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 Auf den Spuren Viktoria Pavlovas

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Natascha Romanova
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BeitragThema: Auf den Spuren Viktoria Pavlovas   Mo 17 Aug 2015 - 22:49

AUF DEN SPUREN VIKTORIA PAVLOVAS

Nathaniel + Natascha | 8. - 26. Dezember 2014 | verschiedene Orte in Russland | Schicksal: ja.
__________________________________________________________________________

Montag, 8. Dezember 2014

Der rote Ring war schneebedeckt und erinnerte eher an Szenen aus Märchenfilmen. Wunderschön sah das Zaubererviertel Moskaus aus, und es weckte viele verdrängte Erinnerungen in Natascha. Sie war einfach froh, sich wieder in ihrer Heimat bewegen zu können, ohne Angst zu haben. Und daran war nicht nur ihr treuer Kollege und Freund Nathaniel schuld, welcher selbstlos mit ihr diese Reise angetreten hatte. Nein, die Russin hatte ihre Ersparnisse plündern müssen, um sich etwas zu kaufen, das es ihr ermöglichte, ihr Aussehen für längere Zeit zu verändern, als ein Vielsafttrank es schaffte, obwohl er nach demselben Prinzip funktionierte. Einfach ein Haar in die Suppe geben, und der Drink war fertig! Und ganze 12 Stunden hielt die Verwandlung, was ziemlich praktisch war, wenn man wie eine Verbrecherin verfolgt wurde. Aber wie gesagt hatte dieser 'Viel-mehr-Saft-Trank' (wer auch immer sich diesen Namen ausgedacht hatte, musste ein Idiot sein...) ein kleines Vermögen gekostet (wie gesagt, ein Idiot...). Ein Vermögen, dass die Russin bereit war, für ihre Freiheit zu zahlen.
Sie wusste nicht, welches teuflische Genie hinter diesem Fassadentrank steckte, denn der Dealer - ein dickerer, junger Mann namens Sam (oder so), der den Mund nicht aufzubekommen schien - hatte es ihr nicht verraten wollen. Aber gut, sie war froh, dass sie nach der ewigen Recherche überhaupt jemanden gefunden hatte, der so etwas anbot. Seit sie aus dem Krankenhaus entlassen wurde, hatte sie sich nämlich damit befasst, wie sie den Aufenthalt in Russland möglichst sicher und erfolgreich hinter sich bringen könnte. Neben der Sache mit der Tarnung hatte sie auch Kontakt zu alten Bekannten Iwans aufgenommen, und einer von ihnen konnte Natascha sogar eine Spur zu Grischa liefern. Sie würde sich am Abend mit ihm treffen, und ihr war ein bisschen mulmig zumute bei dem Gedanken. Nathaniel würde noch sehen, wieso dem so war.
Nun jedoch war es früher Nachmittag und sie und Nathaniel gingen durch den roten Ring, sie befanden sich auf den Spuren der Viktoria Pavlova. Sie hatte ihm geschworen, ihn über alles aufzuklären, und keine Details auszulassen. Sie meinte es wirklich ernst mit der Ehrlichkeit, denn das war sie ihm mehr als schuldig.
Nun, da sie für Grischa und seine Leute nicht erkennbar war - sie hatte sich das Gesicht einer nordisch aussehenden, zierlichen Dame ausgeliehen - fiel es ihr nicht schwer, durch diese Straßen zu ziehen. Und wo sie schon einmal hier waren, konnte sie Nathaniel ja ein wenig über ihr altes Leben erzählen. Vor dem Zaubereiministerium blieben Sie stehen - es war im Gegensatz zum englischen Ministerium nicht unterirdisch im Muggelbezirk, sondern unerkennbar im Zaubereiviertel gelegen. Das große Gebäude aus rotem Backstein hatte eine gewisse Ähnlichkeit mit einem alten Rathaus.
"Hier habe ich meine Ausbildung zur Aurorin abgeschlossen. Es war damals ziemlich hart, da weibliche Auroren hierzulande nicht wirklich ernstgenommen wurden, und zum Teil ist das heute immer noch so", erklärte sie ihre Erfahrung, "Mit den richtigen Methoden war es jedoch möglich, von den männlichen Kollegen respektiert zu werden. Ich war kurz davor, leitende Aurorin zu werden, bevor ich nach Hogwarts ging." Sie lächelte etwas verträumt, aber auch ein wenig traurig. Es war immer ihr Traum gewesen, und statt diesen zu leben musste sie sich verkriechen.
Die beiden gingen weiter, und nach nur zwei Blocks blieb die nun blonde Hexe vor einem Geschäft stehen. Die Lettern über der Ladentür zeigten im extravaganten Schriftzug den Namen des Inhabers an: Gregorowitsch. Es war der Zauberstabhersteller schlechthin in Russland, doch das war nicht der Grund, wieso sie hier stehen blieb. Einen neuen Zauberstab brauchte sie nämlich nicht. Noch nicht.
"Soll ich dich mal schocken?", fragte sie einleitend, worauf sie etwas peinlich berührt lächelte. Was jetzt kam, würde der Zauberkünstler wohl kaum von ihr gedacht haben. "Hier hab ich meine erste große Liebe kennen gelernt. Ich weiß, schwer vorstellbar, dass ich mal verliebt war, aber es war so. Und es war..." ....wunderschön. "... gar nicht so übel." Sie spürte, wie sie etwas rot wurde, doch sie wollte noch nicht aufhören, darüber zu reden. Die Erinnerung an diese Zeit erfüllte sie mit Glück - zu lange hatte sie es nämlich totgeschwiegen. "Es ist eine ziemlich witzige Geschichte, wie das angefangen hat. Ich hatte als Auszubildende immer die Drecksjobs bekommen und musste mich mit einem Kollegen um einen verirrten Troll kümmern, und davon hatte mein Exfreund mitbekommen und hatte sich als Lehrling Gregorowitschs direkt auf die Jagd nach den daraus resultierenden Zauberstabkernen zum experimentieren begeben. Und zum Glück war er auch beim Troll gewesen, denn er war es gewesen, der mir an dem Abend das Leben gerettet hatte, während mein eigentlicher Kollege nur feige zugesehen hatte." Dann seufzte sie und sah zu Boden. Das mit Elliott war viel zu schlecht ausgegangen - und das nur, weil sie sich hatte von Iwan beeinflussen lassen. Was er wohl machte? Sie konnte nicht leugnen, dass sie es gern erfahren hätte, aber der Zug war wohl abgefahren. Und Gregorowitsch müsste sie gar nicht erst fragen, obwohl er der Bekannte Iwans war, den sie an diesem Abend treffen würde, um über Grischa zu reden. "Gregorowitsch und mein Vater waren gut befreundet - bis heraus kam, dass ich und Elliott zusammen waren. Iwan war leider nie mit Elliott einverstanden gewesen..." ... was wohl der Grund für das Scheitern der Beziehung war. Etwas verschwörerisch sah sie zu ihrem Kollegen, ehe sie völlig unerwartet und geheimnisvoll säuselte: "Er war übrigens Brite."


Nach weiteren zwanzig Minuten kamen die Kollegen an einem Haus mit mehreren Eigentumswohnungen an. Eine von ihnen gehörte Iwan, doch er hatte sie Natascha zur Verfügung gestellt, und so hatte sie es sich dort gemütlich gemacht, bis sie schließlich nach Hogwarts kam. Es müsste alles noch dort sein, wo sie es zuletzt gesehen hatte. Mit dem Schlüssel öffnete sie die Tür, worauf sie Nathaniel durch das Treppenhaus in die zweite Etage führte, und die Wohnungstür aufschloss, um ihn zuerst herein zu lassen. Die Wohnung hatte zwei Zimmer, eine kleine Küche, ein Bad mit Badewanne und einen Balkon. Sie war wirklich toll geschnitten und schöne Erfahrungen hatte sie in diesen Wänden machen dürfen, weshalb sie sich irgendwie freute, wieder zuhause zu sein.
"Gut, also, begeben wir uns auf die Suche nach dem Artefakt. Ich habe wirklich keine Ahnung, was es sein könnte, aber wir werden einfach alles durchsuchen und hoffentlich was verdächtiges finden", schlug sie vor, "Ich melde mich freiwillig dafür, im Schlafzimmer anzufangen." Denn dort waren noch persönliche Dinge von ihr, die Nathaniel vielleicht nicht sehen sollte. Ja, ein paar Geheimnisse gab es nun einmal, auf die eine Frau nicht verzichten konnte.
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Nathaniel Jones
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BeitragThema: Re: Auf den Spuren Viktoria Pavlovas   Di 18 Aug 2015 - 0:18

Nathaniel würde lügen, wenn er behaupten würde nicht überfordert zu sein. Nicht nur das fremde Land und die Sprache, welche er nicht verstand stellten eine gewisse Anstrengung da, sondern auch die Tatsache, dass er neben einer optisch vollkommen fremden Dame herlief, welche er aus diesem Grund regelmäßig aus den Augen verlor. Dazu kamen noch die Geschichten, welche die Aurorin aus ihrer Vergangenheit erzählte. Egal was er erfuhr, mit jeder Erzählung über Nataschas früheres Leben wurde dem Zauberkünstler klarer, was die Frau alles verloren hatte und aufgeben musste. Immer mehr ergab das anfängliche Bild der abweisenden kalten Frau, welches letztendlich nur eine Maske war, einen Sinn. Es war nicht ungewöhnlich, dass sich Menschen von allem und jedem distanzierten, wenn das Vertrauen schon zu oft missbraucht wurde.
Wirklich hellhörig wurde der Zwilling jedoch erst, als sie von ihrer ersten großen Liebe erzählte und im selben Atemzug implizierte, dass das vollkommen ihrem Wesen widersprechen würde. "Ich kann es mir eigentlich ganz gut vorstellen", entgegnete Nathaniel mit einem Lächeln ohne weitere Erklärungen folgen zu lassen. Er war einer der wenigen, welcher hinter die Fassade blicken durften. Er kannte ihre Geschichte und er wusste, dass man mit ihr lachen und Spaß haben konnte. Es war führ ihn also nicht schwer vorstellbar, dass Natascha fähig war zu lieben, bevor ihre Selbstschutzmaßnahmen sie davon wegführten jegliche Gefühle zu zeigen. "Du solltest ihm vielleicht einen Besuch abstatten, wenn das alles hier vorbei ist", schlug er dann noch vor und übernahm schließlich die Führung. Zumindest bis zu nächsten Straßenecke, an welcher er nicht weiter wusste.

