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 Allein unter Menschen

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Aiden Jeremy Landon
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BeitragThema: Allein unter Menschen   Mi 29 Jun 2016 - 20:30

Wie lange hatte er auf diesen Moment hingearbeitet? Oh viel zu lange, viel zu viele Diskussionen die er sich locker hätte sparen können, wenn ihm dieser Junge auch nur ein bisschen egal gewesen wäre. Einige hatten ihn bereits gefragt wieso er seine Zeit mit ihm verschwendete und einem Menschen versuchte zu helfen, der sich absolut gar nicht um sein eigenes Wohl zu scheren schien. Ein paar seiner Leute meinten sogar er würde viel zu viel Zeit mit ihm verbringen und seine Freunde ständig zu seinem Gunsten vernachlässigen. Kaum ging er, lief er ihm nach und ließ alle anderen stehen. War doch klar, dass das keiner akzeptieren wollte oder? Also musste eine Änderung her, AJ wollte keinesfalls seinen Freundeskreis reduzieren, nur weil Eli sich schüchtern versuchte zu isolieren. Mit vielen Bestechungen und einer Menge Geduld und Reden hatte er ihn endlich soweit gekriegt, dass er sich geschlagen gab und einwilligte sich mit ein paar Freunden von AJ und ihm zu treffen. Gemeinsam sollte es runter nach Hogsmead gehen ins Drei Besen um gemeinsam was zu trinken, zu reden und Eli in seinen Freundeskreis zu integrieren. Jeffrey, sein bester Freund würde auch da sein, dann noch Thomas, Mike und vielleicht auch noch die Freundin von Jeff. Wer weiß, er hatte ihnen keine Grenzen gesetzt und daher war er umso nervöser, als Eli an dem Tag widerwillig trödelte. Es kam ihm vor als sei er ultra langsam und die Zeit verdammt schnell. Immer wenn man es eilig hatte, tendierten Menschen dazu einen warten zu lassen, dabei blieb dazu nicht mehr genug Zeit. Die anderen warteten wahrscheinlich schon voller Ungeduld auf sie, während Eli i mit sich zu zaudern schien, ob er das nun durchziehen oder doch lieber lassen sollte, zumindest wirkte es so bevor er in den Ravenclaw-Turm gegangen war um sich umzuziehen. Aber er hatte es AJ nunmal versprochen und eigentlich gar keine andere Wahl, wenn er AJ nicht unbedingt weh tun wollte. Eli wusste ganz genau, dass das ein sehr wichtiger Tag für AJ war und er sehr stolz gegrinst hatte als er schlussendlich sein Ja dazu gegeben hatte. Auf und ab ging der große Gryffindor und wartete sehnsüchtig auf seinen Freund, der sich eine ganze Menge Zeit ließ beim umziehen oder kam es ihm nur wegen seiner eigenen Ungeduld so vor? Er wusste es nicht, er wusste nur das die Zeit sich gegen ihn stellte und mit jeder Minute die verging, spielte er mit dem Gedanken ohne Eli zu gehen. Aber das würde nur wieder sinnlosen Stress, Diskussionen und Entschuldigungen bedeuten und dazu hatte AJ schlichtweg keinen Bock.

Innerlich freute er sich bereits auf ein leckeres Butterbier und auf eine ganze Menge Spaß bei der auch Eli nicht zu knapp kommen würde. Jeffrey hatte sogar vorgeschlagen das sie ihr Lieblingswürfelspiel spielen wollten, dass er oft mit ihm allein gespielt hatte, wenn Eli gerade anderweitig beschäftigt war. Dabei handelte es sich um ein Würfelspiel bei dem man um die Wette würfelte, wer die größte Zahl erreichte brauchte in der Runde nichts zu trinken. Würfelte man einen Pasch, war man auch für die Runde darauf gewappnet, also so eine Art Joker.  Er liebte dieses Spiel und gewann auch desöfteren Mal, einmal hatten sie sogar gewettet, dass der Sieger was ausgegeben kriegt vom Verlierer, sodass Jeffrey an einem Nachmittag einiges an Gallionen für den großen Jungen ausgeben musste. Sie hatten als Gruppe schon immer viel Spaß gehabt und nachdem sich Jeffrey und Aj damals von Gailen losgesagt hatten, war ihre Verbindung zueinander sogar noch stärker geworden. Kein Tag verging an dem beide füreinander alles geben würden, um dem je anderen unter die Arme zu greifen. Er ist wie ein Bruder für ihn. Im Grunde ist Jeffrey sogar Teil seiner Familie geworden und das ist AJ umso wichtiger.

Seine Augen glitten wieder zu seiner Uhr und zum hölzernen Eingang des Turms. Was trieb der Junge da drin? Umziehen war eine Sache von wenigen Minuten, aber doch keine 10 Minuten!!! Er war kein Mädchen also würde er sich sicherlich nicht noch schminken, er war auch nicht eingeschränkt also hatte er keine Probleme beim umziehen, also was in drei Teufelsamen trieb dieser Kerl im Schlafsaal? So langsam wurde AJ genervt von dieser ultra langsamen Haltung seines Freundes. Hing er etwa vor dem Spiegel und zupfte die Blüten einer Blume ab, um das altbekannte Entscheidungsspiel zu spielen: Ich gehe, ich gehe nicht, ich gehe, ich gehe nicht....
Nein, nein nein nein! Allein die Vorstellung war viel zu grauenhaft als das AJ noch länger darüber nachdenken wollte und überhaupt war Eli nie jemand gewesen, der seine Versprechen gab. Immerhin sollte er für den Ausflug ja auch Zuckerstangen mit Schokoglasur bekommen, dass hatte AJ ihm versprochen. Kurz vor der endgültigen Verzweiflung öffnete sich die Türe und Eli trat endlich auf den Gang hinaus,
"Na endlich! Da bist du ja! Was hat denn da drin solange gedauert? Wir werden garantiert wieder fünf Minuten zu spät dran sein." , sagte er und musterte Eli scharf.
Er hatte sich umgezogen und sah auch wirklich verdammt gut aus. Wäre AJ ein Mädchen würde er ihn jetzt wahrscheinlich von der Seite anbaggern. "Eines muss ich dir lassen, du siehst echt gut aus. Sag mal...du hast dir doch nichts in die Haare geschmiert oder?" fragte er unverblümt und sah Eli dabei auf seine Haare. Vielleicht hatte er sich das auch nur eingebildet...so genau konnte er das nicht sagen, es wirkte aufjedenfall so.
"Na komm." sagte er euphorisch und packte  Eli mit einem sanften Griff seiner Hand am Handgelenk und zog ihn mit sich die Treppen hinunter. "Du ahnst gar nicht wie sehr ich mich darüber freue, dass du mitkommst." jubelte er mit einem strahlenden Grinsen im Geischt.
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Nôel Eliot Sulivan
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BeitragThema: Re: Allein unter Menschen   Fr 1 Jul 2016 - 16:45

