft, denn nicht perfekt, er war glaubhaft, denn sie wusste genau, wie sie in diese Situation geraten waren, was zuvor geschehen war und es war kein Traum, da nicht sicher war, wohin diese Reise genau gehen würde.
Insgeheim fragte sie sich, was Evgenija wohl in ihrem Geist erlebt hatte, als dieses seltsame, magische Wesen sie in ihren Fängen hatte und mit wundervollen Bildern von der Gefahr hatte ablenken wollen. Vielleicht würden sie darüber sprechen, wenn sie Zeit dafür hatten, doch im Moment wirkte es eher so, als würden solche Gespräche noch in weiter Ferne liegen, würde es doch beinahe einem Wunder gleichen, sollten sie unversehrt aus alledem hervorgehen können.
"Geht es dir gut?", waren die einzigen Worte, die Maeve nun an die Frau richtete, der sie sich so hingezogen fühlte. Ihre Worte waren durch das Dianthuskraut leicht verzerrt, doch damit war sie in der Lage auch in dieser Unterwasserwelt zu sprechen. In ihren Worten lag eine gewisse Wärme, sie sorgte sich tatsächlich um das Wohlergehen dieser wundervollen Hexe.
Es war fast 4 Jahre her, dass sie zuletzt für irgendjemanden solche Gefühle gehegt hatte und damals waren es ihr Ehemann und Onkel gewesen, für welche sie andere Arten der Liebe empfunden hatte. Sie und ihr mittlerweile verstorbener Ehemann James hatten sich aufgrund ihrer Arbeit und anderen Dingen auseinandergelebt, sich zwar noch geliebt aber mehr aufgrund ihrer ehemaligen Bindung als von wirklichem Verliebtsein. Die Liebe zu ihrem Onkel war natürlich familiärer Natur gewesen, er war das einzige Familienmitglied, zu dem sie eine solche Bindung gehabt hatte und sie würde wohl nie wieder eine solche aufbauen können. Dafür empfand sie nun für die Serbin Gefühle, die sie zuletzt zu ihrer Jugend empfunden hatte, leidenschaftliche, sehnende Gefühle, die ihre Sinne durcheinander zu bringen vermochten. Es ließ Maeve wieder jünger fühlen, so zu fühlen und wohl ähnliche Gefühle auch in der jungen Hexe geweckt zu haben. Dies war mehr, als sie hätte erwarten können, weswegen es ihr für den Moment mehr als ausreichte als Wiedereinstieg in ihr wieder aufgenommenes, soziales Leben, Privatleben.
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