Die Suche sollte in einer Eigentumswohnung beginnen, welche Natascha einige Zeit ihr Zuhause genannt hatte. Das größte Problem an der Suche war, dass sie nicht wussten was sie suchten. Irgendetwas magisches. Ein Artefakt. Anhaltspunkte, welche so gut wie keinen Gegenstand ausschlossen. Mit den richtigen Techniken ließ sich fast alles zu einem solche verzaubern. Natürlich waren einige Objekte geeigneter als andere. Dennoch schloss das die weniger geeigneten nicht direkt aus. Ein verrückter Zauberer konnte sich auch eine schockzauberfeste Unterhose herstellen, wenn er nur wollen würde. Der Sinn eines derartigen Gegenstandes war allerdings fragwürdig, weshalb Nathaniel verzauberte Unterwäsche und magische Sofakissen kurzerhand ausschloss. "Ist gut. Ich übernehme das Wohnzimmer." Damit fing er auch augenblicklich an. Abgesehen von einigen Dekogegenständen, welche allerdings vollkommen unmagisch waren und einer Menge Staub, welcher sich in den letzten Jahren angesammelt hatte, war hier nicht viel zu finden.
Hustend legte der Zauberkünstler ein staubiges Buch beiseite, welches er aufgrund der Sprachbarriere ohnehin nicht lesen konnte. Ein Schwung mit dem Zauberstab genügte und das Wohnzimmer wirkte von einer Sekunde auf die nächste frisch geputzt.
Nun war es an der Zeit Grenzen zu überschreiten, welche dem moralischen Mann zumindest anfangs Unbehagen bereitete. Allerdings hatten sie ein Ziel und dieses befand sich irgendwo zwischen den privaten Dingen der Aurorin. Es gab also keine andere Option, als auch die Schränke zu durchwühlen.
Die Schränke im Wohnzimmer enthielten Trinkgläser, diverse Papiere und viele andere Dinge, welche er normal als außergewöhnlich waren.
Ein Stapel Fotos war das einzige, was Nathaniels Interesse weckte. Fotos erzählten Geschichten, sie lieferten Kontext und Kontext war das was die beiden suchenden dringend benötigten. Konzentriert schaute sich der Zwilling die Bilder an. Auf vielen war die Kollegin selbst abgebildet. Das Alter variierte und die Personen, mit welchen sie abgebildet war ebenfalls. Es waren vor allem ein älterer Mann, welchen der Zauberkünstler sofort mit Iwan in Verbindung brachte und ein jüngerer, welcher möglicherweise der Brite aus Nataschas Geschichte war. Es gab nie ein Foto, welches die beiden Männer zusammen zeigte. Eine Beobachtung, welche diese Zuordnung eindeutig unterstützte.
Letztendlich war es ein Bild von der Russin alleine, welches von dem Zwilling als interessant erachtet wurde. Das lag aber ausnahmsweise nicht an der Russin selbst, sondern an einem Objekt, welches sich im Hintergrund an der Wand befand. Es war ein extravaganter Dolch, welcher geschützt von einem Gläsernen Kasten das Zimmer zu schmücken schien. Auffällig war nur, dass sich abgesehen von diesem Dolch nichts derart auffälliges in dem sonst unauffällig eingerichteten Zimmer befand. Dazu kam noch, dass der Schaft der schmuckvollen Waffe mit Edelsteinen geziert war. Ein skeptischer Blick fiel auf den Ring am Finger des Zauberkünstlers. Kaum etwas eignete sich besser um Magie zu kanalisieren, als ein hochwertiger und reiner Edelstein. Ein solches Objekt im Besitzt eines Zauberers war nur selten ein magieloses Schmuckstück. Das Problem an der ganzen Sache war jedoch, dass es lediglich ein Foto war und dieser Dolch sonst wo sein könnte.  Zudem war nicht einmal sicher, ob es es sich dabei überhaupt um besagtes Artefakt handelte.
Dennoch begab sich Nathaniel zu seiner Kollegin ins Schlafzimmer, um ihr das mysteriöse Foto unter die Nase zu halten. Beim betreten des Zimmers zuckte Nathaniel etwas zurück. Er hatte die veränderte Gestalt der Russin schon wieder vollkommen vergessen. Wahrscheinlich würde er sich nie daran gewöhnen. "Schau mal hier. Wo ist das?", fragte er und reichte das Foto weiter. "Der Dolch im Hintergrund, weißt du wo der ist, oder wem er gehörte?"
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Natascha Romanova
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BeitragThema: Re: Auf den Spuren Viktoria Pavlovas   Mi 19 Aug 2015 - 7:12

Elliott einem Besuch abstatten? Sie wusste ja nicht einmal, wo der Zauberstabhersteller im Moment war. Wie sie ihn einschätzte reiste er wohl um die Welt und bereicherte sie mit seinen wunderbaren Kreationen, oder aber er war auf der Jagd nach seltenen Kernen und Hölzern. Er lebte für seinen Beruf, aber bestimmt war er im Gegensatz zu Natascha nicht nur im beruflichen sondern auch im privaten Leben weiter gekommen. Es würde sie beinahe wundern, wenn er inzwischen keine eigene kleine Familie und ein hübsches Haus hätte; wenn er kein Leben führen würde, in dem für sie kein Platz mehr war.
"Ich denke nicht, dass er mich sehen will", war alles, was sie dazu sagte, und sie lächelte etwas, doch dieses Lächeln hatte eine etwas bittere Färbung. Gern würde sie ihn wiedersehen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass Elliott sich darüber freute, war doch sehr gering...


In der Wohnung angekommen fackelten die Kollegen nicht lang, teilten sich auf die Zimmer auf und durchsuchten alles. Ein etwas mulmiges Gefühl hatte die Halb-Veela, während ihr Kollege im Nebenzimmer ihre Sachen durchsuchte. Innerlich ging sie durch, ob sie vielleicht irgendwas besaß, wofür sie sich schrecklich schämen würde, aber sie hatte den Bestand ihrer Wohnung nicht im Kopf und hoffte einfach, dass der Zauberkünstler nichts finden würde.
Sie selbst war im Schlafzimmer auch erfolglos. In der Kommode, in dem Kleiderschrank, unterm Bett, selbst in den Schubladen ihres Schminktisches waren nur Dinge, die dort auch hingehörten und alles andere als schwarzmagisch wirkten. Nein, hier blieb sie erfolglos. Und allmählich hatte Natascha das Gefühl, dass sie sich am falschen Ort für die Suche befanden - sie hätte es doch gemerkt, wenn Iwan ihr einen wichtigen Gegenstand gegeben hätte.
Irgendwann, es musste schon einige Zeit vergangen sein, stieß ihr Kollege dazu und zeigte ihr ein Foto, welches sie selbst abbildete, als sie kurz davor war, ihre Ausbildung zur Aurorin anzutreten. Sie lächelte auf dem Bild nicht, sondern schaute eher ernst.
"Das ist in Iwans Wohnzimmer", erklärte sie, und als der Zauberkünstler weitersprach, verstand sie, wieso er ihr dieses Foto zeigte. Er hatte wirklich aufmerksam gesucht, denn dieser Dolch sah tatsächlich so aus, als könnte er das sein, was die beiden und auch Grischa suchte. "Er gehörte Iwan, meine ich. Das Ding hing eine ganze Weile als Dekoration an seiner Wohnzimmerwand, und wenn er es nicht woanders hingehängt hat, müsste es immer noch da sein."
Doch die Wahrscheinlichkeit war sehr gering. Iwan würde es wohl geschafft haben, das Artefakt vor seiner Entführung zu verstecken.
"Sehr gut, Nathaniel. Ich habe das Gefühl, dass das sein könnte, wonach wir suchen", lächelte die Blonde-auf-Zeit. In dieser verlassenen Wohnung verloren sie nur unnötig Zeit. Vielleicht würde sich die Sache schneller aufklären, als sie ursprünglich gedacht hatte.


