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Nôel Eliot Sulivan
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BeitragThema: Augenblick - (lich)   Di 8 März 2016 - 0:08

Als ich das Gelände betrat warteten Tia und Ira schon wie gewohnt auf einen der großen Bäume hinter dem See und flogen krächzend zu mir herüber um sich kurz auf meine Schultern zu setzten und ihre Köpfchen an mich zu drücke. Ganz sacht strich ich über ihr Gefieder und schmunzelte leicht, als sie von der Zärtlichkeit angetan auf und ab hopsten und um mehr baten indem sie sich gegen die Hand lehnte. Die Wärme die von den Vögeln ausging, erinnerte mich an den Grund meines eigentliches Kommens und ich stellte die Streicheleinheiten ein um mich vorsichtig am Rand des Ufers entlang zu wagen. Hier irgendwo war es, dass sah ich. Nur nach wenigen Schritten konnte ich die tiefe Kuhlen im Sand sehen, die ich fasziniert inspizierte ehe ich weitere Spuren suchte, die daraufhin wiesen das es hier gewesen war. Die Spuren führten mich im Halbkreis in den nahegelegenen Waldteil, wo ich mich vorsichtig umsah und umsichtig bewegte, damit ich nichts von den Spuren zertrat die ich brauchte um den Weg zu finden. Nach einigen Metern konnte ich sie schon hören und beschleunigte meinen Schritt etwas; kurz darauf hörte ich das kehlige Knurren, das mich warnen sollte. Vorsichtig trat ich aus dem Gebüsch heraus und verharrte, als ich die Knieselfamlie sah, deren Mutter mich mit gesträubten Fell und blitzenden Augen musterte. Hinter ihr spielten ihre zwei Kinder herum, die kaum größer waren als meine Handflächen. So langsam wie möglich setzte ich mich hin und kramte in der Umhängetasche nach dem Braten, den ich beim Essen entwendet hatte um ihn vor mir ins Gras zu legen… immer darauf bedacht keine zu ruckartigen Bewegungen zu machen, denn der Biss vom letzten Mal schmerzte mich noch immer höllisch.
Ich sah wie die Jungtiere von dem Geruch angezogen aufhörten zu spielen und auf den Braten zulaufen wollen, aber von ihrer Mutter abgehalten worden, die sich misstrauisch an mich heranpirschte. Still verfiel ich in Bewegungslosigkeit, einen Zustand den ich beinah bis zur Perfektion beherrschte und wartete ab. Die Knieseldame kam näher und schnupperte erst an den Braten, dann an mir und irgendetwas an meinen Geruch schien ihr bekannt zu sein, denn sie gab einen weiteren Laut von sich, der tief aus ihrer Kehle kam, doch dieses Mal war es eher ein Gurren. Nun kamen auch die Kleinen angelaufen und zu dritt machen sie sich über mein Mitbringsel her, während ich sie beobachtete.  
Noch immer war mir ein Rätsel wie sich die drei hierher in den Wald verirrt hatten. Immerhin galten Kniesel allgemein eher als Haustiere. Woher also kamen sie? Hatte sie vielleicht jemand in der Umgebung ausgesetzt? Nur warum waren sie dann so weit zum Schloss vorgedrungen, anstatt zurück zu gehen? Das ergab alles noch nicht wirklich einen Sinn. Vielleicht sollte ich doch jemanden hinzuholen um das Geheimnis der Familie zu lüften, die den Braten bis auf die Knochen verputze, ehe sie sich wieder mir zuwendeten. Die Kinder tollten auf meinen Schoß herum und spielten mit meinen Händen unter den wachsamen Augen ihrer Mutter, die sich vor mit zusammengerollt hatte, mir jedoch noch immer nicht vollständig zu vertrauen schien.
Als ich vor einigen Tagen unachtsam über ihren Bau gestolpert war, war sie mich angefallen und hatte mir einen Biss oberhalb des Ellenbogens verpasst, der sich gewaschen hatte. Noch jetzt nach fast einer Woche konnte ich meinen Arm nicht richtig bewegen. Auch als ich ihnen das erste Mal Futter brachte, hatte sie sich ähnlich feindselig verhalten, währenddessen die Kinder sich mir immer freudig und verschmust näherten. Ob das Tier ebenso schlechte Erfahrungen mit den Menschen gemacht hatte? War es vielleicht von sich aus geflohen, oder versteckte es sich nur, weil es nun Kinder hatte?
Gedankenverloren kraulte ich einen der zwillingshaft aussehenden Kleinen hinter dem Ohr, während der andere sich zwischen meinen Arm und meine Seite vergrub um etwas Ruhe zu finden.  Erst das zucken der Kleinen und das erneute Knurren der Mutter riss mich aus meinen Überlegungen und nun hörte auch ich das Knacken der Zweige hinter mir.
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Bill Melbourne
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BeitragThema: Re: Augenblick - (lich)   Di 21 Jun 2016 - 21:33

Das leise Flackern des Feuers im Kamin und die warme Luft die den Raum langsam füllte, machten den Professor für Pflege magischer Geschöpfe müde. Die Hausaufgaben kontrollierten sich nur schleppend, jedes Mal musste er aufs Neue überlegen ob die Antworten von ihm richtig interpretiert wurden oder ob die Schüler nur geratene Antworten gaben. Seine Augen fielen hin und wieder zu und bevor er die Tinte über die Pergamente seiner Schüler verschüttete, legte er den Federkiel lieber beiseite und lehnte sich zurück um auf die Kuckucksuhr an der Wand sehen zu können. Es war soweit. Der tägliche Spaziergang stand an und wenn er ehrlich war, konnte er die Ablenkung sehr gut gebrauchen.
Entschlossen stand er also auf, richtete seinen schwarzen Anzug und strich die Falten heraus, ehe er seine violette Krawatte richtete und seinen Spazierstock mit silbernen Drachenkopf ergriff und sein  Büro verließ. Seine Gedanken überschlugen sich, er musste zunehmend über mehrere Sachen nachdenken. Besonders über das Ausbleiben von Nachrichten, wo sich Victoria zur Zeit herumtrieb oder was seine Nichte wohl im Augenblick tat, wie er den nächsten Unterricht gestaltete und und und. Viele Gedanken die erstmal ruhen mussten. Er brauchte die Ruhe um sich über alles im Klaren zu werden und ahnte noch gar nicht, welch außergewöhnlichem Schüler er schon bald gegenüber stehen würde. Seine Augen waren trüb und kaum das er die unverbrauchte Luft des Korridors einatmete fühlte er sich gleich wieder etwas besser. Kein Wunder wenn man beinahe vier Stunden in einem aufgeheizten Raum über Pergamenten brütete. Irgendwann gab selbst der trainierteste Verstand nach.

Seinen Zauberstab hatte er in die oberste linke Innentasche seines Jackets getan und den Stock hielt er mit der linken Hand, um mit der rechten im Fall der Fälle stets seinen Zauberstab hinausziehen zu können.

Während er sich aufmachte in Richtung Erdgeschoss begegnete er vereinzelt Schülern die ihn mit "Hallo Professor" ansprachen oder nur mit einem Blick begrüßten. Es war dasselbe wie auf Schloss Durmstrang, die Bürde eines Lehrers. Man fühlte sich trotz der vielen jungen Leute um sich herum irgendwie einsam. Sicher man hatte tagtäglich mit ihnen zutun, aber nur als Professor und weniger als Privatperson. Niemand da mit dem man sich großartig austauschen konnte, zumal die Lehrkräfte meistens alle bis Abends beschäftigt waren. Die einzige große Freude an seiner Arbeit war der tägliche Spaziergang über die Ländereien von Hogwarts, vorbei an der Wildhüterhütte, am Waldrand entlang. Der Trampelpfad dort war seine liebste Route und bot sowohl im Herbst - wenn die Bäume ihre Blätter verloren - als auch  im Sommer wenn die Blumen erst so richtig erblühten einen wunderschönen Anblick. Er liebte es die unverbrauchte Luft rund um das Schloss einzuatmen, die Geräusche aus dem Wald zu vernehmen und seine Gedanken einfach Mal schweifen zu lassen.

Nachdem er die ganzen Treppen nach unten schließlich hinter sich gelassen hatte, ging er direkt durch die Eingangshalle hinaus und folgte seinem üblichem Pfad. Um seinen Spaziergang noch etwas auszuweiten, ,achte er einen großen Bogen und ging direkt durch den Wald hindurch.
 Seine Gedanken ruhten, sein Blick war auf die herrliche Natur um ihn herum gerichtet, Erinnerungen die mit Victoria zusammenhingen kamen ihm in den Sinn und wurden direkt wieder abgeschüttelt. Das einzige was man hörte, war das Klopfen seines Spazierstockes auf den Boden und die Schritte über Stock und Stein. Manchmal, wenn eine Briese um sein Haar flatterte, hielt er inne und atmete tief ein. Der kühle Wind der ihm in der Nase kitzelte, tat ihm gut und half dabei seine Lebensgeister langsam wieder zum Leben zu erwecken.

Wenn er gewusst hätte, welche Konsequenzen jene Begegnung mit diesem sehr speziellen Schüler nach sich ziehen würde, würde er sich wohl fragen ob solche Begegnungen vom Zufall oder vom Schicksal abhängig sind. Unwissentlich spazierte er um eine Ansammlung von drei sehr nahe aneinander stehenden Mammutbäumen herum. Allerdings blieb er am Mittelpunkt stehen und spähte zwischen den dicken Bäumen hindurch zu einem Schüler der sich mit einer kleinen Knieselfamilie zu beschäftigen schien. Für einen kurzen Moment besah er sich des Anblickes, ehe er versehentlich auf einen Ast trat und die Knieselmutter mit einem Knurren ihn aus seinem Versteck lockte. Um die Knieselmutter nicht weiter aufzuschrecken und auch dem Schüler keine Angst einzujagen, trat er hinter den Bäumen hervor und trat etwas näher an den Jungen heran, der sich zu der Knieselfamilie herabgelassen hatte. Er blieb ruhig stehen und sah der Mutter direkt in die Augen, ohne eine weitere Regung zu machen hielt er seinen Spazierstock ruhig in der Hand, weit von der Mutter und ihren Kindern entfernt, sodass er keine sichtbare Bedrohung darstellte. Dennoch behielt er sicherheitshalber die Distanz zu den Tieren ein. Dennoch konnte er sich des beeindruckenden Anblicks nicht verwehren und so drängte ihn sein Gemüt dazu, dem Anerkennung zu zollen.