Ich stand halb nackt vor dem Spiegel und musterte meine Erscheinung abwertend. Alles an mir fühlte sich falsch an… jeder Teil meines Körpers kam mir vor, als würde er jemand anderen gehören und vor allem dieses… dieses Ding auf meiner Brust -
Schon komisch nicht wahr? Das Wissen, dass du nie mehr derselbe sein wirst – nie wieder mehr DU!
Das stimmte, dieses Gefühl war nicht nur komisch sondern vor allem sehr belastend, aber mit wem sollte ich dieses Gefühl auch teilen? Wer würde mir glauben und mich nicht für völlig verrückterklären? AJ würde mir wahrscheinlich glauben, wenn er zuhören würde, weil er es wusste. Er wusste was in diesem Haus abgegangen ist, weil er es am eigenen Leib erfahren hat. Doch ich bezweifelte, dass er mir zuhören würde. Nicht ein einziges Mal, seit der ersten Begegnung, hatten wir darüber gesprochen. Nie…
Es war keine meiner Lieblingsthemen, doch ich wäre froh gewesen, wenn ich meine Gedanken diesbezüglich mit irgendjemand anders hätte teilen können, als ausschließlich mit mir selber. Doch er hatte mir mehr als einmal klar gemacht, dass er das nicht wollte und wirklich verübeln konnte ich es ihm nicht.
Hier hatte mein bester Freund ein neues Leben aufgebaut – mal abgesehen von seiner Familie – hier hatte er Verständnis, Liebe und Freiheit gefunden. Dinge die ich ihm nie hätte bieten können und wahrscheinlich immer noch nicht konnte. Es wunderte mich überhaupt warum er sich so viel Mühe gab mich in diese fremde Welt zu integrieren, wo selbst seine Freunde das mit skeptischen Augen betrachten.
Mit etwas zittrigen Händen hob ich das weinrote Shirt auf, das meine Augen so sehr betonte und dachte an das Gespräch zurück, das ich ausversehen belauscht hatte. Es stimmte wirklich: Der Lauscher an der Wand… - aber als ich einmal bemerkte, dass es um mich ging, konnte ich nicht mehr einfach gehen. Grotesk aber die verfluchte Wahrheit – etwas das ich jetzt gerade und schon kurz danach bereut hatte. Dieser Freund, den er da hatte – irgendwas mit J ich erinnere mich nicht genau daran, Jack oder Jefferson irgend so etwas – hatte ihm beteuert wie überflüssig er das alles fand und das dieser „kleine Sonderling“, womit wohl dann ich gemeint war, eh nicht in ihre Gruppe passte. Eigentlich hatte ich sonst nichts gegen den Ausdruck, aber in diesem Zusammenhang tat es doch weh. Auch wenn AJ widersprach, spürte ich dass er irgendwie auch nicht recht daran glaubte, was mich noch mehr verunsicherte. Wollte er das denn überhaupt? Oder lud er mich nur ein um sein schlechtes Gewissen auszugleichen?
Diese Vorstellung verursachte automatisch Übelkeit bei mir, weswegen ich mich erst einmal hinsetzte und einfach weiter in das ziemlich blassgewordene Gesicht starrte. Vielleicht sollte ich es einfach lassen und alle in ihren Annahmen bestätigen, dann konnten sie etwas lästern und würden mich dann vergessen – aber ich würde auch mein Versprechen brechen und einen Menschen – nein eigentlich DEN einzigen wichtigsten Menschen, den ich im Leben hatte, verletzten. War es das wirklich wert?
Ich schluckte und schüttelte den Kopf.
Ich wusste, dass ich fast keine andere Wahl hatte und eigentlich hatte ich schon schlimmeres erlebt, als dieses läppische Treffen. Ich konnte jederzeit gehen immerhin hatte ich nicht versprochen bis zum Ende zu bleiben, nicht wahr? Und wenn ich es versucht hatte, konnte sich auch AJ nicht beschweren, dass ich nie aktiv wurde.
Entschlossen ging ich erneut zum Schrank – immer noch taumlig und suchte mir eine schwarze, enganliegende Jeans aus, eine schon etwas zerrissene Weste, die ich immer noch sehr mochte und die lustiger Weise gerade den Trend zu entsprechen schien und Schuhe. Mit dem Outfit und meiner Silberkette, drehte ich mich noch einmal vor dem Spiegel, ehe ich meine Haare kämmte und hinausschritt. Wie zu erwarten war, lief AJ schon vor dem Aufgang zum Turm unruhig auf und ab und begegnete mir mit dieser hektischen Ungeduld, die mich trotz meiner Nervosität kurz lächeln ließ. „Ich wurde kurz abgelenkt…“
Auf das Kompliment meines Freundes hin, spürte ich wie meine Wangen warm wurden und senkte verlegen den Kopf um nicht zu zeigen wie tief dieses Kompliment mir ging. Schon alleine dafür hatte sich das Treffen irgendwie gelohnt. „Ich… nein, habe ich nicht“, nuschelte ich und betastete vorsichtig die Wärme, die sich seit den Worten des Gryffindors in meiner Brust eingenistet hatte. „Ich habe nur vorher ein wenig Spülung benutzt.“
Dass diese Worte bei dem anderen kaum Beachtung fanden, störte mich nicht. Denn hingegen der Annahme wusste ich sehr wohl wie aufgeregt und fröhlich AJ war, immerhin hatte er erneut die Chance zwei wichtige Aspekte seines Lebens zu vereinen. Stumm ließ ich mich also von meinem besten Freund mitziehen und unterschrieb bereits mein Todesurteil, als wir die Treppen verlassen hatten. Aber auch wenn ich es jetzt noch aufhalten hätte können, war es dazu doch auch schon irgendwie viel zu spät, denn jetzt… jetzt konnte mir nur noch ein verdammtes Wunder helfen!!
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Aiden Jeremy Landon
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BeitragThema: Re: Allein unter Menschen   Fr 29 Jul 2016 - 19:34

"Alles klar bei dir?" fragte AJ und sah während sie in Richtung Eingangshalle gingen, hin und wieder zu Eli. "Du wirkst so still und nachdenklich. Bist du nervös?", fragte er etwas besorgt und runzelte leicht die Stirn. Eli war nicht gerade die Art Mensch die man leicht in eine Gruppe integrierte, aber AJ wollte ihn unbedingt dabei haben. er liebte es, seine Freunde alle beisammen zu haben, sie unter einem Hut zu vereinen, sodass sie auch Mal gemeinsam weggehen konnten. Und natürlich durfte bei einem solchen Unterfangen, sein bester Freund und Weggefährte nicht fehlen. Es wurde Zeit, das Eli einmal sah was das Leben alles zu bieten hatte, welche Möglichkeiten ihm seine Freiheit einbrachte, wie viel Spaß er sich entgehen ließ, wenn er stundenlang allein im Wald oder in der Bibliothek verbrachte, während AJ die vielen ungeahnten Freuden des Lebens genoss.

Für einen Augenblick blieb AJ stehen und hielt seinen Freund am Arm fest, ehe er ihn ansah und sanft lächelte. Er strich kurz durch das Haar des jungen Ravenclaw-Schülers und sah ihn mit seinen grenzenlos zuversichtlichen Augen Augen an. "Vertrau mir, es wird dir viel Spaß machen, dass sind wirklich gute Menschen, mit denen du dich sicher gut verstehen wirst. Besonders Jeffrey wirst du mögen, er ist mir nicht unähnlich, ich hoffe einfach mal das er mit seiner Freundin gekommen ist. Sei einfach du selbst und rede ruhig mit ihnen." erklärte AJ ihm und ging den Weg weiterhin euphorisch beschwingt voraus, wobei er Eli mehr oder weniger mit sich zog. Seine Laune hatte einen Höhepunkt erreicht, innerlich war er stolz auf seinen besten Freund, dass er sich diesem Versuch wirklich hingab und vielleicht sogar bald Teil der Gruppe wurde. Wie viel es AJ wirklich bedeutete, dass Eli sich vielleicht schon bald in die Gruppe einfügte ahnte der junge Ravenclaw noch gar nicht. Es wäre als würde ein Traum für ihn in Erfüllung gehen, der bisher in weiter Ferne schien.

Tief in sich drin hoffte er, dass Eli sich nicht wieder zurückziehen würde, falls einer der anderen unwissentlich ein sensibles Thema ansprach.
Nach einer knappen Viertelstundekamen sie schließlich in der Eingangshalle an, wo sie auf drei Jungs und ein Mädchen trafen. Zu seiner Enttäuschung sah er zunächst gar nicht Kayla. War sie nicht da? Oder kam sie noch und verspätete sich nur leicht?  Seine Blicken wanderten zu Jeffrey der samt sich von seiner Freundin löste und AJ mit einer brüderlichen Umarmung empfing. Dann ging es weiter mit seiner Freundin Laney, James und Mike. Alle waren pünktlich gekommen. Mit einem breiten und strahlenden Lächeln, sah AJ jeden einzelnen von ihnen an und zog Eli neben sich. "Leute ihr kennt Eli bereits, er kommt heute mit, wird sicher lustig.", kurz sah er zu Eli herüber und dann zu den anderen. "alsoo, dass ist Jeffrey und das seine heißbegehrte Freundin Laney." erklärte er und zeigte auf die beiden, wobei Jeffrey ihn leicht knuffte als er das Wort "heißbegehrt" vernahm. AJ jedoch lachte, weil er genau wusste das es nur Spaß war. "Was denn? Deine Freundin ist eben begehrt."erwiderte AJ herausfordernd und zwinkerte Laney zu, die das Zwinkern sogar erwiderte.

Sofort ging Jeffrey zu Eli und hielt ihm mit schwachem Lächeln die Hand hin, AJbeobachtete die Reaktion und war gespannt ob er ihm den Händedruck gewährte. "Du kannst mich Jeff nennen." sagte Jeffrey und schien den jungen Ravenclaw dabei ausgiebig zu mustern.
AJ ließ jedoch nicht lange auf sich warten und stellte ihm letztlich noch James und Mike vor, die ihn mit einem einzigen Wink ihrer Hände begrüßten.
"Jo, Eli. Bereit heute mal zu erleben welche Chaoten AJ so um sich versammelt?" fragte James mit einem breiten Grinsen und stellte sich sogar direkt neben Eli. Sein Blick war warmherzig und wunderlich offen.

Kurz darauf trat auch Mike an Eli heran und reichte ihm die Hand, "cool dich dabei zu haben, du brauchst keine Angst zu haben, wir beißen nicht. Nur James...der könnte mal zu beißen wenn er was sieht was ihm gefällt" erzählte Mike und lachte, während James ihn dafür knuffte. Natürlich war AJ die ganze Zeit bei Eli geblieben und stand direkt neben ihm um das Treiben zu beobachten. Ein sanftes Lächeln und ein leichtes Funkeln trat in seine Augen, er hoffte so sehr das sein Plan aufging und Eli sich wirklich in die Gruppe einfügen würde. Er wünschte nur, Kayla wäre auch gekommen, sie hatte ein Talent dafür neue Leute schnell einzubinden, sodass sie gar nicht erst auf den Gedanken kamen wieder zu gehen. dennoch blieb AJ skeptisch was James anging, er verhielt sich nicht wie normalerweise, sondern war ungewöhnlich extrovertiert. Wollte er ich etwa an Eli heranmachen? Für einen Moment fand AJ diesen Gedanken geradezu lächerlich aber auch irgendwie amüsant. Jeffrey sah AJ mit ernsten Blicken an und er erwiderte sie, er wusste nur zu genau was ihm auf der Zunge lag, doch er war nicht bereit darauf einzugehen oder irgendwelche Abstriche zu machen.

James legte urplötzlich einen Arm um Eli - eine Geste die man von ihm sonst nicht gewohnt war - was AJ etwas  verunsicherte wie Eli darauf reagieren würde. "Sag mal trinkst du gerne Butterbier? Wir wollten nämlich alle ins Drei Besen. Ich würde gerne mal mit dir anstoßen, immerhin bist du ja unser neuestes Mitglied und irgendwie ist es seit Jayden dazugekommen ist Tradition. " erklärte James grinsend und nahm den Arm wieder herunter, was AJ etwas aufatmen ließ, sodass AJ beruhigt seinen Arm um Eli legen konnte. "Nun da wir nu-" aber bevor er aussprechen konnte, wurde er von Mike unsanft unterbrochen. "Wo ist eigentlich Jade? Wollte sie nicht auch mit?" , AJ sah zu ihm auf und zuckte mit den Schultern. "Keine Ahnung, ich dachte eigentlich auch das Kayla kommen würde, aber da die beiden sich nicht verstehen, wollen sie wohl beide nicht mit, weil sie denken der jeweils andere geht mit. Frauen sind manchmal echt sowas von kompliziert." erwiderte er und legte einen Arm um Eli. "Bist du soweit, dass wir loskönnen Kumpel?" fragte AJ und sah Eli dabei mit seinem typischen Hundeblick an.  