Iwans Haus war in einem kleinen Vorort Moskaus und erinnerte an die typischen Villen, in denen auch die Reinblutfamilien Englands lebten. Der ehemalige Professor hatte eine Menge Geld, doch von seinem Beruf konnte all das nicht gekommen sein, und auch geerbt konnte es nicht sein, da Natascha sich daran erinnerte, dass er ihr mal davon erzählt hatte, genau wie sie aus eher armen Verhältnissen zu kommen.
"Da wären wir", sagte sie, als die Kollegen vor der dunklen, massiven Holztür standen. Die Tür besaß kein Schloss, sondern musste auf magische Weise geöffnet werden. Denn wer wie Iwan viele Feinde hatte, musste sich gut vor jenen schützen.
Mit dem Zauberstab tippte die Halb-Veela zwei mal auf einen mittigen Punkt auf dem Holz, fuhr mit der Spitze etwa 50 cm nach oben an der Tür entlang und zog dann einen kleineren Kreis, der die zuvor gezogene Linie auf der Hälfte schnitt. Diese Rune erinnerte an einen griechischen Buchstaben, dem kleinen Phi, doch das wusste die Halb-Veela nicht einmal. War nicht einmal von Bedeutung.
Selbstsicher trat sie ein und wollte schon in das an den Flur angrenzende Wohnzimmer treten, ehe ihr einfiel, dass Iwan das Haus mehrfach vor fremden Eindringlingen geschützt hatte. Ein Siegelzauber machte es ihrem Kollegen nicht möglich, einzutreten, doch mit einem erneuten Zauber war es der Aurorin möglich, das Siegel zu brechen, sodass Nathaniel eintreten konnte.
"So, dann sehen wir mal...", meinte sie, worauf sie mit ihrem Kollegen in das altmodisch aber stilvoll eingerichtete Wohnzimmer ging. Es war hier, so wie überall im Haus, sehr dunkel und überraschend chaotisch, als hätte hier ein Kampf stattgefunden, als Iwan das letzte Mal hier war. Und es war wohl schon länger verlassen, denn Mäuse und Motten hatten sich hier eingenistet, ebenso wie Spinnen. Sie waren also nicht alleine in dem großen Haus...
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Nathaniel Jones
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BeitragThema: Re: Auf den Spuren Viktoria Pavlovas   Mi 19 Aug 2015 - 23:14

Auch die Russin hielt den Dolch, welcher auf dem Foto abgebildet war, für die Mögliche Lösung der Suche. Allerdings besaßen die beiden nur ein Bild des Objektes, welches nur möglicherweise der richtige Gegenstand war. Eine ziemlich dünne Spur und dennoch die einzige, welche sie hatten. Und selbst wenn sie den Dolch in der Hand hatten, wäre das Ziel noch lange nicht erreicht. Erst die Magie in dem Gegenstand nachzuweisen und dann auch noch seinen Zweck zu ermitteln, ohne das Artefakt zu zerstören, wären die folgenden Herausforderungen. Vor allem letztere war eine Suche nach der Nadel im Heuhaufen.
Sofort machten die beiden sich auf den Weg zu dem besagten Haus. Und mal wieder wählten sie den Weg zu Fuß und verzichteten auf das Apparieren, warum auch immer. Die Tür wurde durch ein Siegel geschützt, welches die Aurorin jedoch zu öffnen wusste. Ähnliches schien für die Wohnräume zu gelten. Nachdem alles gesichert wurde, betraten die beiden Suchenden den Wohnbereich des Hauses, in welchem sie ein Chaos vorfanden, welches nicht allein die Folge von Verwahrlosung war. Sämtliche Schränke waren geöffnet und viele wertlos wirkende Gegenstände waren vor diesen verteilt. Zweifelsohne wurde hier etwas gesucht. Nicht mit System, sondern in Eile und anscheinend willkürlich. Und was noch viel schlimmer war, ein Blick an die Wand, welche auch das Foto zeigt, bot einen zertrümmerten Glaskasten, welcher anscheinend auf magische Weise zerstört wurde. Das Glas am Boden schien förmlich pulverisiert zu sein und wirkte fast viel schimmernder Sand. Wahrscheinlich war die Vitrine gesichert. Ein Zeichen für den hohen Wert des Dolches, welches allerdings vollkommen nutzlos war, so lange der Dolch verschollen war. Wie konnte es jemand fertig bringen in ein derart gut gesichertes Gebäude einzubrechen? "Das hat uns gerade noch gefehlt", kommentierte Nathaniel nachdenklich, während vom Wohnzimmer zurück in den Flur lief, welcher zu den anderen Räumen und zur Ausgangstür führte.
"Stupor!", erklang eine unbekannte Stimme und der Zauberkünstler wurde von einem roten Blitz von den Beinen gesprochen. Zwei uniform gekleidete Männer standen vor dem Professor und ratterten russische Worte herunter, welche Nathaniel natürlich nicht verstand. Etwas erschrocken fasste sich der Zwilling an den Kopf, welcher ungünstig am Boden aufgeschlagen war und erhob sich wieder vom Boden. "Ich... kann Sie nicht verstehen", versuchte er auf sein Problem hinzuweisen. Seine Hände hielt er gut sichtbar vor sich, um keinen weiteren Angriff auszulösen.
"Sie sind Brite?", fragte einer der Männer nun auf gebrochenem Englisch. "Nur ein Brite ist so dumm und bricht in das selbe Haus zwei Mal ein", verkündete der andere nun spöttisch. "Sie sind im Namen des russischen Ministeriums verhaftet", hieß es nun und Nathaniel wurde irgendein russisches Ausweispapier unter die Nase gehalten, als würde ihm das auch nur im Ansatz etwas sagen. Die Situation deutete jedoch darauf hin, dass es sich um Auroren oder ähnliches handelte.
"Ich ähm... Es handelt sich um ein Missverständnis. Ich bin... britischer Reporter und Journalist", log der Zwilling mehr schlecht als recht. "Ich recherchiere für eine Dokumentation über das Verhalten von Einbrechern in verschiedenen Ländern", fügte er lächerlicherweise hinzu. "Der Vogel möchte uns verarschen, Victor!", bemerkte der größere der beiden Russen. Nathaniel hoffte nur darauf, dass Natascha, welche noch nicht entdeckt wurde, irgendwie eine Lösung fand. Sonst würde er nämlich einige Zeit in der russischen Version von Askaban verbringen und darauf konnte der Zwilling nun wirklich verzichten.
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BeitragThema: Re: Auf den Spuren Viktoria Pavlovas   So 23 Aug 2015 - 23:12

Die Russin presste enttäuscht die Lippen aufeinander, als sie entdeckten, dass der Dolch gestohlen wurde. Damit war die einzige Hoffnung, das Rätsel zu lösen, erschüttert worden, und sie standen wieder ganz am Anfang ihrer Ermittlungen…
Während ihr Kollege schon einmal in den Flur ging, blieb sie noch im Wohnzimmer stehen und blickte sich weiter um. Irgendeinen Hinweis musste es doch geben, irgendwas, was auf den Aufenthaltsort des Artefaktes hinwies. Doch sie wurde bei ihrer Suche unterbrochen, als sie hörte, wie Nathaniel mit Stupor angegriffen wurde. Sie raste zum Türrahmen und beobachtete erst einmal aus sicherer Entfernung das Szenario, und ihr stockte der Atem, als sie die zwei Männer erkannte, die einst an ihrer Seite gearbeitet hatten: Viktor und Andrij, Auroren des russischen Ministeriums. Und sie hielten Nathaniel fälschlicherweise für einen Verbrecher…
„Nein, der Vogel möchte euch nicht verarschen, Viktor…“, kam es kühl auf ihrer Muttersprache, ehe sie sich den Männern zeigte. Beiden war die Verblüffung anzusehen, denn sie erkannten die temperamentvolle Halb-Veela sofort wieder. „Er gehört zu mir.“
„Viktoria…“, kam es von Andrij, dem fassungslos die Kinnlade runter klappte. „… Du lebst! Aber… wie kann es sein?“ Die Russin blickte ihre Kollegen irritiert an – freuten sie sich etwa, sie wieder zu sehen? Sie hatte nie das Gefühl gehabt, im Kollegium gemocht zu werden, aber scheinbar war dies ein Irrtum.
„Es ist eine lange Geschichte. Ich musste mich verstecken, weshalb man es einleitete, mich hier offiziell als verstorben zu melden.“ Was übrigens das zweite Mal in ihrem Leben war, dass sie eine Identität aufgeben musste, aber im Gegensatz zum ersten mal konnte sie es dieses Mal ganz gut verkraften. Viktor fasste sich an die Stirn und nickte.
„Oh, du meinst wegen der Angelegenheiten deines Vaters? … Du wurdest da ernsthaft mit reingezogen?“, wollte er wissen, als er Nathaniel half, wieder aufzustehen. „… aber… du hast doch nichts damit zu tun. Oder?“ Er schien seine Zweifel zu haben. Berechtigterweise, denn Natascha hatte sich immer undurchsichtig gezeigt…
„… Ihr wisst, worum es geht?“, wollte sie stattdessen wissen, „Und natürlich habe ich nichts damit zu tun. Ich weiß nicht einmal, was diese Irren von mir wollen. Es geht wohl um irgendein Artefakt..“ Dann fiel ihr plötzlich ein, dass sie ja immer noch russisch sprachen, und es Nathaniel gegenüber unhöflich war, die Sprache nicht zu wechseln. „Lasst uns auf Englisch weitermachen.“ Die Männer nickten.
„Nun, Iwan hatte eine Rechnung mit Grischa offen, doch leider weiß keiner so genau, worum es geht. Irgendein Artefakt, soweit sind wir auch schon, aber wir wissen einfach nicht, was…“, sagte nun Andrij, „… Und du bist sicher, dass du es nicht hast? Du musst es haben, sonst wären sie nicht hinter dir her.“
„Natürlich wären sie das. Damit setzen sie Iwan unter Druck, das Ding rauszurücken, sollte er es irgendwo versteckt haben…“, warf Viktor nun ein. Natascha seufzte.
„Nein. Wir hatten die Vermutung, dass es um einen alten Dolch ging, doch die Vitrine, in welcher dieser geschützt war, wurde zerstört, und das Artefakt ist verschwunden. Ich vermute zwar, dass Grischa das war, aber wenn er den Dolch schon hätte, würde er wohl kaum weiter danach suchen und würde Iwan freilassen… zumindest hoffe ich das.“ Sie schluckte schwer. Eigentlich war sie sich sicher, dass sie Iwan so oder so töten würden… „Nein, ich habe die Hoffnung, dass Iwan ihn eilig entwendet hat, um ihn woanders in Sicherheit zu bringen…“
Na toll, sie kamen nicht wirklich weiter… Sie wurde für etwas verfolgt, das sie nicht hatte, und anstatt, dass Iwan es einfach rausrückte, ließ er sie verfolgen. Aber… was, wenn sie es wirklich hatte, ohne es zu wissen? Es gab nur einen Ort, der so gut gesichert war, dass wirklich niemand außer Natascha und Iwan hineinkamen. Iwan war es immer wichtig gewesen, dass seiner Tochter nichts zustieß, und so hatte er ihr Kinderzimmer mit so vielen Siegeln verschlossen, dass es eine Ewigkeit dauern würde, diese Siegel zu brechen… Es sei denn...
„… Vielleicht sollten wir die anderen Räume einmal durchsuchen…“, kam es ihr in den Sinn, worauf sie Nathaniel ansah. Das Wissen des Zauberkünstlers wäre nun gefragt. „Und du kommst mit mir nach oben. Ich denke, da oben wird ein Rätsel auf uns warten, dass nur ein Experte wie du lösen kann.“
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BeitragThema: Re: Auf den Spuren Viktoria Pavlovas   Mo 24 Aug 2015 - 21:32