"Beeindruckend, wie es scheint hat dich das Knieselweibchen akzeptiert. Bei einer Familie die frei lebt, ist sowas recht selten. Du scheinst dich ja gut mit Tieren zu verstehen mein Junge." ,

sagte Bill anerkennend und lächelte schwach. "Es ist immer wieder schön zu sehen, wenn jemand sich mit diesen Wesen verbunden fühlt, dennoch überrascht es mich ein wenig, dass sie - trotz das sie wild ist - so freundschaftlich auf dich reagiert." erklärte er lächelnd und sah zu dem etwas wunderlich wirkenden Jungen.
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Nôel Eliot Sulivan
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BeitragThema: Re: Augenblick - (lich)   So 26 Jun 2016 - 21:43

Ich wendete mich bei den gesprochenen Worten um und staunte etwas, als ich einen Professor dort entdeckte. Nie hätte ich an der Stelle des Waldes mit noch jemanden gerechnet, außer vielleicht einen Schüler mit ähnlichen Interessen wie ich.
„Professor Melbourne“, sagte ich also höflich und nickte ihm zu, während ich die Jungen zu ihrer Mutter zurücksetzte, dass diese nicht noch mehr in Rage geriet und mich geschickt seitlich in ihr Blickfeld schob, sodass die Familie nun hinter meinen Rücken war. „Was führt sie denn her?“
Das gleichbleibende Knurren hinter mir wurde etwas leiser, blieb aber weiterhin genauso bedrohlich und mir wurde klar, dass sich das Tier mit seinen Kindern in die Enge getrieben sah. Immerhin war hinter ihnen der riesige Baum und vor ihnen gleich zwei Menschen, denen sie anscheinend nicht so recht traute.
Mit dieser Erkenntnis stand ich auf und ging auf den Lehrer zu, der mich noch immer genau zu beobachten schien.
„Irgendwann hört die Freundschaft eben doch auch und diese hier ist noch nicht sehr alt, wir sollten vielleicht gehen“, erläuterte ich deswegen und warf noch einmal einen warmen Blick zurück auf die Kleinfamilie ehe ich um die Kurve und Richtung Lichtung ging.
Ohne darauf zu achten ob mir der andere hinterherkam oder nicht setzte ich meinen Weg fort, der einen Trampelpfad hinunter in die Lichtungsböschung führte. Einstmals hatte ich mir Orientierungspunkte geschaffen um mich nicht in den dichteren Teilen des Waldes gnadenlos zu verlaufen. Die Erfahrungen meines Lebens hatten sich nicht nur in einer Weise bezahlt gemacht, auch wenn ich nicht gerade traurig gewesen wäre, wenn ich einige weniger hätte machen müssen.
Jedenfalls schritt ich gerade auf so ein solches zu und die bekannten Einkerbungen der alten Rinde ließen mich leicht lächeln. Der umgefallene Baumstumpf war einer meiner ersten Indizien gewesen, der mir die Richtung des Schlosses wies. Ich konnte mich noch genau an die Begebenheiten erinnern, wenn ich auf der Suche nach ihm durch den Wald lief, manchmal fröhlich, manchmal traurig…
Und doch immer voller Hoffnung. Ein Gefühl, dass ich erst kannte, seit ich hier zuhause war.
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BeitragThema: Re: Augenblick - (lich)   Mi 29 Jun 2016 - 17:15

"Die Willkür des Lebens und ein Spaziergang zur Mittagszeit junger Mann und sie Mr. Sulivan?" fragte Bill sich auf seinen schwarzen Spazierstock abstützend. Seine Augen huschten für einen Augenblick zu der Knieselfamilie herüber, die er scharf beäugte, ehe er sich wieder mit seinem Blick dem jungen Ravenclaw zuwandte. Sein Gesicht war ihm bereits mehr als bekannt, schließlich war er einer seiner Schüler im Kurs für Pflege magischer Geschöpfe. Bereits häufig war Bill aufgefallen, dass er sowohl in der Theorie als auch in der Praxis dieses Faches eine ungewöhnliche Begabung an den Tag gelegt hatte. Er schen augenscheinlich die Themen mit Begeisterung zu verfolgen, hielt sich aber seltsamerweise sehr stark im Hintergrund sobald man mit dem Zauberstab arbeiten sollte. Aber bisher hatte Bill sich nie wirklich darum gekümmert, immerhin war er nicht der einzige Schüler im Kurs. Dennoch war es schade, denn ein "Erwartungen übertroffen" hatte er bereits fest in der Tasche, während das "Ohne Gleichen" leider ausblieb. Die wenigsten Schüler bekamen bei ihm ein O, deshalb machte er es auch nicht zur Voraussetzung für den fortgeschrittenen Kurs im nächsten Jahr. Der Professor war sich sicher, dass der junge Ravenclaw-Schüler in den ZAG-Prüfungen als einer der besten abschneiden würde, zumindest wenn er die Theorie wirklich im Großen und Ganzen in sich behalten hatte. Aber er machte nicht den Anschein von jemandem der dieses Wissen leichtfertig wieder von sich streift. In diesem Punkt war er seinen Mitschülern um einiges voraus und dennoch schien er sich seltsam bedeckt zu halten. Nur ganz selten erschien es ihm, dass er eine Konversation oder eine Partnerarbeit mit jemand anderem pflegte.  Natürlich war es schwierig diese Dinge vom Pult aus genau zu beobachten, aber was er sah, wirkte eher wie ein in sich gekehrter Junge der lieber für sich allein arbeitete.
Daher war die Situation eigentlich perfekt für Bill, um mehr über diesen höchst eigenwilligen Schüler herauszufinden.

Man merkte Bill die Verwirrung an, als Eliot plötzlich aufstand und im vorbeigehen irgendetwas über eine endende Freundschaft erzählte. Zunächst vermochte er die Worte gar nicht richtig einzuordnen,  erst nachdem etwas genauer darüber nachdachte ergab es ein wenig Sinn für den älteren Mann. Ohne eine große Reaktion darauf zu geben, folgte Bill ihm, das Klopfen seines Stockes auf dem Boden war nicht mehr so deutlich zu hören wie auf dem steinigen Pfad der vom Schloss hinunterführte. Gespannt sah er ihm zu, wie er offensichtlich nach irgendetwas suchte. Suchte er etwa Hinweise? Oder hatte er etwas verloren?
"Wenn ich das richtig beobachtet habe, verbringen Sie auch ihre Freizeit damit, sich um die Wesen hier im Wald zu kümmern. Wie es scheint, sammeln sie also auch Erfahrungen außerhalb meines Kurses, dass ist sehr löblich mr Sulivan. " fuhr er fort  und blieb hinter Eliot.
"Auch im Unterricht ist mir bereits ihre Begabung im Umgang mit Tieren aufgefallen,  ich muss sagen das sie durchaus Potenzial haben, sollten sie in diese Richtung irgendwann einmal eine Karriere anstreben." erklärte er und hoffte die Aufmerksamkeit des Jungen auf sich zu ziehen, ehe er seinen Kopf schief legte und immer noch versuchte zu begreifen, was der Junge da tat.
"Sagen Sie, wonach suchen sie eigentlich, wenn die Frage gestattet ist?" , fragte er  und musterte den umgefallen Baumstumpf. War das vielleicht eine Orientierungshilfe, um sich im Wald zurechtzufinden? Seine Augen folgten den Bewegungen des Ravenclaws, neugierig etwas mehr über seine Aktivitäten hier draußen zu erfahren.
Jedes mal wenn er ihn im Unterricht sah, musste er an Alec zurückdenken, auch er saß oftmals allein und isoliert im Unterricht, erzielte aber dennoch durch seine ungewollte Begabung, die besten Noten. Der einzige Unterschied zwischen den beiden lag wohl in ihrer Begeisterung für das Fach und im Fach selbst. Alec hatte eine Begabung zur Verteidigung gegen die dunklen Künste und für die dunklen Künste, aber er hasste sie so sehr das er völlig unmotiviert war. Eliot hingegen schien die Pflege magischer Geschöpfe zu lieben und eine Begabung dafür zu haben.
Natürlich wusste Bill zu dem Zeitpunkt noch nicht, dass beide Schüler noch eine sehr große Ähnlichkeit miteinander verband, eine die den Professor an eine unschöne Vergangenheit erinnern wird.

Die großen dicken Mammutbäume um sie herum hatten bereits wieder wunderschön grüne Blätter, die Blumen sprießten aus dem Boden und das Moos wuchs wie immer fröhlich vor sich hin. Eigentlich war es schade,dass die dichten Baumkronen so wenig Sonnenlicht durchließen. Wahrscheinlich waren deshalb die dunkleren Kreaturen des Waldes auch manchmal tagsüber aktiv. Es wunderte ihn, dass ein Schüler weiter in den Wald vordrang, die meisten fürchteten sich und wagten es nicht weiter vorzudringen. Sicherlich für Leute aus der Unterstufe war der Wald kein guter Ort um sich darin zu verlaufen. Es soll laut einem sehr altem Gerücht zur Folge schon einmal einen Todesfall in diesem Wald gegeben haben mit einer jungen Schülerin die sich im Wald verlief  durch bloßen Zufall einer ziemlich üblen Kreatur über den Weg lief. Was danach geschah, darüber konnte man nur noch spekulieren, denn die Spuren am Fundort der Leiche wiesen kein eindeutiges Muster auf. Seitdem hatte die Schule ein Verbot für die unteren Klassen ausgesprochen und die höheren nur in Begleitung einer Lehrkraft in den Wald gelassen. Doch solange man nicht allzu tief hineinging, war die Gefahr eigentlich relativ gering. Diesen Jungen schien das nicht zu stören, man merkte ihm an seiner gesamten Art an, dass er sich hier wohlfühlte und keine Gefahr für sich sah.
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Nôel Eliot Sulivan
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BeitragThema: Re: Augenblick - (lich)   Mi 29 Jun 2016 - 18:11

Für einen Moment brachten mich die lobenden Worte meines Professors wirklich ehrlich zum Lächeln und ich sah in seinem Gesicht, dass man diesen Anblick wahrscheinlich während der Schulzeit nie von mir zu sehen bekam. Ja, ich lächelte ihn wirklich liebenswürdig an.
„Danke, Professor – es freut mich, wenn sie es so sehen. Auch wenn…“ Ich stutzte kurz als ich eine Spur auf dem Boden erkannte, die mir bekannt vorkam. „… ich sicher nicht die beste Wahl bin, immerhin habe ich einen sehr großen Schwachpunkt.“
Eigentlich wollte ich noch mehr sagen, aber ich wurde von dieser besorgniserregenden Spur zu sehr abgelenkt und außerdem dachte ich, würde er auch selber wissen wovon ich sprach, schließlich bekam er ja mein Verhalten im Unterricht mit.
Ich trat näher an das Buschwerk und hockte mich hinunter. Die frische Spur war in die verhältnismäßig trockne Erde tief eingegraben, ein Zeichen das das Tier schwer war, das hier vorbeigekommen war, außerdem sah man die Klauen, die kleine Löcher hinterlassen hatten und die verschiedenen Abdrücke der Krallenglieder. Das war ein Erddrache…
Keine Frage, diese Spur würde ich überall erkennen.