Wieso musste  James ausgerechnet an diesem Tag,  so aufdringlich sein? Am liebsten hätte AJ ihm dafür den Kopf abgerissen, er wusste ganz genau wie Eli auf sowas reagierte, nämlich meistens mit Rückzug und genau das wollte er in diesem Moment vermeiden.
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Nôel Eliot Sulivan
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BeitragThema: Re: Allein unter Menschen   Sa 30 Jul 2016 - 16:53

„Klar… könnte nicht besser sein“, nuschelte ich unernst und seufzte tief. „Es geht schon…“
Ich wollte meinem besten Freund keine Sorgen bereiten oder ihn auf die Idee bringen, dass ich absichtlich irgendetwas an den Treffen manipulierte um schnell davon wegzukommen. Eigentlich war ich nur hier, weil ich wusste das AJ sich schon sehr lange nichts anderes gewünscht hatte. Doch die Umstände hatten mich immer wieder zurückschrecken lassen. Denn immerhin waren dies meine größten Konkurrenten, was die Zeit des Gryffindors anging.
Eigentlich war es dämlich so zu denken, dass wusste ich selber, aber wenn man es nüchtern betrachtete, teilte AJ die Zeit zwischen den zwei Fronten seiner Freunde auf und sollte dieses Treffen aus irgendwelchen Gründen schiefgehen und es Missstimmungen geben –

Würdest du dich trotzdem weiter mit mir treffen?

Diese Frage war viel zu albern und mit viel zu viel Verlustangst durchsetzt, als das ich sie wahrhaft stellen könnte, aber genau das hielt mich zurück und egal wie sehr ich mich auch anstrengte, ich konnte sie einfach nicht aus meinem Kopf verbannen.
Anscheinend war ich allerdings zu auffällig gewesen, denn AJ hielt mich auf und strich mir sanft durch die Haare. Alleine diese Berührung, ließ die Nervosität in mir augenblicklich abflauen und ich nickte.
„Sicher vertraue ich dir…“
Wenn man es genau betrachtete, verhielt ich mich lächerlich. Immerhin war das hier nicht das Labor und diese Menschen nicht nur auf ihre Urinstinkte reduziert. Warum sollten sie sich nicht freuen können den besten Freund ihres Freundes kennenzulernen?

Weil du dumm und hässlich bist…

Nein, nein!
Ich verdrängte den Gedanken und folgte AJ, der mich in die große Halle zu einer Gruppe Menschen führte, die schon von weitem aus allen anderen herausstachen. Er sah zu wie ein großer Jungen seinen Freund fast brüderlich umarmte und dann erneut seine augenscheinliche Freundin – so wie die sich abschleckten und mit Blicken auszogen war das nicht zu übersehen – an sich zog, als wollte er andeuten, dass sie nur ihm gehörte.  
„Freut mich“, kicherte Laney und musterte ihn mit einem kurzen Blick ehe sie sich wieder ihren Freund zuwandte, was mich nicht wirklich störte. Doch dieser hatte inzwischen seine Augen ebenfalls auf mich gerichtet.
Ich erkannte den besten Freund von AJ sofort, der sich quasi einen Platz mit mir teilte, doch ich wusste auch, dass er nicht viel von mir hielt, da ich vor einiger Zeit zufälliger Weise ein Gespräch zwischen ihm und AJ mitangehört hatte. Anscheinend glaubte er nicht, dass ich mich als „Hinterwäldler“, wie er es nannte, bei ihnen in die Gruppe integrieren könnte. Ich betrachtete den großen, schwarzen Jungen vor mir und legte meine Hand nach einem kurzen Zögern in seine.
„Freut mich, Eliot“, sagte ich tonlos und hielt seinen Blicken stand, die mich von oben bis unten musterten. Auch den anderen beiden nickte ich nicht unhöflich aber distanziert zu, als AJ mich ihnen vorstellte.
Mein Gesicht entglitt mir etwas, als der andere neben mich trat und mich unverhofft beim Spitznamen nannte. Ich hasste es, wenn Leute die mich nicht einmal kannten, sich anmaßten meinen Spitznamen in den Mund zu nehmen. Aber ich schluckte alle Kommentare auf meiner Zunge hinunter um die Stimmung nicht gleich zu verderben und nickte nur.
Etwas überfordert trat ich bei der nächsten offenen Begrüßung einen Schritt hinter AJ zurück. Noch immer spürte ich, dass alle Augen auf mir lagen und mich fixierten. Ich lächelte dem anderen missglückt zu und hoffte inständig, dass AJ diese Begrüßungsrunde bald auflöste. Nichts hasste ich mehr, als die ganze Aufmerksamkeit auf mir zu haben und zu spüren wie sich die Leute langsam ein Bild von mir machten.
Wieso konnte ich auch nicht nur halb so gelassen sein wie mein Freund?
Vorsichtig betrachtete ich AJs Profil und bemerkte das Strahlen in seinen Augen. Diese Euphorie kannte ich nur zugut und es versetzte mir jedes Mal einen Stich, wenn ich seine Hoffnungen wieder enttäuschen musste. Ich wollte eigentlich nicht mehr als meinen besten Freund glücklich machen und doch… doch konnte ich nicht aus meiner Haut.
Ich fuhr zurück, als ein fremder, schwerer Arm sich um meine Schultern legte, als wäre er mir vertraut. Ich spürte wie alles in mir sich verkrampfte und in den tiefen meines Unterbewusstseins ein Schatten sein hässliches Haupt reckte.
„Ja schon“, meinte ich abgehackt und war ihm fast dankbar, als er endlich den Anstand besaß seinen Arm da wegzunehmen. Ein leichtes Zittern durchlief meinen Körper, der sich erst wieder entspannte, als es nun AJ war, der seinen Arm um meine Schultern schloss. Ein leichter, wohliger Schauer durchlief mich.
Ja, das fühlte sich richtig an… nur so durfte es sein. Nur er durfte ihm so nahe sein…
Ein Gefühl von Sicherheit beschlich ihn und er schaffte es wieder sich vollkommen zu entspannen, während die anderen irgendetwas Wichtiges zu bereden schienen. Die kurzen Minuten meiner Verschnaufpause waren jedoch bald vorbei, deswegen nickte ich nur auf AJs Frage und ließ stumm aber bedauernd zu, dass dieser seinen Arm wieder von mir nahm.
Ich folgte den anderen mit einem gebührenden Abstand hinaus und betrachtete sie stumm, wie sie miteinander scherzten und sich auch auf dem Weg immer wieder aufzogen. Wieder spürte ich wie die Kluft zwischen mir und den anderen entstand ohne das ich etwas dagegen tun konnte und dieses Mal war mein bester Freund nicht auf meiner Seite.
Meine trüben Augen richteten sich auf den Boden um nicht noch mehr davon zu sehen und beinah mechanisch, vergrub ich meine Hände in den Hosentaschen.

So war es doch schon immer oder? Du hast es schon so oft gesehen – langsam muss es dir doch mal klar sein, du bist nicht wie die anderen! Du bist Abschaum! Wer sollte sich schon mit dir abgeben wollen?!

Ich presste meine Lippen zusammen um nicht laut zu schreien und zwang meine Beine in die gleiche Richtung zu gehen wie die anderen es taten. Wieso hatte ich mich nur auf dieses dumme Experiment eingelassen?
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BeitragThema: Re: Allein unter Menschen   Mo 8 Aug 2016 - 2:03

Schon während der Begrüßung hatte AJ ein seltsames Gefühl, als ob etwas schief laufen würde und das ganze Experiment zum scheitern bringen würde. Er hatte ja keine Ahnung was in Elis Kopf vor sich ging, vielleicht wäre es besser gewesen, ihn vor der offenen Art der anderen zu warnen und ihn nicht ins kalte Wasser zu schmeißen. Andererseits tat es ihm mal gut, unter Menschen zu sein, die ihn vielleicht ein wenig aus sich herauslockten. Ob es wohl funktionierte? Konnte Eli sich wirklich in eine Gruppe mit Menschen einfügen, die für AJ sehr wichtig, aber andererseits auch von einem ganz anderem Schlag waren? Bis jetzt musste Eli immer nur mit AJs extrovertierten Art klarkommen aber nun hatte er es gleich mit mehreren zu tun. Aber Eli war nicht das einzige Problem in der Gruppe. So sehr er Jeffrey auch mochte und ihn als seinen Bruder ansah, wusste er auch, dass der Junge irgendetwas gegen Eli zu haben schien. Zunächst noch hatte er sich Sorgen gemacht, ob Jeffrey das an Eli auslassen würde, aber nachdem er gesehen hatte wie die beiden sich begrüßten war diese Angst verflogen. Aber schon kurz darauf tauchte eine neue Angst auf und die wurde von James unglaublich penetranter Begrüßung ausgelöst.  Man konnte vieles machen, aber das was er tat war absolut keine gute Idee. Eli hasste es so angefasst zu werden und dann auch noch von jemandem den er nicht kannte, allein diese Aktion ließ AJ für einen Moment daran zweifeln, ob das ein gutes Ende nehmen würde. Glücklicherweise gelang es ihm, dass Ruder herumzureißen und James erstmal von ihm loszukriegen, sodass eine weitere Gefahr aus dem Weg geräumt war.