Der Zauberkünstler hätte in diesem Moment vieles erwartet. Es hätte ihn wahrscheinlich nicht einmal gewundert, wenn die Russin mit den beiden Auroren kurzen Prozess gemacht hätte. Dass aus der ganzen Sache allerdings ein großes Wiedersehen werden würde, war keine in Erwägung gezogene Option gewesen. Doch obwohl er kein Wort verstand, schien es genau das zu sein. Der eine der Angreifer half ihn sogar wieder auf die Beine. Erst als Natascha bemerkte, dass der Zwilling gerade absolut kein Wort verstand, schlug sie einen Wechsel der Sprache vor.
Den beiden Auroren schien die Kollegin zu vertauen, weshalb Nathaniel kein Problem darin sah es ihr gleich zu tun. Wie weit man sie jedoch involvieren konnte, ohne das jeder Schritt der kleinen Unternehmung im russischen Ministerium festgehalten wurde, wusste er nicht. Sie schienen nicht mehr zu wissen als Natascha und Nathaniel, weshalb sie, wenn es nicht gerade zu Kämpfen kommen würde, keine große Hilfe darstellte.
Unbeteiligt verfolgte der Zauberkünstler das Gespräch der drei Auroren und fühlte sich sogar ein wenig fehl am Platze. Erst als die Russin ihn als den richtigen Mann für eine ganz bestimmte Aufgabe zu erwählen schien, hatte er das Gefühl zeigen zu können, dass er für diese Unternehmung doch nicht ganz nutzlos war.

Er wurde zu einem verschlossenen Zimmer geführt, welches mit einer Vielzahl von Siegeln verschlossen wurde. Wahrlich keine leichte Aufgabe. Der Schwierigkeitsgrad überschritt bei weitem die Methoden, welche er im Unterricht lehrte. Siegelkombinationen dieser Art waren ihm nur im Studium begegnet und auch dort nur als reine Theorie. Jedes einzelne Siegel war für jeden Schüler zu brechen. In Kombination boten sie jedoch ein tödliches Potential. "Diese Art der Versiegelung ist interessant. Man kann sie mit einem Zahlenschloss vergleichen. Der Erschaffer kennt den richtigen Code und kann es ohne Probleme öffnen. Jeder andere steht vor einem Rätsel." Der Zwilling trat ein Stück an die Tür heran und zückte den Zauberstab. "Nur, dass an einem Zahlenschloss noch niemand gestorben ist." Konzentriert richtete Nathaniel den Stab auf die Tür. Noch war es nicht das Ziel die Siegel zu brechen, sondern sie zu identifizieren. Das erste gefundene Siegel sofort öffnen zu wollen käme einem Selbstmordversuch gleich. Hier war Fingerspitzengefühl gefragt. Vielleicht konnte er nicht besonders gut kämpfen, aber hier war der Zwilling genau in seinem Element. "Die richtige Reihenfolge ist entscheidend. Oft blockieren einige Siegel die Entfernung eines anderen auf tödliche Weise." Es gab zum Beispiel Siegel, welche an Elemente gebunden waren. Diese waren höchst instabil, außer wenn man ihnen einen Gegenspieler gegenüber setzt. Ein Feuersiegel kann durch ein Siegel des Wassers vor der Entladung bewahrt werden. Wer in einem solchen Fall das Feuersiegel zuerst bricht, wird vermutlich ziemlich durchnässt, wer hingegen das Wassersiegel zuerst bricht, wird höchst wahrscheinlich als Häufchen Asche enden.
Jeder Zauber versandte eine andere Magie und konnte somit identifiziert werden. Die Vielzahl an Siegeln machte das ganze Unterfangen jedoch nicht einfacher. Der Zauberkünstler identifizierte einige elementare Gegenspieler, aber auch weitaus tückischere Zauber.
Eine ganze Weile brauchte Nathaniel, um das Puzzle in seinem Kopf zusammen zu setzen. Die Reihenfolge durfte auf keinen Falle einen Fehler enthalten. Andererseits würde der Öffnungsprozess schwere Folgen haben. Dann, als er sich sicher war und die drei Auroren gebeten hatte ein paar Schritte zurück zu treten, zeichnete er mit seinem Stab in hohem Tempo verschiedenste Siegel auf die Tür des Zimmers. Ein jedes Zeichen brach ein Schloss des Raumes und ein jedes vollendete Zeichen, welches keine Folgen nach sich zog, ließ den Zauberkünstler ein wenig aufatmen.
Fast war es geschafft. Nur noch zwei Siegel galt es zu brechen und für diese hatte sich der gute Iwan etwas ganz besonderes überlegt. Eines der beiden war ein Apparierschutz, welcher jeden Versuch zu apparieren damit bestrafte, dass man unter Schmerzen in der Luft zerrissen wurde. Das zweite Siegel war ein Schutzzauber, welcher die Tür davor bewahrte auf magische oder nichtmagische Weise geöffnet zu werden. Die Tücke war, dass sich jener nur von der Innenseite zerstörbar schien. Es waren nur noch zwei Siegel und dennoch war die Kombination tödlich, wenn man den Apparierschutz übersah. Nathaniel allerdings hatte die List durchschaut und bracht diesem Schutz, nur um im nächsten Moment zu verschwinden und auf der anderen Seite der Tür wieder zu erscheinen. Ein letztes Siegel wurde gebrochen, bevor der Zwilling die Tür öffnete und die drei Auroren bereits erwartete: "Sesam öffne dich", scherzte er zufrieden.
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BeitragThema: Re: Auf den Spuren Viktoria Pavlovas   Di 25 Aug 2015 - 22:22

Aufmerksam hörten die Russen den Ausführungen des Zauberkünstlers zu, während dieser voll in seinem Element war und die komplizierten Siegel brach. Kein anderer im Raum hätte sich da wohl ran getraut, weshalb es wirklich glücklich war, dass Nathaniel so ein helles Köpfchen im Umgang mit Siegeln war. Ja, die Halb-Veela war irgendwie ganz angetan von der Art, wie er von der Marterie sprach und das Rätsel löste.
Als er die Tür dann von innen öffnete, schenkte sie ihm ein beeindrucktes Lächeln. Sie wusste zwar, dass er ein fähiger Zauberer war, aber dass er die Siegel von Iwan Pavlov brechen konnte, zeugte von wahrem Talent. Nein, viel mehr war es eine Kunst, die nicht jeder beherrschte.
"Mister Jones - scheinbar muss ich mal mit Farine über Ihr Gehalt reden", grinste sie, worauf sie das Kinderzimmer betrat. Das Grinsen verblasste jedoch, als sie sich umsah. Alles sah noch genauso aus, wie sie es hinterlassen hatten. Es war kein richtiges Kinderzimmer mehr, sondern eher ein Jugendzimmer, aber es war liebevoll eingerichtet und enthielt immernoch Überreste eines Kinderzimmers, wie zum Beispiel das Puppenhaus, das Iwan für seine Tochter erstanden hatte, kurz nach dem Tod ihrer leiblichen Eltern. "Man, ist ganz schön merkwürdig, wieder hier zu sein..." Das letzte Mal war sie mit 19 Jahren in diesem Zimmer gewesen und es war irgendwie sehr intim, mit dem alten Leben auf diese Art und Weise wieder in Kontakt zu kommen. Das verstanden ihre ehemaligen Kollegen sofort, weshalb die sich lieber in anderen Teilen des Hauses umsahen.
"Ich habe das Gefühl, dass wir ganz in der Nähe sind, Nath...", murmelte sie, während sie durch den Raum schritt und mit jeder Bewegung etwas Staub aufwirbelte. Hier war es staubiger als im Rest des Hauses, da hier seit über zehn Jahren keine Seele mehr gewesen war...
Im Vorbeigehen ließ die Halb-Veela ihre Finger an den Möbeln entlang streifen, und blieb dann an dem großen Bücherregal stehen, in welchem eine Vielzahl an Büchern stand. Ja, man hatte viel Zeit, wenn man isoliert lebte. Und da vertrieb man diese Zeit indem man Bücher las, oder - und das war wirklich ungewöhnlich - fernsah. In dem Jugendzimmer stand nämlich auch ein alter Röhrenfernseher mit einem Videorekorder. Beides hatte Iwan widerwillig besorgt, nachdem Natascha ihn mehrfach damit genervt hatte, schließlich hatte ihre leibliche Familie auch einen Fernseher gehabt. Iwan selbst hielt nichts von solchen Muggelerfindungen, während das Gerät Natascha durch die Pubertät geholfen hatte. Filme hatten ihre Vorstellungen von Freundschaft, Liebe und einer intakten Familie geprägt, und doch wusste sie, dass nie etwas davon real war, weshalb diese Vorstellungen sich nicht wirklich manifestiert hatten. Aber sie hatte ihre Leidenschaft für Muggelfilme genau da her.
"Nun, wo würde ich einen Dolch verstecken, wenn ich Iwan wäre?", murmelte sie, worauf sie ein Buch nach dem anderen aus dem Regal zog. Er musste einfach hier sein.
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Nathaniel Jones
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BeitragThema: Re: Auf den Spuren Viktoria Pavlovas   Do 27 Aug 2015 - 21:55