Du solltest dich und diesen Kerl hier we - we - wegschaffen, wenn der Vieh w - w - w - wa - wach ist, greift es euch an!

Meine Nackenhaare stellten sich auf und alles in mir verkrampfte sich als ich hochsah und die Wipfel der Mammutbäume sich leicht im Wind bewegte. Wenn das wirklich stimmte und irgendetwas den Schlaf der großen Echse gestört hatte, befanden sie sich hier in ausgesprochen großer Gefahr.
„Von wo sind sie gekommen?!“, fragte ich und sah zu dem älteren Mann auf, der mich zu mustern schien. Die Antwort jedoch gefiel mir noch weniger. Ich lauschte noch intensiver und in mir regte sich etwas, dass ich sofort freudig willkommen hieß.
Ich spürte wie die Umgebung sich ruckartig zurückzog und spürte wie mein Körper von außen taumelte, als ich in die Dunkelheit tauchte!

Nethan! Ich brauche Nethan!!

Der Rest passierte so rasend schnell, dass ich kaum noch wahrnahm was ich eigentlich tat. Jetzt war ich selber sekundär geworden – war nur noch der Beobachter des Geschehens und nicht länger der handelnde. Und manchmal war es nicht schlecht zu sehen, wie sich einmal die anderen abplagen mussten… wirklich nicht! Mein Gehör und mein Geruch verstärkten sich um ein Vielfaches, als die Magie durch meine Adern schoss und die Kanäle öffnete, nur kurz knisterte sie um mich und meine Augen wurden heller. Jetzt hörte ich das leise wiegen der Blätter im Wind, das Rascheln von kleinen Tieren die über den Boden krochen und die Knieselfamilie die sich mit Schnurr – und Gurrlauten unterhielt. Ich roch das frische Harz, die blühenden Blumen und die Pollen der Gräser und endlich… endlich hörte ich das scharrende Geräusch, nachdem ich gesucht hatte. Ich sprang von meiner hockenden Position, ähnlich eines Raubtiers meinen Professor an, landete auf seinen Brustkorb und fühlte wie die Luft durch mein Gewicht aus seinen Lungen gedrückt wurde, nur sekundenspäter sprang die Echse von dem hohen Ast, auf die Stelle nieder an der er gerade noch gestanden hatte und richtete seine emotionslosen, gelben Augen auf uns.
Ein Erddrache!
Ganz langsam zog ich mich von meinen Lehrer zurück und sah, wie er mich mit seinen Augen verfolgte, als ich mich seitlich auf die Bäume zu bewegte. Die Kleine Echse, die ungefähr zwischen der Größe eines Leguans und eines kleinen Alligators lag, grub ihre Krallen in die Erde und gab einen gefährlich knurrenden Laut von sich. Ihre Haut schimmerte bräunlich, grün und die langen, stachelartigen Schuppen auf ihren Kopf und ihren Rücken, stellten sich weiter auf. Ihre gelben Augen fixierten mich, dann riss sie das Maul auf und gab einen Schrei von sich. Drei Reihen scharfer, daumenlanger Zähne blitzen mich an und ich sah eine kleine kanalartige Öffnung unter der peitschenden, gespaltenen Zunge.
Ich wusste, dass diese Art von Drachen kein Feuer speien konnte, doch sie konnten Säure spucken.
Der Drache und ich bewegten uns zeitgleich.
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Bill Melbourne
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BeitragThema: Re: Augenblick - (lich)   Sa 9 Jul 2016 - 19:33

Genau wie im Unterricht wirkte der Junge auf Bill etwas wunderlich eigen, in sich gekehrt und verschlossen gegenüber anderen Menschen. Aber dennoch schien er trotz seiner offensichtlichen Einsamkeit, dennoch einer seiner besten Schüler zu sein, er war intelligent und besaß einen großen Scharfsinn, der leider vielen anderen seiner Mitschüler häufig fehlte. Er hatte das erkannt, als er vor einigen Wochen eine Hausaufgabe einsammelte und seine unter wenigen nur, eine vollständige Aufklärung über die Verhaltens-und Lebensweisen der Thestrale enthielt. Er nahm nicht nur Bezug auf ein oder zwei Büchern, sondern direkten Bezug auf mehrere Bücher, fügte ganze selbst geschriebene Zusammenfassungen mit Zitaten ein, so als ob eine solch professionelle Arbeit nichts Neues für ihn darstellte. Die weiterführenden Theorien die er aufgrund der Fakten schloss, die Bill den Schülern als Aufgabe an die Hand gegeben hatte, waren rasiermesserscharf und zielten genau auf das ab, worauf Bill hinauswollte. Beeindruckend das ein Schüler der fünften Klasse mit einem Level der sechsten Klasse bei ihm im Kurs saß. Im Grunde war er wie gemacht für das Fach und eines war ganz sicher, wenn er dieses Level beibehielt wären die ZAGs für ihn kein Problem und er würde ohne Probleme in den fortgeschrittenen Kurs einsteigen. Kam das etwa alles daher, dass er sich öfters hier im Wald herumtrieb? Ja, eigentlich musste es beinahe so sein, denn die besten Erfahrungen mit Zauberwesen erhielt man nur in der Praxis. Auch sein Verhalten in dieser Situation machte Bill sehr deutlich, dass er nicht selten hier draußen sein konnte. Völlig unerwartet für den alten Professor unterbrach sich Eliot im Satz und kniete sich vor einem Bsuch auf den Boden, wo er nach irgendetwas zu suchen schien.

So wie er da hockte hätte man ihn leicht mit einem Spürhund oder einem Detektiv vergleichen können, der nach Spuren auf dem Boden Ausschau hielt. Leider konnte Bill nicht ganz genau erkennen was er da trieb, sicher war nur das es seine gesamte Aufmerksamkeit auf sich zog, sodass dem Professor nichts anders übrig bleib als neugierig stehen zu bleiben und ihn genau zu beobachten. Es war offensichtlich, dass er irgendetwas gefunden hatte was nicht dort hingehörte. Ein solches Verhalten würde niemand an den Tag legen, der nicht schon Erfahrungen hier draußen gesammelt hatte, dass war für Bill logisch und absolut klar. Die einzige Frage die also offen blieb war, was ihn so sehr fesselte.

Erst als Eliot ihn besorgt fragte aus welcher Richtung er gekommen sei, zeigte er mit dem Spazierstock in die Richtung in die sie gerade eigentlich unterwegs waren. Irgendetwas schien den Jungen ernsthaft zu beunruhigen, so als ob irgendwo eine Gefahr lauerte, die er nicht hatte kommen sehen. Für einen Moment sah sich Bill um und spielte mit dem Gedanken seinen Zauberstab aus der Innentasche seines Sakkos herauszuziehen, ließ den Gedanken aber vorbeihuschen als er nichts verdächtiges ausmachen konnte. Aber noch bevor er sich wieder Eliot zuwenden konnte, sah er nur noch einen Schatten der ihn ansprang, zunächst kam ihm der Gedanke sich zu verteidigen, aber dazu fehlte ihm die Zeit, noch ehe er etwas tun konnte, spürte er wie ein ungewohnt hohes Gewicht gegen seinen Körper prallte und den unvorbereiteten Professor zu Boden drückte. Zunächst realisierte Bill gar nicht was diese Aktion zu bedeuten hatte, ehe Eliot von ihm herunter ging und ein Erddrache sich vor ihnen aufbaute. Ein Monstrum wie man es selten hier sah, tatsächlich war es dem Professor ein echtes Rätsel wie dieses ungemein gefährliche Wesen es bis hierher geschafft hatte. Sofort kroch der Professor langsam rückwärts weg und versuchte sich von diesem Monster fernzuhalten. Sein Atem stockte, sein Herz machte einen kleinen Aussetzer und raste dann wieder weiter, es pulsierte in unglaublicher Geschwindigkeit und schien ihm die Sprache zu verschlagen.

Jetzt gab es nur noch zwei Gedanken in Bills Kopf, das Monster kampfunfähig machen und den Schüler vor allen weiteren Gefahren zu beschützen und sicher zurück ins Schloss zu bringen. Nie mehr wollte er zusehen, wie ein Schüler beinahe direkt vor seinen Augen starb, dieses Mal hatte er die Chance einzugreifen und würde sie mit aller ihm möglichen Macht nutzen. Daher rappelte er sich wieder auf, sein Stock lag unweit von ihm auf dem Boden, während sein Zauberstab ein wenig aus der Tasche gerutscht war, sodass er erleichterten Zugang zu ihm hatte. Sofort zog er ihn und überlegte für einen kurzen Augenblick wie er jetzt vorgehen sollte. Einfache Angriffszauber würden an seiner Panzerung nichts anrichten, aber einen Angriff aus dem Boden heraus würde dieser sicherlich nicht erwarte.

"Ganz ruhig Junge...dreh ihm nicht den Rücken zu, sonst betrachtet er dich als seine Beute." sagte Bill in einem leisen Ton, damit er den Drachen nicht noch wütender machte. Die Frage war, tat er das nicht ohnehin schon?

Auch ein Lähmungsfluch wie der Pertrifikus Totalus waren wahrscheinlich nicht stark genug, um dieses Geschöpf erstarren zu lassen, daher blieb Bill nicht fiel übrig als ihn versuchen mit einem anderem Zauber an der Bewegung zu hindern. Für einen Moment beobachtete er den Drachen und versuchte herauszufinden was er vorhatte. Wollte er Eliot als seine Beute oder sah er ihn nicht als Bedrohung für sich an? Drachen waren von Natur aus unbezähmbar und laut Ministerium als Klasse A der Gefährlichkeit eingestuft und genossen damit die höchste Prioritätsstufe! Auch wenn Bill das Ministerium nicht sonderlich mochte, schien er um den Schüler und sich selbst zu schützen keine andere Wahl zu haben als es zu probieren. Aber es war bestenfalls riskant, sollte der Drache zuviel Kraft haben würde das ihn nicht an Ort und Stelle halten, mit anderen Worten er würde ziemlich sauer werden, was für sie beide nicht ungefährlich war. Aber auch so war er eine Bedrohung und schien nicht gerade der ruhigste Zeitgenosse zu sein. Zufall war es sicherlich nicht das er plötzlich von oben kam. Bill hatte also gar keine andere Wahl!