Nun war der Weg frei um den Spaß herauszuholen und nach Hogsmead aufzubrechen. Dennoch war er sichtlich enttäuscht, dass weder Kayla noch Jade sich der Gruppe angeschlossen hatten und das alles nur weil sie sich absolut nicht ausstehen konnten. Musste die Gruppe wirklich unter deren Zickenkrieg leiden? Viel zu oft schon hatte AJ versucht zwischen den zwei Seiten zu vermitteln, er hasste diesen sinnlosen Konflikt mehr als alles andere. Daher hielt er sich von nun an da raus und wollte damit nichts mehr zu tun haben.

Aber kaum das die Gruppe sich in Bewegung gesetzt hatte, schien Eli auffällig weit hinter ihnen zu bleiben. Die ersten Augenblicke beachtete AJ das erst gar nicht und scherzte mit Laney und Jeffrey darüber, wie Jeff sich als Vater von Laneys Kindern wohl sein würde. Erst einige Minuten später, fiel ihm erneut auf, dass Eli wie eine Art langer Schwanz hinter der Gruppe herdackelte, ohne sich mit irgendjemandem zu unterhalten. Ein leises Seufzen entglitt ihn und auch er ließ sich im Gespräch absichtlich etwas zurückfallen, sodass er nun wieder genau neben Eli lief und ihm einen Arm um die Schulter legte. Irgendwas musste er tun, sonst würde Eli vermutlich auf halbem Wege wieder herumdrehen und das wusste AJ zu verhindern. Der zeitpunkt war günstig, denn inzwischen war sie dazu übergegangen AJ als Vater von Kindern zu bewerten und eine solche Frage konnte Eli wahrscheinlich am besten beantworten.
"Hey Eli, sag meinen Kritikern hier, dass ich ein sehr guter Vater wäre." sagte er mit einem immer noch euphorisch wirkendem Gesichtsausdruck und sah Eli von der Seite an, während er bei dem Wort Kritiker auf Laney und Jeff zeigte. "Du glaubst doch, dass ich mit Kindern umgehen kann oder? Erzähl ihnen wieso!" fügte er hinzu und warf Jeffrey einen gespielt bösen Blick zu. Jeffrey grinste und schien sich jeglichen Kommentar Eli betreffend herunterzuschlucken, ehe er sich auch etwas zurückfallen ließ.

"Nein Eliot, du bist doch auf unserer Seite oder? Kannst du echt vorstellen, wie AJ einkaufen geht oder den Hausputz macht? Oder Windeln wechselt? So sehr ich ihn auch mag, er ist echt nicht der Typ dafür.", erklärte Jeffrey ihn und nun warteten sowohl AJ und Jeffrey als auch Laney gespannt auf eine Antwort, welchem Team er sich anschloss. So konnte wenigstens nicht am Ende behaupten, dass die Leute nicht mit ihm gesprochen hätten, dennoch fühlte er sich immer noch angespannt und völlig verkrampft an, als hätte er eben einen Besen verschluckt.

Plötzlich mischte sich auch James mit ein, der sich ebenfalls zurückfallen ließ und AJs Lächeln etwas zum entgleisen brachte. An diesem Tag hatte er sich unbewusst schon fast zum Trottel Nummer eins deklariert und dann diese Berührungen, was zur Hölle war mit dem Kerl heute los? Für einen Moment stockte AJ, ohne das es jemand bemerkte, der Atem als James unverhofft einen Arm um Elis Hüfte legte und über beide Ohren grinste.

"Dieser....dieser....der kennt nicht mal Scham. Will der Eli vertreiben oder was? Der muss doch sehen, wie unangenehm ihm das ist. Ich schwöre dir, wenn du ihn damit verjagst, mache ich dich echt das erste Mal richtig zur Schnecke."

"Also falls es dich beruhigt, ich bin eher auf AJs Seite." flüsterte James ihm ins Ohr und nahm seine Hand wieder weg, blieb aber dicht neben Eli, während sie den Weg hinunter nach Hogsmead gingen. "Hey Eliot, lass dich nicht von den einseifen. Steh zu deiner ehrlichen Meinung." sagte Mike etwas abseits der Gruppe mit den Händen in den Hosentaschen. Notentechnisch waren Laney und er sehr nahe an Eli dran und konnten was die Intelligenz anging sehr gut mit ihm mithalten. Mike war ähnlich wie Eli so ziemlich das neueste Mitglied in der Gruppe und ebenso wenig extrovertiert wie Eli. Mikes wohl herausstechenste Eigenschaft war, dass er ziemlich knallhart war, was gewisse Ungerechtigkeiten anging. Sein Vater war auch schon jemand der einen ziemlich starken Gerechtigkeitssinn vertrat und meistens für die Minderheiten kämpfte, was Mikes Ruf nicht gerade in die Höhe hatte schießen lassen. Im Gegenteil sein Ruf in Hogwarts war sogar ziemlich zwiespältig, was sich erst änderte, als Jeffrey und die anderen ihn in ihre Gruppe integrierten. Dadurch hatte er zumindest Schutz vor den Hausinternen Mitgliedern die seinen Vater hassten. Daher war er eigentlich ein sehr ruhiger Zeitgenosse der nie zögerte einem Menschen direkt ins Gesicht zu sagen, wenn er etwas falsch machte.

"Versuch dich mit den anderen und mir ein wenig zu unterhalten. Du brauchst dir keine Sorgen zu machen, von denen wird dich keiner wegschicken oder dumm anmachen. Diese Leute sind wirklich gute Freunde, glaub mir wenn du einmal warm mit ihnen wirst, wird es dir hier gefallen."
flüsterte AJ ihm ins Ohr und lächelte ihn sanft an. Natürlich hatte er so leise gesprochen, dass die anderen es nicht hörten.

"Hoffentlich half es ihm, etwas lockerer zu werden. Unsinn du weißt, dass Eli sich niemals eingewöhnen wird...er will nicht gerettet werden, was verstehst du das endlich? Er schwebt für alle Zeiten in der Vergangenheit und wird sich immer wieder isolieren. Raff das endlich. Achwas...das ist Unsinn, er wird schon eines Tages....er muss ur an die richtigen geraten." , er schüttelte leicht den Kopf und beobachtete das Geschehen stillschweigend weiter, als er nach vorne sah und schon die ersten Dächer von Hogsmead erkennen konnte. Endlich hatten sie ihr Ziel fast erreicht. Vielleicht würde ein wenig Süßigkeiten shoppen und ein Butterbier seine Stimmung ja aufhellen. Zumindest hoffte er es tief in seinem Inneren.
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BeitragThema: Re: Allein unter Menschen   Mo 15 Aug 2016 - 13:52

Unverhofft von dem bekannten Arm aus meinen Gedanken gerissen, sah ich wieder auf und blickte direkt in drei fragende Gesichter. War es nicht schon merkwürdig, dass ich meinen besten Freund allein an der Art erkannte, wie er mich an sich zog? Ich verwarf den Gedanken rasch wieder und wendete mich den gesagten Worten zu. „Ich denke…“, setzte ich an, blieb aber abrupt und zu Stein erstarrt stehen, als sich ein weiterer Arm um meine Hüfte schlang.

Wage es nicht mich zu berühren, du elendiger, bemitleidenswerter Wurm, jaulte es in meinen inneren auf und ich trat schnell einen Schritt zur Seite um der Stimme zu entkommen. Zu meinem Leidwesen verlor ich dadurch jedoch auch AJs Arm und stand nun wieder ohne Schutz da.

„Ich denke,“ wiederholte ich. „…das er sich großartig um ein Kind kümmern könnte. Er ist großherzig, liebevoll und sehr pflichtbewusst, wenn ihm etwas am Herzen liegt. Außerdem ist er einfühlsam und körperbezogen… ideal um Kinder zu bekommen. Das einzige Problem wir die Erziehung sein. Er ist stur und ungeduldig, ich glaube das sollte dann doch lieber seine Partnerin übernehmen!“ Erklärte ich der Gruppe in einfachen Worten meine Ansicht und setzte mich danach wieder in Bewegung um ihnen zu signalisieren, dass wir weitergehen konnten, während Laney mich eher baff ansah.
„Ihr kennt euch wirklich schon lange, oder?“, fragte sie, worauf ich nur die Schultern hob und das Antworten meinem besten Freund überließ. Meine Aufmerksamkeit war zeitweilig darauf beschränkt darauf zu achten, das ab jetzt immer jemand zwischen mir und James lief, damit ich nicht noch einmal seine Nähe spüren musste.
Ich wollte das nicht… alles in mir geriet in Aufruhe, wenn er diese Sachen tat… wenn… wenn er das noch einmal tat…