Zusammen mit der Russin trat Nathaniel nun tiefer ins Zimmer. Das Jugendzimmer machte einen ordentlichen und wohl sortierten Eindruck. Zumindest wenn man die Staubschicht ignorierte, welche einfach alles in diesem Raum einhüllte. Ein zauber des Zwillings ließ die staubigen Zeugen der Zeit aus dem wohl letzten unberührten Zimmer des Hauses verschwinden.
Ein wenig gehemmt schaute auch Nathaniel sich in dem Zimmer um. Es gehörte sich überhaupt nicht sich im Zimmer einer Frau umzusehen, als wäre man dieser rotköpfige Detektiv aus einer Serie, welche Natascha und er einmal gesehen hatten. Zwar handelte es sich nur um ihr altes Kinderzimmer, aber dennoch hütete er sich davor etwas anzufassen, oder sogar einen Schrank zu öffnen.
Ein Blick in ein sehr detailreiches Puppenhaus offenbarte jedoch einen Gegenstand, welcher dort definitiv nichts zu suchen hatte. Ein goldenes Stundenglas stand inmitten der Hölzernen Puppenmöbel und stach deutlich hervor. Vermutlich war genau das der Gegenstand, welcher durch die Siegel geschützt werden sollte. Das es das gesuchte Artefakt war, wagte Nathaniel jedoch zu bezweifeln. Es handelte sich um einen Zeitumkehrer. Den letzten hatte er in seinem Studium gesehen und doch war sein wissen um diese kleinen Wunderwerke nicht gerade knapp bemessen.
"Nicht wo. Wann!", entgegnete er auf die gemurmelten Worte der Aurorin und spürte zumindest die verwunderten Blicke ihrer männlichen Kollegen, welche untätig in der Tür standen und anscheinend nichts besseres zu tun hatten, als die beiden bei ihrer Suche zu beobachten. Erst jetzt griff der Zwilling nach dem Stundenglas und holte es aus dem Puppenhaus hervor. "Iwan schien nicht gerade zu den dummen Zauberern zu gehören, nicht wahr?" Die Frage war eher rhetorischer Natur, denn das was sich hier abspielte war ein Geniestreich. "Er hat den Dolch nicht nur an einem Ort, sondern in einem Moment versteckt. Das macht es echt schwierig ihn zu finden und schwierig ist für diesem Umstand ein mehr als optimistisch gewähltes Wort", machte er klar, dass die Hoffnung gerade in den Keller zu sinken begann. Vermutlich war die Anwesenheit Nataschas - einer Person die Iwan kannte - die einzige Tatsache, welche überhaupt noch eine geringe Aussicht auf Erfolg erlaubte. Vorsichtig platzierte er das Stundenglas auf einem kleinen Tisch und betrachtete es erneut. Das Problem in Worte zu fassen wäre ein schwieriges Unterfangen. Eine Manipulation der Zeit war eine schwierige Sache, welche ihren ganz eigenen Gesetzen folgte. Gesetze, welche nicht selten die Vorstellungskraft einzelner überschritten. Es war nämlich nötig sich von dem Gedanken der Existenz einer einzigen Zeitlinie abzuwenden und die Zeit als Dimension zu sehen, welche man auf und abgehen konnte, so wie man es auch mit geographischen Entfernungen konnte.
"Ich gebe mir Mühe so wenig Verwirrung wie möglich zu stiften. Zunächst einmal, der Dolch existiert nicht mehr. Nicht in diesem Augenblick. In einem späteren wird er es vielleicht wieder, aber nur wenn wir erfolg haben. Iwan hat ihn höchstwahrscheinlich mit Hilfe des Zeitumkehrers in einen bereits vergangenen Moment geschleust. Der Dolch existiert nur noch in diesem einen Moment und nicht, wie man annehmen könnte, ab diesem Moment." Der Zauberkünstler fasste sich an den Kopf. Der Sachverhalt war nur schwierig in Worte zu fassen, auch wenn er in den Gedanken des Professors weitaus weniger komplex zu sein schien. "Die Zeit folgt bestimmten Gesetzen. Eines besagt, dass ein Zeitreisender nie die Vergangenheit verändern kann. Einige Aspekte lassen sich zwar beeinflussen, aber beispielsweise das Einschleusen eines Gegenstandes, welcher durch doppel existieren würde - nämlich der der Vergangenheit und der eingeschleuste - wird durch diese Gesetze sofort korrigiert. Weshalb der Gegenstand sich nicht dauerhaft in die vergangenen Zeit einbetten lässt. Nimmt der Zeitreisende ihn bei seiner Abreise nicht mit sich geht er verloren und ist nur durch eine erneute Reise an exakt diesen Moment erreichbar." Die beiden Männer an der Tür vermittelten deutlich, dass sie schon längst ausgestiegen waren. Zu verwirrt schauten sie den Zwilling an, als dass man noch davon ausgehen könnte, dass einer der beiden verstand, was überhaupt das Problem war. "Wir müssten also genau den Moment ermitteln, in welchem Iwan das Artefakt versteckt hat. Zudem werden wir dabei auf den Iwan der damaligen Zeit treffen, welcher anwesend sein muss, da sonst der Dolch nicht mehr anwesend ist. Es könnte sogar eine Übergabe stattgefunden haben und gleichzeitig bald erst stattfinden. Womöglich hat der Iwan, welcher damals an diesen einen Moment gereist ist, der Natascha, welche hoffentlich bald an eben diesen Moment reisen wird, in diesem Knoten der Zeiten bereits den Dolch übergeben, bzw. wird ihn noch übergeben. Vielleicht warten genau dort die Informationen, welche du suchst." Falls Natascha bis hierher folgen konnte, müsste ihr das Ziel klar sein. "Denk genau nach. Welchen Moment könnte er gewählt haben? Wenn er dir den Dolch dort übergeben wollte, dann hat er einen Moment gewählt, welchen auch du wählen würdest, damit du genau jetzt auf diesen Moment kommst." Iwan war nicht nur klug, er musste ein Genie sein. Diese Inszenierung war die eines Meisters und das Rätsel war so konzipiert, dass nur die Person, von der Iwan wollte, dass sie es löst, auch die Lösung finden konnte. Wäre die Theorie der Übergabe allerdings falsch und er wollte den Dolch nur für sich selbst verstecken, dann wäre es so gut wie unmöglich ihn ausfindig zu machen. Und wäre zweiteres der Fall und die beiden würden den Moment trotzdem finden, dann würden sie es womöglich mit zwei Versionen Iwans zu tun bekommen, von denen eine den Dolch bringt und die andere ihn abholt.
"Wir können übrigens keine Version des Dolches aus einer anderen Zeit holen. Das würde den Ablauf zerstören und die Gesetze der Zeit verletzen", lehnte Nathaniel kurzerhand auch noch die letzte Lösung, welche einfacher gewesen wäre ab.
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Natascha Romanova
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BeitragThema: Re: Auf den Spuren Viktoria Pavlovas   Mo 31 Aug 2015 - 21:16