Andererseits...ihn wütend zu machen, war auch nicht die beste Option und könnte den Schüler sogar noch mehr gefährden. Daher sah er keine andere Möglichkeit und stellte sich zwischen Eliot und dem Drachen. Mit ernstem Gesichtsausdruck starrte er in die gelben Augen und hielt seinen Zauberstab fest in der Hand umklammert. Viele Optionen hatte er nicht um Eliot zu beschützen, er musste den Drachen solange beschäftigen bis Eliot weg war. Ohne den Blick von dem Drachen wegzunehmen sagte er etwas so laut das der Ravenclaw-Schüler hinter ihm es sicherlich verstand. "Ich möchte das du dich langsam rückwärts, aber zügig wegbewegst und dich in Sicherheit bringst". Seine Augen  versuchten jede Bewegung wahrzunehmen und das Verhalten jenes Erddrachen zu studieren. Ihn angreifen wollte er nicht, er wollte ihn irgendwie beruhigen, ihm zeigen das sie keine Gefahr oder Beute für ihn darstellten. Und da kam ihm eine Idee, die den Drachen womöglich für eine Moment weglenkte. Unausgesprochen formte er einen Avis Zauber, wodurch vier Vögel hervor geflogen kamen und den Kopf des Drachen umkreisten ihm in die Sicht flogen, ohne ihn anzugreifen. "Jetzt!" sagte Bill in der Hoffnung, dass die Ablenkung funktionieren würde. Vielleicht sah er sie ebenfalls als Beute an und würde sich ihrer leichter Bedienen als Eliot und ihm. Denn den Drachen bewegungsunfähig machen konnte er immer noch mit einem Flos-Plextus Zauber aber nur im äußersten Notfall. Noch wollte er den Drachen nicht provozieren, dennoch wünschte er sich ein Stück rohes Fleisch noch bei sich zu haben, um dem Drachen etwas zum kauen geben zu können.
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BeitragThema: Re: Augenblick - (lich)   Sa 30 Jul 2016 - 16:45

Ich und der Drache taxierten uns immer noch, als mein Lehrer sich endlich wieder zu besinnen schien und ebenfalls den festen Stand gewann.
Ach nein, mach Sachen!!, dachte ich sarkastisch ohne etwas zu sagen oder mich zu bewegen. Was sind wir denn jetzt für ihn, seine Kumpels?
Ich betrachtete die gelblich schimmernden Schlangenaugen und sah, wie er langsam seinen Mund öffnete. Anscheinend hatte er sich längst entschieden was wir beide für ihn waren und da würde es auch nichts nutzen, wenn wir mutig voranschritten. Ich schielte zu meinem Lehrer und für einen Moment blitzte mein Respekt für diesen Mann durch mein Bewusstsein. Eine Empfindung, die definitiv menschlich, nicht tierisch war.
„Sie dürfen nicht so nahe ran, Professor – soweit ich mich entsinne kann er auf eine kurze Distanz säureartiges Gift spucken, dass organisches Gewebe auflöst.“
Warum ich die Informationen so einfach weitergab, wusste ich nicht genau. Vielleicht war es der Wille mich zu beschützen, der in seinem Gesicht deutlich geschrieben stand, der mich barmherzig stimmte. Immerhin hatte sich dieser Mann, der mich eigentlich kaum kannte, ohne zu überlegen vor mich gestellt um mich zu schützen.
Trotzdem widerstrebte es ihm seinen Professor jetzt alleine zu lassen mit einem Tier, dass sich langsam, fast schlängelnd auf sie zu bewegte. Ob er wusste worauf er sich da einließ?!
Bei der Aufforderung jetzt zu laufen, schnappte ich mir den Gehstock des anderen, der mir ziemlich stabil vorkam und verschwand mit ihm ins Gebüsch in dem ich mich so lautlos bewegte wie es mir mit meinen zwei Beinen möglich war. Ich sah den Vogelschwarm um den Drachen fliegen und wie er nach ihnen schnappte und sich für kurze Zeit von Bill abwand.
„Professor!“, rief ich halblaut um ihn zu verdeutlichen, dass er jetzt auch das Weite suchen sollte und nicht extra darauf warten musste, bis der Drachen genug gespielt hatte.
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BeitragThema: Re: Augenblick - (lich)   Fr 12 Aug 2016 - 23:54

Aufgebrachte Zentauren, verrückt gewordene Tiere und jetzt auch noch ein Erddrache so nahe am Waldrand, das alles konnte einfach nichts Gutes bedeuten! Die Theorie der Schulleiterin bestätigte sich mit jedem neuen Ereignis, dass in Gang gesetzt wurde, die Tiere veränderten offensichtlich ihr Verhalten und drangen in Gebiete vor, die sie sonst zuvor immer gemieden hatten. Doch egal was für ein Wesen auch vor ihm stehen mochte, ob nun ein Dementor, ein Demeguise oder ein Drache, er würde nie mehr zulassen, dass einem seiner Schüler ein größeres Unheil zustoße würde, solange er dabei war. Daher stellte er sich sofort vor den jungen Ravenclaw-Schüler und lenkte den Drachen mit seinen Vögeln ab, die ihn solange beschäftigen sollten, bis sie beide in Sicherheit waren. Natürlich war Bill klar, dass er kein Risiko eingehen durfte und die Vögel ihn nicht sehr lange täuschen konnten, immerhin waren Drachen sehr intelligente Geschöpfe mit einem ausgeprägten Sinn ihre Beute zur Strecke zu bringen.

Als Mr Sulivan plötzlich hinter ihm eine Warnung über die Fähigkeiten des Drachen aussprach, wirkte Bill etwas überrascht. Zwar konnte Mr Sulivan die Überraschung in Bills Gesicht nicht sehen, aber dennoch stimmte es ihn etwas nachdeklich.

"Er ist in einer Gefahrensituation und scheint trotzdem einen kühlen Kopf zu bewahren, er konnte sowohl die Art des Drachen als auch seine spezielle Fähigkeit nur aufgrund des Ansehens erkennen. Sein Wissen muss größer sein, als ich angenommen hatte. Sehr beeindruckend."

dachte Bill sich und ließ sich in seiner Konzentration keine Sekunde von dem Drachen ablenken. Aus seiner Zeit in Rumänien hatte er von seinem Freund eines gelernt. Das eine jede Sekunde in einem solchen Krisenfall wichtig war, der leiseste Fehler konnte hierbei absolut tödlich enden und das durfte er auf gar keinen Fall zu lassen. Stillschweigend nahm er die Information auf und beherzigte sie, in dem er auf Abstand zum Drachen blieb und wieder neue Vögel vor den Augen des Drachen herumfliegen ließ, bis sein Schüler schließlich die initiative zur Flucht ergriffen hatte und ihn aus einem sicheren Gebüsch heraus rief. Der Drache hingegen ließ sich nicht lange von den Vögeln hinters Licht führen und spuckte genau wie beschrieben mit einem säureartigen Gift auf sie, dass de Erscheinungszauber der betroffenen Vögel auflöste. Er ahnte bereits, dass das kein gutes Ende nehmen würde, falls er hier noch länger herumstand.

Nun musste er einen Weg finden den Drachen lange genug von ihnen wegzulenken , damit sie sich in ausreichende Entfernung zu ihm begeben konnten. Separat zu den Vögeln die den Drachen weglenkten, ließ er eine flammende vogelartige Gestalt aus seinem Zauberstab aufsteigen und den Drachen in eine andere Richtung lenken, sodass Bill ein relativ kurzes Zeitfenster bekam um mr.Sulivan hinterher zu rennen. Aber bevor er das tat, wandte er noch zum Abschluss einen nonverbalen Flos-Plectus-Zauber an, der den Drachen zumindest für wenige Augenblicke an Ort und Stelle hielt. Die Ranken schossen aus dem Boden und schlangen sich an den Beinen des Erddrachen hinauf und hielten ihn auf seiner Position, sodass Bill losrennen konnte, während die restlichen Vögel ihn von seiner eigentlichen Beute weiterhin ablenkten.

Wieder einmal spürte er die Grenzen die sein steigendes Alter mit sich brachte, seine Ausdauer war längst nicht mehr die Beste, weshalb er schon nach einem kurzen Sprint relativ außer Atem geriet. Aber ohne darauf zu achten, lief er in die Richtung seines Schülers , packte ihn am Arm und riss ihn mit sich in Richtung Waldrand. Egal wohin sie liefen, sie mussten entweder den Wald verlassen oder einen sicheren Unterschlupf finden wo sie bleiben konnten bis der Drache aufgab. Für ihn war es nahezu unmöglich ganz allein diesen riesigen Drachen zu bezwingen, dazu benötigte er mehr als nur eine Person.

"Schnell Mr Sulivan. Wir müssen von hier verschwinden, ehe der Drache unsere Spur aufnehmen kann." rief er seinem Schüler zu und lief immer noch im selben Tempo voran. Es war nur allzu natürlich, dass der junge Ravenclaw-Schüler weitaus weniger Probleme damit hatte diese Geschwindigkeit zu halten als er. Damals als er noch in die fünfte Klasse ging, war ein solcher Sprint kein Problem für den älteren. Heute war es anders, da er nichts für seine Ausdauer tat, sondern sich stets auf seinen Alltag verließ, war sie dementsprechend nur sehr schwach ausgeprägt. Mit starken Keuchen lief er Meter für Meter weiter, zwang sich geradezu dazu dieses Tempo beizubehalten um seinen Schüler in Sicherheit zu wissen.

"Es tut mir Leid Alec...ich habe es dir versprochen, ich verliere nie  wieder einen Schüler." , seine Gedanken schweiften ab, halfen ihm aber andererseits auch konzentriert zu bleiben. Dieses eine Versprechen half ihm durchzuhalten und niemals aufzugeben, ganz gleich was sich ihnen in den Weg stellte.