…bringe ich ihn um…

Konnte ich wirklich für nichts mehr garantieren. Während sie sich weiter auf Hogsmead zubewegten folgte ich ein wenig geistesabwesend den Gesprächen und mischte mich doch einige Male von mir aus ein, einfach weil ich AJ beruhigen wollte, der zwar nicht äußerlich nervös schien; mir jedoch ab und an beunruhigte Blicke zuwarf.
„Es ist kein Wunder, wenn dich die Hippogreife nicht an sich heranlassen. Wenn du selber Angst vor ihnen hast, dann kannst du nicht das Maß an Demut aufbringen, das sie verlangen“, meinte ich auf eine heiße Diskussion von Laney und Mike, die darüber philosophierten wie sie es schaffen sollte ihr A aufrecht zu erhalten, wenn sie Angst vor Vögeln hatte. „Sie verlangen von uns, dass wir erkennen das sie stärker sind, dass sie uns problemlos zerfetzen können, aber sie warten auch darauf, dass wir darauf vertrauen, dass sie es dennoch nicht tun. Unser Vertrauen zu ihnen stärkt ihr Vertrauen zu uns, dass wir ihnen nichts Böses tun wollen, verstehst du? Sie wollen den ersten Beweis der Freundschaft, weil sie genau wissen das wir Waffen haben, die sie nicht besitzen.“ Ich blickte in den Himmel und hob meine Hand um Tia eine Landefläche zu bieten, die sofort auf mich zuflog und mit flatternden Flügeln auf meinen Arm landete. Natürlich hatte ich bemerkt, dass sie uns gefolgt war. „Tiere spüren die Angst von Menschen genau. Es ist wie ein Stein, der auf eine Wasseroberfläche trifft und Wellen schlägt. Angst führt zu impulsiven Verhalten, was Tiere aggressiv macht. Diese Aggressivität löst beim Menschen Wut und Unverständnis aus und führt dazu, dass er die Tiere entweder jagt oder meidet.“
Laney war stehen geblieben und starrte mich mit großen Augen an. „De – denkst du das wirklich?“
„Ich weiß es“, bestätigte ich und hielt ihr Tia hin.
„Ich kann sie… also, darf ich sie denn anfassen?“
„Probier es doch einfach aus. Sie wird dir schon zeigen was sie will und was nicht…“
Unter den Blicken der anderen nähert sich Laney langsam und streckt ihre zittrigen Finger nach dem dunklen Vogel aus, der leise krächzt und ihre Hand genau taxiert. Als die Finger das Federkleid berührten, flatterte der Vogel aufgeregt mit den Flügeln und Laney zuckte zurück.
„Ganz ruhig, sie wird dir nichts tun… soll ich ihren Schnabel festhalten?“
Laney biss sich auf die Lippen und nickte, beobachtete völlig fasziniert wie Eli sanft nach den Schnabel der Krähe griff und ihn zu sich drehte. „Sei schön brav, meine Hübsche, hörst du?“
Und als ob die Krähe ihn verstand, begann sie leise zu gurren und wurde ruhiger. Wieder wagte sich Laney etwas heran und begann vorsichtig über den Rücken des Vogels zu streicheln. Einmal… zweimal…
„Jeff… schau mal!! Ich kann es doch!!“, rief sie aufgeregt und drehte sich zu ihrem Freund um, der das mit einem „Schön, mein Schatz!“ kommentierte. Während Laney mit den anderen darüber sprach was als nächstes zu tun sei, entließ ich Tia wieder und heftete mich wieder an die Versen der Gruppe. Inzwischen waren wir im Dorf einmarschiert und schlenderten eine Weile herum. Bei den Süßigkeitenwarenladen verlor ich zum ersten Mal etwas meine kühle Fassung und huschte aufgeregt wie ein kleiner Junge durch die Stände um etwas zu finden, dass mir AJ als Austausch für diesen Tag kaufen konnte. Meine Augen leuchteten, als ich die ganzen Schätze in ihren Ablagen sah und ich brauchte fast zehn Minuten um den Laden einmal zu durchschreiten und mindestens genauso lange um schließlich auf die mit Karamellgefüllten und mit Kanis ummantelten Toffees zu zeigen. „Die will ich haben!“
Nach fast einer halben Stunde kamen wir zurück zu den anderen, die sich draußen vor den Laden postiert und auf uns gewartet hatten. Ich selbst hielt mir drei vollen Tüten Süßigkeiten und einer wesentlich ausgeglicheneren Laune auf die Drei Besen zu. Schließlich setzten wir uns und ich blickte mich kurz um.

Viel zu voll hier…

Ehe ich mich zwischen Mike und AJ setzte. Den einzigen Menschen den ich im Moment näher kommen wollte, als ein paar Meter. Mein Ellenbogen berührte den meines besten Freundes und mir wurde bewusst, dass ich schon begonnen hatte seine Freunde zu sortieren, auch wenn ich mir dem gar nicht bewusst gewesen war.
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Aiden Jeremy Landon
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BeitragThema: Re: Allein unter Menschen   Di 18 Okt 2016 - 0:43

"Lange? Lange ist gar kein Ausdruck dafür. Wir sind genau gesehen zusammen aufgewachsen und kennen uns daher von klein auf." erwiderte er grinsend, die Zeit die sie gemeinsam schon verbracht hatten war sehr viel mehr als das was AJ mit jedem anderem hier in Hogwarts erlebt hatte. Sie beide durchlebten die Hölle, machten sich die schlimmen Tage zu den schönsten in ihrem Leben und auch wenn sie nicht viel besaßen und sich nur mit einem Stück Papier beschäftigen konnten, hatten sie doch immer gemeinsam Spaß. Sie lachten, schrieben ihre Wünsche auf Klopapier, sahen in den Himmel und lagen einfach nur nebeneinander, genossen die Wärme des je anderen und warteten darauf, dass der Tag möglichst bald vorüber war. Sie malten sich aus, was sie eines Tages gemeinsam erleben wollten, welche Zukunftsträume sie hatten, was sie alles von der Welt sehen wollten. All das und vieles mehr haben sie Tag für Tag in diesem Zimmer gemacht. Seitdem kannten die beiden so ziemlich keiner Langeweile mehr, denn sie waren es gewohnt sich mit dem wenigen auseinanderzusetzen und es so nutzbar zu machen, dass sie sich damit eine Weile beschäftigen konnten.
"Manchmal hab ich das Gefühl du kennst mich viel zu gut, so wie du mich analysierst Li.", freundschaftlich legte AJ einen Arm um ihn und drückte Eli ein wenig an sich. "Danke das du mich, als einen tollen Vater siehst.", das Leuchten in seinen Augen wurde größer und mit einem warmherzigen Lächeln, dankte er Eli erneut, nur diesmal nonverbal. Es war so schön zu sehen wie er sich von James abgesehen langsam in die Gruppe einfügte. Ganz allmählich schien er tatsächlich mit seinen Leuten warm zu werden, der Anblick rührte AJ innerlich, dass Glück das ihn dabei durchströmte war größer und lebendiger als jemals zuvor. Welches Geschenk Eli ihm damit machte, war gar nicht definierbar, so groß war die Freude darüber zu sehen, wie er sich mit Laney, Mike und Jeffrey zu verstehen schien. Auch wenn Jeffrey vielleicht eher skeptisch wirkte und ihn genauer unter die Lupe nahm, schien sich alles genau in die richtigen Bahnen zu entwickeln. Am liebsten wäre er dem jungen Ravenclaw vor Glück um den Hals gefallen, aber er wollte diesen einen einzigartigen Moment, den er seit beinahe fünf Jahren herbei gesehnt hatte, keinesfalls ruinieren. Es gefiel ihm dabei zu zusehen wie er Laney dabei half ihre Angst vor den magischen Wesen zu verlieren, wie er seine Talente versuchte anderen näher zu bringen und sie ein Stückweit an seinem größten Hobby teilhaben ließ.

Doch es gab da einen dunklen Gedanken in ihm, der seine positive Sicht immer noch wie eine entfernte Wolke am Horizont mit einem Schatten belegte. Eine Frage die ihm durch den Kopf ging und die er einfach nicht mehr los wurde. Tat Eli das alles nur um ihm einen Gefallen zu tun? Oder wollte er inzwischen tatsächlich neue Freundschaften schließen? So oder so, vielleicht würde es letztlich auf dasselbe hinaus laufen und wenn er Glück hatte, würde es Eli mit der Zeit ein wenig verändern. Ja, vielleicht lernte dadurch mehr zu lächeln, weniger an die negativen Dinge des Lebens zu denken und es mehr zu genießen. AJ wollte immer das er glücklich war, er wusste jedoch nie wie er das anstellen sollte. Die Einsamkeit die diesen Jungen umgab, wurde einzig und allein durch seine Anwesenheit ein wenig getrübt. Eine Person war nie genug, um die Einsamkeit völlig ersetzen zu können.

Nachdem Laney stolz ihrem Freund zeigte, was sie gerade gelernt hatte, gingen sie weiter und betraten das wunderschöne Dorf Hogsmeade. Die Läden waren für die Schüler geöffnet und man roch den wundervollen Geruch von Butterbier, Gebäck und Süßigkeiten. Überall hörte man das Gelächter von zufriedenen Menschen, von Leuten die freundschaftlich trinken und essen gingen, während andere die Zeit zuhause oder beim einkaufen zu verbringen schienen. Hogwarts und Hogsmeade beides Orte voller schöner Dinge. AJ ging eng neben Eli einher und flüsterte ihm leise aber glücklich ins Ohr. "Ich bin stolz auf dich.", AJ würde niemals etwas vorheucheln was nicht wirklich so war und das was er heute erreicht hatte, musste unbedingt belohnt werden, auch wenn seine Geldbörse danach völlig leer sein würde.