Aufmerksam folgte sie den Erklärungen ihres Kollegen, und sie war beeindruckt. Den Zeitumkehrer hätte sie wahrscheinlich übersehen, oder wenn sie ihn gefunden hätte, hätte sie nichts damit anfangen können, denn in der Tat hatte sie noch nie etwas von solch einem Gerät gehört. Wie viele Möglichkeiten das Reisen durch die Zeit doch bot. Sie könnte den Brand ihres Elternhauses verhindern, oder sich selbst ermutigen, Elliot nicht aufzugeben oder gar die Natascha der Vergangenheit davor bewahren, nach Hogwarts zu gehen, damit sie ihr altes Leben nie für so ungeahnt lange Zeit hätte zurücklassen müssen. Aber wenn sie so drüber nachdachte, wollte sie den Lauf der Zeit nicht auf diese Art beeinflussen. Zwar waren die letzten Monate nicht die besten gewesen, aber sie hatte einen Freund gefunden, der mit ihr gemeinsam jede Herausforderung zu meistern schien. Dankbar sah sie den Zauberkünstler an - ja, er war ihr wirklich ans Herz gewachsen. Das Schrie doch förmlich nach einem großzügigen Weihnachtsgeschenk.
"Nathaniel, du bist einfach unglaublich", staunte die Halb-Veela und strich durch das blonde Haar der Frau, in die sie sich verwandelt hatte. Ein begeistertes Lächeln zeigte sich auf ihren Lippen, und glücklich fiel sie ihm um den Hals und drückte ihm einen Kuss auf die Wange. Es war wirklich gold wert, dass er mitgekommen war. "Ohne dich wäre meine Reise hier beendet. Jetzt müssen wir nur noch herausfinden, wann und wo wir den Dolch finden." Sie ließ ihn los und sah sich wieder im Zimmer um. "Und wie ich Iwan kenne, hat er uns einen Hinweis hinterlassen..." Instinktiv ging sie wieder zum Puppenhaus und ließ ihren Blick durch jedes der kleinen Zimmer wandern. Wann sie wohl das letzte mal mit den Puppen gespielt hatte? So, wie sie da lagen - mit dem Gesicht nach unten - war sie wohl nicht die letzte gewesen, die die Spielfiguren in der Hand gehabt hatte, und ihr Blick folgte dem er Puppen, worauf sie die Ecke eines zusammengefalteten Zettels unter dem Puppenhaus hervorlugen sah.
"Nath, schau nur...", hauchte sie, worauf sie den Zettel aus dem Spalt zog, ihn entfaltete und vorlas, was in blauer Tinte dort geschrieben stand. "222 Jahre nachdem jene, welche der Titel die Große schmückte, die goldenen Treppen erklomm, sollst du finden, was du begehrst. Eine Stunde bevor 10+10=8 gilt, vorm Kinderbett deines schlafenden selbst, werde ich dich erwarten." Eine zittrige Hand hatte das Rätsel eilig hingekritzelt, und es stand auf russisch da. Natürlich hatte Natascha es schon übersetzt vorgelesen.
"Hm... als wäre das Siegel nicht schon ein ausreichend schwieriges Hinderniss gewesen. Es musste Iwan viel daran gelegen haben, dass keine unbefugte Person an diesen Dolch kommt", murmelte sie, worauf sie vom Zettel aufsah und sich erschrocken ins Gesicht fasste. Sie verwandelte sich zurück - schlechtes Timing! "... wir sollten das mit ins Hotel nehmen und es dort lösen. Ich glaube, hier werden wir nichts mehr finden." Eilig zog sie sich die große Kapuze ihres Mantels ins Gesicht. In ihrer eigenen Haut fühlte sie sich ungeschützt und unsicher. So stopfte sie den Zettel mit dem Rätsel hastig in ihre Manteltasche und deutete ihrem Kollegen an, dass es Zeit war, zu gehen.
"Es ist inzwischen auch schon dunkel. Und ich hab Hunger und brauche ein neues Gesicht. Kommst du? Wird Zeit, dass du deine erste richtige Soljanka isst." Sie grinste frech und ging schon einmal vor, an ihren ehemaligen Kollegen vorbei.
Sie waren zwar noch nicht am Ziel, doch des Rätsels Lösung ein riesiges Stück näher gekommen, und gerade deshalb war die Russin endlich mal wieder richtig gut gelaunt.
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BeitragThema: Re: Auf den Spuren Viktoria Pavlovas   Do 3 Sep 2015 - 12:18

Die Reaktion der Russin verwunderte den Zwilling etwas. Zwar hatte er in den vergangenen Wochen festgestellt, dass sie längst nicht so kalt und distanziert war, wie die meisten es wohl von ihr glaubten und dennoch war ihre Freude über den kleinen Erfolg und seine Hilfe dabei mehr, als er von ihr erwartet hätte. "Eigentlich wäre sie schon vor der versiegelten Tür beendet gewesen", entgegnete er amüsiert und mit frechem Grinsen. Er war sich sicher, dass die Kollegin den kleinen Spaß mit Humor nehmen würde. Alles andere wäre auch ziemlich ungerechtfertigt für jemanden, der Schüler darin testete, wie gut, oder eben schlecht, sie Karikaturen von anderen Lehrern zeichnen konnten. "Dafür kannst du mir gerne den nächsten Kuss geben", fügte er noch hinzu, bevor er wieder ernster wurde.
"'Nur noch' stellt das ganze wohl deutlich einfacher da, als es werden wird", stellte er hauptsächlich für sich selbst fest. Die Anzahl vergangener Augenblicke war unbegrenzt und zufällig einen richtigen zu erraten war absolut unmöglich. Allerdings schien Iwan einen Anhaltspunkt hinterlassen zu haben. Ein Rätsel, welches nicht gerade einfach zu lösen schien. "Ein Datum und eine Uhrzeit hätten es auch getan."

Freitag, 12. Dezember 2014

Seitdem sie das Rätsel Iwans gefunden hatten, verließen die beiden Professoren das Hotel nur noch, um sich mit Lebensmitteln oder diversen Büchern zu versorgen. Alle Bemühungen galten der Ermittlung des korrekten Zeitpunktes, an welchem sie den Dolch finden würden. Der Ort war schnell ermittelt. Eigentlich kamen zwei in Frage. Der richtige würde sich durch die Ermittlung des Zeitpunktes ergeben. 'Vorm Kinderbett deines schlafenden selbst' beschränkte die Auswahl auf Nataschas Kinderzimmer in Iwans Haus, oder das Kinderzimmer im abgebrannten Haus ihrer leiblichen Eltern. Eine Stunde bevor 22+10=8 gilt beschrieb die Uhrzeit, welche demnach 21.00Uhr sein musste. '222 Jahre nachdem jene, welche der Titel die Große schmückte, die goldenen Treppen erklomm' beschrieb ganz eindeutig das Datum. Leider war dieser Teil des Rätsels nicht so einfach zu lösen und dennoch musste Iwan geglaubt haben, dass Natascha dahinter kommt. Der Sachverhalt, welcher dahinter steckt, konnte ihr also nicht vollkommen unbekannt sein. Wie an den Tagen zuvor saßen die beiden auch an diesem Abend in Nataschas Hotelzimmer über den verschiedensten Büchern über russische Gesichte und ähnliche Themen. Mehrere Stunden recherchierten sie bereits erfolglos und die Motivation für diesen Tag war mittlerweile dem Nullpunkt nahe. "Ich habe Hunger, soll ich uns was zu essen holen?", fragte er die Aurorin, während er bereits aufstand und über sein dunkles Hemd, welches er zu einer einfachen Jeans trug, seine dunkelbraune Lederjacke zog. Ein Outfit, welches zwar schick war, aber der Kleidung, welche er in der Schule trug, im Aspekt der Eleganz auf jeden Fall nachstand. "Worauf hast du Lust?"
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BeitragThema: Re: Auf den Spuren Viktoria Pavlovas   So 13 Sep 2015 - 17:44

Er meinte es nur scherzhaft, aber er hatte recht. Bei der Tür zum Kinderzimmer wäre ihr Abenteuer schon vorbei gewesen, nicht nur das, sogar ihr Leben hätte es vielleicht gekostet, da sie die Tür versucht hätte, mit roher Gewalt zu öffnen, was bei den von Iwan angewandten Siegeln für sie wohl tödlich gewesen wäre. Als er dann bezüglich des Kusses einen frechen Spruch ließ, wuschelte die Russin nur durch seine Haare und lachte. Trotz der anstrengenden Spurensuche hatte er seinen Humor also nicht verloren. Genau so mochte sie den Zauberkünstler!
Nun standen sie vor der nächsten Herausforderung, doch die Russin war optimistisch, dass sie mit Nath an ihrer Seite das Rätsel lösen würde.


Die Tage vergingen und die Professoren hatten wirklich viel Zeit in ihren Hotelzimmern verbracht. Einmal sogar schon haben sie ihre Unterkunft aus Sicherheitsgründen gewechselt, und mit dieser Taktik schienen sie ganz sicher zu fahren, denn es wäre Natascha wohl schon aufgefallen, wenn man sie beobachtet oder verfolgt hätte. Zwar war sie nicht mehr praktizierende Aurorin, aber ihre geschärften Sinne verlor sie eben nicht so schnell. Teile des Rätsels waren entziffert, doch es gab noch zu große Unklarheiten, als dass sie mit großer Sicherheit in die richtige Zeit reisen könnten. So hatten sie sich mit Büchern und Informationen versorgt, und man sah im Hotelzimmer der Russin, dass gearbeitet wurde, denn die dicken Wälzer lagen überall offen verteilt, mit kleinen Post-Its drin und anderen Markierungen, die auf eine heiße Spur führen könnten.
Spät war es inzwischen, und ein weiterer erfolgloser Tag neigte sich dem Ende zu. Die Halb-Veela saß in ihrer eigenen Gestalt am kleinen Tisch in ihrem Hotelzimmer, trug ein graues Strickkleid zu einer dunkelroten Leggins und Kniestrümpfen, und das Haar fiel ihr in langen Wellen über die Schultern. Ihrer Gesichtsfarbe und ihrer Ausstrahlung nach zu urteilen fühlte sie sich eigentlich ganz wohl, allerdings war sie auch ziemlich müde von der ganzen Sucherei. Und hungrig. Umso dankbarer war sie, als der attraktive Zauberkünstler ihr anbot, etwas zu essen zu holen.
"Oh, gute Idee, Nath", meinte sie, als sie von dem Buch aufsah, in welchem sie gerade nach Informationen suchte - bis jetzt erfolglos. "Wie wäre es mit chinesisch? Ich könnte knuspriges Hähnchen mit Glasnudeln vertragen!" Zufällig gab es gegenüber vom Hotel einen ziemlich guten Asiaten, bei dem sie schon früher immer dasselbe bestellt hatte. "Und vergiss die Glückskekse nicht", rief sie ihm noch hinterher, als er das Zimmer verließ, natürlich nicht, ohne die Hinterseite ihres Kollegens mal etwas gründlicher zu betrachten. Wieso fiel ihr eigentlich erst jetzt auf, wie gut Nathaniel aussah? Er brauchte dringend eine Frau an seiner Seite, alles andere wäre eine Verschwendung...
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BeitragThema: Re: Auf den Spuren Viktoria Pavlovas   Mo 28 Sep 2015 - 19:03