Nachdem sie schließlich eine längere Strecke gelaufen waren, drückte er Mr Sulivan hinter einen Baum und atmete aus den letzten Löchern heraus, sein Atem war völlig verbraucht und seine Beine taten derartig weh, dass es schon wie Feuer auf der Haut brannte. Ein hohler Schmerz der sich durch seine unteren Beine nach oben zog. Erschöpft blieben sie stehen und er horchte immer noch schwer atmend in die Tiefe des Waldes. Der Schrei des Drachen war extrem laut, offensichtlich hatte er ihre Flucht bemerkt, was nur bedeuten konnte, dass er sehr wahrscheinlich die Verfolgung aufnahm. Würde er sie hier finden? Konnte er womöglich ihre Pfärte aufnehmen? Bis zum Waldrand war es noch ein Stück und vielleicht reichte der Abstand zum Drachen noch nicht aus, um ihn davon zu überzeugen, dass es sinnlos wäre ihnen hinterherzujagen. Vorsicht war geboten! Nun galt es herauszufinden ob er hinter ihnen her war oder nicht, also versuchte er über sein schweres atmen hinweg den Drachen ausfindig zu machen. "Sind sie in Ordnung Mr Sulivan?", fragte er um sicherzugehen, dass er auch nicht verletzt wurde.
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BeitragThema: Re: Augenblick - (lich)   Mo 15 Aug 2016 - 13:43

Ich achtete nicht auf seine verhemmte Gegenwehr gegen den festen Griff des Professors, sondern lief mit ihm voran.

Nicht rennen, stehen… kämpfen… siegen… reißen…

Ich ignorierte den Aufstand in mir komplett, doch seine aufgebrachte Art verhalf mir dazu schneller zu laufen, als ich es sonst gekonnt hatte und schon bald war ich es, der vorauslief und dem Älteren einen Weg durch das Unterholz ebnete, durch das ich trotz meiner Hektik und der Schnelligkeit, fast lautlos spurtete.
In meinen Kopf herrschte heilloses Durcheinander und ich versuchte noch einmal mehr Daten über den Drachen zu bekommen und dieses Mal wurde mir gehör geschenkt.

Torukta Makto, der fliegende Schatten, wies ihm sein SGV an. Eine recht seltene Art der Eddrachen, die nur im Gebrige und Waldgebieten vorkommen. Alter geschätzt hundert, Größe 200 × 150 × 200 Zentimetern, Besonderheiten: benutzt kein Feuer sondern eine Schleuderdrüse zu Verteidigung, aus der er säureartigen Speichel absondert und auf seine Feinde zielt. Seine geringe Flügespannbreite erlaubt es ihm nicht zu fliegen, er lässt sich von Bäumen und Felsen hinabgleiten und greift stets von oben an. seine Schwachstelle ist der untere Teil seines Halses, der keine Schuppen trägt und zu Paarungszwecken dient. Sehsinn beschränkt, Geruchsinn einmalig - kann Beute bis zu mehreren Kilometern zurückverfolgen, Geschmacksinn gut…-

Durch das Manöver meines Professors so unliebsam aus meinen Gedanken gerissen strauchelte ich etwas und brauchte einige Minuten um wieder in die Realität zurückzufinden. Erst dann wurde ihm bewusst warum wir anhielten. Der Mann keuchte und schien nicht mehr in der Verfassung weiterzulaufen.

Aber es ist noch nicht weit genug!! Ich rieche ihn… er riecht uns auch!

Ich sah mich um und sondierte die Lage nach einem Versteck, wurde aber nicht fündig.
„Ja, alles in Ordnung“, sagte er und besah sich seinen Gefährten kritisch. „Aber wir sollten uns einen anderen Weg einfallen lassen wie wir schneller hier wegkommen. Können sie noch?“

Was für eine dämliche Frage! Schau ihn dir doch an, sieht er für dich aus, als würde er noch laufen können?!

Mit Not unterdrückte ich ein fluchen, stattdessen kam mir eine letzte verzweifelte Idee und ich stieß einen tiefen, rollenden Laut aus, der sich beinah anhörte wie ein Wiehern. Als ich dies drei Mal wiederholte, hörte ich neben uns die Büsche knacken und ein Thestral streckte den Kopf zwischen den Stämmen der Mammutbäume hindurch, neugierig wer ihn da gerufen hatte.
„Gut, dass du hier bist, Geena… wir brauchen deine Hilfe!“ Ich tätschelte den Tehstral, der sofort die Nase in meine Umhangstasche steckte, auf der Suche nach einem Leckerbissen, den ich vielleicht dabeihatte. „Wenn du uns jetzt hilfst, kriegst du einen ganz großen Braten von mir… versprochen!“
Und als würde sie mich tatsächlich verstehen senkte sie die ledrigen Flügel ein wenig und zog die Lippen nach oben um ihr riesiges Gebiss zu zeigen.
„Los steigen sie auf! Wir haben nicht mehr viel Zeit!“
Ich drehte mich um, als ein weiteres Knacken durch das Geäst des Waldes klang und spannte mich an, doch wieder kam nur ein abgemagerte Pferdekopf durch das Blätterdach des Busches, der uns halb verdeckte. „Ach du bist es…“
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BeitragThema: Re: Augenblick - (lich)   Do 27 Okt 2016 - 3:22

Röchelnd blieb Bill an Ort und Stelle stehen, seine Knie waren weich wie Butter, seine Ausdauer am Rande ihrer Kräfte. Er war vierzig Jahre alt, konnte man da von einem Mann wirklich noch die pure Ausdauer erwarten? Ohne Training und nur mit Schreibarbeiten beschäftigt zu sein, brachte nicht wirklich viel Ausdauer ein, im Gegenteil es verringerte sie sogar und nun wo es drauf ankam, machte sich allmählich sein fortgeschrittenes Alter bemerkbar. ja, man konnte mit Fug und Recht behaupten, dass Bill bereits zum alten Eisen gehörte, jemand der nicht mehr so top fit war wie seine Schüler vielleicht. Aber trotzdem würde er seine Schüler vor jedem Ungeheuer beschützen, ganz gleich wie groß und gefährlich es war. Schließlich war er genau dafür auch Professor für Pflege magischer Geschöpfe geworden. Und dazu kam sein unbändiger Wille, einen weiteren Schüler durch sein Versagen sterben zu sehen, nie mehr wollte er erleben wie Menschen wegen ihm  getötet wurden. Wie sollte er ein Vorbild sein, den Schüler beibringen sich zu verteidigen, wenn er nicht einmal die Kraft besaß, sie vor den Gefahren des verbotenen Waldes zu beschützen? Ergab das irgendeinen Sinn? Für Bill war es mehr als logisch und daher umso peinlicher als Mr Sulivan ihn ernsthaft fragte ober noch konnte.

"Sicher...ich schaffe das...", erwiderte er mit lautem ein- und ausatmen. Er wollte gerade vorschlagen weiterzulaufen, als dieser eher ungewöhnliche Ravenclaw-Schüler plötzlich einen merkwürdigen Ruf ausstieß. Selbst für ihn als erfahrenen Lehrer dieses Faches, war dieser Ruf völlig unbekannt gewesen. Wo hatte er sowas gelernt? Und wieso war er in der Lage sie zu sehen? Es gab nur eine Schlussfolgerung die diesen Fakt erklären konnte. Er wurde schon in seinen frühen Jahren mit dem Tod konfrontiert. Aber die merkwürdigen Rufe, die der junge Ravenclaw ausgestieß, die vermochte er damit nicht zu erklären. Bis heute war ihm ja nicht einmal bekannt, dass man einen Thestral auf diese Weise zu sich rufen konnte. Der Junge sprach mit dem Thestral als würde er ihn kennen und als wäre es das selbstverständlichste von der Welt. Nicht jeder Schüler traute sich das vor einem Professor, aber was noch viel interessanter war, war das was danach geschah. Wie auf Kommando senkte das Wesen seinen Körper hinab, damit sie aufsteigen konnten. Das war nicht nur beeindruckend, dass war eine unglaubliche Leistung, die er keinem Schüler so ohne weiteres zugetraut hätte. Eigentlich war genau diese Situation ein klarer Beweis für seine anfängliche Vermutung, nämlich das Mr Sulivan sehr viel Zeit bei den Zauberwesen des Waldes verbrachte. Eine solch schnelle Reaktion hätte man unter anderen Umständen gar nicht erreicht.

Er hob eine Augenbraue an und sah skeptisch zu dem Gebüsch aus dem ein weiterer Thestral kam, stillschweigend beobachtete Bill die Reaktion des Jungen, den das aber nicht sonderlich zu verwundern schien. Wer war der Junge? Wieso trat er erst jetzt mit diesen Fähigkeiten in Erscheinung? Ein komisches Gefühl beschlich den alten Professor, als ob ihm gerade eine Gänsehaut über den Rücken laufen würde. Mit wem hatte er es zu tun? Diese einmalige Verbindung oder auch Begabung musste unbedingt gefördert werden. Plötzlich sah er den Jungen mit ganz anderen Augen und entdeckte ein Potenzial, dass dringend gefördert werden musste. Unter Umständen könnte er der vielversprechenste Schüler werden, den Bill je unterrichtete.

Ganz allmählich kam er wieder zu Atem, erhob sich und glätte die Wogen seines Anzuges, ehe er zu dem zweiten Thestral ging und das Tier sanft streichelte. "Sie haben recht, wir sollten hier weg. Jeder von uns fliegt auf einem Thestral und treffen uns auf den Ländereien dann wieder.", wies er Eli kühl an und setzte sich auf den Rücken des großen knochigen Pferdes. Danach wartete er nur noch ab, dass Eli es ihm gleich tat und sie mit beiden Thestralen in die Lüfte abhoben. Es dauerte nur wenige Sekunden, ehe sie den dunklen verzauberten Wald verließen und in die helle des blauen Himmels aufstiegen. Damit war die Gefahr erst einmal gebannt und Schüler und Lehrer in Sicherheit gebracht. Nach so langer Zeit sah er Hogwarts das erste Mal wieder von hoch oben. Seine Augen leuchteten in den Strahlen der hellen Sonne, der Wind wehte um sein Haar und es war als wäre er wieder ein sechszehn jähriger Junge auf einem Besen, dem das Gefühl von Freiheit fremd geworden war.