"Hey immer langsam, ich komme sonst gar nicht erst hinterher." sagte er und versuchte Eli in seinem Kaufrausch ein wenig zu bremsen. Er war echt süß, wenn er sich mit Süßigkeiten eindeckte. Seine Augen bekamen mit einem Mal einen ganz anderen Glanz, das Lächeln in seinem Gesicht verbreitete sich schlagartig um ganze drei Zentimeter und die Tüten füllten sich bis ganz nach oben. Natürlich bezahlte AJ und verlor damit sein ganzes Wochengeld, dass er sich dafür angespart hatte. Na, wenigstens blieben ihm noch ein paar Gallionen um sich und Eli ein oder zwei Butterbier zu bestellen. Als sie schließlich zu den anderen vor dem Laden stießen, sahen sie die beiden ziemlich ungläubig an. Besonders Jeffrey schien aus allen Wolken zu fallen, als er auf die prall gefüllten Tüten sah.
Ähhh, ist das dein ernst?, fragte Jeffrey als erster, während seine Augen sich um das dreifache vergrößerten. Das kostet doch bestimmt ein halbes Vermögen. Wovon bezahlst du das?, er sah zu AJ auf und kicherte leise, auch Mike der Jeffreys Reaktion völlig durchschaut hatte, sah zu AJ und musste leise lachen. Na AJ, lass mich raten, jetzt biste endgültig pleite was?Dann wird das wohl nichts damit, deine Schulden bei mir abzubezahlen." , dass er Mike noch zwei Butterbier schuldete hatte er ganz vergessen, auch wenn Mike das mit viel Humor nahm und abwinkte. mach dir nichts draus, holen wir ein anderes Mal nach." fuhr Mike fort und ging etwas näher zu Eli rüber um in die Tüten zu spähen. Auch Jeffrey und James kamen ein Stück näher. "Achwas, ich hab noch gerade genug Geld, dass ich ihn hier auf ein oder zwei Butterbier einladen kann." entgegnete AJ und zeigte dabei auf Eli, sein Grinsen wurde größer, denn alles lief genau wie geplant (von der Menge der eingekauften Süßigkeiten mal ganz abgesehen).

Mit verschmitzten Lächeln hob Jeffrey eine Augenbraue und wandte sich zu Eli, Sag bloß, den ganzen Süßkram verdrückst du ganz alleine? Man das du da nicht zunimmst ist echt ein Wunder. Spaßbeiseite, du hast da einen großzügigen Gönner, lass den nicht mehr gehen., sagte Jeffrey und zwinkerte Eli freundschaftlich zu, während er dabei auf AJ zeigte.
Ungeduldig wie Mike war, ging er einfach schon mal vor, während die anderen ihm folgten. Nur James schien sich immer wieder ganz nahe bei Eli aufzuhalten und ihn ständig im Blick zu behalten.
Hey Eli...ich liebe Karamelschokolade. Das ist die beste die es gibt.Hast du mal Lust, mit mir zusammen nach Hogsmeade zu gehen? Wir könnten uns den Süßkram teilen, bei einem  Picknick." , AJ verdrehte insgeheim die Augen, langsam war einfach genug. Lange würde er sich das nicht mehr mit ansehen und diese billige Anmache, wollte er jetzt unterbrechen, bevor Eli sich auch nur ansatzweise dazu äußern konnte. "Boah James mal ehrlich du nervst echt ab. Bis er den Süßkram auf hat, hab ich ihm schon jede Menge neuen gekauft. Also rück ihm nicht dauernd auf die Pelle."
ich mach doch nur Spaß...komm wieder runter."
"Nein, ich komme nicht runter, wenn du Eli weiter auf die Pelle rückst." erwiderte AJ schnaubend und öffnete den anderen die Türe zum drei Besen. Eli war es der ihn durch einen sanften Händedruck wieder beruhigte und ihn davor bewahrte James ziemlich übel die Meinung an den Kopf zu werfen. Ein schmales Lächeln, dass er Eli entgegenbrachte sollte ihm signalisieren, dass er seine Geste verstanden hatte und sich wieder beruhigte. James hingegen warf ihm nur einen Giftblick zu und ging hinein, während AJ dafür sorgte, dass Mike und er selbst neben dem jungen Ravenclaw am Tisch saßen.

Sie alle bestellten Butterbier, dass Jeffrey holen ging und zum Tisch brachte. Grinsend gab Jeff seiner Freundin einen Kuss und erhob sein Glas in die Runde. "auf alte und neue Freundschaften." ,Jeffreys Trinksprüche waren schon immer die besten gewesen, kurz und prägnant genau die Art die man an ihm so zu schätzen wusste. Ebenso wie die anderen hob AJ sein Glas stieß mit Eli an und nahm einen großen Schlug des nur allzu leckeren Butterbieres.

"Na schmecks dir?", fragte er Eli dem er erneut einen Arm um die Schulter legte. Das Lächeln in AJs Gesicht war immer noch so groß zuvor.  Unter dem Tisch waren vor ihren Füßen die Tüten aufgestellt, damit sich niemand heimlich an ihnen zu schaffen, machte während James immer noch seinen Blick auf Eli gehaftet hatte und jedes Mal, wenn Eli zufällig in seine Richtung sah, zwinkerte dieser ihm zu. "Sag mal seid ihr beiden eigentlich...ähh ein Paar?" , fragte Mike und rettete damit erneut die angespannte Situation. Allerdings wurde es für einen Moment sehr still und die Augen lagen nun auf Eli und AJ gerichtet. Schweigend sah AJ in die Runde und dann zu Eli, um seine Reaktion ablesen zu können. "Öhm also..ne nicht das ich wüsste. Dafür aber ist Li mir aber verdammt wichtig und durch niemanden zu ersetzen. Natürlich seid mir ihr alle wichtig.", außer du James, du amchst dich grade furchtbar unbeliebt bei mir mit deiner Anmache!, dachte er sich, "aber da ich Eli nunmal schon solange kenne, versteht ihr sicher, dass er mir sehr am Herzen liegt."sagte er und nahm einen erneuten großen Schluck aus seinem Glas.
Allgemeines Gelächter trat in der Gruppe auf, ehe Mike für einen ganz kurzen Moment vorsichtig eine Hand auf Elis Schulter legte, "AJ ist wie ein Bär, wenn er dich einmal vernaschen will, kommst du nie wieder weg." sagte er scherzhaft, was AJ erneut auflachen ließ, "Du Schuft! Das ist ja gar nicht wahr." , erwiderte der große Gryffindor gespielt beleidigt und kraulte unbemerkt von den anderen sanft Eli am Nacken.
"Sag mal, ich weiß wir kennen uns erst seit eben, aber könntest du Laney ein wenig helfen ihre Angst zu überwinden? Du hast ihr das eben so schön demonstriert, vielleicht schaffst du es ja, dass sie ihre Angst überwindet. Dann könnte ich sie zumindest mal auf einem Thestral mitnehmen.", sein Lächeln war ehrlich, auch wenn es AJ ein wenig überraschte, dass Jeffrey diesen Schritt unternahm. Ob er von Eli endlich überzeugt war? Oder war das vielmehr ein Test wie gut er in die Gruppe passte? Laney war schon immer die einfühlsamste der Gruppe und Jeffrey vertraute ihm Urteil am meisten. Wahrscheinlich wollte er damit zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Eli abchecken und Laney eine Nachhilfe verschaffen.
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BeitragThema: Re: Allein unter Menschen   Mo 31 Okt 2016 - 20:11

Die Freude über meine neugewonnen Süßigkeiten, die mir für dieses Treffen versprochen wurden, war bald wieder vorbei. Zumindest sobald ich erfuhr, dass ich gerade AJs komplettes Budget aufgebraucht hatte und er anscheinend noch Schulden bei seinem Freund hatte. Meine Wangen färbten sich ein wenig dunkler ein und ein kleiner Stich fuhr durch meinen Magen. „Ich... du hättest auch was sagen können und – lad doch einfach Mike ein... ich brauche nichts...“
Aber ich konnte mir schon denken, dass mein Freund diese Worte abschmettern würde und das tat er mit einem vernichtenden Blick, den ich auswich und auf den Boden starrte. Plötzlich wurde mir die Situation nur wieder allzu deutlich bewusst – alle Augen lagen auf mir und ich hörte die leicht spöttischen Kommentare. Ich wünschte mich zurück in meinen Turm und meine Hände krallten sich stärker in die Tütengriffe, doch ich versuchte mit nichts anmerken zu lassen. „Ja“, nuschelte ich auf Jeffreys Frage hin ob ich das alles alleine essen wollte und fühlte mich nur noch schlechter. Ich hätte vielleicht vorher überlegen sollen wovon AJ das bezahlen wollte.

Nun, das hast du aber nicht, weil du egoistisch bist, kleiner Trottel. Es ist doch genauso wie damals nicht wahr? Da hast du ihn auch alleine gelassen...

Ich spürte den heftigen Stich und krümmte mich fast automatisch noch ein wenig mehr zusammen, versuchte aber die klaren Gedanken abzuschütteln. Die wenigen Minuten, die ich mit mir selber beschäftigt war und mich verfluchte mich so gehen gelassen zu haben, waren die, die mir fehlten um auf James dreiste Einladung eine passende Erwiderung zu finden. Ausgehen? Mit ihm?
AJ jedoch war schneller als ich und ich konnte die unterdrückte Wut genau aus seinen Worten heraushören, deswegen griff ich eher unbewusst seine Hand. Wieso regte er sich denn auf einmal so sehr auf? Er wollte doch vorhin noch von mir, dass ich mich mehr mit seinen Freunden abgab?
Ich sah das kurze Lächeln und ging nach Mike durch die Tür demgegenüber ich immer noch ein schlechtes Gewissen hatte. Ich konnte ihm nicht einmal von meinem Geld etwas kaufen, weil ich keines besaß. Mein Schulbedarf wurde zwar durch den Second Hand Found der Schule abgedeckt, aber privat war ich noch immer so arm wie damals.

Das ist ja nichts neues, dass du den Leuten auf der Tasche liegst – nur das du damals etwas dafür zahlen musstest...