Wie bestellt, hatte der Zauberkünstler beim Chinesen Glasnudeln und Hänchen besorgt. Das ganze servierte er ganz exquisit in Schachteln aus Pappe und mit Plastikbesteck. Natürlich hatte er auch Glückskekse und Stäbchen mitgebracht. Mit den Stäbchen würde er wahrscheinlich eher allen anwesenden das Augenlicht nehmen, bevor auch nur irgendetwas essbares in seinem Mund landete, aber vielleicht konnte Natascha ja damit umgehen. Er selbst bevorzugte ganz eindeutig eine Gabel.
"Guten Appetit", wünschte er der Russin. "Kannst du mit Stäbchen essen, oder bist du da genau so talentiert wie ich?", fragte er neugierig und schob seine Stäbchen von sich weg. Warum hatte er sich selbst überhaupt welche mitgebracht? Als er mit der hochwertigen Plastikgabel ein Stück des Hänchens aufnehmen wollte, brach allerdings nicht nur ein Zinken der Gabel, sondern gleich alle auf einmal ab. Etwas irritiert betrachtete der Zauberkünstler die zerstörte Gabel. Sie mit Magie zu reparieren wäre wohl sinnlos. Es würde nicht lange dauern, bis das selbe erneut geschah. Der fröhliche Gesichtsausdruck verging Nathaniel als er realisierte, was das nun bedeutete. Stäbchen.
Sein Schicksal akzeptierend griff er nach den Holzstäbchen und vermied Blickkontakt zur Kollegin, welche sicherlich amüsiert war. Er sah keinen Ausgang dieser Situation, in welchem er sich nicht zum Trottel machte.

Nach einigen Versuchen glückte das Essen mit den Stäbchen auf einem annehmbaren Level, so dass Nathaniel satt wurde und trotzdem nicht zur Lachnummer wurde. Nun galt es nur noch die Glückskekse zu öffnen. "Ladys first", bemerkte der Zauberkünstler und reichte der Kollegin einen der Kekse. Er selbst stand vom Tisch auf und ging zu der Tasche, welche er verwendet hatte, um die Einkäufe ins Hotelzimmer zu tragen. Der Zauberkünstler hatte noch eine Überraschung für sie, um ihr nach der erneut erfolglosen Suche vielleicht doch noch einen Grund zu geben, um sich ein wenig zu freuen. Das Geschäft neben dem chinesischen Restaurant hatte im Fenster einen Wodka ausgestellt, welchen der Professor sofort wiedererkannt hatte. Den in russischer Schrift aufgedruckten Namen konnte er zwar nicht ansatzweise aussprechen, aber er war sich sicher, dass es genau der Wodka war, welchen die Russin damals als ihren liebsten beschrieben hatte. Der nicht ganz so humane Preis hatte Nathaniel zwar ein wenig überrascht, aber dennoch wollte er Natascha diese kleine Freude nicht verwehren. "Ich hätte da noch etwas für dich", präsentierte er die Flasche, welche er dann vor Natascha auf dem Tisch platzierte. "Und das ganze trinken wir aus den edelsten Plastikbechern, die der Laden zu bieten hatte", scherzte er dann und stellte die einzigen Trinkbehältnisse, welche er bekommen konnte auf den Tisch. Das alles war alles andere als hochwertig, wenn man mal vom Wodka selbst absah, aber dennoch hoffte er, dass es der jüngeren Kollegin gefallen würde. Die Arbeit der letzten Tage war ernst gewesen und es wurde einfach mal wieder Zeit für eine etwas lockerere Atmosphäre und ein wenig Spaß.
Die Flasche wurde geöffnet und der Wodka eingeschenkt. Einen Trinkspruch überließ er der Aurorin.
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BeitragThema: Re: Auf den Spuren Viktoria Pavlovas   Mo 28 Sep 2015 - 22:19

Es dauerte nicht lang, bis der Zauberkünstler mit chinesischem Essen wieder kam. Sofort duftete es angenehm und der knurrende Magen der Russin kommentierte dies unmissverständlich.
"Guten Appetit", lächelte sie zufrieden, als das Essen serviert war, worauf sie sich direkt die Essstäbchen schnappte und begann, zu essen. Kaum hatte sie die Nudeln geschluckt, grinste sie den Kollegen frech an. "Ich denke, das beantwortet deine Frage." Sie beherrschte die Kunst des mit-Stäbchen-essens und würde vermutlich nicht verhungern, was bei ihrem Kollegen jedoch schon wieder ganz anders aussah. Amüsiert beobachtete sie, wie die hoch gepriesene Plastikgabel den Geist aufgab und der Brite letztendlich doch mit Stäbchen essen müsste. Natascha lachte ihn nicht aus, sondern fand es eigentlich nur amüsant, wie er sich anstellte. Und er stellte sich nicht mal so schlecht an, denn bald schon hatte er den Dreh raus.

Das spannendste des chinesischen Essens folgte: das Öffnen der Glückskekse. Ganz der britische Gentleman ließ er ihr den Vortritt, und so schnappe sie sich einen Keks, befreite ihn von der Verpackung und brach ihn auf, um die Botschaft darin zu lesen. Sie stand auf russisch, chinesisch und Englisch geschrieben, Nathaniel konnte seinen Glückskeks also ohne Übersetzungszauber lesen.
"Wahres Glück beginnt mit der Veränderung von Sichtweisen und Denkmustern", las sie vor und hob skeptisch die Augenbrauen, "Glückstag: 27. Dezember, Glückszahlen: 7, 31, 9128, Pi ...." Dann lachte sie und schüttelte den Kopf. "Wie immer nichtssagender Müll. Was steht bei dir drin?" Das pappige Gebäck an sich rührte sie nicht an, sie mochte Glückskekse nicht essen, sie amüsierte sich nur zu gern über diese fragwürdigen Lebensweisheiten.
Als sie von dem Zettel aufsah, bemerkte sie erst, dass der Brite aufgestanden und zu seiner Tasche gegangen war, um ein Geschenk für sie herauszuholen. Es war eine Flasche ihres Lieblingswodkas.
"Oh, Nathaniel", stieß sie gerührt aus und sah ihn mit diesem Das-wäre-doch-nicht-nötig-gewesen-Blick an. Aber eigentlich war es schon irgendwie nötig, denn die Erwachsenen haben sich in der letzten Zeit weniger amüsiert, es war eher ein Wunder, dass der Zauberkünstler sich diesen Stress antat. "Du bist unglaublich." Sie lachte, hob dann aber den gefüllten Plastikbecher und prostete Nathaniel zu. "Auf dass wir Grischa gehörig den Arsch aufreißen und wohl erhalten nach Hause zurückkehren."
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BeitragThema: Re: Auf den Spuren Viktoria Pavlovas   Di 1 Dez 2015 - 22:14

"Lasse los und fließe – Der Fluss des Lebens wird Dich dorthin tragen, wo der Sinn deines Lebens Dich braucht.", las der Zauberkünstler den Zettel vor, welchen er aus der pappigen Teighülle befreit hatte. "So lange ich darin nicht ertrinke", spottete er und ließ Zettel und Keks mit einem gezielten Wurf im Mülleimer landen. Eigentlich war es nur ein dummer Spruch auf einem Glückskeks und dennoch zeigte er Nathaniel erneut auf, dass er ein zielloses Leben führte. Was sollte denn der Sinn seine Existenz sein? Er half gerne anderen dabei ihre Probleme zu lösen, aber wann war er dran? Wann würde er wirkliches Glück finden und aufhören sich Aufgaben zu suchen, die den Eindruck der eigenen Überflüssigkeit verdrängten? Ein Glück half ihm eine eben solche Situation diese Gedanken loszuwerden. Außerdem würde der Wodka auch seinen Teil dazu beitragen.
"Wer so mutig die Dämonen seiner Vergangenheit bekämpft hat auch mal eine Belohnung verdient! Den Mut hätte nicht jeder!" ...sonst wäre er sicherlich schon lange auf der Suche nach Zach. Doch Nathaniel zog es vor seine Vergangenheit zu verschleiern und zu verdrängen. Auf diese feige Weise gelang es super einer Konfrontation aus dem Weg zu gehen und sich nie wieder mit alten Fehlern beschäftigen zu müssen.
Er nickte der Kollegin zu, als diese erneut eine Kampfansage aussprach und gemeinsam leerten sie ihre Becher. Es blieb an diesem Abend nicht bei einem Becher, sondern die Flasche wurde immer leerer und leerer. Mittlerweile lagen die beiden nebeneinander auf dem Bett und schauten sich das mehr als dubiose Fernsehprogramm an. Zu Nathaniels Glück bot das Hotel auch genügend englische Sender, so dass er sich mit der Aurorin gemeinsam über Landwirte auf Frauensuche und fragwürdige Privatdetektive in dubiosen Fällen lustig machen konnte. Beide waren nicht vollkommen betrunken, aber mindestens genau so weit davon entfernt vollkommen nüchtern zu sein. "Habe ich zu viel getrunken, oder passiert das wirklich?", fragte Nathaniel amüsiert, als er einem Landwirt dabei zusehen musste, wie dieser eine Flasche Bier auf einer Kuh leerte und diese damit massierte. Die beiden lachten über die dubiose Situation. Das blieb nicht die letzte dubiose Situation.
Später folgte ein Horrorfilm. Kein besonders guter, aber immerhin ließ er die beiden, ohne dass sie es merkten näher aneinander heran rutschen. Irgendwann lehnte die Russin leicht an ihm und er begann fast automatisch erst ihre Hand und dann denn Arm zu streicheln. Es folgte ein tiefer Blick in die Augen der Brünetten. In diesem Moment schauten sie sich nicht an wie Freunde es taten. Der Blick war intimer und sollte nicht folgenlos bleiben. Das ganze war vermutlich gleichermaßen der Einsamkeit und dem Alkohol zu verdanken. Sonst wäre es wohl nie dazu gekommen. Nicht weil Natascha ihm nicht gefiel, sondern weil zwischen den beiden ein vollkommen freundschaftliches Verhältnis bestand und keinerlei Romantik dazugehören sollte. Die folgende Nacht sollte jedoch eine Ausnahme werden.
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BeitragThema: Re: Auf den Spuren Viktoria Pavlovas   Di 1 Dez 2015 - 22:48