Er achtete stets darauf, dass sein Schüler ganz in seiner Nähe war und ihm hinterher flog, ehe sie beide zur Landung ansetzten und von den Thestralen abstiegen. Sein Augenmerk lag noch immer auf dem Thestral, den er durch sanfte Streicheleinheiten belohnte und sich dann erst dem interessanten Ravenclaw-Schüler zuwandte. Viele Fragen beschäftigten Bill in diesem Augenblick und doch war ihm bewusst, dass er die wohl interessanteste Frage wohl nicht stellen durfte. Wenn jemand wusste, wie gefährlich es war in alten Wunden herumzustochern dann er. Dennoch fühlte er sich genötigt zu reden,

"Mr Sulivan, ich muss Ihnen sagen, dass ihre Leistungen und das was sie dort draußen vollbracht haben, mehr als nur beeindruckend war. Ich zolle Ihnen meine Hochachtung für ihre unglaubliche Begabung mit Tieren." begann er das Gespräch und war selbst sehr neugierig wie der Junge darauf reagieren würde. Von Anfang an schon, hatte Bill es im Gespür, dass der Junge sehr verschlossen und nicht leicht zugänglich sein würde. Aber vielleicht würde er sich ihm öffnen und der Möglichkeiten, die ihm Bill bieten würde. "Sie haben heute eine...außerordentliche Begabung bewiesen mit Tieren umzugehen, die mich - wie unschwer zu erkennen ist - wahrlich beeindruckt hat. Mich würde interessieren beispielsweise wie sie diesen Ruf erlernt haben, mit dem sie die Thestrale zu uns gelockt haben. Würden sie mir verraten, wo und wie sie den Ruf erlernt haben?", fragte er neugierig nach und lies von dem Zauberwesen ab, dass ihm heute nur noch mehr Rätsel aufgegeben hatte und gleichzeitig etwas mehr Aufschluss über einen Jungen, der schon die theoretischen Aufgaben seines Unterrichtes mit Bravour gemeistert hatte.  

"Mr Sulivan, würden Sie mich, auf einem kleinen Spaziergang begleiten? Es gäbe da etwas worüber ich mit Ihnen möchte. Es dauert nicht lange.", ergänzte er und war froh, als ihm der Schüler zustimmte, wenn auch zögerlich. Seine Augen blieben an dem Jungen haften, er strahlte etwas aus, dass die Tiere in seiner Umgebung zutraulicher machte. Zumindest wirkte es so, denn die Thestrale hörten auf ihn, es war als verstünden sie jedes Wort.

Nachdem sich Mr Sulivan schließlich von den Thestralen gebührend verabschiedet hatte, gingen sie über einen kleinen Feldweg einen kleinen Bogen, der aber irgendwann unweigerlich zum Schloss führen würde. "Sie scheinen ein nicht all zu geringes Wissen über die Zauberwesen des Waldes zu haben Mr Sulivan. Sie sind mir in den theoretischen Tests und Aufgaben bereits mehrfach aufgefallen, sie haben Wissen in Gebieten, wo andere Schüler noch sehr viel zu recherchieren haben. Wenn ich das was ich bis heute gesehen habe, mal zu einer Schlussfolgerung zusammensetzen müsste, würde ich folgern, dass sie sehr viel Zeit dort draußen verbringen. Stimmt doch oder?"

fragte er und ahnte, dass der Junge es wahrscheinlich als eine Art Verhör aufnehmen würde, weshalb Bill relativ schnell zum eigentlichen Thema kam, dass ihm unter den Nägeln brannte.
Aus diesem Grund blieb er kurz stehen und sah dem jungen Ravenclaw in die Augen. Seine Hände stützten sich auf seinem einzigartigen Spazierstock mit silbernen Drachenkopf ab, während der Wind durch sein schwarzes Sakko und seine Haare wehte. "Meine Anerkennung ihrer Fähigkeiten und offensichtlichen Talenten, hat zur Folge, dass ich sie ganz offiziell frage, ob Ihnen nicht mehr daran gelegen ist, über die Tiere des Waldes zu lernen. Und wenn ich mehr meine, meine ich mehr, praktische und theoretische Erfahrungen, die über das Level eines Fünftklässlern hinaus gehen würden. Es wäre mir persönlich eine Ehre ihre Talente fördern zu dürfen, denn ich denke es steckt eine Menge Potenzial darin. Vielleicht wünschen Sie sogar später einmal diese Talente beruflich umzusetzen."

wie immer sprach Bill frei heraus und wartete ein wenig auf die Reaktion des Ravenclaw Schülers ab, der von seinem Talent her, ihn irgendwie an Lauren erinnerte, die in seinem Alter auch ein verblüffendes Talent besaß. Mit dem einzigen Unterschied, dass es bei ihr nicht so stark ausgeprägt war. "ich möchte Sie natürlich zu nichts drängen, dass Angebot ist höchst freiwillig und würde ihre Freizeit allerdings noch ein wenig mehr Einschränken, neben ihren schulischen Aktivitäten. Würden sie sich dazu berufen fühlen? Das Ganze würde beinhalten, dass ich Ihnen persönlich etwas Einzelunterricht geben würde. Was meinen Sie?"
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BeitragThema: Re: Augenblick - (lich)   Mo 31 Okt 2016 - 19:43

Ich spürte den Flugwind in den Haaren und mein Herz hörte auf wie wild zu pochen. Das Adrenalin wurde weniger, weil ich wusste dass der Drache uns hierher nicht verfolgen konnte und wir in Sicherheit waren. Den Hals des Thestrals streichelnd, der mich durch die Lüfte trug, blickte ich hinunter und sah die Schule und die Menschen viel kleiner. Es war befremdlich so weit über allen zu sein und von oben auf sie hinab zu blicken und auch wenn ich einen leichten Schwindel verspürte, erfasste mich nicht die übliche Panik, die mich beim Fliegen mit dem Besen ereilte. Wahrscheinlich lag das daran, dass ich den Tieren mehr über den Weg traute als mir und einem Stück Holz. Die Bewegungen der Flügel und die Muskeln, die sich unter meinen Beinen spannten, ließen den inneren Druck schwinden und minderten die Angst.
Sie würde mich nicht abstürzen lassen!
Ich flog Professor Melbourne hinterher und landete unmittelbar neben ihm. Und das Gefühl von Freiheit und der Eindruck der Unendlichkeit des Himmels breiteten sich in mir aus und hinterließen einen Rückstand in meinen Körper, der sich kribbelnd und wärmend anfühlte.
Beinah empfand ich eine leichte Enttäuschung als der Mann vor mir zur Landung ansetzte um unseren Ausflug wieder ein Ende zu setzen. Dennoch drängte ich Gina dazu ihm es nachzutun und mit einigen Metern abstand neben meinem Professor und den anderem Thestral zu landen. Vorsichtig glitt ich von ihrem Rücken und tätschelte ihren Hals, ehe ich ihr zuflüsterte. „Danke für die Rettung… du warst großartig!“
Der Thestral schnaubte und schob seine Schnauze unter meinen Arm was mich dazu veranlasste sie mit dem anderen auch noch zu umschlingen. Diese ungewöhnliche Umarmung war kurz, aber die Wärme die sie hinterließ hielt eine ganze weile an. „Ich komme noch mal zurück und bringe euch etwas Leckeres dafür, ich verspreche es so war ich hier stehe!“
Gaisier, der sich anscheinend vernachlässigt fühlte trabte hinter Bill zu mir heran und beugte sich von hinten das Stück zu mir herunter um seine Nüstern an meinen Nacken zu stupsen, was mich zusammenzucken ließ. Bei dem heißen Atem jagte mir ein Schauer über den Rücken. „Ich sagte doch, es ist versprochen! Erschreck mich doch nicht so!“ Die Tatsache allein, dass Wesen die nur aus Knochen und Haut zu bestehen schienen und mit Tod und Verderben assoziiert wurden so warmen Atem austießen, der der Innbegriff von Leben war, bewies einmal wieder wie falsch die Menschen urteilten.
Vorwurfsvoll sah ich ihn an, streichelte aber auch ihn eine Weile als er mir seinen Kopf entgegenhielt.
Eine Weile holten sie sich noch Streicheleinheiten ab ehe sie sich mit einen leisen, schnaubenden Geräusch verabschiedeten und in den Wald davon trabten. Ich sah ihnen eine Weile nach.
Geena und Gaisier waren mit Penelope und Tiekka meine ersten Bekanntschaften in diesem Wald gewesen, die ich selber benannt hatte. Sie akzeptierten mich als Mitglied, als Teil ihres Waldes und manchmal halfen wir uns gegenseitig, aber vor allem zu diesen vier Tieren hatte ich ein enges und sehr inniges Verhältnis.
Ich drehte mich zu meinem Professor um als er mich ansprach und lächelte ihn schief an. „Danke, Professor. Es ehrt mich so was aus ihren Mund zu hören…“
Und das tat es wirklich, denn mir war bewusst, dass der immer kühl wirkende Mann nicht gerade mit Komplimenten um sich warf.
Die Frage jedoch verblüffte mich etwas.
„Nun… ich weiß nicht, eigentlich ist das nichts Besonderes. Ich habe sie eine Weile beobachtet und einfach den Laut nachgemacht mit den sie sich gerufen haben – so gut wie ich das eben konnte. Bei den ersten Malen hat es nicht geklappt, aber inzwischen kenne sie mich schon recht gut würde ich sagen.“ Ich schmunzelte ein wenig, als ich mir wieder einmal vorstellte wie meine Rufe in ihren Ohren klingen mussten. Eigentlich war es nicht ihre Sprache, doch sie reagierten weil sie wussten was ich meinte – so als würde man als Nichtwissender in ein fremdes Land kommen und die Sprache dort nur mit Gesten verstehen.
Ein leichtes Misstrauen beschlich mich, doch ich nickte trotzdem. Wenn ich nicht einmal den Lehrern hier trauen konnte, wem denn dann? Ein Spaziergang würde mich schon nicht umbringen…
Trotzdem blieb ich vorsichtig und hielt mich erst einmal bedeckt, auch wenn ich mit ihm lief. Wer wusste schon was die wahre Intension von Menschen war.
„Das ist wahr, denke ich“, antwortete ich ohne etwas Genaueres zu sagen. Nicht das ich mich schämen würde hier zu sein, aber ich kannte den Professor schon recht gut und ich wusste, dass er auch andere Dinge kombinieren würde, wenn ich ihm erzählte wie oft ich hier war. Zum Beispiel meine ramponierten oder leicht zerstörten Schulsachen ganz zu schweigen von meiner Umhängetasche, die ein sehr großen Brandloch in der Seite hatte.
Meine Gedanken jedoch wurden wieder auf den anderen gezogen, als dieser weiter sprach und sich meine Augen ein Stück weiteten, ehe ich errötete. Was sagte dieser Mann denn da nur?
„Ich,… sie wollen was?“, konnte ich die Worte zuerst einmal gar nicht begreifen und glotzte ihn unverhohlen an. So etwas Nettes hatte in meinen Leben kaum jemand zu mir gesagt – nicht einmal einer meiner angeblichen Verwandten. „Mei – nen sie das ernst, Professor? Also wollen sie wirklich…?“
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BeitragThema: Re: Augenblick - (lich)   Mi 23 Nov 2016 - 19:35