Ich schauderte, als die Erinnerung an Saixx zurückkam und sich mit aller Macht in meinen Kopf drängte. Neben AJ und Maik sitzend, die Tüten meiner Gier zu meinen Füßen, saß ich da und betrachtete das Muster auf dem Tisch, als wäre es das spannendste was ich je gesehen hatte.
Ich wollte nicht mehr hier sein. Sicher dachten seine Freunde jetzt, dass ich ihn nur ausnutzte! Oder...
Ich wurde von meinem besten Freund aus den Gedanken gerissen, der mir eine Frage gestellt hatte. Etwas verdattert blickte ich auf das schäumende Glas vor mir. Ich hatte nicht einmal bemerkt, dass sie bestellt hatten. Ich griff danach und nahm einen Schluck, ehe ich nickte und versuchte zu Lächeln. Sein Gesicht jedoch sagte mir, dass mir dieser Versuch misslang und er zumindest für einen Moment hinter meine Fassade sehen konnte.
Ich wendete mich etwas ertappt ab und versuchte den schalen Nachgeschmack mit noch einem Schluck Butterbier hinunterzuspülen, was mir aber nicht gelang. Eine Weile trank ich stumm vor mich hin und lauschte abwesend der Unterhaltung, ehe ich die Frage vernahm, die mich wie ein Schlag traf und ich mich zusammenreißen musste um nicht den Inhalt meines Mundes über den Tisch zu spucken. Ich schluckte und begann zu husten, als das Bier meine Kehle reizte. Tränen traten mir in die Augen und ich war froh, dass ich nun auf das Husten schieben konnte und keiner mein Herz hörte, dass für mehrere Schläge aussetzte und dann seine Arbeit langsamer wieder aufnahm. Es fühlte sich an als wäre ein Nadelpanzer um mein Herz gewachsen, der sich bei jedem Schlag in das Fleisch hineinbohrte und es bis auf den tiefsten Punkt zu zerreißen drohte.
„Nein“, sagte ich heiser, was ich Merlin seit Dank auch auf den Husten schieben konnte und nickte Mike dankbar zu, als er mir auf den Rücken klopfte.
Und auch wenn die nettgemeinten Worte, die mein Freund dann sprach, den Panzer aus Nägel etwas lockerten, tat es noch immer weh. Meine Hände hatten sich ineinander verschränkt und ich sah auf sie hinunter um abzuschätzen was man dazu sagen konnte, doch im Moment waren meine Gedanken so roh, wie schon seit langem nicht mehr. Ich wusste nichts zu sagen. Ein Schauer lief mir über den Rücken und ich versteifte mich kurz, als ich die Finger in meinem Nacken spürte, doch ich ließ sie gewähren.
AJ...
Als ich so unvermittelt angesprochen wurde, blickte ich erneut in die Runde und musterte Jeffrey, der mich ernst anschaute und einen empörten Schrei von seiner Freundin erntete.
„Willst du sagen ich bin unbegabt?!“
Er versuchte erneut ein Lächeln auf seine Lippen zu zwingen, das war schief ausfiel aber authentischer wirkte als sein erster Versuch. „Klar kann ich.“
„Das würdest du tun?“
Nun, nein ich denke nicht das ich es würde, wenn AJ nicht hier sitzen würde und sich so sehr wünscht das ich mich verdammt nochmal integriere, dachte ich und nickte. „Ja, sicher. Ich kann versuchen dir ein paar Tipps zu geben wie du deine Angst überwindest und zumindest die Annäherung schaffst.“
„Das wäre super!“, freute sich Laney und lächelte ihn breit an. „Erzähl doch mal was von dir! Ich meine, so oft sehen wir uns ja auch nicht, weil du immer so viel zu tun hast....“
Was dachte sich AJ denn bitte für Ausreden aus, wenn ich „Nein“ sagte?
„Ach da gibt es nicht viel“, wollte ich abwiegeln und fühlte wieder alle Augen auf mich gerichtet.
„Ach was! Sei nicht so bescheiden! Leben du und deine Eltern sehr naturnah? Ich meine... du verstehst soviel davon! Wo kommst du denn her?“ Ohne es zu merken tappte sie in zwei Fettnäpfchen hintereinander und ich spannte mich an. Mein Gesicht wurde kälter.
„Nein, ich habe keine Eltern.“
Die Atmosphäre änderte sich und zum ersten Mal seit langer Zeit spürte ich die dunkle Aura in mir hochkochen, die immer mehr Besitz von mir ergriff.
„Oh... ich... entschuldige ich...“
„Du wusstest es nicht, schon gut“, unterbrach ich sie barsch und meine Augen verengten sich. Unglaubliche Wut brodelte in mir, aber sie war kalt und dunkel. „Ich wurde in einem Labor gezüchtet und bin dort als Experiment aufgewachsen, wenn du es genau wissen willst, aber du solltest vielleicht lernen nicht weiter zu fragen, wenn dir jemand signalisiert, dass er nicht über sich reden will!“
Laney schluckte und senkte den Blick. „Ich... aber...“
Jeffrey legte einen Arm um ihn und schickte mir einen vernichtenden Blick. „Deswegen musst du sie nicht gleich so anfahren!“
„Ich habe sie nur auf etwas hingewiesen.“ Meine Stimme war nüchtern, aber die schärfe darin war wie Rasierklingen. „Wenn ich jemanden anfahre hört sich das anders an.“
„Du bist ein verfluchter Mistkerl... sie konnte das nicht wissen. Woher denn auch, anscheinend bist du ja zu fein für uns und wiegelst AJ jedes Mal ab und wage es gar nicht erst zu widersprechen! Ich weiß genau Bescheid! Ich weiß was du von und denkst, Nôel!“, rief er provozierend und in der nächsten Sekunde – ich wusste nicht einmal wie es geschah – war ich auf den Beinen und spürte Butterbier von meinem verschütteten Glas auf meinen Händen. Um mich knisterte Magie und das entsetzte Gesicht von Jeffrey sagte mir, dass meine Augen jetzt anders aussahen. Ich zog meine Hand zurück die auf ihn zugeschossen war, aber in der Mitte des Tisches verharrt war.

Ruhig... geh... geh raus!
Ich folgte dem Rat indem ich mit einem „Ich denke, ich brauche frisch Luft!“ über meinen Stuhl hüpfte und mit den Händen in den Taschen zu Tür stapfte.
Vorbei. Es war alles vorbei...
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Aiden Jeremy Landon
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BeitragThema: Re: Allein unter Menschen   So 25 Dez 2016 - 14:48

Das Treffen sollte eigentlich zum Vergnügen für alle werden und nicht in einem Desaster enden. Das war zumindest AJs Vorstellung von einem geselligen Zusammensein. Essen, trinken, schöne Gesellschaft, viel Spaß und Freude und einfach mal die Schule mit all ihren strengen Regeln und Hausaufgaben vergessen, dass war das was AJ wollte. Doch so wie sich das Gespräch entwickelte, schien es in einem Drama zu enden, dass er nicht aufhalten konnte. Warum musste man sich eigentlich dauernd wegen solcher Banalitäten streiten?! Was sahen die Menschen nur nützliches in Konflikten?
Erst fuhr Eli Laney ziemlich übel von der Seite an, dann musste Jeffrey natürlich den großen Beschützer raushängen lassen und zu allem Übel ließ sich Eli auch noch davon provozieren. Sprachlos sah ich den beiden zu, wie sie wie Wildkatzen umeinander her tänzelten, nur darauf wartend das der je andere einen verhängnisvollen Fehler machte. Leise, unhörbar für die anderen knirschte er mi den Zähnen und sah von je einem zum anderen. Das ganze ging so schnell, dass AJ gar keine Zeit hatte, um überhaupt zu realisieren um was es da ging. Zumal er nicht begriff was diese alberne Show sollte. Machten die das etwa extra um AJ zu ärgern? Nein, das würde wohl keiner von beiden tun. Aber sich auf eine Seite schlagen wollte AJ auch nicht, zumal er immer noch nicht wirklich zuordnen konnte, wer jetzt damit angefangen hatte. Eigentlich war es Eli, aber Jeffrey war genauso schuldig, weil er darauf angesprungen ist. Das dieser kleine Ravenclaw auch unbedingt so barsch sein muss! Genau solche sinnlosen und völlig unnötigen Dinge ärgerten den großen Gryffindor extrem. Ausgerechnet seine zwei besten Freunde mussten sich natürlich gegenseitig an die Gurgel fallen. Es war anscheinend nicht einmal möglich, dass man einen Nachmittag verbrachte, ohne irgendwelche Streitigkeiten vom Zaun zu brechen!

Kaum das er endlich wieder seine Stimme gefunden hatte sah er Eli nach, wie dieser sich in Richtung Türe bewegte. Seine Mimik verriet den Ärger, seine Augen funkelten Jeffrey an, ehe er den Finger erhob und bei jedem Wort auf den Tisch drückte.
"Das war ...sowas von unnötig! Echt jetzt Jeff, musste das sein?! Du bist echt nicht besser als er!" sagte er kühl und stand von seinem Platz auf, um Eli nach draußen zu folgen. Jedes weitere Wort von Jeffrey konnte er ohnehin getrost ignorieren. Entweder würde er sich vor ihm rechtfertigen wollen oder sich nur weiter aufregen. Trotzig und voller Wut auf die beiden ging er zur Ausgangstüre, schlug sie auf und verließ den großen Pub. Als er den ersten Fuß nach draußen setzte, spürte er die Kälte die draußen vorherrschte. Wenn man einmal die Wärme des Pubs genossen hatte, war alles andere dagegen wirklich kühl, kein Wunder also das er anfing zu frieren.
Schweigend stellte er sich neben Eli, musterte ihn kurz und steckte dabei seine Hände wieder in seine Hosentaschen.
"Willst du darüber reden was gerade passiert ist?", fragte er unverhohlen, obgleich der die Antwort auf diese Frage wahrscheinlich bereits kannte. Eli redete so selten über Probleme, dass er die Male in denen er das getan hatte, an seinen Fingern abzählen konnte.
"Tut mir Leid, was Jeffrey gesagt hat, war echt das aller Letzte. Nimms nicht persönlich, er ist mir ziemlich ähnlich. Was nur bedeutet, dass er unter Strom gerne mal etwas sagt, was er nicht so meint. Bitte nimm es ihm nicht übel.", sagte er und legte versöhnlich einen Arm um Eli, einfach nur um ihm zu signalisieren, dass er ihn verstand und es ihm nicht übel nahm. Zumindest versuchte er es Eli nicht übel zu nehmen. Denn in seinem Inneren gab es eine kleine Stimme die immer lauter wurde und jedes Mal Eli als den Schuldigen darstellen wollte. Vielleicht weil er diesen Streit angefangen hatte? Wie dem auch sei, AJ versuchte die Ruhe zu bewahren und möglicherweise, konnte er Eli sogar dazu überreden wieder rein zu kommen.