Seine Worte hatten ihr sehr geschmeichelt. Selten sagte jemand, dass die Russin mutig war, da man es bisher mehr oder weniger immer von ihr erwartet hatte. Und Dinge, die ohnehin Voraussetzung für einen Beruf waren, waren dann eben keine Talente mehr, wenn man diese Voraussetzung erfüllte. Ebenso mutig fand sie aber auch die Bereitschaft des Zauberkünstlers, seiner Kollegin zu folgen. Ihr zu helfen, obwohl es momentan irgendwie aussichtslos schien. Sie waren in einem Land, in dem sie verfolgt wurden, und standen vor einem Rätsel, dass sie nicht so einfach lösen konnten. Die ganze Situation war mehr als schwierig, doch sie wollten sich eine Auszeit gönnen, und der Beluga Gold war die optimale Begleitung in eben diese. Der Alkohol lockerte die Kollegen auf, ließ sie weniger über das eben und das gleich nachdenken, sondern einfach den Moment leben. Sie dachten nicht viel nach, sondern lachten viel, amüsierten sich über das Fernsehprogramm und Glückskekssprüche.

Dass der Verstand sich mehr und mehr verabschiedete, würde Außenstehenden spätestens dann auffallen, als die Berührungen der beiden deutlich intimer wurden. Als Nathaniel begann, die Haut der Halb-Veela zu streicheln, ließ sie ein wohliges Seufzen hören, eher unbewusst, und doch genüsslich. Lange war es her gewesen, dass ein Mann sie so berührt hatte, die genaue Jahreszahl konnte sie schon gar nicht mehr nennen, doch sie hatte diese Art der Nähe vermisst, auch wenn sie wusste, dass es nichts mit tieferer Bedeutung werden würde. Den Zauberkünstler hatte sie schon immer irgendwie attraktiv gefunden, und diese außergewöhnliche Situation - allein mit ihm in einem Hotelzimmer fernab von Hogwarts mit einer halben Flasche Wodka intus - ließ sie Grenzen übertreten, die sie peinlichst penibel abgesteckt hatte.
Der allmählich aufgebauten Spannung hatte sie nach längerem Zögern nachgegeben, mit dem ersten Kuss wurde ein unbeschreibliches Verlangen wach. Ein Verlangen, dass so groß war, dass es sie steuerte, ihren Verstand noch schlimmer benebelte, als der Alkohol es schon erledigt hatte. Und ehe sie sich versah - sie konnte den genauen Hergang nie wieder rekonstruieren - war die Kleidung der Professoren im Hotelzimmer verteilt. Die viel zu lange ignorierten Bedürfnisse sollten in dieser einen Nacht endlich befriedigt werden, und für den Moment war es wundervoll gewesen. Ein ungewöhnlicher Freundschaftsdienst, der die Denkblockade bezüglich des Rätsels beseitigen sollte...
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BeitragThema: Re: Auf den Spuren Viktoria Pavlovas   Mi 2 Dez 2015 - 12:42

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Ein dumpfer Schmerz erfüllte den Kopf des Zauberkünstlers, als seine Augen leicht öffnete. Ein feuchter und modriger Geruch stieg in seine Nase und der Untergrund fühlte sich hart und kalt an. Langsam stemmte er sich hoch, so dass er auf dem anscheinend steinernen Boden saß. Es war nicht besonders Hell an diesem Ort. Die Wände der kleinen Kammer waren aus nacktem Beton geformt und und auch der Boden war von ähnlicher Beschaffenheit. Die einzige Ausnahme bildete eine große Holztür, welche der einzige Zugang zu der Kammer war. Ein Griff an den schmerzenden Hinterkopf benetzte Nathaniels Finger mit Blut. Er wurde tatsächlich mit einem Schlag außer Gefecht gesetzt und nicht mit Magie. Angestrengt dachte er nach was passiert war.
Die beiden Kollegen hatten nach der fragwürdigen Nacht herausgefunden, dass das Rätsel auf das Elternhaus der Russin hinwies. Die Nacht selber wurde vollkommen verdrängt und war nie das Thema einer Unterhaltung. Die beiden waren schließlich zu jenem Haus, oder besser gesagt zu den Ruinen des Hauses gereist. Die Russin ist die Zeitreise angetreten um den Dolch in ihren Besitzt zu bringen. Nathaniel selber blieb in der Gegenwart. An Nataschas Rückkehr konnte er sich nicht mehr erinnern. an dieser Stelle verschwand jede Erinnerung. Sie musste ihn überfallen haben, als die Russin noch unterwegs war.
Nathaniel schaute sich in der Kammer um. Natascha lag neben ihm und schien noch nicht bei Bewusstsein zu sein. Sie hatten also auf sie gewartet und somit sollte auch klar sein, wer für das alles verantwortlich war. Ein genauerer Blick verriet, dass die Aurorin wohl magisch außer Gefecht gesetzt wurde. Im Gegensatz zu ihm wies sie keine Wunden auf.
Er berührte sie am Arm und flüsterte ihren Namen, um langsam ihr Bewusstsein zurück zu holen. Irgendwie mussten sie aus diesem Loch fliehen. Der Zauberkünstler konnte nämlich nicht ausschließen, dass sich ihre Geiselnehmer irgendwann der beiden entledigen würden. "Natascha, wach bitte auf", wiederholte er etwas lauter. Aber nicht so laut, dass potentielle Wachposten hören konnten, dass er bei Bewusstsein war.
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BeitragThema: Re: Auf den Spuren Viktoria Pavlovas   Mo 26 Jun 2017 - 22:09

"Natascha. Wach bitte auf."
Gedämpft drang die vertraute Stimme an ihr Bewusstsein, welches sie langsam wieder erlangte, doch sie konnte diese Stimme nicht einordnen. Für einen Moment glaubte sie, die Stimme hätte zu Elliott gehört, neben welchem Mann sollte sie sonst auch aufwachen, doch dann fiel ihr wieder ein, wo sie war, oder wo sie sein sollte. Doch dieser kalte Untergrund fühlte sich ganz und gar nicht an wie die weiche Matratze des russischen Hotels, in welchem sie mit Nathaniel eingecheckt hatte, um vor Ort den Geheimnissen ihrer Vergangenheit nachzugehen. Wo war sie?
Ihr Hinterkopf schmerzte und sie musste die letzten Stunden in einer ziemlich ungesunden Position gelegen haben, denn ihre Muskeln und Knochen schmerzten ebenfalls. Natascha schmeckte Blut und ihre Augen waren verkrustet, ließen sich daher nur schwer öffnen. Doch als es ihr gelang, erkannte sie, dass sie in einem schwach beleuchteten Raum war, in einer dunklen Kammer, die aus Beton bestand und ansonsten keine Einrichtung aufwies. Eine Gefängniszelle? Hatten sie etwa irgendetwas dummes angestellt?
Dann wusste sie, was sie zuletzt gemacht hatten, und mit einem Mal war sie hellwach. Wie automatisch wollte sie mit einer Hand an ihren Gürtel, an welchen die den Dolch gesteckt hatte, nachdem es ihr durch die Zeitreise gelungen war, ihn aus der Vergangenheit zu holen, doch sie konnte ihre Hände nicht frei bewegen, da sie mit einem magischen Seil miteinander verbunden worden waren.

"Was zum...", murmelte sie schwach, wobei sie sich mit panischer Eile aufsetzte, doch dadurch wurde ihr der Schmerz ihres Kopfes nur noch mehr bewusst. Sie wollte sich an die Stirn fassen, wurde durch die Fessel jedoch daran gehindert, und ihr wurde so schwindelig, dass ihr davon übel wurde. "Scheiße..." Ihr Mund war trocken, als hätte sie seit Tagen nichts getrunken, und auch ihr Magen fühlte sich flau und leer an. Die Erkenntnis, die sie in diesem Moment jedoch machte, ließ dieses Gefühl noch unangenehmer erscheinen. "Grischa... er hat uns. Wir haben verloren." Kapitulierend sah die dunkelhaarige Ex-Aurorin ihren Kollegen an. "Wir waren so weit gekommen. Ich fasse es nicht." Ihre Stimme klang so dünn, dass man meinen könnte, sie gehörte zu einer anderen Frau, nicht jedoch zu der starken Russin, die sich nie unterkriegen ließ. Gerade öffnete sie den Mund, um etwas neues zu sagen, als sie einen schweren Atem hörte, der nicht zu Nathaniel gehörte. Rasch drehte sie den Kopf in die dunkle Ecke, aus der das Geräusch gekommen war, und schemenhaft erkannte sie einen Körper, der in der Ecke lag, allerdings nicht das Gesicht, welches dazu gehörte und sich im Schutze des Schattens befand. Die Beine, die lang ausgestreckt waren, waren gefesselt, so wie Nataschas Hände es waren.
"Nathaniel... wir sind nicht alleine...", hauchte sie erstickt, worauf sie fragend zu ihrem Kollegen blickte. "Was tun wir nun?" Normalerweise wusste sie immer, was zu tun war, doch in diesem Moment war sie komplett überfordert.
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Auf den Spuren Viktoria Pavlovas
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