Ein wenig wunderlich musterte er den jungen Ravenclaw skeptisch und schien jeden seiner Züge zu beobachten. Er verstand es mit Tieren umzugehen, wie es normalerweise nur erfahrene Pfleger magischer Geschöpfe könnten. Bill blieb jedoch skeptisch, seine Objektivität durfte nicht durch ein einziges Ereignis und nur wenigen Beobachtungen getrübt werden. Seine Hände umschlossen beide den silbernen Drachenkopf der ganz oben auf seinem Stock saß und mit seiner Schnauze leicht rundlich geformt war, sodass man ihn als Griff nutzen konnte. Dieser Stock war sein wertvollster Besitz und beinhaltete eines von zwei Erinnerungsstücken, die ihm noch von seinem ehemaligen Schüler geblieben war. All die Jahre hatte er es mit sich herum getragen und stets mit Adleraugen bewacht. Nur hin und wieder holte er den Zauberstab aus seinem Stock heraus und legte ihn vor sich auf den Schreibtisch, um sich an die Zeit zurück zu erinnern wo sie gemeinsam übten. Auch wenn man Bill nachsagen konnte, dass er damit einen Schüler übervorteilte und favorisierte, wollte er diesen liebenswürdigen Menschen nicht einfach durch die Masche rutschen lassen, nur weil er zu friedlich war, um sich mit anderen Schüler anzulegen. Seine Magie war außergewöhnlich, seine Fähigkeiten und seine Talente lagen weit über dem Durchschnitt, letztlich hielt ihn nur seine friedfertige Natur davon ab, diese Talente zur Perfektion zu bringen. Und auch wenn er es nie zugegeben hätte, er lernte meistens sogar noch schneller als viele seiner Mitschüler. Ein Junge wie er hatte es nicht verdient so grausam behandelt und verstoßen zu werden, nur weil sich jemand weigerte einen Schüler oder ein Tierwesen anzugreifen oder ich dagegen zu verteidigen. Wie oft hatte er Bill erzählt, dass er einem Lebewesen niemals etwas antun würde, weil sie es selbst nicht böse meinen, sondern nur ihren Instinkten folgten. Für ihn waren sie so heilig, dass er es einfach nicht übers Herz brachte die Magie gegen zu verwenden. Selbst wenn das für ihn eine Gefahr bedeutete.

Es gab einen Tag an dem er eine sehr gefährliche Spinnenart vor ein paar Schüler verteidigte. Sie traten ihr auf ihre verletzten Beine und man konnte dem armen Wesen ansehen, dass es sich nicht mehr bewegen konnte, aber diese Schüler machten sich einen Spaß daraus dieses Wesen zu quälen. Er als der schwächste und wahrscheinlich friedfertigste ging dazwischen und riskierte es von der Gruppe angegriffen zu werden. Und obgleich diese Spinne ihn töten würde, wenn sie nur könnte, half er ihr in dem festen Glauben, dass auch sie keine bösen Absichten hegte. Wie könnte er einen so selbstlosen Schüler, der sich mehr um das Wohl der Lebewesen kümmerte als um seins, einfach so durch die Masche rutschen lassen?

"Natürlich. Ich würde Ihnen das nicht vorschlagen, wenn ich es nicht so meinen würde Mister Sulivan. Meine bisherigen Beobachtungen haben einen sehr fähigen und talentierten Schüler herauskristallisiert, der sich mit dem Leben im Wald offensichtlich bereits besser auskennt als viele seiner Mitschüler. Es wäre geradezu schändlich ein solches Talent zu verschmähen.", erklärte er Eliot mit kühlem und ziemlich ernstem Gesichtsausdruck. Aber so leicht würde er es dem Jungen nun nicht machen. Auch wenn er ihn für talentiert hielt, musste er seine wahre Begabung jedoch erst noch testen und das konnte er nur in der Praxis erreichen. Auch wenn sie gerade erst einem Drachen entkommen waren, besaß er vielleicht noch genügend Motivation um sich einem kleinen Test zu unterziehen.

"Also wenn Sie mein Angebot annehmen und noch Zeit und Kraft haben, würde ich gerne ihre Begabung einmal in der Praxis gerne austesten, nur um zu sehen wie ausgeprägt ihre Talente sind. Aber keine Sorge, Sie werden keinem Tier gegenüberstehen, dass eine Gefahr darstellen könnte. Ich denke, der Erddrache war Gefahr genug für einen Tag." , seine Worte klangen kühl, aber für den geübten Hörer der es verstand zwischen den Zeilen zu lesen, war es deutlich herauszuhören, dass er sich tatsächlich ein wenig Sorgen um das Wohl seiner Schüler machte. "Folgen Sie mir." sagte er und signalisierte ihm mit einer Handbewegung ihm in Richtung Waldrand zu folgen. Diesmal jedoch würden sie nicht in den Wald hineingehen, sondern ganz nahe beim Rand bleiben.

Während sie sich gemeinsam auf den Weg machten und Bill eifrig die Umgebung nachdem Zauberwesen absuchte, versuchte er die Stille dadurch zu brechen, noch ein paar Informationen über Eliot zu erhalten. "Wie oft bist du eigentlich bei den Tierwesen im Wald? Und wie lange machst du das bereits?", fragte er vorsichtig nach, mehr als ein Schulterzucken oder eine Weigerung ihm darauf zu antworten konnte er nicht kriegen. "Jetzt hab ich noch eine Frage die vielleicht nicht ganz so einfach ist. Was fasziniert dich an magischen Tierwesen und wo siehst du die Verbindung zu uns?", keine einfach zu beantwortete Frage, aber er wollte die Kombinationsgabe und seine Art zu denken kennenlernen, um ihn besser zu verstehen. Er hielt die Ohren gespitzt und lauschte Eliots Worten während er die Gegend mit den Augen nach diesem einem Tierwesen absuchte. Hier und da blieb Bill bei einem Baum stehen und ging die Hocke, um sich die Futterreste von dem anzuschauen was er erst am Morgen dort platziert hatte. Ob er noch da war? Mit einem leisen Seufzer erhob sich der alte Professor wieder auf seine zwei Beine und erblickte neben einem Baum einen Vogel der sich Stück für Stück materialisierte. "Sieh nur Eliot, sehen Sie dieses Glänzen und die vogelartige Gestalt die sich da materialisiert? Das ist ein Diricawl. Sie sind ein wenig Menschenscheu und nähren sich nur Leuten denen sie im Grunde vertrauen. Erschreckt man sie dematerialisieren sie und tauchen an irgendeinem anderem Ort wieder auf. Keiner weiß, ob es feste Plätze gibt oder wie hoch ihre Reichweite ist.", erklärte er ihm, "bisher habe ich sie noch nicht im Unterricht dran genommen weil die laute Meute sie eher verscheuchen würde und da ich diese Wesen nicht in Paralyse versetzen will, zeige ich Sie ihnen.", erklärte er und griff in seine Innentasche, wo er ein etwas platt gedrücktes Tütchen hervor holte, in dem kleine Kügelchen drin waren. "Hier, das fressen Diricawls, versuch dein Glück und verlasse dich auf deinen Instinkt. Mehr werd ich dir nicht sagen, es ist deine Aufgabe. Ich werd hier bleiben und dich beobachten.", fuhr er kühl fort und hielt ihm das Tütchen hin. Nun war er gespannt ob dieser Ravenclaw es tatsächlich schaffte, dieses Tierwesen für sich zu gewinnen oder ob es sich sofort dematerialisieren würde.
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BeitragThema: Re: Augenblick - (lich)   Mo 30 Jan 2017 - 12:07

Ich hätte mir ja denken können, dass dieser Mann es ernst meinte – irgendwie hatte ich das auch, bevor ich fragte. Dennoch gab es etwas, dass mich an ihm abstieß. Was genau das war, konnte ich nicht sagen. Vielleicht war es diese Art, die - auch wenn er stets höflich und empathisch mit seinen Schülern umging – distanziert und unerreichbar war. Der Blick mit dem er bestimmte Schüler bedachte oder die Ferne in seinen Augen, wenn man ihn außerhalb des Unterrichts antraf. Man konnte diesen Menschen, der hinter all dem steckte, nicht wirklich einschätzen, aber eins hatte ich beim ersten Treffen deutlich realisiert... dieser Mann hatte die Spuren der Einsamkeit zu tragen.

Es ist doch ganz einfach, Eli. Er zeigt dir was aus dir später einmal werden könnte, analysierte die sanfte Stimme tief aus meinen Inneren. Er ist das, was dir AJ immer wieder und wieder prophezeit, wenn ihr euch um das Thema streitet... nicht wahr?