"Laney hat echten Mist gebaut. Sie hätte besser darauf achten sollen ,wie du dich verhälst. Mach dir nichts draus. Sie ist nur ziemlich neugierig. Ich will sie nicht in Schutz nehmen oder so..sie versucht dich auf diese Weise einfach nur etwas kennenzulernen. Ich weiß, dass es schwer ist über gewisse Dinge zu reden und das musst auch nicht. Mir fallen diese Vergangenheitsgeschichten genauso schwer wie dir. Außerdem geht es außer uns eh keinen was an. Sie sollen uns so sehen wie wir jetzt sind. Denn wenn sie unsere Vergangenheit kennen, sehen sie uns womöglich genauso an, wie wir es nicht wollen. Stimmt es nicht?", fuhr er fort und ließ seinen Arm um Eli liegen, um ihm einfach nur zu zuhören, ihn reden zu lassen, um mehr über seine jetzigen Gedanken zu erfahren.
Er hatte in diesem Moment so sehr die Hoffnung, dass Eli sich nicht ganz von ihnen nun abkapselte nur weil es beim ersten Anlauf nicht funktionierte. Ihn hatte es so gefreut, dass er mitgekommen war, das er dieses schöne Beisammensein nur ungerne beenden wollte. Und Eli alleine einfach ziehen zu lassen, war auch nicht wirklich eine Option für ihn. AJ konnte nicht mit dem Gewissen leben, ihn einfach so alleine gehen zu lassen, nur damit er sich am Ende von ihm allein gelassen fühlte. Dieses Gefühl hatte man ihnen beiden im Leben schon oft genug gegeben und AJ wollte unbedingt verhindern, dass der junge Ravenclaw erneut dem zum Opfer fiel. Außerdem lag es dem Gryffindor fern, Eli zu verletzen.
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BeitragThema: Re: Allein unter Menschen   So 5 Feb 2017 - 17:50

Jeffrey dessen Augen immer noch Funken sprühten, sah seinen Freund fassungslos und wutentbrannt an. „Willst du mich verarschen?! Unnötig? Hast du mal seinen To – HEY! Natürlich rennst du ihm wieder hinterher!! Lass uns ruhig sitzen, sind ja nur WIR!!“
Inzwischen war es bedenklich ruhig im Pub geworden, doch als das Drama vorbei war, wendete sich die Aufmerksamkeit der Umstehenden auch wieder ab. Laney die sich unwohl in der Situation gewunden hatte, versuchte die Tränen zurückzuhalten. In ihr überwog das schlechte Gewissen, dass sie für diese fatale Eskalation verantwortlich war, auch wenn ich Jeffrey gerade mit leiser Stimme etwas anderes erzählen wollte. Alles war so schrecklich!

Ich stand mit geschlossenen Augen an die Wand gelehnt da und versuchte meine Atmung wieder zu beruhigen. Noch immer waren alle Muskeln in mir zum zerreißen gespannt, als machte sich mein Körper bereit erneut durch diese Tür auf den Freund meines besten Freundes zu zustürmen. In mir herrschte ein heilloses Durcheinander. Mir war schlecht von all den Emotionen und Gedanken, die in dieser Minute durch meine Gedanken schossen.

„D - du hä – hättest ihm weh – wehgetan!“
„Er hat es verdient, dieser schmierige Saftsack!“
„Nicht streiten bitte...!“
„Hört auf, es ist vorbei. Wenn wir den Tag noch retten wollen, müssen wir uns zusammenreißen!“
„Wenn ich ihn nochmal in sein hässliches, braunes Gesicht schauen muss, werde ich ihn was
abreißen!“
„Hör auf!“
„Wir sollten reingehen und ihn hier zu uns herausholen.“
„Wofür denn? Denkst du nicht es würde am hellerlichten Tag auffallen?“
„Unsinn. Ihn braucht doch niemand!“
„Lasst es mich tun!“


Mein Körper zitterte, als ich versuchte die anderen daran zu hindern an die Oberfläche zu drängen. Die gewaltige Kraftanstrengung, die ich dafür aufwand, ließ meine Beine weich wie Pudding werden und die Luft statisch knistern. So stand ich für einige Augenblicke da und tat nichts außer zu Atmen... solange bis ich die Stimme meines besten Freundes hörte. Ich öffnete meine Augen.
Das schlechte Gewissen übermannte mich, als ich den ärgerlichen Ton in seiner Stimme hörte. Es musste schrecklich für ihn sein! Immerhin hatte er sich so sehr auf dieses Treffen gefreut und solange auf mich eingeredet. Wie musste er sich jetzt fühlen?
Ich wich seinem Blick aus und versuchte einen klaren Gedanken zu fassen bei all dem Tumult in mir. Was sollte ich jetzt nur tun? Was konnte ich sagen?
Wenn er mich so ansah, empfand ich den Impuls auf meine Knie zu sinken und mich für alles bei ihm zu entschuldigen was je in seinem Leben schiefgelaufen war, egal was es war. Ich würde alles auf mich nehmen, solange er mich nicht mit dieser halb enttäuschten und halb ärgerlichen Miene ansah.

Er schaut dich an! Du musst dich hinknien! Was machst du denn?! Er schaut dich an!!

Erst als sich sein Arm um meine Schultern legte, schwemmte die Wärme alle das Chaos in mir weg und ließ mich ein wenig zur Ruhe kommen. Unsicher sah ich zu ihm auf. Was wollte er denn von mir hören? Ich konnte doch nur verlieren, wenn ich meine Meinung sagte.
Zögerlich hörte ich seinen Ausführungen zu und versuchte mich für eine angemessene Reaktion zu entscheiden. Irgendwie glitt mir das alles aus den Händen, das spürte ich und es gefiel mir überhaupt nicht. Ich war doch nur mitgegangen um AJ eine Freude zu bereiten. Wenn ich ihn jedoch jetzt so ins Gesicht sah, konnte ich nichts mehr von dieser anfänglichen Freude erkennen. Ich sah den Schatten in seinen dunklen Augen, der mir so vertraut war. Das zucken seiner Mundwinkel, als er sprach – dieses verräterische rollen seiner Augen. Egal was er hier gerade versuchte, er sah sehr wohl das ich der Auslöser für dieses Dilemma war und was ich auch sagte, er würde meine Worte an dem messen was geschehen war.  Ein Stich durchfuhr meine Brust und plötzlich war mir völlig klar wie ich mich zu verhalten hatte.
Während ich reumütig den Blick senkte, lehnte ich mich an ihn – näher in seine Umarmung um von der Wärme Kraft zu beziehen, die von ihm ausging.
Ich brauchte diese Nähe so sehr, obwohl es fast beschämend war zu bemerken wie genau AJ zu wissen schien was sein Arm in mir auslösen konnte. Warum schimpfte er nicht mit mir, so wie er es sonst immer getan hatte? Was hielt ihn davon ab mich zu beschuldigen?
Dieser Gedanke wühlte mich noch einmal und mein schlechtes Gewissen meldete sich lauter und schmerzvoller als zuvor.
„Ich... habe überreagiert – verzeih!“, meinte ich leise. „Sie hat mich nur damit... mit diesem Thema... - ich war nicht darauf vorbereitet das es so schnell zur Sprache kommt.“ Als die Worte über meine Lippen waren, entschied ich mich für die ganze Wahrheit. Wenn ich einmal schon mitteilsam war, konnte ich ihm genauso gut alles sagen. „Aber... das war es nicht...“ Ich schwieg kurz und seufzte dann. „Er hat Recht mit dem was er gesagt hat, dass hat mich so aufgebracht...- es ist einfach wahr, dass ich euch als Gemeinschaft irgendwie im Weg stehe, auch wenn ich das eigentlich gar nicht will. Auch jetzt... bist du hier und nicht bei ihnen. Egal wie man es dreht und wendet in dieser Beziehung werde ich dir immer nur ein Klotz am Bein sein, fürchte ich und das …- ich will nur das du glücklich bist, weißt du...?“ Dieses Geständnis kam selbst für mich überraschend, aber es stimmte. Ich sah scheu zu ihm auf. „Ich bin mit gegangen um dir eine Freude zu machen und habe es vermasselt – es tut mir Leid, Jay...“
Ich blickte kurz in seine warmen, braunen Augen und versuchte ein schiefes Lächeln, was mir aber deutlich misslang. Doch die Zärtlichkeit, die ich in den Seelenspiegeln von AJ erblickte, sagte mir das ich richtig gehandelt hatte. Natürlich war mir bewusst, dass ich ihn nicht sehr oft an meinen Gedanken und Empfindungen teilhaben ließ; auch wenn ich wusste das er immer für mich da war. Es war einfach zu lange her, dass ich mich nicht abgeschirmt hatte. Es war eine Art Reflex geworden, den ich selbst bei ihm nicht wirklich unterdrücken konnte. „Ich sollte vielleicht gehen... dann könnt ihr den Tag vielleicht noch retten...“
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Allein unter Menschen
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