Ja, wenn sich jemand mit Einsamkeit auskannte, dann war wohl ich es.
Ich erkannte die Zeichen, auch da wo sie für andere noch versteckt und unscheinbar waren, immer als diese an.
Dennoch gab es auch Dinge, die mich letztendlich doch all der eher negativen Gemeinsamkeiten immer wieder zu diesem Mann führten und das war nun einmal seine Arbeit und die augenscheinliche Liebe zur Natur. Auch wenn der Professor von der ersten Stunde an keinen Hehl daraus gemacht hatte, dass dieses Fach nicht sein Wunschfach gewesen war, verstand er es auf eine einzigartige, geradlinige Art mit den Tieren hier im Wald umzugehen. Wir trafen uns öfter in der Natur, auch wenn er mich nicht immer wahrnahm und ich hatte ihn schon einige Male beobachtet wie er ein verletztes oder krankes Tier pflegte.
Sollte es dennoch einen Grund für mich geben zu zweifeln, bewies jedoch die Zusammenarbeit mit den Zentauren das, was wohl die anderen Dinge nicht vermochten. Er hatte Kontakt zum Stamm und sogar einen der Krieger mit in seinen Unterricht einladen können – dieser Mann war ehrbar und besaß eindeutig mehr Herz als die meisten anderer der heutigen Zauberer.
Also zuckte ich einfach die Achseln. „Ja, warum nicht. Ich wollte eh noch nicht ins Schloss zurück.“
Etwas unbehaglich dachte ich an die Feier, die heute im Gemeinschaftsraum der Adler stattfinden sollte und schluckte. Wenn die anderen sich derart zusammenschlossen und vielleicht sogar noch betranken (wenn es irgendeine illegale Quelle schaffte mal wieder Alkohol auf diese Party zu schmuggeln), war der Weg zu meinem Schlafsaal und selbst das bloße Existieren in ihm für mich das reinste Spießrutenlaufen. Meist zögerte ich meine Ankunft daher so lange wie es ging nach hinten hinaus und huschte erst kurz vor der Ausgehsperre zurück. In den wenigen Fällen wo ich es jedoch gar nicht mehr ertragen konnte, suchte ich in meinen üblichen Verstecke Schutz und Schlaf.
Es blieb nur zu hoffen, dass heute nicht so ein Abend sein würde...
Meinen Lehrer ohne wirklich Blick auf meine Umgebung zu haben, folgend, sinnierte ich noch ein wenig mit deutlichen Unbehagen über das Kommende. Jedenfalls solange bis ich etwas überraschend so vertraut angesprochen wurde.
Ich sah auf und konnte nicht vermeiden, dass ich ernsthaft über die Frage nachdachte. „Ich... weiß nicht genau.“ Natürlich war das eigentlich eine Lüge, denn ein Teil von mir wusste sehr genau nach welchem fatalen Ereignis ich mich zum ersten Mal in den Wald geflüchtet hatte. Das Wissen jedoch war in all den Jahren so akribisch verschüttet worden wie eine Jauchengrube. Der Gestank jedoch würde wohl für immer bleiben. „Ich habe im ersten Jahr damit angefangen, sobald ich mehr über den Wald gelesen hatte und dann... bin ich regelmäßiger hergekommen um den Kopf frei zu kriegen. Ich kann so ein wenig abschalten, wissen sie? Vor allem wenn ich den Kopf voll vom Lernen habe, hilft es mir hier zu sein... ich komme eigentlich fast jeden Tag hierher – wenn es mir möglich ist.“ Natürlich würde ich mich über ein Verbot das Schloss zu verlassen nicht einfach so hinwegsetzen, wenn ich es nicht unbedingt für nötig hielt. Aber der Drang meine Freiheit auszuleben, war viel zu stark als es nicht immer und immer wieder aufs Neue zu versuchen.
Die nächste Frage irritierte mich noch ein wenig mehr und ich hielt im Gehen kurz inne. War die Frage wirklich ernst gemeint, oder versuchte er mich schon zu testen? Das konnte eigentlich nicht sein oder?
Kurz schwieg ich und beobachtete wie er immer mal wieder seinen Kopf drehte, als suche er nach etwas. Dann ging er in die Hocke und auch ich sah die Spuren von Futterresten und Einkerbungen im Boden.
„Es ist nicht die Frage was mich an ihnen fasziniert“, überlegte ich. „Genauso gut könnte man mich fragen warum ich ein Mensch bin und kein Tier. Ich weiß es nicht... ich weiß nur das sie es sind, die vorurteilsfrei sind, die Welt und die Magie als gegeben und geschenkt akzeptieren und sie nicht als ihr eigen betrachtet – das sie benutzen können wie auch immer sie wollen. Sie sind es die dir mit Misstrauen aber Respekt begegnen und es würde ihnen nichts nutzen dir zu schaden, wenn es nicht in ihr Schema passt. Bei ihnen habe ich das Gefühl mehr ich sein zu können, weil sie in mir jemanden sehen, der ihnen helfen will und es sie nicht interessiert wer oder was ich wirklich bin. Welche Unzulänglichkeiten ich vielleicht habe oder das ich nicht in das herkömmliche Konzept der Menschen falle...“ Ich zuckte die Achseln. „Solange ich ihnen nicht zur Bedrohung werde tolerieren sie mich an ihrer Seite und es kann eine wirklich schöne Freundschaft entstehen aus der man viel mehr gewinnen kann, als aus allen Materiellen auf das die Menschen irgendwie so scharf sind.“
Ich spürte ein sehr bekanntes flirren in der Luft und wandte meinen Kopf, kurz bevor mich der Professor auf das Tier hinwies, was sich gerade eben vor uns materialisiert hatte. Das er auf meine Worte fast gar nicht eingegangen war überraschte mich, störte mich aber nicht sonderlich. Schließlich war ich es gewohnt das meine Meinung als überzogen und projizierend abgetan wurde. Viel lieber schenkte ich meine Aufmerksamkeit den Tier, dass gerade vor uns erschienen war und ich nahm die Erklärung in mir auf.
Diesen Diricawl hatte ich noch nie hier im Wald gesehen.
Vorsichtig nahm ich dem Professor das Tütchen ab und machte eine bedachten Schritt auf den halb großen Vogel zu, der irgendwie nicht so aussah als wäre er für das Fliegen geschaffen.
Es gab ein leises Geräusch – nicht so laut wie das des Apperierens, aber dem nicht wirklich unähnlich – oder war es viel mehr ein Gefühl? Konnte der Professor die Veränderung in der Materie auch wahrnehmen, wenn der Diricawl hindurch schoss?
Das abrupte verschwinden ließ mich etwas zurücktaumeln und ich stieß mit dem verletzten Ellenbogen an den Stamm eines Baumes in meiner Nähe. Der Schmerz des kaum verheilten Bisses, schoss durch meinen Körper und machte meine Wahrnehmung schärfer. Noch gab ich sicher nicht auf!
Ich drehte mich einmal langsam um mich selbst um zu sehen ob der scheue Vogel irgendwo in der Nähe wieder auftauchte und tatsächlich hatte ich Glück. Anscheinend roch er das für ihn sicher köstlich schmeckende Futter, dass im Moment in meiner Verwahrung war. Dieses Mal bewegte ich mich nicht frontal auf ihn zu sondern steuerte eine Baum in der Umgebung an, dem ich mich mit langsamen und leisen Schritten näherte, sodass er mich lange im Auge behalten konnte. Als ich am Stamm angekommen war setzte ich mich darunter und öffnete das Tütchen, was das Tier sichtbar unruhig werden ließ.
Der Diricawl tänzelte einige unbeholfene Schritte auf mich zu, als würde er sich nicht entscheiden können ob er näher kommen sollte oder nicht.
Indes war ich damit beschäftigt die Kügelchen um mich herum zu verteilen. Dabei ging ich recht großzügig mit dem Futter um und warf manches soweit von mir weg, dass mein scheuer, neuer Freund ohne Angst zu haben ein etwas davon in den Schnabel bekam. Ich beobachtete wie der Vogel sich plangemäß auf den Weg der Spur zu mir hin bewegte und gierig das für ihn vorgesehene Futter mit den Schnabel aufpickte.
Ich hatte den Rest des Tütchens in meine Hand geschüttet und streckte sie ihm hin. Wie zu erwarten war, ließ ihn diese Bewegung zurückschrecken und er verschwand wieder von seinem Standpunkt. Auch dieses Mal ließ ich mich davon nicht beirren. Ich verharrte weiter beinah bewegungslos in meiner Position, wohl wissend das mich der Diricwal von irgendwo aus beobachtete.
Das einzige was ich nun noch tat war atmen und ab und an blinzeln. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit und ich hatte bereits Sorge, dass mein Arm vor Anstrengung absinken würde, da kam er rechts von mir wieder zum Vorschein. Aus den Augenwinkeln beobachtete ich wie er wieder ein paar der Kügelchen aufpickte, dieses Mal jedoch direkt auf mich zusteuerte. Anscheinend war ihm trotz seiner Scheuheit eine gewisse Neugierde erhalten geblieben.
Er stieß meinen Arm mit den Schnabel an; nicht wirklich schmerzhaft, jedoch fest genug das Futter aus meiner Handkuhle fiel. Achtsam und mich genau taxierend pickte er es auf und wagte sich dann noch weiter heran. Als würde er einen Hinterhalt erwarten, stieß er meinen Arm erneut mehrmals an, bis er sich zaghaft daran machte die Kügelchen aus meiner Hand zu verspeisen. Der Anfangsstein war gelegt und ich lächelte.
Auch wenn mir klar war, dass er sich an mich auch mit Bewegungen gewöhnen musste (immerhin taten das Menschen über die Hälfte ihres Daseins), machte mich dieser Teilerfolg glücklich. Das ziepende Gefühl das sich auf meiner Hand ausbreitete, war für mich nichts neues. Ich wusste wie sich Schnäbel auf der Hand anfühlten, immerhin hatte ich über Jahre Krähen gefüttert, deswegen brachte auch dieser kleine, unangenehme Teil mich nicht dazu meine Hand unachtsam zurückzuziehen.
Als er alle Kügelchen, die in meine Hand gepasst hatte, verputzt hatte, wand er sich den übrigen direkt vor meinen Schoß zu. Das war der Zeitpunkt an dem ich meine Hand nicht mehr oben behalten konnte. Sie sank erschlafft in meinen Schoß und der Vogel zuckte hoch und verschwand genauso schnell wie die beiden Male zuvor. Jetzt jedoch wusste ich mit absoluter Sicherheit das er wiederkommen würde, deswegen blieb ich weiter mit überkreuzten Beinen und die Hände wieder auf den Knien sitzen.
Ich zuckte leicht zusammen, als der Diricawl direkt hinter mir wieder auftauchte und sein Schnabel sich in meinen Haaren vergrub. Ich spürte den Hauch seines Atems und den kühlen Schnabel meinen Nacken entlanggleiten und lachte auf. Damit hatte ich eindeutig nicht gerechnet. Wie automatisiert legte sich meine Hand in den Nacken um die Stelle vor weiteren Attacken dieser Art zu schützen. Doch dieses Mal verschwand der Vogel nicht sondern trottete um mich herum und pickte akribisch jede einzelne kleine Kugel vom Boden auf.
„Hat dir schon mal jemand gesagt das du ein Vielfraß bist?“, meinte ich heiter und staunte nicht schlecht, als mir das Tier mit einem gurutalen „...Fraß!“ zustimmte.
„Was hast du gesagt?“, fragte ich nach in der festen Annahme ich hätte mir das eingebildet. Aber dem war nicht so, denn nun sah mich dieser Vogel mit intelligenten, schwarzen Augen an „...sakt!“ und watschelte weiter auf mich zu.
Irritiert und noch immer in der festen Annahme ich sei verrückt geworden suchte ich den Blickkontakt mit meinem Professor, der das ganze Szenario beobachtet hatte.
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